Trennungstagebuch (no contact) w/23

Benutzer189422  (23)

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Tag 1-5

Hallo Leute,

ich habe online oft gelesen, dass es hilft seine Gefühle und Gedanken in einer Art Tagebuch festzuhalten. Da es bestimmt nett ist ein paar aufmunternde Worte zu meinen teilweise wirren Gedanken und Gefühle zu bekommen, habe ich entschlossen das ganze hier in einer Art Thread aufzuziehen, den ich immer mal wieder updaten will.
Ich will gar nicht zu tief in die Trennungsgründe eingehen, aber vorweg kann ich sagen, dass es schon seit April letzten Jahres immer wieder ein auf und ab in unserer Beziehung gab (wir waren zwei Jahre zusammen). Danach hatten er sich im Oktober von mir getrennt, aber wollte unbedingt den Kontakt halten. Dies habe ich aus Verzweiflung leider auch mitgemacht und immer als wir uns gesehen haben, war es als wären wir noch zusammen, was sich natürlich für mich wunderschön angefühlt hatte. Aber leider denke ich, dass das für ihn eher ein Weg war mit weniger Trennungsschmerz über mich hinwegzukommen.
Vor mittlerweile 5 Tagen hat er sich mit der Bitte geäußert, dass er etwas Zeit für sich will und Ruhe um Energie zu sammeln. Er hat auch gesagt, dass er sich das nicht so vorgestellt hat und jetzt gerne die Trennung verarbeiten möchte. Mir hat das natürlich nochmal das Herz gebrochen, da ich dachte es wäre alles langsam wieder besser geworden, aber ich habe seine Entscheidung akzeptiert und aufgehört mich zu melden. Er hat sich bisher auch nicht gemeldet.
Natürlich versteht der rationale Teil von mir, dass jetzt die Zeit gekommen ist über ihn hinwegzukommen. Dennoch erlaube ich mir die "no contact rule" zu verwenden. Einerseits in der Hoffnung ihn zurückzubekommen, da er mich vielleicht vermisst und andererseits, um falls dies nicht der Fall ist über ihn hinweg zu kommen. Wie man merkt, bin ich also noch in der Anfangsphase der Trennungsverarbeitung, da ich mir immer noch Hoffnungen mache und das ganze nicht ganz akzeptieren will. Aber ich versuche mein bestes.
Am ersten Tag habe ich seine Entscheidung nicht vollkommen realisiert gehabt. Ich habe sogar nach unserem Chat meine Nägel gemacht und irgendwie sogar fest erwartet, dass er mir in der Nacht wie üblich "Gute Nacht und träum schön <3" schreiben würde. Als das nicht passiert ist und er mir am nächsten Morgen keinen "Guten Morgen kleiner <3" geschrieben hatte, habe ich realisiert, dass er das dieses Mal wirklich ernst meint. Und Tag 2 war somit der erste Tag an dem ich wirklich geweint habe. Seither habe ich jeden Tag geweint und am schlimmsten ist es morgens. Da ich Studentin bin und zurzeit Semesterferien habe, bin ich also noch dazu morgens immer alleine im Haus. Das macht es irgendwie schlimmer, erlaubt mir aber auch so laut zu weinen und zu klagen wie ich will.
Also ja, das klingt vielleicht etwas seltsam und ich habe das zuvor auch nie gemacht aber manchmal weine ich und spreche dabei meine Gedanken wie "Ich vermisse dich; Ich liebe dich" etc. laut aus. Ich schätze ich klage einfach, wie man das aus irgendwelchen Dramen kennt. Und wie in einem Drama fühle ich mich auch. Ich kann nicht gut schlafen. Meistens träume ich von ihm und wache dann ganz früh am Morgen auf. Danach liege ich Stunden lang im Bett und weine oder suche online nach irgendeiner Lösung, dass ich mich besser fühle. Natürlich gibt es die nicht. Um 10 oder 11 Uhr (da bin ich oft schon 6-7h wach) quäle ich mich dann aus dem Bett, mache Yoga und dusche heiß, da sich das wie eine Umarmung anfühlt. Frühstücken kann ich ganz oft gar nicht.
Gegen nachmittags wird meine Stimmung meist etwas besser. Nicht, dass ich mich gut fühle, aber wenn ich etwas mit Freunden gemacht habe, Bewerbungen geschrieben habe oder spazieren war, ist es als fällt ein kleines Stückchen dieser Schwere ab.
Gegen Abend schaffe ich es seit Tag 4 sogar mir eine Serie anzusehen und mich darauf zu konzentrieren. Ich denke das ist sogar eine kleine Erleichterung für meinen Körper, weil dabei schaffe ich es meistens einzuschlafen, um dann 4 bis maximal 6h zu schlafen.
Meine ganze Situation nervt mich irgendwie schon total, aber ich kann diesem Schmerz nicht entrinnen. Irgendwie muss ich da einfach durch, auch wenn es sehr weh tut. Am liebsten hätte ich einfach gerne den quick fix und wäre einfach glücklich mit ihm zusammen.
Warum tut das nur so sehr weh? Wann vergeht dieser tiefe Schmerz in meinem Herzen? Werde ich irgendwann aufhören ihn so sehr zu vermissen? Wird es irgendwann egal sein, dass ich nicht mehr weiß was er jeden Tag so macht? Ich hoffe es, aber ich kann momentan noch nicht ganz loslassen, wie sehr ich es auch versuche.

So viel zu Tag 1-5. Danke, falls sich jemand die Zeit genommen hat das zu lesen und ihr könnt auch gerne Kommentare da lassen.
Aber bitte noch nichts wie "Lad dir Tinder runter", die bekomme ich nämlich immer von Freunden, aber ich könnte einfach niemanden treffen oder so.
 
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Benutzer189112  (48)

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Liebe hiyou,

den quick fix kann ich Dir leider bieten. Was Du momentan erlebst ist schmerzhaft. Ich bin etwa 25 Jahre älter als Du und denke, die meisten, die Beziehungen eingehen machen ähnliche Erfahrungen wie Du bevor sie ihren Lebens(abschnitts)partner finden. Die Suche nach dem / der Richtigen ist leider mit unangenehmen Rückschlägen gepflastert. Da musst Du leider durch das Tal der Tränen, so hart es auch ist. Es gehört wohl irgendwie zum Leben. Schlussendlich wird Dich diese Erfahrung stärken für die Zukunft. Und beim nächsten Mal tut es hoffentlich nicht mehr so weh.
 
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Benutzer189422  (23)

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Erst mal Hallo ihr zwei,
ich bin dankbar über alle lieben Worte und eigentlich ist es sowieso klar, dass egal was jemand sagen würde dieser Schmerz bleibt.

Tag 6

Ich habe gestern irgendwie nicht gedacht, dass ich so schnell wieder einen zweiten Beitrag verfassen würde, aber hier bin ich.
Nachdem ich gestern Morgen wieder schrecklich traurig war und viel geweint habe, habe ich mich am Morgen auch mit Sprachnachrichten an Freunde gewandt, um etwas Stärkung zu bekommen.
Besonders die Worte eines männlichen Freundes (wirklich nur ein Freund!), haben mir am meisten geholfen, da er mir aufgezeigt hat, dass man so niemals eine Person behandeln könnte, die man liebt. Ich bin dabei fast sogar teilweise ein bisschen sauer auf meinen Ex geworden und irgendwie hat sich das besser angefühlt, als diese ohnmächtige Trauer.
Danach verging mein Tag zwar immer noch mit einer anhaltenden negativen Bedrücktheit, aber ich habe es geschafft mich teilweise etwas abzulenken und konnte mich sogar auf ein paar andere Sachen konzentrieren. Dass mein Papa dann da war, hat auch geholfen.
Am Abend habe ich mich dann mit einer Freundin getroffen. Das war auch anfangs richtig gut, aber ich bin fast bis um 2 Uhr nachts geblieben und ab circa Mitternacht war mir dann wieder zum Weinen. Was ich dann auch gemacht habe. Natürlich tat auch die Unterstützung meiner Freundin gut.
Als ich nach Hause gekommen bin, konnte ich dann auch einigermaßen gut einschlafen. Trotzdem bin ich heute um 6:30 Uhr aufgewacht. Ich habe erst versucht noch etwas zu schlafen, aber es ist als würde jemand seine Hand um mein Herz legen und langsam immer stärker zudrücken. Wenn es zu viel ist, kann ich nicht anders als einfach anzufangen zu weinen. Es ist schrecklich und irgendwie traurig, wie ich mich in einem Trauerkloß verwandle, der so sehr weint, dass er sich irgendwann übergeben muss. Also weine ich wie ein Häufchen Elend über dem Klo (irgendwie fast schon eine lustige Vorstellung, wenn ich mir das recht überlege, aber leider meine Realität). Von dort komme ich jetzt gerade auch, um vielleicht irgendwie ein kleines Stückchen dieser Last loszuwerden.
Bezüglich no contact bezweifle ich mittlerweile, dass das funktioniert. Er wird sich bestimmt nie wieder bei mir melden... aber vielleicht will ich das auch gar nicht? Ich wüsste gar nicht was ich sagen sollte.
Laut "Experten die mit Liebeskummer Geld machen" (irgendwie ein trauriges Konzept, aber es funktioniert), sollte mein Ex jetzt noch immer in der Erleichterungsphase stecken, aber sich langsam anfangen Sorgen zu machen, warum ich ihm nicht hinterherlaufe. Könnt ihr euch das vorstellen? Während ich heulend über der Kloschüssel hänge, denkt er sich eventuell noch "Boah bin ich froh, dass ich ihr das endlich gesagt habe. Jetzt kann mein Leben neu losgehen. Ich fühle mich total erleichtert." Ich finde das nicht fair. Ein dunkler Teil von mir will sogar, dass er genauso leidet wie ich (Natürlich wünscht man das eigentlich niemanden, aber hey ich will hier ganz ehrlich sein).

Naja, jetzt wo ich die ganzen dunklen Gedanken losgeworden bin, vielleicht noch etwas zu den kleinen positiven Lichtblitze in meinem Leben: Ich wurde gestern zu zwei Bewerbungsgesprächen eingeladen. Also eventuell bin ich bald Werkstudentin bei einer Firma. Das wäre sicherlich eine gute Ablenkung. Außerdem gehe ich am Freitag wieder zu meiner Psychologin. Ich hoffe wirklich, dass mir ihre Worte ein wenig weiterhelfen können.
 
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Benutzer189112  (48)

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Es ist gut, daß Du heute schon sauer sein konntest auf Deinen Ex. Was anderes hat er auch nicht verdient. :mad:

Toll, dass Du zu den Bewerbungsgesprächen eingeladen wurdest. Ich wünsche Dir viel Erfolg! 😀👍
 
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Benutzer171790 

Verbringt hier viel Zeit
Nach Beendigung der Beziehung wäre ein konsequenter Kontaktabbruch meiner Ansicht nach besser gewesen. Mir hat es jedenfalls sehr geholfen, nach der Entscheidung der Beendigung der tiefen platonischenden Liebe zu meiner Freundin, in die ich unsterblich fremdverliebt war, radikal abzubrechen - das sexuelle Begehren wurde meinserseits stark unterdrückt. Der Trennungsschmerz war genauso tief, aber ich konnte rascher aufarbeiten. Wochenlange Schlaf- und Essstörungen, stark depressive Phasen bis hin zu ernsthaften Suizidgedanken machten mir sehr zu schaffen.
Hat dann einige Wochen gedauert, bis ich entdeckte, dass ich mich da selbst hineingesteigert hatte und Sachen interpretierte und erkannte, die real gar nicht so waren. Meine Frau, meine Kinder konnte ich ja schwer mit meinem Seelenzustand belasten, was ja auch noch ein Problem war. Ab der Selbsterkenntis ging es mir dann leichter, Ablenkung hatte ich ja durch meine Familie. In der Zeit half mir sehr viel meine Aquarellmalerei, die für mich das beste Therapiemittel war.
Alles andere, weiterhin nur freundschaftliche Treffen hätten nur die Vollziehung der Trennungsarbeit verzögert und falsche Hoffnungen genährt. Dein Freund wollte dir vermutlich mit dem Ende der Beziehung und den Übergang in Freundschaft die Trennung erleichtern, hat dir damit offenbar mehr geschadet als genützt.
Eure gemeinsame schöne Zeit muss nicht ausgelöscht werden, aber den Kontakt würde ich für längere Zeit vollkommen abbrechen, bis du dir sicher bist, dass Treffen mit ihm für dich schmerzfrei sind.
Ich fühlte mich beim unausweichlich 1. persönlichen Treffen mit meiner Fremdverliebten, 2 Jahre nach dem radikalen Kontaktabbruch immer noch unbehaglich, beklommen.
Aus dem Leben aus dem Sinn war für mich die beste Strategie der Aufarbeitung einer Trennung. Ich hatte auch nie Freundschaften zu Mädchen aufgebaut oder aufrecht gehalten, in die ich mich verliebt hatte. Wozu, wenn das Schicksal gewollt hätte, wären wir ein Paar geworden, also war etwas, was eine Beziehung verhindert hat, dann ist es auch für eine Freundschaft nicht ausreichend.
Ihr habt schon längere Zeit Probleme in der Beziehung, sei eher froh und fast schon dankbar, dass dir eine Beziehung erspart bleibt, in der zumindest ein Partner anscheinend nicht glücklich ist bzw war. Es wäre doch nur ein verschieben des Zeitpunktes der Trennung gewesen. Du hast jetzt endlich die riesengroße Chance deinen tatsächlich richtigen Partner zu trefen.
Also, wenn es auch noch so weh tut, einige Zeit heulen, Tränen trocknen und ab, unter die Leute.
 
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Benutzer189422  (23)

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Hallo nochmal :smile: Ich hab festgestellt, dass mir das "journaling" hier wirklich gut tut. Also ein erneutes Update zu meinem Leben.
Danke auch nochmal für alle Antworten. Klar ist das teilweise nicht das, was man in seinem Schmerz hören will, aber der rational denkende Teil von einem kann das definitiv nachvollziehen. Dennoch hier nochmal meine eigenen wirren Gedanken, die aber letztendlich sicherlich zu dem richtigen Ergebnis führen werden. Vielleicht nicht heute.

Tag 7

Gestern Mittag und Nachmittag ging es mir wirklich relativ gut. Ich habe liegen gebliebene Aufgaben erledigt, wie zum Beispiel die ungeliebte Steuererklärung und die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch. Das hat mir denke ich ein bisschen ein Erfolgserlebnis ermöglicht.
Natürlich gingen meine Gedanken trotzdem immer mal wieder zu ihm, aber es war erträglich und ich konnte sie relativ gut wegschieben. Am Abend bin ich mit meiner Schwester dann zu ihrem Pferd gegangen. Und es zu striegeln und von diesem riesigen Wesen angestupst zu werden, hat mir ein seltsames Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit gegeben. Ich schätze ich werde öfter mal mitkommen, auch wenn ich selber nicht reiten kann. Danach war ich total müde und habe mich nur noch mit meiner Wärmflasche und einer schönen Serie ins Bett gekuschelt. Ich bin glaube ich auch schon ca. um 21 Uhr eingeschlafen.
In der Nacht bin ich um 4 Uhr aufgewacht, konnte aber überraschenderweise nachdem ich auf die Uhr geguckt hatte wieder einschlafen. Der Gedanke an ihn kam mir dabei nur für einen Moment und ich konnte ihn sofort wegschieben um weiterzuschlafen.
Als ich dann um 7 Uhr aufgewacht bin, fühlte ich den Schmerz definitiv, aber er war nicht so stark wie die anderen Tage. Und da ich wusste, dass ich mich fertig machen müsste, da ich das Bewerbungsgespräch hatte, habe ich heute auch gar nicht geweint.
Auch wenn das jetzt total dämlich klingt, war ich fast schon etwas enttäuscht, dass ich scheinbar die ersten Schritte mache ihn loszulassen. Anscheinend will ein Teil von mir gar nicht richtig loslassen.
Danach musste ich dann doch noch etwas darüber nachdenken und habe mir natürlich auch wieder selbst die Schuld gegeben, dass alles so gekommen ist. Natürlich wünsche ich mir auch jetzt in diesen Moment, dass alles anders gekommen wäre, aber ich weiß, dass jeder Mensch Fehler macht. Letztendlich kann man vielleicht sagen, dass wir beide auf verschiedene Arten so reagiert hatten, wie wir es von unseren Traumen kannten. Ich mit meiner Verlustangst und er mit seinen Vertrauensproblemen.
Trotz allen bin ich froh, dass ich daran arbeiten kann und die Unterstützung durch meine Psychologin habe. Und auch wenn genau die immer sagt, dass ich meinen "Helferkomplex" etwas zurückstellen sollte, weil man niemanden helfen kann, der keine Hilfe will, wünsche ich mir sehr für ihn, dass er auch endlich realisiert, dass er mit seinen Problemen nicht mehr alleine zurechtkommt und sich professionelle Hilfe sucht.
Allerdings möchte ich hier auch nicht zu sehr ins Detail zur Trennung gehen und will mit diesen paar Sätzen nur die Gedanken aufschreiben, die mich immer wieder heimsuchen. Ich mache das also auch in der Hoffnung, dass sie nicht wieder kommen oder zumindest nicht mehr so oft. Ich liebe ihn noch immer, aber es ist in Ordnung ihn gehen zu lassen. Es MUSS einfach in Ordnung sein.

Weil ich mir vorgenommen habe immer mit etwas Positiven zu enden:
Das Vorstellungsgespräch eben lief total gut. Die Stelle, die ich wollte, wurde zwar leider in der Zwischenzeit besetzt, aber mein Werdegang gefiel ihnen so gut, dass sie mir eine andere Stelle angeboten haben und mich in ihrem Katalog behalten möchten.
Für die andere Stelle muss ich allerdings zu einem zweiten Vorstellungsgespräch gehen, was ich aber absolut nicht schlimm finde.
Ich bin also trotz dem Fakt, dass mich eine geliebte Person verlassen hat, immer noch eine unglaublich coole und einzigartige Person. (Bitte sagt nicht, dass Selbstlob stinkt und man bescheidener sein muss. Ich brauche das einfach gerade.)
 
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Benutzer10752 

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Ich bin also trotz dem Fakt, dass mich eine geliebte Person verlassen hat, immer noch eine unglaublich coole und einzigartige Person. (Bitte sagt nicht, dass Selbstlob stinkt und man bescheidener sein muss. Ich brauche das einfach gerade.)

Du bist eine coole und einzigartige Person. Punkt.

Und für jedes Sprichwort gilt, dass es zwar gewisse sinnvolle Anwendungen hat, aber in seiner Absolutheit falsch ist. Eigenlob ist manchmal wichtig und gut, und das hier ist genau so ein Fall. Mal abgesehen davon, dass "einzigartig" sowieso kein Eigenlob ist, sondern faktisch wahr.

Im Übrigen finde ich es klasse, wie du hier dein Tagebuch machst. Ich hab das tatsächlich auch mal gemacht, aber "für mich" und nie online veröffentlicht. :zwinker:

Und du wirst dann ganz über ihn hinweg sein, wenn er dir egal ist. Das kann manchmal ein längerer Weg sein, aber ganz viele von uns sind diesen Weg gegangen, in unserem eigenen Tempo und mit unseren eigenen Rückschlägen, und manche von uns sind vielleicht auf halbem Weg umgekehrt und wieder ein paar Schritte zurück gerannt, aber am Ende ist vorwärts der einzig sinnvolle Weg. Weil hinter dem nächsten Hügel liegt irgend was Neues, ein neuer Baum, ein neues Dorf, ein neuer Himmel, und neue Sachen inspirieren und bringen einen weiter.
 
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Benutzer189112  (48)

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Du machst das super, hiyou! Schön zu lesen, dass Dein Vorstellungsgespräch so gut lief. :smile:
 
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Benutzer189422  (23)

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Danke :smile: Von meinem heutigen Eintrag werdet ihr aber leider sehen, dass das nicht immer so ist.

Tag 8-9

Ich musste die letzten Tage feststellen, dass Liebeskummer leider wirklich nicht linear verläuft. Während es mir vorgestern so gut ging, dass ich im Auto singend durch die Gegend gefahren bin und die Sonne genossen habe, mit einer Freundin Spaß gehabt habe und einfach mal alles bisschen vergessen konnte, war ich gestern und heute leider eher zum Gegenteil aufgelegt.
Ähnlich bewölkt wie das Wetter gestern waren auch meine Gedanken nach dem Aufstehen. Allerdings konnte ich mir auch gestern nicht die Zeit nehmen morgens zu weinen, da ich einen Termin bei meiner Psychologin hatte. Bei ihr haben wir auch durchgesprochen weshalb ich so lange immer wieder zu ihm zurückgegangen bin, obwohl es wegen ihm immer dieses auf und ab bei uns gab.
Durch meine Erzählungen weiß sie, dass ich mit einer engen Bezugsperson ein ähnliches Verhältnisse in meiner Kindheit hatte und mich laut ihr somit in so einem Verhalten wie zu Hause fühle. Um genauer zu sein, ist es so, dass bei Bezugspersonen in der Kindheit genauso Oxytocin ausgeschüttet werden sollte wie beim Kind. Ist das nicht der Fall merkt das das Kind und es mangelt ihm an dem Glückshormon. So war das bei mir aufgrund einer Bezugsperson mit Borderline, die letztendlich noch in meiner Kindheit mein Leben verlassen hat, auch. Ich bin also einfach sehr anfällig mir jetzt auch genau solche emotional instabilen Partner zu suchen und auch immer wieder zurückzukehren, denn das habe ich ja als Kind auch gemacht, wenn mir dann mal Liebe von dieser Person gezeigt wurde.
Meine Psychologin meinte auch, dass es natürlich sehr gut ist, dass ich mir vorgenommen habe den Kontakt abzubrechen, sie es aber auch für möglich hält, dass ich rückfällig werden könnte und ich mir das in dem Fall selbst vergeben muss, aber dann auch so viel Glückhormone wie ich nur kann abholen soll. Es sei einfach eine "innere Kind Arbeit", die ich erst bewältigen muss, um leichter über solche Sachen wegzukommen. Obwohl ich zwar finde, dass sie recht hat, werde ich versuchen stark zu bleiben.
Nach meinem Termin habe ich mir ein paar meiner Lieblingslebensmittel gekauft und diese daheim dann gegessen. Natürlich habe ich mich dann auch wieder besser gefühlt und wieder einige Dinge erledigt. Aber so gut wie vorgestern ging es mir nicht. Meine Gedanken sind immer wieder zu ihm gewandert und ich konnte mich nicht besonders gut konzentrieren, weil ich sie dieses Mal nicht wegschieben konnte. Ich frage mich Dinge wie "Denkt er überhaupt an mich? Vermisst er mich auch so sehr? Warum schreibt er mir nicht? Bin ich ihm wirklich so egal? Hat er eine Neue?". Und glaubt mir, ich will das gar nicht denken, aber ich kann dann nicht anders. Ablenkung von diesen Gedanken hat nur ein Treffen mit Freundinnen im Café gebracht. Natürlich kam das Gespräch abgesehen von vielen anderen Themen auch auf meine Trennung, aber meine Freundinnen sind da sehr verständnisvoll und wollen nur das Beste für mich. Ich habe mich danach auf jeden Fall etwas ruhiger gefühlt.
Am Abend bin ich dann noch mit einer anderen Freundin, die frisch getrennt ist, in eine Bar gegangen. Das muss ich aber ehrlich sagen, bereue ich heute. Ich habe zwar nichts getrunken, aber meine Freundin schon und die geht mit der Trennung echt seltsam um. Sie hat mir erzählt, dass sie sich vorgenommen hat sich erst mal durch das ganze Horoskop zu schlafen. Ich verstehe ja, dass jeder anders mit Trennungen umgeht, aber ich denke, dass das vielleicht nicht der ideale Weg ist seine Trauer zu verarbeiten. Unglücklicherweise kann ich sie aber auch nicht von dieser Idee abbringen und sie hat ja auch bereits damit angefangen.
Und nun kommen wir zu heute morgen. Erinnert ihr euch an Tag 6? Ja, heute verlief das ganz ähnlich. Ich bin aufgewacht und dachte für einen kurzen Moment da wäre eine Nachricht von ihm, aber die Nachricht war nur von einer Freundin mit ganz ähnlichem Profilbild. Und so verflog ein kurzer Moment, in dem ich mich leider, wie ich zugeben muss, wirklich sehr gefreut hatte (ich weiß dumm, aber ich werde mich hier ja nicht selbst belügen) und ich wurde richtig, richtig traurig. Ich verstehe einfach nicht, wie ich ihm so egal sein kann, dass er mir mittlerweile schon seit 9 Tagen nicht mehr geschrieben hat. Wäre ich dazu nicht gezwungen, hätte ich das zuvor niemals ausgehalten. Es tut einfach so sehr weh zu wissen, dass sich dieser geliebte Mensch gegen mich entschieden hat und ich als die Person mit der er täglich Kontakt hatte, egal bin. Deswegen habe ich wieder geweint und mich auch übergeben müssen. Ich kann das auch bis jetzt nicht fassen.

Ihr seht also: Mein Liebeskummer verläuft absolut nicht linear. Ich springe von einigermaßen glücklich auf traurig und wieder zurück.
Heute fällt es mir etwas schwer auf etwas Positiven zu enden, aber ich denke ich bin einfach dankbar, dass ich nicht wie diese andere Freundin mit der Trennung umgehe und professionelle Hilfe habe, um auch mich selbst besser zu verstehen. Klar kann ich erwähnen, dass ich noch mehrere weitere Einladungen zu Vorstellungsgespräche bekommen habe, aber ich habe mittlerweile so viele, dass ich mich über neue Anrufe von Firmen gar nicht mehr so freue.

Heute würde ich mich besonders über etwas aufmunternde Worte freuen. Gerne könnt ihr mir auch weiterhin privat schreiben. Ich freue mich echt, dass schon mehrere Menschen gesagt haben, dass ihnen mein Schreibstil gefällt oder ihnen das hier selbst auch irgendwie hilft. Dafür und natürlich, um mir selber zu helfen, mache ich das auch online.
 
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Benutzer10752 

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Nein, Liebeskummer verläuft nicht linear. Und du machst das super.

Das wichtigste ist, dass du das alles selbst reflektierst, und dir bewusst ist, was da gerade mit dir alles passiert. Wir alle haben irrationale Gedanken, seltsame Ängste, komische Einfälle, und dass unsere Gefühlswelt mit uns nach Trennungen Achterbahn fährt, ist logisch.

Aber ich bin sicher, wenn du irgendwann einmal auf diese Zeit hier zurückschaust und deine Einträge liest, dann wirst du merken, dass du am Ende doch Stück für Stück deinen Weg gegangen bist. :smile:
 
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Benutzer135188 

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Hierzu möchte ich dir gerne einen Beitrag von Damian Damian da lassen:
Ich musste die letzten Tage feststellen, dass Liebeskummer leider wirklich nicht linear verläuft.
Schmerz dieser Art kommt immer in Wellen!
Man erreicht ab und zu ein Tal und glaubt dann "Woa! So schlimm ist es eigentlich gar nicht..ich hab ja wieder Boden unter den Füßen!" und dann klatscht einen die nächste Welle um. ABER..die Wellen werden kleiner...
Einfach durchstehen..es kommen bessere Zeiten!

Ansonsten kann ich mich nur LouisKL LouisKL anschließen. Alles, was du gerade erlebst, ist absolut normal und ich finde, du gehst damit sehr gut um! Ich war vor ungefähr einem Jahr in einer ähnlichen Position, mit einer sehr intensiven, aber nicht wirklich gesunden Beziehung (zudem meine erste), nach der ich ziemlich lange gelitten habe - auch weil ich Fehler gemacht habe, wie den Kontakt aufrecht zu erhalten. Dass ständige Um-den-Anderen-kreisen, wenn auch nur in Gedanken, die guten Tage, wo man dachte, man hat es endlich geschafft, die Verzweiflung und Traurigkeit, wenn der Schmerz wieder zuschlägt, sind mir genau so bekannt, wie das Nicht-Schlafen-Können oder die Wut auf den/die Ex. Jetzt bin ich in einer tollen, wertschätzenden Beziehung mit meiner Freundin, die gerade neben mir auf dem Sofa liegt. Das vielleicht als Motivation und Lichtblick :smile:
 
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Benutzer189112  (48)

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Was mir in der Situation viel geholfen hat und was Du ja auch anscheinend schon machst: Dich mit Freunden treffen, Ausgehen, was erleben. So oft es geht Dinge tun, die Dich auf andere und neue Gedanken bringen.
 
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Benutzer189422  (23)

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Danke an euch alle für die lieben Worte. Ich habe wirklich festgestellt, dass diese Gefühle und auch Ängste in Wellen kommen. Ehrlich gesagt hoffe ich einfach nur, dass ich mich bald wieder vollkommen normal fühlen kann. Dieses Gefühlschaos ist mittlerweile echt anstrengend.

Tag 10-11

Die letzten Tage waren meistens gut. Am Samstag bin ich Mittags sogar in eine andere Stadt gefahren und habe eine russische Freundin besucht. Mit ihr mache ich nicht nur ein Sprachtandem, wir sind mittlerweile sehr gute Freundinnen geworden und deswegen haben wir auch viel über unsere Gefühle und Probleme diskutiert. Sie konnte mir das ganze also auch ein bisschen von der Perspektive einer dritten Person näherbringen. Generell habe ich einfach realisiert, dass ich tatsächlich an vielen Sachen nicht wirklich die Schuld getragen habe und er mir das oft eingeredet hat, da er nicht als "der Böse" dastehen wollte.
Gestern habe ich ehrlich gesagt nicht viel gemacht. Ich habe zurzeit Probleme aus dem Bett zu kommen, wenn ich keine Termine habe. Also lag ich bestimmt bis um 11 Uhr im Bett, obwohl ich schon seit 7 Uhr wach bin. Da ich gestern am Morgen keine Lust hatte wieder mit meinen Gefühlen umzugehen, habe ich dann einfach morgens eine Serie geschaut. Die Serie heißt Ginny & Georgia. Da es in der Serie nicht so viel um Liebe, sondern mehr um ein Familiendrama geht, empfehle ich die jedem der Liebeskummer hat oder eben auch nicht. :smile:
Abgesehen davon habe ich eigentlich dann nur Zeit mit meiner Schwester und meinem Vater verbracht. Das war wirklich schön. Am Abend habe ich mir mit einer Methode ohne Hitze Locken gedreht und dann darauf geschlafen. Ich war zwar sowohl gestern als auch heute ein wenig traurig, aber irgendwie fühle ich mich auch ein bisschen taub oder gefühllos. Es ist ganz komisch und ich glaube deswegen scheint dieser Text heute ein bisschen passiv. Es sind irgendwie nicht so viele Gefühle da wie die anderen Male, die ich hier reinpacken kann. Aber ich denke das ist auch normal.
Da mittlerweile mehr Leute wissen, dass ich wieder Single bin, wurde ich auch schon auf ein paar Dates eingeladen. Ich habe aber bisher nur nett abgelehnt, weil ich einerseits nicht über meinen Ex hinweg bin und weil ich andererseits an mir selbst arbeiten will und nicht wieder in so eine Beziehung rutschen möchte.
Dass es mittlerweile fast 12 Tage sind in denen er sich nicht gemeldet hat, kann ich fast nicht fassen. Es ist komisch, dass er zwei Wochen einfach verstreichen lassen kann ohne mich auch nur kontaktieren zu wollen. Aber ich bin mittlerweile auch öfter so weit, dass ich das akzeptieren kann. Klar habe ich mich auch schon gewundert, ob ihm etwas passiert ist, aber heute Morgen habe ich bei einem Spiel, das wir öfter zusammen gespielt haben, gesehen, dass er vor 15h online war. Also ist wohl alles mit ihm in Ordnung.
Ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich denke ich schwanke momentan zwischen Wut, Traurigkeit und sogar hin und wieder Akzeptanz. Da es etwa zwei Wochen sind, sollte er hingegen bzgl. der Phasen irgendwo bei Sorge oder Wut sein. Ich glaube allerdings mittlerweile nicht mehr, dass dieses "no contact" und er kommt zurück Ding funktioniert. Ich denke diese Zeit ist eher für mich, damit es mir besser geht. Egal wie es kommt, wird es schon gut werden.
 
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Benutzer189405  (30)

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Hey, finde dein online-Tagebuch super! Du gehst gut mit der Trennung um, ich mach im Moment ähnliches durch nachdem ich vor kurzem abgewiesen wurde, was mich immer noch völlig ratlos zurück lässt.. kann mich also gewissermaßen in die Situation einfühlen. Auch bei mir kommen immer mal wieder ziemlich starke Phasen reingecrasht. Ablenkung ist tatsächlich i-wie das einzige das hilft.. weiß nicht, ob du das schon gemacht hast, aber ich habe auch konsequent alle Chats gelöscht. Und nicht schauen, ob er online ist/war! Sowas ist echt nicht gesund.. Wünsche dir weiterhin viel Kraft! Wenn das alles vorbei ist, wirst du froh und stolz sein, so stark zu sein und viel über dich gelernt haben. :zwinker:
 
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Benutzer189422  (23)

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Hallo an alle... ich weiß ich hab das Tagebuch seit ein paar Tagen nicht mehr upgedatet, aber jetzt gerade brauche ich das wieder.

Tag 12-15

Die anderen Tage waren ganz in Ordnung. Ich wache immer noch jeden Morgen mit einer tiefen Traurigkeit auf, aber ich schaffe es mittlerweile etwas früher aufzustehen und den Tag zu beginnen. Ich versuche besonders nachmittags immer etwas mit Freunden zu machen und mich abzulenken. Das hilft mir auch immer zu sehen, dass ich auch ein Leben ohne ihn habe und dass mein Leben ohne ihn genauso schön sein kann. So kann ich es beispielsweise genießen mit Freunden stundenlang bei McDonalds zu sitzen, Karten zu spielen und zu reden oder eine Übernachtungsparty mit meiner besten Freundin zu haben. Dabei gelingt es mir sogar ihn manchmal zu vergessen. So war es auch die letzten Tage. Allerdings habe ich auch immer wieder die Gedanken, dass ich ihm gerne von den schönen oder auch schlimmen Dingen erzählen möchte, die mir in der Zwischenzeit passiert sind. Ich meine es sind mittlerweile 14 volle Tage und heute ist der 15. Tag bereits fast um. Aber ich mache es nicht.
Nun war es zum Beispiel gestern so, dass ich mich am Abend dazu entschlossen habe Blut zu spenden. Es war mein erstes Mal und ich habe das Ganze wirklich nicht gut vertragen. Ich musste gestern nach meiner Blutspende mit einem Blutdruck von 70 so lange liegen bleiben bis sich mein Kreislauf einigermaßen normalisiert hatte. Das war ehrlich gesagt schon eine schlimme Erfahrung für mich, da alle Aufmerksamkeit der Ärzte auf mir lag und ich als einzige mit Beinen nach oben hingelegt werden musste.
Ich schätze die ganze Prozedur war so hart für meinen Körper weil ich doch eine relativ petite Frau bin und ich mit 500ml ca 10% meines ganzen Blutes gespendet hatte (Man hat so viel Blut im Körper wie 8% des Körpergewichtes). Auch heute spüre ich die Folgen davon noch. Ich habe schon seit ich aufgewacht bin schreckliche Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme. Das einzige was ich dagegen tun kann, ist genug zu trinken und zu essen. - Auf jeden Fall ist das eines dieser Sachen, die ich ihm gerne erzählt hätte.
Aber zu dem, dass ich mich heute so schwach und krank fühle, kommt noch hinzu, dass mir seine Mutter geschrieben hat. Und ich dachte, dass sich ihr "Warum gibt es Probleme" darauf bezieht, dass mein Ex ihr von der Trennung erzählt hat und nicht darauf, dass ich geantwortet habe, dass es mir "es geht so" geht. Sie hatte es aber tatsächlich auf meine Antwort bezogen gehabt und nicht auf den Fakt, dass er mich verlassen hatte... das heißt er hat es ihr einfach immer noch nicht gesagt und sie wundert sich jetzt sicherlich was meine kryptische Nachricht, die lautet: "Ich kann verstehen, dass du wissen willst was passiert ist, aber ich denke ich bin nicht die richtige Person um das zu erzählen" bedeutet.
Jedenfalls, musste ich wegen ihren Nachrichten und auch wegen meines Fehlers sehr weinen, weil ich wollte, dass er selbst seiner Mama sagen kann was los ist. Aber ich hatte das einfach missverstanden und vielleicht versteht sie es aufgrund ihres gebrochenen deutsch sowieso nicht richtig, was ich gemeint habe.
Ich liebe seine Mama wirklich, aber dadurch dass sie mir schreibt, erinnert sie mich an die schönen Zeiten, die ich und er mit seiner Mama verbracht hatten. Das ganze hat mir so weh getan und schreckliche Angstzustände in mir verursacht. Ich habe wirklich erneut die Angst gespürt ihn für immer zu verlieren und ich wollte ihm am liebsten sofort schreiben.
Aber ihr werdet jetzt stolz auf mich sein, denn ich habe es nicht gemacht. Wollte er den Kontakt zu mir, hätte er den schon lange aufnehmen können. Hat er aber bisher nicht. Und somit gibt es auch keine Hoffnung für uns.
Außerdem denke ich, dass er mit seiner Bitte nach "Zeit und Raum ohne mich" das Ganze no contact Ding auch angefangen hat. Also würde es auch null Sinn machen überhaupt mit ihm reden zu wollen. Ich muss akzeptieren, dass das nicht das ist was er will. Und wenn wir jetzt mal ganz ehrlich sind: Was erhoffe ich mir denn überhaupt von ihm, wenn ich ihn anschreiben würde? Ich weiß es und ihr wisst es auch. Ich erhoffe mir doch einfach nur, dass er sich bei mir entschuldigt und auf den Knien angerutscht kommt und mich bittet wieder mit mir zusammen sein zu können. Wie hoch wäre die Wahrscheinlichkeit, dass sowas wirklich passieren könnte? Ich denke ja die Wahrscheinlichkeit diesbezüglich geht gegen 0. Klingt zwar traurig, aber ist wahr.
Ich muss also trotz meiner tiefen Trauer realistisch bleiben. Und ich lerne daraus auch, dass ich nicht so voreilig reagieren darf.

Statt weiterhin traurig zu sein, ist die Frage: "Wofür kann ich momentan dankbar sein?"

Habt ihr weitere Ideen, wie ich wieder glücklich werden kann? Ich mache Sport, gehe zum Psychologen, lese Bücher und verbringe viel Zeit mit Freunden. Ohja, und natürlich mein Tagebuch hier. Das kann ich natürlich nicht vergessen, denn es hilft mir auch immer wieder diese Gedanken auf "Papier" zu bringen.
 
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Benutzer189422  (23)

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Guten Morgen und schönen Sonntag liebe Community. Übrigens Danke für den Tipp montagfreitag montagfreitag . Ich denke Abstand ist das beste was ich machen kann.

Tag 16-17

Am Freitag Morgen fühlte ich mich wirklich sehr einsam. Ich war traurig und noch dazu alleine daheim. Aufgrund dessen habe ich entschieden mich wieder an meine Freundinnen zu wenden und zu meinem Glück, hat sich meine mexikanische Freundin dazu bereit erklärt mit mir ins Cafe und danach shoppen zu gehen. Ich glaube dieses Mal haben wir gar nicht über meine Trennung, sondern wirklich nur über andere Themen gesprochen. Sie heiratet bald und deswegen hat sie mir schon mal ihr Kleid gezeigt sowie ihre Wunschnägel und Makeup. Irgendwie hat mich das Gespräch, obwohl ich mich für sie freue auch traurig gemacht.
Der Grund dafür ist nämlich, dass ich mir sowas alles auch schon gewünscht habe. Würde ich jetzt nicht mehr studieren und wäre in einer gut funktionierenden Beziehung, hätte ich am liebsten auch jetzt schon Kinder und würde heiraten wollen. Ich schätze da bin ich ein bisschen old school, weil die meisten in meinem Alter immer noch eher noch ans Party machen denken. Aber Alkohol und Drogen waren einfach noch nie meins. (Also ich sage nicht, dass ich manchmal an besonderen Anlässen nicht einen Schluck mittrinken würde, aber für mich muss das nicht dauernd sein).
Nachdem ich also mit der Freundin ein paar Stunden im Cafe und shoppen war, habe ich mich danach entschlossen noch einen kurzen Spaziergang zu machen. Da das eine beliebte Route ist, bin ich dabei zufällig in einen der jungen Männer gelaufen, die mich nach dem Ende meiner Beziehung auf ein Date eingeladen hatten. Ich habe eingewilligt ein Stück mit ihm zu gehen, aber es war eher seltsam für mich und ich habe mich unwohl gefühlt. Mir hat zwar zu einem gewissen Grad die männliche Aufmerksamkeit gefallen, aber ich habe absolut keine Anziehung verspürt. Null. Das lässt mich wundern, ob ich das überhaupt je wieder spüren würde.
Er hat mir danach geschrieben und wir haben ein wenig hin und her gechattet, aber er ist irgendwie komisch. Schreibt zu schnell zu viel. Mich stören beispielsweise Kommentare wie: Wie schön ich wohl am Tag meiner Hochzeit aussehen würde und generell zu viele Komplimente zu meinem Aussehen. Sowas hätte ich mir eher nach 2 Jahren Beziehung mit meinem Ex gewünscht und nicht von einem mehr oder weniger Fremden. Auf jeden Fall muss ich dem jungen Mann wohl nochmal seine Hoffnungen zerstören und hoffe, dass ihn das nicht so hart trifft. (Ich bin einfach ungern so jemand, aber wo nichts ist, ist einfach nichts.)
Gestern war ein weiterer harter Tag, den ich durchstehen musste. Mir kommt es wirklich so vor, als wäre jeder Tag ein neuer Tag an dem ich gewissermaßen in den Krieg mit mir selbst ziehen muss. Es fällt mir in gewissen Momenten unglaublich hart ihm nicht mehr zu schreiben und ich wünsche mir nicht mehr als ein "Hallo" von ihm. Und immer wieder muss ich mir dann klar machen, dass das wahrscheinlich nie mehr der Fall sein wird und ich nur seine Wünsche akzeptiere. Außerdem war er am Ende echt mies zu mir. Ich darf also jemanden aus reddit zitieren "I love the [man], but goddamn, I don't want to be with [him] if [he] doesn't care about me and makes me feel like a piece of shit. It dawned on me the previous few months that I complied with everything to make [him] happy. It made me lose my self-respect and you can bet [he] lost attraction to me. I should have stood up to [him] much earlier."
Als ich diesen Satz gelesen habe, habe ich mir einfach nur gedacht, dass das vollkommen zu meiner Situation passt. Er wollte mich eigentlich schon vor einer langen Zeit verlassen, um ohne mich in eine andere Stadt zu gehen. Für ihn bin ich in eine Stadt in die Nähe gezogen. Also hatte er damals (im April) keine Grund mehr mich zu verlassen. Danach hat er einfach immer wieder neue Gründe gesucht um mich zu verlassen und ich habe für jeden einzelnen Grund immer versucht eine Lösung zu finden bzw. auch gefunden. Vielleicht ist das der Grund, warum ich seinen jetzigen Grund so sinnlos finde, weil er das auch einfach ist. Mein Ex wollte schlicht und einfach nicht mehr mit mir zusammen sein und musste einfach einen Fehler an mir finden, um am Ende nicht als der Böse dazustehen. Es war meine Schuld, dass ich so lange an uns festgehalten habe.
Wisst ihr... ich denke er verliert viel mehr, als er bis jetzt weiß. Ich war ihm eine großartige Freundin und habe mehr mitgemacht als ich hätte sollen. Dennoch fehlt er mir einfach so sehr, aber ich schätze das ist auch eher ein Zeichen meiner großen Liebe zu ihm. Und der Fakt, dass ich eine andere Person so sehr lieben konnte, ist ja eigentlich etwas schönes. Ich hoffe ich kann eines Tages der richtigen Person genauso viel Liebe entgegenbringen, wenn nicht sogar mehr... Aber für jetzt will ich mir keine neue Beziehung antuen.
Ein Teil von mir war sogar in ein paar Momenten froh dieses dauernde Drama nicht mehr zu haben und seine schlechte Laune, die er immer wieder an mir ausgelassen hat. Ich hoffe er realisiert auch, dass nicht ich die Schuld an seinem unglücklichen Leben trage. Eigentlich bin ich mir sicher, dass er das manchmal auf mich projiziert hat. Aber das ist eigentlich auch egal.

Eine Sache MUSS ich mir allerdings noch vornehmen. Ich darf unser gemeinsames online Spiel nicht mehr spielen, auch wenn es mir Spaß macht. Leider schaue ich dabei viel zu oft, wann er das letzte Mal online war und das tut mir echt nicht gut. Danach geht es einem nämlich immer schlechter. Also falls das jemand in retrospektive liest: Bitte brich den Kontakt wirklich in allen Bereichen ab. Ich weiß das ist hart, aber nur so fängt man an sich langsam besser zu fühlen. Und ich denke ich fühle mich mittlerweile generell besser, auch wenn ich manchmal absolut nicht das Gefühl habe.

Oh, und ich habe mittlerweile eine Job gefunden, also "Yeahy me". Zumindest werde ich in der Stadt, in die ich für ihn gezogen bin, etwas zu tun haben... und wer weiß, vielleicht ist das ja für irgendetwas gut und das war einfach mein Schicksal(?)

Ich mach das wahrscheinlich sowieso, aber was hält ihr von einer Contra Liste von meinem Ex? Vielleicht veröffentliche ich die hier sogar (anonym). Dann kann ich sie immer wieder lesen, wenn ich mich traurig fühle und nur an das Gute denke.
 
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Benutzer189422  (23)

Ist noch neu hier
Tag 18-22

Hallo Leute,

den heutigen Beitrag will ich vor allem für die Leute schreiben, die zurzeit auch an Liebeskummer leiden. Auch wenn ich absolut nicht darüber hinweg bin, kann ich sagen, dass es mit der Zeit wirklich etwas leichter wird.
Aber als erstes ist es vielleicht wichtig zu verstehen, warum genau Liebeskummer so sehr schmerzt und uns komplett aus der Bahn werfen kann.
Jeder Stress und jeder Kummer ist auf gewisser Weise auf eine Frustration unserer psychologischen Grundbedürfnisse zurückzuführen. Und so ist es auch bei Liebeskummer. Bei Liebeskummer sind all unsere psychologischen Grundbedürfnisse frustriert. Das heißt, dass unser Bedürfnis nach Bindung nicht erfüllt wird, da der Partner weg ist, dass unser Bedürfnis nach Kontrolle nicht erfüllt wird, da wir den Partner nicht einfach zurückbekommen können, dass unser Bedürfnis Lustbefriedigung nicht erfüllt wird und dass unser Bedürfnis nach Anerkennung nicht erfüllt wird. Wir leiden also an allen Fronten und deswegen ist es nur natürlich, dass wir uns am allerliebsten nur ins Bett legen möchten und weinen möchten. Und Bitte macht das auch, aber bleibt nicht daran hängen.
In diesem Abschnitt ist es auch wichtig sich auf sich selbst zu fokussieren. Vielleicht habt ihr selbst psychologische Probleme und wart aufgrund dessen besonders ängstlich in der Beziehung (wie ich)? In dem Fall wäre es zum Beispiel wichtig, dass man erkennt, dass man dem Partner deshalb wahrscheinlich öfter nicht richtig zugehört hat und den Partner auf gewisse Weise sogar manipuliert hat um ja die Harmonie in der Beziehung zu behalten. Allerdings müsst ihr, falls es diese oder ähnliche Probleme gab, am besten selbst mit einem Psychologen daran arbeiten. Und ich stelle diese Arbeit an sich selbst besonders hervor, weil es euch nicht helfen wird euren Ex zu stalken. Falls er oder sie euch wirklich zurück will, würde er nicht bleiben, wenn die selben Probleme beim zweiten Versuch noch da wären. Und selbst, wenn die Person euch nie wieder zurück will, ist es für zukünftige Beziehungen wichtig an diesen Problemen zu arbeiten.
Aber zurück zu den psychologischen Grundbedürfnissen. Da diese wirklich momentan alle nicht von euren Partner erfüllt werden, müsst ihr andere Möglichkeiten finden. So ist es für Bindung wichtig, sich besonders jetzt mit Freunden zu treffen und Rückhalt in der Familie zu finden. Für Autonomie und Kontrolle hilft euch vielleicht auch die "no contact" Regel, denn damit denkt ihr, dass ihr die Person ja auch von eurer Seite nicht kontaktiert und somit wieder etwas Kontrolle zurückerhält. Für Lusterfüllung würde ich sagen, dass man sich insbesondere jetzt etwas gönnen sollte. Kauft euch Schokolade, kauft euch das neue Handy, erfüllt euch auch nicht Materielle wünsche. Auch Anerkennung kann man bei anderen Personen finden, als nur bei dem Partner. Vielleicht ist auch jetzt die Zeit im Job nach einer Lohnerhöhung zu fragen?
Im Generellen möchte ich hiermit einfach sagen, versucht euch einfach besser zu fühlen.
Und falls ihr euren Ex immer noch zurück wollt, aber er oder sie euch gesagt haben, dass sie Ruhe und Zeit wollen, dann gebt ihnen genau das. Lasst sie für jetzt in Ruhe, gebt ihnen die Trennung. Wenn ihr die Person anfleht wird alles nur schlimmer. ABER wenn die Person dann schreibt, dann antwortet freundlich, sprecht nicht über das Ende der Beziehung und zeigt, dass ihr wieder attraktiv seid, weil ihr an euch selbst gearbeitet habt (aber bitte nicht in your face mäßig).
Noch ein Tipp: Macht Yoga!

Am Ende noch ein kleines Update zu mir. Nein, er hat sich bisher immer noch nicht bei mir gemeldet, aber es geht mir mittlerweile generell besser. Klar gibt es Momente in denen ich weine und traurig bin, aber es gibt auch Momente in denen ich mich wieder freuen kann. Irgendwie hofft ein Teil von mir, dass er sich bei mir entschuldigt und irgendwie auch dann alles gut wird, aber ich bin auch überzeugt, dass auch so irgendwann alles wieder gut werden wird. Leider habe ich auch Angst bald wieder in meine Studienstadt zurückzukehren, da ich da noch nicht so viele Freunde habe. Ich sehe es aber als eine gute Möglichkeit neue Freunde zu finden und wer weiß vielleicht lernen ich da auch irgendwann jemanden kennen der mich wieder verzaubert. Aber im Moment wäre ich dafür nicht bereit.

Ich hoffe ihr habt ganz bald viel Sonnenschein im Herzen <3
 
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Benutzer189422  (23)

Ist noch neu hier
Tag 23-28

Die letzten Tage sind einfach und hart zu gleich für mich. Morgen ist es genau ein Monat her, dass wir das letzte Mal miteinander gesprochen haben. Und genau der Fakt, dass es schon so lange her ist, tut mir echt mega weh. Zurzeit erwische ich mich wieder öfter bei dem Wunsch ihm zu sagen, dass ich ihn wirklich sehr vermisse und irgendwie würde ich ihn einfach gerne sehen und eine Umarmung von ihm bekommen.
Ich denke der Fakt, dass ich seit einem Monat sein Profil geöffnet habe und gesehen habe, dass er es zu einem Bild geändert hat, das ich von ihm gemacht hatte, hat es schlimmer gemacht. Es war mir ja eigentlich klar, dass ich das nicht hätte machen sollen, aber da hatte ich wohl einfach einen schwachen Moment und das ist auch irgendwie menschlich.
Generell würde ich sagen, fehlt mir zurzeit einfach ganz doll unsere Verbundenheit, unsere Liebe, unser gemeinsames Lachen. Und ich denke, dass mir das noch sehr lange fehlen wird. Vielleicht wird er mein „the one that got away" sein. Deswegen hier die Nachricht die ich sonst an ihn schreiben würde: Ich liebe und vermisse dich T. Ich habe jeden Tag an dich gedacht und ich wünschte wir hätten gemeinsam an unseren Problemen arbeiten können." Ich weiß, dass ich heute wieder viel emotionaler bin, als die anderen Tage, aber Leute das gehört auch dazu.

Trotzdem habe ich die letzten Tag nicht nur getrauert. Ich habe vorgestern zum Beispiel einen wunderschönen Tagesausflug nach München gemacht. Dabei waren meine Freunde und ich in einem arabischen Restaurant, danach waren wir kurz shoppen und dann waren wir noch im Olympiapark und haben von ganz weit oben nicht nur die Stadt überblickt sondern auch den Sonnenuntergang angesehen. Und das tollste war, dass es nicht mal kalt sondern sogar relativ warm war. Zum Abschluss waren wir noch in einem urigen bayerischen Restaurant und während meine Freunde Bier getrunken haben, habe ich Holunderblütenschorle genossen. Die mag ich übrigens wirklich sehr gerne, also falls ihr die noch nie probiert habt.

Gestern war es dann Zeit in meine Studienstadt zurückzukehren und ohje habe ich mir einen Stress angetan. Ich bin natürlich last minute hingefahren und zu spät zur ersten Vorlesung gekommen. Aber ich habe zumindest eine neues Mädchen/ junge Frau dabei getroffen und mich mit ihr angefreundet. Sie ist wirklich süß und lieb und wir saßen die ganze Stunde nebeneinander und haben uns für heute auf einen Kaffee verabredet. Ich schätze ich mache gleich zu Anfang Progress in meinem Ziel neue Freunde zu finden. Danach stand ich erst mal 1h im Stau, da es auf der Autobahn zu einem Unfall gekommen war. Bis ich dann endlich meine Sachen verräumt hatte, gegessen hatte und duschen war, war es eigentlich auch schon wieder Zeit ins Bett zu gehen. – Und ich muss auch sagen, dass ich mich nach so langen Tagen wirklich gut fühle.

Aber als ich heute morgens aufgewacht bin, war ich erst mal verwirrt wo ich war, habe realisiert, dass ich nicht mehr in Deutschland bin und erst danach ist mir meine Trennung wieder eingefallen. Ist das ein Fortschritt?
Und warum bin ich einfach immer noch traurig? Irgendwie nervt mich das sogar manchmal.
Warum kann ich ihn nicht einfach vergessen und glücklich mein Leben weiterleben?
 
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Benutzer177659  (39)

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