Warum diese Lernblockade?

Benutzer173372  (28)

Sorgt für Gesprächsstoff
Off-Topic:
Heute mal ein anderes Thema, ansonsten schreib ich ja immer über meine erfolglose Situation mit dem anderen Geschlecht. Kann das Thema schon selbst nicht mehr hören :grin:


Um mein derzeitiges Problem zu erklären muss ich meine Situation zuerst etwas schildern.

Vor fast 2 Jahren habe ich eine Ausbildung angefangen, welche ich letzten Monat abgebrochen habe, aus mehreren Gründen. Einer dieser Gründe ist, dass meine Tätigkeiten im Betrieb kaum etwas mit dem zu tun hatten, was wir in der Schule machen und es sich so ständig angefühlt hat, als würde ich 2 Ausbildungen gleichzeitig machen. Der andere Grund ist, dass mir in dem Betrieb rein gar nichts beigebracht wurde, ich musste mir sozusagen alles selbst erarbeiten.
Und da liegt mein Problem. Aus irgendeinem Grund habe ich immense Schwierigkeiten damit, Sachen zu lernen und mir neues Wissen anzueignen, wenn alles rein theoretisch abläuft. Wenn ich mir z.B. aus dem Internet heraussuchen soll, wie gewisse Dokumente auszusehen haben, bin ich komplett überfordert. Ich kann einfach nicht arbeiten, wenn mir keine klipp und klaren Vorgaben gegeben werden. Genau so habe ich auch große Schwierigkeiten, Texte zu lesen und zu schreiben und muss diese teilweise 10 mal durchlesen, bis ich sie endlich mal ansatzweise verstehe. Selbst wenn man mir Sachen mündlich erklärt, verstehe ich kein Wort.
Irgendwie blockiert mein Hirn alles, was ich nicht durch praktische Arbeit in Erfahrung bringen kann. In meinem Nebenjob als Küchenhilfe & Lieferant hab ich keinerlei dieser Probleme. Da weiß ich sofort, was zu tun ist, kann mir alle Adressen auswendig merken und es gibt fast gar keine Komplikationen.

Doch in meinem jetzigen Bürojob fühle ich mich ständig komplett aufgeschmissen. Ich verstehe meine Arbeitsaufträge nicht, fühle mich unfähig mir die nötigen Informationen zu besorgen und bin einfach nur frustriert. Anderen Kollegen gelingt es doch auch. Die recherchieren im Internet und finden auf alles eine Lösung, aber ich krieg nichts auf die Reihe. Selbst wenn mir erklärt wird, was ich tun soll, geht es mir nicht in den Kopf rein.


Ist das eine Art Lernbehinderung? Denn bei praktischen Sachen funktioniert es meist auf Anhieb, wo es eine ganz klare Richtung gibt was man zu tun hat und wo es sofort Feedback gibt, ob das jetzt richtig oder falsch war. Dinge, bei denen man einfach nur gut darin sein muss und durch die praktische Erfahrung dann nicht viel geistige Kapazität dafür aufwenden muss.


Dieses Problem habe ich schon sehr lange. In der Schule z.B. habe ich mich mit Mathematik immer sehr leicht getan, weil man da einfach üben kann und da hatte ich auch von Anfang an einfach Verständnis. Ich musste nie wirklich lernen und habe trotzdem durchgehend 1er und 2er geschrieben, genau wie bei sprachlichen Fächern.
Aber bei allem, was sich für mich irgendwie trocken anfühlt und fachlicher Natur ist, kann ich mich mental einfach nicht drauf einlassen. So hatte ich beispielsweise in Geschichte oder Erdkunde ständig schlechte Noten. Selbst wenn ich versucht habe, die Themen dort zu lernen, mein Kopf wollte einfach nicht. Selbst als ich wusste, wenn ich jetzt nicht für diese Fächer lerne, muss ich die Klasse wiederholen, war das für mich nicht genug Grund um mich da wirklich reinzubeißen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer174969  (28)

Verbringt hier viel Zeit
Ist das eine Art Lernbehinderung?
Nö, vermutlich nicht. Menschen lernen nur unterschiedlich.

Bei sehr trockenen Fächer, die viel mit auswändiglernen zu tun haben, hilft es mir das Thema auszuarbeiten in Form von Tabellen, Mindmaps, viel mit Farben, Formen und Unterstreichungen. Und dazu passende Musik.

So prägt sich bei mir der ganze Krempel ein und die Farben/Formen/visuelle Unterstreichungen plus die Musik sind eine Stütze für mich, um mich zu erinnern.

Im Endeffekt müsstest du zuerst lernen wie du lernst. Ich hab das erst in meinem zweiten Studium hinbekommen so richtig zu wissen wie ich sowas lerne 🤷🏻‍♀️
 
2 Woche(n) später

Benutzer175515  (25)

Öfters im Forum
Das Praxis und Theorie manchmal weit auseinander liegen, ist meiner Erfahrung nach oft dem Umstand geschuldet, dass die Theorie einen befähigen soll das gelernte zu nutzen um einen Betrieb, eine Praxis, zu verstehen.

Die Praxis wiederum hängt von der Branche, dem Standort, der Firmengröße-/ Struktur und auch der Firmenform zusammen.

Du kannst univerell als Kaufmann ausgebildet sein, wirst aber beispielsweise bei einem Fast Food Franchise ganz andere Aufgaben haben, als bei einem Autohaus beispielsweise.

Du hast aber immer aus der Theorie eine gewisse "Schnittmenge" zu der Praxis. Ein guter Betrieb, ein guter Ausbilder sollte einem das eigentlich auch erklären. Als guter Auszubildender könnte man auch nachfragen, wenn einem das unklar ist.

Das mit dem lernen kann ich aber gut nachvolziehen. Ich wurde aus meinem letzten Studium auch rausgeschmissen, weil ich zu schlecht war. Unterm Strich habe ich sehr viel gelernt, nur war ich mit dem Stoff überfordert und von Seiten meines Arbeitgebers wurde mir statt zu helfen gesagt "Erwachsenenbildung, Pech gehabt".

Vielleicht hilft es dir bei längeren Texten die Kernaussagen eines Abschnittes herauszuarbeiten. Das liest sich so, als wäre das monotone anglotzen von Buchstaben etwas zermürbend. Dadurch überlegst du schon beim lesen, was du gleich notierst und bist auch wacher.

Dieses "freie" oder selbstständige Lernen hat mir unterm Strich auch das Genick gebrochen und ich denke nicht, dass das eine Lernbehinderung ist. Es kommt vermutlich darauf an, wie man in der Schule gepolt wurde zu lernen.

Das zu durchbrechen ist im nachhinein (finde ich) nicht einfach.
 
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