Umfrage: Studie über Großeltern

Benutzer150015  (30)

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Hallo zusammen,

ich brauche eure Hilfe! Mein Name ist Sebastian Weber und ich studiere Psychologie an der Bergischen Universität Wuppertal. Für meine Masterarbeit brauche ich dringend noch Menschen mit Kindern, die meinen Online-Fragebogen ausfüllen: https://www.soscisurvey.de/grosselternfuersorge/

Das Ganze ist anonym, dauert nicht lange (ca. 10-15 Minuten) und tut nicht weh. Es geht um großelterliche Fürsorge. Es würde mich freuen, wenn ihr euch die Zeit nehmen könntet. Ich brauche auch immer nur einen Elternteil.

Nach Ablauf des Erhebungszeitraums würde ich noch einmal einen kurzen Text zu meinen Ergebnissen hier im Forum posten. Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir bitte einfach eine PN.

Viele Grüße und schon einmal vielen Dank,
Sebastian
 

Benutzer109947 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Off-Topic:
... und ich habs mal ins richtige Unterforum verschoben :zwinker:
 

Benutzer137391  (46)

Beiträge füllen Bücher
mitgemacht..:thumbsup:
die ergebnisse würden mich persönlich interessieren:jaa:
 
2 Monat(e) später

Benutzer150015  (30)

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Endspurt! Die Erhebung läuft nur noch bis Anfang April. Falls ihr es noch nicht gemacht habt, würde ich mich freuen, wenn ihr euch noch die 10 Minuten Zeit nehmen könntet, um teilzunehmen!
 
5 Monat(e) später

Benutzer150015  (30)

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Hallo zusammen! Meine Masterarbeit ist nun fertig gestellt und hier sind, wie versprochen, ein paar Ergebnisse (etwas vereinfacht aufbereitet): In meiner Masterarbeit habe ich untersucht, welche Faktoren einen Einfluss darauf haben, inwieweit sich Großeltern um ihre Enkelkinder kümmern. In der bisherigen Forschung zu diesem Thema hat sich meistens gezeigt, dass sich die Großmutter mütterlicherseits am meisten um ihre Enkelkinder kümmert und der Großvater väterlicherseits am wenigsten. Zu der Frage, woher dies kommt, gibt es verschiedene Theorien.
Ein evolutionspsychologischer Erklärungsansatz basiert auf dem Prinzip der Paternity Uncertainty. Die Großmutter mütterlicherseits ist der einzige der vier Großelternteile, der sicher weiß, dass ihr Enkelkind tatsächlich ihr Enkelkind ist (als Frau hat sie ihre Tochter selbst zur Welt gebracht; dasselbe gilt für ihre Tochter). Der Großvater väterlicherseits hingegen kann sich – theoretisch – weder bei seinem Sohn noch bei seinem Enkelkind der biologischen Verwandtschaft sicher sein. Daher ist es aus evolutionärer Sicht sinnvoll, wenn die Großmutter mütterlicherseits sich darum kümmert, dass es ihrem Enkelkind gut geht (Stichwort: Weitergabe der eigenen Gene). Der Großvater väterlicherseits hingegen weiß theoretisch gar nicht, ob sein Enkelkind überhaupt seine Gene in sich trägt und hält sich – laut Theorie – mit der Fürsorge zurück, weil er ja gar nicht weiß, wem er sonst dabei hilft, seine Gene weiterzutragen. Für diese Theorie gibt es zwar zahlreiche Belege, allerdings ist die Forschungslage insgesamt eher heterogen.
Eine andere Theorie geht davon aus, dass das Verhältnis der Kindsmutter zu ihrer eigenen Mutter (der Großmutter mütterlicherseits) das stärkste Verhältnis innerhalb eines Familiengefüges ist und dass sich dies auch auf die Enkelkinder überträgt.
Ich habe über das Internet Eltern gesucht, die meinen Fragebogen zu dieser Thematik ausgefüllt haben und es hat sich gezeigt, dass auch in meiner Stichprobe das oben erwähnte Muster vorhanden war: Die Großmutter mütterlicherseits kümmert sich am meisten um die Enkelkinder, der Großvater väterlicherseits am wenigsten. Für sich genommen spricht dieser Befund zunächst einmal nicht gegen die Paternity Uncertainty-Hypothese. Es hat sich jedoch ebenfalls gezeigt, dass das oben genannte Muster verschwindet, wenn man mit einbezieht, wie gut sich die Eltern mit den jeweiligen Großelternteilen verstehen. Das bedeutet, dass der Einfluss, den das persönliche Verhältnis zwischen den Eltern und dem jeweiligen Großelternteil hat, größer ist, als der Einfluss irgendwelcher unterbewusst ablaufenden evolutionspsychologischen Faktoren.
Der zweite Teil meiner Arbeit beschäftigte sich mit einer modernen Version der sogenannten Trivers-Willard-Hypothese. Diese moderne Version der Hypothese besagt, dass in sozioökonomisch stärkeren Familien Söhne, in sozioökonomisch schwächeren Familien hingegen Töchter mehr gefördert werden. Auch zu dieser Hypothese gibt es bisher heterogene Befunde. Eine relativ neue Studie aus den USA belegt jedoch, dass dieses Muster im Hinblick auf die Ausgaben der Eltern für die Ausbildung ihrer Kinder durchaus zutrifft. Meine Intention war es zu untersuchen, ob es ein solches Muster auch bei großelterlicher Fürsorge gibt. Dafür gibt es in meiner Untersuchung allerdings leider keine Belege. Dazu muss gesagt werde, dass es zum einen schwer ist, geeignete Indikatoren für den sozioökonomischen Status zu finden (wenn nach dem Einkommen oder dem Gesamtvermögen gefragt wird, führt dies sehr häufig dazu, dass die Beantwortung des Fragebogens abgebrochen wird, was dazu führt, dass die Daten nicht mehr verwertbar sind). Es kann also durchaus sein, dass es in Zukunft Untersuchungen gibt, die im Hinblick auf diese Hypothese erfolgreicher sind.
Neben diesen Hauptbefunden gibt es noch ein paar interessante Nebenergebnisse:
• Es scheint keinen nennenswerten Unterschied zu geben zwischen verschiedenen Arten der Fürsorge (telefonisch, persönlich, finanziell etc.): Wer sich kümmert, der kümmert sich auf verschiedene Art und Weise, bzw. ist es anscheinend selten, dass sich jemand finanziell stark und ansonsten wenig kümmert.
• Das Verhältnis zur Großmutter mütterlicherseits wurde im Durchschnitt am besten bewertet, das zum Großvater väterlicherseits am schlechtesten. Allerdings verschwindet dieser Effekt, wenn man den Gesundheitszustand der Großeltern berücksichtigt, denn…
• …der Großvater väterlicherseits ist im Durchschnitt am ältesten und hat den schlechtesten Gesundheitszustand, wohingegen die Großmutter mütterlicherseits meistens am jüngsten und am gesündesten ist.
• Im Durchschnitt wohnen die Enkelkinder allen Großelternteilen ungefähr gleich weit entfernt, bzw. gibt es keinen Großelternteil, der generell näher an seinem Enkelkind wohnt als die anderen.
• Die Untersuchungsteilnehmer hatten im Durchschnitt 1,83 Kinder.
• Die Fürsorge der Großeltern mütterlicherseits war unabhängig von der Fürsorge der Großeltern väterlicherseits und umgekehrt. Außerdem ist das Verhältnis zu den Großeltern mütterlicherseits unabhängig vom Verhältnis zu den Großeltern väterlicherseits. Das bedeutet, dass es keinen „Konkurrenzkampf“ um die Enkelkinder zu geben scheint, sondern dass sich manche Großeltern mehr und manche weniger um ihre Enkelkinder kümmern, unabhängig davon, was die anderen Großelternteile machen.
• Der Großvater väterlicherseits war am häufigsten noch berufstätig, gefolgt von der Großmutter mütterlicherseits und dem Großvater väterlicherseits. Am seltensten war die Großmutter väterlicherseits berufstätig. Hierbei spielt zum einen das unterschiedliche Alter eine Rolle (s.o.) und zum anderen mit Sicherheit auch noch eine klassische Rollenverteilung in der Großelterngeneration.

Wie immer bei solchen Untersuchungen kann von der Stichprobe natürlich nur eingeschränkt auf die Gesamtbevölkerung geschlossen werden. Trotzdem kamen einige interessante Ergebnisse ans Licht, die möglicherweise sogar in die zukünftige Forschung zu diesem Thema einfließen können.

Nochmals vielen Dank für Ihre Teilnahme!
 
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