warum ritzen sich Leute und was ist das genau ?

Benutzer42180 

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Ich habe nie gesagt, dass das Ritzen eine Lösung darstellt, natürlich nicht. Nur kann das oft auch ganz andere Gründe haben, die man oft selbst garnicht kennt. Ich persönlich war auch kurze Zeit einmal die Woche in psychologischer Behandlung und wenn man sich ritzt ist es meiner Ansicht nach wichtig die eigentlichen Probleme zu erkennen und an diesen zu arbeiten. Das Ritzen ist so eine Art "Hilfeschrei" und ich finde dieser Hilfeschrei sollt auch ernst genommen werden.
 
K

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Gast
@Kubby & Co.
Deine Kommentare sind schwer zu verstehen und sehr polemisch. Zudem enthalten sie viele Rechtschreib- und Kommafehler, aber in welchem Forum gibt es schon fehlerfreie Beitraege. :smile:

Jedefalls finde ich deine sinnlose Kritik und schlechte Ironie unpassend. Denn sowas ist ein ernstzunehmendes Thema, und da ist Verstädnis und einige motivierende Worte hilfreich. Deshalb sollten auch einige User wirklich keine Tips und Ratschläge erteilen, weil sie nur aus ihrer eigenen Perspektive betrachten.
 

Benutzer11714 

Benutzer gesperrt
SottoVoce schrieb:
Man sollte diesen Thread nur für Personen freischalten lassen, die irgendwelche Erfahrungen damit gemacht haben... :rolleyes2 Jemand, der sich noch nie so gefühlt hat, wird diejenigen, die es shcon taten, auch nicht verstehen.
Mit diesem Argument müßte man auch jeden von Drogendiskussionen ausschließen, der noch nie Drogen genommen hat.

Wenn bei solchen Themen nur politisch korrekte Meinungen zugelassen sind, dann kann man die "Diskussion" auch gleich sein lassen.
Ansonsten schließe ich mich Kubby an. Ich kenne Leute die sich geritzt haben - und ich halte das einfach nur für sehr dumm, wie jede Art von Zwangshandlung.
Und warum ritzt man, wenn man sich selbst verletzen will :ratlos: Man könnte sich ebenso mit einem Knüppel aufs Bein schlagen - aber nein, es muß ritzen sein... ist das Mode? :rolleyes2
Was geht in einem Menschen vor, der es nicht einfach mal sein lassen kann an sich herumzuritzen? Was zum Teufel bringt das? Jetzt kommt nicht mit irgendwelchen esoterischen Erklärungen...
 

Benutzer11686 

Sehr bekannt hier
Schlumpf Hefti schrieb:
Und warum ritzt man, wenn man sich selbst verletzen will :ratlos: Man könnte sich ebenso mit einem Knüppel aufs Bein schlagen - aber nein, es muß ritzen sein... ist das Mode? :rolleyes2

Es ist am wenigsten "folgenreich", sich zu ritzen. Außerdem hab ich ja schon geschrieben, dass ich nicht ritze, sondern mir die Lippen blutig beiße oder zupfe. Bei beidem hat man halt den Vorteil, dass einem das von außen nicht sofort anzusehen ist. Im Prinzip sind (wenigstens bei mir) solche äußeren Wunden nur für mich selbst Ablenkungen von den inneren. Ich hasse mich nicht selbst, aber diesem Gefühl der inneren Betäubung oder der Ohnmacht und dem gleichzeitigen Gefühl, dass alles einfach nur noch wehtut, kann ich entgehen, wenn ich mir andere Schmerzen zufüge. Ist natürlich ne Scheißlösung, aber es ist eine. Ich hab mich auch nie hingesetzt und mir gedacht "Hach, es wär ganz schön jetzt mal ein bisschen an mir rumzuschnitzen". Es wissen auch nur meine besten Freunde, dass ich sowas überhaupt tue. Würde ich den Knüppel nehmen und mir aufs Bein schlagen oder sowas, würde ich ja tagelang hinken. Wie erkläre ich das denn?! Ich MÜSSTE es ja irgendwie erklären, die Wahrheit wollte ich auf keinen Fall sagen, denn innere Wunden legt wohl niemand gern bloß. Die Gefahr, dass andere (vielleicht auch unabsichtlich) darin rumbohren, wäre ja viel zu groß!

Schlumpf Hefti schrieb:
Was geht in einem Menschen vor, der es nicht einfach mal sein lassen kann an sich herumzuritzen? Was zum Teufel bringt das? Jetzt kommt nicht mit irgendwelchen esoterischen Erklärungen...

Hab ich oben schon geschrieben. Ich selbst habe dann das Gefühl, ich kann wenigstens überhaupt noch was empfinden. Manchmal wünsche ich mir auch, dass das Blut richtig läuft, dann könnte ich auch noch SEHEN, dass ich noch lebe und nicht wie eine Maschine einfach nur funktioniere. Bisher hab ich dem standgehalten, ob ichs immer kann, weiß ich aber auch nicht. Aber glaubst Du, ich bin sehr glücklich darüber, wie es mir in solchen Momenten geht?!
 

Benutzer42694  (32)

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ok...kann man zwar nicht vergleichen, aber ich hab früher, wenn ich probleme hatte immer fingernägel gekaut xD...aber das kann man in dwen griff kriegen. ritzen hat ja in gewisser weise ähnlichkeiten...
aber was ich einfach nicht verstehe: wie kommt ein mensch auf den gedanken, er funktioniere nur wie eine maschine? und wie kommt man darauf, dass schmerzen/blut/usw erlösend wirken? ich kanns einfach nicht verstehen.
aber in punkto modeerscheinung, muss ich schlumpf h. recht geben. es gibt sooooviele leute die sich ritzen...und zwar immer nur am arm. schmerzen fühlt man auch an anderen stellen...bluten kanns auch überall. warum ritzten sich alle immer am unterarm?
und es mag sein, dass "ritzen" als krankheit anzusehen ist, etc, aber ich kenne personen die ritzen sich einfach zum spaß um aufmerksamkeit zu erregen. un in puncto: gefährlichkeit des ritzens...stell dir vor du rutschst ab oder sonst was...tod durch verbluten is was richtig unfeines, totale sauerei.
 

Benutzer3051  (42)

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.... anscheinend fällt den Leuten vor lauter Langeweile nichts besseres ein als an sich herumzuschneiden. In welcher armseligen Gesellschaft leben wir eigentlich und was sind das blos für Freaks die sowas machen?????
 

Benutzer21309 

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also ich kann dazu sagen dass ne freundin sich in die unterschenkel schneidet, und ich verletze mich auch nicht am unterarm sondern ich machs am oberarm, unteranderm auch darum dass amns nicht sieht!

Warum wir uns schneiden/ bzw anders verletzten? nun ja um macht über unseren körper zu haben um uns zu bestrafen für dass was uns angetan wurde... klingt alles nicht logisch für nicht svvler ich weiß...

@ hefti: ich bin auch svvler und ich ritze NICHT!!! hättest du hier aufmerksam gelesen hättest dus gelesen dass ich mich anders verletzte, auch mein verlobter ritzt nicht auch er machte es anders! (ich bin stolz auf ihn dass er es seit langem im griff hat und nicht mehr tut!!
 
A

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Gast
Sweetsymphony schrieb:
Hm, Kubby, ich moechte nicht angreifend klingen aber Menschen die sich so in Fachwissen vergraben und Erlaeuterungen, verstecken sich zumeist dahinter. Vorallem in jungen Jahren. Das kann auch unter anderem einen Grund haben wie auch das dagegen wirken auf solche Themen.

Leider kommt es mir bei dir so vor, teilweise.
Da du meist richtig deutest aber dann leider bei den wirklich wichtigen Punkten keinen Ansatz findest und sie nicht als solches siehst was sie darstellen, sagt mir das du damit noch keinerlei wirkliche Erfahrung gemacht hast.

Du denkst mit deinem Kopf, dem Verstand und Logik bei einer Sache wo diese Dinge nicht viel nuetzen.
Erklaeren kann man es nicht mit Worten oder Logik, es ist eine Sache der Seele oder besser den Gefuehlen. Man spuehrt seinen Koerper nicht, ist eine Metapher die verdeutlichen soll das man sich selbst seelisch nicht spuehren kann. Das ist alles zu kompliziert um es hier auf die schnelle zu "erklaeren", bzw es zu versuchen.

Diese "Probleme", geistige wohlgemerkt, sind nicht greifbar, schwer zu deuten oder zu erkennen. Man sieht sie nicht und merkt sie meist den Leuten die sie besitzen nicht an.
Ich kenne das selbst und kann dir und anderen sagen, dass es Dinge gibt die man sich nicht vorstellen kann wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Dinge die man nicht merkt das sie vorhanden sind, manchmal.

Mein Vater ist so ein Mensch der mit soetwas nicht umgehen kann, wie auch, er kennt es nicht. Versuche es ihm zu erklaeren sind hoffnungslos.

Es stimmt was mir ein Therapeuth sagte. Jemand kann soetwas erst richtig nachvollziehen wenn er selbst damit unmittelbar Kontakt hatte.
Das heißt, man kann es erst wirklich "rational" nachvollziehen wenn man selbst einmal solch eine Erkrankung hatte oder noch hat.

Sei froh das du damit noch nicht konfrontiert wurdest, wie mir scheint.
Diese "Erfahrung" wuenscht man keinem. Und deshalb sollten andere die es nicht verstehen auch nicht betrachten wie es augenscheinlich auf sie wirkt, als nicht vorhanden oder harmlos etc.

Es kann einen Menschen zerstoeren und derjenige kann nichts dafuer, ja sicher wirst du und andere sagen das dieser jemand selbst verantwortlich ist.
Aber stellt euch vor ihr seid nicht mehr Herr ueber eure Entscheidungen, ueber euer Selbst. Und ihr wisst nicht wie ihr aus diesem Gefaengnis eures eigenen Verstandes entkommen koennt.

Klingt etwas dramatisch oder vielleicht auch laecherlich aber so und nicht anders ist es fuer manch einen.

Vorurteile sind hier fehl am Platz, sicher gibt es Menschen die das tun um aufzufallen. Aber trotz allem darf man es deshalb nicht verharmlosen.
Wie ein Schwimmer der einmal zuoft aus Spass um Hilfe rief.
Dennoch muss der Rettungsschwimmer darauf reagieren.

Und zum Thema Selbstverletzung noch etwas, sichbare Wunden fallen auf, unsichtbare Wunden nicht, was ist gefaehrlicher?

Ich bin der Meinung das seelische Selbstverletzung gefaehrlicher ist.
Nicht schlimmer, beides ist schlimm aber gefaehrlicher, weil es meist auf den ersten Blick nicht sichtbar ist.

Es kann einem wirklich alles zerstoeren, wenn.... wenn man nicht handelt.
Aber fuer alles gibt es eine Loesung, selbst fuer Situationen in denen man am verzweifeln ist.

danke, das war genau das was ich auch gedacht hab. nur du hast es schon geschrieben..

ich versuche mal hier alle aufgeworfenen fragen zu beatnworten. ja, ich ritze. zudem verbrüh ich mich mit heissem wasserdampf. keinesfalls um mitleid zu erregen. wenn ich eines hasse, ist es immer mitleid. ein grund dafür sicher meine vergangenheit. wer mag kann das in diversen thread gerne nachlesen.
es gibt sehr viele arten von svv. zum einen die wohl bekannteste, das ritzen, cutten etc. geritzt wird am häufigsten an den armen. andere stellen sind aber auch betroffen. beine, füße, bauch. verbrühen mit wasserdampf, verbrennen mit zigaretten, kneiffen bis zu blauen flecken, mit dem kopf gegen die wand schlagen, zerbeissen von mundschleimhaut und exzessives fingernägelkauen. Alles formen von svv.

Svv ist ein symptom vom borderline-syndrom. taucht aber auch häufig allein auf. man sollte nie sagen, dass eine sich selbst verletzenden person zwangsläufig an borderline erkrankt ist.

Die gfühle beim verletzen. wie soll ich das beschreiben. wenn ich unter depressionen leide, wenn ich mich selbst nicht mehr spüre, dass gefühl habe, ich sehe alles durch einen nebel, wenn ich getriggert werde (trigger, engl. für auslöser, heisst einen erinnerung an meine vergangenheit erhalte), an ängsten zu ersticken drohe, dann greife ich häufig zum messer. meist merke ich das gar nicht. ich spüre erst dass ich geritzt habe, wenn ich wieder "da" bin. das blut läuft am arm herunter. es ist warm, rot. ja. dann bin ich wieder da. die tränen versiegen. der nebel lichtet sich. die person aus meinen ängsten verschwindet.

und ja, ich stehe kurz vor meinem ersten therapietermin.

@ to_om wie man darauf kommt? ehrlich gesagt kannich dir das nicht beantworten. es ist nicht einfach diese idee. es ist nicht so, dass ich dagesessen bin und mir übelegt habe, dass ich jetzt ja mal ritzen könnte, dann gehen meine schmerzen bestimmt weg. ich habe mein leben lang, seit der ganze scheiss (also als ich vier war) anfing, mich durch schmerzen, durchs flüchten gerettet. und mit vier konnte ich wohl noch nicht so weit denken. in den situationen kaute ich auf meinen fingern und biss diese blutig. fingernägel weg etc. dadruch flüchtete ich mich. ich war weg. bekam das ganze nicht mit. irgendwann reichte das aber nicht mehr. wann genau das mit ritzen anfing kann ich so aber nicht sagen.

@ schulerbible hm.. klar langeweile. :madgo: wenn ich nurkönnte würde ich es nicht machen. es ist jedes mal ein harter kampf. wer gewinnt. nur leider verliere ich noch zu häufig.
 

Benutzer21309 

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antsche, dass hast du sehr gutr geschreiben!!! :zwinker:

da mein sohn hier nebenbei rumspielt, hab ich nicht sonderlich viel zeit um ausführlichzuschreiben :zwinker:

aber du hast genau das geschrieben was ich auch hätte schreiben können...

ich wünsch dir für deine erste Thera viel viel glück!!!!
hab meine vor eineinhalb wochen angefangen und mitwoche hab ich die 2. stunde...

ich weiß nicht, viele die nichts mit svv zutun haben, wollen/bzw können uns einfach nicht verstehen... sie hatten nie den druck gespürt den wir spüren...
nie den seelenschmerz erlebt...
 

Benutzer23485  (52)

Chauvinist
der Film "Secretary" liefert eigentlich ein sehr schönes, einleuchtendes Bild darüber wie es dazu kommt daß man schnibbelt und ritzt. ich schließ mich mal den Vorrednern an (war jetzt zu faul das alles durchzulesen, aber Ausdruck "rote Tränen" trifft es schon ganz gut).
 
B

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Gast
Schulerbible schrieb:
.... anscheinend fällt den Leuten vor lauter Langeweile nichts besseres ein als an sich herumzuschneiden. In welcher armseligen Gesellschaft leben wir eigentlich und was sind das blos für Freaks die sowas machen?????

das hat absolut nix mit langeweile zu tun, sondern ist für die betroffenen eine möglichkeit wut abzulassen. teilweise wut auf sich selber oder auf andere wobei man nicht an jeden anderen seine wut auslassen kann (zB vorgesetzte).

bei autoaggression geht es nicht darum langeweile zu bekämpfen oder "anzugeben"! das sollte man von den spaßvögeln, die das nur zur show machen unbediengt unterscheiden und wirklich betroffenen ist es unangenehm, wenn andere diese narben sehen.

dann habe ich noch eine frage: haben drogensüchtige, alkoholabhängige, magersüchtige und auch raucher (nur bedingt) alle nur langeweile oder sind freaks? denn alle haben eines gemeinsam. man schädigt bewusst seinen körper und kann nur schwer davon loskommen. zudem stecken meist phsyschiche probleme dahinter.
 

Benutzer35844  (36)

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klar...ich habe mir meinen ganzen linken Oberarm aufgeschlitzt und riesige Zentimeter lange/dicke/tiefe Narben weil mir langweilig war.
Schnitte im Gesicht um damit anzugeben.Schon klar.

Zugegeben.
Früher als mir nichts besseres einfiel und ich mich total alleine fühlte hatte ich es "einfach" so gemacht.

Warum das alles ?
Antwort:Mobbing
das ging meine fast gesamte (höhere) Schulzeit so..also etwa 7 Jahre..

Was ist nun los mit mir ?
Antwort: (psychologischer Bericht):
Borderline,schizotype Merkmale,starke Depressionen..

ALSO ALLEN EIN GROßES FUCK YOU DIE MOBBING MACHEN

Ihr habt keine Ahnung was ihr damit anrichten könnt...

Edit:
so , nachdem ich jetzt mal beruhigt habe.
Ich frage mich wie lange es schon diese Symptome der , sagen wir mal modernen Gesellschaft gibt.Alkohol,Drogen,Sucht generell (bei SVV eben Sucht nach Schmerz) gibt.
Wo geht die Menschheit hin ? Die ganzen Expressionen der einzelnen Menschen.Von Sexuellen Fetischen bis Geldgier.Wen wundert es das die ganze Gesellschaft krankt ?Wir haben die Freiheit und die macht uns zu seltsamen Dingen.

Svv ist eine moderne Krankheit.Wie kommt man bloss dazu sich selbst zu verletzten ?
Irgendwo wird man es wohl mal gesehen haben.Im Fernsehen,in der Zeitung gelesen , in einem Internet-Forum drübergestolpert.Der erste Eindruck , wenn es nicht einen selbst betrifft oder das Umfeld.Wie kann man nur so etwas tun ?
(ich lasse jetzt alle Spaß-Ritzer beiseite)

Ihr seit wohl einer von der Sorte , den so gut wie alle in eurer Klasse/Schule/Umfeld/sonstiges mögen.Ihr habt Freunde.Ihr habt ein halbwegs normales Familienleben.Ihr könnt euch noch inetwa eure Zukunft und euren Job ausmalen.
Doch es gibt zig andere denen es nicht so geht.
Zerrüttete Familien , Mobbing im Umfeld , Todesfälle , abweisende Liebe...
Hass.Individuelle oder sogar nationale Kathastrophen (Flut,Tsunami) , Krieg
nagen an dem menschlichen Verstand.
Wenn ihr noch dazu sowieso etwas labil seid , dann seid ihr das perfekte Opfer für die modernen Krankheiten.
Und selbst wenn das alles nicht auf euch zutrifft.Bei euch passt alles irgendwie halbwegs , selbst dann seid ihr nicht davor gefeiht.
"Die ritzt sich bloss weil ihr Freund sie verlassen hat" das ist ihr Grund dies zu tun.
"Der Mann säuft sich nieder weil er sein Kind wegen der Scheidung nie wieder sehen kann"
Für jeden Menschen gibt es eine Grenze des Ertragbaren und einen ganz bestimmtes Erlebniss dass für jeden anders ist um auf sowas zu reagieren.
Für den einen mag der Grund wenig genug erscheinen um zu dem zu werden was sie sind...aber wo sind eure Grenzen.
Wenn eure Liebe zerbricht , wenn ihr von allen gehasst werdet , oder wenigstens denkt dass ihr das tut , geht ihr da einfach eisern durch und sagt "ist halt so" Ja ?
Und selbst wenn ja , es gibt Menschen die sind anders.Ihr könnt verdammt nochmal nicht von euch selbst auf andere schliessen.
Niemals könnt ihr einen anderen so gut verstehen der so anderst ist wie ihr.
Befasst euch mal mit der Materie.Geht in die Psychatrie.Seht diese Menschen.Hört euch ihre Geschichten an.Geht zu einem Obdachlosen und hört seine.Fragt vll sogar euren Nachbarn , falls ihr den überhaupt kennt.
Ihr wollt das alles nicht ? Es ist schon verständlich mit solchen Menschen will man ja keinen Kontakt.Auswüchse der Gesellschaft..aber ich selbst habe null damit zu tun.Ihr seid einfach so und wir sind so.
Seid ihr wirklich so anders ? oder sind nur wir so anders ?

Ich versinke im Selbstmitleid ?
Keineswegs...
Eigentlich geht es mir gut.Wenn ich mir vorstelle ich müsste jetzt in New Orleans sein und sehe Leichen herumschwimmen , weiss nicht wo Verwandte sind , sehe nur schlechte Dinge , wie kann ich DAS ertragen ?

Sind meine Probleme deswegen nur selbst gemacht , wo es doch "wirkliche" Probleme gibt ?

Ich wäre der der sich in New Orleans selbst erschiesst!
Wenn ich nicht einmal die Probleme in einem halbwegs zivilisierten Land nicht meistern kann , wie sollte ich es je in einem Krisengebiet tun ?
Bin ich deswegen schwächer als ihr ?
Ich hatte einfach nur ein komplett anderes leben als ihr und komplett andere Menschen im Umfeld als ihr die komplett anders reagiert haben.
Das Umfeld formt den Menschen sehr wohl.
Sicher hat er eine eigene Grundlinie...aber die kann von der Gesellschaft extrem verbogen werden.

Wer keine Probleme hat , der macht sich welche ?
Uns geht es zu gut.Deswegen suchen wir nach Problemen...
 

Benutzer43212 

Verbringt hier viel Zeit
Seid ihr wirklich so anders ? oder sind nur wir so anders ?
Es gibt viele die so denken, die mit der Gesellschaft nicht zu recht kommen. Anscheinend fühlst du dich nicht wirklich in "der Gesellschaft", du fühlst eher Hass gegen sie, aufgrund der "Frustrationen" die du im Laufe deines Lebens erleben musstest.

Eigentlich geht es mir gut.Wenn ich mir vorstelle ich müsste jetzt in New Orleans sein und sehe Leichen herumschwimmen , weiss nicht wo Verwandte sind , sehe nur schlechte Dinge , wie kann ich DAS ertragen ?
Das ist für niemanden einfach. Es gibt Leute die verarbeiten die Probleme schneller als andere. Doch das ist kein Grund -wie du sagst- sich zu erschießen. Zum Thema Selbstmord könnte man stundenlang diskutiern...
Das Umfeld formt den Menschen sehr wohl.
Ja. Das stimmt. Auch wenn manche Menschen es nicht wahrnehmen, so formt einen Teil von uns das Umfeld.
Wer keine Probleme hat , der macht sich welche ?
Hmm, schwere Frage, ich fürde da Ja und Nein sagen. Manche machen sich schon aus kleinen Dingen ein großes Problem, manche eher weniger. Nun könnte man sich fragen warum nehmen es manche so ernst und andere nicht. Ich denke das ist nicht einfach zu erklären, dazu gehören viele Faktoren hinzu.
 

Benutzer35844  (36)

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Ja , Konfliktbewältigung ist ein ganz großer Punkt..
und SVV (oder alles andere) ist auch eine Art von Konfliktbewältigung.
Nur eben keine gute..


Was mich mal wirklich interessieren würde , ist wenn man Leben tauschen könnte von Geburt an.Wenn einer mit haufenweisen psychischen Problemem mit einem der sagt , er kann das alles nicht verstehen und was wäre so schwer usw..
und zwar das ganze Leben von Geburt an.Er muss die gleichen Eltern/Freunde/Gegner und die gleichen Probleme haben , ob er dann immernoch an seiner Meinung festhält ?
 

Benutzer21309 

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SpiritofDeath schrieb:
Was mich mal wirklich interessieren würde , ist wenn man Leben tauschen könnte von Geburt an.Wenn einer mit haufenweisen psychischen Problemem mit einem der sagt , er kann das alles nicht verstehen und was wäre so schwer usw..
und zwar das ganze Leben von Geburt an.Er muss die gleichen Eltern/Freunde/Gegner und die gleichen Probleme haben , ob er dann immernoch an seiner Meinung festhält ?

hei das wäre ja mal genial!!!! wenn das gehen würde...
 

Benutzer11686 

Sehr bekannt hier
@Spirith: Ja, ich denke, dann würden sie uns auch eher verstehen. Aber ich finde, auch wenn man nicht verstehen, kann, WIESO wir uns so fühlen, müssten doch auch Menschen, die es an sich nicht nachvollziehen können, wenigstens AKZEPTIEREN können, dass es uns so geht wie wir es beschreiben. So Bemerkungen wie "Die machen das aus Langeweile" machen mich total sauer. Wer verletzt sich denn schon aus Langeweile?! Klar, es gibt sicher einige Menschen, aber ich glaube schon, dass IMMER was "nicht stimmt", wenn jemand dann zum Messer / Rasierklinge / Wasserdampf / sonstigem greift, um sich selbst wehzutun!

antsche schrieb:
Die gfühle beim verletzen. wie soll ich das beschreiben. wenn ich unter depressionen leide, wenn ich mich selbst nicht mehr spüre, dass gefühl habe, ich sehe alles durch einen nebel, wenn ich getriggert werde (trigger, engl. für auslöser, heisst einen erinnerung an meine vergangenheit erhalte), an ängsten zu ersticken drohe, dann greife ich häufig zum messer. meist merke ich das gar nicht. ich spüre erst dass ich geritzt habe, wenn ich wieder "da" bin. das blut läuft am arm herunter. es ist warm, rot. ja. dann bin ich wieder da. die tränen versiegen. der nebel lichtet sich. die person aus meinen ängsten verschwindet.

Das gilt so auch für mich. Ich habe bisher zwar noch nicht geritzt, aber diesen Nebel kenne ich nur zu gut. Bisher zupfe ich meine Lippen eben, bis sie so sehr brennen, dass ich den Mund nciht mehr richtig schließen kann und schonmal gar nicht mehr meinen Freund küssen. Dann "wache ich auf". Aber wie gesagt, das mit dem Verlangen danach, rotes Blut fließen zu sehen, wird immer mehr. Weil die Abstürze tiefer werden und ich "mehr" brauche, um aufzuwachen.

Und ja, auch ich habe mich schon nach einer Thera umgeschaut. Nur hat mir für den entscheidenden Schritt, mal auch wohin zu gehen, bisher der Mut gefehlt...
 

Benutzer21309 

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Sotto dass kenn ich! ich brauchte auch immer mehr. Erst reichte das kleifen, bis ich !"wach" wurde, und nun ist es so dass ich mir den oberarm regelrecht zerbissen habe. Naja so dass er grün, und blau wird...

neulich war es ganz schlimm, ich verspürrte dass verlangen, mein blut zu sehen. Zum glück schaffte ich es dem verlangen zu endfliehen...

Mir fehlte auch immer der anreitz und mut zu ner thera zu gehen. Nun habe ich nächsten mittwoch meine 2. sitzung.

Wünsch dir glück das du bald den mut finden wirst!! :zwinker:
 

Benutzer30831  (31)

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To_Om schrieb:
es gibt sooooviele leute die sich ritzen...und zwar immer nur am arm. schmerzen fühlt man auch an anderen stellen...bluten kanns auch überall. warum ritzten sich alle immer am unterarm?

Ich weiß nicht, wie andere das sehen, darum beziehe ich es nur mal auf meine eigene Erfahrung… An der Unterseite des Unterarms (an der Pulsader) tut das Schneiden am meisten weh. Bei mir sind Ober- und Unterseite sehr vernarbt, an der Unterseite ist jedoch kaum mehr Haut, die nicht vernarbt ist. Ich hatte einige tiefe Schnitte an der Oberseite, durch eine bestimmte Methode (Kombination von Schere, Cutter und Skalpell) hat das so gut wie gar nicht weh getan, ebenso wie am Unterschenkel.
Ganz am Anfang, als ich mit dem Schneiden angefangen habe, tat ich es zuerst am Oberarm, nicht tief, aber im Sommer schwellen die Narben immer an und in einem bestimmten Licht sehe ich die auch noch (und das ist etwa 3 Jahre her). Der Reiz am Unterarm ist irgendwie auch die Pulsader. Ich hatte sehr oft Selbstmordgedanken, es hatte eine sehr beruhigende Wirkung auf mich, wenn ich an dieser Stelle schnitt. Nicht, weil ich mich bewusst umbringen wollte (denn das ist an der Pulsader ja sehr schwer), sondern weil ich eben einfach noch denken konnte „Wenn ich nicht mehr will, schneide ich tiefer und vielleicht sterbe ich dann“. Es war, als wäre ich dem Tod ein kleines bisschen näher, und gleichzeitig spürte ich dadurch das Leben. Tröstend.
Meine beste Freundin hat auch an vielen anderen Stellen geschnitten. An der Hüfte, am Bauch, über den Brüsten.

Zu der Zeit, wo ich mit dem Schneiden angefangen habe, wurde ich in der Schule gemobbt. Das hat eine ganz andere Narbe in mir hinterlassen als die sichtbaren von den Wunden, die ich mir zugefügt habe. Mein innerer Schmerz war zu groß, ich wollte ihn mit dem körperlichen Schmerz verdrängen. Ich dachte damals, ich hätte Freunde, doch sie hatten mich alle bloß verarscht und irgendwo in mir wusste ich das alles. Die Klinge wurde zu meiner Freundin, ein kleiner Trost. Ich habe zu der Zeit nicht bemerkt, dass ich nichts kontrollieren kann. Wenn es besonders schlimm war, hatte ich die ganze Zeit Gedanken, wie ich grausam und qualvoll sterbe oder aufgehängt werde und überall das Blut fließt. Manchmal hat mich der Drang nach dem Blut regelrecht aufgefressen.
Eigentlich habe ich mich nicht nur durchs Schneiden zerstört (Ich habe mir auch die Arme und meine Handflächen mit Nadeln zerstochen). Zu der Zeit habe ich auch ein etwas krankhaftes Essverhalten entwickelt. Entweder ich hungerte tagelang oder ich fraß mich voll, ein anderes Mal habe ich so lange Sport gemacht, bis ich vor Erschöpfung fast umgefallen bin. Das ist irgendwann ein bisschen besser geworden, manchmal fällt mein Essverhalten noch etwas aus dem Rahmen, aber eine richtige Essstörung habe ich wohl nicht. Eine gestörte Beziehung zu meinem Körper aber schon. Irgendwann kam das Interesse an Drogen, und es war für den Schmerz in mir auch eine bessere „Therapie“. Ich konnte vergessen, ich konnte mich gut fühlen, und ich konnte mich damit kaputtmachen. Wenn ich es im Nachhinein betrachte, haben mich die Drogen von alldem am meisten gezeichnet. Der Wunsch danach ist stark, stärker als nach dem Schneiden.

Vor etwa anderthalb Jahren habe ich eine ambulante Therapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie angefangen. Der Grund dafür war mein selbstverletzendes Verhalten, aber gesprochen haben wir nie wirklich darüber. Laut dem Psychologen hatte ich damals eine depressive Episode, meine Symptome sind später aber ständig gewechselt (lag wohl an den Drogen). Dissoziative Symptome, Halluzinationen, Angstattacken. Mit dem Schneiden habe ich wegen meinem Freund aufgehört, nicht wegen der Therapie. Die war eigentlich schon immer eher so etwas, an das ich mich klammern konnte. Wenn es zu schlimm wurde, konnte ich mir wenigstens noch ins Gedächtnis rufen, dass ich wenigstens mit einem Psychologen noch darüber reden konnte.
Ich schneide nicht mehr… Aber vor Rückfällen ist niemand sicher…

Das ist für niemanden einfach. Es gibt Leute die verarbeiten die Probleme schneller als andere. Doch das ist kein Grund -wie du sagst- sich zu erschießen. Zum Thema Selbstmord könnte man stundenlang diskutiern...

Es ist kein Grund? Doch, ist es. Für dich vielleicht nicht, für andere dagegen schon. Im Übrigen bringt man sich nicht einfach mal so um. So gut wie jeder Selbstmörder leidet zumindest am Tag seines Selbstmordes an einer psychischen Krankheit, von rationalem Denken keine Rede mehr. Für Menschen gibt es eine Menge Gründe, sich umzubringen, sonst würden es nicht so viele tun.
 

Benutzer36196  (38)

Verbringt hier viel Zeit
Bei mir ist es auch so, wie schon andere geschrieben haben, dass ich in mir einen Schmerz und eine Traurigkeit habe, die ich nicht mehr so stark spüre, wenn ich mich schneide. Denn dann ist der körperliche Schmerz stärker. Ich leide auch glaube ich an Depressionen und habe einen Hass gegen meinen Körper. Ich schneide mich nicht an den Unterarmen, sondern am Oberarm, weil ich es dort besser verstecken kann. Dass man das macht, um Aufmerksam zu bekommen mag bei wenigen Leuten stimmen, aber sicher nicht bei der Mehrzahl!
 
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