Warum verstehen viele meine Sehnsucht nach einer Freundin nicht?

Benutzer91095 

Team-Alumni
Kennst du meine Freunde? Hast du sie gesehen? Soweit ich weiß nicht! Wie kannst du also zu solchen Schlüssen kommen?

Ich kenn deine Freunde nicht. Ich kenne meine Freunde. Und ja, es gibt natürlich Leute, die Glück haben bzw. die Opfer des Zufalls sind. Willst du Partnersuche ausschließlich auf Glück auslegen? Dann musst du drauf warten, ob es kommt oder nicht und kannst niemanden dafür verantwortlich machen, wenn es nicht kommt. Und dann musst du auch mit deiner Situation klarkommen, was du nicht willst. Also darfst du es nicht auf das Glück schieben. Wie Chaos oben schon mal schrieb: Du musst probieren, die Chancen, jemanden zu treffen, zu erhöhen. Das hast du schon gemacht und du lernst hordenweise neue Frauen kennen, aber du sagst selbst, trotzdem kommst du nicht weiter. Jetzt kannst du dir mal überlegen, welche Schlussfolgerungen ich daraus ziehe.

Einige meiner Freunde haben eine besser Ausstrahlung, als ich, und sehen zugegeben auch besser aus, aber wie erklärst du es dir, dass auch diejenigen, die eine schlechtere Ausstrahlung als ich haben und schlechter aussehen, es geschafft haben, problemlos einen Partner zu finden? Und ich wiederhole es: Sie führen kein drastisch anderes Leben als ich.

Bist du sicher, ob du aus Frauenperspektive einschätzen hast, wer eine bessere Ausstrahlung hat?

Ist es wirklich ein Verbrechen, zu sagen, dass sie einfach mehr Glück hatten, als ich? Ich meine, ich gebe ja auch problemlos zu, dass ich im Studium mehr Glück hatte, als viele andere. Ich halte mich also nicht für ein armes Opfer!

Nein, ist es nicht. Aber es bringt dich auch nicht weiter. Wenn das Teil des Frustschiebens ist, dann ist das ok, versteh ich auch, dann werd ich es in Zukunft überlesen. Nur du wiederholst dich diesbezüglich schon sehr häufig, deswegen wollte ich mal drauf eingehen.


Erstens: Die Therapeutin von der Uni, mit der ich in Kontakt war, wollte aber genau das machen: in meiner Vergangenheit herumwühlen. Und das nehme ich einfach nicht an.

EINE Therapeutin von der Uni, mit der du schriftlichen Kontakt hast. Und damit ist bei dir alles, was mit Therapie zu tun hat, für den Hugo. Aha.

Zweitens: Ich kann es mir nicht leisten, weder zeitlich noch finanziell, eine Therapie zu beginnen. Weißt du, wie viel Zeit und Geld du da investieren musst, jedenfalls wenn der Therapeut seriös ist? Wenn ich mich nebenbei noch um die Partnersuche kümmern will, würde es schwierig werden!

Klar weiß ich das. Mein Ansatz wäre auch ein anderer, aber der gefällt dir nicht. Du willst eine Freundin finden und richtest deine Ziele und Handlungen danach aus, eine Freundin zu finden. Ich persönlich denke, selbst wenn du eine finden würdest, was seeeehr schwierig ist, ist es außerdem dann noch schwierig, die Beziehung lange und zufrieden zu halten, weil du deine "Schwächen" ja trotzdem mit dir herumschleppst und möglicherweise dann mit der Partnerin kompensierst. Ich und andere (z.B. Faultier) schlagen dir vor, dass du an den Ursachen arbeitest, um ein glücklicherer Mensch zu werden, und infolgedessen würde sich das mit dem Zwischenmenschlichen schon ergeben. Aber offenbar ist das für dich nicht überzeugend genug, sonst würdest du dich nicht so sehr dagegen wehren. Könnte ich damit richtig liegen?

Das Thema kann man nicht einfach mit einem „Quatsch“ abhacken, tut mir Leid! Da muss man sich schon die Mühe geben, zu argumentieren!

Wieso sollte es abschreckend wirken, wenn du erst ein paar Jahre hier lebst? Und wieso könnte das bedeuten, dass du bald wieder weg wärst? Und selbst wenn, was wäre da das Problem, interessant auf Frauen zu wirken?

Ich sehe da überhaupt keinen Zusammenhang, weder von A nach B, noch von B nach C. Und außerdem kenne ich genügend Fälle, wo das absolut irrelevant ist, bzw. wo noch viel schlimmere Umstände sind (z.B. bei Erasmus-Studenten oder sonstigen begrenzten Auslandsaufenthalten. Deiner ist ja nicht mal von vornherein begrenzt).

Wie bitte? Du hast mir doch selbst mal empfohlen, Dinge zu tun, die mir Spaß machen, damit ich lerne, auch ohne Freundin zufriedener mit meinem Leben zu werden, oder? Ich gehe mehr unter Menschen, lehne nicht mehr ab, wenn man mir vorschlägt, in eine Bar zu gehen, auch wenn dort geraucht wird, was ich eigentlich hasse, habe eine Freundin gefragt, ob sie Lust hat, dass wir zusammen in Urlaub fahren, habe einen Schwimmkurs begonnen, habe das mit der Fachschaft ausprobiert, belege sogar einen Sprecherziehungskurs (wo ich mich im Übrigen auch zum Affen machen muss), usw. Sind das keine Veränderungen? Für dich vielleicht nicht, da du mich nicht kennst, aber für mich ist das schon ein großer Fortschritt!

Entschuldige, wenn ich von Beginn des Threads an bis heute ein paar Sachen vergessen habe. Ich hab keine Notizen zu deiner Person gemacht, damit ich immer vollkommen treffsicher Ratschläge geben kann. Auch lese ich mir nicht jedes Mal wieder den ganzen Thread durch. In der Zeit, in der der Thread hier läuft, gab es noch einige andere ähnliche Threads. Da darf man doch auch mal was verwechseln, oder?

Schön, wenn du ein paar Sachen geändert hast. Vor allem den Sprecherziehungskurs finde ich klasse. Ich hoffe, du kannst was draus mitnehmen und siehst auch einen Sinn darin. Solche Kurse können Gold wert sein, wenn man sie ernst nimmt und einen guten Trainer hat.


Doch, das ist mein Ernst. Ich habe auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Leute, an die ich denke, nicht unbedingt repräsentativ sind, aber eins steht fest: Sowas gibt es, ob du es willst, oder nicht!

Gut, es mag seltsame Formen des Frauenhasses geben. Ich hoffe, du verfällst keinem davon. Du bist ein rationaler Mensch, du siehst ja wohl die Zusammenhänge, dass es nicht an den Frauen liegen kann. Oder glaubst du, dass Frauen doch auch irgendwie schuld an deiner Misere sind?

Weißt du, ich war dir immer dankbar, dass du dir so viel Zeit genommen hast, mir zu antworten, aber allmählich finde ich, dass du wirklich ungerecht wirst. Ich brauche niemanden, der mich herunterzieht, ganz im Gegenteil. Und wenn dir die Entwicklung der Diskussion nicht passt, brauchst du dich doch gar nicht daran zu beteiligen.

Das Problem ist, ich hab nicht das Gefühl, dass "Lotusknospe weichgespült" irgendwie bei dir angekommen ist. Man gibt sich hier Mühe zu schreiben und auf dich einzugehen, aber es prallt alles ab, du argumentierst so lange herum, anstatt es einfach mal auszuprobieren, dass man irgendwann denkt, man sollte vielleicht auf einen anderen Modus umstellen oder sich ganz aus dem Thread zurückziehen. Man hat tatsächlich das Gefühl, du seist absolut kritikresistent, hättest eigentlich eh nicht sonderlich große Lust, aus deiner Komfortzone herauszukommen und würdest nicht so ganz einsehen, dass DU tatsächlich jemand bist, der da an seinem persönlichen Glück auch was drehen kann. Und wenn man dann schon an so grundlegenden Sachen keinen gemeinsamen Nenner findet, dann nützt alles weitere irgendwie auch nichts. Das Ding ist: Wir sind an unterschiedlichen Punkten. Ich will dir quasi was verkaufen, das du gar nicht willst. Und du willst von mir was haben, das ich dir nicht geben kann. Kein Wunder, dass man sich früher oder später in die Haare bekommt.
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Also, ich höre hier nur Ausreden. Ja, mag sein, dass du manchmal Pech hattest und die anderen Glück. Und, ja, das ist frustrierend. Natürlich haben wir Verständnis für deine Gefühle. Das bringt dich aber kein Stück weiter. Man darf sich nicht auf sein Glück verlassen, weil man sonst vom puren Zufall abhängt.

Warum ich so abstrakt schreibe? Damit sich die zugrunde liegende These in dein Gehirn einmeißelt, damit du es endlich verinnerlichst. Du schreibst, du hast dein Leben geändert. Ich sehe davon nicht viel. Hier und da mal halbherzig etwas ausprobieren, um dann frustriert festzustellen, dass man bei diesen wenigen Malen weder eine Freundin noch eine große Erkenntnis gewonnen hat, ist doch nicht Sein-Leben-ändern. Wie gesagt: wäre dir das mit der Freundin wirklich so wichtig, würdest du mehr unternehmen (und ganz nebenbei wäre dein Leben weitaus zufriedenstellender). Genauso wie du zu einem Therapeuten gehen würdest, wenn dein Leben wirklich so blöde wäre. Aber eigentlich bist du eben doch ganz zufrieden und deswegen machst du nichts. Ich kenne diese Verhaltensweise nur zu gut von mir selbst; ich meine es nicht böse.

Was ist denn zum Beispiel aus deinem Urlaubsvorhaben geworden? Hast du dich dazu durchgerungen, alleine fort zu fahren und mal etwas zu erleben?
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
@ Lotusknospe: Gut, ich werde versuchen, mich zu verbessern, nicht ständig nach Gründen suchen, einen Ratschlag nicht in die Tat umzusetzen, und noch stärker an mir zu arbeiten. Im Prinzip habe ich ja nichts mehr zu verlieren. Ich hoffe nur, dass es tatsächlich funktioniert, weil das die letzte Möglichkeit ist, die mir zur Verfügung steht.

Entschuldige bitte, dass ich dir das Gefühl gegeben habe, dich zu "verarschen". Das war wirklich nicht mein Ziel.

Ich werde noch genauer auf deine Antwort eingehen, aber nun muss ich los, um zu meiner Verabredung nicht auch noch zu spät zu kommen. In den nächsten Tagen gehe ich wahrscheinlich nicht ins Forum, um durch die allzu intensive Auseinandersetzung mit meinem Problem nicht noch mehr zu deprimieren und mir somit meine Geburtstagsfeier zu verderben. Natürlich löst eine Verdrängung dieser Art keine Probleme, aber sie ist manchmal nützlich.

@ Lisa 89: Ich antworte dir später auf deinen Beitrag.

Nur kurz zu deiner Frage bezüglich des Urlaubs: Ich habe eine Freundin von mir gefragt, ob sie Lust hätte, zusammen mit mir wegzufahren. Sie hat sich damit grundsätzlich einverstanden erklärt. Wenn sie demnächst bei der konkreten Planung einen Rückzieher machen sollte, würd eich mich dazu entscheiden, alleine wegzufahren, auch wenn mich diese Vorstellung deprimiert: Ich hasse es, alleine zu reisen, auch wenn man am Urlaubsort Leute kennenlernt.
 

Benutzer102211 

Öfters im Forum
Tun verlangt Planen

WulfricD:
... Was mir bei euren Antworten, Das Faultier und Lisa89, aufgefallen ist, ist dass ihr sehr abstrakt bleibt. Du, Das Faultier, sagst zum Beispiel, dass es darum geht, „Problemanalyse, Lösungsoptionen [zu] entwickeln und eine davon mit dem geistigen Beistand aller hier anwesenden User um[zu]setzen.“ ...
Ich komm ja nicht von der abstrakten Ebene herunter, wenn Du nicht mitgehst.
Hab wohl insgesamt 3x versucht, hier vom dem philosophischen Small-Talk in einen
Problemlösungsprozeß überzuleiten.

Im realen Leben komme ich etwas bescheidener daher, aber hier sag ich das jetzt
einmal ganz protzig:
Ich kann Probleme lösen.
In früheren Zeiten waren das hauptsächlich technologische Probleme und Probleme
der Menschenführung ( Damals wurden Mitarbeiter als Menschen betrachtet und nicht als
Arbeitnehmer )
In aktuellen Zeiten hab ich Immobilienentwicklung im sozialen Kontext gemacht,
was unter Bedingungen des modernen demokratischen Rechtsstaates mit seinen
steuerlichen Auswüchsen eine echte geistige Herausforderung ist.

Fazit:
Wenn Du es willst, machen wir einen neuen Thread, in dem wir Dein Probem LÖSEN,
anstatt es zu zelebrieren.
Wir können hier natürlich nur den Lösungsweg entwickeln. Gehen mußt Du allein,
aber mit Feedback, zeitnaher Bewertung der Rückgabewerte, also etwas geistigen
Beistand.


WulfricD:
... Lisa89, du gibst mir folgenden Ratschlag: „Ändere etwas! Denn nur so wird sich etwas ändern.“ Da kann ich eigentlich nur sagen, dass ich mein Hauptproblem seit vielen Monaten einer genauen Analyse unterziehe und mich bemühe, Lösungsoptionen zu finden und sie umzusetzen; Seit Jahresbeginn habe ich tatsächlich angefangen, mein Leben zu verändern. ...
Ich bin da mit Lia89 einer Meinung ( steht irgendwo ganz am Beginn des Threads ).
Diese Aktivitätssteigerung ist aber nur eine kleine Aufwärmübung zur
Problemlösung, sie hilft aber sehr.

WulfricD:
... Es interessiert mich nicht, herauszufinden, welche Erfahrungen der Vergangenheit dazu geführt haben, warum ich von Natur aus ziemlich schüchtern und nicht sehr selbstbewusst bin, und zwar ganz einfach deshalb, weil ich mit der Zeit doch lockerer werde. ...
Auch an diesem Punkt haben wir schon die Oberfläche angekratzt.
Es gibt zwei grundsätzliche Wege, mit dem zu verfahren, was Dir die
Frauen vorenthält:
- entweder Du gehst über eine Brücke, die wir Dir designen, drüber
und hast das einfach hinter Dir,
- oder Du steigst in die Tiefe hinab, um dort etwas auseinander zu
bauen und es wieder neu, aber richtig zusammen zu setzen.
Der erste Weg ist etwas abenteuerlich, geht aber schnell. Er birgt
etwas Risiko für die Zukunft, weil die Ursache nicht aufgearbeitet
ist.
Der zweite Weg ist kompliziert, langwierig, risikoärmer und nachhaltig.
Allerdings drohen ungewohnte geistige Herausforderungen. Das Risiko
sehe ich darin, daß Du aufgeben könntest.
Deswegen ist die Rücksprachemöglichkeit hier im Forum etwas sehr
Wertvolles für Dich. Nutze es bewußt, denn Deine Generation ist die erste,
die das kann.

Nochmals zu mir:
Mit 18 Jahren hatte ich genau Dein Problem.
Dann hatte ich mal richtig Glück und erst danach hab ich das alles
vollständig geistig verarbeitet.


Lia98:
... Du schreibst, du hast dein Leben geändert. Ich sehe davon nicht viel. Hier und da mal halbherzig etwas ausprobieren, um dann frustriert festzustellen, dass man bei diesen wenigen Malen weder eine Freundin noch eine große Erkenntnis gewonnen hat, ist doch nicht Sein-Leben-ändern. ...
Er hat schon viel getan, aber leider nicht das Problem gelöst.
Nun stehen wir vor der Wahl, entweder das Problem LÖSEN oder weiter
Quasseln, Tratschen, Schimpfen ... vielleicht schreibt ja jemand noch ein Gedicht ?

Das Faultier
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Da ich nach einem wunderschönen Nachmittag mit einer guten Freundin nun wieder deprimiere und daher eh nicht schlafen kann, antworte ich euch gleich, obwohl ich weiß, dass es sehr unklug ist.

Willst du Partnersuche ausschließlich auf Glück auslegen? Dann musst du drauf warten, ob es kommt oder nicht und kannst niemanden dafür verantwortlich machen, wenn es nicht kommt. Und dann musst du auch mit deiner Situation klarkommen, was du nicht willst.

Um deine Frage zu beantworten: Natürlich nicht. Aber weißt du, dadurch, dass es bei meinen Freunden vor allem eine Glückssache war, können sie mir auch kaum sinnvolle Ratschläge geben. Das bedeutet, dass ich im richtigen Leben niemanden habe, mit dem ich darüber reden kann; andererseits kann ich nicht alles für mich behalten, weil ich daran zu Grunde gehen werde. Wenn ich deprimiert bin, ist es jetzt schon so, dass ich den Eindruck habe, dass ein Biest in mir selbst dabei ist, mich aufzufressen…

Also darfst du es nicht auf das Glück schieben. Wie Chaos oben schon mal schrieb: Du musst probieren, die Chancen, jemanden zu treffen, zu erhöhen. Das hast du schon gemacht und du lernst hordenweise neue Frauen kennen, aber du sagst selbst, trotzdem kommst du nicht weiter. Jetzt kannst du dir mal überlegen, welche Schlussfolgerungen ich daraus ziehe.

Das kann ich verstehen, ja. Die Sache ist nur die: Was ist, wenn die Frauen mich nicht kennenlernen wollen?

Bist du sicher, ob du aus Frauenperspektive einschätzen hast, wer eine bessere Ausstrahlung hat?

Ich sprach von der Ausstrahlung von den Männern und den Frauen in meinem Freundeskreis. Und natürlich kann ein Mann von einem anderen Mann sagen, dass er eine gute Ausstrahlung hat. Das sieht doch ein Blinder.

Klar weiß ich das. Mein Ansatz wäre auch ein anderer, aber der gefällt dir nicht. Du willst eine Freundin finden und richtest deine Ziele und Handlungen danach aus, eine Freundin zu finden. Ich persönlich denke, selbst wenn du eine finden würdest, was seeeehr schwierig ist, ist es außerdem dann noch schwierig, die Beziehung lange und zufrieden zu halten, weil du deine "Schwächen" ja trotzdem mit dir herumschleppst und möglicherweise dann mit der Partnerin kompensierst. Ich und andere (z.B. Faultier) schlagen dir vor, dass du an den Ursachen arbeitest, um ein glücklicherer Mensch zu werden, und infolgedessen würde sich das mit dem Zwischenmenschlichen schon ergeben. Aber offenbar ist das für dich nicht überzeugend genug, sonst würdest du dich nicht so sehr dagegen wehren. Könnte ich damit richtig liegen?

Ihr versteht es einfach nicht: Für ein paar Wochen war ich ein glücklicher Mensch, der auf Grund seiner Freunde, seiner Hobbys und seines Studiums zufrieden war mit seinem Leben. Das heißt: Ich konnte auch ohne Freundin glücklich sein. Aber dann ist mir aufgefallen, dass das nicht reicht. Vor einigen Jahren war ich sehr zufrieden mit meinem Leben, ich wollte gar keine Freundin, und weißt du was? Ich habe auch keine gefunden! Kein einziges Mädchen hat sich für mich interessiert! Daraus ziehe ich den Schluss, dass es nicht reicht, glücklich zu sein, sondern dass man konkret etwas tun muss, um eine Freundin zu finden. Aber warum klappt es nicht? Warum interessiert sich (mit nur einer einzigen Ausnahme) keine einzige Frau für mich? Warum haben diejenigen, die interessant sind, alle schon einen Freund? Warum wollen sie mich alle nur als „guten Freund“ haben?

Mit dem „Zwischenmenschlichen“, wie du sagst, ergibt es sich nicht von selbst. Sonst hätte ich längst eine feste Freundin.

Und an den Ursachen arbeite ich ja auch: Ich bin ein wenig lockerer geworden, und das ist nicht nur eine Fassade. Ich habe ein erfüllteres Leben, als vor einigen Jahren – auch das ist eine Tatsache. Ich habe toll neue Leute kennengelernt, und zu einigen von denen ist eine gute Freundschaft entstanden. Ich habe viele Hobbys. Warum klappt es dann immer noch nicht? Was mache ich falsch? Ich kann aus mir doch keinen vollkommen anderen Menschen machen, sonst bin ich ja nicht mehr ich selbst.

Schön, wenn du ein paar Sachen geändert hast. Vor allem den Sprecherziehungskurs finde ich klasse. Ich hoffe, du kannst was draus mitnehmen und siehst auch einen Sinn darin. Solche Kurse können Gold wert sein, wenn man sie ernst nimmt und einen guten Trainer hat.

Das wird mir auf jeden Fall etwas bringen, und zwar in vielerlei Hinsicht. Und ich habe sogar ein paar nette Frauen getroffen, aber leider ist das wie so oft: Man kommt nicht dazu, sich außerhalb des Kurses mit ihnen zu treffen. Oder wie soll ich es schaffen, dass es dazu kommt?

Oder glaubst du, dass Frauen doch auch irgendwie schuld an deiner Misere sind?

Es gibt für meine Probleme drei Schuldige, wenn ich das mal so sagen kann:

Erstens: Ich selbst . Damit meine ich die Fehler, die ich jahrelang begangen habe.

Zweitens: der Zufall. Dafür, dass ich so aussehe, wie ich aussehe und gewisse Charakterzüge habe, kann ich nicht.

Drittens: die Frauen. Die sind zwar nicht die Hauptschuldigen (wenn ich das behaupten würde, würdest du außer dir sein vor Wut und du hättest auch vollkommen Recht), aber viele von ihnen sind insofern Schuld, als sie Männern, die nicht so selbstbewusst sind, oft nicht einmal eine Chance geben. Aber wie gesagt: Sie tragen nicht die größte Schuld.

Wie gesagt: wäre dir das mit der Freundin wirklich so wichtig, würdest du mehr unternehmen (und ganz nebenbei wäre dein Leben weitaus zufriedenstellender). Genauso wie du zu einem Therapeuten gehen würdest, wenn dein Leben wirklich so blöde wäre. Aber eigentlich bist du eben doch ganz zufrieden und deswegen machst du nichts. Ich kenne diese Verhaltensweise nur zu gut von mir selbst; ich meine es nicht böse.

Wie bitte?!! Du wagst es, zu behaupten, dass ich nicht wirklich daran interessiert bin, eine Freundin zu finden!?! Weißt du, was du da sagst?!! Du wagst es, mir zu unterstellen, dass ich nicht genug unternehme?!! Dann sage mir bitte, was ich noch mehr unternehmen sollte! Sage es mir, statt dich hinter Allgemeinheiten zu verstecken! Du weißt gar nicht, wie sehr ich mich schon überwinden musste!

Im Übrigen: Nicht mein gesamtes Leben ist blöde! Ich habe ja wunderbare Freunde und sehr interessante Hobbys! Es ist nur so, dass ich nach 24 Jahren endlich mal eine Freundin will!

Ich komm ja nicht von der abstrakten Ebene herunter, wenn Du nicht mitgehst.
Hab wohl insgesamt 3x versucht, hier vom dem philosophischen Small-Talk in einen
Problemlösungsprozeß überzuleiten.

Stopp, stopp, stopp! Ich weiß deine Bemühungen zu schätzen, aber ich kann dir nicht versprechen, deine konkreten Ratschläge einfach so umzusetzen. Du kennst mich ja gar nicht, du weißt gar nicht, was ich kann und was nicht, was zu meiner Persönlichkeit passt und was nicht. Wenn du mir z.B. sagst: Geh zu einer Hure, dann sage ich dir klar und deutlich: „Nein!“ Wenn du davon ausgehst, dass ich unbedingt eine Therapie machen muss (im Übrigen: Zu welchem Zweck genau? Ich wüsste gar nicht, was ich dem Typen erzählen soll), dass sage ich dir „Tut mir Leid, aber das werde ich nicht machen.“

Konkrete Tipps nehme ich immer gerne, aber du kannst nicht einfach sagen: „Entweder du machst genau das, was ich dir sage, oder ich helfe dir nicht!“ Oder besser gesagt: Du kannst es natürlich sagen, aber nicht erwarten, dass ich alles ohne zu überlegen umsetze. :zwinker:

Natürlich bin ich an einem konkreten Problemlösungsprozess interessiert, und ich habe auch nie im Geringsten das Gegenteil angedeutet.

Wenn Du es willst, machen wir einen neuen Thread, in dem wir Dein Probem LÖSEN,
anstatt es zu zelebrieren.
Wir können hier natürlich nur den Lösungsweg entwickeln. Gehen mußt Du allein,
aber mit Feedback, zeitnaher Bewertung der Rückgabewerte, also etwas geistigen
Beistand.

Sehr gerne!

Der erste Weg ist etwas abenteuerlich, geht aber schnell. Er birgt
etwas Risiko für die Zukunft, weil die Ursache nicht aufgearbeitet
ist.
Der zweite Weg ist kompliziert, langwierig, risikoärmer und nachhaltig.
Allerdings drohen ungewohnte geistige Herausforderungen. Das Risiko
sehe ich darin, daß Du aufgeben könntest.

Eigentlich ist es eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera. :zwinker:

Du sprichst beim ersten Weg von „abenteuerlich“ und von „Risiko für die Zukunft“. Wenn ich meine berufliche Zukunft irgendwie aufs Spiel setzen müsste oder wenn ich dadurch meine Freunde verlieren könnte, würde ich das Risiko auf keinen Fall eingehen.

---------- Beitrag hinzugefügt um 21:26 -----------

So, und nun hoffe ich, dass ich trotzdem gut schlafen kann und mein Geburtstag geniessen kann. Das Leben kann manchmal so schön sein, wie etwa heute Nachmittag, als ich mit einer guten Freundin unterwegs war. Ich möchgte öfters solche Momente erleben und nicht immer wieder in einen Zustand der Deprimiertheit fallen...
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Oder wie soll ich es schaffen, dass es dazu kommt?
Naja, theoretisch hättest du ja fragen können "Wollen wir uns mal auf einen Kaffee treffen?". Ich weiß, dazu gehört unheimlich viel Mut, aber vielleicht schaffst du es ja demnächst einmal. Du weißt doch nicht, ob dein Gegenüber sich nicht vielleicht wahnsinnig freuen würde, wenn du den ersten Schritt machst.

Wie bitte?!! Du wagst es, zu behaupten, dass ich nicht wirklich daran interessiert bin, eine Freundin zu finden!?! Weißt du, was du da sagst?!! Du wagst es, mir zu unterstellen, dass ich nicht genug unternehme?!! Dann sage mir bitte, was ich noch mehr unternehmen sollte! Sage es mir, statt dich hinter Allgemeinheiten zu verstecken! Du weißt gar nicht, wie sehr ich mich schon überwinden musste!
Ja, wage ich! Wenn es nicht so ist: umso besser. Dann mache weiter so. Du darfst dich nicht unterkriegen lassen. Ich kenne so wahnsinnig viele Menschen in meinem Bekanntenkreis, die in deinem Alter noch keine Beziehung hatten und ich habe immer irgendwie das Gefühl, dass man die alle einfach zusammen in ein Gebäude stecken müsste und dann wären alle viel glücklicher. Aber irgendwie laufen sie sich nicht über den Weg oder sie schaffen es nicht sich näher kennen zu lernen (siehe oben).

Im Übrigen: Nicht mein gesamtes Leben ist blöde! Ich habe ja wunderbare Freunde und sehr interessante Hobbys! Es ist nur so, dass ich nach 24 Jahren endlich mal eine Freundin will!
Dann hast du ja schon sehr viel mehr, als viele Menschen von sich behaupten können. Ich bezog mich allerdings darauf, dass du anscheinend immer wieder deprimiert bist und das ist doch wirklich sehr schade, insbesondere wenn man sich ansieht, wie gut du es ja eigentlich hast. (auch wenn ich deine Sehnsucht natürlich verstehe!)
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Um deine Frage zu beantworten: Natürlich nicht. Aber weißt du, dadurch, dass es bei meinen Freunden vor allem eine Glückssache war, können sie mir auch kaum sinnvolle Ratschläge geben. Das bedeutet, dass ich im richtigen Leben niemanden habe, mit dem ich darüber reden kann; andererseits kann ich nicht alles für mich behalten, weil ich daran zu Grunde gehen werde. Wenn ich deprimiert bin, ist es jetzt schon so, dass ich den Eindruck habe, dass ein Biest in mir selbst dabei ist, mich aufzufressen…

Das glaube ich sofort. Mir geht es genauso. Mittlerweile habe ich EINE Freundin in meinem RL, die mir in solchen Angelegenheiten stets gute Ratschläge geben kann. Aber die hab ich auch erst seit ein paar Monaten. Davor haben sich derartige Konversationen auf dieses Forum beschränkt. Die anderen Leute in meinem Umfeld ticken einfach ganz anders und können sich nicht in meine Lage hineinversetzen. Ich glaube, dass das ganz normal ist, auch wenn ich ganz andere Probleme habe als du.

Das kann ich verstehen, ja. Die Sache ist nur die: Was ist, wenn die Frauen mich nicht kennenlernen wollen?

Dann wollen sie dich nicht kennenlernen, weil
- du nicht wie jemand wirkst, mit dem man Spaß haben kann?
- du nicht so wirkst, als hättest du Interesse, die Frauen kennenzulernen?
- du langweilig wirkst?

Jemand, der witzig, lebensfreudig, positiv, charmant und klug rüberkommt, mit dem will man immer was zu tun haben. Um den reißen sich die Frauen. Du musst jetzt nicht alle diese Elemente in dir tragen, du willst ja auch kein Frauenschwarm werden. Du willst einfach nur auch deine Crowd finden. Vollkommen verständlich. Ich persönlich vermute, dass du noch ein wenig mit einer Fassade vor dich hinlebst und seeeeehr verschlossen wirkst. Wenig dringt nach außen, wenig dringt nach innen. Da kannst du auch selbstbewusst und extrovertiert wirken, trotzdem bleibt es eine Fassade und man merkt es auch. Wenn du wenig von dir preisgibst, weil du dich selbst damit nicht wohlfühlst und es dir unangenehm ist, dann darfst darfst du dich nicht wundern, dass du langweilig wirst. Du zeigst ja nichts von dir. Wie sollst du dann interessant sein? (ich weiß nicht, ob du so wirkst. Ich kenn dich nicht. Ich hab einfach mal ins Nichts geschossen. Vielleicht stimmt es ja).

Ich sprach von der Ausstrahlung von den Männern und den Frauen in meinem Freundeskreis. Und natürlich kann ein Mann von einem anderen Mann sagen, dass er eine gute Ausstrahlung hat. Das sieht doch ein Blinder.

Du hast gesagt, manche haben eine schlechtere Ausstrahlung als du, sehen schlechter aus als du und haben trotzdem eine Freundin. Und das glaube ich nicht. Ich würde doch davon ausgehen, dass du kein Auge dafür hast, was für eine Frau eine gute Ausstrahlung ist. Das liegt nicht an dir, sondern das liegt allgemein daran, dass Männer oft nicht verstehen können, was eine Frau an einem Mann reizt. Aber natürlich ist das nur eine Vermutung von mir, die sich auf meinem Eindruck von dir in diesem Thread begründet.

Ihr versteht es einfach nicht: Für ein paar Wochen war ich ein glücklicher Mensch, der auf Grund seiner Freunde, seiner Hobbys und seines Studiums zufrieden war mit seinem Leben. Das heißt: Ich konnte auch ohne Freundin glücklich sein. Aber dann ist mir aufgefallen, dass das nicht reicht. Vor einigen Jahren war ich sehr zufrieden mit meinem Leben, ich wollte gar keine Freundin, und weißt du was? Ich habe auch keine gefunden! Kein einziges Mädchen hat sich für mich interessiert! Daraus ziehe ich den Schluss, dass es nicht reicht, glücklich zu sein, sondern dass man konkret etwas tun muss, um eine Freundin zu finden. Aber warum klappt es nicht?

Ich bezweifle, dass du glücklich warst. Du hast es eben verdrängt, dass du eine Freundin willst, hast so ungefähr weiter gemacht wie bisher, in deinen alten Verhaltensmustern. Vielleicht hast du ein paar neue Sachen ausprobiert, aber immer noch mit deinem alten Ich, ohne wirklich aus der Komfortzone rauszukommen. Und du hast probiert, durch die Verneinung deiner Sehnsucht glücklich zu sein. Das ist dir eine Zeit lang geglückt, wo du genug Ablenkung hattest, genug "neu" war, aber dann ist die Sehnsucht wieder stärker geworden und hat Überhand genommen. Ich frage mich, ob du dich je mit dir, in dir so wirklich wohl gefühlt hast. Ich persönlich habe nicht den Eindruck. Hier erlebe ich dich jedenfalls wahnsinnig verkrampft, verbissen, kontrolliert, kleinkariert, festgefahren, überraschend empfindlich und außerdem hyperrational, dass es fast keinen Sinn mehr ergibt. Klar, das ist ein sehr eingeschränktes Bild von dir, das wir hier haben. Aber ich denke trotzdem, dass man einiges da heraus lesen kann, und das ist dann eben eher abschreckend für Frauen, wenn du im RL ein ähnliches Bild hinterlässt.

Mit dem „Zwischenmenschlichen“, wie du sagst, ergibt es sich nicht von selbst. Sonst hätte ich längst eine feste Freundin.

Man muss sich dem auch aussetzen. Das ist schon klar, oder? Und, wer sich wohl fühlt, hat keine Angst auf Frauen zuzugehen. Du hast offensichtlich Angst. Das ist dein größtes Problem, und vielleicht auch eines, das dich von deinen Freunden unterscheidet. Du hast Angst dich zu blamieren und einen Korb zu bekommen, zu offensichtlich zu sein, wwi. Du fühlst dich in solchen Situationen nicht wohl. Kein Wunder, dass sich nichts ergibt.

Warum klappt es dann immer noch nicht? Was mache ich falsch? Ich kann aus mir doch keinen vollkommen anderen Menschen machen, sonst bin ich ja nicht mehr ich selbst.

Nee, du sollst schon du selbst bleiben. Deswegen schrieb die Psychotante ja auch, dass du lernen musst, mit deinen Ängsten umzugehen, und dass es nicht möglich ist, die Ängste einfach loszuwerden. Ich gebe ihr da komplett Recht. Ich habe auch Ängste (auch Soziophobien) und heutzutage würde mir das wohl kaum einer anmerken. Trotzdem hab ich sie. Aber ich kann mit ihnen umgehen. Wenn ich merke, dass sich eine Angst ankündigt, dann kenne ich mein altes Verhaltensmuster. In dem Moment bin ich dann nicht einfach meinen Ängsten ausgesetzt, sondern ich weiß, was ich tun muss, um sie unter Kontrolle zu bringen und die Situation so zu meistern, dass es niemandem auffällt außer mir. Und je öfter ich das mache, desto selbstsicherer werde ich dabei, einfach deswegen, weil ich ja weiß, DASS ich damit umgehen kann. Und ich bin auch zugegebenermaßen recht stolz drauf, dass ich meine Ängste soweit unter Kontrolle habe. Das gibt mir ein gutes Gefühl und hat mich in meinem Selbstvertrauen sehr gestärkt. Und es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man sich nicht mehr selbst im Weg steht, sowie du das die ganze Zeit tust. Man fühlt sich fast unbesiegbar.

Man kommt nicht dazu, sich außerhalb des Kurses mit ihnen zu treffen. Oder wie soll ich es schaffen, dass es dazu kommt?

Einfach mal fragen? ("Hey, habt ihr mal Lust, was nach dem Kurs zu machen? Nächste Woche geh ich mit Freunden in den Park, Fisbee spielen und Slacklinen. Soll schönes Wetter werden. Wollt ihr vielleicht mitkommen? Wird sicher lustig :smile: ").

Es gibt für meine Probleme drei Schuldige, wenn ich das mal so sagen kann:

Erstens: Ich selbst . Damit meine ich die Fehler, die ich jahrelang begangen habe.

Welche Fehler sind das?

Zweitens: der Zufall. Dafür, dass ich so aussehe, wie ich aussehe und gewisse Charakterzüge habe, kann ich nicht.

Aussehen ist so gut wie egal, solange du nicht wie der Glöckner von N.D. aussiehst. Und der Zufall kann nicht schuld sein. Das geht einfach nicht.

Drittens: die Frauen. Die sind zwar nicht die Hauptschuldigen (wenn ich das behaupten würde, würdest du außer dir sein vor Wut und du hättest auch vollkommen Recht), aber viele von ihnen sind insofern Schuld, als sie Männern, die nicht so selbstbewusst sind, oft nicht einmal eine Chance geben. Aber wie gesagt: Sie tragen nicht die größte Schuld.

Frauen diskriminieren in ihrer Partnerwahl. Männer auch. Und weiß du was? Das ist auch vollkommen in Ordnung so. Wenn irgendwo Diskriminierung ok ist, dann in solchen Sachen wie der Wahl nach Partner oder Freunden. Ich meine... ich glaube, es ist auch nicht normal, wenn eine Frau auf mangelndes Selbstbewusstsein steht. Ich glaube, die hätte dann einen an der Waffel und ein massives Dominanzproblem (schlimm fänd ich's nicht, aber normal fänd ich das auch nicht; genauso unterirdisch, wenn Männer auf Frauen mit geringem Selbstbewusstsein abfahren). Du findest sicher auch bestimmte Sachen bei Frauen nicht attraktiv. Da regt sich auch keiner drüber auf.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? :zwinker:

Wie oft musste ich mir hier und auf anderen Foren anhören, dass es wichtig sei, für sein Studium zu arbeiten, damit man einen ordentlichen Job bekommt! Wie oft musste ich mir anhören, dass Freunde wichtiger seien, als eine Partnerin, und dass man Freundschaften daher pflegen sollten! Wie oft musste ich mir anhören, dass es wichtig sei, Sachen zu machen, die einem Spaß machen! Wie oft musste ich mir anhören, dass es unabdingbar sei, sein Leben ohne Freundin in den Griff zu bekommen und einigermaßen zufrieden zu sein, um überhaupt eine Freundin zu finden! Wie oft musste ich mir anhören, dass Männer Frauen nur vergraulen, wenn sie ihnen das Gefühl geben, sie würden alles für sie aufgeben! Und nun rätst du mir ernsthaft dazu, Studium, Freunde und Hobbys zu vernachlässigen, um eine Freundin zu finden! Selbst wenn es mir dadurch gelingen sollte: Glaubst du nicht, dass meine Freundin nicht sofort wieder davonlaufen würde, wenn sie erfährt, dass ich Studium, Freunde und Hobbys für sie aufgegeben habe?

Im Übrigen: Erstens: So zahlreich sind meine Treffen mit meinen Freunden und meine Hobbys nämlich auch wieder nicht. Zweitens: In meinem Freundeskreis hat niemand auf Studium, Freunde und Hobbys verzichten müssen, um einen Partner zu finden.

Ich weiß, dass du mir nur helfen willst, und dafür bin ich dir auch wirklich sehr dankbar, aber deinen Ratschlag fand ich ein bisschen witzig, weil er vollkommen im Widerspruch steht zu all dem, was ich seit Monaten überall lese und höre.
Doch. Das ist mein voller Ernst!
Allerdings solltest du mal wieder bedenken, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch noch Graustufen und sogar noch viele wunderschöne Farben...

Prioritäten zu setzen heißt nicht, A völlig aufzugeben, um sich komplett B widmen zu können, sondern viel eher, A zu reduzieren, um auch noch Zeit für B zu haben.

Wie gesagt:
Ich kann noch so glücklich mit meinem Leben sein... aber wenn ich dabei keine Frauen kennenlerne, werde ich auch keine Partnerin finden.
Also muss ich - wenn ich mich trotz schönem Leben nach einer Partnerin sehne - eben irgendwelche anderen schöne oder unschöne Dinge in meinem reduzieren oder teilweise sogar aufgeben, um irgendwo Frauen kennenzulernen... denn das ist nun mal die absolute Grundvoraussetzung, um evtl. auch mal eine Partnerin zu finden.
Hinzu kommt, dass es nicht darum geht, zwischen „Studium, Freunde und Hobbys“ ODER der Partnersuche zu entscheiden, was einem wichtiger ist. Nein, das „oder“ muss durch ein „UND“ ersetzt werden. Neben dem Studium habe ich noch Zeit, und diese Zeit nutze ich, um mich mit meinen Freunden zu treffen und meinen Hobbys nachzugehen (Fernsehen, Lesen, Radfahren, Schwimmen, usw.). Wenn ich das nicht machen könnte, hätte ich überhaupt keinen Grund mehr zum Leben. Leider verschwende ich auch viel Zeit, nämlich die vielen Stunden, in denen ich überhaupt nicht arbeiten kann, weil ich einfach so deprimiert bin, oder die ich hier im Forum verbringe, weil ich nicht mehr weiterweiß.
"Prioritäten setzen" heißt nicht A aufgeben, um sich vollständig B widmen zu können, sondern A zu reduzieren, um nebenher auch noch Zeit für B zu haben.

Das Problem ist eigentlich ganz einfach: Bei mir gestaltet sich die Suche nach einer Freundin sehr viel schwieriger, als bei vielen anderen Leuten (natürlich bei Weitem nicht alle, aber doch recht viele), ich hatte auf dem Gebiet der Liebe neben meinen eigenen Fehlern auch nie Glück. Es ist noch lange kein Grund, in Selbstmitleid zu verfallen, aber Tatsache ist, dass ich selbst in meinem Freundeskreis viele Leute habe, die einen Partner gefunden haben, obwohl sie nahezu das gleiche Leben wie ich geführt haben. Sie hatten aber Glück. Und da es bei mir nicht so einfach ist, so befürchte ich, sind Standardtipps nicht unbedingt sehr nützlich.
Ganz einfach: Entweder du hoffst auf das Glück, das auch ewig auf sich warten lassen kann oder du versuchst, dem Glück zumindest ein wenig auf die Sprünge zu helfen...
Aber ganz ohne eine gewisse Portion Glück wird es bei der Partnersuche wohl nie gehen.
Mir eine Therapie zu raten, ist aber genau aus solchen Gründen sinnlos: Es interessiert mich nicht, herauszufinden, welche Erfahrungen der Vergangenheit dazu geführt haben, warum ich von Natur aus ziemlich schüchtern und nicht sehr selbstbewusst bin, und zwar ganz einfach deshalb, weil ich mit der Zeit doch lockerer werde. Es dauert lange, aber wenn ich mich mit vor drei Jahren vergleiche, sind die Fortschritte erheblich. Nein, was ich eigentlich brauche, sind konkrete Ratschläge, wie sich mein Ziel erreichen lässt.
Ich rate dir sicherlich nicht zu einer Therapie, weil ich selbst auch schon als Kind bei einem völlig anderen Problem die Erfahrung gemacht habe, dass mir ein Psychologe überhaupt nicht weiter helfen konnte, während ich das Problem später selbst lösen konnte.

Allerdings halte ich es trotzdem für möglich, dass die Kenntnis über die Ursachen der eigenen Probleme und Hemmungen und deren Aufarbeitung sehr hilfreich bei deren Beseitigung sein kann oder sogar zu deren Beseitigung notwendig ist.

Bei mir war es nur so, dass ich mit Selbstreflexion, gesteigertem Selbstbewusstsein (durch positive Erfahrungen in anderen Bereichen) und ausreichenden Leidensdruck erfolgreicher war als mit der Hilfe eines Therapeuten... aber vielleicht hatte ich auch einfach nur den falschen Therapeuten und bei einem Anderen wäre es viel besser gelaufen.
Allerdings habe ich wirklich Angst davor, dass ich eines Tages, wenn ich trotz aller Bemühungen immer noch keinen Erfolg habe, unbewusst einen Frauenhass entwickle, der mir es noch unmöglicher macht, eine Freundin zu finden. Ich kämpfe, damit es nicht soweit kommt, aber wie ich es schon oft gesagt habe: Auf Dauer geht ein Mensch ohne Erfolgserlebnisse unter. Es ist zum Beispiel kein Zufall, dass einige schwule Männer Frauen hassen: Sie sind zum Teil schwul geworden, weil sie gemerkt haben, dass sie bei den Frauen keine Chance haben. Natürlich geschah das alles unbewusst und sehr langsam, aber dafür gibt es in einigen Fällen wirklich Anhaltspunkte. Aber vielleicht sind meine Beispiele auch nicht repräsentativ. Und es tut ja auch nichts zur Sache…
Sorry, aber das ist einfach nur unglaublicher Schwachsinn!
Schwule sind schwul, weil sie nun mal auf Männer stehen - und nicht weil sie keine Frau abbekommen haben und dann auf Männer (als zweite Wahl) umgeschwenkt sind.
Und angesichts dessen, dass es deutlich weniger schwule Männer als heterosexuelle Frauen gibt, dürfte sich die Suche nach einem Partner für eine gleichgeschlechtliche Beziehung auch noch mal deutlich schwieriger gestalten als die Suche nach einer Partnerin für eine heterosexuelle Beziehung...

Und selbst wenn du Jemanden kennst, auf den das, was du geschildert hast, zutrifft, ist diese Person mit 100%iger Sicherheit ein extrem seltener Ausnahmefall.
Wenn sie die Partnerschaft wirklich nicht brauche würden, wären sie auch nicht am Boden zerstört, wenn sie mal zu Ende geht, oder? Ich kenne auch keinen Mann, der einfach so zugeben würde, dass er auf der Suche nach einer Freundin ist. Und weißt du was, ich gebe es im wirklichen Leben auch nicht einfach so zu. Das bedeutet also gar nichts.
Ach ja... und das, was du nicht zugibst, kann man dir auch nicht anmerken :rolleyes:
Mag sein, aber ich das drückt sich bei jedem anders aus: Sich zu betrinken (ich habe nicht behauptet, dass ihr das tut, das ist jetzt allgemein gesagt) und bescheuerte Sachen machen, finde ich einfach blöd und für einen erwachsenen Menschen unabgebracht. Aber Sport mache ich auch, und reisen tue ich auch.
Ich bin nun wirklich ein harmloser und teilweise wohl auch eher langweiliger Typ... aber ohne die eine oder andere feuchtfröhliche Feier und die eine oder andere bescheuerte Aktion (teilweise auch noch unter erheblichem Alkoholeinfluss) wäre mein Leben doch um Einiges ärmer.
Und somit freue ich mich auch schon auf eine Veranstaltung in nächster Zeit, bei der ich sicherlich auch das eine oder andere Bier über den Durst trinken werde, mich auf weit unterirdischem Niveau unterhalten werde und hoffentlich auch an der einen oder Anderen legendären und völlig bescheuerten Aktion beteiligt sein werde, über die wir uns dann später immer noch wunderbar amüsieren können.
All das fiel mir früher sehr schwer und teilweise fällt es mich auch heute noch schwer... aber inzwischen weiß ich einfach, dass bescheuerte Aktionen, usw. richtig viel Spaß machen können.

Erwachsen zu sein, heißt für mich nicht, immer und überall ernst und seriös zu sein, sondern zu wissen, wo man ernst, reflektiert und seriös sein soll oder muss und es dort dann auch zu sein.

Und wenn du nach deiner Definition immer schön erwachsen bist, könnte ich mir gut vorstellen, dass du einfach total langweilig und uninteressant auf Andere wirkst.
Eine Person, die nicht auch mal für einen unvernünftigen Spaß zu haben ist, die nie über einen niveaulosen Witz lachen kann, usw. fände ich auf privater Ebene als Kumpel, Freund oder gar als Partnerin einfach nur stinklangweilig und uninteressant. - Auch wenn ich diese Person als zuverlässigen Kollegen und guten Diskussionspartner über ernsthafte Themen noch so sehr schätze.
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass zumindest fast alle Menschen - egal, ob Mann oder Frau - das ganz ähnlich sehen wie ich.
Da ich nach einem wunderschönen Nachmittag mit einer guten Freundin nun wieder deprimiere und daher eh nicht schlafen kann, antworte ich euch gleich, obwohl ich weiß, dass es sehr unklug ist.
Das verstehe ich nun wirklich nicht: Du hattest einen schönen Abend und sobald der Abend vorbei bist, bist du wieder deprimiert wie immer.
Schaffst du es nicht mal, deine Freude auch nur ein klein wenig über den Augenblick hinaus aufrecht zu erhalten?

Das finde ich schon sehr bedenklich und halte genau diese Tatsache schon mal für ein großes Problem, an dem du dringend arbeiten solltest... und gerade bei solchen Problemen könnte eine Therapie wirklich sehr sinnvoll sein.
Ihr versteht es einfach nicht: Für ein paar Wochen war ich ein glücklicher Mensch, der auf Grund seiner Freunde, seiner Hobbys und seines Studiums zufrieden war mit seinem Leben. Das heißt: Ich konnte auch ohne Freundin glücklich sein. Aber dann ist mir aufgefallen, dass das nicht reicht. Vor einigen Jahren war ich sehr zufrieden mit meinem Leben, ich wollte gar keine Freundin, und weißt du was? Ich habe auch keine gefunden! Kein einziges Mädchen hat sich für mich interessiert! Daraus ziehe ich den Schluss, dass es nicht reicht, glücklich zu sein, sondern dass man konkret etwas tun muss, um eine Freundin zu finden. Aber warum klappt es nicht? Warum interessiert sich (mit nur einer einzigen Ausnahme) keine einzige Frau für mich? Warum haben diejenigen, die interessant sind, alle schon einen Freund? Warum wollen sie mich alle nur als „guten Freund“ haben?

Mit dem „Zwischenmenschlichen“, wie du sagst, ergibt es sich nicht von selbst. Sonst hätte ich längst eine feste Freundin.
Wenn z.B. ein Nerd mit seinem Leben im abgedunkelten Keller vor dem Bildschirm ohne jeglichen Kontakt zum realen Leben glücklich ist, wird er kaum eine Freundin finden (mal abgesehen von einer virtuellen WOW-Freundin oder was auch immer).
Und wer glücklich damit ist, stinkend und ungepflegt durch die Gegend zu laufen, wird auch kaum eine Freundin finden.

Mit seinem Leben glücklich und zufrieden zu sein, ist also höchstens eine notwendige, aber sicherlich keine hinreichende Voraussetzung, um eine Partnerin zu finden.
Aber ich glaube nicht mal, dass das eine notwendige Voraussetzung ist, sondern, dass das die Partnersuche und auch die darauf folgende Beziehung nur ungemein erleichtert.
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Naja, theoretisch hättest du ja fragen können "Wollen wir uns mal auf einen Kaffee treffen?". Ich weiß, dazu gehört unheimlich viel Mut, aber vielleicht schaffst du es ja demnächst einmal.

Erst vor ein paar Monaten habe ich das gemacht. Leider habe ich an der Reaktion meines Gegenübers gesehen, dass auf ihrer Seite überhaupt keine Lust bestand, auch wenn sie behauptet hat, dass wir es mal machen könnten. Daher habe ich mich dann nicht mehr bei ihr gemeldet. Vielleicht dachte sie sofort, dass ich etwas von ihr will…

Ich kenne so wahnsinnig viele Menschen in meinem Bekanntenkreis, die in deinem Alter noch keine Beziehung hatten und ich habe immer irgendwie das Gefühl, dass man die alle einfach zusammen in ein Gebäude stecken müsste und dann wären alle viel glücklicher. Aber irgendwie laufen sie sich nicht über den Weg oder sie schaffen es nicht sich näher kennen zu lernen

Genau so ist es! Und das ist einer der Gründe, weshalb es für uns so schwer ist, einen Partner zu finden: Da frustrierte Singles oft kaum ausgehen, haben wir auch nicht die Chance, sie kennenzulernen. Daher müssen wir auch darauf hoffe, dass eine Beziehung zerbricht oder dass wir zufälligerweise doch auf einen Single treffen. Ich finde es nämlich schon merkwürdig, dass ich fast nur auf vergebene Frauen treffe.

Jemand, der witzig, lebensfreudig, positiv, charmant und klug rüberkommt, mit dem will man immer was zu tun haben. Um den reißen sich die Frauen. […] Vollkommen verständlich. Ich persönlich vermute, dass du noch ein wenig mit einer Fassade vor dich hinlebst und seeeeehr verschlossen wirkst. Wenig dringt nach außen, wenig dringt nach innen. Da kannst du auch selbstbewusst und extrovertiert wirken, trotzdem bleibt es eine Fassade und man merkt es auch. Wenn du wenig von dir preisgibst, weil du dich selbst damit nicht wohlfühlst und es dir unangenehm ist, dann darfst darfst du dich nicht wundern, dass du langweilig wirst. Du zeigst ja nichts von dir. Wie sollst du dann interessant sein?

Hmmm… Vielleicht hast du Recht, leider kann ich das nicht beurteilen, weil ich ein ganz anderes Bild von mir habe und darauf angewiesen bin, was mir meine Freunde sagen. Und wenn du wirklich Recht hast und ich nicht so witzig, charmant und klug vorkomme, wie ich es denke, dann werde ich nie eine Freundin finden, weil ich genau weiß, dass ich mich nicht von Grund auf verändern kann. Das geht einfach nicht. Ich bin, so wie ich bin. Einiges kann ich verändern, aber nichts, was mein Wesen ausmacht.

Nee, du sollst schon du selbst bleiben. Deswegen schrieb die Psychotante ja auch, dass du lernen musst, mit deinen Ängsten umzugehen, und dass es nicht möglich ist, die Ängste einfach loszuwerden.

Ich habe seit Jahren eine Art Vorbildfunktion: Auf dem Gymnasium in den Fächern, in denen ich gut war, und nun an der Uni. Überall werde ich gelobt wegen meiner Leistungen. Da setzt mir einen unglaublichen Druck auf. Und ständig achte ich darauf, mich so zu verhalten, dass ich meine Dozenten nicht enttäusche.

Ich hatte schon so viele Freunde, die ich irgendwann aus einem unbekannten Grund verloren habe. Das führt dazu, dass ich heute Angst habe, meine derzeitigen, wirklich guten Freunde, zu verlieren, auch wenn es vielleicht schwachsinnig ist. Jedenfalls achte ich darauf, keine Fehler zu begehen. Mit der Zeit werde ich immer lockerer und wage auch viel mehr. Aber ich gehe nur so weit, als ich sicher bin, keinen schweren Fehler zu machen.

Diese Angst vor Enttäuschungen ist bei mir omnipräsent, auch in Liebesangelegenheiten. Mit der Zeit lerne ich, damit umzugehen, aber nicht generell, sondern sehr personen- und situationsbezogen. Je länger und besser ich jemanden kenne, umso lockerer werde ich und umso mehr verschwindet die Angst vor Enttäuschungen. Bei einigen vielen meiner Freunde habe ich nicht mehr die geringste Angst. Leider weiß ich, dass es in der Liebe anders ist, dass ich da viel schneller locker werden muss, weil keine Frau mir so viel Zeit geben wird (auch wenn ich denke, dass jemand, der wirklich in mich verliebt ist, auch ein paar Opfer bringen muss). Ich weiß aber nicht, wie ich mich verbessern kann.

Vielleicht sollte ich doch versuchen, mit Freunden darüber zu sprechen, auch wenn mich das viel Überwindung kosten wird…

Einfach mal fragen? ("Hey, habt ihr mal Lust, was nach dem Kurs zu machen? Nächste Woche geh ich mit Freunden in den Park, Fisbee spielen und Slacklinen. Soll schönes Wetter werden. Wollt ihr vielleicht mitkommen? Wird sicher lustig :smile: ").

Solche Situationen gibt es momentan aber nicht: Wir unternehmen nie was in einer größeren Gruppe. Wenn die Frau dann feststellen muss, dass statt der 5 angekündigten Leute nur sie kommt, wäre es schon sehr blöd. Aber ich habe mich dazu entschlossen, meinen Mitreisenden von der Exkursion ein gemeinsames Treffen vorzuschlagen. Das wäre vielleicht gut, auch wenn 80 bis 90% der betroffenen Frauen vergeben sind.

Welche Fehler sind das?

Dass ich als Jugendlicher keiner der Mädchen, in die ich verliebt habe, jemals meine Liebe gestanden habe.

Dass ich mich lange geweigert habe, mit Freunden in die Disko oder auf Partys zu gehen, bis ich eines Tages nicht mehr eingeladen wurde.

Dass ich viel zu lange kaum unter Leute gekommen bin und meinen Hobbys ganz alleine nachgegangen bin.

Dass ich viel zu sehr auf mein „Image“ geachtet habe, sodass ich irgendwie gelähmt war.

Das fällt mir spontan ein.

Und der Zufall kann nicht schuld sein. Das geht einfach nicht.

Natürlich geht das. Ein Beispiel: Ich kenne jemanden, der ist seit dem Kindergarten ein selbstbewusster Draufgänger. Ich dagegen bin als schüchterner Kerl auf die Welt gekommen. Das sind die Charakterzüge, die ich gemeinte hatte, und für die keiner etwas kann. Natürlich kann er versuchen, sie ein wenig zu unterdrücken, aber vollkommen ausrotten wird es sie nicht können.

ich glaube, es ist auch nicht normal, wenn eine Frau auf mangelndes Selbstbewusstsein steht. Ich glaube, die hätte dann einen an der Waffel und ein massives Dominanzproblem

Klar ist das logisch. Aber mangelndes Selbstbewusstsein ist auch nicht meine Haupteigenschaft. Ich bin viel mehr, als das. Und auf meine positiven Eigenschaften können Frauen schon stehen: Ich bin nicht dumm, habe viel Humor, interessiere mich für Vieles, man kann mit mir Spaß haben, auch wenn ich weder rauche noch Alkohol trinke, usw.

Also muss ich - wenn ich mich trotz schönem Leben nach einer Partnerin sehne - eben irgendwelche anderen schöne oder unschöne Dinge in meinem reduzieren oder teilweise sogar aufgeben, um irgendwo Frauen kennenzulernen... denn das ist nun mal die absolute Grundvoraussetzung, um evtl. auch mal eine Partnerin zu finden.

Reduzieren ja, aufgeben nein. Denn wenn man etwas für eine Frau vollkommen aufgibt, wird man es eines Tages bereuen und es seine Freundin bei einem Streit später zum Vorwurf machen. Ich kenne genügend Beispiele! Aber du hast vollkommen Recht, wenn du sagst, dass man gewisse Dinge reduzieren muss.

Ich könnte bsp. sogar problemlos weniger Zeit vor dem PC verbringen.

Allerdings halte ich es trotzdem für möglich, dass die Kenntnis über die Ursachen der eigenen Probleme und Hemmungen und deren Aufarbeitung sehr hilfreich bei deren Beseitigung sein kann oder sogar zu deren Beseitigung notwendig ist.

Die Frage ist nur, wie man das schafft.

Ich habe beispielsweise schon erlebt, dass ich bei gewissen Dingen große Hemmungen hatte, dass es dann aber ganz harmlos war. Diese Erkenntnis hat aber nicht dazu geführt, dass ich beim nächsten Mal weniger Hemmungen hatte…

Ich bin nun wirklich ein harmloser und teilweise wohl auch eher langweiliger Typ... aber ohne die eine oder andere feuchtfröhliche Feier und die eine oder andere bescheuerte Aktion (teilweise auch noch unter erheblichem Alkoholeinfluss) wäre mein Leben doch um Einiges ärmer.

Ich kann das nicht, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich erstens kein Alkohol trinke und zweitens gerne die Kontrolle behalte: Wenn ich betrunken bin, weiß ich ja gar nicht, was ich mache und vor allem sage. Und das ist mir deutlich zu gefährlich.

Und wenn du nach deiner Definition immer schön erwachsen bist, könnte ich mir gut vorstellen, dass du einfach total langweilig und uninteressant auf Andere wirkst.
Eine Person, die nicht auch mal für einen unvernünftigen Spaß zu haben ist, die nie über einen niveaulosen Witz lachen kann, usw. fände ich auf privater Ebene als Kumpel, Freund oder gar als Partnerin einfach nur stinklangweilig und uninteressant.

Nun ja, meine Freunde sind da wohl anderer Meinung. Bisher hat mir noch niemand vorgeworfen, dass ich langweilig bin, und dass man mit mir keinen Spaß haben kann. Für einen „unvernünftigen Spaß“ bin ich aber nicht zu haben, das gebe ich zu. Aber was meinst du eigentlich konkret damit? Vielleicht stelle ich mir darunter etwas ganz Anderes vor, als du.

Schaffst du es nicht mal, deine Freude auch nur ein klein wenig über den Augenblick hinaus aufrecht zu erhalten?

Das finde ich schon sehr bedenklich und halte genau diese Tatsache schon mal für ein großes Problem, an dem du dringend arbeiten solltest... und gerade bei solchen Problemen könnte eine Therapie wirklich sehr sinnvoll sein.

Ich schaffe es schon ein bisschen, aber nur, wenn ich nicht zu viel Zeit zum Nachdenken habe. :zwinker: Hättest du keinen Tipp, wie man das auch ohne Therapie schaffen kann?
 

Benutzer117256 

Sorgt für Gesprächsstoff
Zuerst einmal bin ich mit Deinem Eröffnungspost d'accord. Ich kenne das, auch wenn ich mich vielleicht noch etwas mehr noch um soziale Kontakte bemüht habe...

Dass ich als Jugendlicher keiner der Mädchen, in die ich verliebt habe, jemals meine Liebe gestanden habe.

Das macht es nicht immer besser, ich muss mich oft etwas durchringen, um anzubandeln, weil ich einige Enttäuschungen hinter mir habe. Da kommen dann Versagensängste dazu. Zwar sagen dann sicherlich viele, man sollte nicht so negativ in sowas reingehen, aber wenn man nur positiv denkt ist der Absturz nicht unbedingt angenehmer. Außerdem haben Studien bewiesen, dass gerade eher negativ denkende Menschen letztlich mehr Erfolg haben. Warum auch immer:eek:.

Und ja, ich weiß, dass Studien einem bei sowas nichts bringen :grin: !
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Erst vor ein paar Monaten habe ich das gemacht. Leider habe ich an der Reaktion meines Gegenübers gesehen, dass auf ihrer Seite überhaupt keine Lust bestand, auch wenn sie behauptet hat, dass wir es mal machen könnten. Daher habe ich mich dann nicht mehr bei ihr gemeldet. Vielleicht dachte sie sofort, dass ich etwas von ihr will…
Nur weil das ein mal bei einer einzigen Frau nicht von Erfolg gekrönt war, heißt das doch noch lange nicht, dass das bei einer anderen Frau in einer anderen Situation genau so erfolglos sein muss...
Ich habe seit Jahren eine Art Vorbildfunktion: Auf dem Gymnasium in den Fächern, in denen ich gut war, und nun an der Uni. Überall werde ich gelobt wegen meiner Leistungen. Da setzt mir einen unglaublichen Druck auf. Und ständig achte ich darauf, mich so zu verhalten, dass ich meine Dozenten nicht enttäusche.
Hä? - Das verstehe ich nun wirklich nicht...
Warum setzt du dich hier so unter Druck?
Wenn du wirklich so ein "Streber" bist, wäre es ja vielleicht mal angebracht, im Studium nicht immer ewig zu lernen, um überall eine 1 zu schreiben, sondern weniger lernen und sich auch mit einer 2 zufrieden geben... - Und schon hast du genügend Zeit für andere Dinge.
(So viel zum Thema "Prioritäten setzen")
Ich hatte schon so viele Freunde, die ich irgendwann aus einem unbekannten Grund verloren habe. Das führt dazu, dass ich heute Angst habe, meine derzeitigen, wirklich guten Freunde, zu verlieren, auch wenn es vielleicht schwachsinnig ist. Jedenfalls achte ich darauf, keine Fehler zu begehen. Mit der Zeit werde ich immer lockerer und wage auch viel mehr. Aber ich gehe nur so weit, als ich sicher bin, keinen schweren Fehler zu machen.

Diese Angst vor Enttäuschungen ist bei mir omnipräsent, auch in Liebesangelegenheiten. Mit der Zeit lerne ich, damit umzugehen, aber nicht generell, sondern sehr personen- und situationsbezogen. Je länger und besser ich jemanden kenne, umso lockerer werde ich und umso mehr verschwindet die Angst vor Enttäuschungen. Bei einigen vielen meiner Freunde habe ich nicht mehr die geringste Angst. Leider weiß ich, dass es in der Liebe anders ist, dass ich da viel schneller locker werden muss, weil keine Frau mir so viel Zeit geben wird (auch wenn ich denke, dass jemand, der wirklich in mich verliebt ist, auch ein paar Opfer bringen muss). Ich weiß aber nicht, wie ich mich verbessern kann.

Vielleicht sollte ich doch versuchen, mit Freunden darüber zu sprechen, auch wenn mich das viel Überwindung kosten wird…
Wer zwanghaft versucht, ja keinen Fehler zu machen, wirkt auf Andere schnell sehr gehemmt (was ja auch zutreffend ist) - und damit kommt man oft nicht gut an.
Da sind wir also schon wieder beim Thema "Verlassen der Komfortzohne"...
Reduzieren ja, aufgeben nein. Denn wenn man etwas für eine Frau vollkommen aufgibt, wird man es eines Tages bereuen und es seine Freundin bei einem Streit später zum Vorwurf machen. Ich kenne genügend Beispiele! Aber du hast vollkommen Recht, wenn du sagst, dass man gewisse Dinge reduzieren muss.

Ich könnte bsp. sogar problemlos weniger Zeit vor dem PC verbringen.
Genau! - Also höre mit dem Jammern darüber, dass du für Dies und Jenes keine Zeit hast, auf und setze Prioritäten! - Reduziere gewisse Dinge, um für andere Dinge Zeit zu haben...
Aber aufgeben würde ich die Dinge, die mir Spaß machen, auch nicht... nur bei Dingen, die mir wider Erwarten doch keinen so großen Spaß machen, sollte man sich ernsthaft überlegen, sie einfach wieder aufzugeben. (z.B. bei dir das Engagement in der Fachschaft). - Da da "Prioritäten setzen" dann auch wirklich mal, Dinge aufzugeben.
Die Frage ist nur, wie man das schafft.

Ich habe beispielsweise schon erlebt, dass ich bei gewissen Dingen große Hemmungen hatte, dass es dann aber ganz harmlos war. Diese Erkenntnis hat aber nicht dazu geführt, dass ich beim nächsten Mal weniger Hemmungen hatte…
Durch ein einzelnes positives Erlebnis wirst du irgendwelche festgefahrenen Hemmungen und Ängste natürlich nicht plötzlich beseitigen können... das ist ganz klar.
Oft reicht es einfach nicht, ein mal über seinen Schatten zu springen, sondern man muss das immer wieder versuchen und von mal zu mal wird es leichter, bis man vielleicht irgendwann die die entsprechenden Hemmungen und Ängste wirklich komplett abgebaut hat.
Da brauchst du einfach eine ordentliche Portion Geduld und Durchhaltevermögen.
Ich kann das nicht, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich erstens kein Alkohol trinke und zweitens gerne die Kontrolle behalte: Wenn ich betrunken bin, weiß ich ja gar nicht, was ich mache und vor allem sage. Und das ist mir deutlich zu gefährlich.
Ich meinte auch nicht, sich bis zum völligen Kontrollverlust zu besaufen. - Das habe ich zwar auch schon ein oder zwei mal in meinem Leben geschafft... aber das waren keine schönen Abende, weil ich - genau wie du - gerne die Kontrolle über mich behalte und weil ich von diesen Abenden kaum noch etwas weiß außer dass es mir am nächsten Tag ziemlich dreckig ging.

Aber mir macht es trotzdem auch mal Spaß, mit den richtigen Leuten einen feuchtfröhlichen Abend zu verbringen, bei dem das Gesprächsniveau immer weiter sinkt und wo man sich dank der enthemmenden Wirkung des Alkohols zu gewissen lustigen, aber eigentlich völlig idiotischen Aktionen hinreißen lässt.
Mit den richtigen Leuten ist das auch nicht wirklich gefährlich. Sicherlich sagt man dann mal Dinge, die man in nüchternem Zustand so nicht gesagt hätte, blamiert sich mit der einen oder anderen Aktion mal ein wenig, usw. - Aber damit habe ich mir noch nie wirklich geschadet und meine Kumpels haben mir das auch noch nie übel genommen, weil sie selbst ja meistens genaus so an irgendwelchen peinlichen Aktionen beteiligt waren und irgendeinen Schwachsinn erzählt haben.
Nun ja, meine Freunde sind da wohl anderer Meinung. Bisher hat mir noch niemand vorgeworfen, dass ich langweilig bin, und dass man mit mir keinen Spaß haben kann. Für einen „unvernünftigen Spaß“ bin ich aber nicht zu haben, das gebe ich zu. Aber was meinst du eigentlich konkret damit? Vielleicht stelle ich mir darunter etwas ganz Anderes vor, als du.
Damit meine ich eben irgendwelche Unterhaltungen auf unterirdischem Niveau, niveaulose Witze, peinliche Aktionen, usw.
(Konkrete Beispiele gibt es per PN... ich will hier nicht über die entsprechenden Aktionen identifiziert werden...)
Ich schaffe es schon ein bisschen, aber nur, wenn ich nicht zu viel Zeit zum Nachdenken habe. :zwinker: Hättest du keinen Tipp, wie man das auch ohne Therapie schaffen kann?
Nein. Da habe ich keinen Tipp, weil bei mir die Freude über eine schöne Situation einfach nicht sofort wieder verfliegt, sobald die Situation vorbei ist.
Wenn ich von einem schönen Abend mit einer netten Freundin nach Hause komme, lege ich mich glücklich und zufrieden in mein Bett und fange nicht gleich wieder damit an, irgendwelche deprimierten Posts in einem Forum zu verfassen :zwinker:
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Hmmm… Vielleicht hast du Recht, leider kann ich das nicht beurteilen, weil ich ein ganz anderes Bild von mir habe und darauf angewiesen bin, was mir meine Freunde sagen. Und wenn du wirklich Recht hast und ich nicht so witzig, charmant und klug vorkomme, wie ich es denke, dann werde ich nie eine Freundin finden, weil ich genau weiß, dass ich mich nicht von Grund auf verändern kann. Das geht einfach nicht. Ich bin, so wie ich bin. Einiges kann ich verändern, aber nichts, was mein Wesen ausmacht.

Du wirst dich wundern, wenn du irgendwann mal merkst, was noch so alles in dir steckt. Du hast noch ganz wenig von dir entdeckt. Du glaubst vielleicht, dich zu kennen. Aber du kennst dich nur in bestimmten Situationen, aus denen du ja auch nicht ausbrichst. Das musst du mir jetzt einfach glauben, dass das so ist. Ich glaube, du unterdrückst ganz ganz gaaaaaaaaaanz viel. Alleine deswegen, weil du Angst hast. Dabei steckt in jedem von uns ein kleiner Charmeur.

Ich habe seit Jahren eine Art Vorbildfunktion: Auf dem Gymnasium in den Fächern, in denen ich gut war, und nun an der Uni. Überall werde ich gelobt wegen meiner Leistungen. Da setzt mir einen unglaublichen Druck auf. Und ständig achte ich darauf, mich so zu verhalten, dass ich meine Dozenten nicht enttäusche.

Wieso ist dir das so wichtig? Das verstehe ich nicht. Ich hatte auch immer eine Vorbildfunktion, habe es immer noch. Ich hab mich aber nie drum bemüht. Ich hab immer mein Ding gemacht und das war auch das, wofür ich als Vorbild betrachtet wurde. Wieso ist es dir wichtig, was die Leute von dir denken und ob du sie enttäuschst? Das kann denen doch komplett egal sein, solange du dich wohl fühlst. Problem ist vermutlich, dass du dich selbst immer über das Lob von anderen definierst, eben weil du nicht weißt, was dich sonst ausmacht. Das wäre ein weiteres Argument dafür, dass du dich mal von solchen Sachen lösen solltest, unabhängig von der Aufmerksamkeit anderer lernst, dich selbst kennenzulernen und den, den du kennenlernst, auch gut zu finden. Und ich hoffe du weißt, je ehrlicher du bist, je authentischer du bist, desto ehrlicher und authentischer ist auch das Verhältnis, das du zu deinen Mitmenschen, zu deinen Freunden hast. Du versuchst krampfhaft, möglichst nichts falsch zu machen, obwohl das niemand außer dir von dir erwartet. Dadurch stehst du dir eben selbst im Weg, wenn du was neues ausprobieren könntest, weil du ja denkst, es könnte in die Hose gehen und dann stehst du blöd da. Von der Haltung solltest du dich emanzipieren.

Ich hatte schon so viele Freunde, die ich irgendwann aus einem unbekannten Grund verloren habe. Das führt dazu, dass ich heute Angst habe, meine derzeitigen, wirklich guten Freunde, zu verlieren, auch wenn es vielleicht schwachsinnig ist. Jedenfalls achte ich darauf, keine Fehler zu begehen. Mit der Zeit werde ich immer lockerer und wage auch viel mehr. Aber ich gehe nur so weit, als ich sicher bin, keinen schweren Fehler zu machen.

Ist das nicht wahnsinnig anstrengend? Wieso überhaupt Fehler? Bloß weil du mal anders reagierst, als ein Freund das gerne hätte, heißt ja nicht, dass das ein Fehler war.

Diese Angst vor Enttäuschungen ist bei mir omnipräsent, auch in Liebesangelegenheiten. ... Ich weiß aber nicht, wie ich mich verbessern kann.

Indem du den Weg als Ziel betrachtest. Klingt abgedroschen, ist es wohl auch. Aber trotzdem ist was Wahres dran. Setz dir nicht zum Ziel, eine Freundin zu finden, sondern, eben diese Angst zu überwinden. Nimm dir vor: Heute muss ich es schaffen, Mädchen X zu fragen, ob sie Lust hat, mit mir ins Kino zu gehen.

Oder sonst was. Wenn du abblitzt, dann blitzt du ab. Aber das ist egal. Du hast dich getraut, sie drauf anzusprechen. Und damit bist du erfolgreich gewesen und deinem Ziel ein Stück näher.

Vielleicht sollte ich doch versuchen, mit Freunden darüber zu sprechen, auch wenn mich das viel Überwindung kosten wird…

Kannst du tun. Schaden wird's nicht, wenn es gute Freunde sind.

Solche Situationen gibt es momentan aber nicht: Wir unternehmen nie was in einer größeren Gruppe.

Oje. Was tut man denn da? :confused: :hmm:



Ich meine, bloß weil ihr es nicht tut, heißt das ja nicht, dass ihr es nicht tun könnt, oder? Kannst das ja mal in die Hand nehmen und was organisieren. Ist das so schwierig?

Dass ich als Jugendlicher keiner der Mädchen, in die ich verliebt habe, jemals meine Liebe gestanden habe.

Ich glaube, das war eher gut, dass du das NICHT gemacht hast.

Dass ich mich lange geweigert habe, mit Freunden in die Disko oder auf Partys zu gehen, bis ich eines Tages nicht mehr eingeladen wurde.

Find ich jetzt auch nicht schlimm. Hab ich auch nicht gemacht.

Dass ich viel zu lange kaum unter Leute gekommen bin und meinen Hobbys ganz alleine nachgegangen bin.

Dass ich viel zu sehr auf mein „Image“ geachtet habe, sodass ich irgendwie gelähmt war.

Das ist natürlich suboptimal.

Ansonsten kann ich dir sagen, dass ich aufgrund meiner Phobien auch ein echter Spätzünder war. Ich hab diese ganzen Teenie-Romanzen auch nicht mitgemacht. Und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, bin ich auch sehr froh drüber.

Natürlich geht das. Ein Beispiel: Ich kenne jemanden, der ist seit dem Kindergarten ein selbstbewusster Draufgänger. Ich dagegen bin als schüchterner Kerl auf die Welt gekommen. Das sind die Charakterzüge, die ich gemeinte hatte, und für die keiner etwas kann. Natürlich kann er versuchen, sie ein wenig zu unterdrücken, aber vollkommen ausrotten wird es sie nicht können.

Nun gut. Ich find's müßig hierbei von "Schuld" zu reden. Das ist halt das Leben. Wenn du meinst, das Leben ist schuld an deiner Misere, dann bitte. Ich find das bisschen billig.

Klar ist das logisch. Aber mangelndes Selbstbewusstsein ist auch nicht meine Haupteigenschaft. Ich bin viel mehr, als das. Und auf meine positiven Eigenschaften können Frauen schon stehen: Ich bin nicht dumm, habe viel Humor, interessiere mich für Vieles, man kann mit mir Spaß haben, auch wenn ich weder rauche noch Alkohol trinke, usw.

Schön. Zeigst du das auch den Frauen, an denen du interessiert bist? Vor allem die Sache mit dem Humor.
 

Benutzer36171 

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Erst vor ein paar Monaten habe ich das gemacht. Leider habe ich an der Reaktion meines Gegenübers gesehen, dass auf ihrer Seite überhaupt keine Lust bestand, auch wenn sie behauptet hat, dass wir es mal machen könnten. Daher habe ich mich dann nicht mehr bei ihr gemeldet. Vielleicht dachte sie sofort, dass ich etwas von ihr will…
Und was macht es aus, wenn sie das weiß? Sofern sie an einer Beziehung generell und vielleicht sogar ein wenig an dir speziell interessiert ist, kann es sogar von Vorteil sein, wenn klar ist, worauf du hinaus willst. Ich habe es schon einmal gesagt: es etwas ganz Normales nach einer Beziehung zu suchen. Mein Freund hat mich auch direkt zum Kaffee eingeladen und ich wusste genau (auch wenn er es nicht sagte), dass er eine Freundin suchte. Ich wollte ja auch einen Partner, also warum sollte mich das stören? Ich fand diese Klärung von Fronten durchaus praktisch. Also: Interesse zu kommunizieren bzw. auszustrahlen ist nicht unbedingt etwas Negatives.

Ein Rückschlag sollte dich im Übrigen nicht davon abbringen, es wieder zu versuchen. Sie war eben nicht interessiert, aus welchen Gründen auch immer. Aber die nächste ist es vielleicht. :smile:

Ich habe seit Jahren eine Art Vorbildfunktion: Auf dem Gymnasium in den Fächern, in denen ich gut war, und nun an der Uni. Überall werde ich gelobt wegen meiner Leistungen. Da setzt mir einen unglaublichen Druck auf. Und ständig achte ich darauf, mich so zu verhalten, dass ich meine Dozenten nicht enttäusche.
Stop!

Glaubst du wirklich, dass "gute Noten haben" und "den Dozenten nicht enttäuschen" die Dinge sind, die dir am Ende des Lebens als besondere Leistung vorkommen werden? Was hast du letztlich von der Anerkennung anderer?

Du solltest ganz, ganz schnell damit aufhören Dinge zu tun, die andere von dir erwarten. Das führt nämlich nicht zu einem erfüllten Leben. Was ist dir wichtig? Was macht dich - dauerhaft - glücklich?

Ich hatte schon so viele Freunde, die ich irgendwann aus einem unbekannten Grund verloren habe. Das führt dazu, dass ich heute Angst habe, meine derzeitigen, wirklich guten Freunde, zu verlieren, auch wenn es vielleicht schwachsinnig ist. Jedenfalls achte ich darauf, keine Fehler zu begehen. Mit der Zeit werde ich immer lockerer und wage auch viel mehr. Aber ich gehe nur so weit, als ich sicher bin, keinen schweren Fehler zu machen.
Da kann ich dir nun wirklich nicht viel raten, denn weißt du was? Genau das geht mir oft genauso. Leider ist dieses Verhalten nicht besonders sinnvoll, denn die Gegenüber merken meist, dass man sich irgendwie "zurückhält", dass man versucht zu gefallen oder zumindest nicht negativ aufzufallen. Ich kann dir nur raten zu versuchen, diese Fesseln abzuwerfen. Stück für Stück. Dein Leben wird befreiter sein, da bin ich mir sicher.

Diese Angst vor Enttäuschungen ist bei mir omnipräsent, auch in Liebesangelegenheiten. Mit der Zeit lerne ich, damit umzugehen, aber nicht generell, sondern sehr personen- und situationsbezogen. Je länger und besser ich jemanden kenne, umso lockerer werde ich und umso mehr verschwindet die Angst vor Enttäuschungen. Bei einigen vielen meiner Freunde habe ich nicht mehr die geringste Angst. Leider weiß ich, dass es in der Liebe anders ist, dass ich da viel schneller locker werden muss, weil keine Frau mir so viel Zeit geben wird (auch wenn ich denke, dass jemand, der wirklich in mich verliebt ist, auch ein paar Opfer bringen muss). Ich weiß aber nicht, wie ich mich verbessern kann.
Ich kenne das sehr gut von mir. Ich hätte vor ein paar Jahren haar genau das gleiche über mich geschrieben. Das Lustige ist, dass ich bei den Verabredungen mit meinem Freund nicht annähernd (!) so angespannt war, wie ich es von mir erwartet hätte. Vielleicht lag es ja daran, dass ich wusste, dass er interessiert war und dass er ebenfalls nervös war? Ich weiß es nicht. Aber ich hatte auf einmal diese ungeheure Energie, mir meine fürchterliche Angst und Unlockerheit nicht anmerken zu lassen.

Ich halte es für gut möglich, nein, sogar für wahrscheinlich, dass es dir mit einer passenden Frau (passend im Sinne von, dass ihr im Gespräch harmoniert) eine ähnliche Sache erleben wirst.

Du wirst es mir vermutlich nicht abnehmen, aber: es ist gar nicht so schlimm und so schwer, wenn die Situation erst einmal da ist.

Wie schon gesagt: Ich selbst bin auch von sozialen Ängsten gezeichnet, schrecke erst einmal vor Nähe (auch körperlicher) zurück, gebe zu wenig von mir preis und kann unfassbar unlocker sein und habe Angst, im Umgang mit anderen Fehler zu begehen. Als es aber wirklich darauf ankam, habe ich alles aus mir heraus geholt; und siehe da, es gelang mir.


Dass ich mich lange geweigert habe, mit Freunden in die Disko oder auf Partys zu gehen, bis ich eines Tages nicht mehr eingeladen wurde.

Dass ich viel zu lange kaum unter Leute gekommen bin und meinen Hobbys ganz alleine nachgegangen bin.

Dass ich viel zu sehr auf mein „Image“ geachtet habe, sodass ich irgendwie gelähmt war.
Auch das sind exakt meine Fehler (teils gewesen, teils sind sie es immer noch). Das hilft nur: üben, üben, üben. Mir gelingt es immer besser, je öfter ich mich ins Getümmel stürze.


Ich habe beispielsweise schon erlebt, dass ich bei gewissen Dingen große Hemmungen hatte, dass es dann aber ganz harmlos war. Diese Erkenntnis hat aber nicht dazu geführt, dass ich beim nächsten Mal weniger Hemmungen hatte…
Ist bei mir genau so. Das macht aber nichts. Du musst gar nicht weniger Hemmungen und weniger Angst haben. Du musst nur lernen damit umzugehen und das wird dir ohne Zweifel mit der Zeit besser gelingen.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Lotusknospe, dein Beitrag ist wirklich genial!
Ich glaube, hier triffst du wirklich die wahren Probleme von WulfricD. - Und deshalb möchte ich doch noch auf ein paar Dinge daraus näher eingehen.

Wieso ist dir das so wichtig? Das verstehe ich nicht. Ich hatte auch immer eine Vorbildfunktion, habe es immer noch. Ich hab mich aber nie drum bemüht. Ich hab immer mein Ding gemacht und das war auch das, wofür ich als Vorbild betrachtet wurde. Wieso ist es dir wichtig, was die Leute von dir denken und ob du sie enttäuschst? Das kann denen doch komplett egal sein, solange du dich wohl fühlst. Problem ist vermutlich, dass du dich selbst immer über das Lob von anderen definierst, eben weil du nicht weißt, was dich sonst ausmacht. Das wäre ein weiteres Argument dafür, dass du dich mal von solchen Sachen lösen solltest, unabhängig von der Aufmerksamkeit anderer lernst, dich selbst kennenzulernen und den, den du kennenlernst, auch gut zu finden. Und ich hoffe du weißt, je ehrlicher du bist, je authentischer du bist, desto ehrlicher und authentischer ist auch das Verhältnis, das du zu deinen Mitmenschen, zu deinen Freunden hast. Du versuchst krampfhaft, möglichst nichts falsch zu machen, obwohl das niemand außer dir von dir erwartet. Dadurch stehst du dir eben selbst im Weg, wenn du was neues ausprobieren könntest, weil du ja denkst, es könnte in die Hose gehen und dann stehst du blöd da. Von der Haltung solltest du dich emanzipieren.
Diesen Abschnitt solltest du dir wirklich noch ein paar mal ganz genau durchlesen und ernsthaft darüber nachdenken!
Denn das dürfte wirklich eines deiner größten Probleme oder sogar der Kern deiner ganzen Probleme sein.
Ist das nicht wahnsinnig anstrengend? Wieso überhaupt Fehler? Bloß weil du mal anders reagierst, als ein Freund das gerne hätte, heißt ja nicht, dass das ein Fehler war.
Das ist noch mal ein weiterer ganz wischtiger Punkt!
Was ist denn überhaupt ein Fehler?
Ist es für dich ein Fehler, dich nicht so zu verhalten, wie es dein Freund von dir erwarten würde oder ihm nicht das zu sagen, was er gerne hören würde?

Zumindest ich lege gar keinen Wert auf eine Freundschaft mit Jemandem, der es mir immer recht machen will.
Ganz im Gegenteil: Ich schätze meine Freunde so, wie sie sind - mit all ihren Ecken und Kanten.
Insbesondere eine Freundin schätze ich für ihre schonungslose Ehrlichkeit... also gerade auch dafür, dass sie mir oft einen Spiegel vorhält, unangenehme Dinge offen anspricht, die ich weder hören, noch wahrhaben will, usw.
Das sind für mich richtige Freundschaften!
Indem du den Weg als Ziel betrachtest. Klingt abgedroschen, ist es wohl auch. Aber trotzdem ist was Wahres dran. Setz dir nicht zum Ziel, eine Freundin zu finden, sondern, eben diese Angst zu überwinden. Nimm dir vor: Heute muss ich es schaffen, Mädchen X zu fragen, ob sie Lust hat, mit mir ins Kino zu gehen.

Oder sonst was. Wenn du abblitzt, dann blitzt du ab. Aber das ist egal. Du hast dich getraut, sie drauf anzusprechen. Und damit bist du erfolgreich gewesen und deinem Ziel ein Stück näher.
Das ist auch wieder ein ganz wichtiger Punkt!

Die Geschichte mit meiner Kommilitonin, die sich beim näheren Kennenlernen als doch nicht so interessant wie anfangs gedacht herausgestellt hat, könnte ich ziemlich gut als Enttäuschung bewerten:
Ich habe eine Menge Zeit und "Arbeit" darin investiert, ihr näher zu kommen und war damit letztendlich doch wieder erfolglos, so dass ich nach wie vor Single bin.
Aber trotzdem werte ich die Sache nicht als Enttäuschung, sondern als schönen Teilerfolg:
Ich hatte einige schöne Unterhaltungen mit ihr, ich habe es zum ersten mal geschafft, mehr als ein Treffen mit einer netten Frau auszumachen, ich habe zum ersten mal erfahren, dass eine Frau auch an mir interessiert ist und nicht nur ich an ihr, ich hatte zwei schöne Treffen mit ihr (und ein Drittes, das weniger schön, sondern eher langweilig war), habe neue Erfahrungen gesammelt und Erkenntnisse gewonnen, die mir bei der Annäherung an die nächste interessante Frau sicherlich helfen werden.

Trotzdem bin ich leider selbst auch nicht völlig frei von dieser Angst vor Enttäuschung... denn das war zumindest vor dieser Geschichte oft einer der Gründe, warum ich mich nicht getraut habe, die Initiative zu ergreifen.
Obwohl ich eigentlich schon längst weiß, dass ich in solchen Situationen Nichts zu verlieren habe, weil Nichtstun auch immer bedeutet, dass keinerlei Erfolgsaussicht besteht, fällt es mir in den entsprechenden Situationen oft schwer, mich an dieses Wissen zu erinnern und entsprechend zu handeln.

Bei meiner Kommilitonin fiel mir das dann allerdings ziemlich leicht, weil ich ich nicht gleich von Anfang an total begeistert von ihr war, sondern sie wirklich nur als nette Frau angesehen habe, die ich gerne näher kennenlernen würde und den Rest locker auf mich zukommen lassen konnte.
Weniger, bzw. nicht so intensive Gefühle waren hier für mich also ein enormer Vorteil, weil ich dadurch keine Angst vor einer Enttäuschung hatte.
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Vielen, vielen Dank für eure ausführlichen und sehr interessanten Antworten! Auch wenn es bestimmt nicht einfach werden wird, habe ich nun zumindest eine Vorstellung davon, wie ich mich selbst noch verändern kann, bzw. muss. Durch eure letzten Beiträge sind mir nämlich Dinge bewusst geworden (wie etwa Verhaltensweisen meinerseits, die eigentlich völlig absurd sind), derer ich mir vorher überhaupt nicht wirklich bewusst war. Das hört sich sehr abstrakt an, und ich werde auch ausführlicher antworten, aber in den zwei nächsten Tagen werde ich nicht dazu kommen. Danken wollte ich euch trotzdem schon mal.
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
So, nun mache ich mich mal an die Arbeit. :zwinker:

EDIT: Der Beitrag ist viel länger geraten, als ich es gedacht hätte. Ich hoffe, dass er nicht allzu langweilig ist, und dass ihr euch vielleicht die Zeit nehmt, ihn zu lesen. Wenn ihr wenig Zeit und Lust habt, könnt ihr den ersten Teil überspringen. :zwinker:

Zum Thema Studium: Ihr habt mich alle gefragt, warum ich mich, was das Studium anbelangt, so unter Druck setze. Wisst ihr, so schlimm es auch ist: Meine guten Leistungen im Studium haben mir immer als Ausgleich für mein Versagen im Privatleben gedient. Daher war es mir immer wichtig, zum Einen gute Noten zu schreiben, und zum Anderen Komplimente von Dozenten zu bekommen. Ich habe zunächst nicht danach gestrebt, aber als ich festgestellt habe, wie gut das tut, habe ich angefangen, mich umso mehr anzustrengen. Anders formuliert: Für mich waren diese guten Leistungen immer eine Art Benzin, sie haben sogar Glücksgefühle in mir ausgelöst und, ich muss gestehen, auch einen gewissen Stolz. Da ich sonst kaum auf das bisher Erreichte in meinem Leben stolz sein kann, war es sehr wichtig. Wohlgemerkt ist mir das ohne größere Schwierigkeiten gelungen, da ich sehr schnell und effizient arbeite. So habe ich neben dem Studium trotz meiner Anstrengungen, um gute Noten zu bekommen, immer noch genügend Freizeit gehabt.

Lotusknospe hat den entscheidenden Satz geschrieben: „Wieso ist es dir wichtig, was die Leute von dir denken und ob du sie enttäuschst? Das kann denen doch komplett egal sein, solange du dich wohl fühlst.“ Es ist nicht so, dass ich „nicht weiß, was mich sonst ausmacht“, aber das Problem, Lotusknospe, ist, dass ich mich lange ja nur dank des Studiums wohl gefühlt habe. Ihr müsst verstehen, dass ich wirklich nur auf meine guten Leistungen in der Schule und im Studium stolz sein kann. Gut, ich bin gesund, und so wichtig es auch ist: Das ist nicht mein Verdienst. Ich habe eine nette Familie, aber der muss ich den erfolgreichen und glücklichen Typen vorspielen, und das fällt mir immer schwieriger. Dann habe ich natürlich noch meine Freunde, und momentan bin ich mit meinem Freundeskreis sehr zufrieden, aber das kann ich erst seit Jahresbeginn behaupten. Wenn ihr wüsstet, wie oft ich in der Freundschaft schon enttäuscht wurde! Meine Jugend habe ich verschwendet, und darauf bin ich alles andere als stolz. Und last but not least: Im Gegensatz zu allen Menschen, die mir in meinem Leben wichtig sind, habe ich es nicht ein einziges Mal geschafft, dass sich ein Mädchen für mich interessiert. Worauf soll ich in meinem Privatleben stolz sein? Da ist es nur verständlich, dass das Studium die Funktion eines zuverlässigen Stabilitätsankers übernommen hat.

Ihr sagt, ich soll aufhören, Dinge zu tun, nur weil Andere sie von mir erwarten. Natürlich strebe ich danach, aber was habe ich ansonsten für Gründe, mich zu freuen, wenn nicht darüber, Andere zufrieden zu machen? Zwar ist das alles höchst vergänglich, aber im Moment habe ich keine andere Wahl.

Zu meinem Streben danach, keine Fehler zu machen: Zuletzt habe ich bei meiner Geburtstagsfeier gemerkt, wie verhängnisvoll dieses Verhalten ist: Ich wollte so sehr, dass alles nahezu perfekt ist, dass ich den Abend nicht voll genießen konnte, weil natürlich einiges schief ging. Dabei hatte ich mich so sehr darauf gefreut!

Es bedeutet aber nicht, dass ich zu meinen Freunden nicht ehrlich bin, nur nichts falsch zu machen. Das hängt aber davon ab, wie gut ich besagte Freunde kenne. Wenn ich die Freundschaft als stabil betrachte oder besser gesagt keine Angst mehr habe, dass sie zerbrechen könnte, werde ich viel lockerer, was sogar dazu führt, dass Freunde mir manchmal sagen, ich sei sogar ein bisschen frech – wobei das eher so gemeint ist, dass ich meine Meinung klar und deutlich sage, auch wenn sie den Anderen nicht passt, aber immer auf eine sehr sympathische Art und Weise. Es ist also nicht so, dass ich es meinen Freunden immer nur recht machen will.

Aber wisst ihr, was den wirklichen Grund meiner Angst ist? Ich wurde schon so oft von vermeintlichen Freunden enttäuscht, habe schon so oft Menschen verloren, die mir wichtig waren, dass ich im Laufe der Zeit immer vorsichtiger wurde, oder anders ausgedrückt, immer verklemmter. Dann versuche ich, mit meinem Verhalten dafür zu sorgen, dass meine Freunde keinen Grund haben, sich von mir abzuwenden. Lockerer werde ich nur sehr langsam, aber zumindest funktioniert es. Ich weißt nicht, wie ich diese Angst loswerden kann, bzw. wie ich sie zumindest so kontrollieren kann, dass sie mich nicht mehr behindert. Hinzu kommt – und auch das ist ein wichtiger Punkt –, dass meine Freunde die wichtigsten Personen in meinem Leben sind. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass sie eine Art Ersatz für meine nicht vorhandene Freundin sind. Das erklärt übrigens auch, weshalb ich so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen möchte, weshalb ich nach einem Treffen oft traurig bin und mich wie ein kleines Kind auf das nächste Treffen freue.

Dass meine Angst, etwas falsch zu machen, mir aber im Weg steht, ist mir durchaus bewusst. Ein Beispiel: Eine gute Freundin hat mir vor einiger Zeit gestanden, dass sie von meiner Entwicklung (= die Tatsache, dass ich in ihrer Gegenwart immer lockerer wurde) sehr beeindruckt war, dass sie aber nicht so lange hätte warten können, wie sie an mir als potentiellen Partner interessiert gewesen wäre. Das hat mir natürlich zu denken gegeben. Das Problem ist nur, dass mir nur Erfolgserlebnisse die Angst allmählich wegnehmen. Und das ist ein sehr langwieriger Prozess, bei dem stets Rückschläge drohen. Wie ich ansonsten diese Angst vor Enttäuschungen loswerden könnte, weiß ich wirklich nicht…

Zu dem Gefühl, meine Jugend verschwendet zu haben: Auch wenn dieser Punkt in euren Beiträgen nicht explizit vorkam, möchte ich darauf eingehen, weil er meiner Meinung nach sehr wichtig ist und so einiges erklärt.

Die Zeit kann man nicht zurückdrehen, und das ist mir natürlich vollkommen bewusst. Dennoch gibt es Augenblicke, in denen ich es wirklich tun möchte. Ich habe keine normale Jugend erlebt: Ich war noch nie in meinem Leben mit Freunden in der Disko oder auf einer Party, ich war noch nie mit Freunden im Sommer in Urlaub, ich habe noch nie mit Freunden über Liebe oder Sexualität gesprochen, ich habe abgesehen von der Kindheit noch nie irgendeine Dummheit mit Freunden gemacht und Dinge ausprobiert. Die Liste ließe sich noch lange fortführen. Nun versuche ich, zumindest Einiges davon nachzuholen. Ich weiß nicht, ob ihr das verstehen könnt, aber ich habe ein großes Bedürfnis danach. Das Problem ist aber, dass ich genau weiß, dass es nie mehr wie in der Jugend sein kann, weil Mittzwanziger natürlich ganz anders drauf sind, als 17- oder 18-Jährige.

Auf meiner Geburtstagsfeier wurde ich auf schmerzliche Weise daran erinnert: An einer Stelle ging es um das Thema „Disko“, und während alle von ihren Erlebnissen erzählten, hatte ich das Gefühl, ein Alien zu sein, der gerade auf der Erde gelandet ist. Dabei war es mir mittlerweile fast sogar gelungen, mich auf die Gegenwart zu konzentrieren und zu versuchen, zumindest sie nicht noch zu verschwenden. Aber an diesem Abend kam der ganze Schmerz wieder hoch. Dabei geht es nicht nur um die Disko an sich (das könnte ich ja immer noch ausprobieren, und ich habe auch vor, Freunde zu fragen, ob wir das zusammen machen könnten), sonders um die ganzen Dinge drumherum: Spaß mit Freunden, Ausprobieren von gewissen Sachen; kurzum: um das Genießen des Lebens. Und Fakt ist, dass ich das Leben nicht wirklich genossen habe.

Das Schlimme ist, dass einige meiner Freunde dieses Bedürfnis nicht mehr haben, sie sagen, sie seien aus dem Alter raus, sie hätten früher ihren Spaß gehabt und es würde sie gar nicht mehr so richtig interessieren, in die Disko zu gehen. Noch schlimmer ist, dass ich mich mit meinen Freunden identifiziere, und je ähnlicher sie mir vom Charakter sind, desto weniger kann ich verstehen, dass sie selbst früher sehr oft in die Disko und tanzen gegangen sind, alle möglichen alkoholischen Getränke probiert haben, usw. Es ist keine Enttäuschung über ihr Verhalten, sondern vielmehr eine Art Neid: Neid darüber, dass sie, die mir doch so ähnlich sind, ihre Jugend nicht verschwendet haben. Neid und Unverständnis: Wenn wir uns doch so ähnlich sind, warum haben sie es geschafft, und ich nicht? Damit ihr mir richtig versteht: Das haltet mich nicht davon ab, sie zu lieben und zu schätzen, aber in den wenigen Momenten, in denen die Vergangenheit angesprochen wird, fühle ich mich besonders schlecht. Wie bei meiner Geburtstagsfeier, wo ich mir als Fremder vorkam…

Zu meinem Schmerz, keine Freundin zu haben: Auch diesen Punkt möchte ich noch einmal explizit ansprechen, weil mir auch bei meiner Geburtstagsfeier erst wirklich aufgefallen ist, wie tief er sitzt.

Bisher habe ich kaum Probleme damit gehabt, mit einem Liebespaar unterwegs zu sein. Und ich war auch so naiv, zu denken, dass ich nur bei Fremden Probleme hätte, aber nicht bei meinen Freunden. Das war aber weit verfehlt. Bei meinem Geburtstag hatte ich nämlich das Gefühl, dass meine Freunde im Alltag Rücksicht auf mich nehmen, eben weil ich Single bin. Da wir an dem Abend aber ein paar Leute waren und natürlich nicht jeder ständig mit mir gesprochen hat, was ja vollkommen normal und auch wünschenswert ist (ich war übrigens sehr glücklich, als ich gesehen habe, wie gut meine Freunde sich miteinander verstanden haben!), gab es auch Momente, in die Liebespaare sich auch als solche verhalten haben. Das blieb natürlich alles sehr dezent, und ich bin auch sehr froh, dass sie sich ganz normal verhalten haben, aber irgendwie hat es mir weh getan.

Nicht ihretwegen, sondern meinetwegen, weil ich eben so gerne das Gleiche erleben würde. Auch da möchte ich, dass ihr mich nicht falsch versteht: Es geht mir nicht darum, das Gleiche zu machen wie alle Anderes; es geht mir auch nicht darum, das Gefühl zu haben, dass ich geliebt werde. Nein, ich will mit einem Menschen, der mich liebt wie ich bin und mich versteht, mein Leben teilen – mit all dem, was dazugehört. Ein Mensch ist nicht dazu bestimmt, alleine zu leben. Das stelle ich immer mehr fest.

Warum ich nun wieder darauf zurückkomme, obwohl ich es schon etliche Male gesagte habe und weiß, dass ich geduldig sein und fleißig an mir arbeiten muss, bevor das etwas werden kann? Wisst ihr, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn nach einem gemeinsamen Abend alle nach Hause gehen, unter Umständen mit ihrem Partner, und wenn man selbst alleine zurückbleibt.

Zu den Lösungsvorschlägen … weil es ja nicht nur darum geht, zu jammern, sondern aus den vielen eigenen Fehlern zu lernen und zu versuchen, dass die Zukunft besser wird, als die Vergangenheit.

Erstens: Lotusknospe empfiehlt mir, einfach mehr zu wagen und einem Mädchen, das mir gefallen könnte, einfach eine gemeinsame Unternehmung vorzuschlagen. Durch diesen sehr sinnvollen Ratschlag ist mir eigentlich erst aufgefallen, was mein Problem ist (ja, noch eins! :zwinker: ) : Ich fange erst an, mich für eine Frau zu interessieren, wenn ich schon in sie verliebt bin. Sehr widersprüchlich, nicht? Das heißt konkret: So lange ich mich nicht „aus der Ferne“ verliebt habe, sehe ich gar nicht, was daran sinnvoll ist, ihr ein Treffen vorzuschlagen. Es gibt natürlich Ausnahmen, unter Anderem die Frau vom letzten Sommer, die ich davor schon kannte. Aber an sich ist mein Verhalten völlig absurd, weil es natürlich die Chancen schmälert, eine Freundin zu finden, wenn man erst dann einen Annäherungsversuch macht, wenn man bereits verliebt ist. Lotusknospe hatte also in gewisser Weise Recht, als sie sagte, es läge an mir, dass ich noch keine Freundin gefunden hätte – nur ist mir das erst durch ihren letzten Beitrag richtig bewusst geworden, selbst wenn Forenmitglieder wie banane0815 mir schon seit Langem den Rat geben, mich auch mit Frauen zu treffen, die mich spontan nicht interessieren. Mein Verhalten erklärt übrigens auch, weshalb ich stets gesagt habe, dass ich mich nur schwer verliebe: So ist es nämlich auch kein Wunder! Die Frage ist nur: Wie kann ich meinem Hirn erklären, dass es Sinn macht, mich mit Frauen zu treffen, in die ich noch nicht verliebt bin? Oder anders formuliert: Wie kann ich meinem Hirn erklären, dass ich mich erst einmal vom Ziel, eine Freundin zu finden, verabschieden muss?

Zweitens: Lotusknospe meint weiterhin, dass ich durchaus mal meine Freunde fragen könnte, ob wir öfter was alle zusammen unternehmen könnten und unter Umständen weitere Leute dazu einzuladen. Mit meiner Geburtstagsfeier habe ich bereist den ersten Versuch unternommen, und da er geglückt ist, werde ich es bestimmt wiederholen. Ich finde es zwar schade (gelinde gesagt :zwinker: ), dass ich nicht früher drauf gekommen bin, aber was soll’s: Ich konzentriere mich ab sofort auf die Gegenwart und die Zukunft – zumindest soll es nicht unversucht bleiben.

Drittens: Nach all dem, was ihr mir gesagt hat, scheint es mir wirklich wichtig, meine Angst, meine Freund e zu enttäuschen und dadurch zu verlieren, entschieden zu bekämpfen. Dazu gehört auch, dass ich mit ihnen rede und ihnen sage, was mich belastet, und sie damit um Hilfe bitte – auch wenn das ein Risiko darstellt. Leider bin ich jemand, der nicht nur Angst hat, Andere zu enttäuschen, sondern auch noch alles selbst schaffen will und nur ungern Hilfe in Anspruch nimmt. In gewisser Hinsicht ist es auch logisch: Wenn ich es schaffe, ein Problem selbst zu lösen, so meine Logik, dann habe ich wenigstens etwas, worauf ich stolz sein kann. Und ist dieses Verhalten aber an seine Grenzen gestoßen. Ihr werdet vielleicht lachen, aber ich habe mir auf einem Zettel aufgeschrieben, wie ich am besten vorgehe, um ein Gespräch zu den problematischen Themen einzuleiten. Und ich habe vor, es bei einer Freundin wenn möglich noch heute auszuprobieren.

Viertens: Ich muss endlich lernen, Niederlagen als Teilerfolge anzuerkennen. Zwar nicht uneingeschränkt, aber in gewissen Situationen schon, so zum Beispiel, wenn, wie von Banane0815 als Beispiel angeführt, ich es schaffe, zumindest ein Mädchen zu einem „Date“ einzuladen. Aber auch da gilt das Problem: Solche Sachen habe ich bisher nie als Erfolg betrachtet, weil für mich einzig und allein das Erreichen meines eigentlichen Ziels als Erfolg zu betrachten ist. Ich muss also zwar das Ziel, eine Freundin zu finden, stets vor Augen haben, aber es unbedingt schaffen, den Weg dahin in Etappen aufzuteilen, wobei das Erreichen jeder einzelnen Etappe als Erfolg zu betrachten ist – genau so wie beispielsweise bei der Tour de France... Leider leichter gesagt, als getan, weil ich zu allem Überfluss noch ein weiteres Laster habe: die Ungeduld.

All das kann ich aber unmöglich alleine schaffen: Ich werde, ohne sie zu überfordern, zumindest auf den moralischen Beistand (einiger) meiner Freunde zurückgreifen müssen. Hoffentlich klappt es! Denn manchmal, muss ich leider gestehen, kann ich aber mir der Frage nicht verwehren, was passiert, wenn ich trotz aller Bemühungen keine Freundin finde. Immerhin wäre ich nicht der Erste, dem das passiert…
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Zum Thema Studium: Ihr habt mich alle gefragt, warum ich mich, was das Studium anbelangt, so unter Druck setze. Wisst ihr, so schlimm es auch ist: Meine guten Leistungen im Studium haben mir immer als Ausgleich für mein Versagen im Privatleben gedient. Daher war es mir immer wichtig, zum Einen gute Noten zu schreiben, und zum Anderen Komplimente von Dozenten zu bekommen. Ich habe zunächst nicht danach gestrebt, aber als ich festgestellt habe, wie gut das tut, habe ich angefangen, mich umso mehr anzustrengen. Anders formuliert: Für mich waren diese guten Leistungen immer eine Art Benzin, sie haben sogar Glücksgefühle in mir ausgelöst und, ich muss gestehen, auch einen gewissen Stolz. Da ich sonst kaum auf das bisher Erreichte in meinem Leben stolz sein kann, war es sehr wichtig. Wohlgemerkt ist mir das ohne größere Schwierigkeiten gelungen, da ich sehr schnell und effizient arbeite. So habe ich neben dem Studium trotz meiner Anstrengungen, um gute Noten zu bekommen, immer noch genügend Freizeit gehabt.
Das kann ich durchaus nachvollziehen... Wenn du es wirklich schaffst, mit überschaubarem Aufwand ziemlich gut zu sein, dann genieße das!
Anerkennung von Anderen tut gut. - Keine Frage.

Aber achte auch darauf, dass es nicht zu extrem wird und du zu perfektionistisch wirst.
Eine gute Note, die man mit überschaubarem Aufwand bekommen hat, ist meiner Meinung nach viel besser als eine sehr gute Note, die man nur durch extrem zeitintensive Arbeit und Vernachlässigung des Privatlebens erreichen konnte.

Ich habe das vor allem in der Schule immer so gemacht: Mit minimalem Lernaufwand habe ich locker gute, aber eben kaum sehr gute Noten bekommen - und damit war ich immer sehr zufrieden.
Für sehr gute Noten hätte ich dagegen viel mehr Zeit und Arbeit investieren müssen, was sich einfach nicht gelohnt hätte... denn diese Zeit habe ich lieber für andere, schöne Dinge in der Freizeit genutzt.
Lotusknospe hat den entscheidenden Satz geschrieben: „Wieso ist es dir wichtig, was die Leute von dir denken und ob du sie enttäuschst? Das kann denen doch komplett egal sein, solange du dich wohl fühlst.“ Es ist nicht so, dass ich „nicht weiß, was mich sonst ausmacht“, aber das Problem, Lotusknospe, ist, dass ich mich lange ja nur dank des Studiums wohl gefühlt habe.
Erst das ist das große Problem: Du fühlst dich nur durch den Erfolg im Studium wohl und dein Selbstbewusstsein basiert zu einem großen Teil auf diesem Erfolg und dessen Anerkennung durch Andere.
Das ist einfach zu wenig! - Das Studium ist nur ein Teil des Lebens und es ist schön, wenn man auf Erfolge in diesem Bereich stolz sein kann.
Aber wenn man sein Selbstbewusstsein, sein Wohlbefinden, usw. von diesen Erfolgen abhängig macht, ist das äußerst problematisch.
Was ist, wenn diese Erfolge mal ausbleiben? - Wie kann man das Selbstbewusstsein in diesem Bereich auf den Rest des Lebens übertragen? - usw.
Ich habe eine nette Familie, aber der muss ich den erfolgreichen und glücklichen Typen vorspielen, und das fällt mir immer schwieriger.
Warum musst du das denn überhaupt?
Gerade in der eigenen Familie sollte man doch nicht schauspielern, sondern so sein und auch so akzeptiert werden, wie man nun mal ist. - Mit allen Stärken und Schwächen.
Dann habe ich natürlich noch meine Freunde, und momentan bin ich mit meinem Freundeskreis sehr zufrieden, aber das kann ich erst seit Jahresbeginn behaupten. Wenn ihr wüsstet, wie oft ich in der Freundschaft schon enttäuscht wurde! Meine Jugend habe ich verschwendet, und darauf bin ich alles andere als stolz.
Lass das Trübsal blasen wegen der Vergangenheit bleiben!
Sei stolz darauf, dass du es endlich geschafft hast einen ordentlichen Freundeskreis aufzubauen und genieße die schöne Zeit mit deinen Freunden!
Und last but not least: Im Gegensatz zu allen Menschen, die mir in meinem Leben wichtig sind, habe ich es nicht ein einziges Mal geschafft, dass sich ein Mädchen für mich interessiert.
Sind wirklich alle Leute, die dir wichtig sind, in dieser Hinsicht erfolgreich? - Das kann ich mir irgendwie kaum vorstellen.

So wenige Dauersingles oder Leute, die anderweitig Pech in der Liebe haben, gibt es doch auch wieder nicht...
Und ich würde z.B. auch nicht behaupten, dass mein Kumpel, der zwar mal eine Partnerin gefunden hat, aber dabei eigentlich nur in die Scheiße gegriffen hat und sich im Nachhinein betrachtet damit fast nur Ärger und Enttäuschung eingehandelt hat, in Sachen Liebe erfolgreicher ist als ich...
Worauf soll ich in meinem Privatleben stolz sein? Da ist es nur verständlich, dass das Studium die Funktion eines zuverlässigen Stabilitätsankers übernommen hat.
Auf den erfolgreichen Aufbau eines Freundeskreises kannst du verdammt noch mal richtig stolz sein! - Das ist - wie ich aus eigener Erfahrung weiß - alles Andere als einfach.

Du siehst doch gerade, dass du es schaffst, etwas an deinem bisher völlig unbefriedigenden Privatleben zu ändern.
Das sollte doch eine ordentliche Motivation sein, dass du auch in anderen Bereichen deines Privatlebens etwas ändern kannst.
Ihr sagt, ich soll aufhören, Dinge zu tun, nur weil Andere sie von mir erwarten. Natürlich strebe ich danach, aber was habe ich ansonsten für Gründe, mich zu freuen, wenn nicht darüber, Andere zufrieden zu machen? Zwar ist das alles höchst vergänglich, aber im Moment habe ich keine andere Wahl.
Gibt es Nichts, das dir einfach nur Spaß macht - völlig unabhängig davon, ob Anderen das gefällt und ob sie damit zufrieden sind oder nicht?

Im Sport ist die Anerkennung meiner Leistung durch Andere sicherlich ein netter Nebeneffekt... aber vor Allem macht es mir einfach großen Spaß, mich zu bewegen, mich nach einem geistig anstrengenden Tag körperlich uszupowern, um den Kopf frei zu bekommen, usw.
Und dazu finde ich es auch schön, dass ich es durch Sport schaffe, meine körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern, Muskeln aufzubauen (um mir selbst besser zu gefallen), usw.
Gibt es solche Dinge in deinem Leben wirklich nicht?
Zu meinem Streben danach, keine Fehler zu machen: Zuletzt habe ich bei meiner Geburtstagsfeier gemerkt, wie verhängnisvoll dieses Verhalten ist: Ich wollte so sehr, dass alles nahezu perfekt ist, dass ich den Abend nicht voll genießen konnte, weil natürlich einiges schief ging. Dabei hatte ich mich so sehr darauf gefreut!
Und, wie war die Feier?
War sie nicht auch schön, obwohl nicht Alles so gelaufen ist wie geplant?
Längst nicht Alles muss geplant werden und perfekt nach Plan laufen... ganz im Gegenteil: Oftmals können auch Dinge, die überhaupt nicht nach Plan laufen, wunderschön sein und viel mehr Spaß machen, als das, was man eigentlich geplant hatte.

Da solltest du versuchen, lockerer zu werden und die Dinge mehr auf dich zukommen zu lassen.

Es bedeutet aber nicht, dass ich zu meinen Freunden nicht ehrlich bin, nur nichts falsch zu machen. Das hängt aber davon ab, wie gut ich besagte Freunde kenne. Wenn ich die Freundschaft als stabil betrachte oder besser gesagt keine Angst mehr habe, dass sie zerbrechen könnte, werde ich viel lockerer, was sogar dazu führt, dass Freunde mir manchmal sagen, ich sei sogar ein bisschen frech – wobei das eher so gemeint ist, dass ich meine Meinung klar und deutlich sage, auch wenn sie den Anderen nicht passt, aber immer auf eine sehr sympathische Art und Weise. Es ist also nicht so, dass ich es meinen Freunden immer nur recht machen will.
Das ist schon mal eine gute Sache! - Und das "frech" kannst du durchaus als Kompliment auffassen, wenn du sonst eher der ruhige, zurückhaltende Typ bist.
Aber wisst ihr, was den wirklichen Grund meiner Angst ist? Ich wurde schon so oft von vermeintlichen Freunden enttäuscht, habe schon so oft Menschen verloren, die mir wichtig waren, dass ich im Laufe der Zeit immer vorsichtiger wurde, oder anders ausgedrückt, immer verklemmter. Dann versuche ich, mit meinem Verhalten dafür zu sorgen, dass meine Freunde keinen Grund haben, sich von mir abzuwenden.
Nicht jede Freundschaft ist für die Ewigkeit bestimmt... ich hatte z.B. während meiner Schulzeit lange eine wirklich tolle und intensive Freundschaft mit einem Klassenkameraden. Wir verstanden und blind, haben viele Dinge zusammen unternommen, usw.
Aber irgendwann haben wir uns einfach in verschiedene Richtungen weiter entwickelt, es gab weniger gemeinsame Interessen, usw. und irgendwann war die Freundschaft dann eben vorbei.
Aber trotzdem sehe ich das nicht als Misserfolg oder Enttäuschung, sondern blicke zurück auf eine schöne Zeit mit einem tollen Freund.
Lockerer werde ich nur sehr langsam, aber zumindest funktioniert es. Ich weißt nicht, wie ich diese Angst loswerden kann, bzw. wie ich sie zumindest so kontrollieren kann, dass sie mich nicht mehr behindert. Hinzu kommt – und auch das ist ein wichtiger Punkt –, dass meine Freunde die wichtigsten Personen in meinem Leben sind. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass sie eine Art Ersatz für meine nicht vorhandene Freundin sind. Das erklärt übrigens auch, weshalb ich so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen möchte, weshalb ich nach einem Treffen oft traurig bin und mich wie ein kleines Kind auf das nächste Treffen freue.
Selbstverständlich ist das ein schwieriger und langwieriger Prozess...
Ich glaube, dir fehlt hier ein wenig die Geduld und du freust dich viel zu wenig über Zwischenerfolge.

Freunde zu finden ist wie gesagt nicht einfach - und du hast es geschafft und wirst dabei immer lockerer. Das ist schon ein sehr großer Teilerfolg und die Lockerheit, die du dabei gewinnst, wird dir beim Aufbau weiterer Freundschahften und Bekanntschaften und auch bei der Partnersuche sicherlich hilfreich sein.

Und zum Thema Enttäuschungen: Bei zwischenmenschlichen Dingen gehören einfach immer zwei Personen dazu, die irgendwie zusammen passen müssen. - Und wenn das mit einer Person dann einfach nicht funktioniert oder nicht mehr funktioniert, nachdem man sich am Anfang gut verstanden hat, so ist das oft keine persönliche Niederlage! Nicht Jeder, den man sympathisch findet, findet einen auch sympathisch... und selbst die Besten Freunde können irgendwann nicht mehr so gut miteinander zurecht kommen, wenn sie sich in verschiedene Richtungen entwickeln - ohne dass eine dieser Entwicklungen irgendwie schlecht sein muss.
Zu dem Gefühl, meine Jugend verschwendet zu haben: Auch wenn dieser Punkt in euren Beiträgen nicht explizit vorkam, möchte ich darauf eingehen, weil er meiner Meinung nach sehr wichtig ist und so einiges erklärt. [...]
Fakt ist: Du kannst deine Vergangenheit nicht ändern. - Das musst du einfach akzeptieren.
Da bringt es dich nicht weiter, deine "verschwendete Jugend" zu bereuen oder auf Andere neidisch zu sein, die ihre Jugend nicht verschwendet haben.
Sicherlich knan man diese Gefühle nicht komplett unterdrücken... aber du musst dir einfach dessen klar werden, dass sie dich keinen Schritt weiter bringen.

Manche Dinge wie z.B. der Besuch einer Disco lassen sich sicherlich nachholen, andere Dinge eher nicht... aber damit musst du einfach leben.
Zu meinem Schmerz, keine Freundin zu haben: Auch diesen Punkt möchte ich noch einmal explizit ansprechen, weil mir auch bei meiner Geburtstagsfeier erst wirklich aufgefallen ist, wie tief er sitzt.
Auch das kann ich sehr gut nachvollziehen.
Wenn man als einziger Single mit glücklichen Paaren unterwegs ist, ist das oftmals nicht sonderlich angenehm.
Erstens: Lotusknospe empfiehlt mir, einfach mehr zu wagen und einem Mädchen, das mir gefallen könnte, einfach eine gemeinsame Unternehmung vorzuschlagen. Durch diesen sehr sinnvollen Ratschlag ist mir eigentlich erst aufgefallen, was mein Problem ist (ja, noch eins! :zwinker: ) : Ich fange erst an, mich für eine Frau zu interessieren, wenn ich schon in sie verliebt bin. Sehr widersprüchlich, nicht? Das heißt konkret: So lange ich mich nicht „aus der Ferne“ verliebt habe, sehe ich gar nicht, was daran sinnvoll ist, ihr ein Treffen vorzuschlagen.
Dieses Verhalten ist nun wirklich äußerst kontraproduktiv!
Zumindest ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich bei einer Frau, in die ich schon richtig verliebt bin, deutlich größere Hemmungen habe als bei einer Frau, die ich einfach nur ganz nett finde und bei der ich mal ganz locker und unverbindlich feststellen will, was mit ihr gehen könnte oder auch nicht.

Bei meiner "Traumfrau" hatte ich große Angst davor, einen Fehler zu machen und habe mich deshalb überhaupt nichts getraut, sondern bin nur um sie herum geschlichen, ohne jemals wirklich die Initiative zu ergreifen - bis ich irgendwann mit ansehen musste, wie mein Kumpel sich an sie ran gemacht hat und damit letztendlich auch erfolgreich war.
Bei meiner Kommilitonin war ich hingegen ziemlich locker, weil es da einfach Nichts zu verlieren gab. Ich fand sie ganz nett, aber mehr auch nicht.
Wenn ich sie irgendwie mit meinem Verhalten verärgert, verschreckt oder sonst was hätte, wäre das für mich auch kein dramatischer Verlust gewesen - und deshalb konnte ich mit ihr recht locker einige Erfahrungen sammeln.

Aber ich rate dir nicht, dich einfach mit der nächstbesten Frau zu treffen. Eine gewisse gegenseitige sympathie und ein anfängliches Interesse sollte schon vorhanden sein.

Bei meiner Kommilitonin hatte ich auch nicht nur die Partnersuche als primäres und alleiniges Ziel... Ich fand sie einfahc nett und wollte sie näher kennenlernen.
Ein paar nette Gespräche waren auf jeden Fall drin... und das ist doch auch schon mal nicht schlecht.
Zwei schöne gemeinsame Treffen gab es dann auch noch... auch nicht schlecht.
Möglicherweise wäre auch eine Freundschaft drin gewesen oder eben sogar eine Beziehung... aber bei näheren Kennenlernen habe ich dann doch das Interesse an ihr verloren. - Na und? - Ich habe nichts verloren, sondern hatte trotzdem zwei schöne Treffen und einige interessante Unterhaltungen mit ihr.

Drittens: Nach all dem, was ihr mir gesagt hat, scheint es mir wirklich wichtig, meine Angst, meine Freund e zu enttäuschen und dadurch zu verlieren, entschieden zu bekämpfen. Dazu gehört auch, dass ich mit ihnen rede und ihnen sage, was mich belastet, und sie damit um Hilfe bitte – auch wenn das ein Risiko darstellt. Leider bin ich jemand, der nicht nur Angst hat, Andere zu enttäuschen, sondern auch noch alles selbst schaffen will und nur ungern Hilfe in Anspruch nimmt. In gewisser Hinsicht ist es auch logisch: Wenn ich es schaffe, ein Problem selbst zu lösen, so meine Logik, dann habe ich wenigstens etwas, worauf ich stolz sein kann. Und ist dieses Verhalten aber an seine Grenzen gestoßen.
Auch ein mit Hilfe Anderer gelöstes Problem kann ein großer persönlicher Erfolg sein!
Man muss nicht immer Alles ganz alleine schaffen.

Viertens: Ich muss endlich lernen, Niederlagen als Teilerfolge anzuerkennen. Zwar nicht uneingeschränkt, aber in gewissen Situationen schon, so zum Beispiel, wenn, wie von Banane0815 als Beispiel angeführt, ich es schaffe, zumindest ein Mädchen zu einem „Date“ einzuladen. Aber auch da gilt das Problem: Solche Sachen habe ich bisher nie als Erfolg betrachtet, weil für mich einzig und allein das Erreichen meines eigentlichen Ziels als Erfolg zu betrachten ist. Ich muss also zwar das Ziel, eine Freundin zu finden, stets vor Augen haben, aber es unbedingt schaffen, den Weg dahin in Etappen aufzuteilen, wobei das Erreichen jeder einzelnen Etappe als Erfolg zu betrachten ist – genau so wie beispielsweise bei der Tour de France... Leider leichter gesagt, als getan, weil ich zu allem Überfluss noch ein weiteres Laster habe: die Ungeduld.
Dazu habe ich ja oben schon Einiges geschrieben...
Ein nettes Gespräch, ein schönes Date, eine andere gemeinsame Unternehmung, etc. ist doch auch dann keine Niederlage, sondern nach wie vor eine schöne Sache, wenn es letztendlich nicht zu einer Beziehung kam.

Und ansonsten solltest du wirklich geduldiger werden!
Du hast es immerhin schon geschafft, einige Freunde zu finden, was schon mal ein ziemlich großer Erfolg ist, den du genießen solltest!
Aber Alles kann man einfach nicht auf ein mal erreichen... und eine 180°-Wende in festgefahrenen Denkmustern schafft man auch nicht von heute auf morgen.
Das braucht nun mal alles seine Zeit.
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Das Studium ist nur ein Teil des Lebens und es ist schön, wenn man auf Erfolge in diesem Bereich stolz sein kann.
Aber wenn man sein Selbstbewusstsein, sein Wohlbefinden, usw. von diesen Erfolgen abhängig macht, ist das äußerst problematisch.
Was ist, wenn diese Erfolge mal ausbleiben? - Wie kann man das Selbstbewusstsein in diesem Bereich auf den Rest des Lebens übertragen? - usw

Aber genau das ist mein derzeitiges Problem! Auch wenn ich nach wie vor gut im Studium in, droht alles den Bach herunterzugehen, weil irgendeine neue Regelung mir meine beruflichen Pläne (zunächst) zunichte macht. Das heißt: Ich muss binnen weniger Wochen eine wichtige Entscheidung treffen, die mich für einige Zeit verpflichtet, obwohl ich nicht die geringste Ahnung habe, wie ich mich entscheiden soll. Da ich außer dem Studium im Moment nur noch einen einzigen Grund zum Leben habe, nämlich meine Freunde, ist es für mich sehr schwer. Mir geht es immer schlechter, glücklich bin ich nur noch, wenn ich mich mit meinen Freunden treffe, und nachdem ich etwas gemacht habe, was mir Spaß macht. Ich kann es immer weniger ertragen, glückliche Menschen zu sehen, ohne vollkommen zu deprimieren, auch wenn ich ihnen ihr Glück von ganzem Herzen gönne. Ebenso wenig kann ich es ertragen, wenn Leute mir einfach sagen, dass alles gut wird, dass ich meinen Weg und mein Glück schon noch finden werde, usw., und mir dabei nicht im Geringsten erklärt, WIE ich das schaffen soll.

Die Frage, die du stellst, betreffen also die Gegenwart, und nicht eine ferne Zukunft. Ich bin dabei, mich regelrecht innerlich zu zerstören. Zur Zeit habe ich das große Glück, meine Freunde oft treffen zu können, aber auch da gibt es wieder das gleiche Problem: Ich mache mein Glück von ihnen abhängig, und das geht überhaupt nicht. Um es metaphorisch auszudrücken: Ich bin in ein tiefes Loch gefallen und weiß nicht, wie ich wieder hochkommen kann.

Warum musst du das denn überhaupt?
Gerade in der eigenen Familie sollte man doch nicht schauspielern, sondern so sein und auch so akzeptiert werden, wie man nun mal ist. - Mit allen Stärken und Schwächen.

Wäre es dir nicht peinlich, bsp. deinen Eltern zu erzählen, dass du noch nie eine Freundin hattest, nie Sex hattest, alles in deinem Leben den Bach heruntergeht, usw.? Mir schon!

Im Übrigen wollen doch alle nur an dem falschen Bild, das sie von mir haben, festhalten. Und helfen könnten sie mir eh nicht.

Sei stolz darauf, dass du es endlich geschafft hast einen ordentlichen Freundeskreis aufzubauen und genieße die schöne Zeit mit deinen Freunden!

Stolz darauf bin ich nicht, weil es nicht mit zu verdanken ist, sondern dem Zufall. Aber unendlich glücklich darüber bin ich auf jeden Fall. Und ich genieße jede Sekunde, die ich mit meinen Freunden verbringe. Besteht aber nicht die Gefahr, dass ich, weil sie in meinem Leben so wichtig sind, ihnen den Eindruck gebe, mich an sie festzuklammern, und dass sie sich somit von mir distanzieren? Das ist ehrlich gesagt meine große Angst, auch wenn ich andererseits schon glaube, dass unsere Freundschaft einiges aushalten kann.

Sind wirklich alle Leute, die dir wichtig sind, in dieser Hinsicht erfolgreich? - Das kann ich mir irgendwie kaum vorstellen.

So wenige Dauersingles oder Leute, die anderweitig Pech in der Liebe haben, gibt es doch auch wieder nicht...

Ich habe von meinem Umfeld gesprochen. Unter meinen engsten Freunden befinden sich drei Liebespaare, die etwa in meinem Alter sind, und die seit 5 bis 7 Jahren zusammen sind. Zwei weitere Freundinnen sind seit kürzerer Zeit vergeben, auch wenn ich ihre Beziehung als wenig stabil bezeichnen würden, hatten aber auf jeden Fall schon vorher eine etwas längere Beziehung. Ansonsten gibt es noch eine alleinstehende Person, aber die hatte auch schon mindestens einen Partner. Also wie gesagt: Meine engsten Freunde waren, bzw. sind in Sachen Liebe wirklich sehr erfolgreich.

Auch an der Uni, in meinem Schwimmkurs oder unter den Freunden meiner Freunde (zumindest bei denen, die ich kennengelernt habe) ist es so, dass nahezu alle Frauen und die Männer, von denen ich sagen würde, dass sie für das jeweils andere Geschlecht interessant sein können, in einer Beziehung sind. Natürlich kann ihre Beziehung in die Brüche gehen, und ich gebe zu, dass ich mittlerweile mit Sehnsucht darauf hoffe, weil es für mich die einzige Möglichkeit ist, eine Freundin zu finden.

Ich kann mir vorstellen, was du jetzt fragen wirst, nämlich: Wie kann ich denn sagen, dass sie interessant sind, wo ich sie doch nicht kenne? Habe ich Recht? :zwinker: Die Antwort ist ganz klar: Mit „interessant“ meine ich eigentlich diejenigen Frauen, die ich näher kennenlernen möchte, auch ohne unbedingt von vorherein an einer Beziehung interessant zu sein. Wenn eine Frau in den Seminaren an der Uni nur negativ auffällt, weil sie als vollkommen ungebildet, faul oder frech mit dem Dozenten erscheint, ist sie bei mir schon unten durch.

Es gibt Männer, die in ihrer Freundin vor allem ein Objekt zur Befriedigung ihrer sexuellen Triebe sehen: Denen ist es natürlich egal, ob sie auch (nicht nur, aber auch) intellektuellere Diskussionen zusammen haben können. Mir ist es aber sehr wichtig, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Geschichte und Politik gehören zu den Dingen, für dich ich mich am meisten interessiere; mit einer Freundin, die davon nicht die geringste Ahnung hat, nicht in der Lage ist, darüber zu diskutieren und auch nicht bereit ist, sich ein bisschen dafür zu interessieren, könnte ich nichts anfangen. Ich habe natürlich noch andere Interessen (auch vollkommen „unintellektuelle“ Interessen und ich kann über den bescheuertsten Witz lachen) und bin auch bereit, mich für Neues zu öffnen, aber wenn jemand einen wichtigen Teil meiner Persönlichkeit ablehnt, taugt er nicht einmal als guten Freund.

Du siehst doch gerade, dass du es schaffst, etwas an deinem bisher völlig unbefriedigenden Privatleben zu ändern.
Das sollte doch eine ordentliche Motivation sein, dass du auch in anderen Bereichen deines Privatlebens etwas ändern kannst.

Du hast vollkommen Recht. Aber weißt du, was das Problem ist? Es dauert alles viel zu lange. Ein paar Beispiele: Ich habe es mit der Fachschaft versucht, und da es mich nicht interessiert hat, auf deinen Rat hin wieder damit aufgehört. Nun muss ich natürlich was Neues ausprobieren, und ich habe schon eine Idee (ein Sprachkurs könnte mir sehr gut gefallen). Das Problem ist nur, dass ich damit erst Mitte Oktober (!) anfangen könnte, weil man natürlich nicht mitten im Jahr dazukommen kann. Ähnliches gilt eigentlich für alle Angebote. Das bedeutet wiederum, dass ich unendlich viel Zeit verliere. Und was ist, wenn sich dann letztendlich herausstellt, dass das doch nichts für mich ist, bzw. dass ich keine Frauen kennenlerne? Dann muss ich noch mal 6 Monate warten. Und so kann das ewig weitergehen. Die Partnersuche könnte dann Jahre dauern.

Verstehe mich nicht falsch: Ich würde nie etwas machen, nur um eine Freundin zu finden. Da ich aber an sich genügend Hobbys habe, denen ich alleine nachgehen kann, versuche ich, etwas zu finden, was mir einerseits Spaß macht und wodurch ich andererseits überhaupt die Möglichkeit bekomme, Frauen kennenzulernen. Ich will ja alles tun, um meine Chancen zu erhöhen. Auf Grund des geglückten Experiments meines Geburtstags habe ich zum Beispiel nun vor, öfter meine Freunde zusammenbringen. Und wer weiß? Vielleicht bringen sie eines Tages andere Leute mit, wodurch ich meinen Bekanntenkreis weiter erweitern könnte, usw.

Gibt es Nichts, das dir einfach nur Spaß macht - völlig unabhängig davon, ob Anderen das gefällt und ob sie damit zufrieden sind oder nicht?

Im Sport ist die Anerkennung meiner Leistung durch Andere sicherlich ein netter Nebeneffekt... aber vor Allem macht es mir einfach großen Spaß, mich zu bewegen, mich nach einem geistig anstrengenden Tag körperlich uszupowern, um den Kopf frei zu bekommen, usw.
Und dazu finde ich es auch schön, dass ich es durch Sport schaffe, meine körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern, Muskeln aufzubauen (um mir selbst besser zu gefallen), usw.
Gibt es solche Dinge in deinem Leben wirklich nicht?

Auf jeden Fall gibt es Dinge, die mir „einfach nur Spaß“ machen, zum Beispiel, wenn ich Rad fahre oder schwimmen gehe, oder wenn ich mit einen guten Film anschaue. Die Treffen mit meinen Freunden machen mir auch viel Spaß.

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Ich bin schon ein bisschen neidisch, wenn ich sehe, wie gut meine Freunde bei einer auch von mir ausgeübten Sportart sind, oder wie kräftig sie sind ohne jetzt jeden zweiten Tag ins Fitnessstudio zu gehen, sondern „nur“, weil sie die entsprechende Sportart seit Jahren ausüben und eine gute familiäre Veranlagung haben. Aber das hält mich eigentlich nicht ab, Spaß zu haben.

Und, wie war die Feier?
War sie nicht auch schön, obwohl nicht Alles so gelaufen ist wie geplant?
Längst nicht Alles muss geplant werden und perfekt nach Plan laufen... ganz im Gegenteil: Oftmals können auch Dinge, die überhaupt nicht nach Plan laufen, wunderschön sein und viel mehr Spaß machen, als das, was man eigentlich geplant hatte.

In diesem Fall war das Ungeplante eindeutig negativ (Probleme mit dem Essen), aber die Feier war doch schön. Ich persönlich habe den Abend selbst nicht so sehr genossen, eben wegen dieser Probleme, aber ich freue mich unendlich darüber, dass meine Freunde, die sich zum ersten Mal gesehen habe, sich so gut miteinander verstanden haben, und dass sie alle kommen konnten und mit mir gefeiert haben.

Manche Dinge wie z.B. der Besuch einer Disco lassen sich sicherlich nachholen, andere Dinge eher nicht... aber damit musst du einfach leben.

Das ist mir eigentlich bewusst. Es ist nur so, dass es kein gutes Gefühl ist, wenn alle um dich herum von tollen Erfahrungen berichten, die dir auf Grund deiner eigenen Dummheit verwehrt geblieben sind. Und als ob es nicht schlimm genug wäre, kannst du dich an der Diskussion überhaupt nicht beteiligen, weil du eben nichts, aber rein gar nichts erlebt hast. Aber das waren nur ein paar Minuten an dem Abend.

Wenn man als einziger Single mit glücklichen Paaren unterwegs ist, ist das oftmals nicht sonderlich angenehm.

Aber man darf sich nichts anmerken lassen, denn sonst besteht die Gefahr, dass sie sich von einem distanzieren. Nicht, weil sie einen nicht mehr mögen, sondern weil es ihnen unangenehm ist, weil sie nicht wissen, wie sie mit dem Problem umgehen sollen, und last but not least weil sie logischerweise ihre Gefühle füreinander nicht einfach für einen Abend abschalten können (das Gegenteil wäre übrigens kein gutes Zeichen).

Zumindest ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich bei einer Frau, in die ich schon richtig verliebt bin, deutlich größere Hemmungen habe als bei einer Frau, die ich einfach nur ganz nett finde und bei der ich mal ganz locker und unverbindlich feststellen will, was mit ihr gehen könnte oder auch nicht.

Da ich keine Erfahrung habe, vertraue ich dir einfach mal. :zwinker:

Ein nettes Gespräch, ein schönes Date, eine andere gemeinsame Unternehmung, etc. ist doch auch dann keine Niederlage, sondern nach wie vor eine schöne Sache, wenn es letztendlich nicht zu einer Beziehung kam.

Gut, werde ich auf jeden Fall ausprobieren!

bis zur seite 10 merkt man das sich alles im kreis dreht und ich hoffe für dich trotzdem das du hier irgendwo hilfe gefunden hast

Nun ja, auch wenn es den Thread schon lange gibt: So schnell lässt sich leider keine Freundin finden. Ich befürchte, den Thread – oder einen Nachfolger-Thread – gibt es nächstes Jahr noch! :zwinker:

ich hab mir mal überlegt wie deine lage so wäre und eigentlich fällt mir auf ich wär ein mensch der das voll in sich reinfressen würde aus stolz denk ich bzw naja ob ich dann der der ich jetzt bin wäre ist fraglich dennoch würd mich interessieren ob dir die antworten wirklich geholfen haben?

Ich sag’s mal so: Das Forum ist wie eine Therapie, weil man gezwungen ist, sich mit seinem Problem zu beschäftigen, es genau zu analysieren, und Ordnung in seine Gedankenbringen. Das sind 3 Voraussetzungen für die Lösung des Problem sie sind aber nur der erste Schritt. Die Diskussion mit Anderen hat den Vorteil, dass man Tipps bekommt, auf die man niemals selbst gekommen wäre, und gezwungen wird, sein eigenes Handeln und Verhalten kritisch zu hinterfragen: Dadurch werden Widersprüche aufgezeigt, man kann dadurch erfahren, dass es manchmal Kleinigkeiten sind, die einen behindern, usw. Und natürlich tut es gut, seine Sorgen auf irgendeine Weise loszuwerden.

du solltest auf jedenfall keine hilfe suchen bei leuten die dein problem nicht kennen und nicht verstehen daher weil ganz ehrlich das einzige was ich schreiben könnte wär auch nur standardmäßiges gelabber wie versuch doch mit dir selbst im klaren zu sein bla bla oder arbeite an dir selbst denn DU bist es der was will bla bla...

Die Gefahr besteht selbst bei Leuten, die einen kennen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Es kann sein, dass sie nie solche Probleme hatten, dass sie bei der Partnersuche einfach nur Glück hatten, usw.

Alles gute alter und ehrlich jetzt kopf hoch schon allein das du hier nicht frauen verteufelst wie bei manch andren macht dich echt sympathisch!

Danke! :zwinker:
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Damit mein Thread nicht vollkommen verschwindet...

EDIT: Ich will vielleicht doch noch kurz was hinzufügen. Ich habe schon mal erwähnt, dass ich den Eindruck habe, dass ich mich durch meine Deprimiertheisphasen (zum Glück istd as kein Dauerzustand) selbst zerstöre, und zwar von innen. Mir fällt in letzter Zeit immer wieder auf, und das ich wie einen Knoten im Magen habe, sobald es mir psychisch nicht gut geht. Und selbst wenn es mir bsp. am Tag darauf wieder gut geht, kann ich doch noch nicht wieder so richtig viel essen.

Das Problem dabei ist, ist dass ich zur Zeit realtiv viel Sport treibe (dazu schreibe ich vielleicht später was in dem Thread, den ich vor einigen Monaten zu diesem Thema eröffnet habe) und eigentlich deutlich mehr essen müsste.

Ehrlich gesagt frage ich mich, wie ich es schaffen soll, wieder dauerhaft optimistisch zu denken und auch so viel Erfolg zu haben, dass mich das optimistisch macht, wodurch es mir deutlich besser gehen würde, psychisch und körperlich.

Abgesehen davon habe ich mit meinen Eltern immer öfter Streit: Wenn es mir nicht sondelrich gut geht oder ich müde bin, bin ich ein bisschen angespannt: Ich reagiere empfindlicher auf gewisse Kritikpunkte, lache weniger als sonst, usw. Aber statt mich in Ruhe zu lassen, wollen sie unbedingt wissen, was los ist und können mich einfach nicht in Ruhe lassen. Dabei sage ich mir immer: Wenn sie wüssten, wie beschissen es mir manchmal geht, würden sie wohl aus allen Wolken fallen. Naja, jedenfalls ist das eine zusätzliche Belastung.

Und wisst ihr was? Es ist wirklich merkwürdig, aber mittlerweile fahre ich gar nciht mehr gerne zu meinen Eltern. Ich sehe sie nach wie vor gerne, aber es geht alles viel besser, wenn sie mich besuchen. Denn igrnedwie ist es so, dass ich, wenn ich zu ihnen fahre, in mein altes Leben zurückkehre - ein Leben, das einerseits nicht mehr zu mir passt und das ich andererseits endgültig hinter mir lassen will.

Ich will jetzt nicht nur jammern, aber es ist nur so, dass ich unbedingt verhindern will, dass mein Leben den Bach heruntergeht, wo ich jetzt doch einige positive Veränderungen gemacht habe.
 
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