Tracht auf den Popo - Ja oder Nein???

Benutzer12012 

Sehr bekannt hier
Nadine20 schrieb:
diese Argumentation ist etwas simpel.

seh ich anders.
ist einfach nur logisch, kinder imitieren vor allem in den ersten jahren die verhaltensmuster der eltern.

wenn sie geschlagen werden ist die gefahr extrem hoch, dass sie das auch tun, bei ihren eigenen kindern später oder in der schule auf dem schulhof.
wenn sie nicht geschlagen werden ist die wahrscheinlichkeit ziemlich gering.
denn es wird ja auch die einstellung der eltern übernommen (dass sich diese im pubertätsalter VERÄNDERN kann, ist klar, aber selten)
und indem sie ihr kind schlagen und meist sagen dass es das "verdient hat", erhält das kind das denkmuster dass menschen für gewissen dinge die sie tun schläge verdienen.


Woher kommt denn die heutige Brutalität, die teilweise auf den Schulhöfen herrscht?

unterschiedliche ursachen: an erster stelle auf jeden fall gewalt zu hause.
aber auch vernachlässigung, eltern die nie da sind, sich nicht kümmern und null für ihr kind interessieren.


da kaum noch Kinder von ihren Eltern geschlagen werden.

das ist leider gottes komplett falsch.
glaub mir, ich arbeite im sozialpädagogischen bereich und schon im praktikum war es keine seltenheit,d ass ein kind ausgetickt ist, plötzlich los schrie, sich nicht mehr einkriegte und ich die erzieherin gefragt habe, was los ist.
da kam nur "ach, der wird zu hause von seinem vater geschlagen"
als erzieher/lehrer ist man da einigermaßen machtlos, sie hatten zu der familie schon 2 mal das jugendamt hingeschickt.


Oder will ernsthaft jemand behaupten, die heutigen Schläger sind alle Opfer von Gewalt im Elternhaus? DAS ist schon längst widerlegt.

viele, die meisten.
wo ist das widerlegt?
interessiert mich, hast du ne quelle, nen artikel oder ne statistik oderso?
meine erfahrungen sind bisher anders.


Warum also verstehen Kinder, die von ihren Eltern gewaltfrei erzogen werden, nicht das Gewalt schlecht ist und dass man niemanden verletzen darf?

nur wenige kinder, die gewaltfrei erzogen wurden sind später gewalttätig.
und WENN, dann meist schon im kindesalter, weil etwas schief läuft.
(sie in der klasse überhaupt nicht akzeptiert werden, ihre eltern sich nicht für sie interessieren usw.)
und wenn man da nicht sofort eingreift, den ursachen auf die spur kommt (ja, ich weiß, leicht gesagt) , bleiben sie teilweise gewalttätig bis ins erwachsenenalter.
 
N

Benutzer

Gast
nur wenige kinder, die gewaltfrei erzogen wurden sind später gewalttätig.

dass das Unsinn ist, kannst du auf der Homepage des zuständigen Ministeriums nachlesen:

32% der Jugendlichen, die zu Straftaten neigen, erlebten zu Hause selbst Gewalt. Mehrere Studien zeigen, dass nicht nur schwere, sondern auch regelmäßige leichte Körperstrafen häufig (Quelle Bundesministerium für Familie)

32% also. Mit anderen Worten, die fehlenden 68% erlebten zu Hause keine Körperstrafen. Nun ist es aber so, dass eben nach Auskunft dieses Bundesministeriums nur 28% aller Eltern vollkommen auf körperliche Strafen verzichten. Ein interessantes Missverhältnis, findest du nicht? Die 28% der Eltern, die auf körperliche Strafen ganz verzichten, produzieren also 68% der Straftäter im Lande. Noch Fragen?

Du arbeitest im sozialpädagogischen Bereich? Dem Bereich also, dessen sinnlosen Bemühungen seit den 70er Jahren wir jetzt die katastrophalen Ergebnisse der Pisa-Studie zu verdanken haben. Einem Bereich, der zigfachen Straftätern Abenteuerurlaube in Übersee zukommen lässt, anstatt sie für den angerichteten Schaden zur Verantwortung zu ziehen. Ihr Sozialpädagogen wart schon immer gross darin, die Verantwortung für euer eigenes Versagen anderen zuzuschieben. Die von euch in Deutschland eingeführte Kuschelpädagogik ist gescheitert, ob es nun die letzten Getreuen wahrhaben wollen oder nicht.
Wenn ein Kind austickt, muss der Vater ein Schläger sein. So einfach ist das also für dich. Komisch, ich erlebe täglich austickende Kinder, die zu Hause von vorn bis hinten verhätschelt werden und aggressiv auf ein simples "NEIN" reagieren, wenn sie es denn überhaupt jemals zu hören bekommen.
Julia, wenn deine Theorie stimmen würde, dann dürften die Generationen unserer Eltern und Grosseltern nur aus Psychopathen und Gewalttätern bestehen. Die haben nämlich fast alle von ihren Eltern regelmässig Schläge bezogen. Willst du behaupten, dass die alle gestört sind? Soweit mir bekannt ist, erleben die Therapeuten ihren Boom erst, seitdem sich eure Kuschelpädagogik durchgesetzt hat.
Ich habe junge Männer erlebt, die einen wahren "Kulturschock" erlitten, als sie zur Bundeswehr mussten. Da wurden ihnen Vorschriften gemacht. Das kannten sie vorher nicht und konnten damit überhaupt nicht umgehen.
 

Benutzer27435  (46)

Verbringt hier viel Zeit
Ja. ich wurde auch geschlagen.
Von meinem Vater wenn ich wirklich Mist gemacht habe und von meiner Mutter später(mein Vater starb als ich fast 11 war) wurden wir so richtig verhauen.
Mit Gürtel, Kleiderbügel, Birkenrute (diemein Opa für sie extra deswegen angefertigt hat) usw.

Ich denke schon das es Schäden hinterlassen hat, psychisch gesehen.

Im übrigen lehne ich diese Erziehungsmethode ab.

Ok, mir ist bei meiner Tochter auch schon öfter mal im Effekt die Hand ausgerutscht, was mir hinterher total leid tat und ich mich auch deswegen bei ihr entschuldigt habe.

Mitlerweile hat es andere Konsequenzen wenn sie Mist baut.
Ich haue nicht zu, sondern sage ihr im vorfeld, das wenn sie dies und jenes nicht lässt, dann kommt irgendwin Spielzeug auf dem Wohnzimmerschrank.

Wenn sie hysterisch rum schreit, dann kommt siein ihr Zimmer zum ausbocken.
Klar, ich muss auch öfter mal Luft holen und mich im Zaum halten, damit ich ihr nicht eine klatsche, aber Schläge bringen gar nichts, ausser wahnsinnige Angst vor den Eltern und das möchte ich nicht.

Ich möchte nicht, das meine Tochter Angst vor mir hat, sondern das sie lernt, das sie gewissen Sachen nicht darf oder machen soll.

Auch wenn sie sich mit anderen Kindern um ein Spielzeug streitet (was ausarten kann), dann kommt das Spielzeug weg, bis sie sich geeinigt haben.

Ich finde es erschreckend, das viele hier, die selber Schläge bekommen haben, die Methode als gut empfinden.
 

Benutzer12012 

Sehr bekannt hier
Nadine20 schrieb:
Du arbeitest im sozialpädagogischen Bereich? Dem Bereich also, dessen sinnlosen Bemühungen seit den 70er Jahren wir jetzt die katastrophalen Ergebnisse der Pisa-Studie zu verdanken haben. Einem Bereich, der zigfachen Straftätern Abenteuerurlaube in Übersee zukommen lässt, anstatt sie für den angerichteten Schaden zur Verantwortung zu ziehen. Ihr Sozialpädagogen wart schon immer gross darin, die Verantwortung für euer eigenes Versagen anderen zuzuschieben. Die von euch in Deutschland eingeführte Kuschelpädagogik ist gescheitert, ob es nun die letzten Getreuen wahrhaben wollen oder nicht.

:blablabla aber sonst gehts gut?
die sozialpädagogen sind also deiner meinung nach an allem schlimmen schuld (PISA etc.) aber sie sind die, die die schuld auf andere schieben?
das tust du doch grad selber in dem du sagst, sie hätten PISA und straftäter und was weiß ich noch zu verantworten!

Sozialpädagogen haben unterschiedliche einstellungen, die sind nicht alle gleich.
nix mit kuschelpädagogik, die alle gemeinsam vertreten.

sozialpädagogen gehts darum, benachteiligte kinder (aus armen verhältnissen, misshandelte oder kinder die einfach nur probleme haben) in die gesellschaft zu intergrieren, die sie nämlich leider oft ausschließt.
und diesen kindern zu helfen mit ihrem leben klarzukommen, ihre probleme zu lösen.

sozialpädagogen sind nicht nur spät-hippies.
sie sind in vielen lebensbereichen vertreten, wo sie gute arbeit leisten:
streetworker, in notstationen für kinder und jugendliche, in der jugendpsychiatrie, in heimen, an schulen, in jugendclubs usw.

hast du überhaupt eine vorstellung davon, wie es in diesem land, in jedem land ohne diese leute (damit mein ich auch erzieher usw., alle die in dem bereich arbeiten) aussähe?
da gäbs um einiges mehr an gewalt und kriminalität.

sicher können sozialpädagogen nicht alle probleme in diesem land lösen und manche gehen/gingen die sache wohl auch von heute betrachtet falsch an.

das du nicht für PISA verantwortlich bist und an nichts hier schuld hast ist klar, denn: wer nichts macht, macht nichts falsch.
denkst du deshalb wärs gut am besten gar nichts zu tun?

hast du ne idee, wie viele kinder und jugendliche dann aufgeschmissen wären, allein, einsam auf der straße säßen?

auch wenn da sicher fehler passiert sind und noch passieren (das ist in jedem beruf so) solltest du diese arbeit zu schätzen wissen.

und wo ist der zusammenhang zwischen sozialpädagogen und PISA?
daran is ja wohl eher die bildungspolitik schuld.


Wenn ein Kind austickt, muss der Vater ein Schläger sein.

du hast schon gelesen, was ich geschrieben hab, eh du deine vorurteile abgelassen hast, oder?

"denn es wird ja auch die einstellung der eltern übernommen (dass sich diese im pubertätsalter VERÄNDERN kann, ist klar, aber selten)
und indem sie ihr kind schlagen und meist sagen dass es das "verdient hat", erhält das kind das denkmuster dass menschen für gewissen dinge die sie tun schläge verdienen.
unterschiedliche ursachen: an erster stelle auf jeden fall gewalt zu hause.
aber auch vernachlässigung, eltern die nie da sind, sich nicht kümmern und null für ihr kind interessieren.
nur wenige kinder, die gewaltfrei erzogen wurden sind später gewalttätig.
und WENN, dann meist schon im kindesalter, weil etwas schief läuft.
(sie in der klasse überhaupt nicht akzeptiert werden, ihre eltern sich nicht für sie interessieren usw.)
und wenn man da nicht sofort eingreift, den ursachen auf die spur kommt (ja, ich weiß, leicht gesagt) , bleiben sie teilweise gewalttätig bis ins erwachsenenalter."

das ist es, was ich denke.
nicht eltern schlagen=kind schlägt.
das habe ich nie gesagt und wäre viel zu einfach.

in dem nochmal von mir zitierten text ab ich gesagt, dass es verschiedene ursachen gibt, aber es ist eindeutig erwiesen, dass in den ersten jahren die kinder die eltern als allwissend und immer im recht ansehen.
wenn die eltern sie schlagen, ist es also in ordnung, dass erwachsene kinder schlagen, überhaupt, dass menschen andere menschen schlagen.

dass nicht alle die gewalttätig sind früher geschlagen wurden ist klar, hab ich auch schon im vorherigen posting gesagt.
und dass nicht alle die geschlagen wurden gewalttätig werden ist auch klar.

aber die wahrscheinlichkeit ist um einiges höher (begründung siehe oben)


Julia, wenn deine Theorie stimmen würde, dann dürften die Generationen unserer Eltern und Grosseltern nur aus Psychopathen und Gewalttätern bestehen. Die haben nämlich fast alle von ihren Eltern regelmässig Schläge bezogen. Willst du behaupten, dass die alle gestört sind?

das hab ich nicht gesagt.
und denke ich auch nicht.
aber schläge hinterlassen spuren auf der seele eines kindes.
meist ist es geprägt (-> für IMMER gezeichnet)
oft ist das nicht sehr offentsichtlich, man merkts nicht sofort oder immer, aber es hat narben, psychische.


Soweit mir bekannt ist, erleben die Therapeuten ihren Boom erst, seitdem sich eure Kuschelpädagogik durchgesetzt hat.

ich denke, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.
heutzutage ist es in ordnung, selbstverständlich zum therapeuten zu gehen.
das nutzen viele.
und sicher können kinder auch gestört sein/probleme haben, wenn sie nicht geschlagen werden, keine frage.

früher wurde es einfach tot geschwiegen, es war anerkannt das kind mal den hintern versohlt bekommt, also hat sich kein kind drüber beschwert.
denn alle in seinem umfeld fanden es in ordnung, das führt dazu, dass das kind es auch in ordnung findet.


Ich habe junge Männer erlebt, die einen wahren "Kulturschock" erlitten, als sie zur Bundeswehr mussten. Da wurden ihnen Vorschriften gemacht. Das kannten sie vorher nicht und konnten damit überhaupt nicht umgehen.

was verstehst du unter deiner viel genannten kuschelpädagogik?

folgendes: ich habe nie gesagt, dass man kinder ohne regeln und vorschriften erziehen soll, kinder brauchen grenzen, sonst sind sie orientierungslos.
ABER diese grenzen müssen nicht durch physische gewalt durchgesetzt werden.

mit scheint, du denkst, nur weil ich gegen schläge bin, bin ich für laissez-fair (einfach laufen lassen, den kindern keine vorschriften machen, die regeln das schon allein, mein kind weiß selbst, was am besten für es ist etc.)

dem ist nicht so.
es gibt nicht nur schwarz und weiß.

ich bin der überzeugung, das erziehung eine hilfestellung sein soll für das kind.
ich bevorzuge den demokratischen erziehungsstil (dem kind wird alles erklärt, was gemacht wird, auch warum es wie bestraft wird, damit es das versteht und daraus lernt)
das heißt noch lange nicht, dass das ind alles selbst entscheidet, es hat auch im demokratischen stil sehr wohl regeln, vorschriften.
es wird versucht nach den bedürfnissen des kindes zu handeln (was sichr nie komplett gelingen kann) aber nicht die aktuellen wünsche die es äußert "ich will ein eis" -> man gibt es ihm, auch wenns schon das zehnte ist, SONDERN:
man denkt sich nein, dann bekommt es bauchschmerzen, es hatte schon ein eis, das reicht.

is n bisschen kompliziert, das hier kurz darzustellen, meine haltung zur erziehung, wenns wirr/unklar war, tuts mir leid, dann frag ruhig nach.
 

Benutzer16852 

Verbringt hier viel Zeit
Nadine20 schrieb:
32% also. Mit anderen Worten, die fehlenden 68% erlebten zu Hause keine Körperstrafen. Nun ist es aber so, dass eben nach Auskunft dieses Bundesministeriums nur 28% aller Eltern vollkommen auf körperliche Strafen verzichten. Ein interessantes Missverhältnis, findest du nicht? Die 28% der Eltern, die auf körperliche Strafen ganz verzichten, produzieren also 68% der Straftäter im Lande. Noch Fragen?
Ja, die Frage ist wo du gelernt hast mit Statistiken umzugehen.

Die Angaben, dass 28% der Eltern ihre Kinder gewaltfrei erziehen habe ich nach einiger Suche in folgender Pressemitteilung gefunden:

http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Presse/pressemitteilungen,did=17392.html

Einen Beleg für die andere Zahl findet sich darin nicht. Ich kann also getrost davon ausgehen, dass du 2 Statistiken mit vollkommen verschiedener Datenbasis vergleichen willst. Dafür hätte ich noch nicht mal suchen müssen, denn es ist ja recht unwahrscheinlich, dass man eine repräsentative Umfrage nur unter Eltern von Kindern mit Vorstrafenregister durchführt.

Für die Bewertung der anderen Statistik ist außerdem relevant ob der Schluß, dass die 68% der kriminellen Jugendlichen gewaltfrei erzogen wurden überhaupt korrekt ist, ich persönlich habe daran gewisse Zweifel. Oder ob diese andere Studie zwischen verschiedenen Arten von Gewalt unterscheidet.
Abgesehen davon glaube ich, dass bei Umfragen über solche Themen die eigene Situation gerne beschönigt wird (wer weiß schon wo die Informationen hingehen? Oder glaubt ihr etwa an Datenschutz bei Telefonumfragen?)

Edit:
Hier die dazugehörige Studie:
http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSF...e-erziehung-bussmann-deutsch,property=pdf.pdf

In der Studie wird auch über das Gewaltverhalten der Jugendlichen mit verschiedenen Erziehunghintergründen (nicht gleichzusetzen mit dem rechtlich verurteilten Jugendlichen). Der Anteil derer die Gewalt erfahren wird zwar insgesamt geringer, aber diese Gruppe ist eher gewalttätig als alle anderen.
Deine Quelle widerlegt dich also.
 

Benutzer13139  (34)

Verbringt hier viel Zeit
also bei mir gabs das net das ichn paar drauf bekommen hab

find das auch vollkommen sinnlos... bin der meinung das bei irgendnem "vergehen" des kindes fernsehverbot oder sowas mehr ziehen als ne tracht prügel

und ich denk wenn jemand geschlagen wird, is derjenige auch eher dazu bereit andere zu schlagen
(was jetz net heißt das jeder schlagend durch die gegend läuft)
 
N

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Gast
@debergerac

alle von mir genannten Zahlen stammen aus derselben Quelle im Bundesministerium.

Abgesehen davon glaube ich, dass bei Umfragen über solche Themen die eigene Situation gerne beschönigt wird

das ist vollkommen korrekt. Du willst doch aber wohl nicht dem Familienministerium vorwerfen, Gewalt in der Familie zu beschönigen oder sogar zu unterstützen, oder? Wie man Statistiken auslegt, ist natürlich immer Geschmackssache. Das will ich überhaupt nicht diskutieren. Mir geht es nur darum, dass wir uns hier über eine Sache unterhalten, die sehr kontrovers diskutiert wird und in der man eigentlich mit Statistiken überhaupt nicht argumentieren kann. Ich bin nur aufgefordert worden, eine Quelle zu nennen, was ich dann auch getan habe. Hier geht es um Meinungen. Von richtig und falsch sollte man überhaupt nicht reden. Andere Kulturkreise auf der Welt haben in dieser Frage eine vollkommen andere Einstellung als derzeit die Deutschen. Will sich nun der Deutsche anmassen, aufgrund von fragwürdigen Statistiken die Wahrheit gepachtet zu haben und alle verdammen, die anders über diese Thematik denken? Bin ich als Deutsche verpflichtet, die derzeit politisch korrekte Meinung zu teilen?
 

Benutzer16852 

Verbringt hier viel Zeit
Nadine20 schrieb:
alle von mir genannten Zahlen stammen aus derselben Quelle im Bundesministerium.
Dann darf ich annehmen, es ist weder die von mir genannte Pressemitteilung, noch die dazugehörige Studie. In beiden Quellen findet sich keinerlei Beleg für deine Behauptung, 28% der Eltern, namentlich die die gewaltfrei erziehen, brächten 68% der Straftäter hervor. Das bezeugt, dass du die Statistik nicht richtig interpretieren kannst.

das ist vollkommen korrekt. Du willst doch aber wohl nicht dem Familienministerium vorwerfen, Gewalt in der Familie zu beschönigen oder sogar zu unterstützen, oder?
Nicht das Familienministerium trifft dieser Vorwurf, sondern die Befragten. Wer würde schon strafbare Handlungen einem Umfrager gegenüber zugeben wollen, es sei denn er wähne sich im Recht.

Wie man Statistiken auslegt, ist natürlich immer Geschmackssache. Das will ich überhaupt nicht diskutieren. Mir geht es nur darum, dass wir uns hier über eine Sache unterhalten, die sehr kontrovers diskutiert wird und in der man eigentlich mit Statistiken überhaupt nicht argumentieren kann.
Warum sollte man mit Statistiken nicht argumentieren, du hast es doch selbst getan. Nur hast du einen methodischen Fehler eingebaut, ob mit Absicht oder aus Unkenntnis entzieht sich meiner Kenntnis, und interpretierst die Statistik in eine Richtung die sich da nicht reininterpretieren lässt.

Ich bin nur aufgefordert worden, eine Quelle zu nennen, was ich dann auch getan habe.
Das hast du nicht. Aber ist es rein zufällig tatsächlich die entsprechende Studie die ich genannt habe?

Hier geht es um Meinungen. Von richtig und falsch sollte man überhaupt nicht reden. Andere Kulturkreise auf der Welt haben in dieser Frage eine vollkommen andere Einstellung als derzeit die Deutschen.
Ganz im Gegenteil, hier muss sogar von richtig und falsch die Rede sein. Das ist schließlich eine Frage der Moral und des Rechtsverständnis. Und abgesehen davon, andere Kulturkreise kennen mancherlei Perversitäten die dem deutschen Recht und Gesetz schon immer fremd waren oder zumindest seit einiger Zeit fremd sind. Es ist schon klar, es gibt immer noch Staaten die Folter, Prügelstrafe oder Amputationen als juristische Mittel kennen. Kein Wunder das in diesen Gesellschaften (zugegeben, nicht nur in diesen) das Prügeln von Kindern üblich ist. Das rechtfertigt es aber nicht. Und die Mehrheitsmeinung geht hierzulande glücklicherweiße dazu es nicht mehr zu tolerieren.

Will sich nun der Deutsche anmassen, aufgrund von fragwürdigen Statistiken die Wahrheit gepachtet zu haben und alle verdammen, die anders über diese Thematik denken? Bin ich als Deutsche verpflichtet, die derzeit politisch korrekte Meinung zu teilen?
Denken kannst du wie du willst. Ich kann das für moralisch verwerflich halten, das ist dann auch mein gutes Recht. Sobald du diese Methoden allerdings nicht nur propagierst, sondern auch einsetzt, machst du dich strafbar. Einfache Körperverletzung, je nach Mitteln und Folgen auch schwere Körperverletzung.
Warum sollte es straffrei sein einem Kind eine liegen zu lassen, während man sich für dieselbe Tat an einem Erwachsenen verübt eine juristische Sanktion zu erwarten hat? Das wäre widersinnig.
 
G

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is inzwischen ja auch gesetzlich verboten und wurde auch schon ein paar mal bestraft...
kinder sind nicht eigentum der eltern, dass heißt sie können auch nicht alles mit ihnen machen...
 
N

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Gast
@deBergerac

dein Glaube an die Gesetzgebung ist unerschütterlich, was?

Warum sollte es straffrei sein einem Kind eine liegen zu lassen, während man sich für dieselbe Tat an einem Erwachsenen verübt eine juristische Sanktion zu erwarten hat? Das wäre widersinnig.

wenn ich falsch parke, habe ich juristische Sanktionen zu erwarten. Wenn ein 14jähriger Autos knackt und damit herumfährt, kommt er teilweise auch nach der 50sten Verhaftung straffrei davon. Das ist nicht widersinnig, oder?

Denken kannst du wie du willst. Ich kann das für moralisch verwerflich halten, das ist dann auch mein gutes Recht.

selbstverständlich.

Und abgesehen davon, andere Kulturkreise kennen mancherlei Perversitäten die dem deutschen Recht und Gesetz schon immer fremd waren oder zumindest seit einiger Zeit fremd sind.
klar doch. Die Deutschen sind die letzte moralische Instanz dieser Welt. Hier wird entschieden, was pervers oder kriminell ist. Wenn du daran glaubst....
Gesetze kommen und gehen. Es gab zum Beispiel in Deutschland mal die Nürnberger Rassengesetze. Es gab auch mal einen gesetzlichen Schiessbefehl an der innerdeutschen Grenze. Was also Perversion angeht, sollte man als Deutscher nicht mit den Fingern auf andere zeigen. Jetzt sollen heimliche Vaterschaftstests verboten werden. Aber du glaubst nach wie vor an die allumfassende Weisheit des Gesetzgebers und an das uneingeschränkte Recht von Mehrheiten. Auch Hitler hatte das Volk hinter sich

@Jutta
ich habe gesagt, was ich denke. Es könnte der Eindruck entstehen, dass ich Sozialpädagogen eine gewisse Verachtung entgegenbringe. Ehrlich gesagt, das ist beabsichtigt.
 

Benutzer12012 

Sehr bekannt hier
Nadine20 schrieb:
@Jutta
ich habe gesagt, was ich denke. Es könnte der Eindruck entstehen, dass ich Sozialpädagogen eine gewisse Verachtung entgegenbringe. Ehrlich gesagt, das ist beabsichtigt.

? ich nehme an, mit "jutta" meinst du mich, auch wenn ich julia heiße.?

das is jetzt aber echt n bisschen billig, vorurteile abladen (vonwegen kuschelpädagogik, pädagogen sind an allem schlimmen was es heute gibt schuld) und dann nicht mal ne andere meinung anhören/dazu was sagen.?

und jetzt wieder: du sagst, dass du sozialpädagogen verachtest (is mir rätselhaft, wie man "verachten" auf ne ganze berufsgruppe anwenden kann, es gibt immer solche und solche, bei kz-wärtern würde ichs noch nachvollziehen können, aber sonst...)
ohne gründe zu nennen oder es zu konkretisieren.

ein forum is eigentlich nicht nur dazu da, seine meinung oder irgendein statement rauszuposaunen, sondern auch sich mit anderen meinungen auseinanderzusetzen/auf nachfragen zu antworten.
 

Benutzer28599 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo zusammen,

mal eine etwas provokante Frage!!!

In einigen Threads wurde das Thema ja schon behandelt. Würde gerne von Euch wissen wie Ihr den berühmten "Povoll" als Strafe seht.

Ich habe einfach mal so ein paar fiktive Fragen formuliert.

Ich finde das ist eine ganz interessante umfrage mit interssanten Antworten und ich werde meinen senf auch noch dazu tun. Aber eines möchte ich trotzdem noch anfügen.
Mir ista ufgefallen das viele geschrieben haben einem kind gehören keine schläge gegeben. So habe ich auch gedacht und ich bin bin bös und vor allem zu viel geschlagen worden. Aber heute muß ich sagen das auch meine kinder schon den ein oder anderen klaps bekommen haben. Wieso weshalb sei mal dahingestellt, aber ich glaube das sich die meisten eltern nicht davon freisprechen können das sie ihr kind schon mal geschlagen haben. Darum wage ich mich zu behaupten, auch wenn ich dafür warscheinlich gesteinigt werde, das die meisten die hier von würd ich nie tun sprechen, es früher oder später auch mal tun werden. Ich glaube man muß erst mal in der situation sein um sagen zu können würd ich nie tun.
Ich bevorzuge aber auch methode mit dem stillen stuhl.

Habt Ihr Ihn schon mal bekommen?
Ja viel zu oft

Wenn ja, wie heftig war es?
meine mutter wußte offt nicht wann genug war

Hat es Euch Eurer Meinung nach geschadet?
ja und nein

Oder war es Eurer Meinung nach sogar mal nötig?
ja das war es bestimmt

In welcher Form würdet Ihr es als Strafe für Kinder akzeptieren?
Ich ziehe anderes vor, aber es ist auch mir schon passiert das ich es getan habe


Oder lehnt Ihr diese Strafe grundsätzlich ab
Nein
 

Benutzer12012 

Sehr bekannt hier
Wuschel01 schrieb:
Mir ista ufgefallen das viele geschrieben haben einem kind gehören keine schläge gegeben. So habe ich auch gedacht und ich bin bin bös und vor allem zu viel geschlagen worden. Aber heute muß ich sagen das auch meine kinder schon den ein oder anderen klaps bekommen haben.

aber man kann doch trotzdem finden, dass kinder nicht geschlagen gehören, obwohl einem selbst schon mal die hand ausgerutscht ist.?
das widerspricht sich ja nicht, man hat eine meinung/ein idealbild und wie in fast allen bereichen kann man das nicht immer 100 %ig umsetzen.
und dann isses auch okay.

wie ich schon schrieb: man sollte es nicht als erziehungsmethode sehen.
es kann sicher passieren, dass man, wenn man überfordert ist, seinem kind einen klaps gibt, solange das eine seltene ausnahme ist und man dem kind danach sagt, dass es einem leid tut und ihm erklärt, warum man das gemacht hat, is das vollkommen in ordnung.


Wieso weshalb sei mal dahingestellt, aber ich glaube das sich die meisten eltern nicht davon freisprechen können das sie ihr kind schon mal geschlagen haben. Darum wage ich mich zu behaupten, auch wenn ich dafür warscheinlich gesteinigt werde, das die meisten die hier von würd ich nie tun sprechen, es früher oder später auch mal tun werden. Ich glaube man muß erst mal in der situation sein um sagen zu können würd ich nie tun.

seh ich genauso!
ich würde auch nicht sagen, dass ich das NIE tun würde, das weiß ich noch nicht, ich hab noch keine kinder.
aber ich fände es dann falsch von mir und würde mich danach bei meinem kind dafür entschuldigen und ihm erklären, warum ich das getan hab, dass man das eigentlich nicht tun soll.
 

Benutzer28599 

Verbringt hier viel Zeit
JuliaB schrieb:
aber ich fände es dann falsch von mir und würde mich danach bei meinem kind dafür entschuldigen und ihm erklären, warum ich das getan hab, dass man das eigentlich nicht tun soll.



Das ist ein guter vorsatz. ich finde auch sehr wichtig seinen kindern gegenüber seine fehler einzugestehen

Wuschel01
 
C

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Gast
hab ich bekommen und es hat mir nicht geschadet - war wahrscheinlich schon längst überfällig. ich wüßte auch nicht, was daran sooo falsch sein sollte. ich bin jetzt übrigens bei "Povoll", nicht bei kinder schlagen...
 

Benutzer16852 

Verbringt hier viel Zeit
Nadine20 schrieb:
dein Glaube an die Gesetzgebung ist unerschütterlich, was?
Wie kommst du zu dieser ulkigen Annahme? Ich bin für Rechtsstaatlichkeit. Und Körperverletzung ist Körperverletzung, darüber braucht man nicht zu diskutieren.

Wenn ich falsch parke, habe ich juristische Sanktionen zu erwarten. Wenn ein 14jähriger Autos knackt und damit herumfährt, kommt er teilweise auch nach der 50sten Verhaftung straffrei davon. Das ist nicht widersinnig, oder?
Falsch und unsachlich. Das deutsche Jugendstrafrecht sieht die Strafmündigkeit ab 14 Jahren vor. Ob der Ansatz richtig ist, ist ein ganz anderes Thema und hat überhaupt nichts mit der Frage nach körperliche Gewalt als Methode in der Kindererziehung zu tun.
Eine Ordnungswidrigkeit ist schließlich kein Verbrechen und kein Vergehen, eine Körperverletzung schon, Diebstahl und Sachbeschädigung ebenfalls. Widersinnig wäre lediglich wenn man unterscheiden würde zwischen den jeweiligen Opfern des Verbrechens.

klar doch. Die Deutschen sind die letzte moralische Instanz dieser Welt. Hier wird entschieden, was pervers oder kriminell ist. Wenn du daran glaubst....
Gesetze kommen und gehen. Es gab zum Beispiel in Deutschland mal die Nürnberger Rassengesetze. Es gab auch mal einen gesetzlichen Schiessbefehl an der innerdeutschen Grenze. Was also Perversion angeht, sollte man als Deutscher nicht mit den Fingern auf andere zeigen. Jetzt sollen heimliche Vaterschaftstests verboten werden. Aber du glaubst nach wie vor an die allumfassende Weisheit des Gesetzgebers und an das uneingeschränkte Recht von Mehrheiten. Auch Hitler hatte das Volk hinter sich
Also irgendwann wirkt die Nazikeule nur noch lächerlich. Nur weil irgendwann mal der größte Gefreite aller Zeiten den Rechtsstaat unterminiert hat, spricht mir das nicht das Recht ab Urteile über andere Rechtssysteme zu fällen.
Ich weiß auch nicht warum du mir Unterstellungen machst bezüglich meiner Auffassungen zum Thema Mehrheitsentscheidungen. Selbst wenn das BGB wie anfang des letzten Jahrhunderts noch der Fall ausdrücklich ein Züchtigungsrecht enthalten würde, wäre ich dagegen. Ich bin nur froh darüber, dass meine Ansicht in diesem speziellen Fall eine Mehrheit hat. Ich finde es persönlich nicht mal als politische Frage, mehr als eine konsequente Anwendung der Grundrechte. Und zu denen zählt und daran lasse ich persönlich nicht rütteln, das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

cat85 schrieb:
hab ich bekommen und es hat mir nicht geschadet - war wahrscheinlich schon längst überfällig. ich wüßte auch nicht, was daran sooo falsch sein sollte. ich bin jetzt übrigens bei "Povoll", nicht bei kinder schlagen...
Erklär doch mal freundlicherweise wie man einen "Povoll" verabreichen kann, ohne jemanden zu schlagen?
 

Benutzer20202 

Verbringt hier viel Zeit
Nadine20 schrieb:
Auch Hitler hatte das Volk hinter sich
Nach Godwin hast Du die Debatte damit wohl endgültig verloren.
Merke, man sollte ohne Not keine Nazi-Vergleiche machen.
 
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