Unverzeihliche Dinge gesagt , ist Ehe vorbei?

Benutzer174507  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich und mein Mann hatten schon eine Weile schwere Zeiten durchgemacht. Die Dinge sind im Laufe der Jahre sauer geworden, weil es nicht gelungen ist, richtig miteinander zu kommunizieren. Wir sind beide aufbrausend und hitzköpfig, was es einfacher macht, dass die Dinge eskalieren. Und die Dinge sind im Laufe der Zeit ziemlich schnell eskaliert. Er neigt dazu, Dinge an mir auszulassen, die nichts mit mir zu tun haben. Und er kann ziemlich verletzend sein, während er dabei ist.

Zwischendurch versuchten wir Dinge zu reparieren und sprachen über Therapie- und Selbsthilfebücher. Ich habe einige Bücher bestellt, aber wir haben im Laufe eines Jahres nur ein Drittel der Seiten erreicht. Und unsere Arbeitszeiten machen es schwierig, einen Therapeuten zu finden. Wir haben zwei kleine Kinder, was bedeutet, jedes Mal einen Babysitter zu organisieren.

Bevor wir in unser neues Haus umgezogen sind, war ich sehr besorgt, weil wir immer noch Kommunikationsprobleme hatten. Er versprach Veränderung und schlug sogar vor, eine Therapie zu machen, etwas, an das er vorher nie gedacht hatte. Ich zögerte, weil mein Glaube schwand. Aber wir haben den Umzug vorangetrieben und er hat versucht, es wieder gut zu machen, er hat es versucht, aber ich konnte einfach nicht über die Dinge hinwegkommen, die er in der Vergangenheit gesagt / getan hat. Immer wenn wir unsere verheirateten Freunde besuchten, brannte ich innerlich vor Eifersucht, weil sie sich wirklich zu lieben und füreinander zu sorgen schienen. Ich fühlte mich unsicher und noch hasserfüllter gegenüber meinem Mann. "Warum kannst du nicht wie er sein oder warum können wir nicht wie dieses Paar sein?"

Mein Therapeut hat mich gewarnt, dass mein Groll Probleme verursachen wird und ich lernen muss zu vergeben. Aber ich habe nicht zugehört.

Ich habe Prüfungen (Student der Rechtswissenschaften) und ich habe ihm gesagt, dass ich bei meinem Freund übernachten werde, der näher an der Uni wohnt. Da meine Prüfung sehr früh am Morgen war, wollte ich nicht zwei Stunden dorthin fahren. Ich bin kein Morgenmensch, trotz der Kinder lol. Er verstand nicht warum, und obwohl er nicht viel gesagt hat, wie er es normalerweise tun würde, hat es mich in Raserei versetzt, wegen des gehegten Grolls, den ich hegte. Lange Zeit habe ich meine Träume für die Familie beiseite gelegt. Während er sein Geschäft weiter ausbaute und wochenlang ins Ausland reiste, musste ich meine Prüfungen verschieben, weil er nicht da war, um mich mit den Kindern zu unterstützen und die Kitas usw. geschlossen waren. (früher) Er wusste, dass ich nach unserer letzten Geburt weiter studieren wollte, aber er bestand darauf, dass wir stattdessen mehr Kinder machen. Da er jetzt gut verdient, sollte es eigentlich egal sein, wann ich mein Studium abschließe etc.

Jedenfalls geriet ich in eine Raserei, als ob ein Dämon in mich eindrang. Ich sagte, er sei so egoistisch und ich hasse ihn dafür, dass er nie über meine Träume nachdachte. Dann erhob er seine Stimme zu mir. Dann sagte ich, dass ich sein Geschrei nicht mehr ertragen kann, wenn er mich noch einmal anschreit, rufe ich die Polizei und er kann die Kinder zur Besuchszeit hinter einer Glasscheibe sehen.

Dann sagte er, der Todestag seines Vaters sei in zwei Tagen (Sein Vater starb sehr plötzlich, letztes Jahr ohne Vorwarnung, im Alter von 63 Jahren) und dann sagte ich, na ja, er trauert offensichtlich nicht, denn wenn er es wäre, hätte er nicht die Energie, ihn anzuschreien ich und gehe jedes Mal auf mich los. Er würde wissen, dass er Unterstützung braucht, und mich stattdessen nicht wegstoßen.

Da sagte er zu mir, er wird nie wieder mit mir sprechen, wegen dem, was ich über die Trauer gesagt habe.

Ich sagte es meiner Mutter und sie sagte, dass es unverzeihlich ist, auf diese Weise von Trauer zu sprechen. Und jetzt fühle ich mich schlecht, ich habe es nicht so gemeint, aber ich wollte ihm wehtun, so oft er mir wehgetan hat.

Er ist kein schlechter Mensch, er kann liebevoll und aufmerksam sein, aber sein kurzes Temperament, ausgelöst durch Arbeitsstress und finanziellen Druck, hat ihn schon oft verbal über den Haufen geworfen, und ich fühlte mich in diesen Momenten hilflos, denn die Wahrheit ist, er ist der Hauptversorger und ich habe nicht die Mittel ihn zu verlassen, selbst wenn ich es wollte. Unterschwellig hat mich das auch dazu gebracht, ihn zu ärgern.

Also ging er nach dem Streit zu seinem Bruder, und als ich seinen Bruder traf, war er mir gegenüber kalt. Ich kenne seinen Bruder seit vielen Jahren und er war immer sehr nett und liebevoll zu mir. Ich fühle mich so schrecklich. Was kann ich tun, um diesen Fluch, den ich mir selbst auferlegt habe, rückgängig zu machen?

Morgen ist der Todestag, und die Familie soll sich treffen, aber seit diesem Streit vermeide ich Familientreffen. Wie soll ich handeln? Soll ich zu Hause bleiben und mein Beileid aus der Ferne senden, um die Spannungen abzubauen? Ich brauche dringend einen guten Rat. Vielen Dank!
 

Benutzer180126 

Öfter im Forum
Insgesamt hört sich das nach einer so verfahrenen Situation an, dass es wohl die eine Lösung nicht gibt, um gemeinsam zu Leben. Vielleicht ist ein Weg der vielen Schritte eine Möglichkeit und erstmal mit einem ersten Schritt anfangen. Z. B. äußert jeder jeweils einen realistischen Wunsch nach Veränderung und werden dann umgesetzt und eingehalten. Und dann Schrittweise weiter.
 

Benutzer180426  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Also es ist schon ein hartes Ding jemanden zu unterstellen dass er über den Tot seines Vaters nicht wirklich trauern würde.
Und sicher hat dir das dein Therapeut auch gesagt, es bringt nichts an alten Dingen festzuhalten und diese nicht zu vergeben.
Niemals solltest du deinen Mann mit den Männern deiner Freunden vergleichen. Du weist doch nicht ob sie nicht genau so Probleme in der Beziehung haben, du nimmst nur den äußeren Schein wahr, wer tischt denn schon gern so was außerhalb der Beziehung auf.

Und ja definitiv erstmal aufrichtig entschuldigen ohne Ausreden und Schuldzuweisung, fakt ist, jeder bewältigt trauer auf seine weise.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer106548 

Team-Alumni
An Euer Stelle und der Kinder zuliebe würde ich erst einmal schnellstens in getrennte Wohungen ziehen. Und dann machst Du Dein Studium und Deine Therapie weiter und er beginnt seine Therapie.
Ob Ihr Beide jemals wieder zusammen kommt, bezwiefle ich zwar, aber Ihr solltet Euch den einen Versuch noch geben. Den aber dann richtig angehen, konsequent.

Ich könnte noch viel zu Deinem Beitrag im Detail sagen, aber im Grunde sind die ganzen Gründe für Eure Streits egal. Ihr würdet Euch um Alles streiten, einfach weil Ihr Beide anscheinend grundunzufrieden mit Euch selber und Eurem Leben seid. Die Kinder und das Haus waren m.E. riesig große Fehler, aber die sind ja nun gemacht und nicht umkehrbar. Also konzentriert Euch endlich nach vorne und versucht, einen Weg zu finden, der vor Allem den Kindern ein gutes Vorbild für deren späteren Lebensweg ist.
 

Benutzer175862 

Öfter im Forum
So festgefahren wie ihr seid wird das eh nichts. Ich würde euch auch zur räumlichen Trennung raten damit ihr mal selbst reflektieren könnt ohne gleich wieder auf Angriff zu gehen.

Zu deinem Mann können wir hier nicht viel sagen, weil du nur eine Stimme hast in diesem thread aber mal ehrlich: bei manchen deiner Punkte musste ich mit dem Kopf schütteln. klar war der Kommentar zu seiner Trauer verletzlich und wirklich unschön, aber ich glaube dir fällt gar nicht auf wie schlimm einige deiner anderen Einstellungen sind.

Du hast dir deine Rolle in manchen Bereichen wirklich gut zurecht gelegt. Nicht ER hat alleine entschieden “‘mehr Kinder zu machen”, dazu habt ihr euch ja wohl beide entschieden.

genauso ist es unter aller Kanone ihm damit zu drohen die Kinder nur “durch eine Glasscheibe” zu sehen.

zurzum: egal was Auslöser für solche Sprüche ist ist keine Begründung so weit unter die Gürtellinie zu gehen.

Ich kann dir aber sagen, was das mit euren Kindern machen wird wenn sie so etwas mitbekommen (nicht nur die Sprüche sondern auch die Atmosphäre zu Hause), und kann wirklich nur hoffen dass ihr beide erstmal getrennt therapeutische Hilfe in Anspruch nehmt.
 

Benutzer174507  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
An Euer Stelle und der Kinder zuliebe würde ich erst einmal schnellstens in getrennte Wohungen ziehen. Und dann machst Du Dein Studium und Deine Therapie weiter und er beginnt seine Therapie.
Ob Ihr Beide jemals wieder zusammen kommt, bezwiefle ich zwar, aber Ihr solltet Euch den einen Versuch noch geben. Den aber dann richtig angehen, konsequent.

Ich könnte noch viel zu Deinem Beitrag im Detail sagen, aber im Grunde sind die ganzen Gründe für Eure Streits egal. Ihr würdet Euch um Alles streiten, einfach weil Ihr Beide anscheinend grundunzufrieden mit Euch selber und Eurem Leben seid. Die Kinder und das Haus waren m.E. riesig große Fehler, aber die sind ja nun gemacht und nicht umkehrbar. Also konzentriert Euch endlich nach vorne und versucht, einen Weg zu finden, der vor Allem den Kindern ein gutes Vorbild für deren späteren Lebensweg ist.
Ja nur ist es in dieser Stadt nicht einfach eine Wohnung auf die Schnelle zu finden. Besonders wenn man sich im Studium befindet. Ich finde es sehr lustig wie die Leute zur räumlichen Trennung raten als ob man von heut auf morgen ausziehen kann.
 

Benutzer174507  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
So festgefahren wie ihr seid wird das eh nichts. Ich würde euch auch zur räumlichen Trennung raten damit ihr mal selbst reflektieren könnt ohne gleich wieder auf Angriff zu gehen.

Zu deinem Mann können wir hier nicht viel sagen, weil du nur eine Stimme hast in diesem thread aber mal ehrlich: bei manchen deiner Punkte musste ich mit dem Kopf schütteln. klar war der Kommentar zu seiner Trauer verletzlich und wirklich unschön, aber ich glaube dir fällt gar nicht auf wie schlimm einige deiner anderen Einstellungen sind.

Du hast dir deine Rolle in manchen Bereichen wirklich gut zurecht gelegt. Nicht ER hat alleine entschieden “‘mehr Kinder zu machen”, dazu habt ihr euch ja wohl beide entschieden.

genauso ist es unter aller Kanone ihm damit zu drohen die Kinder nur “durch eine Glasscheibe” zu sehen.

zurzum: egal was Auslöser für solche Sprüche ist ist keine Begründung so weit unter die Gürtellinie zu gehen.

Ich kann dir aber sagen, was das mit euren Kindern machen wird wenn sie so etwas mitbekommen (nicht nur die Sprüche sondern auch die Atmosphäre zu Hause), und kann wirklich nur hoffen dass ihr beide erstmal getrennt therapeutische Hilfe in Anspruch nehmt.
Das war unter der Gürtellinie klar, aber das war weil er eben schon mehrmals sehr laut wurde und ausgerastet ist in der Vergangenheit.
 

Benutzer181173  (41)

Ist noch neu hier
Da spricht man am besten drüber. Wenn man es nicht verzeihen kann, dann verzeiht man nicht.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Verstehe ich. Also bedeutet das: je schwerer es ist, desto früher muss man anfangen, zu suchen.
Und außerdem könnte ja auch er ausziehen, wieso muss das an Dir hängen bleiben?
 

Benutzer148761  (33)

Meistens hier zu finden
Verstehe ich das richtig, bisher ist immer er laut geworden und jetzt bist du zum ersten Mal laut geworden und er kann dir nicht verzeihen, was du da gesagt hast? Er hat doch aber bestimmt auch schon verletzende Sachen während solcher Streits gesagt, die du ihm danach verziehen hast, oder?
 

Benutzer183259  (50)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ist es denn üblich, an einem Todestag noch mal ein Beileid auszusprechen? Das kenne ich so nicht
 

Benutzer175862 

Öfter im Forum
Das war unter der Gürtellinie klar, aber das war weil er eben schon mehrmals sehr laut wurde und ausgerastet ist in der Vergangenheit.
Das verstehe ich sehr gut und das ist mir auch schon passiert. Leider kann ich über mich selbst nur sagen: in dem Moment wirkte der Spruch berechtigt, im Nachhinein fand ich mich absolut schäbig auf so ein Niveau gesunken zu sein. Nur weil sich einer wie ein Arsch benimmt gibt nicht das Recht sich genau so beschissen zu verhalten.

Generell lese ich bei jedem deiner Beiträge viele “Begründungen” raus, die dein Verhalten entweder rechtfertigen sollen, oder Ausreden wieso ihr keine konkreten Lösungsvorschläge verwirklichen könnt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer180757  (46)

Sorgt für Gesprächsstoff
Er verstand nicht warum, und obwohl er nicht viel gesagt hat, wie er es normalerweise tun würde, hat es mich in Raserei versetzt, wegen des gehegten Grolls, den ich hegte
....
Jedenfalls geriet ich in eine Raserei, als ob ein Dämon in mich eindrang. Ich sagte, er sei so egoistisch und ich hasse ihn dafür, dass er nie über meine Träume nachdachte.
Mag sein, dass er eine ebenso „kurze Lunte“ hat. Und mag auch sein, dass Deine Zeilen nicht die ganze Situation transportieren. Mein Eindruck ist aber, dass Du auf dem besten Weg bist, alles zu ruinieren. Dein immer wieder hervorbrechender Groll, z.B. über die Tatsache dass Ihr 2 Kinder habt, oder über die scheinbar bessere Beziehung Eurer Freunde, lässt Dich überaus unsachlich werden. Oder total die Kontrolle verlieren. Die Kinder nur noch „durch die Glasscheibe sehen“, ihm die Trauer absprechen.... Verstehst Du wirklich, wie übel das ist?

Wenn Du das nicht schleunigst in den Griff bekommst ist der Ofen bald aus. Unabhängig von den Dingen, die Dein Mann sicher auch zur Lösung beitragen muss.
 

Benutzer182523  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Verstehe ich das richtig, bisher ist immer er laut geworden und jetzt bist du zum ersten Mal laut geworden und er kann dir nicht verzeihen, was du da gesagt hast? Er hat doch aber bestimmt auch schon verletzende Sachen während solcher Streits gesagt, die du ihm danach verziehen hast, oder?
Off-Topic:
Ich würde ja gerne mal seine Seite der Story hören....
 

Benutzer178050 

Öfter im Forum
Der TS hat ja schon paar mehr Threads zu dem Thema gehabt, wo zur Trennung geraten wurde. Manche schon 2 Jahre alt
 

Benutzer177622 

Verbringt hier viel Zeit
Ist denn für dich gegenüber deinen alten Threads nun ein Punkt erreicht, wo du sagst, dass es jetzt langsam auch mal reicht?
 

Benutzer174507  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Der TS hat ja schon paar mehr Threads zu dem Thema gehabt, wo zur Trennung geraten wurde. Manche schon 2 Jahre alt
Ja aber es ist sehr schwer da ich mich noch in der Ausbildung befinde. Finanziell wäre das eine sehr starke Belastung. Ich müsste mein Studium unterbrechen und ich bin kurz vorm Examen, ich kann nicht abbrechen "nur weil wir uns nicht gut verstehen".
Komisch dass hier niemand Paartherapie angeraten hat? Das sagen meine Freundinnen zumindest. Mein Therapeut meinte auch bevor wir uns scheiden sollten wir zumindest therapie machen. Ich glaube dass ich das jetzt anstrengen werde, irgendwie eine zu finden. Damit zumindest die Jahre bis ich mit meinem Studium fertig bin, angenehmer werden.
 
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