Unverständnis gegenüber Beziehungsproblemen

Benutzer191476  (20)

Ist noch neu hier
Ich habe jetzt länger darüber nachgedacht, wie sinnvoll es ist, diesen Thread zu eröffnen, weil ich befürchte, damit den einen oder anderen vor den Kopf zu stoßen, da meine Gedanken wohl doch relativ abwertend klingen, auch wenn sie nicht so gemeint sind.

Ich merke immer mal wieder - und vor allem jetzt nach dem Lesen einiger Threads hier - dass es mir schwerfällt, viel Verständnis für einen Großteil sogenannter "Beziehungsprobleme" aufzubringen.
Immer, wenn ich höre/lese, wie Personen im Detail analysieren, was in ihrer Beziehung alles schief läuft, wie der Partner einen wie Scheiße behandelt, die Partnerin regelmäßig fremdgeht, kein gegenseitiges Vertrauen da ist, jahrelang gestritten wird, taucht über meinem Kopf einfach nur ein riesengroßes Fragezeichen auf.
Ich muss dazu sagen, dass ich selbst noch nie richtig verliebt war, noch nie eine Beziehung hatte und auch kein konkretes Interesse daran habe.
Vielleicht ist das der Grund, warum ich es nicht verstehen kann.
Warum teilt man sein Leben mit einer Person, die einen nicht respektiert oder die man selbst nicht respektiert? Warum verschwendet man Zeit, um Leuten hinterher zu telefonieren, sie auszuspionieren, zu streiten, sich gegenseitig zu beleidigen? Meistens gefolgt von der Versicherung, dass die Beziehung ja eigentlich ganz toll sei und man sich gegenseitig lieben würde.

Haben einfach so viele Menschen ein merkwürdiges Verständnis von Liebe, so wenig Selbstachtung?
Insbesondere das Thema fehlendes Vertrauen in Beziehung ist für mich unverständlich. Entweder vertraue ich jemandem und dann muss ich der Person nicht hinterherspionieren. Oder die Person gibt mir Anlass, ihr zu misstrauen, und dann fehlt doch automatisch jede Beziehungsgrundlage. Alternativ: es gibt keinen konkreten Anlass für Misstrauen, aber ich kann dennoch nicht vertrauen (aufgrund schlechter Erfahrung etc.), aber dann ist es doch meine Aufgabe, an mir zu arbeiten, das zu therapieren und nicht meine Beziehung damit zu belasten.

Warum verhalten Menschen sich so? Ist die Angst vorm Alleinsein so groß, dass man lieber leidet anstatt ehrlich zu sich selbst zu sein und die Beziehung zu beenden? Verklären romantische Gefühle so dermaßen den Blick, dass man selbst nicht mehr erkennt, wie absurd und destruktiv die Situation ist, in der man sich befindet?

Vielleicht kann ich es nicht verstehen, da ich selbst nur sehr eingeschränkt zu romantischen Gefühlen fähig bin.
Jemand, der keinen Durst empfindet, kann leicht sagen, dass man doch lieber verzichten oder auf bessere Optionen warten soll als abgestandenes Wasser zu trinken oder Kaffee, obwohl man davon Sodbrennen bekommt.
Wenn man das Problem selbst nicht hat, ist es wohl leicht, in einem Gefühl falscher Überlegenheit auf Menschen herab zu sehen und zu denken: "Die Lösung ist das doch ganz einfach. Trenn dich, wenn die Beziehung dich unglücklich macht. Wo ist das Problem?"

Mich würden eure Gedanken dazu interessieren.
 
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Benutzer189208 

Sorgt für Gesprächsstoff
Du erklärst es ja selbst schon:
Vielleicht kann ich es nicht verstehen, da ich selbst nur sehr eingeschränkt zu romantischen Gefühlen fähig bin.
Jemand, der keinen Durst empfindet, kann leicht sagen, dass man doch lieber verzichten oder auf bessere Optionen warten soll als abgestandenes Wasser zu trinken oder Kaffee, obwohl man davon Sodbrennen bekommt.
Wenn man das Problem selbst nicht hat, ist es wohl leicht, in einem Gefühl falscher Überlegenheit auf Menschen herab zu sehen und zu denken: "Die Lösung ist das doch ganz einfach. Trenn dich, wenn die Beziehung dich unglücklich macht. Wo ist das Problem?"
Besser könnte ich es auch nicht erklären, warum es offensichtlich so ist.
 
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Benutzer59943  (41)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Es gibt eben Menschen, die nicht stark genug sind, sich aus einer schlechten Beziehung einfach so zu lösen.
und die lieber eine schlechte Beziehung haben als gar keine.
ist auch ein Lernprozess, den jeder erfolgreich oder nicht erfolgreich meistert.
 
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Benutzer191476  (20)

Ist noch neu hier
Du erklärst es ja selbst schon:

Besser könnte ich es auch nicht erklären, warum es offensichtlich so ist.
Ich frage mich, was ist so anders an romantischen Gefühlen und Beziehungen gegenüber freundschaftlichen/familiären usw.? Warum werden dort unterschiedliche Maßstäbe angewandt?
Wenn in einer Freundschaft Vertrauen und Respekt fehlt, beende ich diese. Warum ist das bei einer romantischen Beziehung anders?
 
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Benutzer68775  (37)

Planet-Liebe Berühmtheit
Rein rational gesehen - was meist meine Sichtweise ist - finde ich da meiner Erfahrung nach diverse Punkte schon angesprochen, die dem zu Grunde liegen, dass viele lieber in einer "anstrengenden" Beziehung sind, als Single.

Der Widerwille allein zu sein, in Kombination mit Angst vor Veränderung bei Trennung, Gewohnheit, weichzeichnen indem schöne Seiten schwerer gewichtet werden, als Probleme, dazu eine gewisse Romantik von Unterstützung und Verlässlichkeit in jemand anderem, "teilen" von gutem und schlechten und "gesehen werden".

Oder wie meine Freundin sagte, es ist immer eine Kosten Nutzen Rechnung. So lange die Verbindung und das, was man darin sieht, einem mehr gibt, als ein Leben OHNE diese, so lange wird dafür "gekämpft".
Meiner Erfahrung nach ist ein ganz wichtiger Punkt eben die Abneigung dagegen, Widrigkeiten allein gegenüberzustehen und die Angst vor Einsamkeit. Vielleicht auch die Weigerung "Lebensträume" die man "immer hatte" aufzugeben.

Allerdings ist das schon auch sehr typen-abhängig und auch die Romantikfrage ein bisschen altersabhängig. Ich sehe in Mitte Ende 40 viel ...realistischere Sichtweisen auf Beziehungen und viel weniger Wunsch danach.

Allerdings kennt man Beziehungen anderer, und was sie sich wirklich geben oder nehmen immer nur von seinem Außenstandpunkt, was da für wen "gut oder schlecht" zu werten ist, kann man schon bei sich selbst oft kaum überblicken, dann nicht im Geringsten bei andern.

Off-Topic:
Ich war im Rückblick einfach verliebt, beim Eingehen einer Beziehung, von der mein Kopf längst wusste, das wird weh tun. Ich hab Dinge ausgeblendet im Hormonrausch und später hab ich dann immer gehofft, diese erste, wunderbare Zeit kommt zurück und ich bekomme doch noch was ich will. War nicht der Kopf in Entscheidungsgewalt, war mir aber eine Lehre, dass auf Hormone kein Verlass ist.
 
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Benutzer68775  (37)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich frage mich, was ist so anders an romantischen Gefühlen und Beziehungen gegenüber freundschaftlichen/familiären usw.? Warum werden dort unterschiedliche Maßstäbe angewandt?
Wenn in einer Freundschaft Vertrauen und Respekt fehlt, beende ich diese. Warum ist das bei einer romantischen Beziehung anders?
Eine einfache Antwort. Biochemie :grin:
Hormone sorgen dafür, dass die Welt sich anders einfärbt, als in rational logischen Farben.

Und dazu - viele Menschen funktionieren nicht ohne weiteres logisch. Auch nicht in Freundschaften oder Familien. GERADE nicht in Familien :grin:
 
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Benutzer157013 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Manchmal erscheinen die Lösungen zu den Problemen von außen sehr einfach. Man muss doch "nur" dies und jenes tun. In der Situation selbst si d die Personen aber oft nicht so handlungsfähig wie das Außenstehenden logisch wäre. Da kommen ja oftmals komplexe Gefühle und antrainierte Muster zum Tragen, die ein Außenstehender nicht hat. Viele der Fragesteller haben sich ja jahrelang in so eine Situation hineingelebt.
 
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Benutzer181361 

Öfter im Forum
Na ja,vieles ist ja auch ein Prozess. Die wenigsten verlieben sich in Personen,die sich von Anfang an problematisch verhalten. Es gibt Gefühle und eine starke Verbindung. Dann kommt es auch immer auf das Problem an sich an. Ich bin niemand, der sofort alles über den Haufen wirft. Man kann auch Versuche starten an Problemen zu arbeiten. Das alles dauert mitunter Monate und man muss sich im klaren darüber sein, dass es auch nicht immer reicht. Aber es gibt auch Fälle von "würde ich nie versuchen zu retten". Nämlich wenn mein Partner gewalttätig wird. Da arbeite ich an nix mehr, außer am schnellen Ende.
 
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Benutzer189208 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich frage mich, was ist so anders an romantischen Gefühlen und Beziehungen gegenüber freundschaftlichen/familiären usw.? Warum werden dort unterschiedliche Maßstäbe angewandt?
Wenn in einer Freundschaft Vertrauen und Respekt fehlt, beende ich diese. Warum ist das bei einer romantischen Beziehung anders?
Das ist halt der Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe. Aber man kann es mit Worten ganz schwer erklären. Wenn Du Dich mal verliebst, was ich Dir wünsche, wirst Du den Unterschied merken. Dann hat man immer erstmal ne rosarote Brille auf und wenn Beide die aufhaben, gibt es erstmal wenig Probleme. Aber die rosarote Brille hält leider nicht für ein ganzes Leben. Mit der Zeit treten wohl in jeder Beziehung Probleme auf und entweder man trennt sich oder findet einen Weg die Probleme zusammen zu lösen. Viele können dann halt nicht für sich entscheiden, was besser ist und landen mit ihrer Frage dann eben hier.
 
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Benutzer172677 

Beiträge füllen Bücher
Zusätzlich zu vielem, was schon gesagt wurde, finde ich es auch wichtig, sich die Relationen klarzumachen.
So ein Forum ist immer eine gewisse Bubble, kaum jemand würde sich bemüßigt fühlen, häufig zu berichten, was für eine normale, unproblematische Beziehung er führt.
So entsteht schnell der Eindruck, Probleme seien viel häufiger als Harmonie.
 
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Benutzer70365 

Meistens hier zu finden
Personen die hier Threads erstellen erzählen von ihren Problemen, von Situationen wo sie sich schlecht behandelt fühlen. Das ist so wie wenn ich mit einer Taschenlampe in einem dunklen Haus einen schmutzigen Fleck in der Küche beleuchte. Welche Rückschlüsse lässt das auf das ganze Haus zu? Aus einer Bruchbude will jeder früher oder später raus, auch wenn ein Umzug beschwerlich sein kann, man mit Gewohnheiten brechen muss.

In Beziehungen gibt es aber immer auch eine andere Seite, die sich oft genauso in anderen Punkten schlecht behandelt fühlt.

Partner haben oft Eigenschaften die einem stören, von denen wird berichtet, genauso haben sie ihre positiven Seiten. Keiner erstellt einen Thread um zu berichten, wie toll sich der Partner dort oder da verhalten hat. Oft sieht man die Probleme bewusster, doch irgendwo sind auch die positiven Dinge gespeichert und schließlich hat man sich ja verliebt, weil man irgendwas am Partner toll fand. Hatte sicher auch schöne Erlebnisse zusammen.

Nun passen Dinge nicht, beide sind irgendwo frustriert, fühlen sich schlecht behandelt. Es gibt nicht nur die rosarote Brille, es gibt auch negative Emotionen wie Verletzungen, die den rationalen Blick auf das ganze trüben.

Man kann erkennen, dass sich an irgendeinem Punkt der Beziehung negative Verhaltenmuster etabliert haben, wissen, was man hätte besser machen können und trotz dieser Erkenntnis ist es einem nicht möglich sich von heute auf morgen anders zu verhalten. Die Muster sind zu festgefahren. Auf der anderen Seite kann das auch heißen, das Potential war da.

Wenn ich mich beim Auftreten von Problemen, wenn es schwierig und mühsam wird sofort trenne, nehme ich mir die Möglichkeit zu lernen, über mich selbst und auch was ich beitragen kann, Lösungen zu finden.

Ich kann zwei Dinge über mich sagen:
Als junger Erwachsener hätte ich keine Beziehung mit mir selbst führen wollen und ich habe seither viel gelernt. Den überwiegenden Großteil davon in Beziehungskrisen, wo man einfach sehr viel nachdenkt, reflektiert, analysiert.

Man hat mehr in der Hand als man glaubt. Viele negative Verhaltensmuster schleichen sich erst langsam ein. Es gilt sie früh zu erkennen und im Keim zu ersticken. Viele ignorieren was sie zu stören beginnt, weil es gesamt ja noch passt. Doch oft reicht es in dieser Phase, den Partner dafür zu sensibilisieren.

Dennoch kann es sein, dass man sich in seinen Zielen auseinanderlebt und die Gemeinsamkeiten nicht mehr ausreichen, doch auch das kann man in Ruhe und ohne viel Stress erkennen, sich freundschaftlich trennen.
 
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Benutzer175418  (40)

Öfter im Forum
Zu dem von dir beschriebenen fällt mir tatsächlich sehr häufig genau das Gegenteil auf.

Menschen sehen in Dingen Probleme oder stellen ihre Beziehung wegen Sachen in Frage die ich persönlich NIEMALS als einen Trennungsgrund gesehen hätte.
Generell finde ich das hier immer relativ schnell zur Trennung geraten wird und frage mich dann immer: ist denn heute keiner mehr bereit Kompromisse einzugehen, zu reden, an der Beziehung zu arbeiten?
Oft hab ich das Gefühl das jeder total festgefahren ist in seiner Einstellung und wenn der Partner da nicht mitspielt, dann wars das.

Das aber nur mal so am Rande, da es eigentlich nicht viel mit dem Ausgangsthema zu tun hat. Ist mir aber beim lesen gerade als erstes dazu eingefallen.
 
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Benutzer187176  (56)

Sorgt für Gesprächsstoff
Von meiner Seite möchte ich auch das unterstreichen was Sklaen Sklaen geschrieben hat. Natürlich gibtves auch in vielen Beziehungen ( vor allem mit fortschreitender Dauer) immer wieder Situationen, die für sich betrachtet nicht nachvollziehbar sind, aber aufgrund der bereits miteinander verbrachten Zeit und Erlebnisse kann man sie manchmal auch gut relativieren. Vor allem wenn man gemeinsam schon einiges 'durchgemacht' hat, und das müssen keine absurden Dinge sein, alleine schon das Abenteuer Eltern ist da oft ein 'Gradmesser' für eine Beziehung, dann gibt es auch die Gewissheit, dass sich vieles auch wieder ändert, dass man vieles auch immer wieder selbst anders bewertet und gewichtet und die Beziehung auch immer wieder im Fluss ist. Bei manchen Problemen greifen diese 'Automatismen' aber irgendwann nicht mehr und das sind vermutlich die, die du jetzt als 'Spotlight' erwähnst. Diese haben ja auch oft schon eine zeitliche und emotionale Geschichte, die im Thread nur anklingen kann, wirklich erfahren hat sie jeder Leser nicht, sondern nur der entsprechende TS. Von aussen ist es deshalb oft einfach zu sagen, trenn dich, mach dies, mach das, umsetzen kann und muss es immer der individuelle Mensch und mit seinem ebenso individuellen Gegenüber.
 
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Benutzer174969  (29)

Sehr bekannt hier
Ich versuch es ehrlich gesagt nicht zu verstehen. Ich sehe ein Problem und gebe Lösungsansätze.

Bei vielen verstehe ich nicht, warum sie noch in der Beziehung sitzen. Ihre Lebensjahre "verschwenden". Auf der anderen Seite hatte meine Beziehung auch Tiefen, die eben durch starke positive Seiten ausgeglichen wurden und die Bereitschaft dran zu arbeiten.

Ich finde es aber absolut sinnbefreit an einer Beziehung festzuhalten, in der der Partner nicht bereit ist dran zu arbeiten. Das wäre für mich immer das Zeichen: Okay die Beziehung ist tot.

Aber wie gesagt, ich versuch es nicht zu verstehen. Ist vergeudete Lebenszeit.
 
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Benutzer190912  (46)

Klickt sich gerne rein
Abstrakt gesehen ist es doch auch einfach: Man muss doch einfach nur mit den Leuten richtig reden oder man muss doch einfach nur richtig handeln und dann ist alles gelöst. Bloss dummerweise sind das Leben und die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr komplex und dummerweise handeln die (Kommunikations)partner häufig nicht vernünftig und lösungsorientiert. Es gibt selten ein richtig und falsch sondern es braucht Kompromisse, Selbstreflektion und auch Weiterentwicklung. Wenn alles immer einfach gelöst wird ist man sehr schnell allein und das dann immer wieder. Ich finde auch, Vertrauen ist ein sensibles Gebilde und eben kein Granitstein. Vertrauen kann wachsen, kann mal Schäden davontragen und auch wieder heilen. Aber es ist meiner Meinung nicht ganz oder gar nicht.
Ich sehe auch das Problem, dass TEs oft simple Lösungen angeraten werden aus den Alternativen, akzeptieren - ändern - verlassen. Es ist aber für den Betroffenen nicht so einfach aus unterschiedlichsten Gründen
 
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Benutzer191636  (45)

dauerhaft gesperrt
Ist die Angst vorm Alleinsein so groß... ?

Ja, bei sehr vielen schon. Diejenigen, die von einer unglücklichen Beziehung in die nächste "stolpern", das sind auch die, die am schlechtesten allein sein können. Zumindest ist das in meinem Umfeld so.

Ich habe immer darauf geachtet, auch allein sein zu können. Erstmal alleine auf die Füße kommen und gehen lernen. Nur, wer das kann, kann auch mit jemandem anders durchs Leben gehen.

Viele gescheiterten und scheiternden Beziehungen sehen für mich aus wie verzweifelte Versuche von zwei Betrunkenen, einander zu stützen. Am Ende liegen dann beide im Graben.

Und auch ansonsten würde ich deine Gedanken zu 100% unterschreiben.
 
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Benutzer189136  (41)

Klickt sich gerne rein
Warum verhalten Menschen sich so?
Eine Frage, die ich mir sehr oft stelle... Auch und gerade im Selbstbezug.
Ist ein hochgradig komplexes Thema, auf das es sehr viele Antworten geben kann.

Die allererste Beziehung, die wir gestellt bekommen, ist die zu den Personen, die uns "auf- und erziehen".
Oftmals liegt da auch schon ein möglicher Grund für spätere, ich nenne es mal "Instabilitäten".

Erfahrungen, die wir machen... Entwicklung... Umgebung... Veranlagung... Psyche... Triebe... Es gibt so viel mehr Dinge, die einen Einfluss auf unser Sein haben.
Ich vermute dass wir nicht zwingend immer alles selbst in der Hand haben. Wir suchen uns nicht vollkommen selbst aus, wer wir sind, was wir können, zum Teil werden wir auch "gemacht". Schwer, in Worte zu fassen, zu erklären.
Vielleicht können wir an uns arbeiten. Aber aus meiner Sicht auch nur bis zu einem gewissen Punkt... Manches ist so tief in uns verwurzelt, so ein Teil von uns... Manches ist nicht vorhanden, kennen wir nicht, fehlt uns der Sinn... +-...

Dazu kommt die Gesellschaft - wir alle. Ständig bewerten wir. Wir stecken in Schubladen, ob willentlich oder nicht... Wir schätzen ein. Ich denke, es ist einfach notwendig um die vielen Informationen zu verarbeiten und auch erstmal in Ordnung, so lange wir bereit sind, Schubladen auch wieder zu öffnen, oder eine Bewertung zu korrigieren. Nicht einfach. Meinungen werden schnell festgelegt.
Aber das alles macht den ein oder anderen auch unsicher.
Wie oft gibt es hier Fragen wie: "Reagiere ich über?"
"Bin ich zu emotional?"
"Was soll ich tun, wie handel ich richtig?"
"Wie soll ich damit umgehen?"
"Wie seht ihr das?"
"Was würdet ihr machen?"

Orientierungslosigkeit... Manche sind sich nicht sicher, ob das, was sie empfinden, was sie tun, so ok ist. Eigentlich traurig.
Selbstvertrauen ist aber auch eine sehr schwierige und große Aufgabe.

Wenn ich manche Sachen so lese (damit schließe ich das, was ich selbst schreibe, nicht aus), dann ist es manchmal befremdlich.
Man hat keinen Erfolg auf den Portalen? Liegt an deinem Profil. Du bist zu dies und jenes. Zu wenig das. Du musst aus der Masse herausstechen. Du musst.... Muss man?!

Kommunikation ... Wenn ich z.B. Freundschaft sage, meine und verstehe ich eventuell was ganz anderes darunter, als mein Gegenüber. Macht es nicht immer einfach.
Und generell ist reden, gerade wenn es um Probleme geht, alles andere als leicht. Es ist oft ein balancieren auf einen schmalen Seil. Eine Mischung aus rational und emotional. Evaluationen, Abwägungen... Achtsamkeit... +-...

Dann gibt es eben noch so unlustige Dinge wie Co-Abhängigkeit, Ängste, Depressionen, Verzweiflung, sich nicht vorstellen können, Handlungsunfähigkeit, sich gelähmt fühlen...
Alle Dinge mit "Selbst", die auch eine Rolle spielen könnten, Selbstbetrug z.B.
Medikamente, die dich verändern können... Und vieles andere. Bunt und eben vielfältig.

Wir sind nicht "einfach". Sondern komplex. Und verschieden.
Menschen, mit Geschichte. Und wir menscheln halt. Mal mehr, mal weniger gut.
 
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