Eltern Tod der Urgroßmutter

Benutzer130936 

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Hallo :smile:

Heute ist meine Uroma gestorben. Sie lag zwei Wochen auf der Intensivstation und es war öfters ein Lichtschimmer, dann ging es wieder abwärts. Gestern verlief die OP gut und heute ist sie dann doch gestorben.

Meine Uroma war 89 und eigentlich noch total fit und musste nur ins Krankenhaus weil sie Gallensteine hatte. Im Krankenhaus ging alles abwärts.

Ich bin natürlich wahnsinnig traurig, weil sie ein sehr lieber Mensch war und ich immer gehofft habe, dass sie es schafft. Dadurch dass sie weiter weg wohnt, weiß ich noch dass meine letzten Worte: "Tschüss, bis zum nächsten Mal" waren. Es ist (glücklicherweise) der erste Tod denn ich so mitbekomme. Klar wo ich im Altersheim war, sind auch mehrere gestorben, die ich sofort ins Herz geschlossen hatte und es war für mich auch schlimm und ich habe geweint. Oder der Tod von der Mum von meiner früheren besten Freundin war für mich auch sehr schlimm. Aber Familienangehörige... ich weiß gar nicht wirklich wie damit umgehen. Ich habe viel geweint, habe aber das Gefühl dass ich es noch nicht richtig realisiert habe.

Meine "Freunde" lassen mich damit komplett im Stich, was mich natürlich auch sehr traurig macht, weil ich mir eigentlich echt mehr erwartet hätte, aber dieses Thema werd ich mir nach der Beerdigung oder wenn ich wieder einen Kopf dafür habe durch den Kopf gehen lassen. Meine Frage ist jetzt, für meine Mum war meine Urgroßmutter wie eine Ersatzmum, weil meine Oma viel arbeiten musste. Es geht ihr total schlecht und ich bin normalerweise gut im Trösten, weiß aber grad überhaupt nicht was sagen oder tun. Ich nehme sie schon wenn sie weint in den Arm und streichel sie, aber ich weiß nicht wirklich was sagen, weil ich selber einfach überhaupt nicht weiß wie mit der Situation umgehen.

Ich fühle mich total herzlos, weil ich nicht weiß was tun, möchte ihr aber so gerne eine Unterstützung sein. Hättet ihr Tipps?

Und noch eine etwas peinlichere Sache. Am Dienstag ist die Beerdigung und ich habe am Dienstag den zweiten Tag meine Periode, die ich immer sehr stark habe, dazu kann ich zurzeit nicht lang stehen, weil ich mein Knie überlastet habe und schwindlig ist mir auch die ganze Zeit. Hättet ihr Tipps, was ich da zumindest gegen die starken Blutungen machen kann?

Wäre euch sehr dankbar für eure Hilfe.

Vielen lieben Dank

Love96
 
K

Benutzer

Gast
Hallo liebe Love96 Love96 , erst einmal herzliches Beileid :knuddel: Ein Familienmitglied zu verlieren ist immer herzzerreißend, besonders wenn man sich nahe stand. Ich wünsche dir und deine Familie für die nächste Zeit und vorallem für die Beerdigung ganz viel Kraft!

Ich fühle mich total herzlos, weil ich nicht weiß was tun, möchte ihr aber so gerne eine Unterstützung sein. Hättet ihr Tipps?
In einer solchen Situation sind Worte manchmal auch gar nicht nötig. Das du überhaupt für sie da bist, sie drückst und ihr zuhörst ist vermutlich gerade am wichtigsten. Das hilft ihr sicherlich schon mehr als du denkst! Sei einfach eine Stütze und hilf soweit du kannst (vielleicht in alltäglichen Dingen, sie auf andere Gedanken bringen, bei der Organisation für die Beerdigung helfen...) da gibt es bestimmt gerade genug zu tun, wo Unterstützung gebraucht wird.

Hättet ihr Tipps, was ich da zumindest gegen die starken Blutungen machen kann?
Was wäre mit Schmerzmittel? Benutzt du Tampons?
 

Benutzer130936 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo liebe Love96 Love96 , erst einmal herzliches Beileid :knuddel: Ein Familienmitglied zu verlieren ist immer herzzerreißend, besonders wenn man sich nahe stand. Ich wünsche dir und deine Familie für die nächste Zeit und vorallem für die Beerdigung ganz viel Kraft!


In einer solchen Situation sind Worte manchmal auch gar nicht nötig. Das du überhaupt für sie da bist, sie drückst und ihr zuhörst ist vermutlich gerade am wichtigsten. Das hilft ihr sicherlich schon mehr als du denkst! Sei einfach eine Stütze und hilf soweit du kannst (vielleicht in alltäglichen Dingen, sie auf andere Gedanken bringen, bei der Organisation für die Beerdigung helfen...) da gibt es bestimmt gerade genug zu tun, wo Unterstützung gebraucht wird.


Was wäre mit Schmerzmittel? Benutzt du Tampons?

Vielen Dank :herz:
Ja die Beerdigung bereitet mir große Sorgen, die ist dann am Dienstag.

Das stimmt, ich habe sie gefragt was sie braucht und sie meinte, dass sie am liebsten alleine sein will und Abstand braucht. Deswegen kümmere ich mich mehr um meinen kleinen Bruder :smile:

Ja, ich hätte Dismenol, aber ich benutze Schmerzmittel total ungern. Ich nehme Binden, komm mit Tampons irgendwie nicht klar :whistle:
 

Benutzer85763 

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Es tut mir sehr leid, dass Deine Uroma gestorben ist. Ich wünsche Euch ganz viel Kraft.

Toll, dass Du Deiner Mutter beistehst, es hilft ihr sicher, wenn sie sich nicht so viel kümmern muss und es ist ihr sicher eine große Hilfe, wenn Du Dich um Deinen Bruder kümmerst.

Mir hat es geholfen, wenn mir einfach jemand zugehört hat, aber auch, wenn verstanden wurde, dass ich gerade nicht reden wollte. Außerdem fand ich es toll, wenn sich jemand darum gekümmert hat, dass ich essen konnte (Zubereitung von praktischen Gerichten, Couscous-Salat oder sowas) ohne mich aber ständig zum Essen zu drängen.

Die Beerdigung ist ein schwerer Gang, aber ein Stück weit auch ein Ritual, dass den Abschied etwas erleichtert.

Alles Gute!
 

Benutzer160853  (34)

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Todesfälle schmerzen immer und auch der Verweis auf ein hohes Alter tröstet zunächst nicht. Der Verlust schmerzt schließlich trotzdem.
Ich gehe nicht mal davon aus, dass deine Freunde dies böse meinen. Sondern vielleicht unsicher sind. Gibt ihnen zeichen, wie sie dir helfen können.
Lass dir Raum für die eigene Trauer! Jemanden in der Trauer zu unterstützen, ist ehrbar. Aber auch du hast einen Angehörigen verloren und vielleicht ist dies ohne "Trauer-Routine"sogar noch schwerer. Nimm dir daher Raum für die eigene Trauer.
Du wirst das mit der Zeit realisieren, die Beisetztung ist dafür ein ganz wichtiges Datum. Aber auch der erste Geburtstag ohne, das erste Weihnachten ohne schmerzen, sind aber für die Trauerarbeit wichtig. Schließlich sprach man früher nicht umsonst vom Trauerjahr. Nimm dir also alle Zeit.
 

Benutzer164451 

Meistens hier zu finden
Meine "Freunde" lassen mich damit komplett im Stich, was mich natürlich auch sehr traurig macht, weil ich mir eigentlich echt mehr erwartet hätte, aber dieses Thema werd ich mir nach der Beerdigung oder wenn ich wieder einen Kopf dafür habe durch den Kopf gehen lassen.

Ich glaube es ist für viele auch schwer, das nachzuvollziehen, weil einfach extrem wenig Leute je eine Urgroßmutter gehabt haben bzw. Uromas nur als sehr, sehr alte und nicht mehr aktive Frauen gesehen haben. Meine Urgroßmutter ist irgendwann im 19. Jahrhundert geboren - nichtmal meine Mutter hat sie je zu Gesicht bekommen. Daher ist das für mich zum Beispiel etwas total Abstraktes und ich wüsste wohl auch nicht, wie ich da einer Freundin helfen könnte. Außer dass ich ihr halt anbiete, dass wir was Schönes zur Ablenkung machen können. Abgesehen davon, dass sowieso nicht jeder gut mit dem Tod umgehen kann bzw. so anders damit umgeht, dass du dich bei der Person nicht gut aufgehoben fühlst.

Und noch eine etwas peinlichere Sache. Am Dienstag ist die Beerdigung und ich habe am Dienstag den zweiten Tag meine Periode, die ich immer sehr stark habe, dazu kann ich zurzeit nicht lang stehen, weil ich mein Knie überlastet habe und schwindlig ist mir auch die ganze Zeit. Hättet ihr Tipps, was ich da zumindest gegen die starken Blutungen machen kann?

Bei einer Beerdigung steht man ja normalerweise nicht so viel. Der kirchliche Teil findet im Sitzen statt, erst dann bei der Beisetzung an sich steht man. Ich würde da an deiner Stelle eine Nachtbinde nehmen, damit du keinen Stress hast aufs Klo zu kommen und Schmerzmittel mit einer Mini-Wasserflasche parat. Davor noch gut essen, damit dein Kreislauf stabiler ist - du musst dir den Appetit ja nicht für den Leichenschmaus aufheben.
 

Benutzer130936 

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Danke euch allen für eure Antworten. Heute war die Beerdigung und ich habe nur geweint und auch jetzt geht es mir richtig richtig mies und ich komm damit nicht klar.
 

Benutzer155480 

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Hast du jemanden da, mit dem / der Du reden kannst?
 

Benutzer130936 

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Hast du jemanden da, mit dem / der Du reden kannst?

Leider nicht. Meine Mum will nicht darüber reden und meine Freunde lassen mich komplett im Stich. Ich werde wahrscheinlich in 1einhalb Wochen zu meiner anderen Familie fahren wegen dem verlängerten Wochenende, aber bis dahin muss ich irgendwie alleine damit klarkommen.
 

Benutzer164451 

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Hast du denn deinen Freunden gesagt, dass du sie brauchst?
 

Benutzer168169 

Öfters im Forum
Leider nicht. Meine Mum will nicht darüber reden und meine Freunde lassen mich komplett im Stich.
Liebe Love96,

das Schwierige an der Situation ist, daß jeder anders trauert...

Manche ziehen sich extrem zurück, andere werden sehr aktiv, um sich abzulenken...

Ich habe meine geliebte Uroma im Alter von etwa 10 Jahren verloren und war damals ebenfalls sehr traurig. - Es war auch für mich die (von Haustieren einmal abgehsehen) erste bewußt wahrgenommene Konfrontation mit dem Tod.

In der Zwischenzeit habe ich weitere Familienmitglieder, Freunde und auch Hobbykameraden durch natürlichen Tod, Krankheit, (Verkehrs)unfälle und sogar durch einen durchdrehenden Pistolenschützen verloren (was sehr unwirklich war, da ich mit dem verstorbenen Hobbykameraden, den ich lediglich flüchtig kannte, noch 2 Tage zuvor gesprochen hatte, es mich aber dennoch ziemlich stark berührt hat).

Was ich Dir aus meiner eigenen Erfahrung berichten kann ist, daß jeder Abschied anders sein kann und es kein "Universalrezept" gibt, damit umzugehen, da die Gedanken und Erinnerungen an die von uns gegangene Person einen großen Einfluß darauf haben, wie wir die jeweilige Trauer erleben und damit umzugehen vermögen.

Letzten Endes muß jeder für sich selbst lernen, einen Weg zu finden, mit seiner Trauer umzugehen...

Was Deine Freunde angeht, so sind sie vielleicht auch einfach mit der Situation überfordert und haben Angst, irgendetwas falsches zu sagen oder zu tun, was Dich verletzen könnte.

Mir hat es seinerzeit geholfen, meinen Freunden und Kollegen zu sagen, daß ich ganz offen über den Krebstod meiner Frau (nach dreijähriger Krankheit) und wie es mir damit geht, reden kann und daß ich, sollte sich jemand in einen kritischen Bereich begeben, Bescheid geben und nicht böse sein werde, aber im Gegenzug dafür auch kein geheucheltes Interesse erleben will und auf ein solches ziemlich ungehalten reagieren würde (vielleicht ist das so oder ähnlich ja auch eine Option für Dich).

Off-Topic:
Meine Freunde, mit denen ich mich nach dem Tod meiner Frau getroffen habe, sind tatsächlich in ein oder zwei Fettnäppfchen getreten, was aber dank offener und ehrlicher Kommunikationsmöglichkeit untereinander, nach einem kurzen Hinweis meinerseits kein Problem war und worauf der Abend dann ganz normal weiterverlief.

Diese Freunde hatten sie übrigens krankheits- / terminbedingt nie kennengelernt und an diesem Abend war das für mich genau das Richtige, da ich Energie tanken mußte und unsere Freundschaft ist dadurch nur noch enger geworden.


Wenn Du wirklich niemanden hast, mit dem Du reden kannst, könnte es Dir ggf. auch helfen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen oder Dir religiösen Beistand zu holen, oftmals haben die Krankenhäuser für solche Situationen auch Ansprechpartner, mit denen sie zusammenarbeiten und die die verstorbene Person unter Umständen sogar eine Zeit im Khs. betreut haben und ein wenig kennenlernen durften, was den Kontaktaufbau und das Reden über die von uns gegangene Person erleichtert (ich weiß ja nicht, ob Deine Uroma religiös war und ggf. den Pfarrer dort gesprochen hat). Ansonsten kann Dir auch das Bestattungsunternehmen hilfreiche Tipps geben, mit Deiner Trauer umzugehen.

Off-Topic:
Die von vielen gerne pauschal eröffneten Beileidsbekundungen oder Sprüche, wie "Die Zeit heilt alle Wunden!" (von denen viele meiner Meinung nach denken, daß man dies halt aus Höflichkeit so macht) können in diesem Moment beim Trauernden unter Umständen auch negativ aufgefaßt werden, wenn die Person, die das Beileid ausspricht, die verstorbene Person z.B. nicht kannte (mir ging es jedenfalls so - und ich weiß von so einigen anderen, die ebenso denken).

Schöner fände ich zum Beispiel: "Wie war sie denn so?"; das impliziert zumindest ein Interesse an der Person und gibt der / dem Trauernden die Möglichkeit, sich an die schönen Seiten der von uns gegangenen Person zu erinnern (kann aber je nach Typ auch das Gegenteil bewirken, also ggf. mit Fingerspitzengefühl herantasten).


Mich hat seinerzeit ein Trauerspruch sehr berührt und ich möchte Dir diesen gerne mit auf den Weg geben, in der Hoffnung, daß er Dir in Deiner schweren Zeit, so wie mir damals, ein wenig Trost zu spenden vermag:


Wenn im Kreis der Lebenswelt
das Blatt zurück zur Erde fällt,
kehrt es zum Ursprung nur zurück
und findet dort sein stilles Glück.

Ich wünsche Dir viel Kraft in dieser schweren Zeit!

Habe keine Angst! - Du wirst Deinen eigenen Weg finden, mit dieser momentan für Dich neuen und belastenden Situation umzugehen, ganz sicher!
 

Benutzer130936 

Verbringt hier viel Zeit
Vielen Dank für deine ausführliche und liebe Antwort :smile:

Ich habe meinen zwei engsten Freunden vor einiger Zeit direkt gesagt dass ich sie gern sehen und über den Tod meiner Uroma reden möchte. Einer sagte er habe keine Zeit und die andere meinte dass sie sich schon mit mir trifft aber nur wenn ich nicht über den Tod rede.

Leider ist meine Uroma auch woanders begraben worden weil sie woanders gelebt hat als ich, weswegen es da mit Krankenhaus etc... nicht viel bringt. Und für psychologische Hilfe hab ich kein Geld da ich noch studiere.

Aber ich versuche mittlerweile halt wieterhin alleine damit klarzukommen.

Danke dir <3
 

Benutzer85763 

Sehr bekannt hier
Es tut mir sehr leid, dass Deine Freunde so reagieren. Tatsächlich hat mein damals bester Freund (seit 18 Jahren) nach dem Tod meiner Tochter genau so reagiert. Er hat sich noch ein kurzes Treffen abgerungen und hat sich dann einfach nie wieder gemeldet - bis heute noch nicht. Mich hat das ebenfalls sehr getroffen und tut es eigentlich heute auch noch. Es tut weh in der dunkelsten Zeit alleine gelassen zu werden. Vermutlich wusste er auch nicht damit umzugehen, keine Ahnung.

Einen wirklichen Tipp wie Du mit Deinen Freunden umgehst habe ich daher leider nicht. Was Hilfe angeht: Ein Psychologe wird von der Krankenkasse bezahlt, es ist nur recht schwierig einen Termin zu bekommen. Vielleicht gibt es in deiner Nähe auch so etwas wie eine Trauergruppe/ein Trauercafé oder so?

Ansonsten hilft mir noch schreiben. Ein Tagebuch vielleicht, oder Briefe an Deine Uroma von Deinem Alltag. Es gibt sicher auch Foren zum Thema Verlust und Trauer.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich habe meinen zwei engsten Freunden vor einiger Zeit direkt gesagt dass ich sie gern sehen und über den Tod meiner Uroma reden möchte. Einer sagte er habe keine Zeit und die andere meinte dass sie sich schon mit mir trifft aber nur wenn ich nicht über den Tod rede.
Und so was nennst du jetzt noch Freundschaft? :annoyed:
Als mein Opa (der mir sehr viel bedeutet hat) gestorben ist, hat mir eine gute Freundin gesagt, ich könne mich jederzeit (und zwar wirklich jederzeit!) bei ihr melden, wenn ich jemanden zum reden, zuhören, oder was auch immer brauche. Obwohl ich das Angebot letztendlich nicht angenommen habe, war es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass da jemand an mich denkt und bei Bedarf für mich da ist.

Ansonsten: Lass dich zumindest mal virtuell drücken! :knuddel:
Mehr kann ich dir leider gerade nicht bieten. Aber es tut mir echt leid, dass du jetzt nicht nur ohne diese Unterstützung mit dem Verlust zurecht kommen musst, sondern dass deine "Freunde" auch noch zeigen, was sie unter eurer Freundschaft verstehen.
 

Benutzer132552 

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Hallo Love96, klar bist Du jetzt sehr traurig, weil Du Deine Urgroßmutter ja so sehr gemocht hast und sie jetzt nicht mehr da ist. Aber vielleicht kannst Du ja versuchen, ihrem Tod auch gute Seiten abzugewinnen? Schließlich war sie ja schon ganz schön alt, und offensichtlich ziemlich fit bis zum Schluss. Vielleicht hat sie sich ja - wie so viele Menschen - gewünscht, fast 90 zu werden und dann schnell, ohne großes Leiden und ohne dement zu werden zu sterben? Sie hat doch bestimmt ein erfülltes Leben hinter sich, hat ihre Urenkelin bis ins Studium groß werden sehen, das ist nicht vielen vergönnt! Du kannst sie als alte, aber gesunde und glückliche Frau in Erinnerung halten, auch das ist doch eigentlich toll und alles andere als selbstverständlich. Ihr seid nicht im Streit, sondern glücklich auseinander gegangen, als Ihr Euch das letzte Mal gesehen habt, das gibt es auch ganz anders - schau Dich mal in diesem Forum um, wie viele User ganz fürchterlichen Streit mit ihren Eltern und Großeltern haben.

Das soll Dich nicht davon abhalten, heute und morgen sehr traurig zu sein. Aber vielleicht kannst Du die eine oder andere Träne ja weglächeln, wenn Du Dir das, was ich geschrieben habe, vor Augen führst und einfach dankbar an Euer gutes Verhältnis denkst, an Dinge, die Du nur mit ihr erlebt und geteilt hast. Heute ein kleines Lächeln unter Tränen, in ein paar Wochen eine kleine Träne unter Lächeln, und nach ein paar Monaten wirst Du sie hoffentlich einfach dankbar in Erinnerung haben. Der Tod tut immer weh, aber er gehört zum Leben - er ist das einzige, was für uns feststeht, wenn wir geboren werden. Nur der Zeitpunkt steht nicht fest. Aber 89, fröhlich, gesund, aufgeweckt und klar - das ist doch eine tolle Bilanz!

Zu Deinen Freunden: ich glaube nicht, dass sie das böse meinen. Nicht jeder geht mit dem Tod gleich um, und viele Menschen sind auch einfach unsicher und wissen nicht, wie sie jetzt mit Dir und dem Thema umgehen sollen. Dann tun sie genau das falsche: weglaufen und vermeiden. Sei ihnen nicht böse, verzeih ihnen. Vielleicht kannst Du ihnen eines Tages mal Besseres zurück geben.
 
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Benutzer135188 

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Hallo Love96, klar bist Du jetzt sehr traurig, weil Du Deine Urgroßmutter ja so sehr gemocht hast und sie jetzt nicht mehr da ist. Aber vielleicht kannst Du ja versuchen, ihrem Tod auch gute Seiten abzugewinnen? Schließlich war sie ja schon ganz schön alt, und offensichtlich ziemlich fit bis zum Schluss. Vielleicht hat sie sich ja - wie so viele Menschen - gewünscht, fast 90 zu werden und dann schnell, ohne großes Leiden und ohne dement zu werden zu sterben? Sie hat doch bestimmt ein erfülltes Leben hinter sich, hat ihre Urenkelin bis ins Studium groß werden sehen, das ist nicht vielen vergönnt! Du kannst sie als alte, aber gesunde und glückliche Frau in Erinnerung halten, auch das ist doch eigentlich toll und alles andere als selbstverständlich. Ihr seid nicht im Streit, sondern glücklich auseinander gegangen, als Ihr Euch das letzte Mal gesehen habt, das gibt es auch ganz anders - schau Dich mal in diesem Forum um, wie viele User ganz fürchterlichen Streit mit ihren Eltern und Großeltern haben.

Das soll Dich nicht davon abhalten, heute und morgen sehr traurig zu sein. Aber vielleicht kannst Du die eine oder andere Träne ja weglächeln, wenn Du Dir das, was ich geschrieben habe, vor Augen führst und einfach dankbar an Euer gutes Verhältnis denkst, an Dinge, die Du nur mit ihr erlebt und geteilt hast. Heute ein kleines Lächeln unter Tränen, in ein paar Wochen eine kleine Träne unter Lächeln, und nach ein paar Monaten wirst Du sie hoffentlich einfach dankbar in Erinnerung haben. Der Tod tut immer weh, aber er gehört zum Leben - er ist das einzige, was für uns feststeht, wenn wir geboren werden. Nur der Zeitpunkt steht nicht fest. Aber 89, fröhlich, gesund, aufgeweckt und klar - das ist doch eine tolle Bilanz!

Zu Deinen Freunden: ich glaube nicht, dass sie das böse meinen. Nicht jeder geht mit dem Tod gleich um, und viele Menschen sind auch einfach unsicher und wissen nicht, wie sie jetzt mit Dir und dem Thema umgehen sollen. Dann tun sie genau das falsche: weglaufen und vermeiden. Sei ihnen nicht böse, verzeih ihnen. Vielleicht kannst Du ihnen eines Tages mal Besseres zurück geben.
Off-Topic:
Ganz toll geschrieben! :jaa:
 
2 Woche(n) später

Benutzer130936 

Verbringt hier viel Zeit
Es tut mir sehr leid, dass Deine Freunde so reagieren. Tatsächlich hat mein damals bester Freund (seit 18 Jahren) nach dem Tod meiner Tochter genau so reagiert. Er hat sich noch ein kurzes Treffen abgerungen und hat sich dann einfach nie wieder gemeldet - bis heute noch nicht. Mich hat das ebenfalls sehr getroffen und tut es eigentlich heute auch noch. Es tut weh in der dunkelsten Zeit alleine gelassen zu werden. Vermutlich wusste er auch nicht damit umzugehen, keine Ahnung.

Einen wirklichen Tipp wie Du mit Deinen Freunden umgehst habe ich daher leider nicht. Was Hilfe angeht: Ein Psychologe wird von der Krankenkasse bezahlt, es ist nur recht schwierig einen Termin zu bekommen. Vielleicht gibt es in deiner Nähe auch so etwas wie eine Trauergruppe/ein Trauercafé oder so?

Ansonsten hilft mir noch schreiben. Ein Tagebuch vielleicht, oder Briefe an Deine Uroma von Deinem Alltag. Es gibt sicher auch Foren zum Thema Verlust und Trauer.

Dankeschön für deine liebe Antwort :herz:
Das mit deinem besten Freund finde ich echt ziemlich hart, ich mein ich hab ja keine beste Freundin, aber ich weiß dass es einen da echt treffen kann, vor allem sowas finde ich wirklich zach nach 18 Jahren :O

Ach bei uns dauert das Monate bis du da mal einen Termin bekommst, deswegen geh ich halt grad alleine damit um und irgendwie komm ich klar.

Aber danke für deine Hilfe :smile:
[doublepost=1522177935,1522177828][/doublepost]
Und so was nennst du jetzt noch Freundschaft? :annoyed:
Als mein Opa (der mir sehr viel bedeutet hat) gestorben ist, hat mir eine gute Freundin gesagt, ich könne mich jederzeit (und zwar wirklich jederzeit!) bei ihr melden, wenn ich jemanden zum reden, zuhören, oder was auch immer brauche. Obwohl ich das Angebot letztendlich nicht angenommen habe, war es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass da jemand an mich denkt und bei Bedarf für mich da ist.

Ansonsten: Lass dich zumindest mal virtuell drücken! :knuddel:
Mehr kann ich dir leider gerade nicht bieten. Aber es tut mir echt leid, dass du jetzt nicht nur ohne diese Unterstützung mit dem Verlust zurecht kommen musst, sondern dass deine "Freunde" auch noch zeigen, was sie unter eurer Freundschaft verstehen.

Das kann ich mir vorstellen, so jemanden hätte ich auch sehr gerne gehabt, aber so habe ich jetzt eben gemerkt, dass ich wohl keine echten Freunde habe, habs zuvor zwar schon öfters gemerkt, aber jetzt wirklich richtig.

Danke dir :herz:
[doublepost=1522178209][/doublepost]
Hallo Love96, klar bist Du jetzt sehr traurig, weil Du Deine Urgroßmutter ja so sehr gemocht hast und sie jetzt nicht mehr da ist. Aber vielleicht kannst Du ja versuchen, ihrem Tod auch gute Seiten abzugewinnen? Schließlich war sie ja schon ganz schön alt, und offensichtlich ziemlich fit bis zum Schluss. Vielleicht hat sie sich ja - wie so viele Menschen - gewünscht, fast 90 zu werden und dann schnell, ohne großes Leiden und ohne dement zu werden zu sterben? Sie hat doch bestimmt ein erfülltes Leben hinter sich, hat ihre Urenkelin bis ins Studium groß werden sehen, das ist nicht vielen vergönnt! Du kannst sie als alte, aber gesunde und glückliche Frau in Erinnerung halten, auch das ist doch eigentlich toll und alles andere als selbstverständlich. Ihr seid nicht im Streit, sondern glücklich auseinander gegangen, als Ihr Euch das letzte Mal gesehen habt, das gibt es auch ganz anders - schau Dich mal in diesem Forum um, wie viele User ganz fürchterlichen Streit mit ihren Eltern und Großeltern haben.

Das soll Dich nicht davon abhalten, heute und morgen sehr traurig zu sein. Aber vielleicht kannst Du die eine oder andere Träne ja weglächeln, wenn Du Dir das, was ich geschrieben habe, vor Augen führst und einfach dankbar an Euer gutes Verhältnis denkst, an Dinge, die Du nur mit ihr erlebt und geteilt hast. Heute ein kleines Lächeln unter Tränen, in ein paar Wochen eine kleine Träne unter Lächeln, und nach ein paar Monaten wirst Du sie hoffentlich einfach dankbar in Erinnerung haben. Der Tod tut immer weh, aber er gehört zum Leben - er ist das einzige, was für uns feststeht, wenn wir geboren werden. Nur der Zeitpunkt steht nicht fest. Aber 89, fröhlich, gesund, aufgeweckt und klar - das ist doch eine tolle Bilanz!

Zu Deinen Freunden: ich glaube nicht, dass sie das böse meinen. Nicht jeder geht mit dem Tod gleich um, und viele Menschen sind auch einfach unsicher und wissen nicht, wie sie jetzt mit Dir und dem Thema umgehen sollen. Dann tun sie genau das falsche: weglaufen und vermeiden. Sei ihnen nicht böse, verzeih ihnen. Vielleicht kannst Du ihnen eines Tages mal Besseres zurück geben.

Danke für deine liebe Antwort und sehr lieb, was du wegen meiner Uroma geschrieben hast. Ich seh es zwar noch nicht so, aber vielleicht kann ich das einmal. Derweil geh ich irgendwie nicht gut damit um kommt mir vor, weil ich es unbewusst komplett verdränge.

Ob sie es böse meinen oder nicht ist mir mittlerweile egal. Ich tue soviel für Menschen und habe ihnen so oft verziehen, dass sie nie für mich da waren obwohl sie sich nicht mal dafür entschuldigt haben, einfach weil ich sie nicht verlieren wollte. Aber dass sie nicht einmal bei sowas für mich da waren, hat mir jetzt gezeigt, dass ich wohl echt keine wahren Freunde habe und dadurch dass ich ja sowieso alleine bin, bin ich dabei den Kontakt langsam auslaufen zu lassen, was nicht schwer ist, da sie sich sowieso nicht mehr melden.

Aber danke für deine Antwort :smile:
 

Benutzer167190 

Benutzer gesperrt
hm ich finde das verhalten deiner freunde deutet eher auf unsicherheit hin

und zur periode, ist es bei euch nicht so das es bei ner beerdigung sitzplätze gibt?
 
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