Benutzer232283 (27)
Ist noch neu hier
- #1
Hallo,
ich bin noch neu hier, würde aber gerne einige Gedanken teilen.
Ich habe über mehrere Jahre regelmäßigen sexuellen Missbrauch durch meine Mutter erlebt. Mir macht es etwas Mut von Erfahrungen anderer zu lesen. Ich fühle mich gerade in der Konstellation, in der es passiert ist oft ziemlich unverstanden und alleine. Eine Frau bzw Mutter als Täterin ist nicht was man sehr häufig liest, oder wo man im Internet extrem viele Informationen findet.
Vor 3 Jahren habe ich mich das erste mal geöffnet und habe während eines stationären Klinikaufenthaltes die Thematik angesprochen. Ich konnte wärend der Therapie nie mehr sagen als es war meine Mutter und es war ein sexueller Missbrauch. Ich hatte mich bei meinem alten Therapeuten nicht wohlgefühlt und jetzt zu einer wirklich lieben und verständnisvollen Therapeutin gewechselt. Selbst bei ihr kann ich mich nicht öffnen. Ich empfinde starke Scham für das, was mir passiert ist. Sobald ich nur ein wenig anfange drüber zu reden, komme ich in einem Zustand, wo mein Körper sämtliche Emotionen abspaltet. Das macht Gespräche schnell sehr nüchtern und sorgt auch nicht dafür, dass ich es wirklich verarbeiten kann. Ich habe für mich selber noch keinen Weg gefunden die Emotionen zuzulassen. Ich hab dann Angst die Kontrolle zu verlieren, so dass alles über mich herein bricht. Es auch weiter anzusprechen bedeutet für mich die Situation zuzugeben. Ein Teil in mir hofft, dass es nie passiert ist und meine Erinnerungen einfach fehlerhaft oder Kindliche Phantasie war. Ich habe das Gefühl, an ziemlich wenig zu erinnern. Ich habe sehr gute Erinnerungen und viele kleine Erinnerungen, Gerüche und Bilder die ab und an hochkommen. Das macht es auch schwer für mich selber vieles zu ordnen.
Meine Erfahrungen mich jemanden zu öffnen, war damals schon schwierig.
Ich hatte damals mit meinem ex Ehemann gesprochen. In laufe der Jahre musste ich mir dann vieles anhören. Sätze wie es ist doch deine Mutter und Eltern lieben ihre Kinder doch. Da es eine Frau war kann es ja nicht so schlimm gewesen sein. Das sind Sätze von so vielen. Für mich gab es damals nichts schlimmeres, als dass mein eigener Ehemann mir nicht glauben wollte oder konnte. Selbst meine eigenen Geschwister wollten nichts davon wissen. Für sie gab es nur eine gute und schöne Kindheit. Heute habe ich zu keinen Teil meiner Familie mehr Kontakt.
Unsere Ehe war auch von sehr übergriffigem Verhalten geprägt. Mein Ehemann war auch mein erster Partner und die erste Person mit der ich Sex hatte. Für mich war Sex nie schön und ich habe es aus der Pflicht für meinen Partner getan, da ich damals dachte es gehört sich so in einer Beziehung. Ich lernte Sex auszuhalten über mehrere Jahre. Ich konnte auch nicht mit meinem Partner sprechen. Wenn ich keinen Sex wollte, hat er so lange gefragt, bis ich ein schlechtes Gewissen hatte und Ja gesagt habe. Eben vor fast 3 Jahren mit der Aussprache über das was mir passiert ist, hat sich auch unser Sexleben verändert. Ich fing offensichtlich an zu weinen und habe angefangen zu dissoziieren. Ich konnte selber den Sex nicht mehr unterbrechen. Ich hatte dann oft dabei Flashbacks und intensives wieder erleben. Mein Ehemann sah damals kein Problem bei seinem Verhalten. Ich hatte es damals mehrmals angesprochen und seine Reaktion war, ich müsste die Situation selber aktiv beenden. Er hat gesehen und gewusst, dass es mir nicht gut ging und er hat trotzdem nie aufgehört. Sein Verhalten weiß ich für mich selber nicht so wirklich einzuordnen. Für mich fühlte es sich jedes Mal wie eine neue Vergewaltigung an.
Ich würde mir wünschen das Sex in Zukunft als etwas gutes und positives erleben kann. Ich stelle mir oft selber die Frage, in wie weit es für mich möglich ist. Ich denke, ich bin da schon auf einem guten Weg.
Ich bin jetzt zum ersten mal in einer Beziehung in der ich mich sehr wohl und gesehen fühle. Ich vertraue ihm und weiß es passiert mir nichts. Für mich waren normale Dinge wie Umarmungen, sich küssen und nähe des Partners immer nur schwer oder überhaupt nicht zu ertragen. Bei meinem jetzigen Partner genieße ich und liebe seine Nähe sehr. Ich vermisse sie sogar sehr, wenn wir uns nicht sehen.
Miteinander geschlafen haben wir noch nicht. Obwohl ich vertrauen habe und wir haben auch zusammen über meine Ängste und Sorgen gesprochen, machen mir einige Dinge Angst. Ich hab total die Angst anfangen müssen zu weinen und nicht mehr aufhören zu können. Ich habe Angst das alte Erinnerungen getriggert werden. Ich bin auch sehr streng Sekten christlich erzogen worden und schäme mich dafür nackt zu sein. Obwohl an sich alles gut ist reagiert mein Körper mit Stress und Panik. Ich habe auch durch meine letzte Beziehung die Angst nicht gut genug im Bett zu sein, oder meinen Partner zu enttäuschen, wenn ich etwas nicht geben kann. Da sind so viele Faktoren, die mich trotz allem stressen und wo ich selber nicht weiß wie ich mir selber den druck rausnehmen kann. Es kommt in keinster Weise Druck von meinem Partner, den Druck mache ich mir selber.
Vielen Dank für das lesen bis hier hin.
*HINWEIS* bitte nichts zitieren
Vielleicht hat ja jemand gute Tipps und Ideen, die er weitergeben kann
ich bin noch neu hier, würde aber gerne einige Gedanken teilen.
Ich habe über mehrere Jahre regelmäßigen sexuellen Missbrauch durch meine Mutter erlebt. Mir macht es etwas Mut von Erfahrungen anderer zu lesen. Ich fühle mich gerade in der Konstellation, in der es passiert ist oft ziemlich unverstanden und alleine. Eine Frau bzw Mutter als Täterin ist nicht was man sehr häufig liest, oder wo man im Internet extrem viele Informationen findet.
Vor 3 Jahren habe ich mich das erste mal geöffnet und habe während eines stationären Klinikaufenthaltes die Thematik angesprochen. Ich konnte wärend der Therapie nie mehr sagen als es war meine Mutter und es war ein sexueller Missbrauch. Ich hatte mich bei meinem alten Therapeuten nicht wohlgefühlt und jetzt zu einer wirklich lieben und verständnisvollen Therapeutin gewechselt. Selbst bei ihr kann ich mich nicht öffnen. Ich empfinde starke Scham für das, was mir passiert ist. Sobald ich nur ein wenig anfange drüber zu reden, komme ich in einem Zustand, wo mein Körper sämtliche Emotionen abspaltet. Das macht Gespräche schnell sehr nüchtern und sorgt auch nicht dafür, dass ich es wirklich verarbeiten kann. Ich habe für mich selber noch keinen Weg gefunden die Emotionen zuzulassen. Ich hab dann Angst die Kontrolle zu verlieren, so dass alles über mich herein bricht. Es auch weiter anzusprechen bedeutet für mich die Situation zuzugeben. Ein Teil in mir hofft, dass es nie passiert ist und meine Erinnerungen einfach fehlerhaft oder Kindliche Phantasie war. Ich habe das Gefühl, an ziemlich wenig zu erinnern. Ich habe sehr gute Erinnerungen und viele kleine Erinnerungen, Gerüche und Bilder die ab und an hochkommen. Das macht es auch schwer für mich selber vieles zu ordnen.
Meine Erfahrungen mich jemanden zu öffnen, war damals schon schwierig.
Ich hatte damals mit meinem ex Ehemann gesprochen. In laufe der Jahre musste ich mir dann vieles anhören. Sätze wie es ist doch deine Mutter und Eltern lieben ihre Kinder doch. Da es eine Frau war kann es ja nicht so schlimm gewesen sein. Das sind Sätze von so vielen. Für mich gab es damals nichts schlimmeres, als dass mein eigener Ehemann mir nicht glauben wollte oder konnte. Selbst meine eigenen Geschwister wollten nichts davon wissen. Für sie gab es nur eine gute und schöne Kindheit. Heute habe ich zu keinen Teil meiner Familie mehr Kontakt.
Unsere Ehe war auch von sehr übergriffigem Verhalten geprägt. Mein Ehemann war auch mein erster Partner und die erste Person mit der ich Sex hatte. Für mich war Sex nie schön und ich habe es aus der Pflicht für meinen Partner getan, da ich damals dachte es gehört sich so in einer Beziehung. Ich lernte Sex auszuhalten über mehrere Jahre. Ich konnte auch nicht mit meinem Partner sprechen. Wenn ich keinen Sex wollte, hat er so lange gefragt, bis ich ein schlechtes Gewissen hatte und Ja gesagt habe. Eben vor fast 3 Jahren mit der Aussprache über das was mir passiert ist, hat sich auch unser Sexleben verändert. Ich fing offensichtlich an zu weinen und habe angefangen zu dissoziieren. Ich konnte selber den Sex nicht mehr unterbrechen. Ich hatte dann oft dabei Flashbacks und intensives wieder erleben. Mein Ehemann sah damals kein Problem bei seinem Verhalten. Ich hatte es damals mehrmals angesprochen und seine Reaktion war, ich müsste die Situation selber aktiv beenden. Er hat gesehen und gewusst, dass es mir nicht gut ging und er hat trotzdem nie aufgehört. Sein Verhalten weiß ich für mich selber nicht so wirklich einzuordnen. Für mich fühlte es sich jedes Mal wie eine neue Vergewaltigung an.
Ich würde mir wünschen das Sex in Zukunft als etwas gutes und positives erleben kann. Ich stelle mir oft selber die Frage, in wie weit es für mich möglich ist. Ich denke, ich bin da schon auf einem guten Weg.
Ich bin jetzt zum ersten mal in einer Beziehung in der ich mich sehr wohl und gesehen fühle. Ich vertraue ihm und weiß es passiert mir nichts. Für mich waren normale Dinge wie Umarmungen, sich küssen und nähe des Partners immer nur schwer oder überhaupt nicht zu ertragen. Bei meinem jetzigen Partner genieße ich und liebe seine Nähe sehr. Ich vermisse sie sogar sehr, wenn wir uns nicht sehen.
Miteinander geschlafen haben wir noch nicht. Obwohl ich vertrauen habe und wir haben auch zusammen über meine Ängste und Sorgen gesprochen, machen mir einige Dinge Angst. Ich hab total die Angst anfangen müssen zu weinen und nicht mehr aufhören zu können. Ich habe Angst das alte Erinnerungen getriggert werden. Ich bin auch sehr streng Sekten christlich erzogen worden und schäme mich dafür nackt zu sein. Obwohl an sich alles gut ist reagiert mein Körper mit Stress und Panik. Ich habe auch durch meine letzte Beziehung die Angst nicht gut genug im Bett zu sein, oder meinen Partner zu enttäuschen, wenn ich etwas nicht geben kann. Da sind so viele Faktoren, die mich trotz allem stressen und wo ich selber nicht weiß wie ich mir selber den druck rausnehmen kann. Es kommt in keinster Weise Druck von meinem Partner, den Druck mache ich mir selber.
Vielen Dank für das lesen bis hier hin.
*HINWEIS* bitte nichts zitieren
Vielleicht hat ja jemand gute Tipps und Ideen, die er weitergeben kann
