Unterschiede zwischen Bi -und Pansexualität

Benutzer113476  (35)

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Ich nehme ein P für Pansexualität und hoffe, hier bin ich richtig im Aufklärungsbereich.

Mal jetzt für die ganz Dummen, also mich und so, worin liegt der genaue Unterschied zwischen Bisexualität und Pansexualtität bzw. worin sehen die Pansexuellen hier eine Unterscheidung.

Gut, es heißt zwar, dass Pansexuelle sich in den Menschen ganz geschlechtsunabhängig verlieben können, aber man nimmt doch das Geschlecht trotzdem wahr oder nicht?

Erklärt mir das mal bitte. :bussi: Google hilft da leider auch nicht wirklich.

(Natürlich können auch alle anderen was dazu schreiben, wenn sie die Lösung parat haben oder glauben sie zu kennen.)
 

Benutzer109402 

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Pansexualität oder Pansexualismus bezieht sich auf eine sexuelle Orientierung oder sexuelle Identität, die bei Wahl der Sexualpartner keinerlei Auswahl nach dem Geschlecht trifft. Pansexuelle Menschen praktizieren insofern in der eigenen Sexualität eine Überschreitung oder Überwindung der Geschlechterschranke.

Pansexualität ist abzugrenzen von der Bisexualität, bei der die sexuelle Orientierung spezifisch auf den Geschlechtsaspekt, nämlich auf beide Geschlechter, gerichtet ist. Diese Begrenzung erlebt der pansexuell orientierte Mensch, der eine sexuelle Anziehung zu dem Menschen an sich erlebt, nicht. Deshalb ist die pansexuelle Orientierung auch nicht auf die beiden klassischen Geschlechter Mann und Frau eingegrenzt, sondern bezieht ebenfalls Zwitter, auch Intersexuelle oder Hermaphroditen genannt, mit ein. Ebenfalls umfasst Pansexualität die mögliche Wahl von Transsexuellen, die auch als xx Männer oder Trans-Männer (genetisch Frauen, mit männlichem Phänotyp) und xy- Frauen oder Trans-Frauen (genetisch Männer mit weiblichem Phänotyp) bezeichnet werden.

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Gast
Ich betitele mich inzwischen ja selbst als pansexuell. Wichtige Punkte, was die Abgrenzung zur Bisexualität angeht, sind für mich, dass ich 1.) die Theorie ablehne, dass es nur zwei Geschlechter gibt (was der Begriff BIsexualität ja impliziert) und 2.) das Geschlecht bei mir im Punkt sexueller und emotionaler Anziehung keine Rolle spielt. Zum Großteil nehme ich dies auch überhaupt nicht wirklich wahr. Auf gewisser Weise natürlich schon, Beispiel: Wenn mein Partner und ich unterwegs sind und eine attraktive Person läuft vor unserer Nase rum, sage ich eher "Guck mal der/ die da ist hübsch" und mit dem "der" oder "die" nehme ich schon Bezug auf das Geschlecht.

Hierbei gilt natürlich, dass dies meine Auslegung von Pansexualität ist. Anderen Menschen mag es da komplett anders ergehen. Aber das ist bei Bisexualität genauso der Fall.
 

Benutzer113476  (35)

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Ist ein Zwitter dadurch automatisch auch ein Pansexueller, wenn sein eigenes Geschlecht nicht festzustellen ist?
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ist ein Zwitter dadurch automatisch auch ein Pansexueller, wenn sein eigenes Geschlecht nicht festzustellen ist?

Nach der obigen Definition anscheinend schon. Ich hätte gedacht, Pansexualität bezieht sich nur auf die sexuelle Orientierung und nicht auf die sexuelle Identität, aber was weiß ich schon :zwinker:
 

Benutzer101233  (39)

Planet-Liebe Berühmtheit
Auch ein Zwitter kann auf ein Geschlecht ausgerichtet sein, muss also nicht zwangsläufig Pan- oder Bisexuell sein. :zwinker:
 

Benutzer109402 

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Nein, wenn das Begehren und Interesse der Person z.B. auf ein Geschlecht gerichtet ist, dann wird er/sie sich als hetero/homo definieren. Es gibt Zwitter, die definieren auch für sich ein vorrangiges Geschlecht oder eben nicht. Da sind in letzter Zeit zu Recht Stimmen laut geworden, das dritte Geschlecht, neben weiblich und männlich, einzuführen. Denn nicht jeder Mensch hat Lust, sich in so eine stereotype Schublade einteilen zu lassen. Und dann gibts da noch das Wörtchen "queer" :smile:
 

Benutzer113476  (35)

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Naja, aber wenn ein Zwitter sich über seine sexuelle Identität nicht im Klaren ist, dann kann er/sie schlecht sagen, ob er/sie hetero oder homo ist.

Aber gut, nehmen wir das mal raus und sagen, dass Pansexualtität sich nicht auf die Geschlechter Mann und Frau begrenzt, sondern auch das Dazwischen beinhaltet!?
 

Benutzer109402 

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Na dann wird er sich als queer bezeichenen oder er lässt die ganze Bezeichnerei ganz! Kommt ja eh nicht darauf an. Übrigens: Ein Zwitter ist sich in der Regel über seine Identität im Klaren, dass heißt aber nicht, dass das nach den gängigen Normen einzuordnen ist. Deinem zweiten Satz stimme ich zu.
 

Benutzer113476  (35)

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Sorry, das versteh ich jetzt nicht mit dem "Queer" oder anders: Wieso sollte man sich auf (s)eine sexuelle Identität nicht festlegen wollen?
 

Benutzer109402 

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Nicht alle wollen sich in eine Schublade von Wörtern einordnen lassen. Es gibt einfach genügend Menschen, denen geht das gegen den Strich, das man immer alles bezeichnen muss und nicht einfach so leben kann: egal ob eindeutiges Geschlecht oder eindeutige sexuelle Orientierung. Einfach als Mensch menschenliebend- und begehrend. Fertig. Und queer ist auch einfach so ein Wort, was alles, was abweicht von der Norm, umfasst. Für mich ist das auch ein bestimmter Lebensstil- auch politisch. Anders kann ich es auch nicht erklären.
 
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Sorry, das versteh ich jetzt nicht mit dem "Queer" oder anders: Wieso sollte man sich auf (s)eine sexuelle Identität nicht festlegen wollen?

Andersrum gefragt: Warum sollte man sich festlegen wollen? Ich halte das für recht überflüssig, dass man sich in eine Schublade einordnet. Es erleichtert lediglich die Kommunikation mit Menschen, wenn zB die Frage danach aufkommt und gewisse rechtliche Dinge.
Rechtlich gesehen bin ich eine Frau, ja. Aber ich sehe mich absolut nicht als Frau. Nein, auch nicht als Mann, nicht als Intersexuell, Transsexuell, etc. Die Geschlechtsidentität "Frau" passt mir einfach nicht und ich habe kein Bedürfnis, mich in eine andere Ecke einzusortieren. Diese "Identitätslosigkeit" ist für mich auch kein negativer Aspekt, da es dabei nur um meine emotionale Ebene geht.
 

Benutzer113476  (35)

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Ok, verstehe, zumindest im Ansatz.

Danke für die Erläuterung. :smile:

---------- Beitrag hinzugefügt um 12:26 -----------

Rechtlich gesehen bin ich eine Frau, ja. Aber ich sehe mich absolut nicht als Frau. Nein, auch nicht als Mann, nicht als Intersexuell, Transsexuell, etc. Die Geschlechtsidentität "Frau" passt mir einfach nicht und ich habe kein Bedürfnis, mich in eine andere Ecke einzusortieren. Diese "Identitätslosigkeit" ist für mich auch kein negativer Aspekt, da es dabei nur um meine emotionale Ebene geht.

Ok, ich versteh's doch nicht. :grin:

Aber ich glaub, das überschreitet einfach meinen Horizont, keine Ahnung. :hmm:
 

Benutzer109402 

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Wenn es dich so interessiert, dann gibts viele Internetseiten und auch paar Bücher und gute Artikel zum Belesen! Fakt ist, dass ein Begriff wie "Frau" oder "Mann" immer Zuschreibungen, Erwartungen und Rollenbilder zum Vorschein bringt, was ich persönlich superätzend finde (typisch Mann und Frau und blaaa). Also kann man den Begriff für sich selbst ablegen (mal sehr grob gesagt). Man nimmt sich persönlich die Freiheit, über sich selbst zu bestimmen und nicht von anderen bestimmt zu werden. Ich denke mal, das EnfantDuSang das ähnlich sieht.
 
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Nicht ganz. Es geht mir nicht um den freiheitlichen Aspekt, sondern um den emotionalen. Die Zuordnung zu einer Geschlechterrolle erfolgt ja hauptsächlich auch sich selbst heraus. Ich habe kein Problem damit, wenn mich jemand als Frau betitelt oder mir ein "Oh Gott, du bist manchmal so ein typisches Weib!" an den Kopf wirft. Ich fühle mich einfach nicht als "Frau", das ist alles.
 

Benutzer95644 

Verbringt hier viel Zeit
Wichtige Punkte, was die Abgrenzung zur Bisexualität angeht, sind für mich, dass ich 1.) die Theorie ablehne, dass es nur zwei Geschlechter gibt (was der Begriff BIsexualität ja impliziert)[...]


Ein Grund, mein Soziologiestudium erfolgreich abzubrechen, war die Differenzierung nach 10 verschiedenen Geschlechtern und die Horde an durchgedrehten Feministinnen, die alle Penisträger hassten *g*
Sex und Gender versteh ich ja noch. Eine weitere Unterscheidung fällt mir schwierig.
Nach welchen Geschlechtern differenzierst Du, EnfantDuSang?
 
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Gast
Ein Grund, mein Soziologiestudium erfolgreich abzubrechen, war die Differenzierung nach 10 verschiedenen Geschlechtern und die Horde an durchgedrehten Feministinnen, die alle Penisträger hassten *g*
Sex und Gender versteh ich ja noch. Eine weitere Unterscheidung fällt mir schwierig.
Nach welchen Geschlechtern differenzierst Du, EnfantDuSang?

Ich differenziere da -wie erwähnt- nicht wirklich. Mir erscheint nur die Einteiliung in "männlich" und "weiblich" zu dürftig, wobei ich generell eine Einteilung in 90% der Fälle absolut als sinnfrei ansehe. Einzig im medizinischen Bereich sehe ich da eine gewisse Notwendigkeit.
 

Benutzer6874  (35)

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Ich weiss nicht was ich bin.
Macht das was? :zwinker:

Ich liebe Menschen und kann mich in Menschen verlieben.
Bis jetzt waren das Frauen

Und ja, mein "Arsch" ist nicht mehr "Jungfrau" :grin:

Sieht kompliziert aus, aber für mich ist das ganz einfach.
Ich bin desshalb als "pansexuell" bezeichnet worden.
und jetzt seh ich dass es doch nicht so einfach ist :zwinker:

Von biologischen und medizinischen Standpunkt ist für mich "klar", was ein Mann und was eine Frau ist. So klar wie man das sehen kann....
Für den Berufsalltag genügt mir das. Aber ich muss dann doch wieder jeden Menschen nehmen als das was er ist, ohne diese Einteilung in Schubladen.

Übergangsformen zwischen den Geschlechtern sind die Ausnahme, und echte Hermaphrodite sind beim Menschen ausserordentlich selten.
Es ist vor allem wichtig, dass diesen Menschen nicht Hindernisse in den Weg gelegt werden. Der Satz "Da könnte jeder kommen!" gilt hier ganz sicher nicht! So bin ich auch dafür, dass zwei Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht einander heiraten dürfen.
Wenn das biologische Geschlecht im Recht Unfug stiftet und Probleme macht, dann soll man es als rechtlichen Begriff besser abschaffen.

Darum kann ich auch keinen Sinn darin erkennen, mich (oder irgend jemanden) als "hetero" oder als "bi" oder als "pansexuell" zu bezeichnen.
Off-Topic:
Wenn ich eine Weinbergschnecke wäre, könnte ich mein Geschlecht variieren.
Aber nicht hier schreiben......:tongue:
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
ich würde den unterschied zwischen bi- und pansexualität so sehen:

für bisexuelle spielt das geschlecht ihrer partner eine rolle. sie fühlen sich zwar zu beiden hingezogen, aber nicht notwendigerweise in gleicher weise. viele bisexuelle tendieren in gewissen belangen (etwa partnerschaft, liebe, sexualität, ..) "trotz" ihrer bisexualität jeweils zu einem geschlecht, mit dem sie sich diesen belang eher vorstellen können. bisexualität ist in ihrer "definition" aus unserer quasi-althergebrachten dichotomie männlich-weiblich heraus entstanden, und hat sich als begriff vor dem hintergrund von hetero- und homosexualität entwickelt. bisexualität als das "sowohl als auch" der sexuellen orientierungen ist seit jeher eine art "lückenbüßer" unter jenen gewesen. deswegen gab und gibt es gegenüber bisexuellen auch ein gewisses set an vorurteilen, das sowohl hetero- als auch homosexuelle pflegen. bisexuelle "können sich nicht entscheiden", "sind sprunghaft", etc..

pansexualität sieht sich nicht als "sowohl als auch", sondern hat kein bedürfnis nach einer geschlechtlichen "einteilung" von menschen. pansexuelle lieben in erster linie menschen, haben sex mit menschen, führen beziehungen mit menschen, und nicht mit männern bzw. frauen. pansexualität ist irgendwo der agnostizismus unter den sexuellen orientierungen - der die existenz von geschlechtern zwar nicht verneint bzw. leugnet - etwa schon zur kenntnis nimmt, dass es in unserer gesellschaft wie ein soziales geschlecht gibt, dem sich die meisten menschen zugehörig fühlen - aber schlicht kein bedürfnis nach solchen "theorien" hat, um dem menschen zu sexueller und emotionaler erfüllung zu verhelfen.

was das konzept von pansexualität zu einem weitaus zeitgemäßeren macht, ist die abkehr von als unnötig empfundenen einteilungen. bisexualität als begriff ist irgendwo nicht mehr als ein nebenprodukt eines dichotomen weltbildes, in dem es männlich und weiblich bzw. hetero- und homosexualität gibt - und menschen, die eben nicht das eine oder das andere sind, fallen hier schon durch den rost. alleine der begriff "bi"sexualität impliziert, dass es zwei wichtige dinge gibt, und die bisexualität verkörpert beide. diese definition ist irgendwo ein schlechter hilfsgriff, weil man etwas eigentlich nicht über dinge definieren kann, die damit nichts zu tun haben. bisexualität ist nicht der halbe weg zwischen hetero und homosexualität. homosexuelle verachten bisexuelle oft für ihre "unentschlossenheit" - fühlen sich vielleicht an die zeit des eigenen coming-outs erinnert und glauben womöglich, dass bisexuelle eigentlich verkappte schwule sind, die es da nicht drübergeschafft haben - und auch heterosexuelle menschen sind da nicht viel anders. dabei hat bisexualität weder mit dem einen noch mit dem anderen irgendwas zu tun - und nur weil man sexuell kompatibel ist, heißt das noch lange nicht, dass man menschlich gleich ist. wie man sieht also sowohl von "außen" betrachtet irgendwo ein nebenprodukt der hetero/homo-weltordnung, als auch von "innen" betrachtet ein seltsames konzept (niemand ist sowohl homo- also auch heterosexuell, und warum sollte man kategorien anerkennen (männlich/weiblich, hetero/homo), nur um sich selbst dann als *beides* zu klassifizieren.). pansexualität übernimmt keine kategorischen abgrenzungen aus der kultur, dem gesellschaftlichen status quo oder sonstwoher, sondern hat wohl schlicht ein anderes menschenbild. aus pansexueller perspektive kommen menschen ohne kleine schildchen aus, auf denen m/w steht. bisexualität "kennt" männer und frauen (aber schon nicht notwendigerweise mehr trans- oder interpersonen) und sagt: "ich mag beides".

in der realität wissen wir alle nicht, wie sexualität "funktioniert". es gibt aber eine menge vorbehalte gegenüber dem konzept der bisexualität - viele nennen es überholt oder veraltet - nicht zuletzt auch, weil es als begriff so schwammig ist, und irgendwo ein bisschen den geruch restriktiven, unterdrückenden umgangs mit sexualität an sich hat. denn in dem moment, in dem wir das anerkennen, was wir seit bald einem dreivierteljahrhundert wissen - nämlich dass die weitaus meisten menschen sich nicht nur zu einem geschlecht hingezogen fühlen -, und gesellschaftlich auch nicht ächten, dass die menschen das entsprechend ihrer wünsche ausleben, verliert die bisexualität als "massensexualität" endgültig ihre begriffliche bedeutung.
 

Benutzer113476  (35)

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pansexualität ist irgendwo der agnostizismus unter den sexuellen orientierungen - der die existenz von geschlechtern zwar nicht verneint bzw. leugnet - etwa schon zur kenntnis nimmt, dass es in unserer gesellschaft wie ein soziales geschlecht gibt, dem sich die meisten menschen zugehörig fühlen - aber schlicht kein bedürfnis nach solchen "theorien" hat, um dem menschen zu sexueller und emotionaler erfüllung zu verhelfen.

Hach, siehste mal. Das hab ich jetzt verdammt gut verstanden. :smile:
 
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