Mobbing Total am Ende wegen Depressionen, Tipps, Hilfe...

Benutzer28811  (32)

Meistens hier zu finden
Guten Morgen,

du klingst sehr verzweifelt und das tut mir sehr leid...hier erst Mal eine Umarmung:knuddel:

Du magst nicht erzählen was für dich die Auslöser deiner Depression sind, das akzeptiere ich aber es fällt mir natürlich dann schwerer das "Problem" zu packen. Also versuche ich es andersrum.

Hast du denn Familie? Freunde? Ein stabiles Umfeld? Was sagt denn deine Therapeutin ? Hast du mal überlegt statt Reha in eine Tagesklinik zu gehen? Alternativ kannst du auch in eine Psychiatrie gehen, was dir vielleicht helfen könnte.

Demetra Demetra könnte dir wenn ich mir richtig erinnere einige Erfahrungsberichte dazu liefern. Sollte ich dich verwechseln liebe Demetra dann nimm es mir bitte nicht übel :whistle:

Bist du medikamentös eingestellt? Wenn nicht wäre es zumindest eine Möglichkeit dich zu stabilisieren. Ich bin kein riesiger Befürworter von Psychopharmaka aber mir haben Sie in meiner Depression geholfen zumindest wieder klar zu sein und meinen Alltag zu bewältigen.

Ich denke nicht dass du Angst haben musst vor der MDK. Deine Therapeutin wird sicher bestätigen, dass du krank bist. Mir macht es mehr Sorgen, dass du dir über Rente Sorgen machst, dass du so tief drin zu stecken scheinst, dass du keine Zukunfstperspektive mehr siehst. Du schreibst als hättest du "abgeschlossen" klingst gerade zu panisch dass man dir nicht glauben könnte das du krank bist. Ich verstehe dich, aber ich glaube du legst den Fokus falsch. Statt zu beweisen wie krank du bist, solltest du deinen Fokus mehr darauf legen gesund zu werden. Ich weiß eine Depression ist langwierig und zehrend aber glaub mir kann es daraus schaffen.

Welche Therapieform machst du? Vielleicht wäre ein Wechsel der Therapeutin oder Therapieform möglich?

Ich weiß Außenstehende denken oft "Reiß dich zusammen" aber das geht nun mal mit einer Depression nicht immer. Aber man kann versuchen Schritt für Schritt sein Leben wieder zu erlangen, das ist hart aber es lohnt sich.

Ich würde mich freuen wenn du dich meldest!

Es gibt immer einen Weg, so banal das auch klingt!

:rose:
 
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Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
blondi445 blondi445 : Alles gut. :smile: Ich bin seit einem dreiviertel Jahr mit einer mittelschweren Depression, einer Panikstörung und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Und bin sicher, dass das endlich in Worte fasst, was mich seit 20 Jahren durchs Leben treibt.

Erstmal an die Threaderstellerin: fühl Dich gedrückt. Diese Krankheit ist ein großes Arschloch und zerstört jegliche Fähigkeit, positiv in die Zukunft sehen zu können. Aber die gute Nachricht ist, dass es immer noch Möglichkeiten gibt, ihr zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Grundlage ist ein gutes Verhältnis zu Deinem behandelnden Arzt. Optimalerweise ist das ein Psychiater oder Neurologe, der bei der Verschreibung von Psychopharmaka helfen kann. Aber natürlich kann auch ein verständnisvoller Hausarzt Helfer in der Not sein, wie in meinem Fall.

Ich hatte Anfang des Jahres auch eine Scheißangst. Schlief kaum noch, hatte chronische Schmerzen durchs Zähneknirschen, weinte mehrmals am Tag und dachte ständig an den Tod. Ich hatte Angst vor dem sozialem Abstieg, dem Verlust meines Jobs, dem Ende meiner Ehe.

Erst hatte ich auch eine Reha beantragt, doch die wurde nach 2 Wochen abgelehnt. Das tut die Rentenversicherung aus Budgetgründen immer. Ich wußte das natürlich und habe gerade noch so den Widerspruch hingekriegt, dann bin ich unter meinen massiven Ängsten und dem Wissen, dass ich mich töten werde, wenn es nicht besser wird, zusammengebrochen. Zackbumm. Ich konnte noch nicht mal mehr aufstehen.

Mein Hausarzt und mein Mann haben mich dann ermutigt, ambulant in eine Klinik zu gehen. Für jeden Kreis gibt es eine zuständige Klinik, die Patienten von dort bevorzugt aufnimmt. Sei es bei akuter Eigengefährdung sofort in den geschützten Bereich oder mit etwas Vorlauf auf Normalstation. Bei mir hat Letzters 2.5 Wochen gedauert. Die Adresse dieser Klinik kann man über die Krankenkasse erfragen.

Es war die beste Erfahrung meines Lebens. Endlich Zeit für mich selbst. Abschottung vom Alltag und seinen Belastungen. Und eine Sozialberaterin, die sich in Ruhe meine Sachen angesehen und mit mir über die Zukunft gesprochen hat. Es war eine tolle Erfahrung, die Lasten nicht alleine tragen zu müssen. Wir haben über Krankengeld gesprochen und darüber, wie es weitergeht, sollte ich dauerhaft krank bleiben. Und auch über die Möglichkeit, dass der MDK kommen könnte. Meine Beraterin erklärte mir, dass ich mich nicht sorgen solle und ein Klinikaufenthalt ein ganz starkes Indiz für eine Erkrankung sei.

Ich habe mich gegen Medikamente entschieden. Weil jedes Medikament Nebenwirkungen hat, die ich nicht wollte. Ich wurde in der Klinik nicht unter Druck gesetzt welche zu probieren, was mir das Gefühl gegeben hat, respektvoll behandelt zu werden. Aber ich sage mir auch: wenn es irgendwann wieder nicht mehr geht, dann werde ich sie nehmen. Denn erst jetzt, wo es mir wieder besser geht, sehe ich, in welcher Tiefe ich gehockt habe und wie handlungsunfähig ich war.

Mit Hilfe der Klinik bekam ich genügend medizinische Unterlagen zusammen um meine Reha durchzudrücken. Hätte ich die 6 Monaten (!) bis zur Bewilligung gewartet und wäre nicht in die Klinik gegangen, wäre ich jetzt nicht mehr da.

Ich wünsche Dir alles Gute.
 
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Benutzer151796 

Sorgt für Gesprächsstoff
...
 
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Benutzer108203 

Verbringt hier viel Zeit
Off-Topic:
du bist also der festen Überzeugung, dass so eine Tageseinrichtung das Richtige für mich wäre?

Ich bin ja nicht Demetra, aber ich wollte dir nur auch nahelegen in eine Tagesklinik zu gehen. Eine sehr gute Freundin mir leidet schon ewig an Depressionen und hat Borderline und hatte sehr große Schwierigkeiten mit ihrem Leben. Dein Text erinnert mich sehr an ihre schlimmste Phase.
Sie ist glücklicherweise in eine Tagesklinik gegangen und das hat ihr Leben komplett verändert. Sie wurde dann auch medikamentös eingestellt, hat sämtliche Therapien mitgemacht und war danach wirklich wie ein neuer Mensch. Konnte endlich ihr Studium abschließen, hat ihren Alltag wieder hinbekommen, war wieder entspannt, konnte sich wieder über Kleinigkeiten freuen - es war auch für uns einfach toll, ihre Änderung zu sehen. Das ist jetzt vier Jahre her und ihr geht es immer noch gut. (Bis auf ein paar kleinere Ausnahmen, Medikamente nimmt sie noch, zum Therapeuten geht sie auch immer noch regelmäßig.)

Also hab den Mut und pack es an - dein Leben liegt noch vor dir und ich bin sicher, man kann dir helfen. :knuddel:

Zu dem Rest kann ich leider mangels Kenntnis nichts sagen, aber ich drücke dir ganz fest die Daumen!
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
In der Tagesklinik ist man ja 'nur' über Tag, ich selbst war 5 Wochen komplett in der Psychiatrie, ohne Aufenthalte daheim. Erst so habe ich den maximalen Abstand erhalten, der mir geholfen hat, ganz objektiv auf mein Leben zu schauen.

Und, wie schon gesagt, jede Klinik hat meines Wissens nach eine Sozialberatung, die können Dir da all Deine Fragen zu den für Dich drängenden Themen rechtssicherer beantworten als wir es hier und die meisten Internetthreads können.

Was die Medikamente angeht: wie gesagt, in der Depression habe ich gesagt, dass ich keine nehmen werde, weil ich Sorge wegen der Nebenwirkungen hatte (ich hatte frisch 16 Kilo abgenommen und hatte Angst vor der Gewichtszunahme). Jetzt, mit etwas Abstand, sage ich ganz klar: sollte es mir wieder so dreckig gehen, dann werde ich ein Medikament nehmen.
 

Benutzer160542  (37)

Verbringt hier viel Zeit
Ich kenne mich nicht mit der medikamentösen Behandlung von Depressionen aus, deshalb die folgenden Fragen: Steigert man sich bei einer Depression nicht immer weiter rein bzw. hat das Gefühl in einem Teufelskreis gefangen zu sein? Helfen die Medikamente das Leben wieder einigermaßen "normal" zu führen? Kann man trotz/wegen der Medikamente evtl. sogar wieder arbeiten? Kann durch das Zurückfinden in den Alltag die Depression abklingen oder hat die Krankheit zwangsläufig andere Ursachen die dann trotzdem noch ungelöst vorhanden sind und unterschwellig belasten?

Das ist meiner Meinung nach sehr individuell. Ich finde man sollte Medikamente weder völlig verteufeln noch sie als der ultimative und einzige Heilsbringer sehen.

Ich habe selbst eine lange depressive Episode hinter mir, und mir haben dann - nachdem ich ewig gebraucht habe diese Krankheit zu erkennen, mir einzugestehen dass ich davon betroffen bin und es keine Schande/Niederlage ist mir Hilfe zu holen - eine Kombination aus verschiedenen Dingen geholfen:

- Unterstützung aus meinem familären Umfeld
- Psychotherapie
- Klinikaufenthalt
- Medikamente
- raus gehen, Sport
- Arbeit

Bzgl. der Medikamente, da habe ich zwei verschiedene:

- Escitalopram/Cipralex, das ist ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, also ein Antidepressiva.

- Als Einschlafhilfe Zolpidem, ein Medikament aus der Gruppe der Z-Drugs, nicht ganz so scharf wie klassische Benzodiazepime, aber durchaus mit Abhängigkeitspotential. Das nehme ich aber nicht regelmässig, vor allem auch - seit es mir besser geht - je länger je weniger. Hier ging es bei mir darum wieder einen geregelten Tagesablauf hinzubekommen. Mit ausreichend Schlaf, immer zur selben Zeit, aber auch nicht zuviel Schlaf. Das war vorher über lange Zeit völlig aus dem Ruder gelaufen. So lange, dass ich das wie neu erlernen musste.

Beim Antidepressiva hatte ich vielleicht auch Glück. Es hat bei mir direkt angeschlagen (mit Verzögerung von einigen wenigen Tagen zu Beginn, was aber normal ist). Heisst ich hatte wieder klarere Gedanken, konnte etwas von A-Z zu Ende denken, bin nicht ständig abgeschweift, weniger Selbstmitleid, weniger Traurigkeit, mehr Antrieb usw. Durchweg positiv, mit für mich eher geringen Nebenwirkungen (etwas stärkeres Schwitzen, etwas verminderte Libido). Ich habe mit einer tiefen Dosis angefangen, im Endeffekt war sie etwas zu tief. Es ging zwar besser, aber nicht gut genug. Erst nach einigen Monaten habe ich in Absprache meines Arztes und meiner Therapeutin die Dosis erhöht und durfte erleben welche positive Wirkung die höhere Dosis bei mir hatte. Antrieb und Motivation wieder raus zu gehen, zu arbeiten und etwas aus meinem Leben zu machen, all das kam so richtig mit der Dosiserhöhung.

Arbeit gesucht, gefunden, und zuerst mit 40% begonnen, nach einigen Wochen gesteigert, inzwischen bin ich wieder voll auf 100%. Und es geht. :smile:

Von daher ja, die Medis waren ein wichtiger Pfeiler für meine Genesung, vielleich sogar der Wichtigste. Aber während meinem Klinikaufenthalt habe ich eben auch Menschen kenngelernt (mit denen ich nach wie vor im Kontakt stehe), bei denen die Medis leider bis heute nicht, nur temporär oder nur ungenügend angeschlagen haben. Manche sind schon sehr viele verschiedene AD's durchgegangen, mit keiner oder nur wenig Wirkung, und/oder starken Nebenwirkungen.

Denke darum man kann generell keine Garantie abgeben dass Medis anschlagen und ihre Wirkung entfalten, aber wenn sie anschlagen (wie bei mir) sind sie wirklich eine grosse Hilfe.
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
du verwechselst arbeitsunfähigkeit mit erwerbsunfähigkeit-das sind aber 2 verschiedene dinge.nur weil du derzeit bis auf weiteres arbeitsunfähig bist,bist du noch lang nicht erwerbsgemindert oder erwerbsunfähig.
wenn du keine eigenen finanziellen mittel hast,hast du eben anspruch auf ALG I oder II (je nachdem,wie lang du die letzten jahre gearbeitet hast).zudem müsstest du in deinem alter anspruch auf unterhalt durch deine eltern haben,wenn ich mich nicht irre.
und selbst wenn du beim jobcenter landest:solange du krank geschrieben bist,bist du eben krank geschrieben,daran können die gar nichts ändern.zur abklärung deiner leistungsfähigkeit und evtl einschränkungen würden die dich maximal zum ärztlichen dienst schicken-mehr passiert da nicht.und wenn jobs aus gesundheitlichen gründen unzumutbar sind,muss man die natürlich auch nicht annehmen.
ich kann dir nur raten,finde raus,worauf du anspruch hast,stell den entsprechenden antrag und informier dich sobald möglich umfassend über den richtigen umgang mit dem jobcenter (gibt dazu gute foren).
 
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