Träumer

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Der Träumer

Eines Träumers Wolkenweg
schnitt dereinst den meinen,
er wollte um des Träumens Willen
neben mir verweilen.

Sanft war er in Wort und Tat,
sanft auch im Bestreben,
des nächtens seine Phantasien
mit mir zu beleben.

Gedanken voller Freude,
hat er in mir erweckt,
dunk'le Geister meines Geistes
liebevoll erschreckt.

So jung wie die Statur sein,
und arm auch die Gestalt,
so würdevoll war'n seine Worte,
und seine Seele alt.

Auf seinen zarten Lippen,
in seinen Augen blass,
las schöngeistige Dinge ich,
die nie mein Herz vergass.

Eines Nachts entschwand er mir,
weiß nicht, wieso und wie,
und ihm im Traum zu folgen
fehlt mir die Phantasie.

Wann immer ich auch lachte,
man mich lächeln sah,
da war'n des Träumers Lippen,
mir nah, ach viel zu nah.

Auch spürt' ich seine Tränen,
als meine im Gesicht,
doch was ich auch versuchte,
berühr'n konnt' ich ihn nicht.

Ich denk' an meinen Träumer,
was ich sag und tu'
und finde so in keinem
andern Traume Ruh'.

Ach Träumer, sag' mir bitte,
wie ich Dein Bild bewahr',
wenn ich im nächsten Traume,
Deiner werd' gewahr!
 

Benutzer52991  (63)

Verbringt hier viel Zeit
das ist einfach ein wunderschönes gedicht, danke dafür
 
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