Unternehmen reagieren zu wenig und zu spät auf HIV/Aids

Benutzer2610 

Meistens hier zu finden
Interesse in den vergangenen 12 Monaten um 23 Prozent gesunken

Genf (pte.de). Unternehmen machen keine Pläne für den Umgang mit HIV/Aids bis nicht 20 Prozent der Menschen in einem Land betroffen sind. Zu diesem Ergebnis ist ein Bericht des World Economic Forum (WEF) der Harvard University und der UN aids agency gekommen. Zu wenige Unternehmen reagierten proaktiv auf die sozialen und wirtschaftlichen Bedrohungen, erklärte Kate Taylor, Leiterin der weltweiten Gesundheitsinitiative des WEF. Fast 9.000 Führungskräfte in 104 Ländern wurden zum Thema Unternehmen und HIV/Aids hinsichtlich Engagement und Aktivitäten befragt. Laut Taylor wird zu wenig und dieses zu spät unternommen.

Auf einem Treffen des WEF, das nächste Woche in Davos stattfindet, sollen die Ergebnisse dieses Berichts laut BBC thematisiert werden. Der Bericht zeigt, dass ungeachtet der Tatsache, dass täglich 14.000 Menschen mit HIV/Aids angesteckt werden, das Interesse bei Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten um 23 Prozent zurückgegangen ist. 71 Prozent der Befragten verfügen über keine Strategien um der Krankheit entgegenzutreten. Mehr als 65 Prozent der Führungskräfte konnten keine Angabe zum Ausmaß der Verbreitung von HIV unter ihren Mitarbeitern machen.

Anglo-American, ein internationales Bergbauunternehmen, das über einen entsprechenden Plan verfügt, schätzt, dass rund 24 Prozent der 130.000 Mitarbeiter in Südafrika mit HIV infiziert sind. In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen gezielt in das Angebot freiwilliger Beratungen, HIV-Tests und Therapien gegen Retroviren für erkrankte Mitarbeiter investiert. Mehr als 90 Prozent der behandelten 2.200 Mitarbeiter geht es gut und sie arbeiten wieder normal.

In Schwarzafrika verfügen auch in Ländern mit einer HIV-Rate von zehn bis 19 Prozent nur rund sieben Prozent der Unternehmen über formale Strategien gegen HIV/Aids. Diese Kluft ist in China, Äthiopien, Indien, Nigeria und Russland noch größer. In diesen Ländern werden bis 2010 die weltweit höchsten Zuwachsraten erwartet. Der WEF Bericht kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen ihr HIV/Aids Risiko erkennen und entsprechende lokale Strategien zur Bewältigung entwickeln müssen. Entscheidend ist dabei laut WEF ein Vorgehen, das auf Nichtdiskriminierung und Vertraulichkeit basiert. Der Bericht findet sich im Internet unter .

Quelle: World Economic Forum
 

Benutzer26750 

Verbringt hier viel Zeit
Welcome to reality, baby!

Wen wundert so eine Statistik noch in einer Welt von Kapitalisten?

Aber wenn ich so drüber nachdenke... wird in Deutschland auch erst dann etwas gegen HIV/AIDS unternommen, wenn 20% aller Deutschen infiziert sind?
 

Benutzer22658  (46)

Verbringt hier viel Zeit
Was sollen Unternehmen auch gegen AIDS tun? Die Meldung finde ich aähnlich seltsam wie "Der Vatikan tut wenig für den Breitensport". :ratlos: :tongue:
 

Benutzer26155 

Verbringt hier viel Zeit
Danke, das würde mir auch noch fehlen, wenn ich AIDS hätte und mein Chef davon wüsste. Wäre ich HIV positiv, würde ich mit Sicherheit keinem in der Firma wissen lassen. Das würde mir völlig reichen wenn das mein Arzt und engste Bekannte wissen.
 

Benutzer15353 

Verbringt hier viel Zeit
Aigle schrieb:
Wen wundert so eine Statistik noch in einer Welt von Kapitalisten?

In einem totalitaeren/kommunistischen Regime wuerde man einfach die Statistik faelschen, den Wert auf NULL setzen, fertig. Problem geloest!
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren