Verweichlichen Männer?

Benutzer77893 

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Mich würde mal interressieren was ihr von diesem Artikel haltet?

Warum Männer verweichlichen und Frauen verhärten - LoveCreation® Seminare

Ich weis das der Artikel etwas älter ist und ich hoffe es gab nicht schon eine Diskussion ganau über diese Artikel?! Denn das Thma hatten wir bestimmt schon mal... :smile:

Nichtsdestotrotz würde mich eure Meinungen dazu interessieren? Aber bitte mehr als nur finde ich gut oder schlecht und bitte auch kein "Geflame"! :smile:
 

Benutzer67771 

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Der Text wartet reihenweise mit Klischees und Stereotypen auf, wobei unterm Strich dann letztendlich herauskommt, dass "männlich=gut" und "weiblich=weniger gut" ist. Albern.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich halte wenig davon. Ich kann nicht erkennen, dass Männer immer mehr "verweichlichen" und kann mir - ehrlich gesagt - auch gar nicht so genau vorstellen, was damit überhaupt gemeint sein soll.

Es gibt keine Norm wie ein Mann typischerweise zu sein hat und es ist natürlich immer schlecht, wenn jemand seine eigene Bedürfnisse nicht formulieren kann etc. pp. Das gabs aber auch schon immer. Das hat aber m.E. wenig mit irgendwelchen Veränderungen im Geschlechterverhältnis zu tun und es hilft m.E. auch nicht weiter, wenn man in irgendwelchen "Männer-Seminaren" ziemlich abgedroschnene Stereotypen hinterher jagt.
 

Benutzer100759 

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Ja, viele Frauen "vermännlichen" immer mehr - im Sinne des klassischen, überholten, höhlenmenschigen Mannesbegriffes, der Leistungsfetisch, Aggressionsbereitschaft, Rohheit, Gefühlskälte, Rücksichtslosigkeit als "männlich" definierte. Und das ist nichts Gutes.

Das hat aber nichts mit der Emanzipation der Frau zu tun, oder der Frauenbewegung, sondern mit der entgrenzten Leistungsgesellschaft, die ein auf tradierten Männlichkeitswerten basierendes Unisexmodell vom Mensch als des Menschen Wolf zum goldenen Kalb gemacht hat.

Und nein, Männer verweichlichen nicht. Einige Männer haben zumindest ansatzweise begonnen, gegen das alte Rollenklischee zu rebellieren, und das würdige ich in aller Form; aber wo es drauf ankommt, können auch sie nicht aus den Anforderungen, die unsere Gesellschaft da an alle Individuen jeglichen Geschlechts stellt, ausbrechen.
 

Benutzer26217 

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Ich finde es ein Unding, den Errungenschaften des Feminismus die Schuld am angeknacksten Ego einiger Männer zu geben, die gerne weiter im Himmel des Patriarchats leben würde.

Es wird Jungen heute – zum Glück – eben meist nicht mehr beigebracht, dass sie von Natur aus schon mal besser sind als die anderen 50% der Bevölkerung. Deshalb müssen Männer heute ihr Selbstwertgefühl selbst entwickeln und haben da, genau wie viele Frauen, einfach Probleme.

Off-Topic:
Auf die ganzen Freud'schen Spinnereien in dem Text will ich mal gar nicht eingehen, genauso wie auf die Konzepte von "Weiblichkeit" und "Männlichkeit", die dort propagiert werden.
 

Benutzer100759 

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Ich finde es ein Unding, den Errungenschaften des Feminismus die Schuld am angeknacksten Ego einiger Männer zu geben, die gerne weiter im Himmel des Patriarchats leben würde.

Es wird Jungen heute – zum Glück – eben meist nicht mehr beigebracht, dass sie von Natur aus schon mal besser sind als die anderen 50% der Bevölkerung. Deshalb müssen Männer heute ihr Selbstwertgefühl selbst entwickeln und haben da, genau wie viele Frauen, einfach Probleme.

Ob das Patriarchat für Männer so der Himmel ist?

Ich mein, nicht bös' sein, aber das ist ja schon beinahe so plakativ wie der sinnlose Artikel.

Jungs haben unter der patriarchalischen Erziehung genauso gelitten (und tun dies noch) wie die Mädchen, da ist nichts mit Himmel oder "von Natur aus besser" oder geschenktem Selbstwertgefühl. Das ist ja die doppelte Perfidie der Rollenbilder.
Siehe auch: Geschichte der Literatur der Menschheit; Erziehungsforschung seit den 1920ern.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Einfach
nur
peinlich
liest sich das Ganze. Ähnlicher Dumfug wie irgendwelche biologistischen PickUp-Theorien.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Meine Meinung dazu:

Eine Mann ist nicht weniger männlich, nur weil er (Zitat) "Emotionalität, Harmoniebedürfnis, Ruhe und Einfühlungsvermögen" an sich schätzt und fördert.

Eine Frau ist nicht weniger weiblich, nur weil sie (Zitat) "Erfolg, Disziplin, Willensstärke und Zielstrebigkeit" anstrebt.

Keins der Geschlechter tut sich und dem anderen einen Gefallen indem es die eigene Sexualität verleugnet und meint, sich gesellschaftlichen Zwängen (wie unter anderem den in diesem Artikel propagierten antiquierten und sexistischen Rollenbildern) zu unterwerfen.

Zuversicht, Selbstbewusstsein, Ehrgeiz, Selbstreflektion und Disziplin bringen beide Geschlechter hingegen über ihre Probleme hinweg.

Männer, die versuchen sich mit Nettigkeit Sex zu erheucheln fehlt es nicht an männlicher Härte, sondern an Integrität. Das hat aber nichts mit Dominanz und pseudo-alphatierchen Säbelgerassel zu tun, sondern mit Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und gegenüber anderen Menschen.

Jeder (intelligente) Mensch kann von jedem anderen Menschen lernen, unabhängig des Geschlechts.
 

Benutzer26217 

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Jungs haben unter der patriarchalischen Erziehung genauso gelitten (und tun dies noch) wie die Mädchen, da ist nichts mit Himmel oder "von Natur aus besser" oder geschenktem Selbstwertgefühl. Das ist ja die doppelte Perfidie der Rollenbilder.
Siehe auch: Geschichte der Literatur der Menschheit; Erziehungsforschung seit den 1920ern.

Natürlich ist es für Männer genauso schwierig, den ganzen Anforderungen, die veraltete Konzepte von "Männlichkeit" an sie stellen, gerecht zu werden. Aber ich habe doch das Gefühl, dass gerade die, die jetzt so gegen Frauen wettern, diese Verhaltensmuster so verinnerlicht haben, dass sie im Patriarchat tatsächlich glücklicher wären. (vielleicht auch: Stichwort Pick-Up?)
 

Benutzer100759 

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Natürlich ist es für Männer genauso schwierig, den ganzen Anforderungen, die veraltete Konzepte von "Männlichkeit" an sie stellen, gerecht zu werden. Aber ich habe doch das Gefühl, dass gerade die, die jetzt so gegen Frauen wettern, diese Verhaltensmuster so verinnerlicht haben, dass sie im Patriarchat tatsächlich glücklicher wären. (vielleicht auch: Stichwort Pick-Up?)

Naja, sie haben zumindest diese Fantasie, daß sie da glücklicher wären, da sind wir ganz beieinander, aber die negativen Seiten einer solchen Umwelt werden natürlich bewußt ausgeklammert.
Noch viel mehr als "PickUp" kommt mir da immer in den Sinn, wie manche glauben, daß vor dem Zeitalter der Liebesheirat ALLE Männer eine Frau abbekamen (faktisch falsch) und dann auch noch glücklich damit waren (faktisch doppelt falsch). :smile:
 

Benutzer26217 

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Ich habe mich unglücklich ausgedrückt und schließe mich Dir absolut an! :smile:
 

Benutzer72912  (34)

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Früher musste der Mann hart, dominant und bestimmt sein. Da fühlten sich Frauen zu eingeengt und es gab eine Revolution. So in den 60er war es in Mode, dass Männer sensibel, führsorglich usw sind. Genetisch stehen Frauen noch auf die Männer, die ihnen Sicherheit geben. Das sind Werte wie Selbstvertrauen, Tatkräftigkeit, Macht usw. Als Junge und Jugendlicher wird dies den Männern jedoch durch überwiegend weibliche Erziehung und Idealen rausgetrimmt. Da darf man als Junge nicht aufmüpfig sein. Die Autoritätspersonen reagieren mit Moral, Strafe, Vermittlung von Schuldgefühlen usw. Da kann der Jung entweder rebellieren und wird somit zum harten, aber schwierigen Kerl, oder er passt sich an. Als Jugendlicher muss der Typ meiner Meinung nach einfach hübsch sein. Und zu den "Coolen" gehören, was halt die harten Typen sind. Auch als erwachsener muss man als Mann lernen, was früher eher gestraft wurde. Sein eigenes Ding durchziehen, sich durchsetzen um respekt zu verdienen usw. Das können einige halt besser andere weniger. Ein sehr grosser Teil hat Schwierigkeiten damit. Aber ich denke die meisten vereinen einfach beide Seiten.

Ich finde gerade die, "die über Frauen Wettern" sind in der Softie schiene gelandet. Doch irgendwie ist durch die Frustration und dem Erkenntnis, dass man sich selbst eben ziemlich einschränkt, wenn man immer nur brav ist, eine Wut spürbar. Die kann man nutzen. Einige wettern über Frauen, andere werden aktiv und setzen sich für sich selber ein.
 

Benutzer39497 

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Von der Tendenz her steckt bestimmt ein Körnchen Wahrheit in diesem Text. Und zwar insofern dass Männer und Frauen - meiner Meinung nach aber zum Glück - nicht mehr dem starren, geschlechtertypischen Rollenmuster entsprechen. Eigenschaften wie Dominanz, Aggressivität, Durchsetzungsvermögen, Karriereorientiertheit sowie auf der anderen Seite Emotionalität, Einfühlungsvermögen und Hingabe sind heute viel mehr geschlechterübergreifend und treten, je komplexer die Gesellschaft wird, in noch verschiedeneren Formen, Stärken und Abstufungen je nach Mensch, egal welchen Geschlechts, auf.

Das mag viele Vorteile, vielleicht in gewisser Hinsicht aber auch Nachteile mit sich bringen. Kritisch an dem Text finde ich allerdings, dass er diese geschlechterübergreifende Tendenz der heutigen Zeit in einem total negativen Licht darstellt. Es wird da zwar nicht, wie ein Vorschreiber meinte, typisch männlich als gut, und typisch weiblich als schlecht dargestellt, sondern es werden einige Begriffe zusammengeführt, diese werden im Gesamten als typisch männlich und typisch weiblich deklariert und entsprechend dieser Kategorien sollen sich Männer und Frauen säuberlich getrennt in die entsprechenden Schubladen einfügen. Und dass das heute viel weniger funktioniert als noch vor ein paar Jahrzehnten wird als reiner Nachteil dargestellt und einseitig und polemisch wie der Text ist werden Männer von heute als verweichlichte Weicheier und Frauen auf der anderen Seite als gefühllose Emanzen dargestellt.

Das ist natürlich Schwachsinn, denn es gibt immer solche und solche Menschen, sowohl auf Seiten der Männer wie auf Seiten der Frauen. Es gibt immer Leute, die entsprechend zum traditionellen Rollenbild der Geschlechter tendieren und andere, die sich stark für ein modernes, geschlechterunabhängiges Rollenmodell einsetzen. Und viele Menschen befinden sich irgendwo dazwischen und brauchen mitunter länger, um zu erkennen wer oder was sie sind und was sie darstellen wollen. Das ist eben der Knackpunkt wenn man die Qual der Wahl hat, denn früher waren die Rollen entsprechend des Geschlechts viel stärker vorgegeben und der Einzelne hat sich in seine Rolle hinein gefügt.

Natürlich gibt es gesellschaftlich nach wie vor einige Vorgaben, was als typisch männlich und weiblich gilt und der Einzelne richtet sich in gewisser Weise auch danach, selbst wenn er dazu gar nicht gezwungen wäre. Denn ein Mann, der z.B. Röcke, Kleider und Handtaschen mit sich trägt, entspricht bei aller Emanzipation und Angleichung der Geschlechter nun mal nicht dem Bild eines Mannes. Und die meisten Frauen und Männer wollen eben doch entsprechend ihres Geschlechts als solche wahrgenommen werden, schon deshalb weil sie in Bezug auf Partnerfindung ja meist auch in eine bestimmte Richtung orientiert sind.

Gleichzeitig ist der Mensch aber auch ein eigenständiges Wesen und ist im Laufe des Lebens zu bestimmen Einstellungen gelangt. Was also einen Mann und eine Frau ausmacht, da hat jeder für sich selbst in Bezug auf sich selbst und in Bezug auf einen potentiellen Partner, eine persönliche Einstellung dazu. Deshalb kann man auch nicht pauschal sagen, so wie das in dem Text gemacht wird, dass Frauen einfühlsame und empfindsame Männer grundsätzlich ablehnen und Karrierefrauen bei Männern unten durch sind. Zumal ein bestimmter Mann und eine bestimmte Frau, die als potentieller Partner in Frage kommen, ja noch aus vielen anderen Eigenschaften bestehen, als aus denen, die da als typisch männlich und typisch weiblich dargestellt werden. Durch die Vielfalt sind zwar die Ansprüche an einen potentiellen Partner gestiegen, aber gerade durch die Vielfalt hat fast jeder nach wie vor die Möglichkeit seinen Deckel zu finden.


Es wird Jungen heute – zum Glück – eben meist nicht mehr beigebracht, dass sie von Natur aus schon mal besser sind als die anderen 50% der Bevölkerung. Deshalb müssen Männer heute ihr Selbstwertgefühl selbst entwickeln und haben da, genau wie viele Frauen, einfach Probleme.

Auch früher hatten es Jungen und Männer unter Umständen schwer Selbstwertgefühl zu entwickeln, sofern sie von Natur aus weicher und empfindsamer waren, als man ihnen in ihrer Rolle als Junge/Mann zugestanden hat. Sie waren nämlich noch viel schneller als heute unten durch und wurden z.B. mit dem Ausspruch, dass Jungen nicht weinen dürfen, konfrontiert, wenn sie sich in der Gesellschaft nicht so, "wie es sich für einen Mann gehört", behaupten konnten.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Ich stimme dem Verfasser großtenteils zu, möchte aber sicher nicht, dass mich ein Mann anschreit.
 

Benutzer26217 

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Auch früher hatten es Jungen und Männer unter Umständen schwer Selbstwertgefühl zu entwickeln, sofern sie von Natur aus weicher und empfindsamer waren, als man ihnen in ihrer Rolle als Junge/Mann zugestanden hat. Sie waren nämlich noch viel schneller als heute unten durch und wurden z.B. mit dem Ausspruch, dass Jungen nicht weinen dürfen, konfrontiert, wenn sie sich in der Gesellschaft nicht so, "wie es sich für einen Mann gehört", behaupten konnten.

In dem kleinen Austausch mit chelle habe ich meine Aussage schon korrigiert, bzw. differnzierter dargestellt: In der utopischen Fantasie der Männer, die solche Texte schreiben, oder solche Ansichten teilen, ist das Patriarchat die beste aller Welten – während alle negativen Faktoren ausgeblendet werden.
 

Benutzer106891 

Öfters im Forum
Naja, wenn ich mich mit 39.5°C zur Arbeit schleppe und nicht ganz so "fit" wirke, sagen meine Kolleginnen schon ich sei ein Weichei.....aber es ist OK, wenn eine Kollegin mit leichtem Kopfweh auch mal zuhause bleibt.... WTF???
 

Benutzer90326 

Benutzer gesperrt
Ich finde es ein Unding, den Errungenschaften des Feminismus die Schuld am angeknacksten Ego einiger Männer zu geben, die gerne weiter im Himmel des Patriarchats leben würde.

Wem hat der Feminismus denn irgendwelche Errungenschaften beschert? Im Wesentlich verabscheut der Feminismus die Natur der Frau und ihre ureigene Weiblichkeit. Daher orientierte sich der Femnismus stets an explizit männlichen Verhaltensmustern und strebte die "neue Frau" als eine Art männliches Double an. Ob Frauen nun Hosen und Kurzhaarschnitte tragen, Fußball spielen oder Boxen, zum Bund oder zur Polizei gehen, Karriere im Hosenanzug machen oder im Stehen pinkeln sollten, in allen Belangen propagierte der Feminismus stets eine Vermännlichung der Frauen. Gleichzeitig zieht er gegen alles zu Felde, was explizit weiblich ist, insbesondere alles was mit Mütterlichkeit und Häuslichkeit zu tun hat.

Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat letztlich beide Geschlechter in eine Identitätskrise gestürzt. Die Frauen deshalb, weil ein "Bild der modernen Frau" entworfen wurde, welches eigentlich ihrem natürlichen Geschlecht und ihren geschlechtsspezifischen Bedürfnissen widerspricht. Dazu hatte Eva Herman schon sehr vieles in ihrem "Eva-Prinzip" erläutert.

Vielen Männern mangelt es ebenfalls an einer bewußt männlichen Identität, was wohl daran liegt, daß es inzwischen kaum noch Nischen gibt, wo Männlichkeit gelebt werden kann, auch VORgelebt werden kann im Hinblick auf die Jungen. Das fängt ja schon in den Schule an, wo der starke Bewegungsrang von Jungen häufig mal direkt als ADHS pathologisiert wird oder jungenhaftes Verhalten wie Raufen, Kräfte messen, Revier abstecken etc. unterbunden und negativ bewertet wird.
 

Benutzer67771 

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