Trennung nach 9 Jahren

Benutzer122651  (35)

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Liebes Forum,

ein Freund trennte sich vor kurzem von seiner Freundin nach 9 Jahren. Er st sehr mitgenommen, wie ihr euch denken könnt. Wir sprechen oft miteinander. Ich will versuchen, ihn und seine Situation besser zu verstehen. Beide Ende 20, soeben den letzten noch fehlenden Schritt in die Nach-Studium-Phase ihres Lebens gemacht - eine Zeit, die wohl anfällig ist für Sinnkrisen melodramatischster Auswüchse, Trennungen, und allgemeiner Umbrüche.

Sie trennte sich von ihm, weil sie keine gemeinsame Zukunft mehr gesehen hat (leben voneinander entfernt, unterschiedliche Lebenswelten (er Dr.-Arbeit, sie Grundschullehrerin), eventueller Kinderwunsch auf ihrer Seite, den er nicht unbedingt teilt, sah vielleicht zu weilen auch ein bisschen zu wenig Engagement seinerseits).
Die beiden haben bis Mitte Januar, also bald vor der Tür im neuen Jahr stehend, eine Art totale Funktstille ausgemacht für drei Monate.

Wie schätzt ihr die Chancen sein (darauf hofft Simon natürlich), dass danach sich vielleicht doch wieder sie sich annähern?
Anders gesagt: Würdet ihr sagen, knapp drei Monate ohne Kontakt, aber mit natürlich besonders vielen Erinnerungen gerade in der Adventszeit (und indirekt auch über die Familien, die freilich in so einer langen Zeit auch zu denen des jeweils Anderen geworden sind: beide stehen noch in recht engem Kontakt mit den Ex"schwiegereltern" und "schägern") reichen aus, "um über die gegen die Wand gefahrene Beziehung" hinwegzukommen und "neu" anzufangen, als Freunde -- und möglicherweise vielleicht inmitten der Leichtigkeit und Unverbindlichkeit der jetztigen Situation, als de facto Singles, wieder zueinander zu finden?

Vielen Dank euch bereits im Voraus für eure Hilfe und einen schönen verschneiten Nachweihnachtsabend mit Tee, den letzten Plätzchenresten und Vorfreude auf das kommende Jahr!
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer85989 

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Da niemand in die Zukunft sehen kann, wird es auf deine Frage keine Antwort geben.
Dass es deinem Freund nicht gut geht, ist absolut nachvollziehbar, denn 9 Jahre Beziehung in diesem jungen Alter ist eine mächtig lange Zeit. Und aufgrund der Länge der Beziehung würde ich sagen, dass es anscheinend schon länger gekriselt hat und nicht erst nach dem Studium.
Schon alleine, dass beide so viel voneinander getrennt hat wie eine Fernbeziehung, eventueller Kinderwunsch der nur einseitig zu sein scheint hat es wohl auch einfach keine Zukunft gehabt.
Wie wollen denn beide das Thema mit den Kindern bewältigen? Es ist eine Entscheidung für das ganze Leben und bei dem Thema Kinder gibt es kein Kompromiss.
 

Benutzer122651  (35)

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Vielen Dank, Linn für die rasche Antwort.
Das mit dem Kinderwunsch ist so eine Sache: Im Prinzip kann er sich so etwas schon vorstellen (allerdings erst in zwei, drei Jahren); es gibt allerdings ihrerseits gesundheitliche Komplikationen, die ohnehin zu klären wären. Aber, soweit ich ihn verstanden habe, ist er einer Familiengründung in Form von Adoptivkindern sehr zugetan.

Bin übrigens selbst großer Magritte-Fan: Unglaublich auf den Punkt gebracht auch seine "L'art de la conversation" :smile:
[DOUBLEPOST=1419890480,1419889872][/DOUBLEPOST]Vielleicht hätte ich meine Frage präziser stellen sollen:

Wie lange braucht Ihr, um nach einer so langen Beziehung "wieder von vorn anfangen zu können", d.h. entweder als Freunde vertraut miteinander umgehen oder vielelicht doch einen Neuanfang mit dem Ex wagen?
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Wie lange braucht Ihr, um nach einer so langen Beziehung "wieder von vorn anfangen zu können", d.h. entweder als Freunde vertraut miteinander umgehen oder vielelicht doch einen Neuanfang mit dem Ex wagen?
Ich hab mich letztes Jahr nach über 10 Jahren getrennt. Ein Neuanfang kam für mich nie in Frage. Die Beziehung war am Ende, da muss ich nicht neu anfangen. Die Trennung hatte ja Gründe, auch im Fall deines Freundes.
Bis ich über die Trennung weg war, hat es nicht lang gedauert. Das lag aber auch daran, dass die Trennung eben nicht überraschend kam und das alles absehbar war. Gefühle waren schon lange weg.

Wenn sie noch da sind bei deinem Freund, dann dauert es vermutlich länger als 3 Monate, aber 3 Monate können schon reichen, um über den ersten Kummer hinweg zu sein.
Man muss mit dem Expartner nicht befreundet bleiben, also das ist kein Muss und sicher kein Ziel, auf das man hinarbeiten muss. Wenn ja, dann ja und wenn nein, geht die Welt auch nicht unter.
Es werden neue Menschen kommen, dein Freund wird sich neu orientieren, mit der Beziehung abschließen.
 

Benutzer58054  (39)

Sehr bekannt hier
Ich glaube nicht daran, dass es in so einem Fall weitergeht, zumindest nicht gemeinsam. Der, der die Trennung nach so langer Zeit angesprochen hat, hat sich im Prinzip innerlich schon längst getrennt. Hier könnte die Verarbeitungsphase sehr schnell gehen, bei dem anderen Part dauert es sicher länger. Wer weiß das schon. Vielleicht trifft dein Freund morgen im Kiosk die Frau seines Lebens.
 

Benutzer122651  (35)

Sorgt für Gesprächsstoff
Also, soweit ich weiß, hat sich so lange die innere Trennung bei Simons Freundin noch nicht allzu lange angebahnt: Noch zwei, drei Monate zuvor schickte sie ihm unglaublich süße Karten und Briefe, in denen sie ausdrücklich sagte, wie wichtig er ihr sei.
Ein bisschen tragisch ist die Angelegenheit zudem, als dass Simon sich der Probleme bewusst war -- und auch fest geplant hatte, nach seiner Rückkehr von einem arbeitsbedingten Aufenthalt aus den Staaten das in Angriff zu nehmen, um einen Neuanfang aktiv mitzugestalten. Bis zu, September waren beide auch so sehr mit ihrem Studium bzw. der Arbeit eingespannt, dass wenige Kapazitäten frei waren. Das hatte sich für ihn aber im September erledigt und er hatte so fest daran geglaubt, das Mädchen wieder kennenzulernen, dass vor neun Jahren er kennengelernt hat und in das er sich verliebt hat.
Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, wie eine so lange Beziehung, die unglaublich viel gemeinsam erlebt hat, innerhalb von knapp drei Monaten einfach so "vergessen" und ad acta gelegt werden kann.
Zumindest hoffe ich das irgendwie mit meinem Freund. Vielleicht bin ich selbst zu sehr hoffnungsloser Romantiker, der nicht daran glauben kann, dass so lange Zeit einfach so dahin sein kann. Wo Liebe zumindest war (und so lange), da sollte doch alles möglich sein?
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
er hatte so fest daran geglaubt, das Mädchen wieder kennenzulernen, dass vor neun Jahren er kennengelernt hat und in das er sich verliebt hat.
Tja, vielleicht liegt hier ja der Fehler. Menschen verändern sich, Menschen in ihren 20ern sogar ziemlich. Sie ist nicht mehr das 18-/20-jährige Mädchen, das nach dem Abi von der großen weiten Welt träumt, sondern eine inzwischen komplette, erwachsene Frau, die Auszug, Studium, Start ins Arbeitsleben und wahrscheinlich noch paar Dinge erfolgreich hinter sich gebracht hat.
Kann es nicht vielleicht sein, dass Simon das noch nicht verstanden hat, dass er aufgrund der anscheinend langen räumlichen Trennung eine ganz andere Frau in ihr sieht als sie wirklich ist und sie genau das bei ihm spürt, sich vll unverstanden und nicht für voll genommen fühlt?

Deine Infos sind natürlich recht dürftig, um seriös einen Tipp abgeben zu können (und selbst das ist ja schon ein Widerspruch :zwinker:), aber im Grunde sehe ich das wie celavie celavie , das kam nicht spontan und es liegt da schon ein längerer Abnabelungsprozess hinter ihr.
 

Benutzer85989 

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Vielen Dank, Linn für die rasche Antwort.
Das mit dem Kinderwunsch ist so eine Sache: Im Prinzip kann er sich so etwas schon vorstellen (allerdings erst in zwei, drei Jahren); es gibt allerdings ihrerseits gesundheitliche Komplikationen, die ohnehin zu klären wären. Aber, soweit ich ihn verstanden habe, ist er einer Familiengründung in Form von Adoptivkindern sehr zugetan.

Bin übrigens selbst großer Magritte-Fan: Unglaublich auf den Punkt gebracht auch seine "L'art de la conversation" :smile:
[DOUBLEPOST=1419890480,1419889872][/DOUBLEPOST]Vielleicht hätte ich meine Frage präziser stellen sollen:

Wie lange braucht Ihr, um nach einer so langen Beziehung "wieder von vorn anfangen zu können", d.h. entweder als Freunde vertraut miteinander umgehen oder vielelicht doch einen Neuanfang mit dem Ex wagen?

Nochmal wegen dem Thema Kinderwunsch:
Er kann sich das also sehr gut vorstellen, aber halt nicht jetzt, sondern erst in ein paar Jahren. Das ist jetzt für mich nachvollziehbar, wobei ich mich frage, warum das ein Kritikpunkt von seiner Ex-Freundin war, denn sie müsste doch darüber Bescheid gewusst haben, dass bei ihm ein "potenzieller" Kinderwunsch bestand. Oder hat er sich nie deutlich und klar ausgedrückt? Wie war denn sonst die Kommunikation in der Beziehung?

Auf deine letzte Frage gehe ich gerne ein, auch wenn es deinem Freund Simon wohl nur wenig hilft. Ich bin Mitte 20 und hatte allerdings noch keine so lange Beziehung gehabt wie dein Freund, noch nichtmal ansatzweise, deswegen kann ich leider nicht aus persönlicher Erfahrung sprechen. Ich glaube, es hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie ich einen Neuanfang gestalten würde. Wichtig ist es immer, welche Gründe es waren die eine Trennung verursacht haben und wie der Umgang miteinander war, einfach genau alles was nunmal so vorgefallen ist.
Ich könnte sicherlich nicht, egal ob nach 9 Jahren Beziehung oder nach 2 Jahren, mit einem Ex befreundet sein, wenn zwischen uns viel negatives vorgefallen ist und unser Verhältnis dadurch belastet ist. An Freundschaft wäre da kaum zu denken, aber das liegt auch selber an meiner Person: ich war noch nie jemand, der krampfhaft versucht hat etwas aufzubauen und zu erhalten, was ich tief in meinem Inneren vielleicht gar nicht wollte. Mein Ex-Freund wollte als Freunde neu anfangen, aber die letzten Erinnerungen aus der Beziehung sind geblieben, als er mich unterdrückte und zum Sex nötigte. Und er sieht seine Fehler nicht, denn für ihn bin ich diejenige die verantwortlich für den ganzen Beziehungsstress und natürlich für unser Aus. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Simon und seine Ex nicht solche Erfahrungen gemacht haben und sie sind viel friedlicher auseinander gegangen. Ich weiß jetzt auch nicht genau, was meine Kernaussage dabei ist... :grin: aber ich würde zum Thema Freundschaft sagen, dass man sich nicht zwanghaft etwas aufrecht erhalten soll... beiden können friedlich auseinander gegangen sein, aber eine Freundschaft würde nicht klappen.
 

Benutzer131884 

Sehr bekannt hier
Ich denke, dass wenigsten in nicht ernsthaft an eine "Wiedervereinigung" glaubt. Da spricht schon die Wahl des Zeitpunktes dagegen, über Weihnachten bekommt es die ganze Verwandtschaft mit und wenigstens das gibt dem ganzen einen mehr oder weniger offiziellen Charakter.

Aber die Zeit der Spekulation ist bald um ...

Zum Thema Freundschaft. Hatte ich auch mal nach einer Trennung (nach 10 Jahren), aber ich (wir?) haben uns im Grunde nur etwas vorgemacht, es war mehr die Höflichkeit, Wertschätzung und vielleicht etwas Gewohnheit. Nach wenigen Jahren ist auch diese im Grunde inhaltslose "Freundschaft" sanft entschlafen. Hat nicht weh getan, hat aber auch nicht wirklich etwas gebracht. Ich würde sowas heute nicht mehr anstreben.
 

Benutzer122651  (35)

Sorgt für Gesprächsstoff
Vielen Dank und ein frohes neues Euch allen!

Gesetzt, eine Beziehung endete friedlich. Dann erscheint es mir doch als das Natürlichste der Welt, eine freundschaftliche Beziehung zu den Ex-Freunden/Freundinnen zu haben. Es sind doch im Regelfall Menschen, die einem etwas bedeuteten, die einen in- und auswendig kennen und umgekehrt! Andernfalls würde das für mich bedeuten, dass eine "Beziehung" zu einer Art Vertrag mit dem Inhalt der regelmäßigen wechselseitigen Nutzung der Geschlechtsorgane reduziert wird. Anders gesagt: Ein Partner sollte doch in erster Linie eine Art bester Freund sein! Mir scheint es absurd, eine lange gewachsene Freundschaft einfach so über Bord zu werfen.
Oder habe ich da zu sehr Jane-Austen-romantische Vorstellungen von Beziehungen?
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Gesetzt, eine Beziehung endete friedlich. Dann erscheint es mir doch als das Natürlichste der Welt, eine freundschaftliche Beziehung zu den Ex-Freunden/Freundinnen zu haben. Es sind doch im Regelfall Menschen, die einem etwas bedeuteten, die einen in- und auswendig kennen und umgekehrt!
Also mein Ex und ich haben uns durchaus im guten getrennt und anfangs blieb auch noch so was wie eine Freundschaft bestehen, aber inzwischen nicht mehr. Es lebt einfach jeder sein eigenes Leben und keiner von uns beiden sieht einen Grund, an einer Freundschaft festzuhalten. Er bedeutet mir auch nichts mehr, wir sind getrennt, aus, fertig. Ich hab über 10 Jahre mein Leben mit ihm geteilt, aber jetzt teile ich es mit anderen Menschen und er ebenso.
Das heißt nicht, dass mir Freundschaft nichts bedeutet, aber wenn man beziehungstechnisch auseinander geht, dann ja oft auch menschlich und dann ist auch eine Freundschaft nicht unbedingt möglich oder reißt alte Wunden auf... oder man orientiert sich im Leben einfach neu und nach vorne und will nicht zurück schauen.

Das ist jetzt nur meine persönliche Erfahrung, die sicher nicht allgemein gültig ist :zwinker:
 

Benutzer131884 

Sehr bekannt hier
Also mein Ex und ich haben uns durchaus im guten getrennt und anfangs blieb auch noch so was wie eine Freundschaft bestehen, aber inzwischen nicht mehr. Es lebt einfach jeder sein eigenes Leben und keiner von uns beiden sieht einen Grund, an einer Freundschaft festzuhalten. Er bedeutet mir auch nichts mehr, wir sind getrennt, aus, fertig. Ich hab über 10 Jahre mein Leben mit ihm geteilt, aber jetzt teile ich es mit anderen Menschen und er ebenso.
Das heißt nicht, dass mir Freundschaft nichts bedeutet, aber wenn man beziehungstechnisch auseinander geht, dann ja oft auch menschlich und dann ist auch eine Freundschaft nicht unbedingt möglich oder reißt alte Wunden auf... oder man orientiert sich im Leben einfach neu und nach vorne und will nicht zurück schauen.

Das ist jetzt nur meine persönliche Erfahrung, die sicher nicht allgemein gültig ist :zwinker:

Das unterschreibe ich komplett. Es ging mir exakt genauso, selbst der Zeitraum stimmt. Bei mir ist eben irgend wann die Freundschaft eingeschlafen, keiner wollte mehr den Aufwand zum Erhalt betreiben, und eine lebendige Freundschaft ist mit Aufwand verbunden.

Ich denke auch, dass eine Beziehung auch Elemente einer Freundschaft enthält, im Grunde nur der sexuelle Part zu einer Freundschaft hinzu kommt. Aber umgekehrt ist eben eine Freundschaft nicht einfach eine Beziehung, nur ohne Sex. Das anstrengende bei einer Trennung, bei der "Überführung" einer Beziehung in eine Freundschaft, wäre für mich, dass man
  • selektieren müsste, welche Elemente quasi erhalten bleiben sollen und welche Teil der Trennung sein sollen, stell ich mir schwierig vor
  • immer auch die nicht mehr geteilten Elemente im Rucksack dabei hat, in dem Sinne "hatten wir mal zusammen gemacht, jetzt nicht mehr", oder "hat er/sie mal mit mir gemacht, jetzt mit ihr/ihm", da steht die Eifersucht oder ein schmerzhaftes Gefühl immer hinter dir
 
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