Wäre euch Arbeitslosigkeit peinlich?

Benutzer131160 

Benutzer gesperrt
Also in Deutschland braucht man auch mit Hartz 4 keine Nudeln mit Salz und Butter essen. Außer man kann verdammt schlecht mit Geld umgehen, raucht oder kann gar nicht kochen.

Nun, ich lebe nicht in Deutschland, kann gut kochen, und mit Geld umgehen kann ich auch :smile:
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Naja, ok, ich redete schon von Deutschland. Das es Länder gibt, wo Menschen hungern müssen, ist wohl jedem bewusst und auch ein Problem.
 

Benutzer34075 

Verbringt hier viel Zeit
Wohl die Gehälter, für die man sich abrackern muss, und einem am Ende des Monats trotzdem nichts anderes übrig bleibt, als Nudeln mit Butter und Salz zu essen.
Genau das. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass die Sklavenarbeit (neumodern: Zeitarbeit) zur Norm wird. Bei den Wohnungspreisen in Großstädten kann man davon zwar überleben, aber nicht leben.
 

Benutzer130414 

Meistens hier zu finden
und bei welchem Bruttostundenlohn liegt da deine Referenz? rein Interessehalber?
 
3 Monat(e) später

Benutzer132880  (36)

Benutzer gesperrt
Ich finde es ist ein klasse System, wenn es nicht die Menschen geben würde, die einfach nicht wollen. Jemand der nicht Arbeiten kann, dem muss geholfen werden, aber wenn jemand nicht will, weil er sich vielleicht zu fein dafür ist - sorry, das verstehe ich nicht. Zu fein zu arbeiten ja, aber nicht um das Geld vom Staat für Nichtstun zu nehmen.

Ich verstehe vor allem nicht, wie man sich dabei wohlfühlen kann, freiwillig zu Hause zu sitzen und nichts zu tun während andere Tag für Tag arbeiten und Steuern zahlen. Da würde ich mich sehr unwohl fühlen, auf Kosten anderer zu leben, wenn ich eigentlich selber für mich sorgen könnte. Was ich mir selbst erarbeitet habe, ich mir viel wertvoller als das, was ich geschenkt bekommen habe. Auch wenn mein Mann genug verdient möchte ich mich nicht nur auf Haushalt und Kinder beschränken, dafür macht mir meine Arbeit viel zu viel Spass. Ich glaube ich werde wohl nie verstehen wie jemand, der einen Beruf gelernt hat und arbeiten kann jeglichen Stolz verliert und andere für sich arbeiten lässt.
 

Benutzer128555  (28)

Öfters im Forum
Mir wäre das vor Freunden und Familie nicht peinlich, aber wenn ich jetzt irgendwo beim Arzt bin oder sonst irgendwo und die mich fragen was ich im moment mache, wäre es mir schon etwas unangenehm. Aber zum Arbeitsamt würde ich dennoch gehen. Und ich würde auch nach einen neuen Job suchen, anstatt auf der faulen Haut zu liegen.
 

Benutzer119712 

Sorgt für Gesprächsstoff
Vorweg einmal: ja, ich glaube mir wäre es peinlich, arbeitslos zu sein. Aber auch nur, weil ich in mir einen gewissen Wert sehe und mich wahrscheinlich ungewollt fühlen würde. Hartz 4 beantragen würde ich aber trotzdem.

Tja dann hätte man mir nicht sagen sollen ich müsse studieren, da ich sonst keinen Job finden würde. Wieviele Bekannte von mir haben die Schnauze absolut voll und wünschen sich doch niemals studiert gehabt zu haben. Die sitzen rum mit Master und finden keinen Job. Sich 5 Jahre lang den Arsch aufreissen um dann später bei McDo Burger zu braten??? Nein...dann hätte man gar nicht erst mit studieren anfangen brauchen.

Mit Verlaub, das ist großer Unfug.
Verloren hat der, der keine Weitsicht hat und keinen eigenen Drang dazu besitzt, sich weiterzuentwickeln. Wer mit seinem Germanistikstudium nur die Zeit in der Uni abhängt, fleißig die Eltern die Miete zahlen lässt und sich ein Taschengeld als Bardame verdient, der brät am Ende Burger, ja. Das sind aber auch die Leute, die sich besser einen klar struktierten Beruf und Tagesablauf hätten suchen müssen - also eine Lehre machen sollen. Und auch als Nichtstudierter hat man Chancen auf einen mittelmäßigen Aufstieg.
Das Problem ist hier einfach das Prestige, das mit einem ach so tollen Studium einhergeht. Wer studiert ist schlau und wird man viel verdienen - wer nicht studiert, bleibt ewig Knecht im Malerbetrieb. Es wird nur Zeit, dass mal verstanden wird, dass das nicht prinzipiell der Praxis entspricht und dass man auch Lehrlingen eine gewisse Intelligenz zuschreibt.

Ich sah es bei mir an der Uni sehr oft - jene Mitstudenten, die ach so toll in der Schule waren und auch tolle Studienleistungen erbracht haben, waren oft nebenbei gar nicht oder maximal als Babysitter tätig. Genau die hatten danach super Probleme sich in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Sie hatten zu hohe Erwartungen an den Job (sie haben ja sooo tolle Noten), gepaart mit wenig bis keiner Arbeitserfahrung und keinen Extraskills. Das ist sehr gravierend, da ich auch in die Sparte der Geistes- und Kulturwissenschaft gehöre, wo man eben weder ein klares Berufsbild hat, noch besonders gebraucht wird. Deshalb muss man sich einfach brauchbar machen und das geschieht durch ordentliche Studentenjobs, Praktika et cetera.

Zum Studieren musste ich bei einer Bank um ein Darlehen betteln..zu einem gewissen Zinnssatz. Das gilt es nun zurückzuzahlen.. wie soll man das bitte machen wenn man bei McDo Burger bratet?
Nonsense. Du musst zum Studieren nirgends um ein Darlehen betteln. Du beantragst Gelder, wie jeder normale Mensch auch. Entweder Bafög, ein Stipendium (und davon gibt es zu HAUF mit verschiedenen Kriterien: Leistung, Herkunftsland, sozial benachteiligt etc, es geht nicht immer nur um einen 1er Schnitt!), oder eben einen Studienkredit.
Das Klügste ist allerdings, wenn man sich einen Werkstudentenjob sucht. Speziell in Großstädten ist das wirklich kein Problem und man kann das Studium sehr angenehm durchziehen, mit dem Geld gut leben und hat im Anschluss Berufserfahrung, einen Abschluss und keine Kredite.
 

Benutzer136502  (32)

Ist noch neu hier
Hallo,

ich bin seit dem 19,09,13 Arbeitslos (Arbeitsuchend). Finanziell geht es mir sicher besser als manchen anderen die Arbeiten gehen. Da ich vorher knapp 2600 Euro Netto verdient habe bekomme ich knapp 1300 Euro vom Amt. Das reicht momentan noch zum Leben, auf dauer wäre mir das viel zu wenig weil ich mehr gewohnt bin.

Wenn meine Freunde fragen wovon ich lebe, antworte ich oft ''vom Geld was mir das Amt gibt'' da werde ich schon oft dumm angeschaut. Allerdings ist das GELD was ich BEKOMME .. MEIN GELD
Ich zahle in die Arbeitslosenversicherung ein, da erwarte ich auch, dass ich den Anspruch der mir zu steht entgegen nehmen kann.
Von ca 40-50 Jahren Arbeitsleben, sind die meisten Menschen ca 2-5 Jahre Arbeitslos. Was die allerdings in den 50 Jahren einzahlen ist nicht mehr oder weniger als dass was man bekommt. Da muss sich keiner für schämen. Wenn man nur doof angeguckt wird, dann nur, weil die Menschen nicht wissen wie schwer es eigentlich wirklich ist den ganzen Tag NICHTS zu tun. Ich bin gerade mal in meiner 3. Woche und weiß nicht mehr wohin mit mein Leben. Ich versuche dinge zu erledigen die für mich Wichtig erscheinen, doch die Zeit vergeht dadurch nicht. Ich würde behaupten, als Arbeitsloser Mensch hat man es schwer, sich vernünftig zu beschäftigen. Ich glaube kaum, das sich irgendwer freiwillig so ein Leben wünscht. Ich persöhnlich bewerbe mich am Tag für 3-5 Stellen..Absagen sind bei mir an Tagesordnung. Man sollte bedenken, dass es kaum noch Jobs gibt wo man eine Festanstellung bekommt. Alles läuft nur noch über die Zeitarbeitsfirmen, daher wird jeder irgendwann mal Arbeitslos und dann sieht auch jeder mal wie schwer es ist, einen Job zu finden. Ich wurde ja nicht arbeitslos weil ich zu langsam bin, krank feier oder weil ich selbst gekündigt habe, sondern weil meine Firma Stellen abgebaut hat und ich als Junggeselle ohne Kinder und Frau der erste war der die Koffer packen durfte. Alle die sich schämen in die Arbeitslosigkeit geraten zu sein, sollten erst mal bedneken wieso sie arbeitslos sind. Ich kann nichts dafür das meine Firma mich so vor die tür gestellt hat, daher beziehe ich arbeitslosengeld wovon ich gerade mal die Miete zahlen kann, den rest hole ich aus meinen Ersparrnissen ..
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich bin seit dem 19,09,13 Arbeitslos (Arbeitsuchend). Finanziell geht es mir sicher besser als manchen anderen die Arbeiten gehen. Da ich vorher knapp 2600 Euro Netto verdient habe bekomme ich knapp 1300 Euro vom Amt. Das reicht momentan noch zum Leben, auf dauer wäre mir das viel zu wenig weil ich mehr gewohnt bin.
Nennt man auch ALG1. ALG2 - oder Hartz IV - beginnt für Dich am 19.9.2014.

Von ca 40-50 Jahren Arbeitsleben, sind die meisten Menschen ca 2-5 Jahre Arbeitslos. Was die allerdings in den 50 Jahren einzahlen ist nicht mehr oder weniger als dass was man bekommt.
Eins wird gern übersehen: Dass die eingezahlten AV-Beiträge nichts mit dem zu tun haben, was man als Arbeitsloser bekommt. Die AV wird vor allem von denen, die anderen gern Faulheit unterstellen, als Rente missverstanden; man bekäme irgendwann das raus, was man eingezahlt habe. So ist es ja gerade nicht; es heißt nicht umsonst Arbeitslosen"versicherung" (wobei der amerikanische Begriff der "social security", also der "sozialen Absicherung" weitaus treffender wäre), denn bei jeder Versicherung - auch wenn das Gewerbe es schafft, das in 95% der Fälle zu vermeiden - ist es durchaus möglich, dass die Versicherung mehr bezahlen muss, als der Versicherte eingezahlt hat. Dafür (und das ist der Grund, warum "social security", auch als "soziale Sicherheit" verstanden, in meinen Augen passender wäre) entfällt bei den Arbeitslosen der Beschaffungsdruck, der sich nämlich - auch das wird gern vergessen - mitunter durch illegale Taten zulasten Anderer äußert (vgl. Drogenbeschaffungskriminalität, illegale Prostitution etc.).
 

Benutzer129556  (31)

Öfters im Forum
Ich muss sagen, ich war 2 Jahre lang Arbeitsuchend, (Arbeitslos hieß es bei mir deswegen nicht, weil ich von der Schule weg keinen Job fand und somit auch kein Recht auf finanzielle Unterstützung hatte).
Nach einiger Zeit war mir das schon peinlich und unangenehm.
Besonders wenn man merkt das irgendwer anderes grad Job verlor und kurz darauf wieder einen fand und ich einfach nichts bekam. :frown:

Ich habs zwar nicht verschweigen können, hab mich aber zurückgezogen und nicht mehr darüber geredet ausser ich musste es.

Aber das Arbeitslosengeld würde ich trotzdem beantragen, aber ich habs ja auch gesehn wie es ist wenn man keine Unterstützung kriegt und wie es ist wenn man am trockenen sitzt :smile:
 

Benutzer35070 

Meistens hier zu finden
Ich war mal zwei Wochen arbeitslos und peinlich war mir dabei vorallem wie man dann vom Amt behandelt wird und das man sich sozusagen mit seinen Daten nackig machen muss. Das fand ich extremn unangenehm und erniedrigend!

Meinem Umfeld gegenüber fand ich das nicht schlimm. Bevor die eine Stelle auslief hatte ich schon eine neue gefunden,die aber dann halt erst zur Mitte des Monats losging.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Heute habe ich gelesen, dass deutlich weniger Menschen Arbeitslosengeld II (das sog. Hartz IV) beziehen als es könnten. Ein Grund dafür ist wohl, dass es vielen peinlich wäre, zum Jobcenter zu gehen. Man hört zudem ja auch häufiger mal davon, dass Arbeitslosigkeit persönlich verheimlich wird. Nach dem Motto "Was würden dann Freunde, Verwandte, Nachbarn usw. denken?".

Wie wäre das bei euch? Wäre euch das peinlich oder eher "normal", da eben grundsätzlich jeder arbeitslos werden kann?


Ich war 2 Jahre Lang Arbeitslos, arbeite nun in einem Integrationsbetrieb und ganz ehrlich , ich fühlte mich total Mies wie ich 800 € Übergangsgeld für gar nichts bekam, jeden Tag 9 Stunden und mehr Bewerbungen Schreiben, Stellenanzeigen auswerten, das war mir Peinlich , ich mied jeden Sozialen Kontakt , außerhalb der Familie und der Vereine. Selbst die Suche nach einer Partnerin wurde eingestellt weil ich erst meine Jobsituation klären wollte. Es war mir weniger Peinlich, viel mehr nervte mich dieses mitleidige Gehabe von vielen, weil ich mich ja irre Anstrengte um einen Job zu bekommen und jeder sprach mich darauf an wenn ich mich mal z.B auf die Schießstand davon ablenken wollte oder einfach im THW anpacken wollte .


Ich sehe das alles heute Sehr Pragmatisch, wenn es der Staat nicht geriet bekommt genug Firmen anzuwerben, anständige Bezahlungen Durchzusetzen usw, dann muss die Gemeinschaft eben für die Leute aufkommen die kein oder kein zu großes Stück vom Kuchen abbekommen haben .


Heute noch muss ich auf die ARGE (obwohl ich mal dort eine Stelle in Aussicht hatte, die aber wegen Stellenkürzungen wegfiel) und es ist mir viel mehr Peinlich, mit undankbaren uneinsichtigen Leuten den selben Eingang nutzen zu müssen. Ja es ist jetzt keine Verallgemeinerung, ich meine damit wirklich Einzelfälle , die sich bei uns in Neunkirchen Saar anscheinend alle gesammelt haben .
 

Benutzer15352 

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Okay - 5 - 6 % der Germanisten sind arbeitslos - heißt das aber, dass der Rest in seinem Bereich einen Job hat?
Wer weiß wie viele Burgerbrater dabei sind!
Um hier nochmal die Ehre der Geisteswissenschaftler zu verteidigen: Weder ich noch meine ehemaligen Kommilitonen sind erwerbslos oder arbeiten in Fastfoodketten :ratlos:. Wir haben alle Jobs in "unserem" Bereich (der sehr breit gefächert ist) und verdienen damit Geld :confused:.
 

Benutzer135918 

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Um hier nochmal die Ehre der Geisteswissenschaftler zu verteidigen: Weder ich noch meine ehemaligen Kommilitonen sind erwerbslos oder arbeiten in Fastfoodketten :ratlos:. Wir haben alle Jobs in "unserem" Bereich (der sehr breit gefächert ist) und verdienen damit Geld :confused:.
In deinem Bereich ja kein Problem, doch sau viele Historiker, Philosophen und man glaubt es kaum Juristen und Lehrkraefte sind erwerbslos.
 

Benutzer15352 

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In deinem Bereich ja kein Problem, doch sau viele Historiker, Philosophen und man glaubt es kaum Juristen und Lehrkraefte sind erwerbslos.
Woher weißt du, was "mein" Bereich ist? "Geisteswissenschaft" ist ein Sammelbegriff - und eines der von dir genannten Sachen hab ich auch (u.a.) studiert :smile:.
 

Benutzer130866 

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Mal aus der Sicht eines nicht studierten...

Trotz sehr vielen Bewerbungen nichts bei raus gekommen. Die einzige, letzte, Möglichkeit scheint Zeitarbeitsfirma zu sein. Ich wollte nie dorthin. So nun die Fakten:

ALG2 Satz 780€
ZAF will um jeden Preis den Stundenlohn drücken. Die lassen sich auf keine Verhandlung ein und deren einziges "Angebot" sind lächerliche 8,19€.
Laut deren eigenen Tarifvertrag landet alles was über die 35te Stunde die Woche hinausgeht auf ein Zeitkonto. Erst wenn das Zeitkonto min. 70 Stunden aufweist, wird normal gezahlt. Doch wird man überhaupt so lange beschäftigt sein um dies zu erleben ? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch dass man eher rausfliegt weil die für einen im Moment nichts haben.
So...

8,19€ x 140 Stunden (Monat) = 1146,6€ Brutto

Was in etwa 880€ Netto bei Stklasse 1 bedeutet. Wie soll die Motivation in solche Fällen aussehen wenn weder der Job einem gefällt noch das Geld stimmt ?!

Ständig andere und fremde Umgebung. Ständig andere Tätigkeit und damit verbundene Informationsflut am Anfang. Der Stress und der Druck alles richtig machen zu müssen und das Gefühl dass man im Visier Anderer ist weil man neu ist. Immer wieder fremde Menschen mit denen man zwanghaft umgehen muss, ob es einem nun gefällt oder nicht. Da fragt man sich auch oft ob es sich überhaupt lohnt die kennen zu lernen da man nach paar Tagen oder Wochen weg ist und die höchstwahrscheinlich nie wieder sieht.
In allermeisten Fällen ist man in Betrieben mit Schichtarbeit. Ein stabiler Tagesregime ist dadurch unmöglich weil im nächsten Betrieb der Ablauf ganz anderer ist. Dadurch ist auch die Planung unmöglich weil man nicht weiss wie lange man in dem derzeitigen Betrieb noch beschäftigt sein wird. Das man nicht als gleichwertiger Arbeitskollege wahrgenommen wird, ist auch keine Seltenheit.

Eure ehrliche Meinung, das alles für 100€ ?
 

Benutzer18889 

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Eure ehrliche Meinung, das alles für 100€ ?

Von mir ein defnitives Ja. Arbeiten zu gehen bedeutet für mich mehr als nur Geld zu verdienen. Ich habe auch schon Jobs gemacht, die mir wenig Freude bereitet haben, z.B. bei wenigen Grad Außentemperatur in knapper Kleidung Flyer zu verteilen, wo einen eh jeder Zweite dumm anmacht. :zwinker:

Da fühlte ich mich trotzdem gebraucht im Sinne von: "Ich tue etwas für mein Geld und sitze mir nicht den Hintern vor'm Fernseher platt". So ginge es mir auf Dauer nämlich, weil der Hartz-IV-Satz nicht gerade große Sprünge in Bezug auf die Freizeitgestaltung zulässt. Die freie Zeit an sich wäre ja schön, ist sie jetzt in den Semesterferien auch, aber ohne Geld?

Es hindert dich doch auch niemand an Weiterbildungen wie dem Erwerb eines höheren Schulabschlusses, einer neuen Ausbildung oder der Aufnahme eines Studiums. Mein Gehalt im Vollzeitjob erschien mir damals in Proportion zu der Belastung auch zu niedrig, weshalb ich parallel das Abi nachgeholt habe. Bereue ich kein bisschen.

Ich verstehe vollkommen, dass es gerade ältere Langzeitarbeitslose gibt, die wirklich in einer miesen Lage sind, chronisch Kranke etc. ebenfalls. Als gesunder Mensch im besten Alter stehen einem aber noch diverse Türen offen und ich finde, man sollte versuchen, da was draus zu machen.



Ich war mal zwei Wochen arbeitslos und peinlich war mir dabei vorallem wie man dann vom Amt behandelt wird und das man sich sozusagen mit seinen Daten nackig machen muss. Das fand ich extremn unangenehm und erniedrigend!

Off-Topic:
Ich hab' zwischen Abi und Studium auch 2 Monate Hartz IV bezogen und empfand die Behandlung von Mitarbeitern der Agentur für Arbeit als total in Ordnung. Dass man nahezu all seine Lebensdaten preisgeben muss, finde ich sehr nachvollziehbar. Schließlich bekommt man Geld vom Staat und der möchte eben sichergehen, dass er niemanden unterstützt, der es eigentlich nicht nötig hat, weil jemand z.B. noch ein teures Auto besitzt oder ein dickes Sparbuch hat.

Klar muss man eigentlich alles einreichen, was man so hat: Mietvertrag, Kontoauszüge, Sparbücher, Fahrzeugschein (kann auch Brief gewesen, keine Ahnung) - das macht für mich aber alles absoluten Sinn. Wer nichts zu verbergen hat, dem muss das ja nicht unangenehm sein und wer darauf keine Lust hat, der kann -bezogen auf so Übergangssituationen wie bei dir oder mir- ja von Ersparnissen leben oder muss halt irgendeinen kurzfristigen Nebenjob machen. Wenn man aber den Luxus einer Kostenübernahme in Anspruch nehmen möchte, muss man dafür was tun.

Ich kam mir dabei nie blöd vor. Die haben ja nur gesehen, dass ich kein Geld habe. Sind die wohl gewohnt.
 
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Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Mal aus der Sicht eines nicht studierten...

Trotz sehr vielen Bewerbungen nichts bei raus gekommen. Die einzige, letzte, Möglichkeit scheint Zeitarbeitsfirma zu sein. Ich wollte nie dorthin. So nun die Fakten:

ALG2 Satz 780€
ZAF will um jeden Preis den Stundenlohn drücken. Die lassen sich auf keine Verhandlung ein und deren einziges "Angebot" sind lächerliche 8,19€.
Laut deren eigenen Tarifvertrag landet alles was über die 35te Stunde die Woche hinausgeht auf ein Zeitkonto. Erst wenn das Zeitkonto min. 70 Stunden aufweist, wird normal gezahlt. Doch wird man überhaupt so lange beschäftigt sein um dies zu erleben ? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch dass man eher rausfliegt weil die für einen im Moment nichts haben.
So...

8,19€ x 140 Stunden (Monat) = 1146,6€ Brutto

Was in etwa 880€ Netto bei Stklasse 1 bedeutet. Wie soll die Motivation in solche Fällen aussehen wenn weder der Job einem gefällt noch das Geld stimmt ?!

Ständig andere und fremde Umgebung. Ständig andere Tätigkeit und damit verbundene Informationsflut am Anfang. Der Stress und der Druck alles richtig machen zu müssen und das Gefühl dass man im Visier Anderer ist weil man neu ist. Immer wieder fremde Menschen mit denen man zwanghaft umgehen muss, ob es einem nun gefällt oder nicht. Da fragt man sich auch oft ob es sich überhaupt lohnt die kennen zu lernen da man nach paar Tagen oder Wochen weg ist und die höchstwahrscheinlich nie wieder sieht.
In allermeisten Fällen ist man in Betrieben mit Schichtarbeit. Ein stabiler Tagesregime ist dadurch unmöglich weil im nächsten Betrieb der Ablauf ganz anderer ist. Dadurch ist auch die Planung unmöglich weil man nicht weiss wie lange man in dem derzeitigen Betrieb noch beschäftigt sein wird. Das man nicht als gleichwertiger Arbeitskollege wahrgenommen wird, ist auch keine Seltenheit.

Eure ehrliche Meinung, das alles für 100€ ?



Du hast wenigstens Arbeit, das Gefühls für dein Geld gearbeitet zu haben, selbst wenn du noch aufs Amt musst um aufzustocken, du hast zumindest einen gr0ßteil selbst erwirtschaftet. Ich arbeite als Hausmeister in einem Integtrationsbetrieb, bekomme in etwa so viel wie du schilderst, bin Integratiosnangestellt, was heißt ich hab nix zu melden, soll angeblich besonders gefördert werden , aber werde ehr gefordert. Ich kann nie eien Führerschein machen und trotzdem muss ich zu unmöglichen Zeiten arbeiten, wo mir Zusatzkosten entstehen, die enorm sind für das was ich verdiene. Aber alleine das Gefühl für sein Täglich Brot zu arbeiten und die Kollegen, treiben mich an das Durchzuziehen, ob wohl ich mich hoffnungslos unterfordert auf Geistiger Eben fühle und sonst zu gestresst bin.


Aber du muss auch bei dem Vertrag sehen, das die 70 Stunden Überstundenregel Rechtswidrig ist.
 

Benutzer130866 

Sorgt für Gesprächsstoff
Rechtswidrig^^
Was willst du den machen ?! Entweder du unterschreibst den Arbeitsvertrag oder gehst wieder.
Im übrigen vergleiche nicht das was du tust mit der ZAF. Du hast ein stabiles Umfeld, sowohl die Arbeit als auch die Menschen sind immer die gleichen.
 
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