TV Tipp: "Hauptsache ein Junge!" (Doku)

Benutzer90972 

Team-Alumni
"Die Liebe der Mutter zu ihren Kindern ist eine Brücke zu allem Guten: im Leben und in der Ewigkeit" (türkisches Sprichwort)​

Doch manchmal hilft auch diese Liebe nicht:

Abtreibungen sind auch auf Planet Liebe immer wieder Thema. Meist geht es dabei um ungewollte Schwangerschaften, die (aus welchen Gründen auch immer) nicht mit der aktuellen Lebenssituation vereinbar sind und um die Reaktion/Gedanken des beteiligten Mannes. Was aber ist, wenn ein Kind geplant und gewollt, das Geschlecht aber so gar nicht mit den Erwartungen der Familie und Gesellschaft vereinbar ist?

Heute Abend läuft auf 3Sat eine Dokumentation über geschlechtsbezogene Abtreibungen in Europa. Ein Phänomen, das für Länder wie China und Indien in den letzten Jahren immer wieder thematisiert wurde. Aber auch in europäische Länder, wie Albanien oder anderen osteuropäischen Staaten, sind vermehrte Schwangerschaftsabbruch bei weiblichen Föten leider keine Seltenheit.
Die Gesellschaft sei geprägt von der Vorstellung des Stammhalters; Gleichberechtigung existiert oft nur auf dem Papier. In Zeiten der Kleinfamilie erhöht das den Druck auf junge Frauen ungemein. Inzwischen gibt es in einigen Ländern Initiativen und Gesetzesentwürfe.

Auch in einigen Praxen Westeuropas soll es inzwischen relativ einfach sein, eine Schwangerschaft aufgrund des Geschlechts des Ungeborenen abzubrechen. Hier werden Kontakte unter der Hand vermittelt. In Schweden ist der geschlechtsbezogene Schwangerschaftsabbruch sogar legal.
Grundsätzlich sind geschlechtsbezogene Abtreibungen in der EU verboten. Brüssel nehme das Problem momentan aber noch nicht als solches war und sieht die Verantwortung in den einzelnen Staaten.

In Ländern wie Aserbaidschan kommen auf 100 Mädchen inzwischen 117 Jungen. In Georgien, Armenien und Montenegro sind die Zahlen nur minimal geringer. Zunächst klingen diese Zahlen vielleicht nicht sonderlich bedenklich. Wenn man die Problematik aber langfristig beobachtet, kommt es auf Dauer zu einem ungesunden Gleichgewicht.

Weltweit gibt es bereits ein Defizit von 160 Millionen Frauen. Das könnte langfristig nicht nur ein demografisches, sondern auch ein politisches Problem werden.

Heute Abend 20:15 auf 3Sat

Wie findet ihr die Doku?
Ist euch das Thema (im Bezug auf Europa) schon begegnet?



Quellen und Links zum Weiterlesen und -schauen:

Programmhinweis 3Sat: Bitte kein Mädchen!
Mediathek 3sat: Hauptsache ein Junge (abrufbar bis 17.11.15)
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Im europäischen Kontext ist mir das Thema noch nicht begegnet, aber in Hinblick auf China und seine 1-Kind-Politik schon.

Eine Veränderung der kulturell bedingten Sichtweise, dass nicht unbedingt nur der Mann der Stammhalter ist, dauert sehr, sehr lange. Und ich denke, dass es in diesem Fall so lange dauert, dass zuvor schon medizinisch dafür gesorgt werden kann, dass das Geschlecht des Kindes bestimmt werden kann. Sowohl die unnötigen Abtreibungen als auch unnötige medizinische Eingriffe in die Natur finde ich unangebracht.
 

Benutzer152150 

Sehr bekannt hier
Wenn man das Geld hat...oder das Geld braucht, dann wird das überall gemacht.
Nur in solchen Ländern wie Albanien und China fällt es halt leichter auf.
Auch hier in Deutschland ist es keine Seltenheit. Nur sind die Ärzte hier diskreter....und/oder die Kunden einflussreicher.
 

Benutzer109783 

Beiträge füllen Bücher
Ich kenne das sehr gut aus Skandinavien. Da man beispielsweise in Schweden bis zum Ende der 18. SSW einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen kann, ohne einen Grund o.Ä. zu nennen, haben sich viele Ärzte in den Nachbarländern dafür entschieden, das Geschlecht erst nach der 18. SSW bekannt zu geben, da es eben einige Leute gab, die wegen des "falschen" Geschlechts dann nach Schweden fuhren.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich kenne das sehr gut aus Skandinavien. Da man beispielsweise in Schweden bis zum Ende der 18. SSW einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen kann, ohne einen Grund o.Ä. zu nennen, haben sich viele Ärzte in den Nachbarländern dafür entschieden, das Geschlecht erst nach der 18. SSW bekannt zu geben, da es eben einige Leute gab, die wegen des "falschen" Geschlechts dann nach Schweden fuhren.

Ernsthaft? Aber ich nehme an, dass es in Schweden nicht so ist, dass Jungen bevorzugt werden und Mädchen häufiger abgetrieben, oder? Da ist es doch wohl eher so, dass man sich ein Kind mit dem Geschlecht xy wünscht (Junge oder Mädchen) und dann abtreiben lässt, wenn man nicht das bekommt, was man will. Wenn dem so wäre, wäre das m.E. eigentlich noch "kranker" als wenn man z.B. aus ökonomischen Gründen Mädchen abtreibt, weil einen voraussichtlich die Mitgift ruinieren wird.

Furchbar, das Ganze.
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In Ländern wie Aserbaidschan kommen auf 100 Mädchen inzwischen 117 Jungen. In Georgien, Armenien und Montenegro sind die Zahlen nur minimal geringer. Zunächst klingen diese Zahlen vielleicht nicht sonderlich bedenklich. Wenn man die Problematik aber langfristig beobachtet, kommt es auf Dauer zu einem ungesunden Gleichgewicht.)

Naja, das Problem vor allem als ein demografisches und biopolitisches zu betrachten, finde ich aber auch ziemlich daneben.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Naja, das Problem vor allem als ein demografisches und biopolitisches zu betrachten, finde ich aber auch ziemlich daneben.

Ich habe lediglich eine kleine Darstellung zur Doku verfasst, die als Diskussionsgrundlage dienen sollte. Keine Abhandlung, die Anspruch auf umfassende Betrachtung erhebt. :zwinker:

In 15 Minuten geht es los! :winkwink:
 
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