Würdet ihr den Knopf drücken?

Benutzer84829 

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Ich lehne mich jetzt einmal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass es eigentlich sowieso eine Frage der persönlichen Einstellung zur Welt ist. Jemand, der des öfteren pessimistisch ist wird eher sagen, dass er es tun würde als jemand, der glücklich ist. Es ist auch immer eine Frage des persönlichen Hintergrunds.

Ich habe selbst offen zugegeben, dass ich den Knopf drücken würde, auch, weil ich wissen will, ob es wirklich stimmt, dass jemand stirbt. Einen Unschuldigen zu töten lastet natürlich auf dem Gewissen, aber es besteht doch immer noch die Chance, einen Schwerverbrecher zu erwischen. Es gibt meiner bescheidenen Meinung nach keinen Grund, sich darüber aufzuregen. Es ist im Grunde genommen ein psychologischer Test und es gibt viele, die ähnlicher Natur sind. Ich nenne da ein Gefängnisexperiment oder eines, das mir sehr gut im Gedächtnis blieb, ein Experiment mit Schauspielern und Probanden, denen gesagt wurde, sie sollen die Stromzufuhr eines (nicht angeschlossenen) elektrischen Stuhls auf eine bestimmte Höhe drehen. Und siehe da, die Mehrzahl tat es, sogar bis zum tödlichen Level. Selbst als ihnen weisgemacht wurde, dass da ein unschuldiges Tier, etwa ein Welpe, mit Stromschlägen gefoltert wird, wurde von den meisten weiter aufgedreht, zwar weinend, aber sie taten es. Und es war nur ein Test, es gab kein Geld dafür und nichts. Ich denke, solche Ergebnisse sind weitaus erschreckender, wenn man sieht wozu Menschen bereits ohne Belohnung, sondern durch einen einfachen Befehl in der Lage sind. Und der rote Knopf ist, ganz nebenbei gesagt, genauso heikel wie die Frage "Sterbehilfe ja/nein". Man kann ewig darüber diskutieren und dreht sich doch nur im Kreis. Ich will weder meine Aussage noch die der anderen schön reden und es ist mir relativ egal ob ich jetzt deswegen verachtet werde, aber es ist nun einmal Fakt, dass die Persönlichkeit ebenso verantwortlich ist wie der Mensch selbst, zusätzlich zu dem angeborenen Verhalten der Unterordnung und der "Belohnungssucht" des Gehirns, weswegen auch jeden Tag so viele zweifelhafte Entscheidungen in Kauf genommen werden. Ich weiß genau, dass es nie so einen Knopf geben wird, abgesehen vom Fernzünder eines Bombengürtels. Und um den zu betätigen, wenn man nicht einmal weiß, wer und wo, fehlt sogar mir die Motivation. Ich hätte es vielleicht anders ausdrücken sollen- es müsste jemand aus meinem persönlichen Umfeld sein, dem ich sowieso Pest und Cholera an den Hals wünsche oder eben jemand, um dessen Leben sich niemand schert, wie ein Schwerverbrecher oder so.

Greetz,
Grimmjow
 

Benutzer54457 

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Wenn es einen Grund gibt, würde ich es tun.

jetzt wird relativiert..

lustig, dass diese "ansicht" hier fast nur von männlichen twenty-somethings vertreten wird. bestärkt mich in meinem glauben, dass das eine typische "bubi"-meinung ist. ladida! das leid! schau dir nur die menschheit an, wie mies sie nicht ist!... und natürlich, im angesicht dieser unglaublichen MIESHEIT, natürlich wäre ich da bereit, einige von denen zu töten.. so mächtig.... :wuerg:

*out'a'here*
 

Benutzer79075 

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Ich habe weder Interesse daran jemanden zu töten , noch an 10 Mill. Dollar.
 

Benutzer70527  (31)

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"Wärst du ein guter Mensch gewesen und hättest das Geld nicht genommen wärst du jetzt noch am leben".

Off-Topic:
Mal sehen, wann der Erste es begreift, dass es nicht um Tod oder Leben für ihn ging, sondern um Himmel oder Hölle - und dass derjenige, den er getötet hat, nicht er selbst war sondern nach ihm vor die gleiche Entscheidung gestellt wird.


Wenn ich die Möglichkeit hätte, mich zu versichern, dass ich denjenigen nicht kenne - oder noch besser: Kenne und aus einem bestimmten Grund verabscheue, der sich gewaschen hat, den gibt es. - würde ich drücken.
Ein Mensch mehr oder weniger... Shit happens.
 

Benutzer44789 

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das wäre ein interessantes Experiment in einem Setting im Zuge der Psychologie...ähnliches gab es ja schon mit dem Experiment von Milgram...bloß mit nem anderen Hintergrund (Gehorsamkeitsbereitschaft)...wobei 65 % der Versuchspersonen ihrem vermeintlichen Opfer (Was sie nicht sahen, nur hörten) solch hohe Stromschläge verpassten, dass diese (wäre es nicht experimentell und gespielt gewesen) theoretisch tot wären (ab wann die Stromschläge tötlich sind war deutlich an der Anzeige des Gerätes zu erkennen, von dem aus die Stromschläge verteilt wurden)...
vor diesem Hintergrund würde ich sagen - es würden einige Menschen machen! Der Mensch der das Geld anbietet, braucht nur ne gewisse Überzeugngskraft...und muss den Menschen klar machen können, dass ihnen keine Konsequenen drohen...
 

Benutzer83093  (33)

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Der einzige Grund, weshalb ich ehrlich entsetzt bin, ist der, dass hier aktuell 18 stinknormale junge Menschen ohne mit der Wimper zu zucken den Tod eines anderen Menschen nicht nur in Kauf nehmen, sondern sogar auslösen würden, wenn sie die Gelegenheit bekämen.
also ehrlich.. ich denke nichtmal 1/10 der leute, die "ja" angegeben haben, würden das in der realen situation auch wirklich tun!
hier im forum klickt man leicht mal ja an, aber wenn man ernsthaft vor der entscheidung stünde, würden es sich die meisten nochmal anders überlegen, ganz egal was für verbitterte "menschenfeinde" es doch sind..


ich würde es nicht tun. ganz einfach, weil ich angst hätte, mit den gewissensbissen nicht leben zu können.
außerdem... mit soviel geld, dass man keine ziele mehr verfolgen muss, würde ich wohl eher depressiv werden..
 

Benutzer11686 

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Ich könnte das gar nicht unabhängig von irgendeiner religiösen Einstellung betrachten, weil ich nunmal nach christlichen Grundsätzen lebe. Ich könnte es niemals mit meinem Gewissen vereinbaren, einen Menschen zu töten, ganz egal, wieviel Geld mir dafür geboten wird!!!
 

Benutzer58242 

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[...] ganz egal was für verbitterte "menschenfeinde" es doch sind..

Ich bin alles andere als ein Menschenfeind. Ich versuche jedem Menschen und jedem Lebewesen gleichsam Liebe und Erfurch und Bewunderung entgegenzubringen. Mein Lebensziel ist es einmal völlig ohne zu urteilen sehen zu können, jeden und alles ohne Bewertung betrachten zu können. Einfach nur zu sehen.
Aber ich bin auch ehrlich und ich weiss, dass ich davon noch weit entfernt bin. Ich würde den Knopf drücken.
Mir steht es nicht zu das in irgendeiner Weise irgendwem vorzuwerfen, aber rein theoretisch könnte ich mir vorstellen, dass in der Praxis eher welche vom "Nein" zum "Ja" wechseln, als umgekehrt. Aber wahrscheinlich denke ich zu pessimistisch.

Etwas poetisch ausgedrückt steht man täglich vor solchen Knöpfen, wenn die Ausmaße - hoffentlich - nicht gar so extrem sein mögen.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
Aber ich bin auch ehrlich und ich weiss, dass ich davon noch weit entfernt bin. Ich würde den Knopf drücken.

und dazwischen soll irgendeine form von nachvollziehbarer, kausaler verbindung stehen?

ich denke nichtmal 1/10 der leute, die "ja" angegeben haben, würden das in der realen situation auch wirklich tun!
hier im forum klickt man leicht mal ja an, aber wenn man ernsthaft vor der entscheidung stünde, würden es sich die meisten nochmal anders überlegen, ganz egal was für verbitterte "menschenfeinde" es doch sind..

word. es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht, und es sind viele dampfplauderer unterwegs..
 

Benutzer15933 

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warum sollte bewusstes töten besser sein als leichtsinn?

Von besser oder schlechter hab ich nicht gesprochen, nur davon, dass es ein Unterschied ist.

Wer leichtsinnig jemanden umbringt, hat dies evtl nicht gewollt. Bei bewußtem Handeln ist das eben anders.

und weiter? deswegen darfst du heute andere menschen für vogelfrei erklären, weil die christen einmal kreuzzüge veranstaltet haben?
Nein, aber jemand, der sich auf den christlichen Glauben beruft, kann damit nicht gegens Töten von Menschen argumentieren.

Das Christentum hat eine weit blutigere Geschichte als die Moslems.
 

Benutzer54457 

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Nein, aber jemand, der sich auf den christlichen Glauben beruft, kann damit nicht gegens Töten von Menschen argumentieren.

Das Christentum hat eine weit blutigere Geschichte als die Moslems.

das christentum ist auch älter als der islam.

schlußendlich sind die heutigen christlichen werte mit dem christentum von vor vielen hundert jahren nicht zu vergleichen. heutige christen würden von der kirche der kreuzzüge massenweise exkommuniziert or worse. davon abgesehen haben christliche werte mit der kirche nicht viel zu tun. natürlich kann man nach solchen werten leben, ohne dass, man sich die gesamte christengeschichte vorwerfen lassen muss.
 

Benutzer15933 

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das christentum ist auch älter als der islam.

Bitte? Nur weil die Moslems die Zeit vorher als Epoche der Unwissenheit bezeichnen, bedeutet dies nicht, dass es nicht schon der Glaube war. Nur wurde der Glaube erst mit dem Propheten greifbar. Übrigends ähnlich zum Christentum.

schlußendlich sind die heutigen christlichen werte mit dem christentum von vor vielen hundert jahren nicht zu vergleichen.
Stimmt, dafür tut die Kirche heute zuviel um jegliche Zusammenhänge zu verschleiern.

heutige christen würden von der kirche der kreuzzüge massenweise exkommuniziert or worse.
Andersrum, die Kirche hat massenweise Kreuzritter exkommuniziert, weil sie die blutigen Taten, zu welchen sie angestrebt hatte, nicht als eigenen Ruf verbuchen wollten. Man hat quasie die eigenen Marionetten abgeschnitten, als diese ihren Dienst getan hatten und sich nachträglich von allem distanziert.

davon abgesehen haben christliche werte mit der kirche nicht viel zu tun. natürlich kann man nach solchen werten leben, ohne dass, man sich die gesamte christengeschichte vorwerfen lassen muss.

Von der Kirche haben wir hier auch nciht gesprochen, sondern vom Christentum. Wer sich auf seinen christlichen Glauben beruft, sollte bedenken, was dahinter steht. Wer behauptet, als gläubiger Christ sei Töten vollkommen ausgeschlossen, der sollte wirklich nochmal nachlesen, wie oft im Namen dieses Glaubens gegen dieses Gebot verstoßen wurde - jeweils durch diesen Glauben gerechtfertigt.
 

Benutzer54457 

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Off-Topic:
Nur weil die Moslems die Zeit vorher als Epoche der Unwissenheit bezeichnen, bedeutet dies nicht, dass es nicht schon der Glaube war. Nur wurde der Glaube erst mit dem Propheten greifbar. Übrigends ähnlich zum Christentum.

hehe. ich gründe einen glauben, und bezeichne die zeit des christentums als zeit der dunklen unwissenheit. damit ist mein glaube mit einem schlag 2k jahre alt? :engel:

übrigens solltest du nicht so freimütig aus wikipedia zitieren, obendrein ohne quellenangabe. wenn dort steht "moslems bezeichnen die zeit vor dem islam als epoche der unwissenheit", heißt das nicht, dass da schon irgendeine form von islam existiert hat. wir bezeichnen eine gewisse zeit als steinzeit, und trotzdem, obwohl das christentum erst später greifbar wurde, ist die zeit vorher alles andere als eine domäne des christentums. so ein schwachsinn.
aber lassen wir das. konsultier den islamwissenschaftler deines vertrauens.

Stimmt, dafür tut die Kirche heute zuviel um jegliche Zusammenhänge zu verschleiern.

geheim-kreuzzüge oder was? :zwinker:

Man hat quasie die eigenen Marionetten abgeschnitten, als diese ihren Dienst getan hatten und sich nachträglich von allem distanziert.

ich glaub nicht, dass das eine domäne des christentums, oder einer einzigen religion überhaupt ist.

Wer sich auf seinen christlichen Glauben beruft, sollte bedenken, was dahinter steht.

glaub das seh ich nicht so eng wie du. wer sich bei dem, was die christen heute sind, wohl fühlt, soll sich christ nennen. schlußendlich leben wir alle heute, und nicht vor vielen hundert jahren..

Wer behauptet, als gläubiger Christ sei Töten vollkommen ausgeschlossen, der sollte wirklich nochmal nachlesen, wie oft im Namen dieses Glaubens gegen dieses Gebot verstoßen wurde - jeweils durch diesen Glauben gerechtfertigt.

ich glaub nicht, dass das irgendeinen gläubigen christen heute überzeugen wird. "was, damals war das auch so? hmm, dann muss es wohl okay sein.." - das ist nichtmal mehr plakativ, so reduziert ist das. moralvorstellungen werden nicht von irgendwem verteilt, die haben wir selber, entwickelt, auf die eine oder andere art.
 

Benutzer7624  (33)

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"Moralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen aus 2% Moral, 48% Hemmungen und 50% Neid."

Irgendjemand hier im Forum zitiert den Franzosen Rochefoucauld bereits in seiner Signatur.

Ich gehe auch davon aus, dass in der tatsächlichen Situation, wenn sie den Knopf heimlich drücken könnten, ohne sich für die Tat oder rechtfertigen oder ihren gestiegenen Kontostand erklären zu müssen, mehr Leute von ihrem "nein" hier umschwenken würden als von denen, die behaupteten, es tun zu würden.

Noch ein Zitat;
"Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." (Jean Paul)
Im Großen Maßstab wird dieses Verhalten wohl erst seit der Aufklärung gefordert und gefördert. Noch im Mittelalter hätte sich wahrscheinlich selbst manch nach so edler Ritter wenig um das Wohl Wohl eines völlig Unbekannten gestört, das Geld hätte er gut brauchen können. Heute jedoch sagt uns unsere Kultur, dass es böse ist, anderen Menschen zu schaden. Die Gesellschaft lobt diese philanthropische Grundhaltung und ächtet den Misanthropen. Der Mensch als Individuum ist jedoch viel zu wenig Herdentier, zu wenig auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen als dass er sie von Natur aus schonen müsste, damit es ihm selbst gut geht. 10.000.000 sind dabei noch eine derartige Belohnung, dass vielen das Nachdenken nicht lange dauern würde.

Insofern überrascht mich das Ergebnis hier keineswegs. Es spricht für den anonymen Charakter des Internets, dass sich viele zu ihrem "unsozialen" Bekenntnis hinreißen lassen.
Man könnte die Argumentation verwechseln mit Grimmjows "Schäfchen auf der Weide, die sich ducken", das meine ich jedoch nicht. Mann muss nicht zum "Rebell" und "Mörder" werden, um sich toll finden zu dürfen. Ich nehme lediglich an, dass es nicht in der Natur des Menschen liegt, das Leben anderer dem eigenen Reichtum vorzuziehen - oder allgemein formuliert: vermeintlich größerer Vorteil anderer über kleinere eigene zu stellen. Das ist mit Sicherheit ein Ergebnis unserer Kultur.


Anderer Punkt: Ist euch auch aufgefallen, dass viel mehr Männer als Frauen mit "ja" stimmen? Woran mag das liegen? Sind Männer schlechter sozialisiert, denken sie wirtschaftlicher, "rationaler"? Denken Frauen - wie weithin angenommen - einfach emotionaler, emphatischer? Sind Frauen so gesehen die besseren Menschen?
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
Sind Männer schlechter sozialisiert, denken sie wirtschaftlicher, "rationaler"? Denken Frauen - wie weithin angenommen - einfach emotionaler, emphatischer? Sind Frauen so gesehen die besseren Menschen?

ich halte es für einen typischen bubi-standpunkt. :zwinker: schauts wie hart ich nicht bin, ich könnte das ohne mit der wimper zu zucken, nichtmal geld bräucht ich dafür..
 
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