Totale Beziehungskrise - Trennung?

Benutzer113141  (41)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo, ich bin neu hier und ich hoffe es hat jemand Lust sich ein bisschen mit mir über meine Probleme zu unterhalten :frown:

Mein Freund und ich sind seit 10 Jahren zusammen. Ich bin 29, er 32.
Und momentan stecken wir total in der Sackgasse, wenn nicht sogar kurz vor dem Aus.

Als ich ihn damals kennengelernt habe (nach meinem Abi), war ich total froh jemand so zuverlässigen gefunden zu haben, der mich aufgenommen hat -
ich hatte damals sehr wenig Selbstwertgefühl, kam aus einer kaputten Familie, ohne Geld.
Alles was ich hatte waren ein paar Träume.

Aber es gab von Beginn an Differenzen:

- gleich das erste Jahr hat er mich davon abgebracht ein Studium zu beginnen, da er als Realist und Pessimist in meiner Situation (finanziell, familiär) darin keinen Sinn sah
- habe daraufhin einen langweiligen aber sicheren Bürojob angenommen, den ich seit Anbeginn nicht leiden kann und den ich aber noch immer mache
- 2 Jahre später begann er mit einem Hausbau auf einem geschenktem Grundstück seiner Eltern, ich wollte eigentlich erstmal in eine Wohnung ziehen, das Grundstück liegt auch nicht ideal, und ich hatte mir eben was ganz anderes vorgestellt unter einem Haus. Das ganze war aber finanziell das vernünftigste, und somit stimmte ich zu, ich musste auch dankbar dafür sein, fand ich. Bezahlt hat alles er.

Das sind so die prägenden Dinge die mich seit Anbeginn beschäftigen. Ich bin nicht glücklich im Haus, habe das Gefühl was verpasst zu haben und mehr aus meinem Leben machen zu können.

Er hätte gern schon längst Kinder gehabt - ich war mir nie sicher ob ich das wollte, da ich immer dachte da ist noch irgendwas anderes, und Kinder würden mich zu sehr einschränken, mir das letzte Stück Freiheit rauben.

In letzter Zeit streiten wir nur noch, wegen aller möglichen Kleinigkeiten.
Innerhalb eines Jahres sind meine Eltern verstorben, und ich war danach jeweils komplett psychisch und physisch fertig, auch in Behandlung und auch immer wieder mal im Krankenhaus, mein ganzer Körper + Seele hat verrückt gespielt.

Damit ist er nicht fertig geworden, er wusste gar nicht wie er mit mir umgehen sollte da ich nur mehr depressiv war.

Irgendwie haben wir total den Draht zueinander verloren, ich konnte ihm zwar erzählen was in mir vorgeht, aber mir schien immer er kann damit "nichts anfangen" oder mir weiterhelfen, mir eine Stütze sein.

Wir haben uns so sehr voneinander entfernt, dass sich unsere Gespräche aufs Einkaufen, Putzen, die Haustiere beschränken. Abends sitzen wir beide vorm PC oder TV, das wars.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist gegen 0 gesunken, Unternehmungen am Wochenende sind auch ganz ganz selten geworden...
er nimmt mich auch nie an der Hand oder in den Arm, ich hätte das als es mir so schlecht ging so oft gebraucht, aber irgendwie konnte er das nicht.

Sein Leben ist die Arbeit, und ich bin eben auch mit dem Job so unglücklich, was er nicht versteht "man muss froh sein überhaupt einen Job zu haben, du verdienst so gut für eine Frau" - na Toll - ich würd so gern was sinnvolles tun mit meiner Zeit, und nicht so einen langweiligen Schmarrn mit dem ich mich null identifizieren kann... was ich konkret ändern könnte - da hab ich leider auch keine Ahnung und mit meinen körperlichen Problemen (Bandscheibenvorfall) trau ich mir auch keinen Jobwechsel zu :frown:

Ich hatte schon öfter Angst dass er nur aus Mitleid mit mir zusammen ist, da ich sonst ja gar niemand habe, und es mir ständig so schlecht geht.... was er verneint... aber was ist es dann... die Gewohnheit wohl?

Andererseits bin ich so unzufrieden mit allem hier - möchte einen anderen Job, ein anderes Leben :frown:

Dann denk ich mir oft er verschwendet sein Leben mit mir, er hätte so gern Kinder und eine Frau die damit zufrieden ist wie sein Leben ist -
kleines Haus mit Garten, kann gern Hausfrau sein, keine tiefsinnigen Gespräche oder Träumereien, was unkompliziertes :frown:

Nicht sowas spinnertes wie ich das nicht weiß was sie eigentlich will, und ständig mit ihren Problemen beschäftigt ist....

Irgendwie bräuchten wir dringend eine Pause, aber ich weiß auch nicht wo ich hin soll, ich hab keine Familie (außer seine), nur sehr wenig Freunde, die aber auch alle keine Ahnung haben wies in mir und in der Beziehung aussieht weil ich mir das nie jemandem erzählen getraut habe.

Ich bin in einem solchen Gefühlschaos, und oft bin ich auch sehr unfreundlich zu ihm und fahre ihn schroff an, wenn ich einen schlechten Tag im Büro hatte und viele Schmerzen habe...
auch wenns mir nachher wieder leid tut.

Er hat mir schon mehrmals an den Kopf geschmissen dass es "mir lieber wäre er wär tot", und dass es wohl noch soweit kommt dass er sich was antut.

Wir können nicht streiten, und uns auch nicht versöhnen.
Er tut am nächsten Tag einfach so als wäre nichts gewesen, obwohl überhaupt nichts aus dem Weg geschafft worden ist...

Das mit den Gesprächen und Interessen fällt mir auch immer mehr auf:

ich lese viel, musiziere, male - er ist Heimwerker und kennt alle Akkubohrmaschinen auswendig dies am Markt gibt...

ich bin immer hellauf begeistert von neuen Ideen, spontanen Einfällen - er nennt das sprunghaft und kindisch

er kann mich nicht zum lachen bringen :frown:

Ich könnte die ganze Zeit nur heulen :frown:

Ich würde mich freuen wenn mir jemand antworten würde, falls sich jemand ein bisschen in meine Lage hineinversetzen kann.
Es ist schwer in ein paar Sätzen eine 10jährige Beziehung zu beschreiben, und es ist natürlich nur aus meiner Sichtweise geschildert.

In letzter Zeit erlebe ich von vielen anderen Seiten dass da noch "mehr" ist im Leben, als zuhause rumzuhocken, sich mit seinem langweiligen Leben abzufinden. Realität und Vernunft hin oder her....

Wie gesagt, ich wüsste jetzt echt nicht wo ich hin soll, und alle würden mich als total undankbar und irre abstempeln, wonach ich doch glücklich sein sollte dass er noch immer mit mir zusammen ist wo ich doch solche psychischen Probleme hatte/habe...
aber SO kanns nicht mehr weitergehen :frown: :frown:
 

Benutzer93289 

Verbringt hier viel Zeit
Oh je, du hörst dich ziemlich unglücklich an! :knuddel:
So wie du schreibt, haderst du ja an allem. An deinem Job, an deinem Freund, an deinen Zukunfstplänen, etc.
Könnte es sein, dass du aufgrund deiner psychischen Verfassung alles schwarz malst?
Wenn du in deinem Job unglücklich bist, dann ändere es! Wechsle den Arbeitgeber oder fange sogar eine neue Ausbildung an.
Ich habe das Gefühl, dass du dich ziemlich lenken lässt. Wenn du dich in dem Haus nicht wohl fühlst, dann zieh aus. Wenn du einen neuen Job willst, dann such dir einen!!! Aber lass dir nicht sagen was du zu tun oder zu lassen hast! Es ist dein Leben!
10 Jahre sind eine lange Zeit und es gibt immer Stationen im Leben, da muss man sich wieder neu für den Partner entscheiden. Man muss an der Beziehung arbeiten und nicht alles für verständlich ansehen.
Wie wäre es denn wenn du dir erstmal eine eigene Wohnung suchst in der du dich wohl fühlst. Anschließend kannst du dir Gedanken über einen neuen Job machen. Was macht dir Spaß, was willst du erreichen?
Konzentriere dich erstmal auf dich. Ich denke, du musst erstmal wieder zu dir finden, dich um dich selbst kümmern. Wenn es dir wieder besser geht, wirst du bestimmt ganz schnell spüren, was du noch für deinen Partner empfindest.
 

Benutzer102666 

Öfters im Forum
Also ich finde das Wichtigste ist, dass du mit deiner Lebenssituation glücklich wirst, vor allem mit deinem Beruf. Habe ich es richtig verstanden, dass du direkt nach dem Abi angefangen hast zu arbeiten ohne eine Ausbildung zu machen? In welche Richtung soll es denn gehen? Da gibt es ja viele Möglichkeiten- eine Ausbildung, Fernuni, etc. Hast du dir dazu schon Gedanken gemacht?

Ich glaube nicht, dass es dein Freund böse mit dir gemeint hat, aber er scheint sich wohl eher niederlassen zu wollen, während du ganz andere Ambitionen hast. Das ist ja auch in Ordnung, nur finde ich es nicht in Ordnung, dass er alle deine Ambitionen bisher unterdrückt hat. Da sollte er dich mehr unterstützen und fördern. Hast du neulich nochmal darüber geredet?

Ich könnte mir als Plan so vorstellen, dass du dir erst strukturiert Gedanken machst, was du beruflich machen möchtest, was dazu nötig ist (gibt es die Ausbildung in der Nähe, musst du dafür umziehen, hast du finanzielle Polster, etc) und dann mit ihm besprechen und klarmachen, dass du diesen Weg gehen wirst und dass du auf seine Unterstützung hoffst. Und dann schauen, wie er reagiert
 
S

Benutzer

Gast
staubkoernchen schrieb:
und dann mit ihm besprechen und klarmachen, dass du diesen Weg gehen wirst und dass du auf seine Unterstützung hoffst. Und dann schauen, wie er reagiert

Mh, würde die Beziehung gut laufen, wäre das eine Option, der ich mich anschließen würde.
Tu ich aber nicht.

Ich würde ihn gar nicht mehr weiter danach fragen, was sie machen soll. Immerhin war er es, der ihre Zukunft ein Stück verbaut hat. Er hat ihr das Studium vermiest, hat ihr ein Haus vor die Nase gesetzt (was ja aber eh seine Sache ist) und Dir nie wirklich das Gefühl gegeben, als seist Du was wert.

Ihr seid nun 10 Jahre zusammen. Du bist unglücklich. Ihr habt den Draht zueinander verloren.
Liebt ihr euch noch?
Habt ihr mal über eine Paartherapie nachgedacht?

Wenn beides nicht so zutrifft/nicht in Frage kommt, dann würde ich mich trennen. Du hast Dich schon so lange an ihn gebunden, auf ihn fixiert und nicht mehr an Dich gedacht. Hast einen langweiligen Job und keine Freunde. Er war Dir nicht mal eine Stütze, als Du sie wegen Deiner Eltern so nötig hattest.

Was ihr da habt, ist demnach eher Gewohnheit. Ihr lebt ja nur nebeneinander her. Keine tiefen Gespräche, kein Spaß miteinander.
Stellst Du Dir so Dein Leben vor?

Nein? Dann ändere was.

Rechne Deine Finanzen durch. Reichen sie für eine eigene Wohnung?
Reicht es, wenn Du noch zu studieren (geht auch Abendschule) anfängst und nur nebenher arbeitest?
Da ihr es auch 10 Jahre lang versäumt habt, an Eurer Beziehung zu arbeiten, werdet ihr das wahrscheinlich jetzt auch nicht mehr schaffen. Daher würde ich mich trennen. Dann hast Du sämtliche Bereiche offen, an denen Du wieder arbeiten kannst, sie Dir so hinlegen kannst, wie DU es möchtest! Und kannst endlich wieder glücklich werden. Zu alt ist man dafür nie!
 

Benutzer26217 

Meistens hier zu finden
Für mich liest es sich so, als würde dein Freund dich seit Beginn eurer Beziehung daran hindern, dich zu entfalten. Du erwähnst Träume, die du anfangs hattest, die du aber mittlerweile so weit aufs Eis gelegt hat, dass du hier noch nicht mal näher darauf eingehst. Ihr habt euch in unterschiedliche Richtungen entwickelt und habt mittlerweile keine gemeinsamen Interessen... hin und wieder ziehen sich Gegensätze ja an, aber bei euch läuft es einfach nicht mehr gut.

Du sagst es ja selber: Er bräuchte/möchte eigentlich eine Hausfrau, die sich gerne zuhause um zukünftige Kinder kümmert, du wolltest aber immer was ganz anderes vom Leben. Ich kann mir vorstellen, dass es ganz schlimm ist, sich sowas nach 10 Jahren einzugestehen, vor allem, wenn man selbst kaum (noch) eigene enge soziale Kontakte hat, aber ihr passt einfach nicht zusammen, du und dein Freund. :frown:
 

Benutzer111866  (35)

Sorgt für Gesprächsstoff
Es ist natrülich klar, dass man nicht alles im Leben haben kann wovon man träumt. Aber vom beruflichem her, kannst du das. Ich würde an deiner Stelle dazu stehen, mach dir Gedanken was für ein Beruf du gerne ausüben möchtest, was dir Spaß macht... Vllt durch den Wechsel deines Berufes kommt ein bisschen Freude in dein Leben und in der Beziehung läuft alles wieder gut. Zeig deinem Freund, dass du auch selbst dir einen Job suchen kannst und nicht von ihm abhängig bist...
Wenn er überhaupt nicht damit einverstanden ist, dann zeigt es, dass es ihm egal ist ob du glücklich bist oder nicht...
 

Benutzer102666 

Öfters im Forum
Also ich fände es auch etwas überspitzt, dem Freund alle Schuld zuzuschieben.

Er wollte damals bestimmt das Beste für dich- aus seiner Sicht, er scheint eher bodenständig und solide zu sein als wagemutig und aufstrebend- und deswegen empfahl er dir nicht zu studieren. Gleiches mit dem Hausbau.

Oder wie soll er dich vom Studium abgehalten haben? Du bist ein freier, erwachsener Mensch, auch damals schon, und entscheidest für dich selber. Du hast von dir aus den Bürojob angenommen, er hat sich ja wohl nicht für dich beworben und du hast zugestimmt bei ihm einzuziehen.

Und das bereust du halt jetzt. Aber ich finde, die Verantwortung für deine Lebensgestaltung und dein Leben hast DU gehabt und nicht ER. Und hast du immer noch, also setz dich hin, plan dein Leben und zieh es durch.

Aber Ratschläge direkt schlusszumachen, weil er dir dein Leben angeblich vermiest hast, bringen hier nichts. Ihr seid ja auch 10 Jahre zusammen. Und hast du neulich noch mit ihm über deine Lebensplanung geredet oder nur "genörgelt", was alles schlecht ist (wieder mal: DU bist deines Glückes Schmied. Wenn was schlecht ist, ändere es)? Vielleicht würde er dich sogar unterstützen, wenn du ihm deine realistischen Ziele und konkreten Pläne vorstellt?
 
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