Unzufrieden und davon genervt unzufrieden zu sein

Benutzer180878  (30)

Ist noch neu hier
Hi Leute,

ich hab jetzt echt ewig im Netz diverse Beiträge gelesen und verschiedene Ansätze verfolgt. Auch habe ich, als Teil einer Schmerztherapie ein paar Stunden psychologische Betreuung gehabt. Dies natürlich hauptsächlich auf die Schmerzen bezogen, aber denn noch konnte ich auch Dinge zur Beziehung ansprechen.

Nun bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, dass ich die Themen die mir keine Ruhe lassen, mit Leuten besprechen muss die dort von Außen drauf gucken und einen anderen Blick auf die Situation mitbringen.
Da von meinen beiden Bezugspersonen, mit denen ich sowas besprechen könnte, eine (mein Opa) vor einigen Jahren verstorben ist und die andere (einer meiner besten Kumpels) mehr als weit weg wohnt, wende ich mich hier an euch.

Ich schildere einfach mal alles was mir gerade so durch den Kopf geht und hoffe jemand hat die Zeit und macht sich die Mühe meine Gedanken aufzugreifen und mir Feedback zu geben.

Kurz vorab etwas zu mir, ich bin Flo 29 meine Freundin/Verlobte ist 30.

Wir sind seit nun mehr, ich glaube 8 Jahren, zusammen. Ich kann mir sowas echt schlecht merken und entschuldige mich dafür auch ständig. In Sachen Datum merken bin ich echt mies, es hat locker vier Jahre gedauert, dass ich mir das Geburtsdatum meiner Freundin merken konnte. Das auch nur mit der Eselsbrücke, dass er am 5. Juli ist, einen Tag nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag. Wann unser Jahrestag ist, weiß ich auch nur dadurch dass der im Kalender eingetragen ist.

Anfangs, wie es wohl immer so ist, war natürlich alles Neu und man hat sich erst einmal kennenlernen wollen. Wir haben eigentlich jede freie Minute zusammen verbracht, hauptsächlich bei mir, aber ab und an auch bei ihr. Ich habe zu dem Zeitpunkt bei meiner Großmutter gewohnt, da mein Opa wie oben erwähnt gestorben ist und sie schwerbehindert war und Hilfe brauchte.
Nach ca. einem halben oder dreiviertel Jahr, hat meine Großmutter dann entschieden wieder in ihre alte Heimat in betreutes Wohnen zu ziehen. Ich habe mir daher eine eigene Wohnung gesucht.
Da wir eh immer auf einander hockten, ist meine Freundin dann gleich mit eingezogen. Auch dort haben wir viele Dinge gemeinsam gemacht, waren unterwegs, regelmässig Essen und auch im Kino etc.
Irgendwann, ich glaube nach ca drei Jahren die wir dort gewohnt haben, sind wir zusammen in eine größere Wohnung gezogen. Da wir einfach etwas mehr Platz brauchten und nein, nicht wegen Kindern. Da sind wir uns zum Glück beide einig, dass wir keine wollen.

Nach dem Umzug waren wir also schon ca. drei/vier Jahre zusammen und man hat schon so ganz langsam gemerkt, dass die Aktivität abnimmt. Was zum einen sicher auch daran lag, dass mir einige Dinge einfach schon immer zu laut oder zu wuselig waren. Mich stören teilweise so Kleinigkeiten wie das Surren eines Lüfters, was andere gar nicht wahrnehmen oder sie eben einfach nicht stört. Auch lautes klirren von Gläsern etc, da bin ich dann einfach mit den Geräuschen überfordert.
Dann kam vor einigen Jahren dazu, dass ich Rückenschmerzen (Brustwirbelsäule) bekam. Welche ich natürlich habe abklären lassen, mit dem Ergebnis, keine erkennbare Ursache. Die Schmerzen sind eigentlich immer da, mal mehr, mal weniger schlimm. Alles was mich dann "überfordert" laute Umgebung, zu viele Leute oder andere Dinge die mich nerven, verstärken dies meist. Dies führte im Laufe der Zeit dazu, dass wir noch weniger unternahmen.
Was mich natürlich auch stört, aber wenn ich schon eine stärke Schmerzzunahme nach ca. 15 Min gehen habe, dann ist es für mich nur verständlich dass ich nicht mehr so viel machen möchte. Denn ich kann den Schmerz nicht einfach so ausblenden.
Da merkte ich natürlich schon, dass das Miteinander stark drunter leidet.
Sie hat auch gesagt, sie wünscht sich mehr zu machen, was ich total nachvollziehen kann. Denn damals haben wir ja auch viel gemeinsam gemacht.
Leider ist ihr Freundeskreis auch nicht sehr ausgeprägt, dass sie dort eventuell einen kleinen Ausgleich hätte um mal rauszukommen. Auch wenn ich natürlich verstehe, dass es nicht das selbe ist, ob man mit Freunden oder mit dem Partner etwas zusammen macht.

Das Liebesleben bzw. die Intimität ist auch schon seit minimum 2 Jahren stark zurückgegangen. Im letzten Jahr (von Mitte 2019 bis jetzt 2020 gerechnet), haben wir, ich glaube ein- oder zweimal nur Sex gehabt.
Was zum großen Teil wohl auch daran liegt, dass ich mich körperlich nicht mehr so richtig zu ihr hingezogen fühle und dafür HASSE ich mich auch einfach nur. Ich wünschte ich könnte das so einfach abstellen.
Ich habe sie kennengelernt, als sie gerad ein halbes Jahr von ihrem Au-Pair Programm aus England wiederkam. Da war sie einfach echt heiß. Sie hatte eine normale Figur, mit den ein oder anderen Pölsterchen, was ich nie schlimm fand.
Sie hat in England bei einer gutverdienen Familie gewohnt und dort auch regelmässig Sport gemacht. Da die ein eigenes Fitnessstudio im Haus hatten.
Leider hat sich das im Laufe der Jahre stark verändert. Was sie selber natürlich auch wahrgenommen hat. Doch sie hat es einfach so hingenommen.
Als ich letztens mal wieder ein Foto von ihr gesehen habe (von der Seite aufgenommen), aus der Zeit wo wir relativ frisch zusammen waren und das dann mit der aktuellen Figur verglichen habe, da war ich echt erschrocken. Erst wenn man so den direkten Vergleich hat, fällt es einem deutlich auf wie ich finde.
Ich habe sie natürlich daraufhin auch immer mal wieder angesprochen...und jetzt nicht auf die Art "Du hast aber gut zugelegt" oder ähnliches. Ich hab es erst mit so dezenten Hinweisen versucht, wie "Willst du nicht mal mit zum Sport kommen?", aber das hat nicht gefruchtet.
Auch wenn ich ihr aus meiner Perspektive erzählt habe, wie ich das ganze wahrnehme und was ich mir wünsche und was ich schade finde. War da eher wenig Anteilnahme dran.
Ich fand es und finde es immer noch zum Beispiel mega schade und auch traurig, wenn wir zusammen einkaufen waren und sie dann ein Kleid oder etwas anderes gesehen hat, was ihr gefiel. Sie dort aber nicht reinpasste und es das auch nirgends in ihrer Größe gab. Natürlich hat sie etwas rumgeblödelt, aber ich hab gesehen wie sie das schon nervt.
Das habe ich ihr auch gesagt, dass ich es schade finde und mich solche Situationen traurig machen...no response.
Auch in einem Gespräch das wir vor einiger Zeit hatten, wo ich gesagt habe "Ich würde es schön finden, wenn du vielleicht etwas an deinem Gewicht ändern würdest. Auch im Hinblick auf wieder mehr Sex haben." Da war dann so ein angepisstes akzeptieren der Aussage. Aber so richtig getan hat sich seit dem nichts.
Versteht mich jetzt bitte nicht falsch, sie ist aktuell bei einer Kleidergröße von 42 mit einer Größe von 1,66. Sie ist jetzt nicht fett, aber schon dick, ist jedenfalls mein Empfinden.

Leider ist sie auch von dem Typ Mensch, der mega trotzig ist. Wenn ihr was nicht passt oder man ihr sagt sie könnte doch das und das machen, dann schaltet sie auf stur. Ist mega genervt und eingeschnappt.
Egal ob das nun ihre Eltern sind, die ihr etwas raten, egal in welcher Hinsicht oder ob eben ich ihr etwas sage.
Anders herum ist es dann so, dass sie erwartet man macht Dinge, die sie sich ausgedacht hat bzw. erwartet ohne das es da dann Gegenwehr gibt.

Ein Beispiel hierzu:
Wir wohnen in einer Anliegerwohnung, welches am Haus meines besten Kumpels liegt. Großes Grundstück, mitten im Wald.
Es gibt also einen Komposthaufen für Garten und Küchenabfälle.
Ich hatte vor einigen Jahren eine Borrelliose durch Zecken (welches erst nach einem halben Jahr voller Schmerzen und Probleme erkannt und behandelt wurde)
Der besagte Komposthaufen, befindet sich aber nunmal in einer Ecke des Grundstücks, wo eben Gebüsche und hohes Gras sind.
Daher habe ich Obst- und Gemüseabfälle dann immer in den Hausmüll geschmissen.
Irgendwann kam sie dann wieder auf die Idee, die Sachen in eine Schale zu tun und zum Kompost zubringen. Das erwartete sie dann auch in Zukunft von mir (ich kümmere mich um den Müll bei uns). Wogegen ich mich strikt weigerte.
Sie hat dann natürlich in ihrer Sturheit die Schale vor der Tür stehen lassen...immer wieder mit kleinen Stichelein, wann ich das denn endlich mal wegbringen würde.

Solche und ähnliche "Kleinigkeiten" gibt es einige die sie fordert und dass dann auch so gemacht haben will ohne wenn und aber, aber anders herum geht das dann nicht.

Sie ist also nicht so richtig empfänglich für meine Vorschläge, gerade im Bezug auf Gewichtsverlust. Auch gemeinsam zum Sport gehen hat sie abgelehnt.

In der letzten Zeit, auch durch Corona bedingt, hat sich der Alltag dahin entwickelt, dass wir eigentlich wie in einer WG leben. Jeder macht so sein eigenes Ding, wir Essen eigentlich nicht mehr zusammen, außer am WE. Sie macht Ihr Ding und ich mach mein Ding. Es gibt dann einen Kuss...naja eigentlich kann man das auch nur noch Bussi nennen, wenn sie morgens das Haus verlässt und wenn es Abends ins Bett geht. Es wird nicht mehr gekuschelt, weder auf dem Sofa noch im Bett. Ich darf sie nicht mehr wirklich anfassen und wenn, werde ich meist schief angeguckt oder dann doch wieder weggedrückt. Sie fässt mich auch nicht mehr an, schenkt mir in sexueller Hinsicht keine Aufmerksamkeit mehr.
Auch mit dem Gedanken einfach wieder alleine zu sein, kann ich mich mehr und mehr anfreunden.

Das war jetzt schon eine ganze Menge, was ich geschrieben habe. Deswegen will ich jetzt mal gucken dass ich fürs erste zum Ende komme.

Die Liebe zu ihr geht so langsam flöten, ich finde sie nicht mehr attraktiv und sexuell geht auch nichts mehr. Ich würde nie auf die Idee kommen sie zu betrügen. Ersten bin ich nicht der Typ dafür und zweitens habe ich dafür zuviel Respekt vor ihr und unsere Beziehung, wenn man das noch so nennen kann.

Doch wie geht man mit so einer Situation um, in der man sich immer mehr entfremdet und es scheinbar Richtung Abgrund läuft.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich mich dafür hasse das ich so über sie denke und das meine Bedürfnisse sich vielleicht auch so gewandelt haben im Laufe der Zeit.
Aber ich möchte auch als Mann, einfach jemanden haben der mich wertschätzt und mit dem man intim sein kann. Einfach nur ficken und das wars, ist auch keine Lösung.

So, nun aber erst einmal genug von mir. Ich hoffe jemand hat die Zeit sich mit dem Thema zu befassen und mir zu helfen. Denn ich weiß einfach nicht mehr weiter. Auch über andere Lösung, nur auf mich bezogen habe ich schon nachgedacht...aber das kann ja auch nicht die Lösung sein. Das ist ja dann auch nur ein sehr krasses weglaufen wenn man so will.
 

Benutzer151729 

Sehr bekannt hier
Auch wenn du einen langen Text geschrieben hast, möchte ich dazu kurz 2 Gedanken äußern.
1. Ein Zusammenhang zwischen der Borreliose und deiner Schmerzsymptomatik wurde ausgeschlossen?
2. Du bist unglücklich in deiner Beziehung und kommst so nicht weiter. Das sind gute Gründe, sich Hilfe von außen zu suchen, um in einem geschützten Rahmen mal alles auf einen Tisch zu packen. Weißt du, wie sie zu einer Paartherapie steht?
 

Benutzer180878  (30)

Ist noch neu hier
Danke fürs lesen des doch sehr langen Textes.

Zu Punkt 1, das wurde bis jetzt von allen Ärtzen ausgeschlossen.
Wobei ich mich dort auch schon belesen habe und jetzt nicht Gutefragen.de sondern mir wirklich fundierte Doktorarbeiten rausgesucht habe um dem ganzen auf den Grund zu gehen und das besser verstehen zu können.

Zu Punkt 2, das habe ich schon einmal angeschnitten das Thema. Gerade durch die psychologische Betreuung während der Schmerztherapie. Das war auch eine Idee der Therapeutin dort. Das kam aber leider eher so semi gut an.

Deswegen bin ich eben etwas ratlos...auch durch die aktuelle Lage ist es schwer einen Termin in Richtung Verhaltenstherapie etc zu bekommen, da alle Praxen derzeit eine Wartezeit von minimum 6 Monaten haben
 
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