Unglücklich mit unserer Wohnsituation.

Benutzer116820 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo...Ich hoffe, das ist das richtige Forum...
Ich habe ein echtes Problem mit meinem Freund, bzw. mit seiner Einstellung zu unserer Wohnsituation.

Wir sind bald 2 Jahre zusammen und führen eine glückliche Beziehung. Ich bin quasi bei ihm eingezogen, lebe zumindest seit Monaten nur noch bei ihm, während meine eigene Wohnung nur noch so nebenher läuft. Seine Wohnung hat 2 Zimmer, in dem einen wohnt alle paar Tage sein kleiner Sohn, den ich total ins Herz geschlossen habe, was mich echt Überwindung gekostet hatte. Aber er hat mich auch richtig lieb und spricht sogar öfter davon, dass ich seinen Papa doch heiraten soll :smile:

Das Problem ist nur, dass mein Freund auch nach vielen Gesprächen in den letzten Monaten immer noch nicht zusammenziehen will. Bzw. hatte er vor einigen Wochen gesagt, wir würden das diesen Sommer in Angriff nehmen und ich freute mich darauf. Jetzt auf einmal, will er es wieder nicht. Obwohl ich da eigentlich schon seit Monaten mit ihm zusammen in seiner kleinen Wohnung hause und wir uns fast niemals gestritten oder genervt haben. Trotzdem kann er sich noch immer nicht überwinden, eine größere Wohnung mit mir zu suchen. Er meint, er habe Angst und kein gutes Gefühl dabei. Er wolle mit mir ganz sicher sein Leben verbringen, eine Familie usw. Aber er hat Angst, dass es mit uns so wird wie mit seiner Ex, als sie zusammen zogen (seinen Erzählungen nach muss sie ihn richtig unter der Fuchtel gehabt und ihm alles vorgeschrieben haben, aber er ist ja selber Schuld, wenn er das Jahre lang mitgemacht hat) und er habe einfach keine Lust auf Veränderung. Schön für ihn.

Ich hingegen bin richtig unzufrieden mit der Situation und das seit Monaten. Ich zahle die ganze Zeit umsonst die Miete für eine Wohnung, wo ich nie bin und ich darf sie ja noch nicht mal für 1-2 Monate zwischenvermieten, weil er selbst da schon Angst kriegt, was passieren könnte, wenn wir uns streiten. Es nervt mich langsam richtig. Vor allem jetzt, wo er mir nach Monaten, die ich komplett bei ihm wohnte (er wollte das und er will, dass ich mich zuhause fühle, mich seinem Kind annähere und eine Familie mit den beiden werde), sagt, dass ich doch mal 2-3 Tage gehen soll, damit er mal allein sein kann. Ich verstehe ja den Wunsch nach dem Alleinsein wirklich sehr gut, aber für mich bedeutet es, aus meinem zuhause zu verschwinden in eine Wohnung (meine), die ich eben nicht mehr als zuhause betrachte, wo kaum noch Sachen von mir sind, usw. Außerdem finde ich es richtig scheiße, dass ich sein Kind nicht sehen kann, es fehlt mir und ich ihm vielleicht auch ein bisschen.
Anstatt endlich mal über seinen Schatten zu springen und sich auf eine gemeinsame größere Wohnung einzulassen (auf gemeinsames Wohnen konnte er sich ja auch einlassen), wo man auch mal im eigenen Zimmer verschwinden kann und nicht die ganze Zeit aufeinander glucken muss, werde ich mehr oder weniger gebeten zu gehen. Und ich kann dann alle Sachen mitschleppen und mir für viel Geld grundlegende Nahrungsmittel kaufen, die in meiner Wohnung im Laufe der Zeit schlecht geworden sind, während bei ihm alles steht (was ich zum Teil auch bezahlt habe, da wir die Einkäufe finanziell geteilt haben).

Ich bin echt unglücklich gerade und ich frage mich, wie es weitergehen soll. Ich fange jetzt nach 2 Tagen an, mich in meiner eigenen Wohnung wieder heimisch zu fühlen, mein Kühlschrank ist voll und ich will nicht jetzt schon wieder gehen, weil der Herr jetzt beschlossen hat, nicht mehr alleine sein zu wollen Und dann schreibt er mir auch noch ständig, wie gern er jetzt was mit mir machen würde und wie schön es wäre, wenn ich da wäre. Ich meine...Hallo? ER wollte doch, dass ich nicht da bin. Es regt mich richtig auf. Er sitzt da in seiner Selbstgefälligkeit seit Monaten in seiner Wohnung, will nie bei mir schlafen, sondern, dass ich bei ihm einziehe und ich kann dann immer hin und her pendeln, wie es ihm passt. Und dann erzählt er ständig, dass er Geldsorgen hat. Würden wir eine Wohnung zusammen haben, könnte ich ihm das ganze Geld, was ich für meine Wohnung vergeblich zahle, geben und er müsste nicht ständig am Rande des Bankrotts stehen.

Ich denke, konsequent wäre es, in meiner eigenen Wohnung wieder sesshaft zu werden und ihm damit zu zeigen, wie es ist, wenn ich nicht mehr da bin, wenn er es gern hätte. Allerdings vermisse ich ihn und sein Kind und will eigentlich nicht getrennt von ihm sein, es würde mich nicht glücklich machen. Aber bei ihm zu wohnen und die ganze Zeit Hunderte von Euro für meine leerstehende Wohnung zu blechen, finde ich auch keine Lösung auf Dauer. Und die Dauer dauert bereits seit Monaten und er weiß genau, wie ich das finde und mich fühle.
Aber zusammenziehen will er offenbar einfach nicht, obwohl er mir ja schon mal gesagt hatte, dass wir es diesen Sommer täten.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Könnt ihr mir vielleicht einen Rat geben, oder mir eure Meinung sagen?

Liebe Grüße
 

Benutzer79428 

Meistens hier zu finden
Das klingt wirklich nach einer ziemlich blöden Situation...

Er nennt als Grund für seine Angst, dass es so sein könnte wie mit der Ex? Aber er hat ja nun Monate lang mit dir zusammen gewohnt, dabei muss er doch gemerkt haben, dass es nicht so ist, oder? Er hat sogar mit dir und teilweise mit Kind auf offenbar sehr engem Raum gelebt, in einer gemeinsamen größeren Wohnung, hätte er sehr viel mehr Rückszugsort für sich.

Ich würde ihm klip und klar sagen, dass er sich entscheiden muss nach diesem Abstand jetzt. Denn er kann wirklich nicht verlangen, dass du jahrelang Mehrkosten auf dich nimmst und bei ihm provisorisch haust, weil er sich nicht mehr traut. Es spricht objektiv wirklich garnichts gegen euer Zusammenziehen... es ist immer schlimm, wenn man subjektiv ein irrationales und ungutes (Angst)Gefühl hat, aber da muss er durch. Vielleicht könnt ihr ja auch die Möglichkeiten besprechen, die es gibt, wenn es wirklich nicht funktioniert... also zum Beispiel, was die worst case Szenarien wären und wie man dann weiterverfahren könnte... gerade bei Angstproblematiken hilft diese Vorwegnahme manchmal.

Ich finde es übrigens auch eine super Idee, deine Wohnung zuerst noch zu behalten und unterzuvermieten, bis er sich vielleicht sicherer ist.

Und vielleicht merkt er ja auch gerade jetzt, dass du ihm so sehr fehlst, nachdem du so lange bei ihm gewohnt hast, dass er das eigentlich garnicht mehr braucht, diese Tage komplett alleine.
 

Benutzer105795 

Verbringt hier viel Zeit
Liebe Marie!

Du hast allen Grund, unzufrieden zu sein. Dein Freund hält dich bezüglich des Zusammenziehens hin und schiebt die Entscheidung vor sich hin. Aber er kann es ja machen, weil du die Sache auch mitmachst. ;-) (ähnlich wie er mit seiner Ex, er hat es auch mit sich machen lassen)

Für ihn ist gerade alle sehr bequem. Er muss sich nicht festlegen, er bleibt in seiner Wohnung, du kommst immer zu ihm und er muss sich keinen Schritt bewegen.

Ich denke, du weißt schon implizit, was jetzt am besten wär. Bleib erstmal in deiner Wohnung und zieh da erstmal wieder komplett ein. Er kann dich doch zusammen mit seinem Kleinen besuchen kommen, oder?
Sei nicht abhängig von ihm und seinen Launen. Momentan gehst und kommst du, so wie es ihm passt. Aber du bist nicht Schuld daran, dass es damals mit seiner Ex nicht lief.

Gib ihm die Gelegenheit, dich zu vermissen, in dem du wieder deinen eigenen, unabhängigen Alltag lebst. Er wird Zeit haben, nachzudenken, über euch und über das Zusammenleben.

Und auch wenn ich diesen Rat sehr selten und ungern verteile: mach dich rar. Er wird die Chance haben, auch mal wieder was zu investieren.
 

Benutzer116820 

Sorgt für Gesprächsstoff
@ Película Muda: Ich würde ihm so gern sagen, dass er sich entscheiden muss. Aber ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, ihn vor eine Wahl zu stellen. Ich will mich auch nicht anbiedern, sondern möchte, dass er aus freien Stücken die Entscheidung trifft...Aber wahrscheinlich wird er es so nie tun :frown:

@ MotownBlood: Das mit der Gelegenheit zum Vermissen finde ich gut. Sicher wäre er betrübt, oder gar sauer, wenn ich nicht wieder zu ihm käme. Das war schon mal so, dass er nach 2 Tagen, als ich dann nicht mehr sofort zurückkam, als er es wollte, total motzig wurde. Das Ding ist nur, dass ich selbst ja gerne dort wohne und ich möchte gar nicht wieder alleine in meiner Wohnung leben...Mir fehlt dieses Familiäre so und das haben wir nicht, wenn er mich besuchen kommt mit dem Kind. Das wäre einfach was anderes.

Egal, welche Lösung ich für mich suche, keine würde mich wirklich glücklich machen :frown:
 

Benutzer97281 

Öfters im Forum
Ich würde ihm klip und klar sagen, dass er sich entscheiden muss nach diesem Abstand jetzt. Denn er kann wirklich nicht verlangen, dass du jahrelang Mehrkosten auf dich nimmst und bei ihm provisorisch haust, weil er sich nicht mehr traut.
hä, wieso hat sie Mehrkosten? Wenn sie nicht provisorisch bei ihm wohnen würde, sondern bei sich, hätte sie doch die Kosten auch. Klar ist es teurer als eine Wohnung, aber sie hat doch keine Mehrkosten.



@ Película Muda: Ich würde ihm so gern sagen, dass er sich entscheiden muss. Aber ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, ihn vor eine Wahl zu stellen. Ich will mich auch nicht anbiedern, sondern möchte, dass er aus freien Stücken die Entscheidung trifft...Aber wahrscheinlich wird er es so nie tun
Vor die Wahl stellen geht bestimmt nach hinten los. Du erscheinst wie seine EX, die ihm vorschreiben will zusammenzuziehen.

Wenn er nicht zusammenziehen will, dann ist das so. Mach deine Wohnung wieder zu deinem zuhause. Und wenn er rumheult, wie schön es jetzt wäre wenn ihr zusammenwärt, dann lass ihn. Er hätte zusammenziehen können, wollte aber nicht, also soll er damit klarkommen. Würde ich dann auch so einmal kommuniziren und danach nicht weiter drauf eingehen. Und lass ich mal zu dir kommen und bei dir übernachten.
 

Benutzer111070 

Team-Alumni
Egal, welche Lösung ich für mich suche, keine würde mich wirklich glücklich machen :frown:

Doch, weil du mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden bist und ihn so endlich dazu bringen kannst, Farbe zu bekennen.

Du solltest ihm klipp und klar sagen, dass du nicht einsiehst, zu pendeln, wie es dem Herrn beliebt, und dass er sich entscheiden soll - entweder ihr zieht zusammen, oder er muss eben damit leben, dass du nicht jederzeit zur Verfügung stehst, wie er das gern hätte.
Nach Monaten ist das meiner Meinung nach nicht zu viel verlangt, und neben dem emotionalen und beziehungstechnischen Aspekt sollte auch der finanzielle dafür sorgen, dass er nach all der Zeit endlich einen Entschluss fasst, anstatt sich die Rosinen rauszupicken, während du nur Nachteile hast.

hä, wieso hat sie Mehrkosten? Wenn sie nicht provisorisch bei ihm wohnen würde, sondern bei sich, hätte sie doch die Kosten auch. Klar ist es teurer als eine Wohnung, aber sie hat doch keine Mehrkosten.

Doch, hat sie. Sie zahlt ja nicht nur Miete für eine Wohnung, in der sie sich kaum aufhält, sondern teilt sich mit ihm noch die Kosten für Lebensmittel und Co., die sie dann gleich nochmal aufbringen kann, wenn er sie nach Hause "schickt" und ihre eigenen Lebensmittel längst schlecht geworden sind.
 

Benutzer116820 

Sorgt für Gesprächsstoff
Der Witz bei dem Ganzen ist jetzt, dass mein Freund die ganze Zeit denkt, dass ich es schlimm finde, dass er mal 2 Tage allein sein will, weil ich ihm eben all das sagte, was ich hier schrieb. Er stellt mich so hin, als würde ich kletten und es nicht verkraften, dass er mal allein sein will. Aber er verkennt völlig das, worum es mir wirklich geht. Ich weiß aber auch nicht mehr, wie ich es ihm noch sagen soll. Ich hab echt alles versucht. Ich hab ihm ruhig erklärt, was ich fühle und was diese paar Tage seines Alleineseins für mich bedeuten (hin und her, Mehrkosten, heimweh, usw.). Ich hab es ihm energischer gesagt. Ich habs geschrieben, gesagt, gezeigt. Nichts hilft und er sagt jetzt wieder, dass ihm nichts mehr dazu einfiele, wie ich auf seinen Wunsch allein zu sein reagiere. Ich fasse es nicht. Es bringt mich echt zur Verzeiflung gerade :frown:

Ich glaube, ich muss echt wieder fest bei mir einziehen. Auch, wenn ich das gar nicht will. Ich finde meine Wohnung nicht besonders toll, es war damals auch eher eine Notlösung, weil ich keine andere fand. Und es ist einsam allein zuhause...
 

Benutzer42813 

Beiträge füllen Bücher
Ich finde schon, dass du ihn vor die Wahl stellen kannst - bzw. selber eine treffen kannst. Denn im Moment bist du unglücklich und hast daher das Recht, einen Weg zu suchen, glückilcher zu werden.

Ja, es wird Knatschereien deswegen geben - von eurem "nie Streit haben" wirst du dich vorrübergehend ein bisschen entfernen müssen.

Aber du kannst es doch jetzt nach den zwei Tagen wunderbar begründen: Du möchtest ein eigenes Zuhause haben, in dem du auch ein Bleiberecht hast und nicht einfach so "rausgeschmissen" werden kannst. Genauso, wie er eine eigene Wohnung behalten möchte (wozu er erst mal das Recht hat) möchtest du ein "wikrliches Zuhause", in dem du auch eine Wohnberechtigung hast und nicht nur ein Gast bist, den man notfalls zu gehen bitten kann.

Du musst dir jetzt erst mal überlegen, wie wichtig dir dieses "Zuhause mit Bleiberecht" ist. In deiner Situation wäre es mir sehr wichtig - denn dieser de facto Rauswurf in eine kalte, fremdgewordene Wohnung tut schon weh, er entwurzelt dich ja auch ein Stück weit. Du wirst ihn nicht dazu kriegen können, dass er sich so verhält, wie du es willst. Du musst schon akzeptieren, dass er im Moment anscheinend seine eigene Wohnung mit Hausrecht will.

Das akzeptierst du also auch - aber triffst eben auch schweren Herzens die Entscheidung, jetzt in deiner eigenen Wohnung zu bleiben, in der du Bleiberecht hast und nicht einfach so hinausgeworfen werden kannst. Und das kommunizierst du ihm auch genau so. Ohne Vorwürfe. Ohne Forderungen. Einfach "Ich will mittlerweile bein Zuhause haben, in dem ich tatsächlich ein richtiges Bleiberecht habe und ein eigenes Zimmer, das mir ganz alleine gehört. Eigentlich will ich dieses Zuhause total gerne mit dir teilen, du sollst auch ein eigenes Zimmer darin haben, aber natürlich entscheidest du selbst, ob das auch dein Wunsch ist. Wenn ich diesen sehnlichen Wunsch von mir nicht haben kann, muss ich das akzeptieren, auch wenn mich das sehr traurig macht. Aber dann werde ich jetzt wieder in meiner eigenen Wohnung bleiben und mir hier wieder meine ganzen Klamotten und so einrichten - denn ich brauche einfach die Sicherheit, dass ich nicht ganz plötzlich mal eben rausgeworfen werden kann. Sorry Schatz, das tut mir jetzt auch voll Leid, und ich weiß jetzt schon, dass ich abends ganz oft heulen werde, weil ich so gerne bei dir wäre... Aber ich habe einfach Angst, in einem Monat vielleicht wieder ganz plötzlich rausgeworfen zu werden. Ich brauche ein richtiges Zuhause, einen Platz, an den ich gehöre. Aber ich akzeptiere auch, wenn du nicht bereit bist, ein solches Zuhause mit mir zu teilen. Dann werde ich es mir alleine aufbauen müssen - -aber du bist jederzeit herzlich willkommen, ich liebe dich ja immer noch sehr!"

Man darf vielleicht keine Entscheidungen von anderen verlangen - aber man darf selbst welche treffen. Entscheidungen, mit denen man auf sich selbst aufpasst. Manchmal schafft man damit Tatsachen. Und diese Tatsachen, kombiniert damit, dass man den anderen nicht zwingt, helfen manchmal sogar für das, was man ursprünglich wollte.

Off-Topic:
Es scheint allgemein ein Frauenproblem zu sein, dass viele Frauen nicht nur wollen, dass ihr Mann sich auf eine bestimmte Weise verhält (hier: Mit der Partnerin zusammen ziehen). Zusätzlich dazu wird auch noch gewollt, dass der Mann von selbst auf diese Idee kommt und diese Entscheidung trifft, ohne dass man ihm gesagt hat, er soll eine Entscheidung treffen. In Kitschromanen können Männer immer Gedanken lesen - aber im richtigen Leben haben sie es noch nicht gelernt. Da sagen sie einfach, was sie wollen - nämlich in diesem Fall die eigene Wohnung behalten und auch mal wieder Ruhe darin haben.

Da kann man als Partnerin dann schmollen - oder einfach das gleiche tun und ebenfalls klar und immer wieder sagen und einfordern, was man selbst will. Dann ist er halt nicht von alleine auf den Gedanken gekommen, genau das zu tun, was Frau sich wünscht - so what?


---------- Beitrag hinzugefügt um 21:42 -----------

Nachtrag: Wenn deine Wohnung gar nicht so toll ist - dann fang an, nach einer tollen zu suchen. Schaffe Tatsachen. Du willst ein Zuhause, das wirklich dir gehört und in dem du dich wohlfühlen kannst. Also kämpfe dafür!

Das, was man wirklich will und braucht, wird einem halt einfach nciht immer in den Schoß gelegt. Aber es lohnt sich, dafür zu kämpfen. Gib diesem Mann doch nicht die Macht darüber, ob du ein gutes Zuhause haben kannst oder nicht. Diese Macht hast du doch selber. All die Dinge, die du schon gemacht hast - damit hast du ihm doch bloß immer die Macht damit gegeben, dafür zu sorgen, dass du dich besser fühlst - oder weiter leidest.

Aber warum denn? Such dir eine eigene gute Wohnung - und nimm ihn mit auf die Wohnungsbesichtigungen, um dich dabei zu beraten.

Glaub mir, das wird wirken.
 

Benutzer116820 

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke, Shiny Flame. Ich habe meinem Freund schon öfter gesagt, dass ich mir dann wohl alleine eine Lösung für meine Wohnsituation suchen muss, wenn ich es nicht zusammen mit ihm kann. Und dass ich unglücklich so bin, wie es ist. Dass ich so gern mit ihm wohnen würde und ich aber ein festes Zuhause brauche, in welches ich gehöre. Dass ich mich so, wie es bisher war, irgendwie heimatlos fühle und angefangen habe mich in den letzten Wochen bei ihm zuhause zu fühlen und ich da jetzt rausgerissen wurde.
Bloß leider versteht er mich falsch. Und auf die Aussage, dass ich wieder fest bei mir wohnen will, reagiert er mit Empörung über mein für ihn viiiieeel zu krasses Verhalten. Er versteht gar nicht, wieso ich alles so aufbausche und so abdrehe. Dazu fällt mir nichts mehr ein.

Ich denke, ich werde jetzt echt hier bleiben in meiner Wohnung. So schwer es mir auch fällt und ich könnte bei dem Gedanken weinen, nicht mehr jede Nacht mit ihm zu verbringen und sein Kind nicht mehr so oft sehen zu können. Ich hab den Kleinen richtig lieb gewonnen und ich wollte mehr für ihn sein, als ein gelegentlicher Gast. Aber diese Ungewissheit, wann ich das nächste mal gehen muss, will ich nicht mehr hinnehmen. Ich denke, jeder hat ein Recht auf ein Zuhause, wo er immer sein darf. Und wenn mein Freund es nicht versteht, dann weiß ich auch nicht...
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Ich denke, konsequent wäre es, in meiner eigenen Wohnung wieder sesshaft zu werden und ihm damit zu zeigen, wie es ist, wenn ich nicht mehr da bin, wenn er es gern hätte. (...) Aber bei ihm zu wohnen und die ganze Zeit Hunderte von Euro für meine leerstehende Wohnung zu blechen, finde ich auch keine Lösung auf Dauer. Und die Dauer dauert bereits seit Monaten und er weiß genau, wie ich das finde und mich fühle.
So bitter es ist, ich denke, genau das solltest Du tun. Mich würde es, genau wie Dich, fuchsen. Aber letztlich bist Du so nicht zufrieden und wünschst Dir eine Veränderung. Die erhoffte tritt derzeit nicht ein, also muss Du einen anderen Weg für Dich finden, mit dem Du Dich weniger aufreibst.

Ich würde mich allerdings nicht nur in meine Wohnung zurückziehen. Sondern auch wieder den Alltag mit meinen Freunden füllen und ihm nur noch den Platz darin zuzugestehen, den ein Partner nun mal hat, wenn man noch nicht so weit mit der Beziehung ist, dass man zusammen ziehen will. Er will getrennte Wohnungen? Bitte.
Dann aber auch mit allen Konsequenzen. Man sieht sich halt nicht mehr jeden Tag, sondern eben nur noch ein paar Mal die Woche. Man teilt sich nicht mehr die Einkäufe, sondern jeder hat seine Vorräte und eben ein paar Kleinigkeiten für den Anderen im Kühlschrank. Und er muss eben auch mal zu Dir kommen, wenn er Dich sehen will. Du hast halt mal keine Lust, Dir den Weg zu machen, bist müde nach dem langen Tag.

Bestimmt jammert er dann rum. Ich würde das unkommentiert stehen lassen und sagen "Nagut, sehen wir uns heute abend eben nicht.". Keine Vorwürfe - aber klare Ansagen und Taten.

Ich finde meine Wohnung nicht besonders toll, es war damals auch eher eine Notlösung, weil ich keine andere fand. Und es ist einsam allein zuhause...
Meine Idee: Selbst wenn Du noch nicht richtig einziehen willst, würde ich mir mal pro Forma andere Wohnungen ansehen. Und WGs! Da ist es geselliger als allein und in der richtigen WG durchaus auch familiär. Ich weiß ja nicht, ob Du schon arbeitest? Es gibt auch Berufstätigen-WGs bzw Berufstätige, die sich nicht nur aus Kostengründen für ein WGleben entschieden haben. Oder Du suchst eben nach einer Wohnung mit einer guten Hausgemeinschaft, in der man seine Nachbarn kennt und mag. Sieh Dich einfach mal um.
Ich bin genau wie Du ein Mensch, der sein 'Zuhause' braucht und sich dort wohlfühlen muss.
Wenn Du das nicht mit ihm gemeinsam realisieren kannst, solltest Du das eben für Dich selbst tun.

Letztlich hängt Dein eigenes Wohlfühlen an Dir. Weitestgehend. Was er macht, wie er reagiert, das kannst Du nur bedingt beeinflussen. Aber wie Du darauf reagierst liegt in Deiner Hand.


Und nun zu meiner eigenen, höchstpersönlichen und durchaus nicht verallgemeinerungswürdigen Person.
Ich weiß ziemlich genau, was ich mir von einer Beziehung wünsche. In einer Beziehung wünsche ich mir, dass ich Gehör finde und dass auf mich und meine Bedürfnisse&Wünsche eingegangen wird. Und sei es nur, indem mir gesagt wird "Ich will jetzt noch nicht zusammen ziehen, kann es mir aber prinzipiell vorstellen." und dann eine klare Linie gefahren wird. Ich mag Männer, die sich und ihre Meinung kennen und diese auch kommunizieren. Nicht aber dieses Hü und Hott, welches Dein Liebster hier veranstaltet.
Fühlt er sich unter Druck gesetzt, geht es ihm zu schnell? Kann ja durchaus sein (ich weiß ja nicht, wie sehr Du ihn damit 'beanspruchst' und seit welcher Zeitspanne Du mit ihm darüber sprichst. Vielleicht redest Du ja jeden Tag eine halbe Stunde davon :zwinker: da könnte man verstehen, wenn er sich eingeengt fühlt.) Dann soll er das bitte sagen und nicht mit mir diese halbgaren Sachen fahren. Und halbgar ist es, wenn er mich meine Sachen bei ihm unterstellen lässt, mich halb einziehen lässt, mich bei Bedarf aber spontan mal rausschmeisst.

Das hat für mich was von kindischem Kommunikationsverhalten, Oberhandbehalten und Machtspielchenspielenwollen - all das ist für mich nicht mit einer Partnerschaft vereinbar. Je nachdem, wie früh und wie vehement Du bisher versucht hast, ihn zu überzeugen, ist dieser Kommunikationsstil vielleicht auch mit durch Dich bedingt. Ich weiß es nicht.
Denn woher kommen seine Vorwürfe, Du wollest ihn nicht allein lassen? Ist an denen vielleicht doch was dran? kann ich seinen Eindruck verstehen? würde ich mich durchaus ernsthaft mal fragen. Vielleicht nerve ich ja wirklich, habe kein anderes Thema und setze so sehr unter Druck, dass er es so verstehen könnte. Ist es allerdings nicht so und er erfindet dieses 'Argument', um es auf mich zu schieben und nicht offen sagen zu müssen "Ich mag aber nicht" (und damit auch zu dem "weil" übergehen zu müssen; denn ohne dieses 'Argument' müsste er sich ja damit auseinander setzen, dass er wirklich nicht will und dazu stehen sollte bzw sich überlegen, aus welchen Gründen er das tut und ob diese nicht mir zuliebe angehenswert wären)...kritisch.
Wie gesagt, er könnte durchaus sagen "Liebling, gib mir Zeit. Ich kann es mir jetzt noch nicht, zukünftig aber durchaus vorstellen." dann hättest Du wenigstens eine Ansage. Eine, mit der Du arbeiten kannst.

Sollte es also so sein, dass dieser Mann lieber halbgare Schienen mit mir fährt und bequemlich bleibt, anstatt Farbe zu bekennen und uns beiden eine zufriedenstellende Lösung zu ermöglichen...würde ich mir das noch ein paar Monate geben und mich dann trennen. Da draußen gibt es mit Sicherheit Männer, die gerne Farbe bekennen und vielleicht auch zu mir passen. Und lieber bin ich eine Weile Single als in einer unzufriedenstellenden Beziehung, bei der klar ist, dass man nicht mehr auf einen Nenner kommen wird.

Sollte ich ihn unter Druck gesetzt haben und er ein anderes Tempo für das Zusammenziehen brauchen, würde ich mir überlegen, wie wichtig er mir ist. Ist er mir wichtig (und er will zusammenziehen, bloß noch nicht jetzt), bin ich ihm eine unterstützende Partnerin und gebe ihm die Zeit. So lange ich eben kann.
Wenn ich, beispielsweise nach einem Jahr, merke, dass ich nicht mehr kann, dass mich die Sehnsucht fast zerreisst und ich so nicht glücklich werde, aber keine Besserung in Sicht ist...dann würde ich das noch mal sagen. Kann er sich dann weiterhin keine gemeinsame Wohnung vorstellen, passen wir zwei eben nicht zueinander. Das ist dann sehr traurig, aber besser für uns beide, wenn ich mich trenne.

auf die Aussage, dass ich wieder fest bei mir wohnen will, reagiert er mit Empörung über mein für ihn viiiieeel zu krasses Verhalten. Er versteht gar nicht, wieso ich alles so aufbausche und so abdrehe.

Diese Formulierung lässt mich allerdings, ähnlich wie die vorhergehenden (Du willst mir ja bloß nicht das Alleinsein gönnen, etc), vermuten, dass ihm Deine Bedürfnisse ziemlich egal sind. Egal. Reaktion bleibt dieselbe: Fahr Du die klare Linie, die Du für Dein Wohlbefinden brauchst. Keine Vorwürfe Deinerseits, aber eben klare Ansagen und Durchziehen. Kommen nach ein paar Monaten immer noch dieselben Sprüche seinerseits oder er wird gar richtig sauer/zickig/wasauchimmer, ist es wohl besser, nicht zusammengezogen zu sein. Mit einem Egoisten, der Deine ebenso berechtigten Gefühle konsequent ignoriert und bagatellisiert, würdest Du Dich auch nicht daheim fühlen.

Ich hoffe aber für Dich, dass er anders reagiert und vielleicht nur mal aufwachen muss.
 

Benutzer115934  (39)

Sorgt für Gesprächsstoff
Kann es sein, dass du ihn nicht vor die Wahl stellen willst weil du evtl. Angst vor seiner Antwort hast und er möglicherweise sagt, dass er sich im Moment doch kein gemeinsames Leben mit dir vorstellen kann??

Einer Freundin von mir ging es so, sie war über 4 Jahre mit ihrem Freund zusammen und wusste nie was die Zukunft bringt. Er äußerte sich nie und sie sagte mir, dass die sich nicht traut ihn vor eine Entscheidung zu stellen, weil die Angst hätte, dass sie mit der Antwort nicht klar kommt.

Meine Erfahrung ist: wenn Männer eine Frau wirklich lieben, dann sind sie auch (meist) bereit Schritte in Richtung eines gemeinsamen Lebens zu gehen. Irgendwie klingt die Ex-Geschichte nach einer Ausrede.
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Wie sieht es denn inzwischen aus?
Hast Du es mit dem Quasi-Auszug und Rückzug in Deine Wohnung durchgezogen? Hat er eingelenkt?
Brauchst Du ein paar aufbauende oder tröstende Worte?

Meld Dich mal :smile:
 
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