Umzug aus Liebe?

Y
Benutzer230171  (30) Ist noch neu hier
  • #1
hallo, ihr lieben!🤗

habe mich hier angemeldet, nachdem ich bisher nur mitgelesen habe und ich hoffe die Community hier kann mir bei meiner Sache helfen.
(Sorry schonmal im Voraus für den langen Text)

Ich (w, 29) bin jetzt seit knapp zwei Jahren mit meinem Freund (m, 30) zusammen. An sich läuft die Beziehung wirklich gut, wir schaffen es, viel miteinander zu unternehmen, trotz häufigen Zeitmangels.
Er ist in vielerlei Hinsicht verständnisvoll und zeigt seine Liebe sowohl mit Worten, als auch mit Taten. Trinkt nicht, zieht nicht ständig um die Häuser, hat Ambitionen und hat viel Humor. Bisher kann ich sagen, dass es wohl die beste und vielversprechenste Beziehung ist, die ich je hatte. Deshalb würde ich das mit ihm ja auch gerne weiter führen, ich liebe ihn ja...
Allerdings gibt es ein Problem, das mich immer wieder beschäftigt und das mich irgendwie in der Luft hängen lässt.
Wir kommen aus der gleichen Region, leben allerdigns an zwei grundverschiedenen Orten. Der Arbeit wegen hat er eine Unterkunft in meiner Nähe, dadurch haben wir uns auch kennen gelernt.
Es handelt sich bei mir um eine Wahlheimat. Hier ist es recht warm, die Winter sind mild; wenn Schnee fällt, dann nie so viel, dass man Ketten montieren muss oder so... Ich bin keine 10 Minuten von meiner Arbeit entfernt und die nächste Stadt ist mit Auto oder Bus in der gleichen Zeit erreichbar. Trotzdem handelt es sich offiziell dabei um ein Dorf. Es ist also sehr ruhig, wo ich selbst wohne. Trotzdem kann ich gängige Erledigungen alle zu Fuß erledigen. Außerdem liegen ringsum Wälder und Seen. Ich wollte schon immer hierher ziehen und vor etwa fünf Jahren war es dann soweit.
Auch mein gesamtes Sozialleben ist hier. Alles in allem, für mich der perfekte Ort zum Leben.
Er kommt aus einem Teil der Region, wo so ziemlich alle Dinge, die ich aufgezählt habe, dem Gegenteil entsprechen. Der Ort liegt etwa 2-2,5 Stunden entfernt.
Versteht mich nicht falsch, der Ort ist wunderschön, aber wenn man nicht gerade dort ist, um Ski zu fahren oder zu wandern, hat er leider nicht allzu viel für jemanden wie mich zu bieten.
Die nächste Stadt ist etwa 30-40 Minuten entfernt. Für alles, wirklich alles braucht man ein Auto, da der Hof etwas außerhalb vom Dorf liegt.
Das ist der nächste Punkt. Es ist ein relativ kleines Dorf. Typisches "Jeder kennt jeden".
Ich bin selbst in so einem Dorf aufgewachsen und habe es gehasst. Ich bin etwas alternativ und genieße deshalb auch die gewisse Anonymität und die (größere) Offenheit in meinem Ort. Hinzu kommt noch, dass seine Familie quasi nebenan wohnt. An sich ja nichts Schlimmes, ich mag seine Familie, aber ich lebe lieber mit etwas Abstand zu allem, ehrlich gesagt.
Nun zum eigentlichen Problem:
Er hat vor, den Hof zu übernehmen. und das soll auch recht bald passieren. Er würde in der ersten Zeit zwar (noch) nicht hier leben, aber es wäre seins.
Ich wusste das auch von Anfang an. Habe ihm auch nach nicht einmal drei Monaten aber auch klar gemacht, dass ich definitiv niemals vor haben werde, zu ihm zu ziehen, sollte dies jemals Thema werden.
Klar, nach drei Monaten war es vielleicht noch recht früh, darüber zu reden, aber ich wollte, trotz meiner Gefühle für ihn, klar stellen, dass das mit uns keine Zukunft hat, wenn er verlangt, dass ich jemals dort hin ziehe.
Damals meinte er noch "darüber müssen wir noch nicht reden. Wir brauchen nicht über etwas zu diskutieren, was noch nicht ist und von dem wir noch nicht wissen, ob es jemals sein wird."
"Macht Sinn", hab ich mir gedacht.
Über den Zeitraum, in dem wir zusammen waren hat er immer wieder über Dinge gesprochen, die man auf dem Hof so machen könnte, dass er so gern einen Hund hätte ecc... Hab ihn dann nach etwa 8 Monaten wieder darauf angesprochen, dass ich es manchmal etwas beklemmend finde, wenn er über diese Dinge redet, weil ich immer das Gefühl habe, er spricht von einer Zukunft ohne mich.
Er war dann recht verdutzt und meinte, dass er mit mir natürlich eine Zukunft sieht und dass es ja vielleicht alles anders kommt und man ggf. schon eine Lösung findet.
Ich war natürlich skeptisch, hab mir aber gedacht, dass er sich schon was dabei denken wird.
Einmal in den letzten Monaten haben wir nochmal darüber gesprochen, aber irgendwie kriege ich nie wirklich einen Plan oder so.
Er beschäftigt sich momentan mit so vielen Dingen auf dem Hof, redet manchmal wieder darüber, wie man was wo machen könnte usw.
Hab ihm gesagt, dass sich meine Meinung nicht geändert hat und ich nicht will, dass ich am Ende vor vollendete Tatsachen gestellt werde.
So a la: "ja gut, jetzt hab ich hier alles vorbereitet, jetzt müssen wir hierher ziehen."
Er hat mir versichert, dass er mich versteht und dass er mich nie zwingen würde, dorthin zu ziehen. Er spricht auch öfters darüber, wie glücklich er mit mir ist und dass er eine Zukunft möchte. Oft wirft er auch mal ein "....wirst sehen, sobald wir mal zusammen wohnen, machen dies und das..."
Ich verstehe aber nicht, wie er sich das vostellt. Habe mir auch schon überlegt, ob ich die Sache beende, weil ich irgendwie ahne, dass das alles in Schmerz endet, aber dafür liebe ich ihn dann doch zu sehr. Ansonsten passt ja schließlich alles, aber die Sache beschäftigt mich einfach so sehr, dass ich mich irgendwie auch nicht traue, noch mehr Gefühle zu zulassen, da ich am Ende nicht noch mehr verletzt werden will.
Freunde von mir raten mir allesamt ab, dorthin zu ziehen. Sie wissen, dass ich nicht an diesen Ort passe. Das ist, als würde man einen Kaktus in den Sumpf setzen und erwarten, dass er sich wohl fühlt und aufblüht.
Meine Befürchtung ist, dass er insgeheim denkt, dass ich meine Meinung dann schon ändern würde und ich auch der Verführung, keine Miete mehr zahlen zu müssen und außerdem Tiere haben zu können, so viele ich will, nicht widerstehen würde. Er hat andererseits auch mal gesagt, dass er keine Lust hätte, ein Bauer zu sein und er eigentlich Leute einzustellen will, die sich um alles kümmern. Trotzdem kommen aber eben immer wieder diese Aussagen von ihm, die eher darauf hindeuten, dass er sich in seinem Heimatdorf etwas aufbauen will.

Möchte dazu noch sagen, dass ich es ihm ja absolut gönnen würde und ich ihn auch nicht davon abhalten würde. Aber ich würde eben auch nicht einsehen, dass ich alles, was ich (außer ihn) liebe und schätze, aufgeben muss, um irgendwo hinzuziehen, was das genaue Gegenteil von dem ist, was ich will.

Mich würden jetzt eben mal die Meinungen von völlig Außenstehenden interessieren. Natürlich müsste man über alles reden, allerdings kommt dann eh immer nur die gleiche Antwort von ihm, dass wir "das schon irgendwie machen".
Soll ich einfach alles auf mich zukommen lassen? Schließlich habe ich meinen Standpunkt ja schon lange klar gemacht.
Denke ich zu viel nach? (er findet, ich tue das)

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Lg🍀☀️🍀
 
Weseraue
Benutzer192870  (55) Verbringt hier viel Zeit
  • #2
So, wie du es schilderst, wird er mit großer Sicherheit den Hof übernehmen. So wie er alles durchspricht, wirkt das schon sehr planvoll.
Da du definitiv dort nicht hinziehen möchtest, sehe ich leider überhaupt keine Zukunft für eure Beziehung, da ihr wohl beide sehr genaue Pläne für euer Leben habt.
Tatsächlich finde ich es ein bisschen unglücklich, dieses Thema nicht schon am Anfang ausführlich zu besprechen und nicht nur anzureißen. So hat sich euer Miteinander verfestigt, eine mögliche Trennung wird jetzt schmerzhafter.
Ich würde mit deinem Partner jetzt ausführlich sprechen und ihm mit klaren Worten erklären, dass du niemals dort hinziehen wirst. Er muss sich dann überlegen, ob er seinen Traum aufgibt, wobei dann immer die Möglichkeit besteht, dass er es eines Tages bereut.
 
G
Benutzer226102  (40) Öfter im Forum
  • #3
Antwort von ihm, dass wir "das schon irgendwie machen".
Denke ich zu viel nach? (er findet, ich tue das)

Das ist bestenfalls naiv seinerseits.

Fordere von diesem erwachsenen Menschen ein, sich nach diesem jahrelangen herumeiern klar zu positionieren (und dich somit endlich ernst zu nehmen):

Wann frühestens / spätestens wird er beruflich / wohnortmäßig was genau machen und sieht dich darin wo genau - gern auch in Variante a, b, c.

Und dann kannst du dementsprechend deine Entscheidungen treffen - und die Beziehung wird diesen zufolge weiter möglich sein oder auch nicht.

Jm2c.
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #4
Er wird ganz offensichtlich den Hof übernehmen und scheint auch darin aufzugehen. Und du kannst dir so ein Leben nicht vorstellen.

Ich meine, ihr könnt euch natürlich dafür entscheiden ein "getrenntes Leben" in eurer Beziehung zu führen - also er hat da seinen Lebensmittelpunkt und du eben da, wo du gerade bist.

Aber ob so eine Beziehung dann dauerhaft bestand haben wird, ist eher fraglich. Die Gefahr ist dann doch recht groß, dass mindestens einer von euch jemandem begegnet, der auch praktisch gesehen besser zu ihm passt und dann ist es meistens eh durch.


allerdings kommt dann eh immer nur die gleiche Antwort von ihm, dass wir "das schon irgendwie machen
Ich denke, er meidet das Gespräch darüber, weil er irgendwo weiß, wie das Ergebnis aussehen wird. Er verdrängt die Tatsache, dass es keine Zukunft für euch gibt. Irgendwie auch verständlich, weil ihr euch sonst eben trennen müsstet und das möchte er scheinbar auch nicht. Aber es bringt ja am Ende nichts. Ihr schiebt meiner Meinung nach etwas vor euch her, was unvermeidlich ist.
 
Zauberschnitte
Benutzer189381  Beiträge füllen Bücher
  • #5
Deine Position ist Recht klar. Der Mann ist ganz nett aber nicht wert dorthin zu ziehen.

Dann solltest du es tatsächlich beenden .


Menschen haben unterschiedliche Prioritäten. Das ist völlig ok.

Ich würde für meinen Mann überall hinziehen weil da wo er bzw wir sind, alles ist was ich brauche zum Glücklichsein. Egal ob Stadt, Land, Wüste oder Dschungel.

Du bist anders gestrickt (was wie gesagt völlig ok ist).
 
Spiralnudel
Benutzer83901  (41) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #6
Er hat vor, den Hof zu übernehmen. und das soll auch recht bald passieren.
+
Ich wusste das auch von Anfang an.
+
Habe ihm auch nach nicht einmal drei Monaten aber auch klar gemacht, dass ich definitiv niemals vor haben werde, zu ihm zu ziehen, sollte dies jemals Thema werden.
=
Du hättest die Beziehung damals beenden müssen, weil es es keinen Kompromiss gibt, wenn euer jeweiliges Ziel "Zukunft in gemeinsamem Haushalt mit Partner" ist. Das könnt ihr gemeinsam nicht erreichen.

Es ist mir ein Rätsel, wieso da einfach weitergemacht wird. Hormonrausch? Wahrscheinlich.

Ja, ich würde das jetzt beenden, bevor es noch schmerzhafter wird.
 
T
Benutzer208193  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #7
Ich würde es mal provokant sagen: Eine Beziehung in denen beide Partner nicht Kompromissbereit sind ist eh früher oder später zum scheitern verurteilt.

Du kannst dir das Landleben, dein Partner nicht das Stadtleben vorstellen. Entweder es gibt einer nach, man findet einen Mittelweg oder man sollte die Beziehung lieber früher als später beenden. Es geht ja hier nicht um bestellen wir heute Abend Italienisch oder Indisches essen sondern um eine, zumindest zeitweise, lebensveränderte Entscheidung.

In meiner Ehe standen wir auch vor so einem Problem. Ich konnte berufsbedingt nicht umziehen (meinen Beruf gibt es leider nur in größeren Städten) meine Frau nicht wegen ihrer Selbstständigkeit... uns trennten zum Glück nur ca. 80km. Wir haben dann auf eine Wohnung bei mir in der Gegend, mit großen sozialen Umfeld, geeinigt und sie hat zusätzlich eine Wohnung und schläft da 1-2x die Woche in der Nähe ihrer Selbstständigkeit wenn es die Zeit nicht anders zulässt. Dafür manage ich das meiste im Haushalt um ihre pendelei auszugleichen. Das ist nicht immer leicht und es gibt auch gelegentlich streiterein. Aber was ich damit sagen will: Ist beiden die Beziehung wert dafür zu kämpfen findet man eine Lösung... wenn beide stur sind ist das auch eine Antwort.
 
Zuletzt bearbeitet:
P
Benutzer201603  Öfter im Forum
  • #8
Hormonrausch? Wahrscheinlich.
Hormonrausch kann man ja aber auch verstehen 🙂 hat bestimmt schon jeder mal deswegen "dumme" Dinge getan.
(Mit "dumm" sind jetzt nicht die Personen gemeint!!!)

Aber als Erwachsene sollte man irgendwann den Bogen bekommen und der Realität ins Auge sehen.
Und eben Entscheidungen treffen die für beide gut sind. Wenn sich einer verbiegt oder seinen Lebenstraum für den Anderen aufgibt, ist das selten gut, sondern führt in der Zukunft zu noch größeren Problemen.

Sucht einfach nen Weg im Guten einen getrennten neuen Weg zu gehen. Und gestaltet das so wie es für Euch passt. Also eben entweder ein "harter Schnitt" oder sich langsam wieder voneinander entfernen (F+). Aber da vielleicht auch ein festes Datum für das offizielle "Ende" ausmachen, nicht dass es versandet.
Der Mensch liebt halt Gewohnheiten.

Ich hatte mal ne Freundin, die ich sehr geliebt hab, die aber nicht in meine Region ziehen wollte und ich aber hier "beruflich" gebunden bin.
Sie hat damals den harten Schnitt gemacht, was gut aber auch schmerzhaft war.
Heute wohnt sie mit nem anderen Mann nur wenige Kilometer entfernt, doch hier in der Region und wir sind mittlerweile einfach gute Freunde.
(Es kam auch nie wieder zu Sex, nur falls das jemand fragt)
 
Katzenauge123
Benutzer202690  (41) Verbringt hier viel Zeit
  • #9
Könntet ihr nicht gemeinsam versuchen verschiedene Zukunftswege zu erarbeiten und dann eben die Vor- und Nachteile dazu aufschreiben.
Vielleicht braucht er es deutlicher vor Augen, dass der Weg, den er sich vorstellt, nicht gemeinsam mit dir geht.
 
G
Benutzer Gast
  • #10
Mir fehlt in deinem Text tatsächlich wenig deine Vorstellung davon wie du dir deine Zukunft wünscht. Ich weiß natürlich nicht, ob du dies ihm gegenüber anders kommunizierst, aber hier geht es primär darum was er in der Zukunft möchte, was du in der Zukunft nicht möchtest und was du in der Vergangenheit/aktuell wolltest.

Vielleicht wäre es hilfreich, wenn du dies deinem Partner gegenüber expliziter formulieren würdest, damit eure Zukunftswünsche gleichberechtigt nebeneinander stehen. Und dann müsst ihr eben schauen, ob ihr hier einen gemeinsamen Weg finden könnt oder nicht.

Ich finde es aber auch durchaus legitim, wenn man die gemeinsame Zeit genießt, auch wenn man weiß, dass es nicht ewig anhalten wird. Es sollte eben nur nicht so sein, dass eure gemeinsame Zeit dann einer euren Zukunftsvorstellungen widerspricht und einer rückblickend bedauert, dass ihr euch nicht früher getrennt habt. Es sollte a eben schon eine bewusste Entscheidung sein und kein "Ich lass das mal irgendwie auf mich zukommen".
 
G
Benutzer Gast
  • #11
Es gibt in eurem Fall nicht besonders viele Möglichkeiten. Das ist alles sehr begrenzt und alle Möglichkeiten sind für dich nicht optimal.

1. Trennung. Wenn ihr beide da absolut nicht auf einen Nenner kommt, dann sollte man es beenden. Ihr habt dann beide die Möglichkeit jemanden zu finden, mit dem es besser passt.

2. Fernbeziehung. Ich kann da aus Erfahrung sagen, dass das anfangs zwar schwierig ist, aber noch in Ordnung. Es wird nur oftmals von Jahr zu Jahr einfach nur anstrengender und schwieriger. Das will man vielleicht auch nicht unbedingt für immer so.

3. Du gibst nach und ziehst zu ihm. Ich mache mich mit der Aussage vielleicht unbeliebt, aber in dem Fall müsstest du nachgeben und nicht er. Er kann den Hof nicht an einen anderen Ort verlegen und wenn er den Hof wirklich übernehmen will, dann wird er das machen. In eurer Konstellation gibt es die Option, dass er zu dir zieht nicht. Das könntet ihr 100 mal diskutieren und es würde dabei bleiben, dass du zu ihm ziehen müsstest.

4. Du suchst dir eine größere Stadt oder einen Ort, der alles hat, was du möchtest in seiner Nähe und ziehst dort hin. Du hast dann dort die ganzen Vorzüge, die du schon aufgezählt hast, aber eure Entfernung ist nicht so weit. Ihr wohnt dann zwar nicht zusammen, aber könnt euch quasi täglich sehen, weil ihr nur z.B. 30 Minuten auseinander wohnt und nicht 3 Stunden.
 
I
Benutzer65724  (43) Verbringt hier viel Zeit
  • #12
In zwei, drei Jahren kommt ja oft noch der Kinderwunsch hinzu. Dann sitzt Du, liebe TE ggf. auf einem Ein-Öd-Bauernhof, gefangen durch Tiere und Kind und Leute kriegt er nicht, weil kaum noch junge Leute so leben wollen.

Das Gruseln kriege ich immer bei Bauer-sucht-Frau wenn dann 30-jährige noch im 80er Jahre Kinderzimmer leben und sich wundern, warum sie immer noch keine Frau abbejommen haben.

Und so ähnlich sich es für Euch auch. Ich würde das beenden, da es sehr schnell zu Abhängigkeiten kommen wird und er ja schon damit spielt ("keine Miete").
 
S
Benutzer190912  (50) Verbringt hier viel Zeit
  • #13
Was noch nicht so zur Sprache kam ist der Lebensstil, wenn er Bauer sein will hat das indirekt und direkt einen Einfluss auf Dich und Deine Lebensweise. Du wärest dann Bäuerin, er würde bei Tierhaltung immer sehr früh aufstehen müssen, wäre seehr eingespannt auf dem Hof und Privatleben wäre eben doch zweite Priotität. Die Frage wäre wie sehr Du mit hineingezogen würdest und dann doch auch mitanpacken müsstest.
Dementsprechend passt es leider von den rationellen Bedingungen her überhaupt nicht und Ihr beide scheint die unangenehme Wahrheit und Entscheidung vor Euch herzuschieben
 
G
Benutzer Gast
  • #14
Du hast Dich sehr früh klar positioniert.

Er hat eine Positionierung verweigert, weil sie aus seiner Sicht noch nicht notwendig war - vielleicht in der Hoffnung, dass sich alles irgendwie auflöst.

Parallel schafft er Fakten, von denen er weiß, dass sie Deinen Bedürfnissen widersprechen.

Das ist entweder naiv, schwach oder unfair von ihm.
 
Y
Benutzer230171  (30) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #15
Danke für die vielen Antworten, freut mich echt, dass so viele etwas dazu schreiben.😊🍀

Also um noch was klar zu stellen, und weswegen ich ja eben nicht genau weiß, was er will, ist, dass er ständig hin- und hergerissen zu sein scheint.
Er würde den Hof mehr aufgrund des Platzes übernehmen, weniger wegen der typischen "bäuerlichen Verpflichtungen". (Das will er ja, wie schon gesagt, nicht wirklich) Es gibt auch Zimmer für Touristen dort, aber das wird wohl auch, nachdem er es übernimmt, seine Mutter weiterhin machen.
Er hat schon gewisse "Pläne", allerdings ist es schon vom Finanziellen her tatsächlich noch nicht sicher, ob das überhaupt klappt.
Meiner Meinung nach wird das, was er vor hat, sehr schwierig (und das sage ich unabhängig davon, ob ich dadurch single werde oder nicht).
Ich weiß aber auch nicht, ob ich ihm das so auch sagen soll, das würde dann ja auch nur wirken, als wolle ich ihn von irgendwas abbringen und den Eindruck will ich nicht machen, es ist nur eben meine Einschätzung...
Irgendwo denke ich, dass ich da ehrlich zu ihm sein sollte, will ja auch nicht, dass er sich ins Verderben stürzt. Andererseits bin ich ja auch kein Experte und vielleicht würde es ja doch laufen. Bisher habe ich meine Einschätzung allerdings für mich behalten. Habe höchstens kleine Andeutungen gemacht.

Zweiter Punkt ist, dass auch er meine Gegend sehr mag und er auch gesagt hat, er könnte es hier schon aushalten.
Dann schwärmt er auch von seiner Arbeit, die er quasi überall in der Region ausüben kann. (Gastronomie, sehr touristenlastige Region)

Also ist es eben so, dass er sowohl für die eine Option, als auch für die andere Option Zeichen und Andeutungen macht. Wenn ich aber das Gespräch suche, um eine klare Antwort zu bekommen, kommt das Übliche.

Zu meiner Lage:
Mein Job ist nicht besonders verbreitet in der Region, allerdings gibt es auch alternative Jobs, die ich mit der Ausbildung machen könnte. Arbeit wäre also kein so großes Problem.
Aber mal davon abgesehen, dass das hier wirklich, seit ich klein bin, die Gegend ist, an der ich leben wollte, fände ich es auch riskant.
Das Ding ist, wenn ich zu ihm ziehe, muss ich sowohl Job, als auch Wohnung (bei der ich in der Gegend vom prieslichen einen echten Glückstreffer gelandet habe) aufgeben.
Von meinen Freunden ganz zu schweigen. Klar, richtige Freundschaften halten auch lange Distanzen, aber ich denke schon doch, dass man sich entfremden kann. Außerdem genieße ich auch meine Unabhängigkeit. Würde ich zu ihm ziehen, hätte ich das Gefühl, einen Teil davon abgeben zu müssen.

So, sollte es dann nicht klappen, muss ich natürlich meine Sachen packen, mich um Job und Wohnung kümmern und wäre obendrein noch von Liebeskummer geplagt. Und ich befürchte, dass dieses "sollte" recht sicher eintreten würde, da ich nicht glaube, dass ich es dort allzu lange aushalten würde. Deshalb sage ich auch von vornherein, dass es keine Option ist.

Bei ihm wäre es im Vergleich nicht so dramatisch, wenn es umgekehrt wäre, er hätte ja immer einen Ort, an den er zurück kehren könnte. Und Arbeit gibt es für ihn in der gesamten Region, wie Sand am Meer.

Vielleicht klingt das auch alles ein bisschen zu selbsgerecht von mir. Falls schon, tut es mir Leid, so will ich eigentlich nicht wirken.

Er merkt ja unmisverständlich, dass ich immer, wenn er vom Hof redet, eher still werde und nicht viel dazu sage. Er sagte sogar mal, dass er weiß, dass ich das Thema schwierig finde, aber dass ja "nicht alles in Stein gemeißelt" ist. (???)

Naja, er kennt meinen Standpunkt und er müsste nach den zwei Jahren jetzt auch wissen, dass ich das was ich sage, auch so meine.
Werde dementsprechend dann auch keine Verantwortung für die Sache übernehmen und die ganze Sache genießen, solange sie eben dauert. Am Ende muss er es entscheiden, denn ich habe es von Anfang an gesagt.🤷🏻‍♀️
 
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Tiffi36
Benutzer223478  Öfter im Forum
  • #17
Ichh war vor etwa 8 Jahren in der selben Situation. Mein Damaliger Partner hat ca 4h von mir entfernt gelebt und gearbeitet.
Job mäßig hätte jeder von uns umziehen können. Was die Umgebung und die Nebenkosten angeht wäre es sinnvoll gewesen, wenn er zu mir zieht.
Wir haben uns damals darauf geeinigt, das wir es davon abhängig machen, wer wo das bessere Jobangebot bekommt. Ich suche bei ihm und er bei mir. Er war mit seinem Job unglücklich und bei mir stand sowieso ein Jobwechsel an.
Ich hatte zuerst ein gutes Angebot in seiner Region und bin daher zu ihm gezogen. Da dort alles sehr teuer ist (Mieten) und es auch zu wenig Wohnungen gab mussten wir eine Wohnung nehmen, die ich nie mochte. Als ich dann auch noch erfahren habe, das er sich nicht mal bemüht hat bei mir nach einem Job zu suchen war ich auch entsprechend sauer.

Hätte er gleich gesagt, das er nie vor htte zu mir zu ziehen hätten wir das ganze anders handhaben können. Ich kam mir da sehr verarscht vor.

Also wenn dein Freund nicht klar sagen kann, was er will und du den Eindruck hast, das er dir nur Honig ums Maul schmiert, weil er damit rechnet, das du trotzdem mit kommst, wenn er den Hof wirklich übernimmt ist das von ihm unfair. Damit nimmt er euch jede Möglichkeit einen Kompromiss zu finden, mit dem ihr beide einverstanden währet.
 
T
Benutzer208193  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #18
So, sollte es dann nicht klappen, muss ich natürlich meine Sachen packen, mich um Job und Wohnung kümmern und wäre obendrein noch von Liebeskummer geplagt. Und ich befürchte, dass dieses "sollte" recht sicher eintreten würde, da ich nicht glaube, dass ich es dort allzu lange aushalten würde. Deshalb sage ich auch von vornherein, dass es keine Option ist.

Dann stehe deine Frau und triff eine Entscheidung. 😉 Du willst nichts für ihn aufgeben weil es vielleicht/vermutlich schwierig für dich wird... da kann man nur sagen das du die letzte Stufe des Erwachsenen werden erreicht hast. Es gilt schwierige Entscheidung zu treffen die einen nicht leicht fallen und vielleicht weh tun.

Keiner hat das Recht dem andern zu sagen: Du musst zu mir ziehen weil wenn es nicht klappt ist es für dich nicht so schlimm. Für jeden von euch würde sich das Leben andere Weichen stellen. Wenn dein Freund den Hof nicht übernimmt bekommt ihn vielleicht jemand anders oder die Eltern planen anders? Im besten Fall kommt ja der Junior nicht mehr zurück.

Würdest du deine Zelte für ihn abreißen? Ich lese heraus eher nicht... würde er es? Auch nicht? Dann, so leid es mir tut, ist die Liebe zwischen euch nicht so wie ihr es euch einredet. Um komplett kitschig zu werden: Anscheinend ist er nicht der mit dem du ans Ende der Welt, in dem Fall wären es sogar nur 3h, gehen würdest. Und für ihn gilt natürlich das gleiche...
 
G
Benutzer Gast
  • #19
Ich finde es ehrlich gesagt auch schwierig, dass einige schreiben, dass du alles "richtiger" machst, nur weil du dich klar positioniert hast. Es ist einfach zu sagen "Will ich nicht". In eurem Fall bringt das aber nichts. Ich kann hier keine Lösungsansätze, Vorschläge etc. von dir herauslesen. Das liegt vielleicht daran, dass du auch keine Idee hast, wie ihr die Sache lösen könnt. Du kannst dann aber auch nicht von ihm verlangen, dass er die goldene Lösung präsentiert. Die gibt es bei euch nicht. Du wünscht dir wahrscheinlich insgeheim, dass er zu dir zieht. Das wird aber nicht passieren und das weißt du tief im inneren auch. Du möchtest dann wahrscheinlich von ihm hören, dass ihr euch trennen müsst. Das möchtest du nicht aussprechen.

Du musst ganz klar zu ihm gehen und sagen, dass ihr das schnellstmöglich klären müsst. Kein "ich möchte es nicht ansprechen" oder "ich will nicht, dass er dies und jenes denkt". Ihr müsst so langsam mal für euch einstehen. Wenn ihr das noch länger einfach laufen lasst, dann endet es noch viel unschöner.

Ich weiß wovon ich spreche. Ich bin für meinen Freund sogar ausgewandert. Ich bereue es nicht, aber es gibt ein paar Dinge die mir schwer fallen oder ich "komisch" finde. Es geht ja auch nicht darum, dass alles super easy ist. Es war nur bei mir so, dass die Beziehung mir wichtiger war, als alles was ich zurückgelassen habe.

PS: Sorry, für die ehrlichen und vielleicht auch etwas harten Worte.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Weseraue
Benutzer192870  (55) Verbringt hier viel Zeit
  • #20
Umgegehrt kann man auch sagen:

Naja - "Sie" hat es ja weiterlaufen lassen, obwohl sie sich klar positioniert hat - vielleicht in der Hoffnung, dass sich alles irgendwie auflöst.


Naja - parallel hält "Sie" stur an ihrer Vorstellung fest, obwohl sie weiß, dass sie seinen Bedürfnissen widerspricht.

Will sagen:
Es ist eine Situation, in der beide aufeinander zugehen müssen.

In des bisherigen Anworten schwingt immer mit "Weil sich die Frau früher und klarer positioniert hat, hat sie moralisch mehr recht als der Mann, ihren Lebebsentwurf zu verwirklichen".
So funktioniert Partnerschaft aber nicht.
Sehe ich komplett anders. Sie sagt von Beginn an, nicht woanders leben zu wollen und hat in der Folgezeit nichts daran geändert. Warum soll sie jetzt Kompromisse eingehen?
Jeder Mensch hat irgendwelche unveränderbare Maximen, hier ist es der Wohnwunsch.
Er wusste Bescheid, also dürfte die Überraschung nicht so groß ausfallen.
 
T
Benutzer208193  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #21
Sehe ich komplett anders. Sie sagt von Beginn an, nicht woanders leben zu wollen und hat in der Folgezeit nichts daran geändert. Warum soll sie jetzt Kompromisse eingehen?
Jeder Mensch hat irgendwelche unveränderbare Maximen, hier ist es der Wohnwunsch.
Er wusste Bescheid, also dürfte die Überraschung nicht so groß ausfallen.
Ist das nicht eine sehr mühevolle und nicht zielführende Diskussion? Man kann jetzt philosophisch darüber diskutieren wer moralisch gestärkt aus der Trennung hervor geht... wenn das Ding an die Wand gefahren ist, bringt halt nix. Erinnert mich an den Spruch: Operation gelungen, Patient tot.
 
G
Benutzer Gast
  • #22
Ist das nicht eine sehr mühevolle und nicht zielführende Diskussion? Man kann jetzt philosophisch darüber diskutieren wer moralisch gestärkt aus der Trennung hervor geht... wenn das Ding an die Wand gefahren ist, bringt halt nix. Erinnert mich an den Spruch: Operation gelungen, Patient tot.

Also, erstens ist das keine MORALISCHE Diskussion und zweitens ist das hier ein Diskussionsforum. Diskussion ist das EINZIGE, das hier stattfindet (ok, und ein bisschen wichsen auf den FDP-Faden).
 
T
Benutzer208193  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #23
Also, erstens ist das keine MORALISCHE Diskussion und zweitens ist das hier ein Diskussionsforum. Diskussion ist das EINZIGE, das hier stattfindet (ok, und ein bisschen wichsen auf den FDP-Faden).
Natürlich, gebe ich dir recht... eine Diskussion für das Problem das der eine nicht zum anderen ziehen möchte, und das finden einer Lösung bzw. Ratschläge zu geben. Aber was bringt jetzt auf Metaebene darüber zu diskutieren ob die Dame im Recht ist (im recht bei was überhaupt. .. wer schuld an der Trennung ist, oder als Argument warum ihr Freund jetzt umziehen muss, weil er als mündliche Vereinbarung einen Umzug nicht direkt ausgeschlossen hat? Sie hat es ausgeschlossen umzuziehen, er hat nie gesagt er wird zu ihr ziehen... Jeder hat gemeint das ändert sich mit der Zeit. Jetzt ist der Tag gekommen und es hat sich nichts geändert.
 
Tiffi36
Benutzer223478  Öfter im Forum
  • #24
Warum soll sie jetzt Kompromisse eingehen?
Zumal man ja nicht mal weiß, wo die beiden Grenzen liegen, da sie sich zum Punkt Lebensmittelpunkt bereits klar geäußert hat, er aber nicht.
Ein Kompromiss zwischen Standpunkt A und ? lässt sich nun mal nicht finden.
 
G
Benutzer Gast
  • #25
Natürlich, gebe ich dir recht... eine Diskussion für das Problem das der eine nicht zum anderen ziehen möchte, und das finden einer Lösung bzw. Ratschläge zu geben. Aber was bringt jetzt auf Metaebene darüber zu diskutieren ob die Dame im Recht ist (im recht bei was überhaupt. .. wer schuld an der Trennung ist, oder als Argument warum ihr Freund jetzt umziehen muss, weil er als mündliche Vereinbarung einen Umzug nicht direkt ausgeschlossen hat? Sie hat es ausgeschlossen umzuziehen, er hat nie gesagt er wird zu ihr ziehen... Jeder hat gemeint das ändert sich mit der Zeit. Jetzt ist der Tag gekommen und es hat sich nichts geändert.

Diese Diskussion führt aber doch niemand außer Dir. Niemand sagt, dass er zu ihr ziehen muss, sie im Recht ist oder er Schuld an einer Trennung sei. Die TS fragt nach Sichtweisen. Sie weiß ja noch nicht mal, wie er zu allem steht, er macht ja nur Andeutungen, was sein könnte, wenn dieses oder jenes passiert. Er vertagt ein Gespräch oder eine Entscheidung und die TS fragt nach außenstehenden Blickwinkeln.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
T
Benutzer208193  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #26
Diese Diskussion führt aber doch niemand außer Dir. Niemand sagt, dass er zu ihr ziehen muss, sie im Recht ist oder er Schuld an einer Trennung sei. Die TS fragt nach Sichtweisen. Sie weiß ja noch nicht mal, wie er zu allem steht, er macht ja nur Andeutungen, was sein könnte, wenn dieses oder jenes passiert. Er vertagt ein Gespräch oder eine Entscheidung und die TS fragt fragt nach außenstehenden Blickwinkeln.
Ich glaub da kommen wir nicht zusammen, aber ist ja auch nicht schlimm. 😀

Aber bei einem geb ich dir zu 100% recht, man weiß nicht genau wie Er dazu steht. Und daher ist alles andere eh nur graue Theorie.

Daher wird nur eines helfen: TS und ihr Freund müssen sich zusammensetzen und am besten ohne überkochende Emotionen das rational besprechen... ohne Ausflüchte ala "wir schauen was wird", "wird in Zukunft schon passen" usw.

Ein Ergebnisoffenes Gespräch mit Wünsche, Ängste, Sorgen wie die gemeinsame Zukunft aussehen soll und das am besten mit anschließender Deadline... das Gesprochene muss natürlich auch verarbeitet werden und jeder soll sich darüber Gedanken machen dürfen bevor man dann sagt wie man sich die Zukunft vorstellt.

Und ich würde auch bei dem Gespräch ganz klar sagen das eine Trennung, wenn das nicht geklärt wird/werden kann ganz klar im Raum steht, dass jedem bewusst ist was auf dem Spiel steht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Papalapap
Benutzer138994  (45) Sehr bekannt hier
  • #27
C
Benutzer185636  (42) Öfter im Forum
  • #28
Habe ich es richtig verstanden, dass ihr aktuell eine Fernbeziehung führt? Oder lebt Dein Freund aktuell in Deiner Nähe, wird aber zur Übernahme des Hofes wegziehen?

Mal angenommen, Dein Freund würde den Hof übernehmen und nicht im Dorf seiner Eltern wohnen: Wärst Du dann grundsätzlich dazu bereit Deinen Job aufzugeben und zu ihm zu ziehen? Könnest Du Dir vorstellen, ihm zu liebe eine neue Arbeit zu suchen?
Wenn Deine Antwort auf diese Fragen "Nein" lautet, dann ist es besser die Beziehung zu beenden. Denn wenn Du Dir nicht mal vorstellen kannst unter meiner oben genannten Hypothese den Job und den Wohnort zu wechseln, dann wird es auch erst recht nichts, wenn Du zu ihm auf den Bauernhof ziehst, wo auch noch seine Eltern lebend und er von Dir eventuell noch erwartet, dass Du auf dem Hof mitarbeitest.

Solltest Du die Fragen meiner Hypothese aber mit "Ja" beantworten, dann könntest Du Dir überlegen, ob nicht ein Kompromiss möglich wäre. Der Kompromiss könnte so aussehen, dass Du zwar nicht zusammen ziehst, aber Du Dir zumindest eine Wohnung und eine Arbeit in seiner Nähe suchst. Du suchst Dir eine Wohnung, die von der Lage für Dich passt, hast weiterhin eine Arbeit und somit Deine Unabhängigkeit und wohnst vielleicht nur 20-30 Minuten von ihm entfernt und nicht 2,5 Stunden. So könnt ihr weiterhin ein Paar bleiben, euch regelmäßig sehen und habt nicht mehr den Stress einer Fernbeziehung.

Die Frage ist jedoch, ob Dich das auf Dauer glücklich machen würde, beziehungsweise, ob das für Dich ausreichend ist? Und eins musst Du noch bedenken. Wenn er als Landwirt selbstständig ist, könnte es sein, dass er dann noch weniger Zeit für Dich hat, da die Tiere und der Hof immer an erster Stelle stehen wird. Auch könnte es für einen Landwirt schwer sein, sich Zeit für einen Urlaub zu nehmen. Im Frühjahr muss gesät werden, im Sommer die Felder gepflegt werden und im Herbst ist Ernte und Heu/Stroh muss gemacht werden. Bleibt für Urlaub, wenn überhaupt, nur noch der Winter. Das sind alles Dinge, die Du beachten und mit ihm klären müsstest, wenn Du Dich für eine Fortführung der Beziehung entscheiden möchtest.

Zum Schluss möchte ich nur sagen, dass es völlig okay ist, dass Du Dir nicht vorstellen kannst irgendwo im nirgendwo auf einem Bauernhof zu leben, womöglich noch mit den "Schwiegereltern" unter einem Dach. Du bist damals bewusst aus dieser Region weggezogen, da Dir das Gebiet dort nicht gefällt und Du es gerne zentraler hast. Außerdem hast Du nun einen neuen Lebensmittelpunkt und sozial Kontakte. Es klar, dass es dann schwer fällt, dies für jemand anderen aufzugebene. Wenn Du es nicht willst, dann lasse es. Du hast Deinem Freund das immer wieder deutlich gemacht. Du musst also kein schlechtes Gewissen haben. Natürlich ist es schade und traurig, wenn man deshalb die große Liebe aufgeben muss. Aber manchmal ist das Leben leider so. Und Du hast immer noch die Chance eine Liebe zu finden, bei dem die Grundvoraussetzungen besser zu Deinen Erwartungen passt.
 
D
Benutzer209496  (49) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #29
Das ist aber ein merkwürdiger Grund. Was macht man denn dann mit so viel Platz?
Eine große, mietfreie(!) Wohnung ist durchaus ein Argument, das in die Abwägung, wo man zukünftig wohnt, einfließen kann.
 
Trouserbond
Benutzer95608  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #30
Ich kann Dir nur abraten, irgendwo hinzuziehen, wo Du Dich nicht wohl und zuhause fühlst.

Gerade deshalb, weil Dein Partner ja familiär und durch den Hof gebunden ist an diesen Ort, den Du nicht magst. Also wird er sich so schnell nicht Dir zu Liebe von diesem Ort trennen, vielleicht niemals, weil dort eben seine Zukunft liegt und damit auch sein Lebensabend. Verspricht Sicherheit, Anerkennung und Einkommen. Männer geben so was nicht auf.

Ich habe diesen Fehler gemacht. Bin aus Liebe aus meiner wunderbaren Heimatstadt, aus meinem gewohnten vertrauten Umfeld in ein total langweiliges und unattraktives Kaff gezogen, in dem man wirklich für alles ein Auto braucht. Es gab zwar berechtigte Gründe von Seiten meines Mannes in dieses Kaff hier zu ziehen, aber das spielt unterm Strich keine Rolle. Es ist und bleibt so, dass ich mich hier nie wohl gefühlt habe - aber so lange die Beziehung funktionierte, war das nicht ganz so wichtig für mich.

Nun steht nach 17 Jahren wahrscheinlich die Trennung an und ich will natürlich zurück. Das gestaltet sich vor allem aus finanziellen Gründen schwierig bis unmöglich. Auch habe ich den Bezug zu meinem Geburtsort, meiner Heimatstadt verloren, habe keine Kontakte mehr, wäre dort sehr einsam und es würde lange dauern, bis ich wieder Fuß gefasst hätte. Auch weil sich dort einfach viel geändert hat, es ist [entfernt durch Moderation] ein nicht wirklich sicherer Ort mehr für eine alleinstehende Frau. Ich bereue es sehr dort quasi alle Brücken abgebrochen zu haben - konnte in die Veränderungen (die wohl viele Städte in den letzten Jahren erfahren haben) nicht hereinwachsen - und all das aus Liebe, die nach fast zwei Jahrzehnten leider vergangen ist.

Ich fühle mich heimatlos und das ist wirklich ein scheiß Gefühl - bin über 60 ... Du bist noch jung, mach nicht den gleichen Fehler. Erkenne, dass Dein Freund sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit von diesem Ort nicht trennen wird - Euer gemeinsames Leben lang.

Und wenn Du es doch wagst - dann baut Euch etwas gemeinsames auf, was auch Dir zur Hälfte gehört. Dazu gehört die Heirat und eine rechtlich einwandfreie finanzielle Absicherung für Dich, falls die Beziehung schief geht. Auch ein Fehler den ich gemacht habe und ich stehe heute mit nix da, hab ihm geholfen, alles investiert, nicht nur Geld, sondern auch meine ganze Kraft und Liebe. Er wäre beruflich und finanziell heute nicht da wo er ist, hätte er mich nicht an seiner Seite gehabt.

Und falls Dich diese Warnung auch nicht abhält in "sein Leben" zu investieren: bleib wenigstens von ihm unabhängig, behalte Deine Wohnung oder eine Anlaufstelle, bleib selbstständig. Halt die Augen offen ... Die Liebe ist ein Fake ... schon schlimm genug wenn man dies erkennen muss, aber dann abhängig zu sein, nicht zurück zu können in naher Zukunft, nimmt einem den Rest an Lebensmut.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Tiffi36
Benutzer223478  Öfter im Forum
  • #31
Eine große, mietfreie(!) Wohnung ist durchaus ein Argument, das in die Abwägung, wo man zukünftig wohnt, einfließen kann.
Finde ich jetzt nicht....

Zumal bei einem Bauernhof auch immer noch die Arbeit auf dem Hof da mit dran hängt, die ja auch gemacht werden muss.
Und Frau muss sich jetzt auch nicht "ins gemachte Nest" setzen.

Mein Umzug damals war ein Fehlschlag, ich bin nur nicht in die Heimat zurück, weil ich hier einen guten Job und einen Freundeskreis gefunden habe.

Eine Freundin von mir ist damals auch zu ihrem Partner gezogen, da die beiden ein Kind erwartet haben. Sie ist ein Stadtmensch und er wohnt sehr ländlich, ein Haus im Nirgendwo, das nächste Dorf ist schon 20 min weg und keine Nachbarn in Sichtweite.
Sie hat nach ein paar Monaten Depressionen bekommen, weil sie von allem abgeschnitten war. Er war am Arbeiten und sie meist alleine zuhause.
 
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