Therapeutische Hilfe von Nöten?

Benutzer144387  (27)

Verbringt hier viel Zeit
...oder "Wohin mit dem Leben Teil II". So oder so ähnlich könnte es heißen.


Aber erstmal ein liebes Hallo an die PL Community :smile:

der ein oder andere hat vielleicht meinen früheren Auskotzthread vor ca. einem halben Jahr gelesen.

Seitdem hat sich viel getan (zum Glück zum Positiven!). Aber erstmal Schritt für Schritt.

Off-Topic:
Eine Stichwortzusammenfassung des I.Teils:
Bin Halbasiate, war seit der Grundschule imemr relativ unsportlich, klein und dicklich.
Kindheit war nicht die Schönste, nie wirklich viele Freunde gehabt, Vater hatte was für Travestie übrig und war sehr dominant, unterdrückte oft Versuche und Chancen mich mit anderen zu befreunden und zu sozialisieren durch falsche Vorstellungen, da in vielen Hinsichten konservativ und spießig.

Pubertät war dann von der Scheidung meiner Eltern geprägt. Vater hat mich bis zur Mittelstufe praktisch auf sein "Ich 2.0" getrimmt, hat leider auch ziemlich gut geklappt, da ich eher schüchtern und zurückhaltend war, habe auf alles gehört was er sagte. Meine Klasse (Schule hatte gerade zu der Zeit die Tendenz eines hohen Migrationsanteils) in der Mittelstufe war eher von Frühpubertät, Proleten und was noch dazu gehört geprägt - eben von der Art Teenager, die abends im Bus als Gruppe in der letzten Reihe sitzen würden, laut mit ihrem Handy Musik hören und dabei laut rumgröhlen. Ich war dort als zurückhaltend, klein, unsportlich und auf "typisch deutsch" erzogen ein Außenseiter, glücklicherweise nie Opfer von großen Schikanieraktionen.
Konnte mich bis zur Klassenauflösung nach der 10. irgendwie durchbeißen.

Oberstufe war da schon besser, aber dennoch für die meisten einfach nur "da". Bis hierher immer ganz passable Noten gehabt, in der 11. auch noch ok, 12 & 13 dann die totale Katastrophe (kein Antrieb zum lernen, dennoch ein 3.2 Abi). In der 11 auch ein supernettes Mädchen kennengelernt, über den Zeitraum von 2 Monaten auch sehr sehr viel mit ihr geschrieben, aber dann zum Ende der Herbstferien den Kontakt mir ihr praktisch verloren ("Ich will mich auf die Schule konzentrieren"), war danach noch eine Zeit lang in der Schule für sie wie eine Klette, nach der Frage "eh..kann es sein, dass du etwas von mir willst?" den Kontakt komplett abgebrochen. Die Monate dann weiterhin eher viele Freunde in der Doppelstufe (G8+9), bester Kumpel (2 Stufen unter meiner), der als einziger immer zu mir hielt, hatte mich im Laufe der Zeit noch einpaar anderen vorgestellt, der kleine Kreis wurde immer größer (bis auf 20 Mann) und ist bis heute "mein Kreis" in der Heimatstadt geblieben. Rest der Oberstufe eher unspontan. Zu der Zeit fing ich dann an langsam über mein Selbst nachzudenken und Veränderungen anzupacken (Sport, Aussehen, erste Gedanken, warum ich nun dort bin, wo ich bin). Mitte der 12. Sympathie für eine Klassenkameradin aus der Mittelstufe entwickelt (nennen wir sie Maria), woraus dann bewusstes Verliebtsein wurde. Konnte im Laufe der Zeit mit ihr etwas Kontakt über FB aufbauen. Zum "kritischen Zeitpunkt", wo ich ein Geständnis in Erwägung gezogen habe, stellte sich noch heraus, dass sie ihren ersten Freund seit einpaar Wochen hat. Bis zum Abi und teilweise darüber hinaus plätschere das Geschreibsel noch lose vor sich hin.

Zum Abitur hin war ich glücklich, dass ich die Stadt verlassen durfte (bin direkt erstmal zur Mutter umgezogen), um komplett neu anzufangen, u.a. auch, weil die Zustände bei meinem Vater nach der Scheidung unmöglich waren. Hat um 2009 rum sich eine Frau nach Deutschland geholt aus Südostasien, sie wohnte in einem Kleinstkaff zwischen hunderten von km² Reisfeldern, hat angeblich einen Uniabschluss, hat in ihrer Anzeige etliche Lügen eingebaut, wie sich später rausstellte, hat dazu eine Mentalität und ein Bewusstsein wie ein 6 jähriges Mädchen (bestes Beispiel: hat mal an Weihnachten sich beim Gevadder beschwert, dass bei 23x Schokoriegel auf dem Teller sie diejenige war, die nur 7 bekam!).
Soweit nun zur Vorgeschichte



Der Grund, warum ich den ersten Thread aufgemacht habe, war dann die Unzufriedenheit mit meinem Studium und das Problem, dass ich niemanden wirklich meinen Kummer anvertrauen kann/will.
Langes Pendeln (2 1/2h pro Richtung, 5x die Woche), unzufrieden mit der (leeren) Wohnung am Studienstandort und allgemein eher unzufrieden mit dem Maschinenbaustudium bzw. dem "drumherum" veranlassten mich dann final dazu wirklich alles nochmal in Frage zu stellen und dann langsam aber sicher eine Art "Ich 2.0" Plan zu erstellen.

Im vorangegangenen Thread hatte ich am Ende auch einpaar Befürchtungen geäußert, ob allenvoran mein zurückhaltender und nach außen hin sehr stiller Charakter nicht auch andere Gründe haben könnte (z.B. Gesundheitliche).
Dazu muss ich auch sagen, dass ich seit einem Jahr (und damit 1/2 Jahr vor dem ersten Thread) Schilddrüsenmedikamente nehme, da bei mir trotz gesunder Schilddrüse eine Unterfunktion festgestellt wurde.

Was hat sich jetzt seit dem letzten halben Jahr alles verändert? (Fragen sind mit aufgeführt)
=> Zu allererst habe ich mich vom bisherigen Studium verabschiedet! Nach reiflicher Überlegung musste ich feststellen, dass trotz Neigung zu den Naturwissenschaften diese Richtung nicht die Richtige für mich war. So studiere ich jetzt statt Maschinenbau das Fach Energiewissenschaften (Physik mit Ausrichtung zur Energieerzeugung). Die ersten 3 Monate musste ich zwar immernoch 1 1/2h pro Richtung jeden Tag pendeln, dafür habe ich aber nun zum 1.1.2015 ein Einzelappartment in einem Studentenwohnheim und bin praktisch in nullkommanichts am Campus. Mit dabei ist alles, was man an Möbeln braucht, ja sogar ein eigener Porzellanthron und ein Kühlschrank nur für mich :cool:. Sollte ich eigentlich nicht bekommen, die Weihnachtszeit machte es aber mir möglich (wer will da schon gern umziehen?). Ich hatte zwar von Anfang an her eine WG in Erwägung gezogen, um direkt am neuen Standort nette Kontakte knüpfen zu können. Jedoch war das nach 3-4 Besichtigungen für mich auch kein Thema mehr, da ich einerseits als introvertierte Person so meine Probleme hatte mich selbst einigermaßen zu präsentieren. Ich hatte zwar auch eine NerdWG gefunden, da war aber tatsächlich die Sauberkeit das Problem (ohje, welch ein Klischee..:ratlos:). Also hab ich mich Ende Oktober hin dann doch für ein Wohnheim beworben. Somit sind die Themen Studium (wenn man mal vom Lernproblem unter chronischem Zeitmangel absieht) und Wohnen/Pendeln schonmal positiv abgehakt. :grin:

=> Obwohl es mein Plan war den übrigen Kontakt mit meiner ehemaligen Klassenkameradin Maria ganz abzubrechen, blieb er teilweise bis heute immernoch mehr oder weniger bestehen. Empfand ich zum Abitur hin nurnoch Sympatie für sie, wollte ich schon zu dem Zeitpunkt ( Sommer '13) den Kontakt abbrechen, da der Austausch immernoch nur sehr platonisch war. Ich hatte sie von da an von mir aus nicht mehr angeschrieben, sie jedoch mich noch 1-2 Male, da sie Probleme mit Mathe hatte (und ironischerweise Mathenachhilfe gab :grin:). "Gut", dachte ich mir:"sie braucht anscheinend grad nur deine Hilfe, dafür kann man ja schnell noch den netten Sitznachbar von früher anschreiben." Da es wirklich nur einpaar simple Dinge waren (Formeln umstellen), störte mich das Ganze auch nicht wirklich. Nur zu Karneval hatte ich mir noch einen Ausrutscher erlaubt und sie besoffen angeschrieben (auch kein besonderes Geschreibsel).

Interessanter fand ich dann jedoch, dass sievon sich aus mich im Juli (kurz bevor sie ihren ersten Freund verließ), September und dann nochmal Ende November/Dezember (wieder vom neuen Freund getrennt) anschrieb. Das wäre an sich ja nichts verwerfliches, aber mehr als das platonische Blabla "Wie gehts? Was machst du so?Was gibts neues?Was macht's Studium" kam da selten bis garnicht bei rum. Nur beim letzten Mal (nun schon über WhatsApp) habe ich mir die Frechheit erlaubt und mal unterschiedliche Dinge beim schreiben bzw. ihre Reaktion darauf getestet. Ergebnis war, dass sie sich am Anfang zwar durchaus die ein oder andere 0815-Frage einfallen lies, aber im Laufe des Gesprächs es immer an mir hing das Gespräch zu führen, ich habe auch explizit darauf geachtet, dass ich sie nicht volltexte und nie mehr als 5-7 Zeilen schreibe (später eher 3-5) - sprich, dass ich im Redeanteil nicht deutlich über ihr liege (dies war nämlich vorher immer der Fall). Interessanterweise hielt sich diese Unterhaltung sogar über einige Wochen, jedoch waren es am Ende kurz vor Weihnachten nurnoch einpaar 1-2 Zeiler, worauf ich am Ende nicht mehr geantwortet habe.
1) Frage:
Was will sie damit bezwecken? Ich mein, klar, sie findet mich ganz nett und ich sie auch, aber eine tiefe, innige Gemeinsamkeit haben wir nicht, noch sind wir auf die gewisse Art verschieden, dass wir uns trotzdem irgendwie ergänzen könnten (einzige Sache, die ich ihr mal erzählte, war, dass ich ihre jetztige Lieblingsband vor vielen vielen Jahren mal gerne gehört habe, das wars). Wir sind - aus meiner Sicht - praktisch auf zwei völlig unterschiedlichen Wellenlängen. Die relativ flachen Konversationen zeigen dies bestens auf. Dennoch schreibt sie mich immer und immer wieder an.
Will sie mich warmhalten, falls sie wieder Probleme hat? Langeweile? Ablenkung vom Liebeskummer? :confused:

2) Frage:
Zum Thema neue Kontakte, sozialisieren und (besonders zutreffend)offener werden habe ich leider nicht allzuviele Fortschritte erzielen können trotz Neuanfang. Ich habe zwar durchaus einige nette Kommolitonen kennengelernt, die auch so freundlich waren mich in der Lerngruppe aufzunehmen. Ja man kann sogar sagen, eine gewisse Grundlage ist sogar gegeben, da wir alle relativ viel Zocken. Jedoch kam mir hier, auch im Zusammenhang mit der WG Suche, immer wieder das Problem auf, dass ich es selten schaffe Konversationen zu führen/zu lenken ohne sie künstlich in die Länge zu ziehen. Intensives Analysieren und Nachdenken brachte mich dann zum Ergebnis, dass es definitv daran liegt, dass ich beim Interagieren zu gehemmt bin. Sobald ich nämlich etwas Alkohol zu mir nehme (z.B. 1-2Bier), ist diese Hemmung meistens weg und ich kann reden, als ob es keinen Morgen gäbe ohne, dass es mich interessiert. Da ich das aber auf die Dauer aber für sehr ungünstig halte, muss es noch einen anderen Weg geben diese festsitzende Barriere zu lösen!

3) Frage (mir persönlich am Wichtigsten):
...gehört praktisch schon mit zur 2), möchte ich aber gesondert behandeln. Meine Einstellung! Mir ist es erst vor kurzer Zeit aufgefallen, wie sehr ich dank meiner Vergangenheit das Vertrauen in andere Menschen verloren habe. Ja ich hab mich sogar dabei mehrmals erwischt, wie ich mir gedacht habe: "Was um mich herum ist, interessiert mich nicht. Solang es mir dabei gut geht, ist alles in Ordnung." - Kurzgesagt eine Ich vs. Rest der Welt Einstellung, die eine Priese Egoismus, Misstrauen, Angst, Voreingenommenheit, Klischees und wohl ziemlich "verotteten" Selbmitleid vereint. Dieses Gefühl ist für mich ziemlich schwer in Worte zu fassen. Wohlmöglich würde das auch schon unter Minderwertigkeitskomplexe fallen. Und als ob dies allein nicht schon genug ist, kommt es nur zu oft vor, dass ich innerlich für ein Tag in ein tiefes Loch falle und mir Fragen wie "Was wäre, wenn ich von jetz tauf gleich nicht mehr wäre? Würde sich jemand außer meiner Mutter und meinem Kumpel großartig darum scheren, wenn ich nun tot wäre? Bin ich für andere tatsächlich nur ein Freund oder mehr Mittel zum Zweck oder gar unnötiger Ballast auf der Reise durchs Leben?" Andersrum fällt es bei mir sehr auf, wenn ich meiner Freude ausdruck verleihe (logisch, wenn ich sonst eher still bin, nicht soo viel rede und auch relativ verträumt und relativ regungslos bin).
Ich würde so gern weiter an mir arbeiten, weiß aber absolut nicht, wie ich gerade diesen Brocken bewegen soll. :geknickt: Dass sich das auf mein gesamtes Verhalten auswirkt, ist ja leider schon fast selbstredend. Andererseits fühl ich mich oft genug so verdammt einsam, weil ich niemanden habe, bei dem ich mich auslassen kann, egal worum es geht. Niemanden, der mich in den Arm nimmt und den es nicht interessieren würde, wenn mir mal nach weinen zu Mute wäre. :cry: Gerne hätte ich auch eine Freundin, nur bringt mir das was, wenn ich nicht mit mir selbst zufrieden bin? Wenn ich nicht selber sagen kann, so wie ich jetzt bin wäre ich meinem Gegenüber in den meisten Belangen eine Bereicherung?Eher nicht. Da wäre nach kurzer Zeit die Frage, ob ich für die theoretische Partnerin nicht mehr Last als Lust bin und ihr ihre Energie nehme, sobald diese "Gefühlsblase" platzt. Mal ganz abgesehen davon, dass ich sie damit nur erschlagen würde und sie selbst sich hilflos vorkäme.

Daher die Frage:

Ich habe definitiv noch die Kraft und vorallem den Willen das Problem anzupacken. Aber kann ich sowas noch alleine schaffen oder sollte ich mir da professionelle Hilfe vom Psychotherapeuten holen?

Würde mich sehr freuen, wenn ihr mir dabei helfen könntet. :ups:
 

Benutzer148927 

Ist noch neu hier
Ich würde dir empfehlen zu einem Psychotherapeuten zu gehen. Denn anscheinend belastet dich sehr viel und du hast das Gefühl das dir niemand zuhört. Lass dich von diesem Gefühl nicht runterkriegen. Diese Tag an denen du solche Dinge denkst wie: Was ist wenn ich Tod wäre, sind Anzeichen für eine Depression (Was ich auch hatte bzw. behandle) Ich würde (wie schon gesagt) zu einem Psychotherapeuten gehen denn diese Person hat eine Ahnung von was sie spricht und kann dir helfen.
Viel Glück weiterhin:smile:
 

Benutzer144387  (27)

Verbringt hier viel Zeit
Ich würde dir empfehlen zu einem Psychotherapeuten zu gehen. Denn anscheinend belastet dich sehr viel und du hast das Gefühl das dir niemand zuhört. Lass dich von diesem Gefühl nicht runterkriegen. Diese Tag an denen du solche Dinge denkst wie: Was ist wenn ich Tod wäre, sind Anzeichen für eine Depression (Was ich auch hatte bzw. behandle) Ich würde (wie schon gesagt) zu einem Psychotherapeuten gehen denn diese Person hat eine Ahnung von was sie spricht und kann dir helfen.
Viel Glück weiterhin:smile:
Dieses ständige bedrückende Gefühl trage ich schon seit einigen Jahren mit mir rum, hielt ich aber bisher nur für übertriebene Schüchternheit bzw. zu steifen Charakter (ich denke zuviel und mache mir nur unnötig einen Kopf). Andererseits kommt es mir nicht mehr so ganz gesund vor, wenn mir in solchen Tiefphasen plötzlich solche Fragen durch den Kopf jagen (und das im stetig zunehmenden Intervall) :confused:. Es ist dabei weniger das Gefühl, dass mir niemand zuhört, als eher die Tatsache, dass ich mir einbilde, dass ich aus meinem Umfeld keine konstruktive Resonanz erhalten würde, weil keiner so wirklich wüsste, wie man damit umgehen sollte.

Aber danke dir! :smile:
 

Benutzer94839 

Verbringt hier viel Zeit
Mea Culpa, wenn ich mir nicht alles durchgelesen habe. Aber nachdem ich nur den dritten Post von dir, IamTaiga IamTaiga , durchlas, kam mir die Idee, ob du dich nicht bei der psychologisch-therapeutischen Beratung deiner Uni melden kannst.
-> An den Unis die mir bekannt sind, gibt es eine solche Einrichtung
 

Benutzer144387  (27)

Verbringt hier viel Zeit
Mea Culpa, wenn ich mir nicht alles durchgelesen habe. Aber nachdem ich nur den dritten Post von dir, IamTaiga IamTaiga , durchlas, kam mir die Idee, ob du dich nicht bei der psychologisch-therapeutischen Beratung deiner Uni melden kannst.
-> An den Unis die mir bekannt sind, gibt es eine solche Einrichtung
Meines Wissens nach hat auch unsere Uni eine passende Stelle. Speziell daran gedacht hatte ich bisher aber nicht, weil ich nicht davon ausging, dass das die passende Anlaufstelle für meine persönlichen Probleme außerhalb der Uni wären. Aber wie heißt es so schön: Probieren geht über Studieren. Kosten tut es auch nichts und schlimmer kann es dadurch auch nicht werden. :smile:
 
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