Vegetarier oder nicht?

Benutzer102949 

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Wenn man es tatsächlich nur ein bis dreimal die Woche kaufen würde, dann würde das eben gehen. Insofern ist das eben einfach eine Frage der Schwerpunktsetzung. Es widerspricht sich einfach, wenn man Fleisch als etwas Wichtiges und Kostbares ansieht, gleichzeitig aber nicht genug Wertschätzung aufbringt, um den Preis zu zahlen, den es eben kostet - sondern möglichst viel möglichst billig kauft und genau dazu beizutragen, was von den meisten Verbrauchern schon als falsch erkannt wurde. Finde ich persönlich einfach eine seltsame Einstellung.

Nein, das geht eben nicht. Bei mir zumindest. Bei "Markenfleisch" zahle ich locker 50% mehr für weniger Inhalt, beim Metzger um die Ecke ist es dann noch extremer. Würde man das hochrechnen käme da insgesamt eine beträchtliche Summe zusammen, die im Moment nicht in meinem Budget drin ist. Davon abgesehen, dass mein Freund in dieser Hinsicht ein höheres Bedürfnis hat als ich.

In meinen Augen ist es in der derzeitigen Generation einfach zu sehr anerzogen, dass es täglich Fleisch zu geben hat. Da ist mir einfach die Zeitspanne zu kurz, um das als Bedürfnis abzutun - vielmehr ist die jetzige Generation einfach mit zu wenig Warenkunde und Wertschätzung für bestimmte Güter aufgewachsen, weil einfach alles immer zu Verfügung steht - und das auch noch viel zu billig.

Die Unterstellung finde ich allerdings ziemlich heftig. Fleisch ist für mich keine Selbstverständlichkeit und ich habe ausreichend darüber gelesen und gesehen, dass ich daraus meine eigenen Schlüsse ziehen kann. Und ich esse trotzdem Fleisch, ob du dich damit anfreunden magst oder nicht. :tongue:

Ich glaube nicht, dass jemand glaubt, er könne damit "die Tierwelt" retten. Den meisten Leuten genügt es, wenn auf ihrem Teller kein totes Tier liegt - ein Beweggrund, der bei den meisten Vegetariern, die ich kenne, weitaus wichtiger ist, als die Frage nach der Rettung von irgendwas. Insofern ist das ja auch eine einfache Rechnung von Angebot und Nachfrage, die ja hier im Thread auch schon ein paar mal angesprochen wurde. Wenn mehr Leute weniger Fleisch kaufen, dann sind weniger Tiere erforderlich, ergo weniger Massentierhaltung usw. Soetwas wird ja erst erforderlich, weil viele Menschen täglich mehrfach Fleisch essen - insofern in einem Land mit viel Bevölkerungsdichte eine einfache Rechnung.

So einfach ist das aber nicht. Wenn weltweit um die 8% Vegetarier sind wird man damit an den Massentierhaltungen nichts maßgeblich rumreissen können. Dann gibt es eben max. 8% weniger Massentierhaltung, aber das ändert leider nichts daran, dass trotzdem min. 9 von 10 Tieren nicht artgerecht gezüchtet und geschlachtet werden. Einfachste Mathematik.

Dass man Leuten, die daran nicht teilnehmen möchten, permanent unterstellt, sie wären so naiv, an die Weltrettung zu glauben, halte ich schon für eine ziemliche Verzerrung - und ich finde es erstaunlich, dass man das anscheinend machen muss, um sich selbst besser zu fühlen. Kein Vegetarier, den ich kenne, glaubt, er könne durch seinen nicht vorhandenen Fleischkonsum "die Welt retten" - trotzdem unterstellt man ihnen permanent, sie wären so naiv, genau das zu tun. Ist natürlich eine gute Möglichkeit, sich mit den tatsächlichen Gründen nicht beschäftigen zu müssen.

Sry, aber das ist mir echt zu albern. :grin:

Darüber hinaus finde ich auch erstaunlich, wie oft rein ethische und moralische Beweggründe als völlig irrational und weltfremd abgestempelt werden. Dass der Wunsch, kein totes Lebewesen essen zu wollen, von manchen Leuten schon als völlig idiotisch dargestellt wird, finde ich schon reichlich abgebrüht.

Was hat das jetzt mit meinem Posting zu tun? :ratlos:
Ich habe gesagt, dass ich das nicht nachvollziehen kann, wenn sich Leute aus ethischen/moralischen Gründen dazu entscheiden kein Fleisch mehr zu essen. Mein Statement und sonst nichts. Ich habe kein Wort über Irrationalität, weldfremd oder Idiotie verloren. -.-

So wie ich das sehe, ist hier noch gar kein Veganer aufgetaucht. Und auch die Vegetarier sind sehr dünn vertreten :zwinker: Von daher kann man ja dann fleißig Pflücken, wenn man Aussagen für falsch hält. :tongue:

Warum nur war mir das von Anfang an klar, dass du dich davon trotzdem nicht abhalten lässt? :tongue:
Und da mir ja nun das bestätigt wurde, was ich vorher schon geahnt habe, können wir das Ganze doch einfach auf sich beruhen lassen. Du lebst "so ein bisschen" vegetarisch und ich nicht, who cares? Wir kommen sowieso nicht auf einen grünen Zweig.
 

Benutzer84435 

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So einfach ist das aber nicht. Wenn weltweit um die 8% Vegetarier sind wird man damit an den Massentierhaltungen nichts maßgeblich rumreissen können. Dann gibt es eben max. 8% weniger Massentierhaltung, aber das ändert leider nichts daran, dass trotzdem min. 9 von 10 Tieren nicht artgerecht gezüchtet und geschlachtet werden. Einfachste Mathematik.

Die 8% sind umgerechnet für Deutschland etwa 80 Millionen Tiere pro Jahr, die nicht getötet werden. Einfache Mathematik...
 

Benutzer127174  (27)

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ich hab so meine milchphasen ab und zu :zwinker: und ansonsten esse ich fleich nicht offt, vielleicht einmal die woche, oder mal eine woche garnicht. und wenn ich fleich esse, dann auch nicht viel, sondern mehr von dem was es dazu gibt.[DOUBLEPOST=1359240782,1359240687][/DOUBLEPOST]ach und fisch mag ich richtig gerne, aber kochen wir leider zu selten^^
 

Benutzer62315  (50)

Verbringt hier viel Zeit
Ich esse sehr gerne Fleisch. Und kann mir auch nicht vorstellen keins mehr zu essen. Da ich eh ein sehr"merkwürdiger" Esser bin, würde ich wahrscheinlich verhungern.
 

Benutzer102949 

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Die 8% sind umgerechnet für Deutschland etwa 80 Millionen Tiere pro Jahr, die nicht getötet werden. Einfache Mathematik...

Ich kenne keine genauen Zahlen wieviele Tiere in Deutschland jährlich geschlachtet werden, aber davon ausgegangen, dass deine Zahlen stimmen, sind es ja immer noch über 750 Mio. Tiere, die nach wie vor geschlachtet werden. Das ist jetzt Auslegungssache ob ein Glas halb leer oder halb voll ist. Und wenn du mich fragst: Das Glas ist zu 90% leer :zwinker:
 
S

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Gast
Man muss aber auch mal ganz klar sagen, dass der Fleischkonsum vor allem in den Schwellenländern steigt (der Milchkonsum in Entwicklungs- und Schwellenländern). Irgendwann sind sie dann auf dem Niveau der Industriestaaten, wenn das so weitergeht.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschheit sich grundlegend ändern wird, freue mich aber über jeden, der seinen Konsum überdenkt und einschränkt. Ich selbst kann nachvollziehen, warum man nicht auf Fleisch verzichten möchte, aber warum man sich nahezu täglich eine Wochenration zubereiten muss, das kann ich nicht verstehen.

Fleisch schmeckt viel besser, wenn man es als kostbar ansieht und sich gelegentlich bewusst gönnt (genau wie Süßigkeiten :zwinker: ).
 

Benutzer94032 

Verbringt hier viel Zeit
Grundsätzlich geht mir der ganze Vegetarier/Veganer-Hype genauso auf die Nerven wie der Bio-Hype. Ich finde irgendwie, dass alles ziemlicher Luxus ist, was für viele schon aus finanziellen Gründen nicht tragbar ist.

Ich lebe seit 2 Jahren vegan, mache eine Ausbildung und arbeite noch nebenbei, finanziell geht es mir nicht allzu gut, trotzdem kann ich mir das vegane Leben leisten, einfach, weil ich es will. Ich schaue auf den Preis und kaufe eben nicht alles, was ich gerne hätte. Vegane Wurst gibt es hier nicht allzu oft, Käse habe ich bis jetzt nur 2 Mal gekauft und trotzdem geht es mir gut und ich bin topfit. Wenn man es will, geht das. Dein Hackfleisch kostet ja auch Geld, dieses Geld könntest du auch für Gemüse oder so ausgeben.

Was mich am Vegetarismus stört (und was man auch hier oftmals gelesen hat) ist einfach, dass sich manche wohl einfach für bessere Menschen halten, nur weil sie der Meinung sind, sie würden damit die Tierwelt retten. So viel Einfluss hat niemand und bei weltweit geschätzten 8% Vegetariern ist das in meinen Augen fast verträumt und naiv, wenn man sich erhofft damit großartig etwas für die Tierwelt erreichen zu können.

Es geht doch ganz einfach, es geht um Nachfrage und Angebot, ich kaufe seit 2 Jahren kein Fleisch, Fisch, Käse oder Milch mehr ein, also ist weniger Fleisch erforderlich und wenn das noch ein paar mehr Menschen so sehen, dann sind weniger Tiere erforderlich. So super naiv oder verträumt finde ich das nicht.

Und bevor jetzt eine ganze Veganertruppe meinen Post auseinanderpflückt, hier nur als nett gemeinter Rat: Spart es euch besser. Eine Diskussion zwischen Fleischfressern und Vegetariern/Veganern finde ich genauso sinnvoll wie wenn Zeugen Jehovas einen Atheisten bekehren wollen. :zwinker:

Tut mir leid, dass ich es jetzt doch gemacht habe. :tongue: Aber ich habe auch schon viele schöne Diskussionen mit Fleischfressern gehabt, so abwegig ist das gar nicht. :zwinker:


Darüber hinaus finde ich auch erstaunlich, wie oft rein ethische und moralische Beweggründe als völlig irrational und weltfremd abgestempelt werden. Dass der Wunsch, kein totes Lebewesen essen zu wollen, von manchen Leuten schon als völlig idiotisch dargestellt wird, finde ich schon reichlich abgebrüht.
Vielen Danke Hexe, für all deine Beitrage!
Bei mir geht es um rein ethische und moralische Gründe, denn Fleisch hat mir immer geschmeckt und ich habe sogar heute noch manchmal Lust Fleisch zu essen, ich tue es trotzdem nicht.
 

Benutzer9517  (31)

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Ich esse gerne Fleisch. Aber wir werden noch lernen müssen, mit weniger Fleisch auszukommen. Das gehört für mich zur rationellen Nutzung der Ressourcen.

Wer glaubt, wir könnten unseren Fleischkonsum unverändert in die Zukunft retten, ist entweder ein Zyniker, der mit dem Hungertod ganzer Teile der Menschheit rechnet - oder ein tragischer Clown.

Off-Topic:
Mit fällt übrigens auf, dass mehr Frauen als Männer auf Fleisch verzichten. Warum?
 

Benutzer54399 

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Off-Topic:
Mit fällt übrigens auf, dass mehr Frauen als Männer auf Fleisch verzichten. Warum?
Off-Topic:
Frauen haben einen besseren Geschmackssinn, deshalb schmecken sie wohl auch aus langweiligem Gemüse noch etwas gutes raus, was uns Männern aber verborgen bleibt und wir deshalb zum objektiv gut schmeckenden Fleisch greifen, damit auch wir unser Geschmackserlebnis bekommen.

Treffen Sie mich auch nächste Woche wieder hier, bei "Wissenschaft mit Subway". :zwinker:
 
S

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Gast
Ich korrigiere: "subjektiv gut schmeckendem Fleisch" :zwinker: Aus Massentierhaltung schmeckt's doch eh nicht so gut. Ob Gemüse langweilig schmeckt, hängt übrigens sehr stark davon ab, wie man es zubereitet. Man muss eben kochen (und mit Gewürzen umgehen) können. Lässt sich alles erlernen :zwinker:

Wenn man einfach 'ne Packung gemischtes TK-Gemüse (igitt :zwinker: ) in den Ofen schiebt, kann man auch nicht erwarten, dass das schmeckt.

Darüberhinaus muss man seinem Gaumen auch eine gewisse Zeit geben. Wenn man hauptsächlich industriegewürzte Nahrung verspeist, kennt man natürlichen Geschmack gar nicht mehr. Das ist das Gleiche, wenn man ein paar Wochen auf Softdrinks verzichtet. Das schmeckt dann nach einer gewissen Abstinenzzeit auch nicht mehr.

Wenn man eine Umstellung denn möchte.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Fleisch wird traditionell kulturell mit Maskulinität assoziiert. Wobei grade die beliebte Assoziation "In der Steinzeit haben die Männer gejagt und die Frauen gesammelt" grundlegend falsch ist (hält sich aber trotzdem ziemlich hartnäckig, besonders bei den Grillproleten) - heute ist man der Meinung, das die Jagd eine Gemeinschaftsaktion war und zumeist kein Großwild sondern Kleintiere erlegt wurden. Grade Frauen haben damals von dem tierischen Protein profitiert, schließlich haben sie die Kinder bekommen, auch deswegen sind sie in der Regel mit auf die Jagd gegangen. Fleisch war im Übrigen rar (die Neanderthaler, die sich tatsächlich hauptsächlich von Fleisch ernährt hatten, sind ausgestorben..), entgegen der landläufigen "Paleo" Meinung ernährte man sich zum Großteil von Kohlenhydraten, aus denen der Körper viel effizienter Energie gewinnen kann. Ein schöner alter Artikel zu dem Thema: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7859889.html oder hier ein bisschen aktueller: http://www.zdf.de/Abenteuer-Forschung/Was-ist-dran-an-den-Steinzeitklischees-6628438.html

Umami, der "Fleischgeschmack", steckt übrigens auch in folgenden Lebensmitteln, wegen der Geschmackstheorie...
Tomaten, Käse (besonders Parmesan), Sojasauce, Pilze, Fisch, Dashi und einige Gemüsesorten, darunter Kohl und Spinat. Pilze, gebraten und glasiert mit Sojasauce, zu Nudeln, dazu Ingwer-Zitronen-Sesamdressing mit Sojasauce - das kann in Sachen Glutaminsäure absolut mit Fleisch mithalten.
 
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Benutzer20579  (37)

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Nein, das geht eben nicht. Bei mir zumindest. Bei "Markenfleisch" zahle ich locker 50% mehr für weniger Inhalt, beim Metzger um die Ecke ist es dann noch extremer.
Also die Berechnung verstehe ich echt nicht. Wenn man täglich Fleisch isst und dafür 50 % eines vernünftigen Preises bezahlt, dann sollte 1-3 Mal die Woche für 50 % mehr doch locker drin sein, ohne sich in überzogene Kosten zu stürzen. Selbst wenn man das doppelte bezahlt wäre es bei jedem 2. Tag der gleiche Preis.

Die Unterstellung finde ich allerdings ziemlich heftig. Fleisch ist für mich keine Selbstverständlichkeit und ich habe ausreichend darüber gelesen und gesehen, dass ich daraus meine eigenen Schlüsse ziehen kann. Und ich esse trotzdem Fleisch, ob du dich damit anfreunden magst oder nicht. :tongue:
Mir ist das völlig egal, was du isst und was du nicht isst. Ich halte es nur für unvernünftig, täglich womöglich mehrmals Fleisch zu essen. Und ich finde es einfach erstaunlich, wie irrational Postings werden, wenn man darauf hinweist, dass 1-3 Portionen pro Woche sinnvoller wären und auch aus Gesundheitsgründen empfohlen werden. Dann wird permanent so getan, als würde man den Leuten ihr Fleisch verbieten wollen, als hätten sämtliche Vegetarier nichts anderes zu tun.

Und natürlich ist so ein Verhalten kurzfristig anerzogen. Das sieht man an zahlreichen Ernährungsfakten, sei es, dass neuerdings jeder runterbetet, abends keine Kohlenhydrate mehr zu essen, sei es, dass Leute behaupten, täglich Fleisch zu "brauchen".


So einfach ist das aber nicht. Wenn weltweit um die 8% Vegetarier sind wird man damit an den Massentierhaltungen nichts maßgeblich rumreissen können. Dann gibt es eben max. 8% weniger Massentierhaltung, aber das ändert leider nichts daran, dass trotzdem min. 9 von 10 Tieren nicht artgerecht gezüchtet und geschlachtet werden. Einfachste Mathematik.
Was bei dir so einfachste Mathematik ist, hat man ja schon am Preisbeispiel gesehen :zwinker: Zumal eben auch jetzt nicht 100 % Massentierhaltung existieren.


Sry, aber das ist mir echt zu albern. :grin:
Soviel dann zum Thema "Sich mit den echten Argumenten auseinander setzen". q.e.d., insofern eigentlich wirklich albern. :zwinker:

Ich finde es einfach erstaunlich, wie wichtig es manchen Leuten ist, dass Vegetarier behaupten, das Fleisch würde ihnen nur nicht schmecken, anstatt moralische oder ethische Gründe vorzuschieben. Nur weil manche Leute aufgrund anderer ethischer Grundsätze handeln oder keine haben, müssen doch die, die für sich nach bestimmten Grundsätzen leben möchten, nicht gleich naiv sein. Irgendwie wirkt es dann eben doch so, als würde es einen stören, wenn andere Leute aus ethischen Gründen handeln, nur weil man selbst es anders sieht. Was einen daran stört, weiß ich nicht - mich würde es nur stören, wenn es bei mir selbst einen Nerv trifft, weil ich vielleicht weiß, dass mein Verhalten nicht richtig ist. So gehts mir eben, wenn ich mit Veganern rede - weil ich eigentlich finde, dass sie häufig recht haben. Aber dann pamp ich nicht den Veganer an, sondern denke über mich selbst nach - oder ich lasse es eben und red mit keinen Veganern mehr. Dem Veganer zu sagen, er solle einfach behaupten, es schmeckt ihm nicht, damit ich mir keine Gedanken darüber machen muss, halte ich jedenfalls für die ungünstigste Variante.

Mir persönlich ist es wirklich völlig egal, was andere Leute essen. Ich finds nur seltsam, mit welchen Argumenten sie das begründen - dann wärs mir manchmal lieber, sie sagen einfach, dass sie es einfach täglich essen wollen, anstatt es mit sachlich falschen Gründen zu belegen.
 
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Also die Berechnung verstehe ich echt nicht. Wenn man täglich Fleisch isst und dafür 50 % eines vernünftigen Preises bezahlt, dann sollte 1-3 Mal die Woche für 50 % mehr doch locker drin sein, ohne sich in überzogene Kosten zu stürzen. Selbst wenn man das doppelte bezahlt wäre es bei jedem 2. Tag der gleiche Preis.

Ist ja an sich ein gutes Argument, aber ich werfe wieder ein, was Menschen am Lebensminimum machen? Die schauen dann in die Röhre? Mit erhöhtem Preis stellt sich sicher weniger Nachfrage ein, aber was garantiert denn, dass das Fleisch dann auch entsprechend produziert werden? Gerade wenn es keine entsprechende Gesetzeslage gibt, halte ich das für fast unmöglich. Das heißt dann im Grunde nur, dass das abgepackte Kassler nun 50% mehr kostet, aber nicht das es 50% weniger "ungesund" ist für Umwelt und Tiere.

Warum also unbedingt am Endverbraucher "Sanktionen" verhängen? Warum muss ein Schweinebetrieb, Mastanlagen, Metzgereien usw. alle Profit orientiert sein? Gerade wenn es um die Versorgung der Menschen/Menschheit geht?
 

Benutzer20579  (37)

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Gerade wenn es keine entsprechende Gesetzeslage gibt, halte ich das für fast unmöglich.
Von mir aus könnte die entsprechende Gesetzeslage gerne her. Oder man subventioniert was, man subventioniert ja eh allen möglichen Unsinn :zwinker:

Letztendlich wäre es eben eine Frage, wie man sowas ausgestaltet, aber durchaus machbar. Gerade Leute ohne viel Ahnung vom Kochen kennen sich mit saisonalen Gemüsesorten doch häufig gar nicht aus. Wenn ich mal überlege, wie lange wir von einem Rotkohl essen oder von einem Wirsing - wenn man die kauft, wenn sie um die Ecke wachsen, kosten die fast gar nichts. Ich weiß nur nicht, ob der klassische Würstchen-Kartoffel-Erbsen-Kocher oder Maggi-Fix-für-Spaghetti-Bolognese-Mensch das überhaupt zuzubereiten weiß.

Für viele Leute ist es einfach leichter, was Leckeres und Sättigendes mit Fleisch hinzubekommen - und das finde ich eigentlich schade.

Ob nun ein erhöhter Fleischpreis eine Sanktion wäre, weiß ich nicht. Nicht für den Verbraucher, doch eher für die Tiere in irgendwelchen Mastbetrieben. Noch 1-2 Generationen vor unserer waren die Leute über ihren Sonntagsbraten froh, sie fühlten sich nicht unbedingt bestraft, weil es nicht jeden Tag Wurst gab. Noch bei meiner Mutter wurde knallhart gerechnet, was man kocht und was man sich leisten kann - da gabs nicht nur Hähnchenbrustfilet, sondern auch den Rest vom Huhn und das dann eben auch nicht jeden Tag. Wenn man sich mal alte Kochbücher anguckt, was da alles verarbeitet wird und wie man günstig kochen kann - aber dann eben ohne Fertigtüten und sowas. Ich glaube halt, dass sowas verloren geht und die Leute es nicht mehr lernen - und natürlich ist es teurer, halb Verarbeitetes zu kaufen und natürlich schluckt man dann bei teureren Preisen. Ich glaube nur nicht, dass das Problem teure Waren sind (oder werden würden, wenn z.B. Fleisch teurer wäre), sondern das Problem ist häufig nur die Wahllosigkeit beim Einkaufen und fehlendes Wissen, wie man auch günstig ausgewogen kochen kann.
 

Benutzer102949 

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Also die Berechnung verstehe ich echt nicht. Wenn man täglich Fleisch isst und dafür 50 % eines vernünftigen Preises bezahlt, dann sollte 1-3 Mal die Woche für 50 % mehr doch locker drin sein, ohne sich in überzogene Kosten zu stürzen. Selbst wenn man das doppelte bezahlt wäre es bei jedem 2. Tag der gleiche Preis.

Du musst mir jetzt schon mal zeigen, wo ich geschrieben habe, dass ich täglich Fleisch esse. Ich esse nur mehr Fleisch als ich eigentlich bräuchte und wenn es hochkommt ist das etwa 3-4x die Woche. Wurst esse ich so gut wie nie. Und ich schrieb auch, dass ich bei gleichbleibendem Fleischbedarf die Kosten auch dementsprechend steigen würden und ich weiß nicht, wie oft ich dir das noch sagen muss, aber in meiner momentanen Lage kann und mache ich das nicht. Ende. :zwinker:


Mir ist das völlig egal, was du isst und was du nicht isst. Ich halte es nur für unvernünftig, täglich womöglich mehrmals Fleisch zu essen. Und ich finde es einfach erstaunlich, wie irrational Postings werden, wenn man darauf hinweist, dass 1-3 Portionen pro Woche sinnvoller wären und auch aus Gesundheitsgründen empfohlen werden. Dann wird permanent so getan, als würde man den Leuten ihr Fleisch verbieten wollen, als hätten sämtliche Vegetarier nichts anderes zu tun.

Und natürlich ist so ein Verhalten kurzfristig anerzogen. Das sieht man an zahlreichen Ernährungsfakten, sei es, dass neuerdings jeder runterbetet, abends keine Kohlenhydrate mehr zu essen, sei es, dass Leute behaupten, täglich Fleisch zu "brauchen".


Alter, langsam ist mir das wirklich zu mühsam. Ich weiß sehr wohl, dass ein gesunder Mensch weniger Fleisch braucht als die Menge, die ich esse und dass dafür 1-3x die Woche ausreichen. Ich tue es ja auch nicht aus Selbstzwecken, sondern wegen meinem Freund, weil er anderes gewöhnt ist und es eben eine ganze Weile dauert bis ich ihm das abgewöhnt habe. Wo habe ich das bitte abgestritten? Ich weiß nicht, wo du meinst das herausgelesen zu haben. Wenn du dir meine Postings immer nur so zurecht legst wie sie dir am besten reinpassen, dann wundert's einen ja auch nicht.

Was bei dir so einfachste Mathematik ist, hat man ja schon am Preisbeispiel gesehen :zwinker: Zumal eben auch jetzt nicht 100 % Massentierhaltung existieren.

Nein, das nicht, aber die Mehrheit wird unter Massentierhaltung gehalten. Wenn man sich jetzt nur darauf konzentriert, wieviele Tiere geschlachtet werden würden (egal unter welcher Haltung), blieben immer noch 9 von 10 Tieren übrig, sodass man da langfristig nicht viel rumreisst, was das Angebot und die Nachfrage angeht.

Soviel dann zum Thema "Sich mit den echten Argumenten auseinander setzen". q.e.d., insofern eigentlich wirklich albern. :zwinker:

Frag dich vielleicht mal warum. Dein ganzer Absatz strotzte nur so vor indirekten Unterstellungen und die Herleitungen waren so plausibel wie die Quantenphysik. Und das war mir dann wirklich zu albern darauf näher einzugehen.

Mir persönlich ist es wirklich völlig egal, was andere Leute essen. Ich finds nur seltsam, mit welchen Argumenten sie das begründen - dann wärs mir manchmal lieber, sie sagen einfach, dass sie es einfach täglich essen wollen, anstatt es mit sachlich falschen Gründen zu belegen.

Habe ich nicht 3x erwähnt, dass mein Freund einfach gerne mehr Fleisch isst als ich? Nein? Dann hier nochmal: Mein Freund ist ein Fleischfresser und isst das gerne.
Und dir scheint es eben nicht egal zu sein, was, wie andere essen, wenn man sich dir 5x begründen muss und du ständig versuchst einen in eine andere Richtung zu lenken. Wenn du Argumente völlig verdrehst und dir daraus einen Strick zusammenflickst, der völlig an den Tatsachen vorbei geht. Dementsprechend hier nochmal ganz offiziell: Ich diskutiere mit dir hierüber nicht mehr und das war mein letzter Kommentar.
 
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Erstmal ein :anbeten: für Hexe13. Staune immer wieder über die Geduld, die Du hast, Dich mit gewissen Themen auseinanderzusetzen. Insbesondere, wenn sie so mühselig sind wie dieses hier.

Deswegen werde ich es für mich auch kurz halten:
Ich habe mich vor etwa einem halben Jahr dazu entschieden, komplett auf Fleisch zu verzichten. Milch und Milchprodukte konsumiere ich noch, versuche aber, diese von regionalen Anbietern zu beziehen und den Verzehr einzuschränken. Muss aber gestehen: für den kompletten Verzicht mag ich's einfach zu gerne. Eier esse ich nicht, Fisch mochte ich sowieso nie.

Ich war jahrelang passionierter Fleischesser und hätte mir im Traum nie vorstellen können, mal auf Vegetarismus umzusteigen. Ich liebe Fleisch - habe mich aber trotzdem dazu entschlossen, es nicht mehr zu essen.
Eben u.a. aufgrund der Haltungsbedingungen der Tiere und auch dem ganzen Chemiekram, der da drinsteckt. Das möchte ich einfach nicht mehr unterstützen - und da ist es mir, ehrlich gesagt, vollkommen wumpe, ob ich mit dieser Entscheidung dazu beitrage, die Massentierhaltungsindustrie zu stürzen. Das ist in einem Land wo 99% des Fleisches aus Massentierhaltung gewonnen wird, erstmal eh utopisch. Es geht mir einzig und allein um mein eigenes Gewissen. Aber ich sehe es zumindest als kleinen Schritt.

Natürlich ist es eine Umstellung, auf einmal kein Fleisch mehr zu essen. Ich hatte auch immer das Bild des ewig-frustrierten Beilagen-Essers im Kopf, der an einem Salatblatt knabbert, während die anderen sich ein Steak reinschieben. Das muss aber nicht so sein. Es gibt wirklich vielseitige, gute und leckere vegetarische Rezepte, die satt machen und gut schmecken. Und: man setzt sich automatisch mehr mit den Inhaltsstoffen von Lebensmitteln auseinander und lebt bewusster.

Ich habe für mich allerdings den Vorsatz gefasst, dass meine Ernährung ein Thema ist, über das ich nur dann diskutiere, wenn ich direkt gefragt werde.
Weil ich eben auch die Erfahrung gemacht habe, wie ätzend es ist, neben einem Vegetarier zu sitzen, der die ganze Zeit "die arme Kuuuh!" schreit, während man sein Fleisch isst. Das hat mich persönlich dann eher dazu verleitet, nochmal einen Nachschlag zu nehmen.
So bevormundend möchte ich nicht auftreten. Das ist eine Entscheidung, die jeder nur für sich selbst treffen kann.
 
1 Monat(e) später
D

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Gast
Tut mir Leid, dass ich jetzt noch einmal den Thread hier ausgrabe, aber ich habe gerade "Precht" in der ZDF Mediathek gesehen und fand es lohnenswert, die Sendung hier mal zu verlinken.
Er unterhält sich mit Spaemann und damit einem der bekanntesten deutschen Philosophen über das Thema "Dürfen wir Tiere essen?" Da Precht ebenfalls Philosoph ist, fällt das Thema nicht auf dieses Niveau "Fleisch ist lecker" herab und dennoch verteidigt Spaemann den Fleischkonsum (in starken Grenzen). Sehr sehr interessant und Spaemann bringt ein Argument, welches ich bisher nie so bedacht habe und als interessant empfinde. Er sagt nämlich, dass Tiere ein vom Menschen unterschiedliches Bewusstsein haben. Sie haben keinen Blick in die Zukunft und sie leben im Moment. Glück sind daher Momentanimpulse, wodurch das Töten per se nicht moralisch verwerflich ist, wohl aber Massentierhaltung und co. Dem kann man natürlich mit Thomas Nagel entgegenhalten, dass die Prämisse, dass Tiere ein anderes Bewusstsein haben, nicht überprüfbar ist, denn wir können nicht mit letzter Gewissheit sagen, was Tiere denken, fühlen und co.
Dennoch erscheint mir das mit dem Blick auf meinen Hund und auf Tiere generell eine interessant These.
Man merkt auch deutlich, dass Spaemann arge Probleme hat, seine These zu halten.

Wer Interesse an einer etwas gehobenen Debatte dazu ist, kann sich das ja mal ansehen:

http://www.zdf.de/Precht/Dürfen-wir-Tiere-essen-25564310.html
 
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