... und sonst kennt's hier keiner

Benutzer14773 

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Blöder Titel, ich weiß, aber ich wusst nicht, wie ich's beschreiben soll ;-)

Also, jetzt wo ich groß geworden bin ;-), fällt mir immer mehr auf, dass viele Wörter und Gewohnheiten, die bei uns zu Hause selbstverständlich sind, sonst hier, wo ich wohn, niemand kennt.

Das liegt daran, dass meine Eltern beide ihre Wurzeln wo ganz anders haben und hier ist eben wieder eine ganz andere Region.

Das komische ist nur, dass ich immer dachte, diese Wörter seien ganz normales Hochdeutsch und jetzt stellt sich heraus, die benutzt man z.B. hauptsächlich im Rheinland und hier in Schwaben kennt die niemand.

Oder der Osterbrauch: Die Eltern meines Vaters kommen aus Rumänien, deshalb werden bei uns an Ostern die Eier aneinander geschlagen. Dann kann man Wettkämpfe machen, welches Ei länger hält ;-). Und bis letztes Jahr, als wir mal Freunde an Ostern eingeladen hatten, dachte ich, das macht man überall so! So wie man an Weihnachten Lieder singt.

Das bringt einen natürlich auch zu der Frage, was man vielleicht noch so für ganz normal hält und in Wahrheit kennt's niemand.

Ist es euch auch schon so ergangen?
 
A

Benutzer

Gast
kenn die sache mit den eiern auch aus hessen

und irgendwann wirft/rollt man oder was auch immer die dann nen berg runter
 

Benutzer17266 

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ich kannte diese eiergeschicht noch nicht aber es gibt regional bedingt sooo viele verschiedene dinge die man zu ostern machen kann, dass man eigentlich nicht über alles bescheid wissen kann. außerdem muss man sich doch nur mal den verfall der gesellschaft und solcher familiären beschäftigungen an feiertagen anschauen. mach doch mal ne umfrage wer noch nen lied zu weihnachten singen muss oder nen gedicht aufsagt um an sein geschenk zu kommen.
 

Benutzer14773 

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kenn die sache mit den eiern auch aus hessen

und irgendwann wirft/rollt man oder was auch immer die dann nen berg runter

Das hör ich zum ersten Mal *g*

Sonst gibt's keine Sachen, die ihr eben von euren Eltern übernommen habt und die da, wo ihr wohnt, völlig unüblich sind?
 

Benutzer24203 

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Also das mit den eiern gibts sogar in der Schweiz :link_alt:

die Schwaben sind da immer bisserl komisch drauf die hoben ihr Eierle im Ghörble und dans tanze... Oder so :zwinker:
 

Benutzer8458  (38)

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boah, ne, ich lass' mir grad von 'ner importierten schweizerin unsere bräuche erklären.

who cares?!
 

Benutzer14773 

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mmm vielleicht ist das auch importiertes schwobendingsbums meine Oma kam nämlich von stuggi... who knows????

*g* Das kann schlecht sein, denn zumindest hier kennt's keiner.

Eigentlich sollten die Eier auch nur ein Beispiel sein, ich würd lieber mal eigene Geschichten hören ;-)
 

Benutzer37900 

Teammitglied im Ruhestand
Ich kenn da ne Sache. Da wo ich herkomme (und wohl auch im Rest vom Sachsen) gibt es am 30.04. immer das "Hexenfeuer". Alle Gärtner und Grundstücksbesitzer beschneiden ihre Pflanzen, Sträucher und Bäume und schaffen die an einen gemeinsamen Platz, wo das dann aufgeschichtet wird. Zum Schluss wird oben drauf in Vogelscheuchenart eine Hexe gesetzt. Damit wird der Winter und alles böse vertrieben.

Ich dachte echt, dass wird überall in Deutschland so gemacht. :tongue: Bis ich vor vier Jahren zu den Schwaben kam und erfahren musste, dass es eben wirklich nur ein regionaler Brauch ist. :cool1:
 

Benutzer7522  (34)

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ne Zeit lang wusst ich nicht, dass man Karneval nicht überall feiert :grin:

aber jetz an andere Bräuche kann ich mich grad net erinnern :grin:

vana
 

Benutzer1789  (37)

Sehr bekannt hier
Das mit den eiern machen wir auch und ich gewinne immer :smile:
 

Benutzer14773 

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Das mit den eiern machen wir auch und ich gewinne immer :smile:

Bist ja auch aus Bayern ;-)

Bevor ich mein Gesicht verliere, weil die doofen Eier ja nun doch jeder zu kennen scheint: Meine Mutter (aus dem Rheinland) kannte das auch nicht, bevor sie meinen Vater kennenlernte.

Und: Erzählt mal selber!
 

Benutzer10610 

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Ich kenn da ne Sache. Da wo ich herkomme (und wohl auch im Rest vom Sachsen) gibt es am 30.04. immer das "Hexenfeuer". Alle Gärtner und Grundstücksbesitzer beschneiden ihre Pflanzen, Sträucher und Bäume und schaffen die an einen gemeinsamen Platz, wo das dann aufgeschichtet wird. Zum Schluss wird oben drauf in Vogelscheuchenart eine Hexe gesetzt. Damit wird der Winter und alles böse vertrieben.
Ein Feuer haben wir nur an Ostern, das wird hier überall in der Gegend gemacht. Samstag abend (also vor Ostersonntag) wird ein großes Feuer gemacht und "Gartenabfälle" verbrannt. Meist dann auch mit Getränke- und Wurstbuden.
Am 30.4. haben wir hier den "Tanz in den Mai", hier im Ort ist das sogar ein großes Volksfest mit großen Zelt, Kettenkarussell, mindestens 6 Buden und Zeltdisco, wohin Leute zwischen 14 und 50 aus der ganzen Umgebung kommen. Am 1. Mai gibt es hier dann einen Festumzug wie sonst woanders beim Karneval, jedes Jahr zu einem anderen Thema (das aber irgendwie immer sehr offen ist :grin: )
Am 6.12. geht man Nikolauslaufen, das scheint vor allem in den Städten so langsam auszusterben.
Ein Brauch den ich nur aus dem Nachbarort kenne, weil er hier nicht (mehr) gemacht wird, gehört zu den Konfirmanden: Die Jungs, die Konfirmiert werden, ziehen durch den Ort und pflanzen jedem Mädchen, das konfirmiert wird, ein Bäumchen in den Garten. Als Dankeschön gibts dann überall was zu trinken, das erste offizielle Besäufnis also. Das geht nachmittags los und kann bis zum nächsten Morgen dauern. Erwachsene sind aber meist auch ein paar dabei :zwinker:
 

Benutzer14059 

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Das mit den eiern machen wir auch und ich gewinne immer :smile:

Weil du unauffällig eins aus Marmor nimmst :grin:

Ich bin ja aus Österreich da kennt man das mit den Eiern auch. Das mit dem Berg runterrollen ist mir neu. Dafür gabs den Brauch, daß der Erstgeborene ein rohes Ei übers Haus werfen mußte , was Glück bringt. Ich glaube, durch die Verstädterung ist der Brauch abgekommen, beim Haus meiner Oma wärs leicht, das ist niedrig und steht am Hang. Ich wohn in einem 5stöckigen Mietshaus, da möchte ich nicht werfen müssen :grin:
Wird bei euch eigentlich auch am Samstag vorm Palmsonntag ein bodenlanger Haselstecken am oberen Ende mit Weidenzweigen und Bauchsbaum geschmückt und am Palmsonntag wird dieser "Palmbuschen" dann in der Kirche geweiht?
Von Gründonnerstag bis zur Auferstehungsmesse werden ja keine Glocken geläutet, den Ruf zum Gottesdient übernehmen in dieser Zeit die Ratschnbuam, also ca 10jährige Buben mit Ratschen (falls das jemand nicht kennt erklär ich das auch noch)
Nicht ganz so gängig ist vermutlich auch, daß man bei der Fleischweihe etwas Heu für die Kühe und auch anderes Tierfutter mitsegnete, damit sicher Gottes Segen auch im Stall ausbreite. Heut zu Tage haben die Städter eher eine Katze, vielleicht lässt ja jemand ein Packerl Katzenfutter mitsegnen, schaden kanns nicht ;-)
Ansonsten gibts in Österreich noch viele lustige Bräuche, je tiefer der Graben umso lustiger wirds... Ich bin aber leider nicht katholisch und auch ein Städter, drum fallen mir jetzt nicht mehr ein auf die Schnelle. Ich frag mal meine Oma dann gibts sicher noch was zu berichten.
 
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