Trennung vor Weihnachten

Benutzer188224  (27)

Ist noch neu hier
Liebe Community,

zuerst danke schon mal im Voraus, dass ihr euch die Zeit nehmt, um meine Nachricht durchzulesen. Alles niederzuschreiben hilft mir dabei zusätzlich auch schon sehr viel. Verschiedenste Meinungen zu hören, helfen ungemein viel weiter :smile:

Nun zum aktuellen Problem und Vorgeschichte: Meine Freundin hat mit mir zwei Tage vor Weihnachten Schluss gemacht. Mit ihr war ich ein halbes Jahr zusammen. Beim ersten Date hatten wir sofort Sex. Wir haben uns immer toll verstanden, hatten tollen Sex, super Gespräche, konnten viel gemeinsam Lachen, haben gemeinsam gekocht, hatten in vielen Dingen die gleiche Lebensanschauuung, gemeinsame Hobbies wie das Fotografieren und Reisen. Außerdem tauschten wir immer Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit aus und gingen immer Händchenhaltend durch die Stadt spazieren, schenkten uns kleine Aufmerksamkeiten und es fühlte sich einfach toll an.
Mein Studium war bereits absolviert, ich bin seitdem fest im Beruf und war glücklich einen wundervollen Menschen an meiner Seite zu haben.

Im Laufe des Winters bemerkte ich aber, dass sie gestresster und unterkühlter wirkte. Sie hatte auch einige Sachen um die Ohren: Studium, Arbeit und Zusatzausbildung und noch die Beziehung zu mir. Ich merkte, dass sie mehr auf Distanz ging, sprach das auch an.
Außerdem merkte ich, dass ihre Fröhlichkeit verschwunden war, sie wirkte stets traurig und einfach nur mit allem überfordert. Es kam dann auch öfters immer wieder vor, dass sie grundlos zum weinen began und sinngemäß sagte, dass ihr alles zu viel wird, sie überfordert ist und total mit sich unzufrieden sei, da sie wieder zugenommen habe. Ich habe ihr immer gut zugesprochen, hab immer gesagt, dass ich für sie da bin, sie derzeit mehr Stress hat und sie daher in dieser Zeit einfach die Geschwindigkeit vorgibt.

Aber ich fühlte trotzdem, dass etwas nicht stimmt, sie konnte kaum mehr lachen und war zu allem distanziert, auch zum Teil zu ihrer Familie. Sie erzählte zudem, dass sie vor 1.5 Jahre ihre toxische Beziehung beendet hat und immer noch Zeit braucht, um sich selbst zu finden. Die gemeinsame Zeit wurde weniger, sie kühler und ich besorgter und habe das Thema angesprochen. Ich machte mir einfach Sorgen, was denn mit ihr los sei. Sie beteuerte immer, dass es nicht an mir liegt und sie mit dem ganzen Stress überfordert sei.

Daraus entwickelte sich immer mehr eine Spirale, dass sie immer abweisender wurde, ich aber auch abweisender wurde nach einer gewissen Zeit. Ich fühlte mich einfach ungeliebt in dieser Phase. Es fühlte sich langsam an, dass die Energie aus ihr und der Beziehung verschwand. Sie sagte auch öfters, dass sie Angst hat, mich zu verlieren. Daraufhin führten wir ein Gespräch, machten uns Regeln für eigene Zeit für Hobbies und gemeinsame Quality-time. Das Gespräch war wirklich sehr gut, ich dachte, dass wir dadurch die Umkehr geschafft haben. Wir haben dann auch noch für Silvester eine kleine Wohnung in einer anderen Stadt gemietet, wo wir zu viert Silvester feiern. Neben uns beiden sind auch ihre beste Freundin und ein guter Freund von mir dabei.

Wir trafen uns auch 5 Tage vor Weihnachten für knapp 2 Tage und übergaben uns die Weihnachtsgeschenke. Wir freuten uns beide sehr darüber. Aber am nächsten Tag umarmte sie mich nur und fing zu weinen an. Auf meine Nachfrage, was denn los sei, sagte sie: "es ist eine lange Geschichte". Wir umarmten uns sehr lange. Ich fuhr dann mit dem Zug in die Heimatstadt meiner Familie, um für Weihnachten daheim zu sein.

Plötzlich bekam ich 2 Tage vor Weihnachten eine sehr lange Nachricht von ihr, in der sie mir (kurzgefasst) folgende Dinge schrieb:
-Sie fühlt sich emotional und mental leer. Die Beziehung fühlt sich wie ein großer Druck für sie an, nicht wegen mir, sondern wegen ihrem Wiederaufbauungsprozess.
-Sie hat mich sehr gerne, aber es fühlt sich für sie nicht an, als ob sie liebt oder dass sie sich generell verlieben kann.
-Sie möchte nicht, dass ich neben ihr leide und möchte nicht meine Zeit verschwenden
-Sie möchte nicht die gemeinsamen Erinnerungen zerstören
-In ihrem Wiederaufbauprozess wegen ihrer letzten toxischen Beziehung sei die Zeit nicht bereit für eine Beziehung
-Ich sei komplett anders als ihre letzte Beziehung, ein super Typ und genau diese Art von Beziehung würde sie sich immer wünschen.
-Sie hat so viel Stress in ihrem Leben, so viel Druck und ist völlig überfordert und verloren.
-Sie ist derzeit auch so schlecht zu ihrer Familie und Freundin drauf.
-Sie wollte zu mir ehrlich sein und mir das noch vor Weihnachten und Silvester sagen.
-Sie weiß nicht, wie man das mit Silvester lösen sollen. Sie mag mich wirklich sehr gerne und möchte gerne mit mir gemeinsam Silvester verbringen.
-Sie weiß nicht wie sie mit allem fertig wird. Sie hat geschrieben, dass sie wieder geweint hat während dem Schreiben.
-Sie möchte mich umarmen.

Ich bin komplett zerstört gewesen, die Beziehung war am Ende und ich war einfach nur traurig. Mein Weihnachten war auch kaputt. Daraufhin bat ich um eine kurze Bedenkzeit, teilte ihr aber mit, dass ich ihre Ansicht respektiere, aber unter solchen Umständen nicht gemeinsam mit ihr Silvester verbringen kann.
Ihre Freundin sagte auch, dass sie sie nicht versteht und vieles anders gemacht hätte und ihr Verhalten nicht fair sei. Wir haben dann schlussendlich zu viert geregelt, dass wir ohne meiner Ex-Freundin die Reise antreten werden, weil alle schon bezahlt haben.

Meine Ex-Freundin hat mir dann auch Weihnachtswünsche geschickt, darauf bin ich aber nicht eingegangen, weil ich mich verletzt fühlte. Vorgestern haben wir dann telefoniert, weil das von uns beiden der Wunsch war. Meine Ex-Freundin hat nur gemeint, dass ich nichts falsch gemacht habe und es an ihr liegt, und dass sie einfach nur verloren ist. Sie weinte abermals als sie mir das sagte. Sie bestätigte, dass sie zu Silvester nicht mitfahren wird. Richtig mehr konnte ich aus dem Gespräch nicht erfahren, was der Grund war, sie verwies auf die Nachricht und ihre schwere Phase im Leben. Wir haben daher vereinbart eine Kontaktsperre einzuhalten für ein paar Wochen. Die Kontaktsperre habe ich vorgeschlagen (ich weiß nicht, ob das richtig war?).
Ihre Mutter wusste auch schon von der Trennung und hat mir dennoch zu Weihnachten eine Nachricht geschickt. Mit ihr verstand ich mich gut und sie mochte mich.

Wir haben nun 2 Tage nichts voneinander gehört. Und das tut weh. Sehr weh. Heute musste ich sogar mehrmals weinen, was ich bisher in meinem Leben bei keiner Trennung machten musste. Selbst bin ich schon Mitte 20, stehe fest im Beruf und muss nun in den Ferien weinen. Ich vermisse sie so sehr und denke, dass ich eine Mitschuld an diesem Scheitern habe. Es kreisen sich durch meinen Kopf die Gedanken, dass ich ihr womöglich zu wenig Freiraum gab, alles zu schnell ging und sie sich vielleicht von mir nicht verstanden fühlte. Ich denke mir auch, dass es von mir böse und gemein war, zu sagen, dass ich Silvester nicht mit ihr feiern kann, vielleicht war es ein Hilfeschrei von ihr und ich hab sie ignoriert
:(


Ich fühle mich so, dass ich sie sofort kontaktieren möchte, aber ich weiß, dass sie das noch mehr auf Distanz bringen möchte. Außerdem möchte ich sie nach der Kontaktsperre kontaktieren, um über alles zu reden. Sie ist eine super Frau und ich liebe sie so sehr und ich möchte mit ihr wieder eine Beziehung haben. Wir beide hätten so viel Potenzial, dass man doch gerade in so einer Lebenskrise zusammenhalten muss und nicht flüchten sollte. Ich würde ihr das alles so gerne sagen, wirklich. und sie einfach nur Umarmen.

Liebes Forum, wie würdet ihr diese Situation sehen? Denkt ihr, es gibt noch eine Chance mit ihr? Habt ihr bitte Tipps, wie ich mich Verhalten sollte?

Kurz möchte ich erwähnen: Zwischen unseren Wohnorten liegen 120 km.

Vielen lieben Dank schon im Voraus für eure Hilfe und liebe Grüsse!
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Hey tut mir leid, dass das so gelaufen ist. Ich kann mir vorstellen, dass das höllisch weh tut, weil es so überhaupt nicht absehbar war.

Leider muss ich dir aber auch sagen, dass du da nichts machen kannst und auch nicht solltest. Sie hat dir ihre Gründe ausführlich erklärt und nein sie haben nichts mit dir zu tun. Es geht um sie!!
Respektiere ihren Wunsch nach Abstand und für dich ist es auch besser. Das wirst du in 2-3 Wochen merken. Es ist besser, keinen Kontakt zu haben, Abstand zu gewinnen, damit abzuschließen.
Alles andere reißt nur Wunden wieder auf bzw. tut nur weh, macht falsche HOffnungen etc. Und zu besprechen gibt es doch eigentlich nichts oder was gibt es da deiner Meinung nach?

Sie hat dir alles offen gelegt, was du wissen musst.
Ihr scheint es auch nicht leicht zu fallen, aber sie weiß vermutlich, dass es vor allem auf lange Sicht besser ist einen Schnitt zu machen.

ja und Silvester wäre da mein kleinstes Problem ehrlich gesagt :ratlos:
Kontaktiere eure Freunde und sag ihnen, dass ihr euch getrennt habt und dass ihr deswegen Silvester nicht dabei sein werdet.
 

Benutzer152906  (44)

Meistens hier zu finden
Habt ihr mal darüber gesprochen, dass sie einen Psychologen / Psychotherapeuten aufsuchen sollte? Also ich würde nicht direkt sagen "sie hat ein Problem" ... aber nur um sicher zu sein, dass es keins gibt?
 

Benutzer188224  (27)

Ist noch neu hier
Danke euch für die Antworten, das hat mir sehr geholfen. Heute fühle ich mich schon ein wenig besser :smile:

Mit dem nochmals besprechen habe ich mir gedacht, dass ich einfach den Eindruck habe, dass sie von irgendwas flüchtet und ich ich vielleicht zu wenig verstanden habe und auch ihr zu viel Druck gemacht habe. Bin dank dem Ansatzpunkt auch auf das Thema Depressionen beim Partner gestoßen und habe mich dazu eingelesen und einige Sachen reflektieren können.

Sie hat im Laufe des Herbst auch immer wieder erzählt wir erschöpft sie ist und sogar teilweise bei der Arbeit einschläft. Müde war sie in den letzten Wochen ständig, sie konnte am Wochenende sogar 12 Stunden pro Nacht schlafen. Unter der Woche hat sie wesentlich weniger geschlafen. Sie hat auch oft von Panikattaken und Schweißausbrüchen öfters berichtet. Auch sehr oft Attaken bei denen sie einfach weinte. Neben dem ganzen hat sie ihr Essverhalten (viel ungesundes anstatt gesunde Nahrung wie sie es davor machte) verändert und war auch teilweise zu den Kollegen in der Arbeit gereizter und hatte dort mehr Konflikte. Ihre Leistungen an der Uni und in der Ausbildung ließen auch nach.
Es war also eine Abwärtsspirale zu erkennen, bei der ich noch zuschauen konnte, in dieser Phase hab ich womöglich zu viel Druck aufgebaut.
:(


Manchmal ist mir aufgefallen, dass sie einfach Impulskäufe gemacht hat wie dass sie teure Kleidung kaufte und viel Geld dafür ausgab obwohl kein Bedarf dafür da war. Sie isolierte sich immer mehr und spielte auch viel am PC und trank manchmal nebenbei einen bzw zwei selbstgemachten Cocktails alleine daheim die sie auch spürte. Sie fand das normal.

Gegen Ende schwächte auch ihre Libido stark ab.

Mir hat sie auch erzählt, dass sie als Jugendliche stark unter der Trennung der Eltern litt und damals in ein Loch gefallen sei. Nach ihrer Aussage konnte sie auch nie als Kinf mit ihrem Vater über Emotionen und Gefühle sprechen, da er kühl und abweisend war. Mit mir sei das ganz anders gewesen.

Beim Trennungsgespräch habe ich gesagt dass ich social Media blockieren werde zum Eigenschutz aber WhatsApp offen bleibt sodass wir einmal in der Zukunft egal wann normal sprechen können. Aber der Kontakt sollte eingefroren (habe extra nicht Abbruch gesagt) für ein paar Wochen bis alles normalisiert ist. Sie hat damals geweint und sich aber bedankt, dass ich es so handhaben werde.

Aber ich überlege mir ihr einen Silvestergruß zu schicken bei dem ich erwähne, dass ich da bin und das wissen soll und ich ihre Ansicht verstehe. Und dass sie nicht darauf antworten muss, wenn sie nicht möchte. Ist das zu aufdringlich oder soll ich davon ganz absehen?

Für mich hört sich das an als ob die eine Depression durch ein Trauma haben könnte. Was meint ihr, wie soll ich mich hier verhalten?
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Ja sicher, da könnte schon was in Richtung Depression vorhanden sein, evtl. auch mehr.
Da gibts für sie auch jede Menge Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen, eine Diagnose, Therapie, Medikamente etc. Aber das ist alles ihre Baustelle, nicht deine.
Ja das fällt schwer, aber für ihr Leben ist sie verantwortlich. Sie allein!!
Mach dir da bitte keine Illusionen, dass du sie irgendwie retten musst. Das kannst du gar nicht.
Dafür gibts Fachleute.
Ich würde auch keinen Silvestergruß schicken, gar nichts.
Erstens hat sie das ausdrücklich so verlangt und zweitens würde ich persönlich niemandem so nachlaufen bzw. mich melden, wenn mich jemand so auf Eis legt.
Selbst wenn sie krank ist, ändert das nichts an den Tatsachen. Sie hat dir weh getan und wenn mir persönlich weh getan wird, dann ist die Konsequenz da für mich nicht die, dass ich auch noch nette Grüße verschicke.
 

Benutzer187129 

Sorgt für Gesprächsstoff
Für mich hört sich das an als ob die eine Depression durch ein Trauma haben könnte.
Mit der Depression liegst Du, glaube ich, richtig; sehr viel von dem, was Du über sie schreibst, zeigt in diese Richtung. Ob die von einem Trauma oder von sonstwas kommt ist nicht so wichtig. Klar ist, dass Du dafür nicht verantwortlich bist, und auch, dass sie Dir keine Schuld gibt, weder an ihrer Depression, noch an den Problemen in der Beziehung. Das ist immerhin etwas, auf dem Du Neues aufbauen könntest.
Die Depression sollte sie jedenfalls mit professioneller Betreuung angehen. Und ich glaube im Gegensatz zu krava krava schon, dass Du ihr - und vielleicht auch Eurer Beziehung - helfen könntest, wenn Du ihr signalisierst, für sie da zu sein. Und ich verstehe das, was Du schreibst, auch nicht so, dass sie Eure Beziehung beendet hätte; eher so, dass sie Dich nicht mit ihren Problemen belasten möchte und Dir deshalb die Möglichkeit gibt, Dich mit Anstand aus dieser Beziehung zurückzuziehen (wenn Du mir diese etwas altertümliche Ausdrucksweise erlaubst), aber vielleicht sogar froh wäre, wenn Du diese Möglichkeit nicht ergreifst.
Wenn Du jetzt versuchst, für sie da zu sein, und damit vielleicht auch Eure Beziehung fortzusetzen, solltest Du Dir allerdings eines von vornherein klar machen: Das kann ziemlich anstrengend für Dich werden - und Du hast keinerlei Garantie, dass es Eure Beziehung rettet. Es ist nur eine Chance, mehr nicht. Aber es ist eine Chance. Ob Du dieses Risiko (es ist eines!) eingehen möchtest, ist Deine Entscheidung.
 

Benutzer187907  (32)

Klickt sich gerne rein
Ich schließe mich dem letzten Kommentar an, es klingt nicht nach Trennung sondern danach, dass sie dich vor sich schützen will. Das sie ihre Probleme alleine lösen will ist auch gut, nur klingt es eben nicht so als hätte sie erkannt, dass professionelle Hilfe angeraten ist. Ich würde ihr einen Silvestergruß schicken und eben signalisieren, dass du da bist, wenn sie dich braucht und wenn ihr dann irgendwann nochmal ins Gespräch kommt dann würde ich durchaus raten Hilfe zu suchen. Es ist schwierig da nicht selbst im Abgrund zu landen, deshalb finde ich es sehr fair von ihr dich zu schützen. Ich drücke ihr und euch die Daumen
 

Benutzer127086  (28)

Verbringt hier viel Zeit
Tut mir echt leid für dich
I feel you…
Versuche es zu akzeptieren
Wenn da von ihrer Seite noch was ist wird sie vielleicht nochmal umschwenken aber ich würde dir raten ihr auf keinen Fall hinterher zu laufen
Wenn dann muss von ihr was kommen
Radikale Kontaktsperre und konzentrier dich auf dich
In 3 Wochen schaut die Welt schon wieder anders aus und du wirst drüber weg kommen sollte es das gewesen sein :smile:
 
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