Kurioses Unsere Sexualkultur ist misslungen

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Sagt zumindest Sexualwissenschaftler Volkmar Siegusch im Interview mit Tobias Haberl vom SZ-Magazin.
  • Der Sexualtrieb wird angefacht und zerstört zugleich.
  • Die Leute sprechen nicht miteinander.
  • 25% der Menschen sind Singles und teilen sich 5% aller Sexualakte.
  • Ohne Prostitution gäbe es Mord und Totschlag - aus Triebgründen.
  • Sauberkeit und Gewissenhaftigkeit sind Gift für jede Erotik.
  • Die Heterosexualität homosexualisiert sich.
 

Benutzer127708 

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Sehe ich teilweise anders,
Teilweise stimme ich ihm aber auch zu.

Muss mir später mal das ganze Interview durchlesen.
 

Benutzer153951  (24)

Ist noch neu hier
Die Heterosexualität Homosexualisiert sich?! Kann mir jemand erklären, was damit gemeint sein soll?
 

Benutzer123048  (41)

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Da vermischt sich eine Menge "Studien besagen" mit "meiner Meinung nach", und da ist der gute Mann oft nicht trennscharf. Das Prinzip mit der Prostitution als Triebkatalysator ist ganz klar Blödsinn - wenn man alles an Pornos, Literatur, Spielzeugen und Prostitution verbieten würde, selbst dann gäbe es noch eine Menge anderer Möglichkeiten "Triebagressivität" (die er einfach mal als gegeben annimmt, ohne sich groß um die Angabe entsprechender Theorien zur Unterfütterung zu scheren) abzubauen. Wirkt zwar oft plausibel, was er so sagt bzw. ist beobachtbar, aber es fehlt auch immer wieder ein Blick über den Tellerrand, es wirkt vieles im sexualpsychologischen Tunnelblick.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Heterosexualität Homosexualisiert sich?! Kann mir jemand erklären, was damit gemeint sein soll?
Naja, auch Heten haben inzwischen Handlungsweisen angenommen, die früher ausschließlich den Schwulen zugeschrieben wurden. Ob das nun aber positiv oder negativ ist...

Ansonsten wirkt der Typ auf mich einfach nur verbittert und nach dem Tenor "früher war alles schöner". Nach meiner Meinung hat sich das Verständnis von und für Sexualität einfach weiter entwickelt - wie vermutlich schon unzählige Male vorher auch.
 

Benutzer6874  (35)

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In der Aufzählung wirken die Thesen unglaubhaft, bis sogar komisch. Im Interview selber äussert sich der prof dann doch deutlich differenzierter. Mir ist klar dass er die Zusammenfassung in die 6 Punkte Nie als seine Meinung autorisiert hätte.
Darum bringt es auch nichts wenn ich jetzt den einzelnen Punkten zustimme oder nicht zustimme.

O-Ton: "Einerseits wird der Sexualtrieb angefacht, andererseits wird er durch die Art und Weise, wie er angefacht wird, gedrosselt, ja zerstört, weil wir ständig mit erotisch gemeinten Reizen konfrontiert werden, die in Wahrheit anti-erotisch sind, denken Sie nur an die Werbung. (...)"
Man kann durchaus sagen, wir müssen aufpassen dass uns der Sex nicht gestohlen, und dann teuer wieder verkauft wird.
 

Benutzer138994  (40)

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In einem Punkt hat er aber auf jeden Fall recht.

Ohne Prostitution wäre keine Frau mehr sicher.
Es gäbe mit Sicherheit 10 mal so viele Triebtäter als jetzt.
 

Benutzer136760 

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Naja, auch Heten haben inzwischen Handlungsweisen angenommen, die früher ausschließlich den Schwulen zugeschrieben wurden. Ob das nun aber positiv oder negativ ist...
Was denn z.B.? Mir fällt nur AV ein, obwohl das ja nichts ist, worauf man erst durch Homosexuelle kommt.
 

Benutzer123048  (41)

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In einem Punkt hat er aber auf jeden Fall recht.

Ohne Prostitution wäre keine Frau mehr sicher.
Es gäbe mit Sicherheit 10 mal so viele Triebtäter als jetzt.
Wie ich bereits schrieb: Das ist der Punkt, in dem er am meisten irrt.
Sexualstraftaten werden durch generellen Frust, Machtfantasien und psychische Devianzen begünstigt, nicht durch schlichtes "nicht ficken können".
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
In der Aufzählung wirken die Thesen unglaubhaft, bis sogar komisch. Im Interview selber äussert sich der prof dann doch deutlich differenzierter. Mir ist klar dass er die Zusammenfassung in die 6 Punkte Nie als seine Meinung autorisiert hätte.
Ich hab mich ja nur an die Vorgaben zum News-Thread-Eröffnen gehalten... :engel: Der Titel ist kurz und treffend, er sagt es ja im 5. Absatz. Ich habe den Inhalt nicht kopiert und eingefügt, sondern kurz sechs Knaller-Aussagen rausgefischt - Ihr sollt das Interview ja auch gefälligst selbst lesen! :grin:
Punkt 1 sagt er im 2. Absatz.
Punkt 2 stammt aus dem 7. Absatz.
Punkt 3 ist aus Absatz 14.
Punkt 4 stammt aus Absatz 16.
Punkt 5 sagt er wörtlich im letzten Satz des 27. Absatzes (Seite 2, Absatz 9).
Punkt 6 stammt aus der Frage im 30. Absatz (Seite 2, Absatz 12), da wird er vom Interviewer zitiert.
Auf eine Aufführung einer Aussage zur Pädophilie habe ich bewusst verzichtet.

[DOUBLEPOST=1433871078,1433870026][/DOUBLEPOST]
Was denn z.B.? Mir fällt nur AV ein, obwohl das ja nichts ist, worauf man erst durch Homosexuelle kommt.
Er bezog das nicht auf Praktiken, sondern auf das Sozialverhalten in Sachen Sex. Sex im Park - und auf Parkplätzen -, teils mit Unbekannten, ist genauso wenig Domäne der Homosexuellen (mehr) wie die Suche nach dem schnellen Fick über Internetportale ("Jeff! Ich heiße Jeff!"). Auch Körperpflege bei Männern (was so schön als "Metrosexualität" bezeichnet wurde). Also Eigenschaften, die homosexuellen Verhältnisse klassischerweise zugeschrieben wurden, übertragen sich auf heterosexuelle Verhältnisse.

Und ich meine, das kann man auch umgekehrt so sehen. Also dass Homosexuelle heterosexualisiert werden, wenn man den Kampf um die Anerkennung als Ehe und um das Adoptionsrecht sieht, also diese komplette Gleichstellung zur heterosexuellen Ehe. Es gab - mutmaßlich - Zeiten, wo das unter Schwulen und Lesben womöglich als "spießig" galt und trotz Verfolgung und Ächtung gerade das Anderssein ein Ausbruch aus dem darstellte, was sie im Alltagsleben zu sein vorgeben mussten, weil die Akzeptanz für ihr wahres Ich fehlte. Also quasi Ablehnung der Ehe als Identifikationsmerkmal - "ich darf nicht schwul/lesbisch sein, die Gesellschaft erwartet von mir den Familienvater im Zweireiher und Reihenhaus - umso mehr ficke ich mich kreuz und quer durch Gleichgesinnte!" (Überspitzt formuliert). Heute dagegen wird ja genau das geradezu "verspießert" und zum Ideal erhoben - das, was damals womöglich abgelehnt wurde, wollen die Homos für sich selbst.

Dieses Konstrukt von Homosexualisierung der Heteros und Heterosexualisierung der Homos spielt natürlich mit Klischees. Zu eng darf man das nicht sehen. Das muss man schon dabei bedenken, dass das ein Gedankenspiel mit Sinnbildern ist..
 

Benutzer138994  (40)

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Wie ich bereits schrieb: Das ist der Punkt, in dem er am meisten irrt.
Sexualstraftaten werden durch generellen Frust, Machtfantasien und psychische Devianzen begünstigt, nicht durch schlichtes "nicht ficken können".
Und genau darin stimme ich dir nicht zu, denn durch schlichtes " nicht ficken können " werden Frust, Machtfantasien und psychische Devianzen noch extrem gefördert. Oder wie siehst du das, wie sexueller Frust entsteht?
 
G

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Gast
Und meine Meinung ist, wenn Leute miteinander über ihre Bedürfnisse sprechen, ist deren "Sexualkultur" völlig ok.

Mir kommt das alles total dramatisiert vor. Vielleicht liegts aber auch daran, dass ich PL-geschädigt bin :engel:
 

Benutzer136760 

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Und genau darin stimme ich dir nicht zu, denn durch schlichtes " nicht ficken können " werden Frust, Machtfantasien und psychische Devianzen noch extrem gefördert. Oder wie siehst du das, wie sexueller Frust entsteht?
Du musst da schon ganz anders ansetzen: Vergewaltigern geht es primär nicht um Sex, sondern um Machtausübung.

Und jemand, der sexuell "unterversorgt" ist, wird ja nun nicht automatisch zum Vergewaltiger.
 

Benutzer138994  (40)

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Du musst da schon ganz anders ansetzen: Vergewaltigern geht es primär nicht um Sex, sondern um Machtausübung.

Und jemand, der sexuell "unterversorgt" ist, wird ja nun nicht automatisch zum Vergewaltiger.

Das stimmt nicht zwingend.
Aber sicherlich wesentlich mehr als jetzt mit Prostitution.

Und die Machtausübung ist dann auch die sexuelle Erregung der Vergewaltigers.
 
N

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Gast
Geht das wieder los? Wir brauchen Prostitution, weil sich die armen schwachen Männer sonst nicht kontrollieren können?

Och. Eine Tüte Mitleid, bitte.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was denn z.B.? Mir fällt nur AV ein, obwohl das ja nichts ist, worauf man erst durch Homosexuelle kommt.
Nein, so war das nicht gemeint, sondern so:
Er bezog das nicht auf Praktiken, sondern auf das Sozialverhalten in Sachen Sex. Sex im Park - und auf Parkplätzen -, teils mit Unbekannten, ist genauso wenig Domäne der Homosexuellen (mehr) wie die Suche nach dem schnellen Fick über Internetportale ("Jeff! Ich heiße Jeff!"). Auch Körperpflege bei Männern (was so schön als "Metrosexualität" bezeichnet wurde). Also Eigenschaften, die homosexuellen Verhältnisse klassischerweise zugeschrieben wurden, übertragen sich auf heterosexuelle Verhältnisse.

Und ich meine, das kann man auch umgekehrt so sehen. Also dass Homosexuelle heterosexualisiert werden, wenn man den Kampf um die Anerkennung als Ehe und um das Adoptionsrecht sieht, also diese komplette Gleichstellung zur heterosexuellen Ehe. Es gab - mutmaßlich - Zeiten, wo das unter Schwulen und Lesben womöglich als "spießig" galt und trotz Verfolgung und Ächtung gerade das Anderssein ein Ausbruch aus dem darstellte, was sie im Alltagsleben zu sein vorgeben mussten, weil die Akzeptanz für ihr wahres Ich fehlte. Also quasi Ablehnung der Ehe als Identifikationsmerkmal - "ich darf nicht schwul/lesbisch sein, die Gesellschaft erwartet von mir den Familienvater im Zweireiher und Reihenhaus - umso mehr ficke ich mich kreuz und quer durch Gleichgesinnte!" (Überspitzt formuliert). Heute dagegen wird ja genau das geradezu "verspießert" und zum Ideal erhoben - das, was damals womöglich abgelehnt wurde, wollen die Homos für sich selbst.

Dieses Konstrukt von Homosexualisierung der Heteros und Heterosexualisierung der Homos spielt natürlich mit Klischees. Zu eng darf man das nicht sehen. Das muss man schon dabei bedenken, dass das ein Gedankenspiel mit Sinnbildern ist..
 

Benutzer138994  (40)

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Geht das wieder los? Wir brauchen Prostitution, weil sich die armen schwachen Männer sonst nicht kontrollieren können?

Och. Eine Tüte Mitleid, bitte.

Warum? Wo ist das Problem damit?

Die Menschen bilden sich immer ein, dass ihr absolut überlegener Verstand alles kontroliert und es nur ihrem freien Willen zu verdanken haben. Aber ich behaupte, dass das eine Illusion ist.

Wenn ein großer Teil der Männer auf der Welt nunmal einen ausgeprägten sexual Trieb hat, ist der nicht einfach mit schierer Willenskraft zu unterbinden. Das geht nicht.
Mal mindestens 50 % der Entscheidungen, die ein Mensch trifft, hat nicht´s mit freiem Willen zu tun. Sondern mit Genetik und Unterbewusstsein.
Wir Menschen haben weniger Einfluß auf unser Handeln als wir glauben.
[DOUBLEPOST=1433881894,1433877123][/DOUBLEPOST]@ Link wurde entfernt

Schön, dass du das anders siehst. So macht das diskutieren wenigstens Spaß.
Dann denk doch mal logisch drüber nach.
Freier Wille. Was ist das?
Freier wille bedeutet doch, das Recht zu haben, nach seinem eigenen Willen handeln zu können.

Aber warum willst du etwas?

Ich z.B. will keine rohe Paprika essen.
Das ist der freie Wille dies nicht zu tun.
Aber warum will ich das?
Weil ich mich entschieden habe dazu, rohe Paprika nicht zu mögen? Wohl nicht. Meine Abneigung dagegen ist einfach in mir. Sie ist einfach da. Entweder ausgelöst durch ein vergangenes Ereigniss, oder Erziehung oder Genetik. Aber niemals hab ich mich bewusst entschieden, rohe Paprika nicht zu mögen. Also ist meine Entscheidung, sie nicht zu essen beinflusst von meiner geschmacklichen Ablehunung.

Genau so sieht es auch mit Vergewaltigern aus.
Nehmen wir mal das extremste Beispiel eines Serienmörders. Statistich gesehen sind die meisten Serientäter hoch intelligent.
Was sie aber nicht von ihren Taten durch ihren freien Willen abhält. Durch wissentschaftliche Untersuchen ist man bereits soweit, dass man weiß, dass es den Sereienmördern eine gewisse Hemmschwelle fehlt und sie nicht in der Lage sind, Mitgefühl für ihre Opfer zu empfinden.
Das ist ein genetischer Fehler. Ein fehler in der Evolution.
Natürlich sind Vergewaltiger selbst an ihren Taten schuld. Aber rin aus freien Willen machen die das auch nicht. Sondern es ist ein Trieb, den sie unbedingt nachgehem müssen. Deshalb gehören diese Menschen auch weggesperrt.
Nun gibt es weit aus mehr Männer, die Fantasien haben, die ausgelebt wohl strafbar wären. Aber sie tun es nicht.
Warum? Weil sie das Glück haben, diese natürlich Hemmschwelle zu haben und Mitgefühl empfinden zu können. Und auch das ist keine bewusste, freie Entscheidung.
 
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Gast
Du willst wissen, warum ich das anders sehe?

Mal mindestens 50 % der Entscheidungen, die ein Mensch trifft, hat nicht´s mit freiem Willen zu tun. Sondern mit Genetik und Unterbewusstsein.

So müsste ich dir mal nicht widersprechen: "Mal mindestens 50% der Bedürfnisse, die ein Mensch entwickelt, haben nichts mit freiem Willen zu tun." Bei den Entscheidungen sehe ich das aber nun einmal anders.

Ich habe das Bedürfnis anderen Menschen weh zu tun? Kann ich tun, kann ich auch lassen. Und wenn ich merke: Ich kann es nicht lassen, dann kann ich mich freiwillig in professionelle Hilfe begeben oder einsperren und den Schlüssel wegwerfen.

Menschen die zum Beispiel pädophil sind und darunter ganz furchtbar leiden aber sich nichts zu Schulden kommen lassen - die haben mein absolutes und ehrliches und aufrichtiges Mitgefühl.

Menschen die sagen: Sorry, ich muss jetzt leider Menschen schlagen weil es keine Boxsäcke gibt: Nicht.

Aber ehrlich gesagt finde ich das in diesem Thread auch so Off-Topic, dass ich es lieber bei einem "sehe ich anders" belassen hätte.

Und ich unterhalte mich nicht gerne mit Menschen, die die These vertreten, das Verhalten leider nicht zu kontrollieren ist, das kommt noch dazu.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Ich muss @NovemberMoewe da zustimmen !

Prostitution als Institution gegen Sexuelle gewalt aus Notrdurft zu sehn ist der falsche Weg.
 
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