Tod-Verlust - Angst

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo..

Ich weiß nicht, ob dieses Thema überhaupt richtig ist in diesem Forum, aber ich hoffe dennoch auf Antworten (?).

Ich habe die schlimmste Zeit meines Lebens. Mein Bruder ist vor 2 Wochen mit 27 Jahren von uns gegangen.
Trauerphase hin oder her, aber ich stelle gerade alles in Frage was ich je in meinem Leben gemacht habe oder vorhabe. Alles was wir tun ist sinnlos?! Am Ende bleibt von nichts etwas übrig und man nimmt nichts mit, dahin wohin man geht.
Es ist das erste mal, dass ich einen Verlust erlebe. Ich habe nie an eine Religion geglaubt, so dass ich jetzt auch überhaupt keinen Halt habe und einfach nicht weiß woran ich glauben soll und ob ich überhaupt etwas "glauben" kann/soll.
Wenn überhaupt, glaube ich an Wiedergeburt. Die alte Person mit all ihren schönen Charaktereigenschaften, existiert einfach nicht mehr. Überlege mit meinem tollen Freund Schluss zu machen, da wir erst frisch zusammen sind und ich ihn nicht belasten möchte. Es ist zu frisch und irgendwie belastet es mich auch, dass ich eine Verpflichtung jemandem gegenüber habe. Dafür habe ich keine Kraft...
Ich bin Studentin und möchte nicht mehr studieren. Werde mich am Donnerstag abmelden, wieder zu meinen Eltern ziehen und eine Ausbildung suchen.
Ich möchte keine Minute mehr ohne Familie. Ich habe so Angst vor der Zukunft. Schon als Kind hatte ich immer Alpträume davon, wie jemand stirbt. Bis heute. Mindestens 2 mal im Monat. Die Angst war immer da. Ich kann das Leben, so wie es ist, nicht akzeptieren. Mit dem Tod, der dazugehört. So schwachsinnig es sich auch anhört, aber ich werde nie wieder so leben können wie vorher, weil ich das Wort "Sterben" nicht in meinem Kopf abstellen kann. Wozu Kinder auf die Welt setzen die auch irgendwann Verluste erleben und diesen Schmerz ertragen müssen? Wozu Kinder, wenn diese auch selber sterben und andere traurig machen?

Ich lese ständig Artikel über Nahtoderfahrungen, wissenschaftliche Befunde über das Bewusstsein nach dem Tod eines Menschens, über Religionen und ihre Ansichten usw, aber NICHTS kommt bei mir an.
Welche Einstellung zum Leben soll man haben? Welche habt ihr?
Im Endeffekt wird es nie eine Antwort auf alles geben. Ich habe Religionen immer brutal kritisiert und versucht anderen Menschen den Schwachsinn auszureden. Heute wird mir klar, dass das falsch war. Selbst ein Islam-Fanatiker der sich in die Luft jagen würde, ist nur auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und gibt ihm einen. Selbst die sind besser dran als ich.
Wieso gehöre ich nicht einer Sekte an? Egal was!! Ich möchte etwas glauben. Sei es der größte Unfug überhaupt...

Meine Tante hat vor dem Tod meines Bruders folgendes öftere male geträumt : Sie hat meine verstorbene Oma gesehen, die sich zurecht gemacht hat und meinte "Ich gehe ihn abholen". Auf die Frage "wen?" gab sie keine Antwort.
Glaubt ihr an sowas?

Ich möchte meine Eltern garnicht mit meinen negativen und pessimistischen Gedanken belasten oder anstecken... :frown:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer150935  (22)

Benutzer gesperrt
Auf die Frage glaubt ihr an sowas ... Das is aber glaube denk ich und mir kommt das Creepy vor wie in einem Horrorfilm so mit abholen und so vl is deine Tante auch iwie mit Hellseher rischen Fähigkeiten oder auch realistischen träumen und Gott hat für jeden einen Plan kann sein er will das der und der morgen um ka 1 über Straßen laufen und sterben weil ein Auto kommt verstehst mich ?:/
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Das tut mir sehr leid für dich. Der Verlust muss schrecklich sein und dass deine Gedanken Achterbahn fahren, ist ganz normal.

Was deine Trauer und dein Schock mit Religion zu tun hat, verstehe ich allerdings nicht ganz. Oder denkst du, dass du mit dem Tod deines Bruders jetzt anders umgehen würdest, wenn du gläubiger wärst? Also gläubig im Sinne irgendeiner Kirche?
Ich glaube nicht, dass das an dem Schmerze grundsätzlich viel verändern würde.
Und die Frage nach dem "warum?" beantwortet dir keine Kirche der Welt. Leider :ratlos:

Was der Sinn des Lebens ist, das definiert jeder für sich. Und das ist auch gut so. Ich lass mir das auch von keinem Glauben vorschreiben. Und du solltest das auch nicht versuchen.
Es ist normal, dass du dich jetzt an deine Lieben klammern willst, weil du Angst hast, noch jemanden zu verlieren. Trotzdem wirst du sie immer wieder loslassen müssen, genau wie sie dich auch. Das Leben für euch geht weiter, auch wenn ihr im Moment nicht so recht wisst wie. Aber es geht weiter.

Ich wünsch euch viel Kraft und es wäre keine Schande, sich Hilfe in Form von Trauerbegleitung zu holen. Das gilt für deine ganze Familie.
 

Benutzer35148 

Beiträge füllen Bücher
Jeder Mensch verarbeitet das irgendwie anders.
Nach dem Tod meiner Mutter vor einigen Jahren ist von der früheren Familie so gut wie nichts mehr übrig geblieben,
weil vor allem sie mit ihrem großen Herz immer die Kontakte zu den anderen gepflegt hatte.
Nun gibt es ab und zu Telefonate, aber durch die Entfernung zu den anderen Familienmitgliedern nur noch selten Treffen, wenn überhaupt einmal im Jahr für ein paar Tage.
Damals habe mich mich von vielen Leuten zurück gezogen, das einzige was mir Halt gab war meine Arbeit und die wenigen wirklich guten Freunde.

Aber nur aus einer Laune heraus solltest Du Dir Deine eigene Zukunft nicht verbauen.
Vielleicht könntest Du von zuhause aus ein Fernstudium machen.
Ansonsten wirklich von Herzen viel Glück und viel Erfolg für Deinen weiteren Weg!
:engel:
 

Benutzer100557 

Meistens hier zu finden
Erstmal mein Beileid für Dich & deine Familie!

Sicher ist das jetzt eine Harte Zeit für dich & vor allem auch für deine Familie. Das zeigt aber eben auch das du NICHT alleine bist. Ihr könnt euch gegenseitig stützen und durch diese Zeit helfen. Ich habe meinen Bruder auch verloren, und auch wenn ich damals noch sehr jung war habe ich das nie richtig verarbeiten können. Genau so ist es mit dem Tod von meinem Onkel der in meinem Leben eine sehr wichtige Rolle gespielt hat & meinen Urgroßeltern. Jemanden zu verlieren der einem wirklich wichtig ist wird niemals leicht sein, da kann man erzählen was man will. Aber man kann sich helfen lassen.
Ich selbst habe lange gebraucht das alles halbwegs zu verarbeiten und mich damit abzufinden. Eine große Hilfe waren mir dabei meine Familie & die Freunde.

Das du jetzt alles in Frage stellst ist nichts ungewöhnliches sowas gehört mitunter zur Trauer dazu. Aber deshalb solltest du nicht gleich dein ganzes Leben hinwerfen. Das ist dein Umfeld was du gewohnt bist und das sollte man beibehalten, zumal ich denke das dich dass auf andere Gedanken bringt und dir nicht soviel Zeit zum nachdenken lässt.


An ein Leben danach oder Wiedergeburt glaube ich nicht, aber es gibt einiges was ich mir nicht erklären kann. Als meine Ur Oma starb erzählte mir meine Oma das man früher das Fenster aufmachte damit die Seele aus dem Zimmer "Fliegen" kann. Ich weiß der Gedanke mag seltsam sein. Wir hatten das damals vergessen weil einfach keiner mehr den Nerv dafür hatte an sowas banales zu denken. Jedenfalls starb mein Opa nur einige Wochen danach. Vielleicht lag es daran oder eben an der Tatsache das er ohne seine Frau nicht mehr leben wollte ich weiß es bis heute nicht & werde es wohl auch nie rausfinden. Aber es kann durchaus sein das es Dinge im Leben gibt die möglich sind auch wenn wir vielleicht nur nicht wissen wie man sie erklären kann/muss.


Ich wünsche dir & deiner Familie alles gute für diese Zeit. Haltet zusammen und ihr schafft das!
 
3 Woche(n) später
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren