von höhergestelltem Kollegen begrabscht

Benutzer145390 

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das ist schon ein paar Jahre her, aber da mich das damals sehr belastet hat und sicher auch anderen ähnlich geht, wollte ich das einfach mal schreiben - vielleicht tröstet es die ein oder andere, dass das auch anderen "passiert".

Besagter Kollege (geschätzte 20-25 Jahre älter) war damals der direkte Vorgesetzte eines guten Freundes, dem er auch immer gegen seinen Willen den Arm um die Schulter gelegt hat, der sich dagegen aber nicht getraut hat aufzumucken. Es ging los mit am Arm anfassen um mich durch offen gehaltene Türen zu leiten. Leider schwammen wir im selben Schwimmbad, deshalb kam er auf die Idee, mit mir hin laufen zu wollen. Als ich abgelehnt habe, hat er mich in sein Büro zitiert, ob ich an dem Tag nicht schwimmen könne (nein, ich war schon gewesen, um ihn nicht dort zu treffen, und selbst wenn ich meine Tage gehabt hätte, ginge ihn das einen feuchten Dreck an!), hat dann immer wilder auf mich eingeredet und ich habe halt auf den Boden geschaut und überlegt, wie ich dem entkommen kann. Plötzlich hat er seine Hand auf meinem Knie und schüttelt es und brüllt mich an: "schau mich an, schau mich an, bin ich so grässloch, dass du mich nicht anschauen kannst?". Bin dann einfach raus gerannt, und weil ich es ihm nicht sagen konnte und kein Theater machen wollte, bekam er erne email, dass ich von ihm nicht mehr angefast werden will und insbesondere nicht zwischen Schulter und Knie, weil mein Körper mir gehört.

Er hat mich daraufhin ein Jahr geschnitten, was mich nicht gestört hat, was auch nicht so unüblich war, obwohl wir in derselben Arbeitsgruppe waren. Nach einem Jahr kam er mir mal auf dem Rausweg entgegen, da habe ich ihn einfach gegrüsst, aus Anstand und weil ich vermeiden wollte, dass unnötig viele Menschen merken, dass da etwas nicht stimmt. Er hat mir dann lange von seiner neuen Fahrradlampe erzählt und aber anständig Abstand gehalten und ich dachte ernsthaft, es wäre wieder alles in Ordnung. Ein paar Tage darauf sind eine Freundin und ich in einer kurzen Pause zu einer Vortragsreihe dazu gestossen und haben uns in die letzte Reihe gesetzt, in der nur ein verwaister Ordner lag. Der leider ihm gehörte. Nach einem weiteren Vortrag musste die Freundin wieder gehen, also sass ich neben ihm, wenn auch mit drei freien Plätzen dazwischen. Erst ist er aufgerutscht, dann hat er sich zurück gelehnt, dann sich rüber gebeugt und mich am Rücken gestreichelt. Ich bin vor Schreck erstarrt. Am Nachmittag, als ich wieder in meinem Büro war, habe ich mich erstmal bei meinem Kollegen ausgeheult, der hat gleich gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Danach habe ich eine Woche das Büro von innen abgeschlossen und bin einen Monat lang nur alleine auf Toilette gegangen (war im selben Trakt eie sein Büro), wenn sein Fahrrad nicht unter meinem Fenster stand, sprich er nicht im Haus war.

Am schlimmsten fand ich, dass meine Mutter gesagt hat, ich solle mich nicht so haben. Mich hat das fertig gemacht, ich habe mich hilflos ausgeliefert gefühlt, das war grauenhaft. Aber scheinbar ist es normal, dass Männer Frauen anfassen, die ihnen gefallen (bevor jemand Vermutungen anstellt, ich hatte damals immer nur weite Jeans und Pullis an, Typischer Naturwissenschaftler-Look). Habe seitdem Frauen getroffen, die es nicht stört, wenn ihnen fremde Männer in der Disko in den Hintern kneifen oder sich gegen ihre Brüste drücken, aber ich bilde mir ein, in einem freien Staat zu leben und ein Recht darauf zu haben, nicht angefasst zu werden, wenn ich ihm sogar schriftlich gebe, dass er das sein lassen soll.

Damals dachte ich, die Welt bleibt stehen oder geht gleich unter, so widerlich dreckig habe ich mich gefühlt. Die Stunde unter der Dusche hat nichts genützt. DAs Ausheulen bei guten Freunden schon. Und die Zeit hat fie Wunden zum Glück geheilt, zwei Jahre danach habe ich sogar jemanden kennengelernt, von dem ich mich gerne habe umarmen lassen.

So, das war meine Geschichte, ist inzwischen sechs Jahre her, aber sicher bin ich nicht die einzige Frau auf der Welt, der so etwas passiert und die es nicht so einfach wegsteckt/wegstecken konnte.
 

Benutzer137374  (49)

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So, das war meine Geschichte, ist inzwischen sechs Jahre her, aber sicher bin ich nicht die einzige Frau auf der Welt, der so etwas passiert und die es nicht so einfach wegsteckt/wegstecken konnte.
Dass Du nach sechs Jahren immer noch unter diesen grenzwertigen Uebergriffen leidest, finde ich schon eine ziemlich ungewoehnlich intensive Reaktion. Entscheidend ist natuerlich die Intention des Gegenuebers, die bei Deinem "Grabscher" aber nicht wirklich klar ist. Ich koennte nicht zaehlen, wie oft eine griechische Kollegin mein Knie getaetschelt hat. Ohne jede anzuegliche Absicht selbstverstaendlich und Du schriebst ja, dass dieser ehemalige Chef auch einen maennlichen Kollegen zB umarmt hat (er scheint recht "koerperlich" zu sein). Es wird aus Deiner Schilderung nicht deutlich, dass es sich um eine sexuelle Belaestigung handelt. Niemand muss sich befummeln lassen, aber Kirche im Dorf lassend waren es nicht Deine Brueste, Dein Hintern oder zwischen den Beinen. Abgesehen von dem Streitgespraech (was man auf Dein empfindliches Verhalten zurueckfuehren koennte) haette ich sein Verhalten als normal kollegial gedeutet. Es ist im Arbeitsleben auch fuer Maenner nicht schoen, wenn jede Freundlichkeit als moegliche Belaestigung ausgelegt wird. Ich habe Jahre gewartet, bis ich mal einer sehr eng vertrauten Kollegin (Italienerin) ein Kompliment wegen ihrer Kleidung machte. Ich habe mich erst 1000 Mal abgesichert, dass die Bemerkung nicht anzueglich gemeint ist. Sie sagte, wie enttaeuscht sie schon lange waere, dass ich nie Komplimente machte. Die Sitten in dern Laendern sind unterschiedlich und auch individuell gibt es natuerlich unterschiedliche "Schmerzgrenzen". Ich halte mich hinsichtlich physischer Integritaet schon fuer sehr empfindlich, aber bei Dir scheint es wirklich sehr, sehr ausgepraegt zu sein. Das versteht sicher nicht jeder. Da diese harmlosen Vorfaelle schon so lange zurueckliegen, sollest Du eine Psychotherapie erwaegen, wenn es Dich immer noch belastet.
 

Benutzer145390 

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es belastet mich nicht mehr, aber ich bestehe nach wie vor auf meinem Recht, nicht gegen meinem Willen angefasst zu werden und stehe dazu neuerdings, wie du siehst, auch. Besagter Kollege war für derartige Grabschereien berüchtigt und alle, die ich kannte, mochten es so wenig wie ich, aber da er am längeren Hebel sass, hat niemand etwas gesagt. Gegen nicht-sexuelle Berührungen habe ich nichts, die Kollegen, bei denen ich mich ausgeheult habe, haben mich auch in den Arm genommen. Wenn ich aber etwas nicht mag und sage es auch noch und derjenige befindet sich in einer Machtposition mir gegenüber und tut es trotzdem, brauche sicher nicht ich die Therapie.
Hmm, bin am überlegen, ob es so eine gute Idee war, das hier zu schreiben, ich will mir offen gestanden nicht in mein Leben und meine Entscheidungen reinreden lassen und wollte beides auch nicht zur Diskussion stellen, sondern lediglich schildern. Die Menschen sind unterschiedlich und bei 1000 Nutzern müssten rein statistisch rund 50 so altmodisch sein wie ich - für sie habe ich meine Geschichte erzählt, damit sie wissen, dass sie nicht abnormal sind, dass es erlaubt ist, nicht angegrabscht zu werden, und sicher nicht, dass von der liberaleren Mehrheit mir jemand eine Therapie empfiehlt. Hatte ich irgendwo geschrieben, dass es mich belastet? Nein. Zur Info, als ich eineinhalb Jahre danach weg gezogen bin und gerade mit einem Kollegen die Reste der Abschiedsfeier aufgeräumt habe, kam der Grabscher herein um auf dem Heimweg sein Fach nachzuschauen. Er hat mir alles Gute gewünscht und ich habe ihm meine Hand zum Gruss angeboten. Ich bin nicht abnormal, dass ich das nicht mag, ich bin nur altmodisch, aber unter meinen muslimischen Freunden hat es z.B. viele gewundert, dass ich ihm danach noch die Hand gegeben habe.
Gell, da staunste, wie unterschiedlich die Menschen sind? Mich stört es nicht, dass die meisten Menschen in Deutschland eine andere Einstellung zur Sexualität haben, aber ich will auch meine Einstellung haben dürfen. Leben und leben lassen.
 

Benutzer63857  (57)

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Das Recht steht dir auch zu. Ohne wenn und aber. Kein Mann hat auch nur irgendein Recht eine Frau gegen ihren Willen wo und wie auch immer zu berühren. Selbst dann nicht, wenn diese Frau nackt vor ihm stünde. Punkt, Aus und Ende und nicht diskutierbar.
 
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Benutzer92501  (41)

Meistens hier zu finden
Hallo!

PC-Junky hat Recht. Niemand hat ein Recht, Dich anzufassen, wenn Du es nicht willst. Egal, was Du gerade trägst, oder in welcher Situation Du bist.
Ich denke, jeder hat eine "Schutzmauer" da lässt er Menschen rein, die er als positiv erachtet und schließt Menschen aus, die einen negativen Eindruck hinterlassen. Menschen, die so grobklotzig sind, dass sie diese Grenze überschreiten, dürfen auch gerne durch (non)verbale Konversation darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie zu weit gehen.
Oder man darf sich zurück ziehen, wenn die Situation unangenehm ist.

Als übergestellter Mitarbeiter hat er einfach drauf zu achten, dass er nicht anfasst, oder Grenzen überschreitet.

Natürlich gibt es Menschen, die es immer so sehen werden wie Huhngesicht. Daran kann man nichts ändern, weil sie vielleicht einfach lockerer mit Anfassen umgehen, als andere. Ich muss allerdings feststellen, dass ich - je länger ich als Sozialpädagogin arbeite - immer mehr eine konservativere Sicht darauf bekomme, wie man mit anderen Menschen umgeht, mit Anzüglichkeiten, mit sexualisiertem Verhalten oder einfach nur durch den Aufbau eines Machtgefälles.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du es bald hinter Dir lassen kannst und Du es gut verarbeitet in eine Kiste verstauen kannst.

LG
Heike
 

Benutzer149562  (29)

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wow. das geht überhaupt nicht. kannst du dich nicht an die frauenbeauftragte wenden? ansonsten mit seinem vorgesetzten (da gibt es doch bestimmt einen) das gespräch suchen. das ist sexuelle belästigung am arbeitsplatz und n kündigungsgrund
 

Benutzer86779  (36)

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Dass Du nach sechs Jahren immer noch unter diesen grenzwertigen Uebergriffen leidest, finde ich schon eine ziemlich ungewoehnlich intensive Reaktion. Entscheidend ist natuerlich die Intention des Gegenuebers, die bei Deinem "Grabscher" aber nicht wirklich klar ist. Ich koennte nicht zaehlen, wie oft eine griechische Kollegin mein Knie getaetschelt hat. Ohne jede anzuegliche Absicht selbstverstaendlich und Du schriebst ja, dass dieser ehemalige Chef auch einen maennlichen Kollegen zB umarmt hat (er scheint recht "koerperlich" zu sein). Es wird aus Deiner Schilderung nicht deutlich, dass es sich um eine sexuelle Belaestigung handelt. Niemand muss sich befummeln lassen, aber Kirche im Dorf lassend waren es nicht Deine Brueste, Dein Hintern oder zwischen den Beinen. Abgesehen von dem Streitgespraech (was man auf Dein empfindliches Verhalten zurueckfuehren koennte) haette ich sein Verhalten als normal kollegial gedeutet. Es ist im Arbeitsleben auch fuer Maenner nicht schoen, wenn jede Freundlichkeit als moegliche Belaestigung ausgelegt wird. Ich habe Jahre gewartet, bis ich mal einer sehr eng vertrauten Kollegin (Italienerin) ein Kompliment wegen ihrer Kleidung machte. Ich habe mich erst 1000 Mal abgesichert, dass die Bemerkung nicht anzueglich gemeint ist. Sie sagte, wie enttaeuscht sie schon lange waere, dass ich nie Komplimente machte. Die Sitten in dern Laendern sind unterschiedlich und auch individuell gibt es natuerlich unterschiedliche "Schmerzgrenzen". Ich halte mich hinsichtlich physischer Integritaet schon fuer sehr empfindlich, aber bei Dir scheint es wirklich sehr, sehr ausgepraegt zu sein. Das versteht sicher nicht jeder. Da diese harmlosen Vorfaelle schon so lange zurueckliegen, sollest Du eine Psychotherapie erwaegen, wenn es Dich immer noch belastet.

Es kann durchaus sein, dass das nicht sexuell gemeint war (das er das auch bei männern macht spricht ja dafür), allerdings hat sie es ja klar geäußert, dass sie das nicht will und diese grenze muss er respektieren, gerade als ranghöherer.

es stimmt natürlich, dass im südländischen raum mehr angefasst wird, aber im deutschen geschäftsleben ist es eigentlich nicht üblich sich anzufassen (abgesehen vom händedruck), selbst ein schulterklopfen ist da schon eher unüblich.

das er das anfangs gemacht hat kann man ja noch irgendwie mit seinem wesen entschuldigen (auch wenn das auch schon nicht wirklich professionell war), aber spätestens als sie es verbal gesagt hat hätte er es abstellen müssen.
 

Benutzer145390 

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wow. das geht überhaupt nicht. kannst du dich nicht an die frauenbeauftragte wenden? ansonsten mit seinem vorgesetzten (da gibt es doch bestimmt einen) das gespräch suchen. das ist sexuelle belästigung am arbeitsplatz und n kündigungsgrund

sollte vielleicht dazu sagen, dass es kein normaler Arbeitsplatz war. Wenn man auf einem Zeitvertrag sitzt und weiss, dass der Rest der Karriere vor allem von Vitamin B abhängt, hält man besser den Mund. War ja nicht die Einzige, alle wussten es und niemand hat sich gewehrt. Habe das ja auch nur aufgeschrieben, weil ich sicher bin, dass es anderen genauso geht.
 
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Benutzer137374  (49)

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es belastet mich nicht mehr, aber ich bestehe nach wie vor auf meinem Recht, nicht gegen meinem Willen angefasst zu werden und stehe dazu neuerdings, wie du siehst, auch.
Ich gebrauchte das Wort "belasten", weil Dich eine Banalitaet (so wie Du es schilderst) auch nach sechs Jahren noch beschaeftigt. Ich finde es erstaunlich, dass Du Dich ueberhaupt erinnerst.
Besagter Kollege war für derartige Grabschereien berüchtigt und alle, die ich kannte, mochten es so wenig wie ich, aber da er am längeren Hebel sass, hat niemand etwas gesagt. Gegen nicht-sexuelle Berührungen habe ich nichts, die Kollegen, bei denen ich mich ausgeheult habe, haben mich auch in den Arm genommen. Wenn ich aber etwas nicht mag und sage es auch noch und derjenige befindet sich in einer Machtposition mir gegenüber und tut es trotzdem, brauche sicher nicht ich die Therapie.
Ich war nicht dabei. Ich kann mich nur an dem orientieren, was Du geschildert hast. Da war weder physisch noch verbal etwas dabei, was als sexuell agressiv eindeutig auslegbar ist. Ich wollte das auch nicht, dass mir jemand auf dem Ruecken rumtatscht, aber es bewegt sich in einem Rahmen, den man schlecht sexuelle Belaestigung nennen kann. Ich wuerde auch den Begriff "grabschen" nur verwenden, wenn primaere oder sekundaere Geschlechtsmerkmale betroffen sind, sonst schiene es mir missverstaendlich.
Hmm, bin am überlegen, ob es so eine gute Idee war, das hier zu schreiben, ich will mir offen gestanden nicht in mein Leben und meine Entscheidungen reinreden lassen und wollte beides auch nicht zur Diskussion stellen, sondern lediglich schildern. Die Menschen sind unterschiedlich und bei 1000 Nutzern müssten rein statistisch rund 50 so altmodisch sein wie ich -
Deine Einstellung ist nicht altmodisch sondern modern. Als meiner Mutter in die Lehre ging, konnte sie gegen Anzueglichkeiten und sexuelle Uebergriffe nichts machen.
für sie habe ich meine Geschichte erzählt, damit sie wissen, dass sie nicht abnormal sind, dass es erlaubt ist, nicht angegrabscht zu werden, und sicher nicht, dass von der liberaleren Mehrheit mir jemand eine Therapie empfiehlt. Hatte ich irgendwo geschrieben, dass es mich belastet? Nein. Zur Info, als ich eineinhalb Jahre danach weg gezogen bin und gerade mit einem Kollegen die Reste der Abschiedsfeier aufgeräumt habe, kam der Grabscher herein um auf dem Heimweg sein Fach nachzuschauen. Er hat mir alles Gute gewünscht und ich habe ihm meine Hand zum Gruss angeboten. Ich bin nicht abnormal, dass ich das nicht mag, ich bin nur altmodisch, aber unter meinen muslimischen Freunden hat es z.B. viele gewundert, dass ich ihm danach noch die Hand gegeben habe.
Das Wort abnormal verwendest nur Du und auch nur Du hast anscheinend den Eindruck, Dich rechtfertigen zu muessen. Das ist eigenartig und suggeriert, dass da etwas nicht ganz in Ordnung ist. Ich schlug nur vor, eine Therapie zu erwaegen (wenn Dich nach sechs Jahren eine Nichtigkeit beschaeftigt).
Gell, da staunste, wie unterschiedlich die Menschen sind?
Ueberhaupt nicht. Ich war selbst schon Arbeitgeber und habe weitaus empfindlichere Personen erlebt (und nein, ich habe noch nie jemanden unnoetig beruehrt :zwinker:
Mich stört es nicht, dass die meisten Menschen in Deutschland eine andere Einstellung zur Sexualität haben, aber ich will auch meine Einstellung haben dürfen. Leben und leben lassen.
Siehe oben. Ich vermisse den sexuellen Bezug. Ich will auch nicht gerne beruehrt werden (bin da aber auch sehr empfindlich, weswegen ich zB nie zum Arzt gehe), aber Arm, Ruecken oder auch das Knie sind nicht eindeutig.
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Natürlich gibt es Menschen, die es immer so sehen werden wie Huhngesicht. Daran kann man nichts ändern, weil sie vielleicht einfach lockerer mit Anfassen umgehen, als andere.
Ich moechte hier keinen falschen Eindruck erwecken. Persoenlich mag ich Anfassereien gar nicht. Selbst das Haendeschuetteln ist mir zuwider. Es ging allein um eine Analyse der Schilderungen der TS. Verzweifelt zu weinen oder sich vor angst kaum aushaltend in der Toilette einzuschliessen ist angesichts des beschriebenen Geschehens keine der Norm entsprechende emotionale Reaktion. Es klingt eher nach einer ungesunden emotionalen Reaktion, mit der man einem normgemaessen Alltag nicht gerecht werden kann. Das heisst nicht, dass ich das Verhalten des Profs gutheisse.
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Es kann durchaus sein, dass das nicht sexuell gemeint war (das er das auch bei männern macht spricht ja dafür), allerdings hat sie es ja klar geäußert, dass sie das nicht will und diese grenze muss er respektieren, gerade als ranghöherer.
es stimmt natürlich, dass im südländischen raum mehr angefasst wird, aber im deutschen geschäftsleben ist es eigentlich nicht üblich sich anzufassen (abgesehen vom händedruck), selbst ein schulterklopfen ist da schon eher unüblich.
Ich sehe das nicht anders. Wir diskutieren aber ja nicht mit diesem Prof ueber seine eigentuemliche Art sondern mit der TS. Angesichts der geschilderten Umstaende wuerde man selbst wenn es sich um sexuelle Anzueglichkeiten handelte (ich behaupte, dass man den Unterschied bemerkt) in die Kategorie fallen, dass man das schlicht ignoriert (aus Hoeflichkeit und Selbstschutz). Heulen und auf der Toilette einschliessen usw erscheinen mir "ungesund". Ist ja auch nicht schlimm, aber dann ist die in Anspruchnahme von Hilfe erwaegenswert.
das er das anfangs gemacht hat kann man ja noch irgendwie mit seinem wesen entschuldigen (auch wenn das auch schon nicht wirklich professionell war), aber spätestens als sie es verbal gesagt hat hätte er es abstellen müssen.
Es haengt wie gesagt von den konkreten Umstaenden ab, die wir nicht kennen. Wir kennen nur die subjektive Schilderung der TS. Die verbale Auseinandersetzung mag zB darauf beruhen, dass der Prof ernsthaft veraergert ueber die Unterstellung war, es handele sich um sexuelle Uebergrifflichkeiten (daher auch der Rueckzug). Auch das Rueckenbegrabschen mag provokante Absicht gewesen sein, weil er sich ueber ihr in seinen Augen albernes Verhalten aergerte. Das sind alles nur Spekulationen, die man aber bei einer einseitigen Schilderung nicht ignorieren kann.
 

Benutzer145390 

Ist noch neu hier
naja, dann spekuliert halt, wenn es euch glücklich macht. Vor einem Jahr hatte ich vorübergehend einen Vorgesetzten, der mir gelegentlich väterlich auf den Rücken geklopft hat, das hat mich nicht gestört, denn das war aufmunternd gedacht und kam so an. Der andere war ein Schleimklotz, der allen Frauen auf die Oberweite gestiert hat, der ständig meinte sich erkundigen zu müssen, wie es mit meinem Freund-in-spe läuft, nur weil der unter ihm war, und nicht gemerkt hat, dass ich darauf nicht eingehe, der sich im Schwimmbad, egal, wie leer es war, auf meine Bahn gedrängt hat, der in den Gemeinschaftsduschen mein Schampo wollte, obwohl er selbst eines hatte (natürlich musste er die Dusche neben mir haben...) und mich dann bat, ihm den Rücken einzuschäumen, was ich natürlich nicht gemacht habe. Dass er gefragt hat, ob ich gerade meine Tage habe, war sicher auch nicht mit sexuellem Hintergedanken. Wo er eh schon merkt, dass ich ihm aus dem Weg gehe.
Gegen Anfassen habe ich nichts, finde auch Frauenarzt nicht unangenehmer als Zahnarzt, aber der Kerl war mir zuwider, denn der war aufdringlich, richtig widerlich. Er hat mir ja nicht kurz über den Rücken gestreichelt, sondern mir den Arm umgelegt und mit der flachen Hand hoch und runter und hoch. So hat mich damals nur ein Mensch anfassen dürfen. Zudem legt man wildfremden Menschen, die deutlich gemacht haben, dass sie das nicht wünschen, einfach nicht den Arm um die Schulter, das war doch in einem Vortrag, nicht Abends in der Kneipe! Tja und die Reaktion, die war halt so, dazu stehe ich. Ich habe es aufgeschrieben, weil ich davor immer dachte, die sollen sich nicht so anstellen, wenn ich von sowas gehört habe. Dass ich das Büro (wie kommst du auf Toilette?) von innen abschliessen würde, hatte ich nicht vorher geplant, das war spontan, damit er nicht rein platzen kann.
Die ersten Menschen, denen ich davon erzählt habe, waren Muslime. Finde es interessant, wie sehr anders ihr das alles interpretiert.
Liegt übrigens nicht an dem Vorfall, dass ich mich daran so genau erinnere, kann mich auch noch an die Einschulung, ein paar dutzend Stunden aus jeder Jahrgangsstufe, zig Vorlesungen und die meisten Besprechungen mit meinem Chef erinnern. Weiss nicht, warum ich mir das alles merke, das war schon immer so, deswegen fällt es mir nur auf, wenn sich jemand darüber wundert.
 
R

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Ich finde, du hast gut reagiert mit der E-Mail. Leider hat er sich ja nicht daran gehalten. Ich finde auch nicht, dass man es bagatellisieren kann, weil es "nur" ein Streicheln am Rücken war.

Ich habe auch einen Kollegen (um die 60), der höher gestellt ist, der öfters mal unpassend den Arm um mich legt, komische Witze über mich und meinen potentiellen Freund macht (so scheint er herausfinden zu wollen, ob ich vergeben bin oder nicht) oder anzügliche Bemerkungen fallen lässt. Auch ein - natürlich scherzhaft gemeintes :rolleyes: - "Riot, setz dich doch auf meinen Schoß!" fiel schon beim Betriebsausflug...(was nicht nur an sich schon unangenehm war, sondern mich auch vor all meinen Kollegen in eine sehr peinliche Lage gebracht hat).
Beim nächsten derartigen Vorfall werde ich ihn zur Rede stellen, leider habe ich es vorher auch nicht geschafft und leider habe ich auch oft gedacht, dass es ja eigentlich harmlos ist und er de facto gar nichts Schlimmes getan hat.

Daher kann ich sehr gut verstehen, wie unangenehm diese Situationen für dich waren. Ich hoffe, dass du (und auch ich und alle anderen Frauen) in Zukunft in solchen Reaktionen bestimmter reagieren kannst und dich nicht von verharmlosenden Kommentaren Außenstehender einschüchtern lässt. Solchen Männern muss man zeigen, dass ihr Verhalten unangemessen ist.
 

Benutzer145390 

Ist noch neu hier
@Riot: ja, solche Sachen ufern über längere Zeit langsam aus und bis man merkt, dass man hätte reagieren sollen, ner t es schon gewaltig. Das sind aber Fehler, die frau vermutlich nur einmal macht, ich zumindest rege mich längst nicht mehr auf, sondern sage halt gleich "lass das bitte, ich mag das nicht", und das hat bisher auch immer gereicht. Der Kerl hat sich wahrscheinlich dadurch ermutigt gefühlt, dass ich mich nicht gewehrt habe. Tipp an dich: nicht konfrontieren, er wird es eh abstreiten und dann stehst du als überempfindliche Zicke da, sondern einfach beim nächsten Mal ganz ruhig sagen, he, ich mag das nicht, bitte lass das. Schont auch die eigenen Nerven, denn am schlimmsten ist ja das Gefühl, dem ausgeliefert zu sein. Drück' dir jedenfalls die Daumen!
 
R

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@Riot Tipp an dich: nicht konfrontieren, er wird es eh abstreiten und dann stehst du als überempfindliche Zicke da, sondern einfach beim nächsten Mal ganz ruhig sagen, he, ich mag das nicht, bitte lass das.
Ja, das hatte ich ohnehin vor.
Zudem werde ich ihn dann auch einfach duzen, wie er es bei mir tut (während er meine gleichaltrigen Kollegen siezt).

Mich belastet das Ganze jetzt auch nicht so schlimm, es ist mir nur eingefallen, als ich deinen Thread gelesen habe. Du bist ganz sicher nicht die Einzige, ich fürchte, sowas passiert ständig irgendwo...
 

Benutzer137374  (49)

Benutzer gesperrt
naja, dann spekuliert halt, wenn es euch glücklich macht.
Findest Du es falsch, dass wir uns mit den Fakten auseinandersetzen und nicht nur Deine Gefuehle kommentieren?
Vor einem Jahr hatte ich vorübergehend einen Vorgesetzten, der mir gelegentlich väterlich auf den Rücken geklopft hat, das hat mich nicht gestört, denn das war aufmunternd gedacht und kam so an. Der andere war ein Schleimklotz, der allen Frauen auf die Oberweite gestiert hat, der ständig meinte sich erkundigen zu müssen, wie es mit meinem Freund-in-spe läuft, nur weil der unter ihm war, und nicht gemerkt hat, dass ich darauf nicht eingehe, der sich im Schwimmbad, egal, wie leer es war, auf meine Bahn gedrängt hat, der in den Gemeinschaftsduschen mein Schampo wollte, obwohl er selbst eines hatte (natürlich musste er die Dusche neben mir haben...) und mich dann bat, ihm den Rücken einzuschäumen, was ich natürlich nicht gemacht habe. Dass er gefragt hat, ob ich gerade meine Tage habe, war sicher auch nicht mit sexuellem Hintergedanken. Wo er eh schon merkt, dass ich ihm aus dem Weg gehe.
Das klingt zwar anzueglich, bleibt aber Auslegungssache. Ich finde es ohnehin eigenartig, mit seinem Chef in eine Gemeinschaftsdusche zu gehen (ich kenne nicht mal ein Schwimmbad, in dem es sowas gibt).
Gegen Anfassen habe ich nichts, finde auch Frauenarzt nicht unangenehmer als Zahnarzt, aber der Kerl war mir zuwider, denn der war aufdringlich, richtig widerlich. Er hat mir ja nicht kurz über den Rücken gestreichelt, sondern mir den Arm umgelegt und mit der flachen Hand hoch und runter und hoch. So hat mich damals nur ein Mensch anfassen dürfen. Zudem legt man wildfremden Menschen, die deutlich gemacht haben, dass sie das nicht wünschen, einfach nicht den Arm um die Schulter, das war doch in einem Vortrag, nicht Abends in der Kneipe!
Es stimmt Dir ja jeder zu. Es ging nur um die Art und Weise, wie man darauf reagiert.

Tja und die Reaktion, die war halt so, dazu stehe ich. Ich habe es aufgeschrieben, weil ich davor immer dachte, die sollen sich nicht so anstellen, wenn ich von sowas gehört habe. Dass ich das Büro (wie kommst du auf Toilette?) von innen abschliessen würde, hatte ich nicht vorher geplant, das war spontan, damit er nicht rein platzen kann.
Erstaunlich, dass das ueberhaupt erlaubt war. Hattest Du ein Buero fuer Dich alleine? Nicht schlecht. Oder haben Deine Mitabreiter sich nicht daran gestoert, dass Du abgeschlossen hast? Ich verstehe aber natuerlich auch, dass der Prof nicht erfreut war, wenn er seine Mitarbeiter nicht besuchen kann, weil die Tueren abgeschlossen sind. Wie auch immer habe ich mir nicht alle Details merken koennen. Schriebst Du nicht etwas von "heulend auf der Toilette" o.ae? Mir schien diese intensive emotionale Reaktion (heulen) angesichts des Geschehens nicht erwartbar.
Die ersten Menschen, denen ich davon erzählt habe, waren Muslime. Finde es interessant, wie sehr anders ihr das alles interpretiert.
Gibt es einen besonderen Grund, dass Du auf die Religionszugehoerigkeit der Personen hinweist, denen Du es zuerst erzaehlt hast? Verstehe ich nicht.
 

Benutzer145390 

Ist noch neu hier
H huhngesicht tja, andere Länder andere Sitten... dort gab es nur Gemeinschaftsduschen, allerdings hat man sich normalerweise nicht neben jemanden von der Arbeit gestellt, sondern weiter weg, oder ist am besten gleich etwas länger im Wasser geblieben um eben nicht zusammen duschen zu müssen. Badeanzug hin oder her, ich dusche lieber alleine. Und wie schon gesagt darfst du gerne denken, was du willst, aber mir ist es zu blöd, darauf noch zu reagieren. Es war übrigens ein Zweier-Büro und der andere hat mich voll verstanden - was ich durchaus darauf schiebe, dass er strenggläubiger Moslem ist und z.B. deine Auffassung davon, was eine Frau gefälligst zu dulden hat sicher nicht teilt.
 

Benutzer63857  (57)

Sehr bekannt hier
J judith83

Lass dich nicht provozieren. Natürlich ist die Wertung einer Berührung immer eine Sache der persönlichen Befindlichkeiten. Was naturgemäß die Einordnung als sexuelle Belästigung erschwert. Daher gilt hierbei auch der Grundsatzt, daß es immer dann eine (sexuelle) Belästigung ist, wenn es von der betreffenden Person als eine solche empfunden wird. Und über allem steht ganz klar die Aussage, daß sich niemand von niemanden berühren lassen muss wenn es derjenige nicht will. Ich verstehe daher die Diskussion darum nicht, ob eine Berührung nun so oder so zu werten ist. Ganz egal wie eine Berührung vom Berührenden gemeint ist. Ist sie vom anderen nicht gewünscht hat jegliche Berührung zu unterbleiben. Was gibt es daran zu diskutieren?
 

Benutzer149683  (36)

Ist noch neu hier
Jetzt muss ich mich auch mal zu Wort melden. Zunächst mal kann ich Judith gut verstehen, dass sie nicht begrapscht, oder auch angefasst werden will. Ob das jetzt eine sexuelle Belästigung war oder eben nur eine männliche Unart will ich hier gar nicht beurteilen. Darum geht es auch nicht.
Niemand, ich wiederhole niemand hat das Recht mich gegen meinen Willen anfassen. Ich sage ausdrücklich nicht berühren sondern anfassen. Und wenn ich mir das verbiete, dann ist das eine ganz klare Grenze. Und keine Frau muss es zulassen, dass diese Grenze überschritten wird.
 
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