Wann geht man eine Beziehung ein?

P

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.......................
Und weil fast jede Beziehung die ich kenne nicht in den guten Zeiten zerbrochen ist, sondern dann wenn der eine den andern gebraucht hätte, und der dazu einfach keine Lust oder keine Kraft hatte.
Wo bleibt man dann, wenn man sich wirklich drauf verlassen hat, dass jemand einem den Rücken frei hält, der sich aber bei erster Gelegenheit aus dem Staub macht?

Es ist ein schöner Gedanke, aber ich hab in den letzten Jahren gelernt, wirklich verlassen kann man sich im Drama nur auf sich selbst *seufz*

da muß ich dir leider recht geben, als ich es gebraucht hätte ist sie binnen kürzester zeit ausgezogen und hat nen anderen ...........
auch männer sind nicht gefeit davor auch nicht nach 24 jahren und 360 tagen .........
 

Benutzer70315  (32)

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Ich stelle jetzt ein paar bewusst naiv-kindliche Fragen, die sich mir beim ersten Lesen deines Textes so aufgedrängt haben:zwinker: :

du verwendest zum Schluss diese Formulierung
Aber so überzeugte, freiwillige Solisten, die sich mit allen Mitteln sträuben, gibt es selten
was heißt "mit allen Mitteln" und was heißt "sträuben?" Gegen die Menschen, die in dir mehr als nur eine Freundin sehen und sich eine Beziehung vorstellen können? Gegen einen gesellschaftlichen Druck, der nach Kindern, einem Haus im Grünen und Ehe schreit?

So überzeugt kannst du irgendwo nicht sein, sonst würde es den Thread hier wahrscheinlich nicht geben. Ich kann dir deine Titel-Frage übrigens auch nicht klar beantworten.
Eine Beziehung eingehen, das bedeutet für mich auch ein gewisses Risiko. Diese Symptome am Anfang (Anziehung, Kribbeln...) die sind dann da und dann wirft man sich ins kalte Wasser. Sicher auch aus egoistischen Gründen auf der Suche nach Wärme und Geborgenheit und bei mir zumindest bisher immer auch nach Sicherheit, die ich mir allein vorher nicht geben konnte. Aber was dabei raus kommt?
Klar ist es Arbeit, da hast du schon recht, aber es ist auch Verbundenheit, Romantik, Freundschaft mit einem Menschen, den man einfach um sich haben möchte.
Deine Lebensweise, die du hier schilderst, befremdet mich zwar auf der einen Seite aber ich kann auch eine gewisse Bewunderung nicht leugnen. Du scheinst hiernach zumindest auch in dir selbst zu ruhen und einen Partner nicht zu "brauchen". Aber ist das nur die Theorie oder auch die Praxis?
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich stelle jetzt ein paar bewusst naiv-kindliche Fragen, die sich mir beim ersten Lesen deines Textes so aufgedrängt haben:zwinker: :

du verwendest zum Schluss diese Formulierung
was heißt "mit allen Mitteln" und was heißt "sträuben?" Gegen die Menschen, die in dir mehr als nur eine Freundin sehen und sich eine Beziehung vorstellen können? Gegen einen gesellschaftlichen Druck, der nach Kindern, einem Haus im Grünen und Ehe schreit?

Also gesellschaftlichen Druck verspüre ich keinen. In meiner Umgebung leben alle so ein unkonventionelles Leben, da kann ich mich ganz einfach einreihen, ohne Druck zu spüren. Mit allen Mitteln sträuben bedeutet, dass ich der Versuchung, meinen kurzzeitigen endorphingeleiteten "Aussetzern" nicht nachgebe. Ich verspreche niemandem eine Zukunft (=Beziehung), auch wenn ich für einen Moment vllt das Bedürfnis danach habe. Ich mache also nie diesen Sprung ins kalte Wasser. Ich mache das nicht, weil ich weiß, dass ich das Versprechen nicht einhalten kann und dem anderen keine Sicherheit geben kann. Und ich will ihn nicht glauben lassen, er hätte die Sicherheit, wenn er sie nicht hat. Es ist so, dass die Männer toll sind, die ich getroffen habe. Ich habe auch mindestens so viele Gefühle für sie gehabt, wie früher vor Beziehungen. Aber ich gehe keine Beziehung ein, weil mir die Freiheit und Ungebundenheit wichtiger ist.

Deine Lebensweise, die du hier schilderst, befremdet mich zwar auf der einen Seite aber ich kann auch eine gewisse Bewunderung nicht leugnen. Du scheinst hiernach zumindest auch in dir selbst zu ruhen und einen Partner nicht zu "brauchen". Aber ist das nur die Theorie oder auch die Praxis?

Doch, es funktioniert blendend in der Praxis. Ich muss erläutern, dass ich nie alleine bin, auch wenn ich in keiner Beziehung bin. Ich pflege "Romanzen", lebe dort die schönste, intensivste Romantik aus, habe keine Probleme, Nähe und Emotionen zuzulassen, aber es ist eben immer unter der Prämisse, dass es keine gemeinsame Zukunft gibt. Ich selbst bin ein sehr leidenschaftlicher und emotionaler Mensch. Ich brauche das auch um mich herum. Es gibt Leute, die mich lieben, die (fast) alles für mich machen würden. Meine ehemaligen Romanzen/Affären sind meine Freunde, so vertraut waren wir und sind es noch. Wir hatten dem anderen immer größte Wertschätzung und Respekt entgegen gebracht. Ich habe Freunde, die nur mit dem Finger schnippen müssten und ich fahre ohne nachzudenken 1000km zu ihnen, wenn sie mich brauchen, genauso wie sie es für mich machen würden. Ich habe eine Familie, mit der zwar nicht alles im Reinen ist, aber ich weiß, dass sie mich unterstützt, egal was kommt. Und ich habe irgendwie auch keine Probleme, Leute zu finden, die mich mögen und die ich mag. Wie gesagt, ich bin ausgewandert, lebe seit paar Monaten in einer völlig neuen Umgebung, wo ich vorher niemanden so wirklich kannte. Mittlerweile habe ich einen fixen, sehr engen, vertrauten Freundeskreis und eine wunderschöne Romanze mit jemandem, der nicht so schnell aus meinem Leben verschwinden wird, auch wenn die Romanze vorbei ist. Ich hab einfach auch viel Glück! Ich lerne einfach sehr gute Menschen kennen. Ich ziehe sie förmlich an. Ich kann mich auf sie verlassen, mehr, als ich es je in einer Beziehung auf meinen Partner konnte. Die Gefühle, die ich für meine Freunde hege, sind eben ehrlich und direkt. Sie haben Hand und Fuß, sie sind rational nachvollziehbar.
 

Benutzer70315  (32)

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Wie ist es mit den Menschen die du kennen lernst. Du beschreibst, dass du auch Freundschaften mit deinen Affären entwickelt hast. Kommen damit alle klar? Also wenn sich ein Mann in dich verliebt, einer Beziehung nicht abgeneigt ist, kann ich mir schwerlich vorstellen, dass dieser dann auch vorbehaltlos in eine Freundschaft übergeht und alle duldet, die nach ihm kommen. Mit anderen Worten: Bist du bisher mit allen "Romanzen" auch nachher befreundet gewesen?
 
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Gast
Das was du im EIngangsposting beschreibst, kenne ich selbst.
Kurz und knapp meine Sichtweise: Ich gehe keine Beziehung ein, um irgendwelche Bedürfnisse zu erfüllen, sondern weil sie eben von Person XYZ schon komplett erfüllt werden.
Daher bin ich auch jemand, der dann lieber Affären und Romanzen hat. Eine Beziehung gibt es dann, wenn es wirklich komplett passt. Ich habe keine Lust auf Kompromisse und eingeredete Gefühle. Das habe ich einmal hinter mir und heute weiss ich, dass ich mit dieser Dame einfach als Freundschaft mit Extras viel besser funktioniert habe.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Wie ist es mit den Menschen die du kennen lernst. Du beschreibst, dass du auch Freundschaften mit deinen Affären entwickelt hast. Kommen damit alle klar? Also wenn sich ein Mann in dich verliebt, einer Beziehung nicht abgeneigt ist, kann ich mir schwerlich vorstellen, dass dieser dann auch vorbehaltlos in eine Freundschaft übergeht und alle duldet, die nach ihm kommen. Mit anderen Worten: Bist du bisher mit allen "Romanzen" auch nachher befreundet gewesen?

Wie soll ich es sagen. Hm. Ich betone, dass nicht mehr drinnen ist, deswegen macht sich niemand Illusionen. Deswegen akzeptieren sie es so, wie es ist, nämlich als EPISODE ihres Lebens, die sie nicht missen möchten. Sie schätzen meine Ehrlichkeit, was das anbelangt und können gar nichts anderes machen, als es zu akzeptieren. Und sie sind selbst Menschen, die sich keinen falschen Hoffnungen hingeben. Sie sind für sich selbst verantwortlich. Wer mit mir nicht umgehen kann, der darf sich gar nicht auf mich einlassen. Und meine Freundschaft ist ihnen wichtiger als eine Beziehung mit mir. Bin ich noch mit allen meinen Bekanntschaften befreundet? Nein, einfach deswegen nicht, weil Freundschaft ein großes Wort ist und gar nicht alle da Platz haben. Aber ich kann gut mit ihnen, wenn ich sie sehe. Wir mögen uns, es ist nie seltsam oder verkrampft. Ich würde auch sagen, dass mich alle schätzen. Sie wollten mir nie etwas böses und haben mir nie etwas böses getan. Wir sind immer im Guten auseinander gegangen, auch wenn einer traurig war. Die Basis war eben Ehrlichkeit und Respekt. Und das ist dann doch einiges wert.
 

Benutzer116974 

Öfters im Forum
Seit dem ich die meiner meinung nach wahre liebe gefunden habe, denke ich kann ich ein paar worte dazu sagen. Du hast recht viele gehen eine beziehung ein weils passt, und daraus wird meiner meinung nach monaten eventuell liebe, aber es ist nicht von anfang an liebe. Deswegen unterstelle auch vielen, wirkliche liebe nicht zu kennen.
Ich könnte so auch nie eine beziehung eingehen. Anders war es bei meiner freundin. Denn sie lernte ich kennen als nobody. Wir wurden freunde und lernten uns näher kennen und interessierten uns sehr für einander. Andere würden da schon in einer beziehung sein. Wir nicht. Wir wollten so direkt nichtmal iwas erzwingen, redeten uns ein gute freunde zu sein, obwohl wires eig nicht mehr waren...denn wir hatten und unbewusst ineinander verliebt. Liebe muss meiner meinung nach ohne den willen entstehen, denn dann ist es wahre liebe. Liebe die nicht durch iwelche umstände entsteht, sondern entsteht, weil es ausnahmlos einfach nur liebe ist...und iwann wirst du es spüren, wenn der richtige vor dir steht.

Mfg
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Hm, eine Frage... wie schaffst du das, mit dem Hingeben auf der einen Seite und dem Nicht drauf einlassen gleichzeitig?

Das ist das Dilemma, dass ich nicht überwinde. Ich kann nicht "ein bisschen Gefühl" reinstecken. Oder mich ein "bisschen öffnen". Das ist was Affären für mich von dem was drüber hinausgeht unterscheidet.
Wie also bekommt man den Mittelweg hin?
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Hm, eine Frage... wie schaffst du das, mit dem Hingeben auf der einen Seite und dem Nicht drauf einlassen gleichzeitig?

Das ist das Dilemma, dass ich nicht überwinde. Ich kann nicht "ein bisschen Gefühl" reinstecken. Oder mich ein "bisschen öffnen". Das ist was Affären für mich von dem was drüber hinausgeht unterscheidet.
Wie also bekommt man den Mittelweg hin?

Hm. Für mich ist es das Naheliegendste. Romantische Gedanken drängen sich bei mir sehr schnell auf, wenn der Mann toll ist (und wenn er nicht toll ist, hab ich auch nichts mit ihm). Romantische Gedanken kann ich genießen und ausleben. Und ich habe auch das Gefühl, dass ich es intensiver mache, seit ich eben keine festen Beziehungen pflege, vielleicht, weil ich auf die Art keine Angst habe, dass der andere mich auf etwas festnageln will, das ich in ein paar Wochen wieder verwerfen könnte. Ich lebe eben den Moment und lasse das raus, was ich gerade fühle, ohne mir Gedanken zu machen, wie das vielleicht ankommen könnte. Ich habe ja nichts zu verlieren! Und interessanterweise habe ich damit bisher immer nur gewonnen. Es gibt keine Zukunft, das wissen alle Beteiligten, deswegen kann man den Moment mehr genießen. Man macht mehr draus. Auch habe ich das Gefühl, dass sich mein Gegenüber leichter darauf einlassen kann und mehr er selbst sein kann, weil er keine Sorge hat, sich für irgendetwas zu verpflichten. Es ist einfach so "anders" als die übliche Herangehensweise, weil es ehrlich, direkt und trotzdem liebevoll ist, dass die Leute wohl aus ihrem üblichen Verhaltensschema ausbrechen können. Das ist auch die Rückmeldung, die ich bekommen habe. Für mich ist Sex ohne Gefühl übrigens nicht wirklich interessant. Ich finde es schon sehr bereichernd, wenn man für den anderen etwas empfindet und wenn das nur Vertrauen und Wertschätzung ist (zusätzlich zur sexuellen Attraktion). Sonst würde ich das ja nicht so handhaben.
 

Benutzer40590  (42)

Sehr bekannt hier
Aber ich wundere mich eben, ob ich die einzige bin, die das so sieht. Ich habe das Gefühl, in meiner Umgebung und auch hier sind alle auf der Suche nach einem Partner oder haben einen Partner oder sagen zumindest nicht "nein", wenn sich einer anbietet. Aber so überzeugte, freiwillige Solisten, die sich mit allen Mitteln sträuben, gibt es selten. Mir fällt außer mir nur caotica ein :grin: Und mir wurde auch schon unterstellt, ich wäre bindungsunfähig. Weiß auch nicht, was ich damit anfangen soll.

Nee, Du bist nicht allein. Ich bin auch nicht umsonst seit ner Ewigkeit Single - es ist nicht so das ich keine Gelegenheiten gehabt hätte, aber irgendwas gab es immer was mich definitiv davon abhielt eine Beziehung einzugehen - eben weil ich nicht wirklich eine gemeinsame Zukunft gesehen hab oder die Gefühle einfach nicht stark genug waren um weiter zu gehen.
Früher hab ich auch über sowas hinweggesehen und gehofft das sich das nicht so sehr bemerkbar macht oder das sich die Gefühle im Laufe der Zeit stärker entwickeln.
Ich hab in den letzten paar Jahren allenfalls Affairen gehabt und bin mit denen in den meisten Fällen auch noch gut befreundet.
Allerdings versuche ich auch sowas in letzter Zeit nicht mehr zu machen, ich mag niemandem weh tun der sich eben viel mehr davon verspricht obwohl ich im Vorfeld schon gesagt habe das es bei ner Affaire bleibt.
Wenn ich wieder eine Beziehung eingehe, dann mit einer Frau wo ich mir wirklich sicher bin.
Für mich ist Sex ohne Gefühl übrigens nicht wirklich interessant. Ich finde es schon sehr bereichernd, wenn man für den anderen etwas empfindet und wenn das nur Vertrauen und Wertschätzung ist (zusätzlich zur sexuellen Attraktion). Sonst würde ich das ja nicht so handhaben.

Auch das geht mir so, deshalb mag ich keine ONS mit "unbekannten" sondern hab sowas eigentlich nur mit guten Freundinnen. Bei denen ist klar das es dabei bleibt und keiner macht sich Illusionen, aber es ist eben doch gefühl im Spiel und es ist trotzdem kein "rein mechanischer" Sex (der mir nicht viel mehr gibt als wenn ichs selbst mache).
Bei Frauen die ich neu kennenlerne ist es aber sehr schwierig das so umzusetzen.
 

Benutzer29410 

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. Es gibt Leute, die mich lieben, die (fast) alles für mich machen würden. Meine ehemaligen Romanzen/Affären sind meine Freunde, so vertraut waren wir und sind es noch. Wir hatten dem anderen immer größte Wertschätzung und Respekt entgegen gebracht. Ich habe Freunde, die nur mit dem Finger schnippen müssten und ich fahre ohne nachzudenken 1000km zu ihnen, wenn sie mich brauchen, genauso wie sie es für mich machen würden. Ich habe eine Familie, mit der zwar nicht alles im Reinen ist, aber ich weiß, dass sie mich unterstützt, egal was kommt. Und ich habe irgendwie auch keine Probleme, Leute zu finden, die mich mögen und die ich mag. Wie gesagt, ich bin ausgewandert, lebe seit paar Monaten in einer völlig neuen Umgebung, wo ich vorher niemanden so wirklich kannte. Mittlerweile habe ich einen fixen, sehr engen, vertrauten Freundeskreis und eine wunderschöne Romanze mit jemandem, der nicht so schnell aus meinem Leben verschwinden wird, auch wenn die Romanze vorbei ist. Ich hab einfach auch viel Glück! Ich lerne einfach sehr gute Menschen kennen. Ich ziehe sie förmlich an. Ich kann mich auf sie verlassen, mehr, als ich es je in einer Beziehung auf meinen Partner konnte. Die Gefühle, die ich für meine Freunde hege, sind eben ehrlich und direkt. Sie haben Hand und Fuß, sie sind rational nachvollziehbar.

Das hört sich ehrlich gesagt für mich so ein bisschen wie Wunschdenken an.
Meiner Definition von "Freundschaft" nach stellt sich erst nach mehr als "ein paar Monaten" heraus, ob man wirklich mit jemandem vertraut ist, oder nicht. Am Anfang ist sowieso immer alles "ganz toll", was beständig ist, zeigt sich erst auf dem großen Parkett, in einer Freundschaft wie in einer Beziehung zu einem Mann.

Und was du so über deine ganzen Romanzen/Affären, die dir alle sämtlich noch innig verbunden sind, nach dem sie dir bereits ihr Herz und ihre Hand angeboten haben und von dir abgelehnt worden sind, erzählst, deckt sich überhaupt nicht mit meinen reichhaltigen Erfahrungen mit Männern, die allesamt wie Frauen auch nur Menschen sind: eifersüchtig, abgelenkt, auch mal eingeschnappt, verletzt, verliebt und hin und wieder aus meinem Leben für immer verschwunden sind, weil sie ja noch ihr eigenes zu leben haben. Alles andere fände ich auch irgendwie übermenschlich, und ich kenne keine Übermänner, nur ganz normale. ;-)

Ich bin ja nun jemand, der gerne in beständigen Beziehungen lebt und ich hab aber auch mein gerütteltes Maß an "Romanzen" (irgendwie mag ich dieses etwas verlogene Wort nicht, da wahre Romantik für mich woanders steckt)hinter mir. Mich hat die immer gleiche Wiederholung der Oberflächlichkeit irgendwann einfach nur noch angekotzt. Die unterschiedlichsten Männer - und immer im Prinzip die gleichen Situationen (der erste Kuss, das erste Date, das erste Konzert, das erste Kennenlernen von Freunden bla bla), das gleiche Gelaber (Weltanschauungen, Träume, Zukunftspläne, Vergangenheiten, irgendwann hab ich alles schon mal gehört), die einen besser verträglich, die anderen nach 6 Wochen schon fade geworden. Und dann zum Schluss das Theater, die Heulerei, die großen Abschiedsworte oder gar die Freundschaftsversprechungen, die schon vergessen waren wenn ich einen anderen Typen anschleppte. Der sarkastische Unterton ist augenzwinkernd gemeint, ich bin mir sicher, dass über mich andersherum ähnliches zu berichten ist, denn ich bin auch nur ein Mensch. *gg*

Nee, richtig Spaß machte es auf Dauer nur mit den sehr wenigen wirklich interessanten Männern, die mir begegnet sind, und die so toll waren, dass ich gar nicht daran dachte, sie wieder gehen zu lassen, weil es mir das Herz gebrochen hätte. "Arbeit" machten mir diese Beziehungen nie, im Gegenteil, sie verliehen mir Flügel.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Nun ja, so ist eben jeder anders. Oder, ganz klassisch: Der Richtige ist wohl noch nicht vorbeigekommen (was auch immer DAS heißen mag). Ich kann im Prinzip eh nichts ändern. Ich habe mir den Thread jetzt noch mal ganz durchgelesen und denke eigentlich, dass es mir momentan eigentlich gar nicht besser gehen kann. Ich werde diese Phase also einfach noch weiter aussitzen.
 

Benutzer86779  (36)

Sehr bekannt hier
Hm. Ich weiß nicht, ob ich dich falsch verstehe oder du mich :zwinker: Es ist keinesfalls so, dass ich auf den Ritter mit weißem Pferd warte, der mir seine bedingungslose Liebe verspricht (leider passiert mir das aber "dauernd". Ich will das gar nicht haben.). Für mich bedeutet eine Beziehung Arbeit. Mehr Arbeit, als ich habe, wenn ich keine Beziehung führe. Warum? Ganz einfach, weil man zwei Menschen unter einen Hut bringen muss. Ich bin sehr kompromissfähig und ich schätze meine Mitmenschen. Habe auch meinen Ex sehr geschätzt und tue es immer noch (und er mich auch. Wir hatten alles in allem eine sehr schöne Beziehung. Ich war nur ernüchtert von uns als Paar, nicht von ihm). Momentan führe ich keine Beziehung, weil ich keine Perspektive für mich selbst sehe. Ich will mich vom Wind leiten lassen und dorthin ziehen, wohin er mich weht.

dann ist doch alles gut, worum machst du dir gedanken? darum das deine freunde deinen lebensstil in frage stellen?

das ist doch immer die kernfrage. eine beziehung kostet zeit, energie und man muss die lebensstile aneinander anpassen. insofern ist eine beziehung eine aufgabe von freiheit.

es kommt halt immer darauf an, welcher wunsch einem wichtiger ist. der wunsch nach zweisamkeit oder der wunsch nach freiheit. wenn es zweiteres ist, ist doch alles super.

wobei das ja glaube ich schon dein 2. thread dieser art ist. irgendwie scheinst du schon noch probleme mit dem gedanken zu haben oer suchst zumindest nach bestätigung "normal" zu sein.

ich denke du solltest nochmal genau in dich gehen, ob du vllt. doch bindung willst und irgendwelche unterbewussten ängste dahinter stecken (und der wunsch nach freiheit, finde keinen der genug gefühle auslöst etc. nur eine nachträgliche rationalisierung-also eine ausrede dir selber gegenüber) sind, oder ob du tatsächlich so leben willst und gesellschaftliche prägungen, also vor allem die meinung von freunden und familien dich zurückhalten.

in beiden fällen solltest du daran arbeiten. also entweder die ängste loswerden, oder aber überflüssige gesellschaftliche prägungen über bord werfen um dein leben wirklich mit überzeugung leben zu können.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
dann ist doch alles gut, worum machst du dir gedanken? darum das deine freunde deinen lebensstil in frage stellen?

Neinnein. Das ist mir egal, außerdem tun sie's nicht.

Das einzige, was mir Sorgen macht, ist, dass ich andere Menschen nicht nachvollziehen kann, wenn sie von unendlicher Liebe und tiefster Verliebtheit sprechen. Dabei will ich sie doch so gerne verstehen. Ich sehe sie irritiert an, wenn sie zum Schwärmen anfangen, die Augen ganz verklärt, wenn sie sich nostalgisch daran erinnern, wie es war mit ihrer großen Liebe, ihrem Seelenverwandten. Ich habe eine ambivalente Meinung dazu. Einerseits ist es Neid, dass sie so etwas erleben durften, andererseits muss ich mich sehr stark zusammenreißen, dass ich ihnen nicht Erfahrungsmangel und Unkenntnis über ihre eigene Gefühlswelt unterstelle, weil sie sich einfach in eine Emotion hineingesteigert haben, die größter Wahrscheinlichkeit nach wohl mehr Wunschdenken, Podesterhebung, etc. ist als sonst etwas.

Letztendlich bin ich also eigentlich das, was ich sonst immer erfolgreichen Pick-Up-Artist unterstellt habe: Aus Egoismus, Überangebot und der Suche nach Pseudokausalität sind sie nicht fähig zu irrationalen, beständigen, tiefen, träumerischen Gefühlen. Wenn das so ist, dann finde ich das... traurig. Für mich.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Letztendlich bin ich also eigentlich das, was ich sonst immer erfolgreichen Pick-Up-Artist unterstellt habe: Aus Egoismus, Überangebot und der Suche nach Pseudokausalität sind sie nicht fähig zu irrationalen, beständigen, tiefen, träumerischen Gefühlen. Wenn das so ist, dann finde ich das... traurig. Für mich.

Naja, traurig ist halt sehr wertend. Ist halt eine Nebenwirkung des Kontrollstrebens: Emotionen sind alles andere als kontrolliert.

Was ich halt nicht verstehe ist das:
s muss ich mich sehr stark zusammenreißen, dass ich ihnen nicht Erfahrungsmangel und Unkenntnis über ihre eigene Gefühlswelt unterstelle, weil sie sich einfach in eine Emotion hineingesteigert haben, die größter Wahrscheinlichkeit nach wohl mehr Wunschdenken, Podesterhebung, etc. ist als sonst etwas.

"Wir Verpartnerten", oder zumindest ich, muß mich auch nicht zusammenreißen, daß ich dir da nicht einen Huscher unterstelle. Ich kann das durchaus ganz emotionslos akzeptieren, daß auch in puncto Bindungswunsch (wie auch in so vielen anderen Bereichen: Essen, Lieblingsfarben, Kleidungsstil, Schlafverhalten, ...) die Menschen unterschiedlich sind.

Warum verkrampfst Du Dich da so darauf, daß Du recht hast und alle anderen in Verblendung leben?
Warum können nicht beide Seiten individuell recht haben?

Find ich "komich".
 

Benutzer91095 

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Warum verkrampfst Du Dich da so darauf, daß Du recht hast und alle anderen in Verblendung leben?
Warum können nicht beide Seiten individuell recht haben?

Find ich "komich".

Ich versteife mich nicht drauf, Recht zu haben. Ich habe auch äußerst gerne Unrecht. Es ist mehr so ein "Ich war auch mal so und dann ist mir was passiert und nun weiß ich es besser." Sowas macht doch jeder Mensch. Das sagt jeder, der mal betrogen hat ("Früher dachte ich auch, ich würd's nie tun, und dann hab ich's doch getan!"), jeder, der nie Kinder wollte und dann doch eines bekommen hat, jeder, der frustriert auf Verpartnerungen geschaut hat und dann selbst seinen Lebenspartner getroffen hat und es auf einmal besser wusste (siehe z.B. Post von lovetex weiter oben). So ist es bei mir eben auch. Und bei dir auch.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Das einzige, was mir Sorgen macht, ist, dass ich andere Menschen nicht nachvollziehen kann, wenn sie von unendlicher Liebe und tiefster Verliebtheit sprechen. Dabei will ich sie doch so gerne verstehen. Ich sehe sie irritiert an, wenn sie zum Schwärmen anfangen, die Augen ganz verklärt, wenn sie sich nostalgisch daran erinnern, wie es war mit ihrer großen Liebe, ihrem Seelenverwandten. Ich habe eine ambivalente Meinung dazu. Einerseits ist es Neid, dass sie so etwas erleben durften, andererseits muss ich mich sehr stark zusammenreißen, dass ich ihnen nicht Erfahrungsmangel und Unkenntnis über ihre eigene Gefühlswelt unterstelle, weil sie sich einfach in eine Emotion hineingesteigert haben, die größter Wahrscheinlichkeit nach wohl mehr Wunschdenken, Podesterhebung, etc. ist als sonst etwas.
Ähnlich geht es mir, wenn ein paar meiner Freunde von ihrem gemeinsamen Urlaub sprechen. Wie sie 3 Wochen als Gruppe durch das Land XYZ laufen / fahren, in Zelten schlafen, sich in Bächen waschen, Dosenravioli auf dem Campingkocher kochen und morgens froh sind, wenn irgendwo ein Bäcker in der Nähe ist.
Für die ist das Abenteuer, für mich klingt es nur nervend und unbequem.

Klingt jetzt nach einem sehr albernen Vergleich, ist aber irgendwie das Erste was mir sofort in den Kopf gesprungen ist. Was für die einen ein Abenteuer ist, ist für mich Stress. Das ist einfach mein Wesen und ja, ich bin auch ein wenig neidisch, wenn ich dann irgendwelche Bilder von abgelegenen Orten sehe, die ich nie sehen werde. Aber den Stress und die Kompromisse, die ich dafür eingehen müsste, die sind es mir einfach nicht wert.
 

Benutzer36171 

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Ich versteife mich nicht drauf, Recht zu haben. Ich habe auch äußerst gerne Unrecht. Es ist mehr so ein "Ich war auch mal so und dann ist mir was passiert und nun weiß ich es besser." Sowas macht doch jeder Mensch. Das sagt jeder, der mal betrogen hat ("Früher dachte ich auch, ich würd's nie tun, und dann hab ich's doch getan!"), jeder, der nie Kinder wollte und dann doch eines bekommen hat, jeder, der frustriert auf Verpartnerungen geschaut hat und dann selbst seinen Lebenspartner getroffen hat und es auf einmal besser wusste (siehe z.B. Post von lovetex weiter oben). So ist es bei mir eben auch. Und bei dir auch.

Du glaubst also, dass die meisten Menschen bald/irgendwann deinem Vorbild folgen werden und keine Beziehung mehr haben wollen oder verstehe ich dich jetzt falsch und du meintest das auf die Gefühlswelt bezogen? *g*
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Du glaubst also, dass die meisten Menschen bald/irgendwann deinem Vorbild folgen werden und keine Beziehung mehr haben wollen?

Neinnein, gar nicht! Das wird niemals passieren ^^ Aber ja, was schon stimmt: Ich habe das Gefühl, dass ich einen Schritt weitergedacht habe, als viele andere, die einfach Beziehungen führen, weil sie es eben nicht anders kennen. Das ist natürlich unfair und gemein gegenüber denen. Das weiß ich auch. But I can't help it. Und mich nervt ja auch dieses Gefühl, denn es kann ja nicht richtig sein. Deswegen der Thread.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Neinnein, gar nicht! Das wird niemals passieren ^^ Aber ja, was schon stimmt: Ich habe das Gefühl, dass ich einen Schritt weitergedacht habe, als viele andere, die einfach Beziehungen führen, weil sie es eben nicht anders kennen. Das ist natürlich unfair und gemein gegenüber denen. Das weiß ich auch. But I can't help it. Und mich nervt ja auch dieses Gefühl, denn es kann ja nicht richtig sein. Deswegen der Thread.

Gut, zu nem gewissen Grad ist das menschlich.
Im ersten Moment wäre ich auch geneigt, die Leute, die keine solche Beziehung wie ich führen (wollen) zu belächeln - und mir zu denken "Ha, die wissen gar nicht was sie verpassen, wie rückständig sind die denn". Aber ehrlich gesagt: Ich bin da zu wurstig, solange mir niemand dreinredet, sind die andern meine Energie nicht wert.

Diese Wurstigkeit finde ich jetzt nicht so schwer zu erreichen. Vielleicht wäre das ein Modell für Dich :zwinker:
 
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