Würdet ihr fremdgehen verzeihen?

Benutzer66869 

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Ist das in dieser oberflächlichen Konsumgesellschaft eigentlich die Ausnahme? Ich hoffe nicht.
Deine Einstellung ist ganz bestimmt keine Ausnahme. Wenn ich mich nicht ganz irre stimmen doch hier sogar manche Leute für nein, obwohl sie in einem anderen Beitrag angegeben haben, bereits einen Partner betrogen zu haben.

Ich glaube allerdings nicht, dass die Frage etwas mit der Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft zu tun hat. Denn kulturhistorisch betrachtet ist der Zusammenhang Lebenspartnerschaft und Sexualität ziemlich jung. Und außereheliche Beziehungen waren zu allen Zeit mehr Regel als Ausnahme.

Jeder muss in seiner Beziehung einen Weg finden, der schwindenden Leidenschaft in einer langfristigen Beziehung zu begegnen. Denn nur weil die Lust auf den eigenen, bekannten Partner sinkt (dafür aber die innere Bindung und Liebe zunimmt), verliert man ja nicht seine sexuellen Bedürfnisse. In der Konstellation, dass bei einem der Partner die Lust gen Null tendiert und beim anderen die Lust sich regelmäßig bemerkbar macht liegt der Konsens wohl darin, daß der eine weniger Sex bekommt und der andere sich im Gegenzug ab und zu zur Verfügung stellt - für mich eine grausame Vorstellung, den ich will auch von meiner Partnerin begehrt werden und nicht 'ne Nummer mit einem Stück Fleisch schieben. In diesem Moment wird der "triebschwächere" Partner tatsächlich zum bloßen Objekt der Triebbefriedigung.
Zu anderen Konstellationen kann ich auch gern noch Stellung beziehen :smile:

PS: Das heißt für mich nicht, dass ich Seitensprünge in Kurzzeitbeziehungen ok finde. Solange das sexuelle Begehren am eigenen Partner da ist, halte ich genauso viel von Treue wie manch anderer hier. Ansonsten bin ich für einen offenen Umgang mit dem Thema.
 
S

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Gast
In der Konstellation, dass bei einem der Partner die Lust gen Null tendiert und beim anderen die Lust sich regelmäßig bemerkbar macht liegt der Konsens wohl darin, daß der eine weniger Sex bekommt und der andere sich im Gegenzug ab und zu zur Verfügung stellt - für mich eine grausame Vorstellung, den ich will auch von meiner Partnerin begehrt werden und nicht 'ne Nummer mit einem Stück Fleisch schieben.

Sicher kann das vorkommen, aber warum kann man seine Energie nicht vollständig darauf konzentrieren, diesen "Missstand" zu beseitigen.

Ich glaube, dass mehr Leute dann den einfachen Weg des Fremdgehens wählen statt z.b. einen Sexualtherapeuten aufzusuchen. Und genau das meine ich eben... wenn ich mich für einen Partner langfristig entscheide, dann werfe ich nicht gleich die Flinte ins Korn, wenn mal was nicht mehr so gut läuft.
 

Benutzer66869 

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Sicher kann das vorkommen, aber warum kann man seine Energie nicht vollständig darauf konzentrieren, diesen "Missstand" zu beseitigen.

Ich glaube, dass mehr Leute dann den einfachen Weg des Fremdgehens wählen statt z.b. einen Sexualtherapeuten aufzusuchen. Und genau das meine ich eben... wenn ich mich für einen Partner langfristig entscheide, dann werfe ich nicht gleich die Flinte ins Korn, wenn mal was nicht mehr so gut läuft.
Den zweiten Teil würde ich auch so unterschreiben.
Und ich bin auch kein Verfechter von wildem rumvögeln mit Hinz und Kunz, weil einem gerade danach ist oder "die Alte" gerade keinen Bock hat. An dieser Stelle fehlt mir der Respekt vorm anderen.

Den ersten Absatz sehe ich allerdings nicht so, den du implizierst mit deiner Aussage, dass der Verlust von Begierde einem langjährigen Partner gegenüber ein "Missstand" sein muss, also etwas unnormales, krankhaftes, das behoben werden kann. Sicher kann es Ursachen geben, die sich auf die Sexualität auswirken, obwohl sie ansich nix mit ihr zu tun haben (der Partner ist in letzter Zeit lieblos zu mir, also tue ich mich ihm vorenthalten... etc).

Die Erfahrung zeigt zumindest bei mir und auch durchweg! im Freundeskreis, dass aber diese Entwicklung "normal" ist. Die Leidenschaft und Lust auf den Partner verschwindet mit der Zeit (bei den einen nach 1 Jahr, bei anderen erst nach 4 Jahren), aber stattdessen entsteht eine tiefe Vertrautheit und Verbundenheit mit dem Partner (ähnlich wie zur Mutter als Kind). Und damit auch die Gewissheit, mit diesem Menschen den Rest des Lebens verbringen zu wollen. Auch ohne/mit wenig Sex, weil das zweitrangig geworden ist.
 
S

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Gast
Die Erfahrung zeigt zumindest bei mir und auch durchweg! im Freundeskreis, dass aber diese Entwicklung "normal" ist. Die Leidenschaft und Lust auf den Partner verschwindet mit der Zeit (bei den einen nach 1 Jahr, bei anderen erst nach 4 Jahren), aber stattdessen entsteht eine tiefe Vertrautheit und Verbundenheit mit dem Partner (ähnlich wie zur Mutter als Kind). Und damit auch die Gewissheit, mit diesem Menschen den Rest des Lebens verbringen zu wollen. Auch ohne/mit wenig Sex, weil das zweitrangig geworden ist.

Diese Entwicklung sehe ich auch als ganz normal an, aber ich find's dann nicht normal, schnell ins Bett eines anderen zu huschen. Stattdessen könnte man sich auch zu zweit überlegen, wie man das Sexleben wieder aufpeppt sozusagen.

Sicher kann es Ursachen geben, die sich auf die Sexualität auswirken, obwohl sie ansich nix mit ihr zu tun haben (der Partner ist in letzter Zeit lieblos zu mir, also tue ich mich ihm vorenthalten... etc).

Richtig, und das könnte man zu ergründen versuchen.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Diese Entwicklung sehe ich auch als ganz normal an, aber ich find's dann nicht normal, schnell ins Bett eines anderen zu huschen. Stattdessen könnte man sich auch zu zweit überlegen, wie man das Sexleben wieder aufpeppt sozusagen.
Das soll jetzt nicht ironisch klingen, aber manchmal kann man auch gewisse Themen zu Tode diskutieren und es kommt doch nichts bei raus.

Wenn einer der Partner weniger Lust hat als der andere wird es sehr schwierig mit einem Kompromiss. Okay, dann sagen gleich welche man soll sich trennen. Nur würde man mit einer Trennung eben nicht nur den schlechten Sex hinter sich lassen, sondern auch alles andere, was die Beziehung ausgemacht hat. Und das finde ich überzogen.

Wobei ich ja mal denke, dass die wenigsten fremd poppen, weil sie mit dem Partner schlechten Sex haben...
 
S

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Gast
Das soll jetzt nicht ironisch klingen, aber manchmal kann man auch gewisse Themen zu Tode diskutieren und es kommt doch nichts bei raus.

Zwischen gar nicht reden und zu Tode diskutieren liegen Welten.


Wenn einer der Partner weniger Lust hat als der andere wird es sehr schwierig mit einem Kompromiss. Okay, dann sagen gleich welche man soll sich trennen. Nur würde man mit einer Trennung eben nicht nur den schlechten Sex hinter sich lassen, sondern auch alles andere, was die Beziehung ausgemacht hat. Und das finde ich überzogen.

Naja, wenn einen der schlechte/nicht vorhandene Sex so sehr stört, dass man den angeblich geliebten Partner belügt und betrügt, dann kann das ja keine unbedeutende Sache sein.

Und da finde ich schon, sollte man sich entweder trennen oder mit dem Partner eine offene Beziehung vereinbaren.

Und dass viele diesen Mumm nicht zu haben scheinen (weil sie wohl genau wissen, dass der Partner sie dann rausschmeißt) und fröhlich durch die Gegend pimpern und das z.b. hier im Forum noch so widerwärtig zelebrieren, passt echt nicht in meine Auffassung von liebevollem Umgang miteinander.

Wobei ich ja mal denke, dass die wenigsten fremd poppen, weil sie mit dem Partner schlechten Sex haben...

Ist ja noch schlimmer :tongue:
 

Benutzer66869 

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Na, da sind wir ja einer Meinung :smile:

Sexleben aufpeppen kann klappen, muss aber nicht. Zumal das Neue definitiv auch irgendwann ausgeleiert ist (und auch 100 Sexratgeber, wo 2000 Jahre alte Kamellen als neue Sexideen verkauft werden haben keine Ideen für 40 Jahre glücklichen Sex). Wenn man keine Lust auf einander hat, dann hat man auch keinen Bock auf Rollenspiele oder Sextoys.
Das größte Potential liegt dann, die noch geheimen Wünsche des Partners rauszubekommen und in die Tat umzusetzen. Das ist wahrscheinlich der erfolgversprechendste "Pimp my Sex"-Ansatz. Etwas neues, bisher unbekanntes entdecken.
Nur schwierig, wenn man sehr offen im Umgang ist und einer den anderen tatsächlich in- und auswe(ä)ndig kennt...

Schade, das die Diskussion durch unseren Quasikonsens schon zu Ende ist :geknickt:

Und dass viele diesen Mumm nicht zu haben scheinen (weil sie wohl genau wissen, dass der Partner sie dann rausschmeißt) und fröhlich durch die Gegend pimpern und das z.b. hier im Forum noch so widerwärtig zelebrieren, passt echt nicht in meine Auffassung von liebevollem Umgang miteinander.
Wer zelebriert denn hier fröhliches "indergegendrumpimpern"?
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Naja, wenn einen der schlechte/nicht vorhandene Sex so sehr stört, dass man den angeblich geliebten Partner belügt und betrügt, dann kann das ja keine unbedeutende Sache sein.
Das hat mit lieben oder nicht lieben nicht viel zu tun. Faktisch betrachtet ersetzt man doch lediglich einen kleinen Teil der Beziehung durch einen "externen Dienstleister". Mehr isses doch gar nicht. :grin:
 
S

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Das hat mit lieben oder nicht lieben nicht viel zu tun. Faktisch betrachtet ersetzt man doch lediglich einen kleinen Teil der Beziehung durch einen "externen Dienstleister". Mehr isses doch gar nicht. :grin:

Na, wenn der Partner das auch so sieht, ist es ja in Ordnung! Ich bin halt nicht so ein abgebrühter Egoist, ich kann und will es nicht ändern :zwinker:
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Na, wenn der Partner das auch so sieht, ist es ja in Ordnung! Ich bin halt nicht so ein abgebrühter Egoist, ich kann und will es nicht ändern :zwinker:
Off-Topic:
Der sieht das zwar etwas anders, aber man arrangiert sich. ;-) Aber Du hast Recht, es ist purer Egiosmus...
 

Benutzer66869 

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Na, wenn der Partner das auch so sieht, ist es ja in Ordnung! Ich bin halt nicht so ein abgebrühter Egoist, ich kann und will es nicht ändern :zwinker:
Musst ja jetzt auch nix ändern! Zumal vor uns allen noch soviel Zeit liegt, in der man sich noch ändern kann. :smile:

Allerdings kann ich den Egoist nicht auf mir sitzen lassen. :zwinker: Für mich ist das eine Frage des Selbstwertes, der Selbstliebe. Ich kann meinem Partner nur Liebe entgegenbringen, wenn ich mich selbst liebe. Und dazu muss ich mir meiner Bedürfnisse bewußt sein und darf mich nicht selbst belügen, indem ich mein Bedürfnis nach Sexualität wegdenke/unterdrücke. Logisch - dass sollte im Einverständnis mit dem Partner geschehen.

EDIT: Ich meine Egoismus als Synonym für rücksichtsloses Verhalten. An dieser Stelle kann ein Seitensprung/Affäre sogar einer Beziehung dienlich sein, indem nämlich die zwangsläufig entstehenden Spannungen eines unbefriedigten Sexlebens aus der Beziehung fern gehalten werden.
 
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Musst ja jetzt auch nix ändern! Zumal vor uns allen noch soviel Zeit liegt, in der man sich noch ändern kann. :smile:

*lach* Auf diesen Spruch habe ich gewartet. Ich kann auch jetzt schon mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich keiner Oma eine Handtasche raube oder ein Kind auf die Gleise schubs. Das hat etwas mit Moralvorstellungen zu tun und ich bin auch keine 15 mehr und auf der großen Selbstsuche :zwinker:

Logisch - dass sollte im Einverständnis mit dem Partner geschehen.

Du sagst "logisch", aber ist es wirklich so, dass die Mehrheit das mit dem Partner abspricht? Und selbst wenn sie es tun - kann man sich wirklich sicher sein, dass der Partner aus freien Stücken zustimmt? Oder ob nicht eher dahintersteckt, dass der Partner Angst hat, einen zu verlieren? Wie entsetzlich :kopfschue
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Und selbst wenn sie es tun - kann man sich wirklich sicher sein, dass der Partner aus freien Stücken zustimmt? Oder ob nicht eher dahintersteckt, dass der Partner Angst hat, einen zu verlieren? Wie entsetzlich :kopfschue
Na jetzt aber. Ich muss doch in einer Beziehung davon ausgehen können, dass der Partner ehrlich zu mir ist. Angst hin oder her, aber eine Beziehung zeichnet doch gerade aus, dass man auch unangenehme Dinge besprechen kann. Wenn das nicht gegeben ist, dann wäre tatsächlich eine Trennung sinnvoller...
 

Benutzer66869 

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*lach* Auf diesen Spruch habe ich gewartet. Ich kann auch jetzt schon mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich keiner Oma eine Handtasche raube oder ein Kind auf die Gleise schubs. Das hat etwas mit Moralvorstellungen zu tun und ich bin auch keine 15 mehr und auf der großen Selbstsuche :zwinker:
Freut mich, deine Erwartungen erfüllt zu haben :tongue:
Off-Topic:
ich verändere mich täglich... auch ohne Diebstahlphantasien


Du sagst "logisch", aber ist es wirklich so, dass die Mehrheit das mit dem Partner abspricht? Und selbst wenn sie es tun - kann man sich wirklich sicher sein, dass der Partner aus freien Stücken zustimmt? Oder ob nicht eher dahintersteckt, dass der Partner Angst hat, einen zu verlieren? Wie entsetzlich :kopfschue
Das LOGISCH kann ich natürlich nur für mich beanspruchen. Ich kenne ja nicht alle Leute.

Viele wagen das Thema nicht anzusprechen, aus genau dem Grund, den du für das potentielle Zustimmen genannt hast.
Das Risiko ist an dieser Stelle für beide Partner gleich groß. Der, der das anspricht hat gewiss nicht weniger Angst, den anderen deshalb zu verlieren.
Ich kann mir auch vorstellen, dass häufig beide Seiten unzufrieden sind und gern eine Lösung finden würden. Wie auch immer die aussieht - man kann ja auch grundsätzliche Abstinenz vereinbaren.

Es gibt auch noch die unabgesprochene Übereinkunft, den Partner nicht auf das Thema anzusprechen. Im Sinne von "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß." Aber das läßt sich natürlich schwer forcieren.
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Ich hoffe, dass mein Partner mir sagt, wenn er etwas anderes ausprobieren möchte - im Sinne von "Sex mit jemand anderem haben".

Dann könnte ich damit umgehen, ja.

Was ich hinterhältig fänd wäre, wenn er das hinter meinem Rücken machen würde (und sich dann so dämlich anstellen würde, dass ichs rausbekomme). DAmit hätte ich schon eher ein Problem.
 

Benutzer18545 

Benutzer gesperrt
nigthwriter hat geschrieben, dass die leute, die definitiv nicht damit klar kämen, sex nicht als sehr wichtig in einer beziehung betrachten...nun: ich bin dann wohl ne ausnahme!!!

ich will und erwarte quasi viel sex in einer beziehung, mindestens 3 -4 mal die woche...erwarte jedoch gleichzeitig, dass meine partnerin mir gegenüber ehrlich ist!!!..du schreibst, dass man das locker sehen sollte...das sehe ich anders: entwerder, ich habe ine monogame beziehung und lebe diese...oder ich habe eine offene und lebe diese!

beides habe ich bereits getan und es war gut, so wie es war. nur habe ich eben in jeder art einer beziehung den anspruch, dass man in wirklich wichtigen dingen offen und aufrichtig zueinander ist. wenn meine partnerin mich verarscht, und das tut sie ja,wenn sie in einer monogamen beziehung mit nem anderen typen was anfängt, dann wars das!!!

ich würde abschließend noch versuchen, mit ihrer besten freundin ins bett zu gehen und würde ihr sagen, dass sie häßlich und dumm ist, würde ihre klamotten aus dem fenster werfen...aber das ist eine andere geschichte! :grin:
 
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