Warum gibt es so wenige Ingenieurinnen in Deutschland?

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Benutzer56624  (32)

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An deutschen Hochschulen gibt es insgesamt ein wenig mehr Studentinnen als Studenten. :bier:
Eine der wenigen Fachbereiche mit einem extremen Frauendefizit sind die Ingenieurswissenschaften. Eine Freundin von mir studiert Maschinenbau und in ihrem Fach gebe es nur ein paar % Frauen.
Was sind eurer Ansicht nach die Gründe dafür, warum es in Deutschland so wenige Ingenieurinnen gibt?
 

Benutzer87580 

Sorgt für Gesprächsstoff
Weil sich viele einfach nciht dafür interessieren, würde ich sagen.
Aber ich habe festgestellt, dass immer mehr Ingenieurin werden wollen.
In unserem Jahrgang liegt die Frauenquote vielleicht bei 20-30%.
Eins unter uns schon mindestens bei 40%. :eek:

Bei uns an der Schule wurde auch in letzter Zeit ziemlich viel für die Mädchen getan. Es gab den Girls Day, verschiedene Besichtigungen bei Betrieben, Bio-Chemie-Wettbewerbe.
Also es wird schon was getan, um das Interesse an Naturwissenschaften zu wecken, was vor ein paar Jahren bestimmt nicht so war.
 

Benutzer71335  (53)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich bin ja Ingenieurin und kann nur sagen das es meist daran liegt das in der Schule bei vielen Mädchen die naturwissenschaftlichen Fächer leichter abgetan werden, vom Lehrer (der die Schülerinnen eh nicht ernst nimmt) oder auch vom Elternhaus, bzw. die musischen Fächer ganz besonders gefördert werden, teilweise auch durch Hobbys oder Spiel, da beginnt die Geschlechterrolle schon in der Spielkiste und im Kindergarten.

Bei mir hatte schon meine Mutter einen Männerberuf und mathematisch-naturwissenschaftliche Themen waren immer aktuell, auch für mich, ich hatte keine weiblichen Verwandten, nur Bruder und Cousins, mein ganzes Spiel war von Anfang an "männlciher".
Ich habe auch als Kind lange geglaubt, ich wäre ein Junge.:grin:

Aber was halt auch ganz klar gegen ein Ingenieurstudium spricht für Abiturientinnen ist die fehlende berufliche Perspektive, man muss immer einen Spur härter und ehrgeiziger sein, als die Kommillitonen/Kollegen und Chefs sind superkritisch bei der Einstellung, bzw. Ältere nehmen dich als Frau in dem Beruf erstmal überhaupt nicht ernst. Auch damit muss man erstmal umzugehen wissen.:zwinker:

Familie und Beruf sind auch nur ganz, ganz schwer vereinbar, zumindest ab dem mittleren Mangement. Wiedereinstieg nach Babypause fast unmöglich, da muss man sich eigentlich ziemlich früh zwischen Kind und Karriere entscheiden.:ratlos:

Aber ist ein tolles und interessantes Studium gewesen und ich möchte weder das, noch meine aktive Zeit als Ingenieurin missen, aber mit Kindern ist es jetzt für mich Vergangenheit. Damit muss ich leider Leben.:cry:
Aber das Wissen ist nie verloren, das ist das gute am Ingenieurwissenschaften, man kann es eigentlich überall in seinem Leben einsetzen und nutzen, auch für andere Berufe und Branchen.
 
H

Benutzer

Gast
Aber was halt auch ganz klar gegen ein Ingenieurstudium spricht für Abiturientinnen ist die fehlende berufliche Perspektive, man muss immer einen Spur härter und ehrgeiziger sein, als die Kommillitonen/Kollegen und Chefs sind superkritisch bei der Einstellung, bzw. Ältere nehmen dich als Frau in dem Beruf erstmal überhaupt nicht ernst. Auch damit muss man erstmal umzugehen wissen.:zwinker:

Off-Topic:
Hm, ich bin ja Studentin einer Ingenieurswissenschaft und meine Kollegen halten mich für bekloppt wenn ich sowas sage und wenn ich sage dass es mich nervt wenn Prof X (wir haben wirklich so nen Deppen, Anfang 60, nimmt keine Frau für voll) mich nicht ernst nimmt. Gut zu wissen dass es noch jemanden gibt, der der Meinung ist, dass Frauen in diesem Beruf ehrgeiziger und härter sein müssen.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Sehr viele Frauen (aber auch viele Männer) haben schon in der Schule früh das Interesse an der Mathematik und den Naturwissenschaften verloren, so dass sie (völlig zu Recht) glauben, ein Studium, in dem viel Wert auf diese Fäger gelegt wird, nicht zu schaffen.

Dazu gelten die Ingenieurswissenschaften als Männerdomäne, was weitere eigentlich interessierte Frauen abschreckt, da sie vielleicht nicht nur mit Männern zu tun haben wollen und berechtigterweise Angst haben, als Frau in diesem Beruf nicht wirklich ernst genommen zu werden.
 

Benutzer82836 

Verbringt hier viel Zeit
22 Frauen 196 Männer

es liegt daran, dass nur die wenigen wirklich guten Frauen es in kauf nehmen dafür anfangs schief angeschaut zu werden

hätte nichts dagegen, wenn da ein paar mehr wären
 

Benutzer25654 

Verbringt hier viel Zeit
Aber was halt auch ganz klar gegen ein Ingenieurstudium spricht für Abiturientinnen ist die fehlende berufliche Perspektive, man muss immer einen Spur härter und ehrgeiziger sein, als die Kommillitonen/Kollegen und Chefs sind superkritisch bei der Einstellung, bzw. Ältere nehmen dich als Frau in dem Beruf erstmal überhaupt nicht ernst. Auch damit muss man erstmal umzugehen wissen.:zwinker:

da hab ich erst vor kurzem ein gespraech vom dekan der technischen fakultaet mitbekommen dass er es meist ganz anders nimmt und frauen wegen ihrer seltenheit schnell genommen werden

Familie und Beruf sind auch nur ganz, ganz schwer vereinbar, zumindest ab dem mittleren Mangement. Wiedereinstieg nach Babypause fast unmöglich, da muss man sich eigentlich ziemlich früh zwischen Kind und Karriere entscheiden.:ratlos:

das ist doch eher ein (firmen)politisches problem statt ein porblem der fachrichtung an sich


soweit ichs mitbekommen hab ist vieles davon eh ein deutsches problem
von spanischen kollegen/hiwis hab ich schon gehoert dass es in spanien zb mit der frauenquote voellig anders aussieht und der zahl spanischer mitstudenten/kollegen/hiwis mit denen ich zu tun hatte nach zu schaetzen ist das frau/mann verhaeltnis in spanien tatsaechlich ziemlich ausgeglichen
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Interessiert wohl auch einfach viel mehr Männer als Frauen, genau wie Autos, Waffen oder andere technisches Zeugs.
 
H

Benutzer

Gast
da hab ich erst vor kurzem ein gespraech vom dekan der technischen fakultaet mitbekommen dass er es meist ganz anders nimmt und frauen wegen ihrer seltenheit schnell genommen werden

Ist bei uns auch so. Frauen kommen eher mit nem schlechten Durchschnitt in solch einen Studiengang. Aber dennoch ändert das nichts. Frauen haben es in dem Fachbereich gerade älteren Kollegen gegenüber wesentlich schwerer als Männer. Man wird oft nur belächelt und nicht für voll genommen.
 

Benutzer20202 

Verbringt hier viel Zeit
das ist doch eher ein (firmen)politisches problem statt ein porblem der fachrichtung an sich
Ich würde sagen, gerade im technischen Bereich veraltet Wissen sehr schnell, eine Familienpause ist da schwerer einzubauen als in anderen Fächern. Ich habe gehört, dass es bei mir im Studiengang (E-Technik) ein Studentin mit durchaus guten Noten gab, die dann zu Lehramtsstudiengängen (glaube Physik) gewchselt ist, weil man den Beruf viel besser mit Kinder vereinbaren kann.

Dass das gerade in Deutschland so ausgeprägt ist, kann ich auch bestätigen, von Spanien und Italien habe ich weitgehend ausgeglichene Studentenzahlen gehört und auch in den USA habe ich einen weit höheren Frauenanteil als in D erlebt (zu meiner Zeit 4%). Eine Erklärung, die ich gehört habe, ist das in Deutschland mit seinem recht hohen Wohlstand immer noch das Bild des Mannes als Haupt/Allein-Versorgers vorherrscht, währen Frauen in ihrer Studienwahl sich eher selbst verwirklichen wollen. In anderen Ländern ist es viel häufiger der Fall, dass beide Elternteile arbeiten und einen aussichtsreichen Beruf anstreben.
 

Benutzer56624  (32)

Benutzer gesperrt
Das ist ein Anzeichen dafür, dass deutsche Männer zu viel verdienen. So viel, dass die Frau nicht unbedingt arbeiten gehen muss um Kinder zu ernähern. Und wenn sie doch zu wenig verdienen, jammern sie was das Zeug hält oder sie verzichten auf Kinder.
Ein Teufelskreis.
 
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