Suizidgedanken/-planungen

Benutzer137839 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo alle zusammen,

ich wende mich mit dieser Problematik an das Forum und hoffe auf ein paar Gedanken/Anregungen.
Der Text wird voraussichtlich sehr lang - Entschuldigung schon einmal dafür.

Seit sieben Jahren schwebe ich irgendwo in der Welt der depressiven Symptomatik herum.
Der Beginn lässt sich sehr genau terminieren -während der Schulzeit wurde ich jahrelang gemobbt. Man fotografierte mich heimlich in der Schule und stellte die Bilder auf eine eigens für mich
eingerichtete "Hassseite". Man kündigte auf dieser Seite weitere Aktivitäten gegen mich an, sodass ich solche Tage entweder nur mit massiven Panikattacken überlebte oder gleich zuhause blieb. Man verbreitete Gerüchte über mich, man lachte mich aus, egal was ich tat. Man legte mir tote Ratten in die Brotdose, schlug mich, grenzte mich bewusst von jeglichem Sozialleben aus. Freunde wandten sich ab, aus der Angst heraus, selbst zum "Opfer" zu werden.

Meine Eltern haben die Situation nicht unbedingt einfacher gemacht. Sie weigerten sich, mich in psychiatrische Behandlung zu schicken, beschimpften mich für meine Depression ("aus dir wird niemals etwas, wir können dir gleich Hartz vier beantragen" u.ä.), ignorierten meine Probleme ("Wann kommt der Bus mit den Leuten die das interessiert" usw.), zwangen mich, zur Schule zu gehen, redeten mir ein, ich sei ein schlechter Mensch ("du bist vom Teufel besessen" "Dich kann man nicht mehr retten, geh in die Anstalt").

Konsequenz aus dem Ganzen ist ein sehr schlechtes Selbstwertgefühl, bis hin zum Selbsthass und kompletter Selbstablehnung.
Nach dem Abitur bin ich sofort zuhause ausgezogen, 400km weg, 1 Jahr Bundesfreiwilligendienst, ansonsten entweder arbeitslos oder auf geringfügiger Basis beschäftigt.
Aktuell befinde ich mich seit drei Wochen nach einem missglückten Suizidversuch in stationärer psychiatrischer Behandlung.
Diagnostische Abklärungen gehen in die Richtung emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline-Typ), körperdysmorphe Störung/Dysmorphophobie mit depressiver Begleiterscheinung/Komorbidität.
Den Asperger-Autismus habe ich bereits vorher diagnostiziert bekommen.

Ich bemühe mich seit diesen drei stationären Wochen, alle Hilfsangebote anzunehmen (Gruppenangebote, Sport, Kunsttherapie, etc.). Zeige mich in therapeutischen Einzelsitzungen offen und ehrlich. Bemerke aber zunehmend, dass mir die Struktur im Alltag verloren geht. Ich schlucke täglich brav meine Beruhigungsmittel (Abhängigkeit lässt grüßen), finde aber immer weniger die Motivation, morgens überhaupt noch aufzustehen. Ich vernachlässige mich selbst (früher waren mir mein äußeres Erscheinungsbild, sowie gesunde Ernährung und Sport sehr wichtig - dafür habe ich aber gar keine Energie mehr), bemerke zunehmend, dass jegliche Beschäftigung keine Ablenkung mehr von diesen Gedanken bietet.
Musik hat mich früher noch positiv beeinflusst, mittlerweile ertrage ich sie gar nicht mehr.
Ebenso wollte ich früher gerne über meine Probleme und negativen Gedanken und Gefühle sprechen, mittlerweile weiche ich solchen Gesprächen bewusst aus, sehe keine Notwendigkeit mehr, irgendjemandem mitzuteilen, dass ich nicht mehr kann.
Die Suizidgedanken sind rund um die Uhr da, neuerdings träume ich schon davon, wie ich mich vergase und die Erlösung von der Sinnlosigkeit verspüre - sei es nun durch die endgültige Ausschaltung meines Bewusstseins oder eine Fahrt ins Himmelreich. Der Gedanke, mich selbst auszulöschen, erschreckt mich nicht mehr. Ich wollte immer alles richtig machen, habe auf meine Umwelt gehört, die mir erklärte, es würde schon besser werden, wollte niemanden verletzen.

Ich brauche dringend stabile soziale Kontakte, tue mich aber aufgrund meines Autismus sehr schwer, solche zu knüpfen. Das funktioniert im Grunde genommen nur mit Männern, die Interesse an mir haben.
In diesen Beziehungen breitet sich dann immer vollkommen unbegründet die panische Angst aus, ich könne dem Anderen schon bald nicht mehr genügen, er würde dann schon merken, was für ein "scheiß" Mensch ich sei und mich letztendlich verlassen. Das artet so weit aus, dass ich rund um die Uhr die Verhaltensweisen des Anderen auf Anzeichen von Ablehnung untersuche.
Ein Psychiater versuchte einst, mir zu erklären, der Grund dieses Verhaltens sei mein verletztes Urvertrauen, begründet durch die fehlende Liebe meiner Eltern. Dass ich niemals lernen konnte, genau so wie ich bin, unabhängig von meinen Leistungen, bedingungslos geliebt und akzeptiert werden zu können.
Das Ende der Geschichte sind entweder absolut destruktive Verhaltensweisen meinerseits, um auszutesten, wieviel der Andere verträgt und ob er trotzdem bei mir bleibt, obwohl ich mich unmöglich verhalte oder aber ein vorzeitiger Kontaktabbruch meinerseits. Ich füge mir selbst Leid zu, indem ich jegliche Liebe zertrampel, bloß, um zu verhindern, dass der andere mich verlässt. Im Nachhinein leide ich unglaublich darunter, währenddessen bin ich aber felsenfest davon überzeugt, es sei nur zu meinem eigenen Vorteil, das Ganze zu beenden, um der Ablehnung zu entgehen. Und jedes Mal danach denke ich mir "Nächstes Mal bist du nicht so dumm".
Erst letzten Freitag hat jemand versucht, sich aufgrund meiner Ablehnung das Leben zu nehmen.
Mittlerweile hat er wieder eine neue Frau gefunden. Ersetzbar. Das ist leider das Einzige, was ich der Geschichte entnehmen kann. Und mit jeder gescheiterten Beziehung/Beziehungsanbahnung, trenne ich mich in der Darauffolgenden noch schneller, habe noch mehr Selbstzweifel.
Obwohl ich alles auf theoretischer Basis überblicken kann, ist es mir unmöglich, meine Verhaltensweisen zu verändern. Da fällt mir der im Zusammenhang mit Borderlinern oft verwendete Begriff "beziehungsunfähig" ein.

Vielen Dank an alle, die meinen Beitrag durchgelesen haben und mir helfen wollen.
 

Benutzer141323 

Benutzer gesperrt
Ich habe mir deinen Beitrag durchgelesen, weiß aber noch nicht wie ich dir helfen kann. Erstmal vorweg: du scheinst eine sehr intelligente Frau zu sein, dein Text liest sich sehr gut, logisch schlüssig aber auch abgeklärt. Es ist mir unbegreiflich wie du so rational über das Passierte schreiben kannst, und gleichzeitig trotzdem den stark emotionalen Wunsch hägst, deinem Leben ein Ende zu setzen. Ich sehe in dir einfach noch Potential, und ich fände es schade, wenn du das aufgibst. Was machst du denn aktuell beruflich? Wie alt bist du?

Kannst du dir vorstellen, bevor du dein Leben aufgibst, einfach mal alle Zelte abzubrechen und ganz wo anders neu zu starten? Vllt im Ausland?
Ich weiß, dafür braucht man Kraft. Aber wer sich mit eigener Kraft das Leben nehmen kann, schafft auch, ganz woanders nochmal völlig neu zu starten.
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Mittlerweile hat er wieder eine neue Frau gefunden. Ersetzbar. Das ist leider das Einzige, was ich der Geschichte entnehmen kann.

Es ist seit letzten Freitag Schluss und er hat jetzt eine neue Frau gefunden? Dann ist er höchstwahrscheinlich eine höchst dependente Persönlichkeit und hat einfach schnell die nächste gesucht, um sich von der Einsamkeit und Sehnsucht nach dir abzulenken. Er wird sich nicht innerhalb so kurzer Zeit so verliebt haben, und damit bist du auch nicht einfach ersetzbar. Niemand ist ersetzbar, denn jeder Mensch ist einzigartig! Man kann sich manchmal ganz gut von jemandem Ablenken, aber viele verdrängen, dass der Schmerz dann später trotzdem nochmal hochkommt.

Hast du die Beziehung mit ihm wieder beendet, weil du befürchtet hast, er könnte dich sonst verlassen? Oder war es mit ihm wirklich von deiner Seite aus vorbei? In welchem Umfeld hast du ihn kennengelernt? Er scheint selbst leider nicht gerade stabil zu sein.
 

Benutzer152594  (41)

Verbringt hier viel Zeit
Aus eigener Erfahrung mit solchen Zuständen (chronisch schwerste Depressionen) kann ich dir nur raten, genau das zu tun, was dir gut tut und alles andere an andere Personen (Betreuer etc.) abzugeben. Ich habe 9 Monate in einer geschlossenen, vollstationären Einrichtung "geschimmelt" (nichts getan außer tagsüber Zeit totzuschlagen und viel geschlafen), bevor meine Lebensgeister samt Motivation ganz langsam wieder zum Vorschein kamen. War vorher 4 Jahre lang in Therapie, habe ambulant betreut gewohnt, eine Reha für psychisch Kranke begonnen und hatte trotzdem (oder gerade deshalb?) alle 4-9 Monate ne heftige Krise mit Suizidversuch und Klinikzeiten. In der Zeit bin ich auch völlig aus dem Leim gegangen (von 85kg auf 135 innerhalb von 1,5 Jahren).

Nachdem meine Motivation wieder ganz schwach am flackern war, habe ich etwas gefunden, was mir gut tut und bin dann regelmäßig mit Hunden aus dem Tierheim gelaufen. Erst einmal die Woche und nur ne Stunde. Wurde aber schnell zu zweimal täglich 2,5-3,5h. Binnen 5-6 Monaten war ich wieder auf 95kg und auch wieder richtig fit. Jetzt läuft seit 3 wochen meine Reha.

Die Zeit nach der ersten schweren Krise bis zum Einzug in die Einrichtung lief immer gleich ab:
- Stimmung kippte langsam
- Krise bahnte sich an
- Krise war da bzw. akut
- Suizidversuch
- 6-12 Wochen Klinik mit viel Motivation zur Therapie
- "normaler" Alltag (Studium 2x wiederaufgenommen) zuzüglich Therapiegespräche und Medikamente
-> dadurch Überforderung und nächste Krise bahnte sich an

Lange Rede kurzer Sinn: tue nur das, was dir gut tut und deine Stimmung/Motivation verbessert. Gönne dir eine Auszeit von allem, was dich belastet und runterzieht. Ziehe eventuell in eine für dich passende Einrichtung und wenn du´s für nötig/hilfreich empfindest, laß dir einen Betreuer für den ganzen Papierkrieg zur Seite stellen.
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
BetterThanTomorrow BetterThanTomorrow
Frag deine Betreuer bitte unbedingt, ob die Medikamente, die du nimmst, möglicherweise suizidgedanken auslösen oder verstärken können - es gibt einige Medikamente, die diese Nebenwirkung haben können. Manchmal wohl auch "nur" kurzzeitig, bevor Besserung einsetzt

Wissen die Betreuer, dass du stärkere Gedanken in diese Richtung hast?
Wenn nein, sag es ihnen.

Dein Text liest sich übrigens sehr gut - vielleicht wäre das was, was du beruflich verfolgen möchtest :smile:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer137839 

Verbringt hier viel Zeit
Hörnchen Hörnchen , vielen Dank!

Ich bin 20 Jahre alt und habe nach dem Abitur nie eine Ausbildung oder ein Studium begonnen. Ein Jahr lang habe ich einen Bundesfreiwilligendienst durchgezogen, während dieser Zeit bin ich richtig tief in die Depression abgerutscht.
Das kam für mich sehr unerwartet, da ich zuvor durch den Wohnortwechsel den negativen Einflüssen des Mobbings und meiner Eltern entfliehen konnte und demnach Besserung erwartet/erhofft hatte.

Nach diesem freiwilligen Jahr bin ich zu meinem Ex-Freund gezogen, der mir (erbärmlicherweise) das Essen ans Bett bringen musste, da ich nicht in der Lage war, aufzustehen.
Seine Aggressionen und Wutausbrüche, sowie irgendwann auch Drohungen, mich umzubringen (da ich keine Kraft mehr hatte, ihm Liebe entgegen zu bringen), habe ich so lange ertragen, bis mir jemand aus dem Internet anbot, dieser Situation zu entfliehen und zu ihm zu ziehen.

Bei diesem Internetkontakt leb(t)e ich seit Ende Januar. Zuerst sah es danach aus, als würde alles besser werden. Mein Antrieb war wieder gesteigert, ich konnte einer 450-Euro-Arbeit nachgehen und habe auch gut im Haushalt mitgeholfen, sowie sehr aufwendige Gerichte gekocht. Es ging mir zwar psychisch schlecht und ich sah keinen Sinn in meinem Leben, aber irgendwie habe ich es mir dann zu meinem Sinn erkoren, meinem Mitbewohner möglichst viel Arbeit abzunehmen.
Das hat zwei Monate ganz gut geklappt, bis ich anfing, meinen Suizid konkret zu planen inkl. Abschiedsbriefen, Wünschen für die Trauerfeier, Erbschaftsregelung, etc.
Dieser Versuch missglückte letztlich vor drei Wochen, als mein Mitbewohner - für mich unerwartet - nach Hause kam und ihn zum Scheitern verurteilte. Er leitete zugleich meine Klinikeinweisung in die Wege. Meine Arbeit wurde mir zuvor fristgerecht aus betriebsinternen Gründen zum 31. Mai gekündigt.

Demnach habe ich also in meinem doch recht jungen Alter bereits drei Umzüge hinter mir, die darauf abzielten, mein Leben zu verbessern.
Mittlerweile empfinde ich es bloß noch als Hin- und Herschieben. Ich ziehe durchs Land, immer auf der Suche nach etwas, das mir Halt gibt. Nirgends empfinde ich das Gefühl, angekommen zu sein, nirgends geht das Gefühl weg, von dieser Erde verschwinden zu wollen, um nie wieder nachdenken, nie wieder diesen Empfindungen in meinem Inneren erliegen zu müssen. Der Gedanke daran, schon wieder umzuziehen, einen Neuanfang zu wagen, erfüllt mich mit Leere. Aktuell bin ich auf der Suche nach einer Klinik, die auf mein Krankheitsbild abgestimmt ist.

Den Jungen hatte ich ironischerweise in der geschlossenen Abteilung kennengelernt.
Damit habe ich exakt das - mir bekannte - Klischee der Psychiatrie als Partnervermittlungsinstitut belegt.
Mir war und ist bewusst, dass es absolut kontraproduktiv ist, mit einer psychisch kranken Person anzubandeln. Es ist in diesem Moment aber so beeindruckend, jemanden zu finden, dem es genauso geht, der die tiefsten Empfindungen nachvollziehen kann, der erstmalig genauso intensive Probleme mit Schuldgefühlen hat. Er gab mir genau das, was ich mir wünschte, nämlich das Gefühl, geliebt werden zu können. Und an dem Punkt ist es auch mit meiner Rationalität vorbei.

Beendet habe ich dieses Beziehungskonstrukt dann letztlich aus dem altbekannten Grund der Annahme, er würde nach der hormonellen Erstphase von mir zurückweichen und mich allein lassen. Bereut habe ich diese Entscheidung des Kontaktabbruchs natürlich, ebenso psychisch daran gelitten, aber gegen diese Ängste des Verlassenwerdens bin ich machtlos. Jeder schafft sich seine eigene Realität und in meiner bin ich nicht liebenswert.
Diese Beziehung war sehr kurz, demnach halte ich es auch nicht für unwahrscheinlich, dass er mich bereits vergessen und durch diese andere Frau ersetzt hat.
Kurz vor seinem Suizidversuch habe ich ihm sogar vorgeschlagen, es noch einmal zu probieren. Ich wollte kämpfen und mich gegen meine Ängste zur Wehr setzen. Er hat allerdings gesagt, die Verletzung sei zu groß gewesen, als dass eine emotionale Annäherung noch einmal möglich gewesen wäre - sei dies nun die Wahrheit oder eine Ausrede, weil er die andere Frau kennen und lieben gelernt hat -, es ändert nichts daran, dass ich mir wieder einmal austauschbar vorkomme.

Paulebaer1979 Paulebaer1979 dankeschön für deinen persönlichen Erfahrungsbericht.

Ich habe mittlerweile bereits akzeptiert, dass es aktuell eher ums pure Überleben geht, als darum, konkret im Leben voran zu kommen. Die Ärzte der Klinik haben mich schon darauf aufmerksam gemacht, dass sie keine Fortschritte oder Ziele bei mir erkennen können, aber ich bin bisweilen einfach nur froh, morgens wieder aufzuwachen, einen gewissen Tagesablauf aufrecht erhalten zu können.

Mir ist durchaus bewusst, dass Suizid nicht immer der richtige Weg ist. Ich bin eher rational veranlagt, überdenke und analysiere alle meine Emotionen, Handlungen, einfach alles, was um mich herum geschieht. Das ist vermutlich der einzige Grund, warum ich noch hier bin. Ein Affekt schafft es nie, mich so sehr zu übermannen, dass ich mich sofort hilflos von einer Brücke schmeißen möchte. Mein Suizid wird eher auf ganz ruhige, banale Art und Weise vonstatten gehen. Genauestens durchgeplant, mit dem unguten Gefühl, einen Fehler zu begehen, das psychische Leid aber einfach nicht länger ertragen zu können. Es ist mir auf Dauer nicht mehr möglich, den Schmerz auf rationaler Basis auszugleichen und klein zu reden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer152594  (41)

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Aber ich bin bisweilen einfach nur froh, morgens wieder aufzuwachen, einen gewissen Tagesablauf aufrecht erhalten zu können.

Das ist schon verdammt viel wert. Ansonsten hilft dir wohl leider nur Ausprobieren was dir gut tut und was nicht. Aus dem Bauch raus würde ich dir auch Spaziergänge mit Hunden empfehlen. Grade welche im Tierheim freuen sich mega über Zuwendung und zeigen dir das auch ganz ehrlich und direkt.
 

Benutzer137839 

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Der Kontakt zu Tieren (vor allem zu Hunden) ist sicherlich eine gute Idee, da sie noch eine ganz andere Form der Zuneigung vermitteln können. Leider habe ich seit Kindheitstagen unbegründete Angst vor Hunden, die ich auch mit Konfrontations-/Schockansatz nie so recht losgeworden bin.
 

Benutzer89030 

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Hallo,

Ich habe auch einen Bundesfreiwilligendienst absolviert. Durch die finanzielle Situation habe Ich auch Depressionen bekommen. Ich habe auch ein Handicap (angeboren). Ich habe zwar kein Autismus. kann mich aber gut in deine Lage versetzen.

Sprech das ganze offen bei deinem Arzt an.
 

Benutzer143292  (30)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich selbst habe nach meiner Schulzeit eine Zeit durchlebt, in der es mir ähnlich ging. Nicht so schlimm, aber ähnlich. Mir hat damals eine Sache geholfen, meine große Liebe, das Theater. Ich spiele, ich studiere das Fach, ich schreibe. Dann flüchte ich auch in eine andere Welt, eine andere Realität, in der alles passieren kann. Mit dem ersten Lob begann das Selbstbewusstsein wieder zu wachsen. Es ist meine Passion, aber auch mein Lebensretter.
Wenn Theater nichts für dich ist, dann würd ich einen Teufel tun und dich auf die Bühne überreden, aber vielleicht gibt es irgendwas, das für dich zu so einer Leidenschaft werden könnte.

Und als kleinen Buchtipp: Sagt dir der Name Demi Lovato etwas? Sie hat, nach ihrem Aufenthalt in einer Klinik ein Journey geschrieben, in dem sie jeden Tag über ein Zitat schreibt, das sie bewegt und berührt hat, während sie ihren Weg zurück ins Leben gefunden hat. Ich finde dieses Buch sehr ermutigend und habe es mir zum morgendlichen Ritus gemacht je eine Seite zu lesen.
 

Benutzer152594  (41)

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Leider habe ich seit Kindheitstagen unbegründete Angst vor Hunden, die ich auch mit Konfrontations-/Schockansatz nie so recht losgeworden bin.

Gibt auch Therapiehunde, die sich dir extrem langsam und vorsichtig nähern und beim geringsten anzeichen von Unwohlsein bei dir sofort wieder auf Distanz gehen. Das wäre vielleicht besser als eine "Augen zu und durch"-Variante.

Alternativ könntest du es auch mit Reittherapie versuchen. Pferde zeigen Emotionen auch ganz gut an und "kuscheln" sich mit dem Kopf an ihre Freunde ran.

Delphine wären sicher auch gut - nur findet man die hier in der Gegend nicht mal "so eben".
 

Benutzer15049  (35)

Beiträge füllen Bücher
Gibt auch Therapiehunde, die sich dir extrem langsam und vorsichtig nähern und beim geringsten anzeichen von Unwohlsein bei dir sofort wieder auf Distanz gehen. Das wäre vielleicht besser als eine "Augen zu und durch"-Variante.

Alternativ könntest du es auch mit Reittherapie versuchen. Pferde zeigen Emotionen auch ganz gut an und "kuscheln" sich mit dem Kopf an ihre Freunde ran.

Delphine wären sicher auch gut - nur findet man die hier in der Gegend nicht mal "so eben".
katzen und kaninchen, irgendwas weiches, niedliches, hilfebedürftiges tut es ja eigentlich schon. es gibt einem ein gutes gefühl sich um etwas zu kümmern und die liebe des tieres dafür zurückzubekommen. völlig egal was für eines.
 
3 Monat(e) später

Benutzer137839 

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Ich hole meinen alten Thread noch einmal hoch.
Mittlerweile bin ich seit über vier Monaten in der Klinik und es zeigt sich einfach keine Besserung. Ich weiß nicht weiter.
Die Todessehnsüchte sind da. Permanent.
Ich habe mir eine ehrenamtliche Beschäftigung gesucht, um halbwegs einen Tagesrhythmus aufzubauen und mir die Fähigkeit aufrecht zu erhalten, überhaupt einer Tätigkeit nachzugehen, außer dem Schlafen und Essen. Das laugt mich vollkommen aus, ich muss mich jeden Tag zwingen, aufzustehen und oftmals bleibe ich auch einfach liegen.

Es kann so ja nicht weiter gehen. Mir ist klar, dass psychische Probleme sich nicht von heute auf morgen in Nichts auflösen, aber es würde mich doch sehr beruhigen, täte sich eine Verbesserung zeigen. Wie lange soll ich das Ganze noch durchziehen, lange Lücken im Lebenslauf machen sich nicht gut, genauso wie die Erkärung, mehrfach in psychiatrischer Behandlung gewesen zu sein.
Gleichzeitig fühle ich mich so erbärmlich. Andere Menschen gehen arbeiten, regeln nebenbei noch ihren Haushalt, führen Beziehungen, pflegen soziale Kontakte. Und ich bin mit den täglichen Anforderungen an die eigene Hygiene ausgelastet. Ich schleppe mich zum Essen, schlafe 12 Stunden am Tag und schwebe ansonsten in meiner depressiven Gedankenwelt umher.
Ich weiß nicht einmal, warum es mir schlecht geht. Ich habe seit Jahren keine Freude mehr an den Dingen, die ich früher gerne gemacht habe - Fußball gespielt, viel gelesen, Hula Hoop-Akrobatik erlernt, Krafttraining gemacht.

Hat jemand noch einmal Tipps?
 
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