Verwandte, Bekannte, Haustiere gestorben - habt ihr euch verabschieden können?

Benutzer35148 

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In vielen Filmen sieht man "Sterbeszenen", bei denen Freunde oder Familie bei der versterbenden Person sind und sie in den Tod begleiten.

Das beschäftigt mich schon über ein Jahr, seitdem es passiert ist.
Meine Mutter ist damals in der Nacht verstorben, sie war schwer krank, und es hatte sich schon einige Tage vorher abgezeichnet.
Zum Ende hin hatte sie keine Kraft mehr und war auch nicht mehr wirklich geistig hier sondern schon ganz weit weg.

Ich habe mich nie von ihr verabschieden können, genauso wenig wie sie sich von mir.

Wie geht es euch, die eine ähnliche Situtation erleben musstet?
Konntet ihr euch von euren Liebsten verabschieden?
Wie seid ihr mit Bekannten oder Kollegen umgegangen?

Oder ist das nur Filmpathos und ist eigentlich egal, vielleicht weil man sich irgendwann wieder sieht (je nach Glaube, Religion, Weltanschauung usw.)?

:ashamed:
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Meine Mutter wusste nicht, dass sie ein Hirnaneurysma hatte, und ist eines Tages einfach umgekippt. Danach lag sie 10 Tage im Koma, wonach der Hirntod festgestellt wurde. Ich habe sie auf der Intensivstation sowohl vor als auch nach dem Hirntod noch gesehen und mich "verabschiedet", aber das zählt nicht. Sie ist einfach so gestorben, einen Abschied hat es nie gegeben.
 

Benutzer37179  (37)

Verbringt hier viel Zeit
Sie ist einfach so gestorben, einen Abschied hat es nie gegeben.
So war es bei meiner Mutter auch. Das kam so unerwartet, es gab keine Gelegenheit mehr sich zu verabschieden. Das kam buchstäblich von heute auf morgen.

Bei meinem Vater konnte ich mich dagegen verabschieden, und irgendwie hat mir das ein bisschen geholfen.
 
D

Benutzer

Gast
Verabschiedet hatte ich mich von meiner Mutter eine Woche vorher. Sie hat selber gesagt, dass "es nicht mehr wird".
Sonntags darauf ist sie gestorben, hat meinen Vater zu sich gerufen und hat gesagt, dass sie nun geht....
Sie war noch bis Dienstags zu Hause, wir hatten also noch Zeit, um uns zu verabschieden.

Meine Oma hatte ich im Krankenhaus besucht, bevor sie starb.

Haustiere sind auch reichlich verstorben, haben sie meist auch im Garten vergraben und "Abschied" genommen.

Darauf haben wir wert gelegt, auch dass die Kinder dabei sind. Verlust und Trauer gehören zum Leben, man muss es verarbeiten können und drüber reden.
 

Benutzer100660 

Öfter im Forum
bei einem freund konnte ich mich verabschieden. er hatte krebs
ich finde aber das dieses verabschieden so furchtbar weh tut, dass es mir fast lieber ist wenn ich es nicht weiß das ich diejenige person nie mehr sehe. meine bester freundin starb nämlich bei einem unfall und da kam ich etwas besser damit klar.
diese situation im krankenhaus bei diesem freund war so furchtbar weil man innerlich selbst gerade stirbt aber trotzdem irgendwie gefasst sein muss weil ich ihm nicht alles noch schwieriger machen wollte
 

Benutzer18889 

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Mein Opa ist gestorben als ich 5 war. Ich habe mich nicht verabschieden können, weil ich wohl zu jung dafür war.

Ansonsten sind seitdem zum Glück keine Verwandten/Freunde mehr gestorben.

Mein Kater wurde vor 2 Jahren nach 13 Jahren mit uns eingeschläfert. Als es immer schlimmer wurde, bin ich hingefahren, habe ihn noch 2 Stunden gestreichelt und dann sind wir zum Tierarzt gefahren. Ich war also seine letzten Stunden da und konnte ihm lange erzählen, dass er uns fehlen wird. Ich fand das schon irgendwie tröstlich, weil ich überzeugt bin, dass es für ihn gut war, dass wir da waren. Da fühle ich mich zumindest nicht schuldig, dass ich nicht da gewesen bin.
 

Benutzer46728 

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Mein Opa ist gestorben, als ich 2 Jahre alt war, also das ging dann nicht so gut mit dem verabschieden..
Mein Dad ist vor 4 Jahren sehr unerwartet verstorben, ich konnte mich nie von ihm verabschieden und das schlimmste war, ich habe ihn in den lezten Jahren nie gesagt, dass ich ihn liebe und konnte ihn davor 4 J lang nicht sehen.
Dann, 4 Monate später, fiel meine Oma, die mich mit erzogen hat, mitten in der Nacht sehr plötzlich ins Koma. Sie war immer kerngesund. Im Endeffekt war der Tod besser als wenn sie wieder erwacht wäre-sie hatte nen Schlaganfall und mit 88 wünscht man solch ein Erwachen niemandem. Ich saß solang ich es aushiel jeden Tag an ihrem Bett und redete mit ihr. Insofern konnte ich mich indirekt verabschieden. Bei ihrem Tod war nur mein Onkel anwesend, sie ist aber lächelnd gestorben.
Mein Onkel (ihr anderer, älterer Sohn) folgte ihm 4 Monate später. Auch unerwartet, die Ärzte haben im Endeffekt nach nem Bruch des Hüftgelenks ihn getötet. Ganz krasse Geschichte, sie hätten ihn als Diabetiker auch einfach verhungern lassen, wäre mein anderer Onkel nicht da gewesen (im Ausland). Wir hätte nicht erwartet, dass was passiert, schließlich wurde er auf die Intensiv verlegt und meine Mom, mein Bruder und seine Tochter (beide aus NYC) buchten Flugtickets, aber er verstarb schon am nächsten Tag. Nein, ich konnte mich nicht verabschieden.
2 Wellis sind gestorben: einer in meiner Abwesenheit, die 2. im Wartezimmer vorm Tierarzt, nachdem ich sie hilflos im Sand kriechen gesehen habe und 3 Min später beim Arzt war.
 

Benutzer32811  (34)

...!
Von meinem Vater habe ich mich nicht richtig verabschieden können.
Es war klar, dass er vielleicht stirbt, aber so plötzlich hatte niemand damit gerechnet.

Ich habe dennoch kein schlechtes Gefühl dabei wie es ist.
Wir haben uns drei Tage vor seinem Tod das letzte Mal gesehen, ich hab ihm wie immer einen Kuss gegeben und gesagt, dass ich ihn lieb habe.
 

Benutzer92501  (41)

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Huhu!

Bisher konnte ich mich immer sehr unterschiedlich von meinen verstorbenen Lieben verabschieden.

Meine Uromi verstarb, als ich 11 Jahre alt war. Wir waren im Urlaub und es war klar, dass wir sie nicht mehr lebend wiedersehen würden. Da sie sehr stark weggetreten war, konnte sie uns nur noch in sehr lichten Momenten erkennen. Diese Momente haben wir genutzt, um über alles zu reden. Auch wenn ich damals noch sehr jung war, hatte ich eine interessante Beziehung zu ihr und ich konnte mich immer wieder ein wenig mehr von ihr verabschieden.

Meine Nachbarin, die für mich wie ein Familienmitglied war, hatte Brustkrebs, der irgendwann in nem Ganzkörperkrebs ausartete...! Ich hatte früher immer sehr lange Haare, die ich gar nicht mochte...sie meinte immer: lass Dir doch endlich mal diese Zottel abschneiden...! Tja, eine Woche vor ihrem Tod war ich beim Frisör und danach bin ich zu ihr ins Krankenhaus. Ich war nicht lange da, weil sie schon zu geschwächt war. Aber sie meinte, sie wäre stolz darauf, dass ich es endlich getan hätte...wir haben uns sehr intensiv und dennoch sehr kurz verabschiedet...! Meine Güte, sie ist schon 14 Jahre tot und ich vermisse sie immer noch...

Mein Opa war sehr krank...als er endlich seinen letzten Weg begann, war klar, dass wir ihm zur Seite stehen. Leider ließ meine Oma ihn nicht los...! Tja, wir waren nachts bei ihm im KH, er starb und starb und starb...! Irgendwann sind wir kurz nach Hause. Wir waren ungefähr ne Stunde weg, da klingelte das Telefon, dass er verstorben sei. Er wollte sicherlich die Oma nicht dabei haben, weil sie ihn nicht loslassen wollte...mit seinem Tod kam ich so überhaupt nicht klar...! Ich hab zwar Tschüß gesagt und er hat nochmal mein Kosenamen genannt, aber irgendwie...war es komisch...!
Ca. 6 Monate nach seinem Tod hab ich von ihm und meiner Oma geträumt. Er war im Krankenhaus, meine Oma saß neben ihm und es war schönes Wetter draussen. Es ging ihm gut und die beiden erklärten mir, dass es gut war, dass er gestorben ist, weil sein Leben nicht mehr lebenswert war und ich schon noch erkennen würde, dass irgendwann die Zeit kommt, wo man gehen muss und er sei gerne gegangen...!

Keine Ahnung wieso, aber in diesem Moment konnte ich los lassen. Ich vermisse ihn auch nicht, weil ich weiß, dass er jetzt bei seiner großen Liebe ist und ich hab das Gefühl, dass es ihm jetzt besser geht.

Was ich nie mache, ist zum Friedhof gehen...Das ist kein Ort, wo ich Menschen besuche, die ich kannte. Ich spaziere gerne mal drüber, weils mich wahnsinnig beruhigt, aber ich gehe nie zu meinen "Leuten"

Tja, von den meisten Tieren in meinem Umfeld konnte ich mich nie verabschieden, weil sie immer verstorben sind, wenn ich nicht da bin...! Ich vermisse sie alle, auch wenn sie alle sehr alt sind und schon sehr krank waren...!

Lg
Heike
 
L

Benutzer

Gast
Abschiede wie in Filmen hab ich noch nie erlebt. Ich bin da auch ganz froh drüber, dass ich die Verwandten, die gestorben sind, zuletzt zwar leidend, aber "normal" erlebt hab und nicht ihren letzten Atemzug mitbekommen hab. Das hätte es für mich noch schwieriger gemacht.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Gott sei DAnk hab ich noch nicht viele nahestehende Menschen verloren.
Nur meine Oma und meinen Opa.
Schlimmer zu verdauen ist für mich bis heute der Tod meiner Oma.
Sie hat sich umgebracht, ich war damals knapp 14. Sie war locker 25 Jahre vorher schon schwer depressiv, wovon ich allerdings nichts wusste und mein Bruder und ich haben ihr auch nie was angemerkt.
Wie ich heute weiß hat sie ihren Suizid mehrfach angekündigt, nur nie durchgezogen. Bis dann eben doch!

Die Details hab ich erst viel später erfahren, anfangs hab ich das nur weggeschoben und wollte es wohl auch gar nicht verstehen. Sie hat sich entschieden, zu gehen und das akzeptiere ich dann auch. Was mich bis heute quält, ist die Frage, warum nicht mal wir (ihre Enkelkinder) es ihr wert waren, noch zu bleiben. Wie mies muss es ihr gegangen sein... :geknickt:
Ich verdanke ihr eine wunderschöne Kindheit, die ich nie vergessen werde. :smile:

Vor knapp 10 Jahren ist dann mein Opa an einem Schlaganfall gestorben. Auch das war plötzlcih und über Nacht. Verabschieden konnten wir uns da auch nicht wirklich. Sein Wunsch, dass er kein Pflegefall bleibt, ging in Erfüllung, was uns auch letztlich erleichtert hat. Trotzdem ist da bis heute eine Lücke und grade jetzt zur Weihnachtszeit wird das wieder deutlich. :frown: Auch wenns schon so lange her ist.

Ich hab einige Bücher zum Thema Tod und Abschied gelesen. Es wird immer gesagt, dass es leichter ist, zu akzeptieren, wenn man einen Sterbenden begleitet bzw. das Sterben auch aktiv miterlebt. Ob es so ist, kann ich nicht beurteilen. Ich stells mir hart vor, aber evtl. hat man dann wirklcih mehr Zeit, sich auf das Kommende vorzubereiten.

Eine Wahnsinngsangst hab ich vorm Tod meiner Hündin. Ich weiß nicht so recht, was ich mir wünschen soll. Dass sie einfach einschläft und nicht mehr aufwacht oder dass wir uns sozusagen bewusst verabschieden können. Ich kanns wirklich nicht sagen. Es wird so oder so der schwerste Gang für mich werden, den ich bisher gehen musste. :geknickt:
 

Benutzer22358  (33)

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bei meiner schwiegermama war es abzusehen und wir waren zwei tage vorher noch bei ihr im krankenhaus. da hab ich ihr noch mal gesagt dass ich sie lieb habe und auch wenn sie kaum noch bei uns war sie hat das gleiche zu mir gesagt. danach konnte ich sie gehen lassen...
bei opa war ich erst 13, er lag im künstlichen koma und wir kinder wurden aus dem krankenhaus fern gehalten um ihn in guter erinnerung zu behalten.
mit meinem hund hab ich den letzten tag im garten verbracht, bevor abends die tierärztin kam. und auch meine ratten hatte ich bis auf eine auf dem arm, als der tierarzt die spritze gesetzt hat.
 

Benutzer82466  (43)

Sehr bekannt hier
Meine Oma ist im Heim in der Nacht eingeschlafen, als ich gerade von München nach Dresden gereist war. So als hätte sie darauf gewartet, dass meine Mama nicht alleine ist :cry: Erst war ich traurig, dass ich sie nicht mehr gesehen habe, aber dafür behalten ich sie so in Erinnerung, wie sie vorher war.

Als mein erster Hund eingeschläfert werden musste, war ich dabei. Es war schrecklich, aber zumindest konnte ich ihn streicheln, während er einschlief. Mein zweiter Hund wurde eingeschläfert, als ich schon in München gewohnt habe, nur 3 Monate nach dem Tod meiner Oma. Dies hat die ganze Trauer wieder aufgewühlt. Zumal meine Eltern 1 Woche später zu Besuch kommen wollten und ich davon ausgegangen bin, dass ich meine Kessie noch mal sehe (wir wussten seit 6 Monaten, dass sie Brustkrebs hat). 2005 war ein hartes Jahr :geknickt:
 

Benutzer62369  (30)

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An dem Tag, als mein 14-jähriger Hund eingeschläfert werden musste (es war der erste Weihnachtsfeiertag 2008) konnte ich nicht bei ihm sein.
Ich war bei meiner Mutter, und Charly war zu der Zeit bei meinem Vater, der sich um ihn kümmerte, während meine Mama und ich Weihnachtsvorbereitungen erledigen mussten.
Wir waren natürlich völlig aufgelöst und nicht bei der Sache, hatten auch ständig telefonischen Kontakt mit meinem Vater (den wir am Abend erst wieder sehen würde, meine Eltern leben getrennt).
Ein bis zwei Tage vorher hab ich Charly noch gesehen und gestreichelt, denn da ging es ihm schon elend und wir wussten nicht, wie lange er wohl noch durchhalten würde, aber einen Tag später, am Tag seines Todes, war ich nicht mehr bei ihm, was mir bis heute das Herz zerreißt... :geknickt:
 

Benutzer9402 

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Ich hab mich leider nicht verabschieden können. Mein Mutter hatte eine, wie sich im nachhinein herausstellte, unheilbare Krankheit. Am Weihnachtsabend waren wir noch bei ihr und an Silvester ist sie dann vor unseren Augen auf der Intensivstation gestorben (lag im künstlichen Koma). So konnten wir uns nicht mehr von ihr verabschieden. Eine meiner letzten Erinnerungen an meine Mutter ist, wie sie sich über unsere Geschenke zu Weihnachten gefreut hat.
 

Benutzer64981  (33)

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Mein Opa ist dieses Jahr Ende Januar gestorben. Er kam wegen Medikamentennebenwirkungen ins Krankenhaus, dort stellten sie dann Prostata Krebs fest, der schon Metastasen gebildet hatte, und mein Opa verweigerte die Behandlung. Ich hab ihn letztes Jahr an meinem Geburtstag zuletzt lebend und glücklich gesehen, so will ich ihn auch in Erinnerung behalten!
Ich kann immernoch nicht an sein Grab...

Haustiere habe ich schon einige sterben sehen, aber das ging mir nie sehr nahe...
 

Benutzer35148 

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Leider verblassen die Erinnerungen viel zu schnell, und die wenigen Fotos die ich von meiner Mutter habe...
Einen Monat vor ihrem Weggang habe ich noch eines von ihr machen können, da sah sie so fröhlich aus.
Die Medikamente begannen anscheinend endlich zu wirken... doch die nächste Dose war zu stark, ihr Immunsystem zu sehr geschwächt, dazu noch andere familiäre Probleme, alles hatte ihr übel zugesetzt.

Weihnachtszeit, Besinnungszeit, doch das zieht mich im Moment nur runter, all die anderen glücklichen Familien zu sehen :ashamed:
Ich werde am 2.1. tief durchatmen.
 

Benutzer15352 

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Von meinen Verwandten leben glücklicherweise noch alle. Bisher sind "nur" zwei meiner Lieblingslehrer gestorben - und mein Sandkastenfreund, der sich das Leben genommen hat...
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich habe mich von meinen schon verstorbenen Großeltern nicht expizit verabschiedet, aber ich habe sie bis kurz vor ihrem Tod sehr häufig gesehen, was quasi ein langsamer Abschied war, weil man jeweils schon einige Zeit vorher wusste, dass sie nicht mehr lange leben werden.

Allerdings war ich an den letzten paar Tagen vor dem Tod meines Opas nicht mehr bei ihm im Krankenhaus, als er überhaupt nicht mehr ansprechbar war, weil ich ihn so in Erinnerung behalten wollte, wie er immer war - und nicht als einen im Bett vor sich hinvegetierenden, sterbenden Mann.
Meine Oma habe ich in diesem Zustand (zu Hause) noch gesehen und ich kann nicht sagen, ob das besser oder schlechter für mich war. Es war eben anders und ich bereue keine der beiden Entscheidungen.

Das Einzige, was nicht sonderlich gut war, war der Besuch bei meiner Uroma kurz vor ihrem Tod, als ich 12 Jahre alt war. Dabei war sie so verwirrt, dass sie mich (genau wie meinen Vater) nicht mehr erkannt hat und mich für einen fremden Menschen hielt. Nur meine Mutter, die sie häufiger besucht hat, kannte sie noch. Das war für mich in diesem Alter schon eine etwas verstörende Situation.
Ein expliziter Abschied war das auch nicht, aber ich wusste auch damals, dass sie bald sterben wird.

Bei all diesen Todesfällen konnte ich mich aber schon eine Zeit lang vorher drauf vorbereiten, dass die jeweilige Person bald sterben wird und Alle waren bei ihrem Tod schon ziemlich alt und hatten ein erfülltes Leben hinter sich. Deshalb konnte ich damit ziemlich gut umgehen.

Viel schlimmer fand ich es, als einer meiner Lehrer, zu dem ich ein ganz besonderes, sehr vertrauensvolles Verhältnis hatte und mit dem ich einige der wichtigsten und tollsten Erlebnisse meines bisherigen Lebens verbinde, kurz nach dem Ende meiner Schulzeit völlig überraschend und ohne jegliche Vorzeichen mitten aus dem Leben gerissen wurde.
 
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