Verlustangst hemmt mich extrem!

Benutzer79428 

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Hallo,

ich habe seit ca. 8 Monaten wieder eine Beziehung, bin sehr verliebt und glücklich. Eigentlich.

Was mich absolut fertig macht und verunsichert ist, dass ich eifersüchtig bin, unsicher bin, immer das Gefühl habe ihn mehr zu lieben und mehr zu brauchen als umgekehrt, und etliche andere Ängste und Vorstellungen tummeln sich da in meinem geplagten Gehirn. Die führen eigentlich immer alle auf einen Punkt zu: Angst, ihn jemals zu verlieren! Egal ob an eine andere Frau, weil seine Liebe erlischt, ich es selber verschulde (vielleicht genau durch diese momentanen Ängste). Ich kann einfach nicht mit dem Gedanken umgehen, wieder ohne ihn zu sein.

Wie geht es euch damit? Könnt ihr euch vorstellen, nach einer Trennung mit euren aktuellen Partnern wieder richtig auf die Beine zu kommen? Ich weiß, dass es jeder schafft, kann mir aber absolut nicht vorstellen, das theoretisch überwinden zu können.

In früheren Beziehungen war ich nicht so. Und wenn, dann mal kurz phasenweise. Ich weiß nicht, ob ich dafür frühere Verletzungen und Enttäuschungen verantwortlich machen soll, oder ob es daran liegt, dass mir mein jetziger Partner sehr viel vertrauter ist (auch vor der eigentlichen Beziehung schon, kennen uns länger) und der erste ist, von dem ich sagen würde, dass er wirklich zu mir passt und mich vollkommen ergänzt. Ich verliebe mich absolut nicht schnell oder leicht, ich fühle mich unter Menschen sehr schnell "anders" (auf unangenehme Weise) und habe das Gefühl, er ist mein perfektes Puzzlestück.

Ich konzentriere mein Leben derzeit sehr auf ihn, denke nur an ihn, verbringe sehr viel Zeit mit ihm,... ich habe Angst, dass ihm das auf Dauer zu viel werden könnte. Natürlich merkt er auch, dass ich eifersüchtig und unsicher bin und gewisse Ängste haben. Ich rede sehr viel davon, obwohl ich es immer vermeiden will. Zum Streit ist es noch nicht wirklich deswegen gekommen, aber ich weiß, dass es kein gutes Bild vermittelt.

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich? Ich möchte glauben und vertrauen, dass alles gutgeht und hält. Ich möchte ihm glauben, dass ich die Einzige bin und seine Liebe groß ist. Ich möchte auch wieder andere Lebensbereiche (ohne ihn) voll und ganz genießen können und vor allem ihm seine Freiheiten zugestehen, ohne zuhause zu sitzen und zu grübeln.

Es gibt keinen Anlass für mich, momentan an dieser Beziehung zu zweifeln und trotzdem hat alles Schöne mit ihm einen bitteren Beigeschmack, weil mich ein Stich trifft, als würde etwas in mir sagen wollen: "Das ist zu schön, pass auf. Denk mal dran, wie es wäre, wenn er weggeht." Und das wäre subjektiv empfunden mein Untergang.

Wie gesagt, wir sind glücklich und genießen unsere Liebe, aber ich habe das Gefühl, dass ich andauernd gehemmt bin und diese Ängste irgendwie zwischen uns stehen.

Versteht mich jemand?
Was kann ich tun? Hat jemand einen Ratschlag, irgendeinen Trick, meinen Kopf zu überlisten? Zu Vertrauen und mit dem Risiko leben zu können, das es immer geben wird? :/
 

Benutzer35148 

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Deine Angst, ihn, dieses unbeschreibliche Glück, zu verlieren, ist nachvollziehbar, wenn Du in der Vergangenheit immer unglücklich gewesen bist.
Aber das ist eben ein Teil des Spiel des Lebens. Freunde kommen und gehen, Beziehungen entstehen, halten eine Weile, und werden wieder beendet, vor allem in der heutigen dynamischen und übertrieben öffentlich sozial-vernetzten Welt.

Wenn Deine Ängste unbegründet sind, und sich nur auf Zukunfstängsten beziehen, solltest Du Dich selber bremsen.
Jedesmal wenn diese Gedanken kommen, musst Du sie verdrängen.
Denn vor lauter Erwartung des Unerwarteten wirst Du möglicherweise Dinge tun und sagen, die alles zerstören könnten.
Deinen Freund solltest Du damit auch nicht belasten, es sei denn Du kannst wirklich nicht anders.

Der Gedankenprozess ist nichts was von heute auf morgen einfach "klick" macht, Du mußt Dich damit abfinden und daran gewöhnen.
Manche Gedanken musst Du sogar vielleicht zulassen, aber sie steuern.
Ja, Du hast Angst, Bedenken, Zweifel... aber sind die denn wirklich stärker als das Glück?
Versuche Dein Glück zu genießen. Denn Du hast Glück, einen lieben Freund zu haben.
Das haben nämlich nicht alle.
 

Benutzer79428 

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Danke für deine Antwort...
... da ist einiges dran. Wenn es doch nur so einfach wäre, es umzusetzen. Ich bin wirklich glücklich mit ihm und weiß, dass ich verdammtes Glück habe und dankbar sein sollte, anstatt alles in Frage zu stellen und mich mit Ängsten zu plagen. Aber meist sind sie einfach stärker als ich. Ich versuche aber, es ihm gegenüber nicht so "rauszulassen". Wir haben schon jetzt zu oft darüber gesprochen, ich habe mir Unsicherheiten zu oft anmerken lassen und ich will das bremsen, bevor er resigniert, weil er das Gefühl bekommt, was er mir sagt oder gibt würde nicht reichen und bevor ich mich immer mehr wie ein Jammerlappen fühle. Ich habe schon begonnen, Gespräche in Gedanken mit ihm zu führen, wenn ich zB übertrieben oder grundlos wütend bin, oder eifersüchtig... und konnte dann im realen Gespräch einiges an Schärfe und Irrationalität rausnehmen, sodass ich zwar leider immernoch die Freundin mit irgendeinem Problem war, dieses aber recht neutral und knapp dargelegt habe. Leider klappt das nicht immer.

Beziehungen entstehen, halten eine Weile, und werden wieder beendet, vor allem in der heutigen dynamischen und übertrieben öffentlich sozial-vernetzten Welt.
Hier sprichst du genau meinen Alptraum an. Schauderhaft. Ich weiß, dass die Welt so ist. Aber ich will sie so nicht haben. Ich konnte noch nie so denken, ich habe immer versucht, mein Leben nicht so "beliebig" zu leben, niemanden auszutauschen oder Bindungen leichtfertig zu beginnen oder zu beenden. Ich möchte das - für mich - nicht annehmen... ich wünsche mir - wie vielleicht viele hoffnungslose Romantiker - da eine Ausnahme zu sein. Und vielleicht macht mich auch genau der Umstand, zu wissen, dass er das vielleicht realer sieht und besser damit umgehen könnte, so traurig.
 

Benutzer91095 

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Lebe weniger in der Zukunft, sondern mehr im Jetzt. Letztendlich hast du Angst vor Dingen, die möglicherweise gar nicht eintreten und zerredest dir dein jetziges Glück bzw. beschwörst vllt selbst ein Unglück herauf. Daher schätze den Moment, den du hast, sei dankbar für die Zeit, die du mit dem Menschen verbringen kannst. Das kann dir nämlich niemand mehr nehmen, ganz egal, was die Zukunft bringt. Du weiß selbst, wie schwierig es ist, den richtigen Menschen für eine glückliche, harmonische Partnerschaft zu finden. Daher weißt du auch, wieviel Glück du hast, dass du diesen Menschen für dich gefunden hast. Damit hast du eigentlich schon gewonnen.
 

Benutzer35148 

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Und vielleicht macht mich auch genau der Umstand, zu wissen, dass er das vielleicht realer sieht und besser damit umgehen könnte, so traurig.

Aber genau das ist ja auch wieder der Punkt: Du scheinst Dir etwas zu suchen, wo Du unbedingt ein schlechtes Gefühl haben musst. Fast unterwürfig, minderwertig, mit einem schlechtes Gewissen, ganz so als ob es Dir prinzipiell nicht gut gehen dürfte. Wieso eigentlich? Lass genau diese Gedanken gar nicht erst zu!
Es ist verschwendete Zeit und verschwendete Energie, an all die möglicherweise schlechten oder unbequemen Dinge zu denken und so zu verinnerlichen. Das zermürbt. Das vernichtet Dich auf dauer.

Auch wenn man sich natürlich nie zu sehr an sein Glück gewöhnen sollte, vielleicht mußt Du überhaupt erst damit umgehen lernen, schrittweise glücklicher zu sein.
Du hast einen Freund, und wenn Du ihn so liebst, ist er bestimmt ein toller und verständnisvoller Mann.
Sicher, manches läßt ihn kalt, oder er schaut nicht so genau hin, aber das ist auch seine Stärke, nicht Deine.
Bewundern kannst und solltest Du das, aber Du darfst nicht traurig sein, wenn Du diese Stärke selber nicht hast.
Dafür hast Du andere positive Eigenschaften, die Dein Freund so sehr an Dir schätzt, daß er mit Dir zusammen sein will.
Stell Dir vor, das tut er freiwillig. Nicht weil Du manchmal traurig bist. Sondern weil er Dich achtet und Dich liebt.
Oder etwa nicht!?

Nimm Dir nicht das zu Herzen was Du nicht hast oder was Du verlieren könntest, sondern nimm Dir das Jetzt, das Glück, die Liebe im Guten zu Herzen und lebe diese schönen und guten Dinge.
 

Benutzer99916 

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Wer sagt denn, dass er das realer sieht? Man sollte sich nicht mit weniger zufrieden geben schon gleich gar nicht aus Angst vor dem Scheitern. Warum glaubst du, dass es sich nicht lohnt Geduld zu haben?
Du bist definitiv nicht die einzige, der es am Anfang einer Beziehung so geht. Als ich mit meinem jetzigen Freund zusammen gekommen bin, hatte ich sehr ähnliche Gedanken. Jedes Mal hab ich mir vorgenommen, dass ich meine Ängste für mich behalte, aber meistens habe ich das nicht geschafft. Unsere Beziehung konnte dem standhalten, er hatte glücklicherweise viel Geduld und Verständnis mit mir. Und irgendwann habe ich gelernt ihm, aber auch unserer Beziehung zu vertrauen. Auch mir zu vertrauen das Richtige zu tun. Aber es war schwer sich so sehr auf einen Menschen zu verlassen.
Ich kann dir keinen richtigen Rat geben, aber ich wünsche dir, dass du genauso wie ich erfährst, wozu Liebe fähig ist.
 

Benutzer70550 

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Hmmm...ich sage jetzt mal was ganz anderes. Hast du schonmal überlegt, ob es vielleicht für dich ernsthafte Anzeichen gibt, dass er dich wirklich weniger liebt?

Ich frage nur, weil ich auch 3,5 Jahre in meiner ersten Beziehung so war...genauso wie du beschreibst. Ich war einerseits extrem glücklich, Schmetterlinge im Bauch, etc...auf der anderen Seite rasend eifersüchtig, kam mir immer irgendwie zurückgesetzt vor. Nach außen hin waren wir ein Traumpaar. Ich habe mir immer gesagt, dass ICH da total übertreibe, dass ich nicht weiß, wo all das Negative herkommt.

Wenn man aber im Nachhinein zurückschaut, hatte ich vielfach gute Gründe. Einfach Kleinigkeiten, die ich aus seinen Entscheidungen und Prioritäten herausgelesen habe. Beispielsweise gab es da dieses Mädel, dass auf ihn stand und er NICHT auf sie. Ich war super eifersüchtig - aber objektiv musste ich mir immer sagen: "Komm, reiß dich zusammen. Da ist doch nichts..." -> Da war auch nichts!!! Er wollte nichts von ihr....ABER er hat sie zu mehreren Gelegenheiten mir vorgezogen. Mir praktisch ins Gesicht gesagt, dass es ihm wichtiger ist, Zeit mit ihr zu verbringen, als mit mir.

Damals habe ich das zuerst nicht verstanden. Im Grunde war es ja noch schlimmer, als ich mir immer ausgemalt habe. Er hat sie nicht vorgezogen, weil er etwas von ihr wollte...er hat sie vorgezogen, weil ihm jede normale Stufenbekanntschaft (und ich sage hier bewusst nicht "Freundschaft" weil das zuviel gesagt gewesen wäre für den Kontakt, den die beiden damals hatten) wichtiger war als unsere Beziehung.

Das ganze klingt vielleicht trivial...aber man konnte die wahre Sachlage an 10000 Kleinigkeiten wie diesen ablesen..und ich habe mich immer geweigert, weil ich ihn sooo sehr geliebt habe. Den krassen Gegensatz zu jetzt merke ich übrigens: Mit meinem jetzigen Freund bin ich überhaupt nicht eifersüchtig und so negativ. Klar, ich hätte Angst ihn zu verlieren..aber irgendwie weiß ich ganz rational, dass das nicht passieren wird! (Vielleicht schon eines Tages...aber es kommt mir SO unwahrscheinlich vor. Mein Vertrauen ihn uns reicht auf einmal wunderbar aus...)

Ich sage hiermit nicht, dass das in deiner Beziehung so sein muss. Ich möchte dich nur dazu anhalten, mal EHRLICH mit dir selbst darüber nachzudenken, ob du - vielleicht auch aus einer Gesamtschau von Kleinigkeiten - vielleicht doch Gründe hast, warum du so stark an eurer Beziehung zweifelst. Gründe, welche du aus seinem Verhalten dir gegenüber liest.

Einfach deshalb, weil es sich auch Scheiße anfühlt, wenn man dann jahrelang in einer Beziehung gesteckt hat und praktisch hinterher erst realisiert, dass man irgendwie immer zweite Wahl war...
 

Benutzer79428 

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Zuerst einmal DANKE an euch alle. Allein der Austausch tut mir schon etwas gut.


Lebe weniger in der Zukunft, sondern mehr im Jetzt. Letztendlich hast du Angst vor Dingen, die möglicherweise gar nicht eintreten und zerredest dir dein jetziges Glück bzw. beschwörst vllt selbst ein Unglück herauf. Daher schätze den Moment, den du hast, sei dankbar für die Zeit, die du mit dem Menschen verbringen kannst. Das kann dir nämlich niemand mehr nehmen, ganz egal, was die Zukunft bringt. Du weiß selbst, wie schwierig es ist, den richtigen Menschen für eine glückliche, harmonische Partnerschaft zu finden. Daher weißt du auch, wieviel Glück du hast, dass du diesen Menschen für dich gefunden hast. Damit hast du eigentlich schon gewonnen.
Du hast absolut Recht, mir ist das rational auch klar und eigentlich bin ich auch jemand, der immer im Jetzt leben will. Und ganz klar habe ich auch die Hoffnung, dass niemals irgendeines dieser schlechten Dinge eintreten wird - aber ich fühle mich da im Moment wirklich absolut labil, ganz zu Beginn der Beziehung, als ich persönlich noch weniger emotional involviert war als er, konnte ich wohl noch klar denken, und hätte alles darauf geschworen, dass er mir niemals weh tun würde und seine Liebe absolut felsenfest ist. Ich glaube einfach, dass ich momentan noch mehr die "rosarote Brille" aufhabe, als er, und mich einfach so viel verletzbarer fühle. Außerdem habe ich wirklich lange keine Nähe zu irgendwem zugelassen oder zulassen können und es bedeutet mir einfach unheimlich viel im Moment. Dennoch hast du natürlich Recht - ich sollte jetzt in vollen Zügen genießen und das ist auch ganz klar mein Ziel.

einsamer Engel schrieb:
Aber genau das ist ja auch wieder der Punkt: Du scheinst Dir etwas zu suchen, wo Du unbedingt ein schlechtes Gefühl haben musst. Fast unterwürfig, minderwertig, mit einem schlechtes Gewissen, ganz so als ob es Dir prinzipiell nicht gut gehen dürfte. Wieso eigentlich? Lass genau diese Gedanken gar nicht erst zu!
Es ist verschwendete Zeit und verschwendete Energie, an all die möglicherweise schlechten oder unbequemen Dinge zu denken und so zu verinnerlichen. Das zermürbt. Das vernichtet Dich auf dauer.
Danke für deine Antwort, deine Worte treffen bei mir ziemlich ins Schwarze. Ich sehe das ähnlich wie du, aber ich habe auch keine Ahnung, wieso ich so bin. Das kam auch in der Beziehung ziemlich plötzlich, hält nun aber schon ein paar Monate an. Ich war nach meiner langjährigen, am Ende fatal geendeten Beziehung und der unglücklichen Romanze nun über 2 Jahre Single und auch nicht verknallt oder sonstwas... in dieser Zeit war ich eine ganz normale, unabhängige, starke Persönlichkeit. Seitdem ich nun wieder so richtig in der Beziehung involviert bin, löst sich das langsam auf... dazu könnten andere Faktoren in meinem Leben aktuell auch beitragen, aber irgendwie scheine ich das "Ich" im Moment nicht gut mit dem "Wir" vereinbaren zu können und ich weiß nicht wieso. Ich verhalte mich, als würde es dem "Wir" schaden, wenn ich das "Ich" so stabil lasse. Dabei ist das wohl eher paradox, weil zu viel "Wir" ihn beengen wird. Die Beziehung tut mir abgesehen von meinen Ängsten wirklich sehr gut, ich bin wunschlos glücklich. Aber ich bin jetzt wieder in einer Position, in der ich verletzbar bin und etwas zu verlieren habe, was lange nicht der Fall war. Offenbar überwältigt mich das.

Auch wenn man sich natürlich nie zu sehr an sein Glück gewöhnen sollte, vielleicht mußt Du überhaupt erst damit umgehen lernen, schrittweise glücklicher zu sein.
Du hast einen Freund, und wenn Du ihn so liebst, ist er bestimmt ein toller und verständnisvoller Mann.
Sicher, manches läßt ihn kalt, oder er schaut nicht so genau hin, aber das ist auch seine Stärke, nicht Deine.
Bewundern kannst und solltest Du das, aber Du darfst nicht traurig sein, wenn Du diese Stärke selber nicht hast.
Dafür hast Du andere positive Eigenschaften, die Dein Freund so sehr an Dir schätzt, daß er mit Dir zusammen sein will.
Stell Dir vor, das tut er freiwillig. Nicht weil Du manchmal traurig bist. Sondern weil er Dich achtet und Dich liebt.
Oder etwa nicht!?
Das ist im Grunde haargenau das, was ich denke bzw. zu denken versuche, aber innerlich noch nicht wirklich umsetzen kann. Vielleicht sollte ich es mir hier noch ein paar Mal durchlesen :zwinker:
Und ja... es ist wohl irgendwie richtig, wenn ich das so lese, dass ich tatsächlich traurig bin, weil ich seine Stärke nicht habe und vielleicht fühle ich mich wirklich minderwertig, denn sonst bräuchte ich diese Ängste wohl nicht haben.

sonnenbluemlein schrieb:
Wer sagt denn, dass er das realer sieht? Man sollte sich nicht mit weniger zufrieden geben schon gleich gar nicht aus Angst vor dem Scheitern. Warum glaubst du, dass es sich nicht lohnt Geduld zu haben?
Du bist definitiv nicht die einzige, der es am Anfang einer Beziehung so geht. Als ich mit meinem jetzigen Freund zusammen gekommen bin, hatte ich sehr ähnliche Gedanken. Jedes Mal hab ich mir vorgenommen, dass ich meine Ängste für mich behalte, aber meistens habe ich das nicht geschafft. Unsere Beziehung konnte dem standhalten, er hatte glücklicherweise viel Geduld und Verständnis mit mir. Und irgendwann habe ich gelernt ihm, aber auch unserer Beziehung zu vertrauen. Auch mir zu vertrauen das Richtige zu tun. Aber es war schwer sich so sehr auf einen Menschen zu verlassen.
Ich kann dir keinen richtigen Rat geben, aber ich wünsche dir, dass du genauso wie ich erfährst, wozu Liebe fähig ist.
Gute Frage. Ich denke, er ist einfach der Typ dazu. Wirklich behaupten kann ich es natürlich nicht, da er über seine Gefühle, jedenfalls derartige, nicht allzu detailliert spricht. Aber er ist jemand, der das Leben nimmt, wie es kommt und immer stabil steht. Wie gesagt, dafür bewundere ich ihn sehr, aber zeitgleich habe ich wohl ein bisschen das Gefühl, dass er mich nicht so sehr braucht wie umgekehrt. Oder dass er einfach mit Realitäten besser umgehen kann, unabhängiger ist als ich.

Wieso ich glaube, dass sich Geduld nicht lohnt...? Worauf genau beziehst du dich hier? Ich glaube schon, dass Geduld sich lohnt. Es geht mir nur im Moment einfach nicht wirklich gut, so wie es ist und ich wünschte, irgendwie einen Weg zu finden, das zu ändern. Vorallem auch, weil mein momentanes Befinden widerum erheblich zu meinen Verlustängsten beiträgt. Er merkt meine Unsicherheit, er leidet darunter auch irgendwie, ich habe es wie gesagt auch schon manchmal zum Thema gemacht und ich möchte einfach nicht, dass es für ihn so ein großer Brocken wird, wie es das in mir drin vielleicht ist, denn ich möchte nicht, dass es zwischen uns steht.
Ich bin ja froh, dass es nicht nur mir so geht... finde meine Gedanken nämlich im Moment sehr seltsam. An sich vertraue ich ihm zu 100%, ich kann mich ihm gegenüber für meine Verhältnisse auch sehr gut öffnen und er beteuert mir natürlich, dass er mich liebt und diese Beziehung für ihn auch einen sehr hohen Wert hat. Wieso kann es einem trotzdem so schwer fallen, gelassen zu sein und zu vertrauen? Wie lange hat das denn bei dir so gedauert, wenn ich fragen darf?


@ N nora18 -
zuerst kurz zu deinem Beispiel... das finde ich sehr schwierig. Ich weiß natürlich nicht, wieviele Menschen er dir so vorgezogen hat oder was das für Gelegenheiten waren. Aber generell habe ich an mich den Anspruch, dass so etwas kein Problem sein sollte. Ich meine, ja, momentan in meiner Lage, kränkt es mich, wenn er lieber was mit Freunden oder Freundinnen macht und sie quasi mir vorzieht, aber an sich ist es ja eine normale Sache, dass man nicht immer Lust auf dieselbe Person hat. Ich neige sehr dazu, mich auf einen Menschen zu fixieren, aber mein Freund zum Beispiel ist jemand, der viele Sozialkontakte hat und da sehr spontan ist. Rational möchte ich eigentlich nicht, dass er das für mich ändert - ja, irgendwas in mir sehnt sich wohl derzeit danach, aber das ist nicht der richtige Weg, so empfinde ich es - ich sollte damit klarkommen und ihn so akzeptieren und damit auch, dass er andere mal vorzieht. So wie wohl jeder das irgendwie irgendwann tut. Ich hoffe, ich habe dich da richtig verstanden? Ich denke, es ging bei dir viel um die Art und Weise deines Ex und die kenne ich ja nicht.

nora18 schrieb:
Hmmm...ich sage jetzt mal was ganz anderes. Hast du schonmal überlegt, ob es vielleicht für dich ernsthafte Anzeichen gibt, dass er dich wirklich weniger liebt?
Auf diese Frage will ich nochmal eingehen.

Meinst du weniger als vorher oder weniger als ich ihn?
Zu beidem würde ich "jein" sagen. Da wir uns nicht zeitgleich verliebt haben und er schon länger in mich verliebt war, ist seine "rosarote Brille" früher erloschen, während meine noch im vollen Gange ist :zwinker:

Zum Einen: wohl nicht weniger als vorher, aber anders. Wie gesagt, er ist nicht mehr verschossen und alles ist toll und zuckersüß... man muss dazu sagen, dass wir auch als ich noch nicht wirklich sicher war, ob meine Gefühle reichen und wir keine offizielle Beziehung hatten, ein sehr inniges beziehungsähnliches Verhältnis hatten und er eben all diese Zeit schon Gefühle hatte. Bei mir kam der Knall erst später und meine Gefühle haben in der Beziehung, auch immernoch, stark zugenommen. Daher ist er wohl mehr "auf dem Boden" als ich im Moment und ja, auch das verunsichert mich. Natürlich geht das auch einher mit weniger Nähebedürfnis seinerseits und ein paar kleineren Änderungen im Verhalten, wie das eben so ist, wenn der erste Liebesschwall vorbei ist, aber ich halte das eigentlich für relativ normal. Ich kenne das auch so von mir. Ich fühle mich nur momentan etwas unterlegen im Allgemeinen.

Zum Anderen: dass er mich weniger liebt, als ich ihn... puh. Subjektiv schleicht sich dieses Gefühl bei mir immer wieder ein. Und natürlich liebt jeder Mensch anders und man kann das eigentlich nicht vergleichen. Ich würde ihm nicht wirklich unterstellen wollen, dass er mich weniger liebt, nur weil er mich anders liebt. Er ist generell ein Mensch, der das weniger oft und deutlich ausdrückt als ich (verbal zB) und der im allgemeinen independenter ist als ich. Wie schon gesagt, er fixiert sich nicht so und steht auch generell fester im Leben als ich im Moment. Daher fühle ich mich umso abhängiger, weil er eben einen großen Teil meines Lebens ausmacht. Deswegen kann ich aber ja nicht verlangen, dass es umgekehrt genauso sein muss. Wirklichen Anlass zum Zweifeln gibt er mir nicht. Er wendet sehr viel seiner Freizeit für mich auf, hat mich sogut wie all seinen Freunden vorgestellt, wir führen eine enge, vertraute Beziehung, ich hab nicht das Gefühl, dass er an anderen Frauen interessiert ist, usw... also nein, ich denke nicht wirklich, dass er mich weniger liebt. Es ist nur ein Gefühl.
 
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Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wir ähneln uns teilweise sehr. Ich habe auch schon überlegt, zu diesem Thema mal einen Artikel zu verfassen.
Verlustangst. Ein schreckliches Gefühl.
Woher kommt sie? Ich glaube, bei mir liegt die Ursache auch in der Vergangenheit. Teilweise vielleicht hängt meine Angst mit meiner 1. Beziehung zusammen, mit gewissen Erfahrungen, die ich damals gemacht habe, teilweise mit meiner Familie und auch mit einer Affäre, in die mich sehr verliebt hatte - da handelte es sich aber um unerwiderte Liebe. Und ich habe mir damals geschworen, mich niemals mehr so abhängig von einem Menschen zu machen, nie mehr so viele Emotionen in eine Beziehung zu stecken. Ich habe einfach gemerkt, wie weh das tut, wenn man wegen eines anderen Menschen am Boden ist. Wie trist die Welt dann aussieht. Ich wollte einfach nie mehr so fertig sein. Wegen eines anderen.
Gleichzeitig hat dieser "Plan" aber auch dafür gesorgt, dass ich mich quasi in einen Stein verwandelt habe. Bloß niemanden mehr an sich ranlassen. Mein Herz sollte verschlossen bleiben. Keiner sollte mehr dort hinein. Und so hatte ich eine Affäre nach der anderen. Locker und leicht. Alles nur Spaß.
Und dann habe ich doch jemanden getroffen, mit dem es doch nicht mehr nur Spaß war. Mit dem die Sache ernster wurde. Und klar - ich bekam Angst. Ich ließ ihn auf mich zukommen, stieß ihn weg, ließ ihn an mich ran, stieß ihn wieder von mir. Sobald ich merkte, dass es zu eng wurde, dass ich mich zu sehr auf ihn einließ, rannte ich quasi davon.
Du kennst diese Gedanken sicher: Was, wenn er geht? Was, wenn er erkennt, dass ich ihm zu langweilig bin? Was, wenn er jemanden trifft, der viel toller ist als ich? Was, wenn...?
Sie plagen mich noch heute.

Aber weißt du - ich glaube, wir müssen "einfach" versuchen zu vertrauen. Natürlich können wir wieder auf die "Fresse" knallen. Auszuschließen ist nichts. Aber gleichzeitig will ich Emotionen auch zulassen können. Ich will kein Stein bleiben. Ich will nicht eines Tages auf mein Leben zurück schauen und mich lediglich an die lockeren Affären erinnern. Ich möchte auch mal wirklich geliebt haben. Und mich an das Gefühl zurückerinnern, geliebt zu werden.
Ich glaube irgendwie, dass es dazu gehört.
Und gleichzeitig merke ich eben auch, dass ich durch meine Unsicherheit in meiner Beziehung genau das bewirke, wovor ich mich so sehr fürchte: Ich stoße die Person, die mir so wichtig ist, von mir weg.

Gleichzeitig ist es auch wirklich wichtig, sich ein Auffangnetz zu bauen. Einen Airbag. Hast du Freunde, die für dich da sind? Wie sieht dein Leben aus? Bist du zufrieden damit?
Neben der Beziehung ist es auch wichtig, sich um sich selbst zu kümmern. Die Beziehung muss die Kirsche auf der Torte sein. Nicht die gesamte Torte.

Ich habe auch noch einen langen Weg vor mir. Aber ich arbeite daran.

Eine wirkliche Lösung habe ich für das Problem leider auch nicht. Vielleicht braucht es auch Zeit. Vertrauen braucht Zeit.

Schau' einfach mal auf die Dinge, die für die Beziehung sprechen. Ich denke, da gibt es viele. Die dafür sprechen, dass die Beziehung nicht zerbricht. Ich glaube nämlich auch, dass ich, dadurch, dass ich alles für den Erhalt meiner Partnerschaft tue, die Wahrscheinlichkeit sehr klein wird, dass mich mein Partner verlässt. Wieso sollte er, wenn er zufrieden mit ihr ist? Wenn wir gemeinsam lachen, wenn wir gemeinsam Spaß haben, uns gegenseitig necken, guten Sex haben?

Letztlich muss man sich entscheiden. Bleibt man der Stein, oder öffnet man sich? Es ist sehr leicht, der Stein zu bleiben. Aber ich glaube, es ist viel schöner, eine stabile Beziehung zu führen und einen Partner an seiner Seite zu wissen, der für einen da ist. Ich will einfach daran glauben. Auch wenn mir der Teufel immer mal wieder ins Ohr flüstert: "Die wahre Liebe, die gibt es nicht. Irgendwann wird er dich verlassen!"

Schau' vielleicht nicht auf die Beziehungen, die zerbrechen, sondern auf die Beziehungen, die bestehen. Allein im Forum scheint es da einige zu geben. TheDetroiter, SchwarzeFee, Piratin, Sweety - zumindest von denen meine ich zu wissen, dass sie schon lange glücklich mit ihren Partner/Ehemann sind.

Viele Gedanken zu dem Thema. Allein bist du mit dieser Last nicht.

Ich hoffe, wir gehen unseren Weg. :smile:

P.S. Dein Postfach ist voll :smile:
 
Zuletzt bearbeitet:
2 Woche(n) später

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Ich kenne diese Verlustangst auch gut, lustigerweise bin ich mit meinem Freund auch etwa so lange zusammen wie Du mit Deinem. Und ähnlich wie bei Dir ist es die erste Bindung, die für mich so tief geht und der erste Mann, der so gut zu mir passt. Das macht mich sehr glücklich und gleichzeitig merke ich, wie ich immer wieder tierische Angst habe, das zu verlieren.

Allerdings hilft es nicht, diese Angst zu verdrängen. Das macht sie nur noch eindringlicher und unbeherrschbarer. Setz Dich damit auseinander und nehme diese Angst ernst. Nimm Dich ernst.
Warum hast Du Angst?
Unter Anderem liest sich hier heraus, dass Du Dich selbst als schwach wahrnimmst, und mit Schwäche etwas Negatives verbindest. Und fürchtest, wegen dieser scheinbar negativen Seiten verlassen zu werden und/oder weniger wert zu sein. Doch mach Dir klar: Zu jedem Menschen gehören Stärken und Schwächen. Stell Dir mal vor, jemand wäre nur perfekt, nur stark. Wie unnahbar wäre diese Person, wie fremd und wie künstlich. Nur stark zu sein ist Utopie - und nur stark sein zu wollen macht ganz schön kaputt. Das merkst Du immer dann, wenn Du versuchst, keine Angst zu haben oder Deine Schwächen verteufelst - fühlt sich nicht gut an, oder? Zu einer gesunden Psyche gehört eben das ganze Spektrum.

Und wenn man jemanden liebt, ist es ganz normal, auch Angst vor seinem Verlust zu haben. Es ist völlig in Ordnung, dass man viel Zeit mit jemandem verbringt, mit dem man sich gut versteht und der einem gut tut. Das ist nichts Schlimmes.
Und nicht zuletzt gehört zu jeder Beziehung auch eine gewisse Abhängigkeit. Wenn die nicht bestünde, wäre Dein Freund Dir ja egal. Und Du ihm auch. Aber wie kann einem jemand egal sein, in den man so viel Zeit und Aufmerksamkeit steckt? Jemand, der einem so gut tut? Die Abhängigkeit ist also - in gewissem Maß - ganz wunderbar und in Ordnung so.

Gut finde ich dahingehend, dass Du das Ganze gegenüber Deinem Freund thematisierst. Auch, dass Du versuchst, Dich selbst zu beruhigen, indem Du seine Antworten durchspielst.
Aber ich sehe noch ein paar Möglichkeiten, Deine Angst anzugehen. Meine persönliche Meinung ist, dass Angst, die Dich wirklich belastet, ähnlich wie Schmerz ein Warnsignal ist. Sie warnt Dich, dass etwas nicht in Ordnung ist. Du sagst zum Beispiel, dass Du nicht so viele Freunde hast und Schwierigkeiten hast, Anschluss zu finden. Weil Du Dich für anders hälst. Aber was ist schon anders? Es gibt so viele Menschen, da gibt es sicherlich noch ein paar 'Andere', die Dir ähnlich sind.
Mir scheint, als würde Dir das gar nicht gut tun, Dich nur auf eine Person zu fixieren - und Deine Angst sagt Dir das. Warum nicht Freundschaften wieder aufleben lassen? Warum nicht bisherige Bekannte zu ein paar Unternehmungen einladen und sie so besser kennenlernen? Das kann ja vom Käffchen bis hin zum Geocaching alles sein. Worauf Du eben Lust hast und die anderen auch.
Versuch mal, Dir zweimal pro Woche was mit jemand Anderem als Deinem Freund zu unternehmen. Dabei sollte der Spaß im Vordergrund stehen, die Treffen sollten schön und erfüllend für Dich sein. Mach, was Dir gut tut und Freude bereitet.
Außerdem würde ich mal Deinen Selbstwert angehen. Es gibt doch sicherlich Einiges, was Du gut kannst und Dir Spaß macht. Oder Dinge, die Du gern mal ausprobieren würdest. Dann probier sie aus! Und gönn Dir auch mal was. Von der neuen Hose bis hin zu einem schönen Abend mit Freunden kann das alles sein. Getreu dem Motto "Ich gönne mir das, weil ich das verdient habe.".
Ähnlich würde ich das mit der Angst handhaben. Wenn Du sie verspürst, dann sag "Hej, ich hab Angst. Warum?" und lautet die Antwort zum Beispiel "Weil mein Freund viel besser im Leben steht als ich." dann frag Dich "Was bedeutet das eigentlich für mich, fest im Leben stehen?". Antwort darauf könnte etwa sein "Sich wohl in meinem Leben fühlen." und die daraus resultierende Frage "Wie könnte ich mich wohler fühlen? Womit fühle ich mich gut? Wie sollte mein Leben aussehen, damit ich es als positiv empfinde?".

Angst kann nämlich auch eine Chance sein. Wenn Du sie ernst nimmst, dann liegt darin viel Gutes.
Und wenn Du Dich ernst nimmst sowieso. Behalt das bei, dass Du Dir immer wieder klar sagst "Hej, ich hab Angst. Das ist okay so. Aber ich muss mich nicht fürchten. Es ist alles super. Mein Freund liebt mich. Und ich mich auch. Ich bin gut so, wie ich bin.".
 
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