Suizidale Exfreundin

Benutzer149613  (27)

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Ich sage jetzt hier mal "Exfreundin", obwohl es vielleicht gar nicht so relevant ist, dass wir mal zusammen waren. Wir sind seit 2.5 Jahren auseinander (ich habe die Beziehung damals beendet), sind aber immer noch befreundet und schreiben öfters mal miteinander. Ein Großteil unserer Gespräche drehen sich darum wie es ihr gerade geht (meist schlecht) und was in ihrem Leben derzeit schief läuft (so gut wie alles, ihrer Meinung nach) und ich muss gestehen, dass mich das einfach langsam fertig macht. Sie ruft mich jetzt nicht andauernd an um mir von ihren Problemen zu erzählen oder so. Man muss da meist schon nachfragen damit sie mal was erzählt. Aber ich bin ja jetzt nicht blöd und ich merke das wenn was ist. Und nur weil wir jetzt "nur" noch befreundet sind, ist sie mir ja nicht plötzlich egal. Ich würde ihr ja auch gerne helfen, aber das sind einfach Dinge, wo man als Außenstehender kaum was machen kann. Und ich will mich da auch nicht zu sehr hineinhängen weil ich in inzwischen wieder in einer Beziehung bin und da einfach aus Prinzip (und aus Respekt meinem Partner gegenüber) nicht will, dass meine Exfreundin da so einen großen Teil meines Lebens einnimmt.
Sie hat mir z. B. letztens am Telefon erzählt, dass sie im Grunde keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht und sich am liebsten vor einen Zug werfen würde. Ich war da echt kurz davor die Polizei zu rufen und hab mir dann echt die ganze Nacht Gedanken gemacht, auch wenn sie versprochen hat, dass sie es nicht macht. Und dann schickt sie mir z. B. irgendwann eine Nachricht wo drin steht, wie viel ich ihr bedeute und dass sie mir dankbar ist für alles was ich für sie getan habe und dass sie hofft, dass ich mit meinem Freund sehr glücklich werde, und wenn ich dann zurückschreibe und frage ob bei ihr alles ok ist, kommt erst mal stundenlang keine Antwort. Und dann weiß ich auch noch genau, dass sie die Nachricht eine Minute bevor bei ihr am Bahnhof ein Zug einfährt geschrieben hat, und ich sehe sie dann vor meinem inneren Auge schon auf den Schienen liegen.
Ich bin es ehrlich gesagt leid, mir ständig um sie Sorgen machen zu müssen, aber sie bedeutet mir halt etwas und ich will sie nicht einfach im Stich lassen. Ich mache mir immer noch Vorwürfe weil ich sie damals verlassen habe, denn die Gründe für die Trennung waren - wenn auch vermutlich nachvollziehbar - vollkommen egoistisch. Sie redet ja schon kaum mit jemandem weil sie niemanden mit ihren Problemen belasten will, wenn ich jetzt auch nicht mehr mit ihr rede, dann hat sie ja bald niemanden mehr.

Das ist einfach eine scheiß Situation und ich weiß nicht ob es da überhaupt eine Lösung gibt.

Danke trotzdem fürs Lesen... vielleicht weiß ja jemand Rat.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer146905 

Sehr bekannt hier
Man muss da meist schon nachfragen damit sie mal was erzählt.

Ist normal. Mich wunderts, dass sie überhaupt darüber redet wenn sie suizidgefährdet ist.


Ich würde ihr ja auch gerne helfen, aber das sind einfach Dinge, wo man als Außenstehender kaum was machen kann.

Solchen Menschen kann man meistens gar nicht helfen und sie wollen meist auch keine.

Und ich will mich da auch nicht zu sehr hineinhängen weil ich in inzwischen wieder in einer Beziehung bin und da einfach aus Prinzip (und aus Respekt meinem Partner gegenüber) nicht will, dass meine Exfreundin da so einen großen Teil meines Lebens einnimmt.

Das find ich echt gut von dir. Fänd das ehrlich gesagt auch scheiße wenn ich die Freundin wäre.

Sie hat mir z. B. letztens am Telefon erzählt, dass sie im Grunde keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht und sich am liebsten vor einen Zug werfen würde.

Sorry, aber Menschen die das mehr oder weniger ankünden meinen das meistens nicht ernst. Wirklich Suizidgefährdete tun es einfach.

Ich bin es ehrlich gesagt leid, mir ständig um sie Sorgen machen zu müssen, aber sie bedeutet mir halt etwas und ich will sie nicht einfach im Stich lassen.

Meistens brauchen solche Leute einen Antrieb. Bei mir hat damals geholfen, dass ich 1. irgendwann wieder nen Freund hatte und 2. Man hat mir ein paar Mal die Meinung darüber gesagt. Grob eigentlich das was ich oben schon geschrieben hab, dass Suizidgefährdete es nicht sagen sondern machen.

Vorwürfe weil ich sie damals verlassen habe

Lass das.

wenn ich jetzt auch nicht mehr mit ihr rede, dann hat sie ja bald niemanden mehr.
Das ist einfach eine scheiß Situation und ich weiß nicht ob es da überhaupt eine Lösung gibt.

Wie schon tausend mal gesagt, lass sie nicht komplett hängen aber sie soll sich auch nicht zu sehr auf dich verlassen. Sag ihr, dass du kein Bock mehr darauf hast, wenn du ihr wichtig bist wird sie was ändern weil solche Menschen meistens sehr an Freundschaften hängen.

Wenn noch was ist schreib einfach, ich kenn mich da (leider zu) gut aus.
 
J

Benutzer

Gast
Solche Fälle können immer nur eine Einzelfallbetrachtung sein. Das Verhaltensmuster offeriert klar Einsamkeit und Trauer über deinen Rückzieher. IMHO solltest du nochmals ein abschließendes Gespräch suchen und klar herausstellen, ein zurück gibt es nicht. Knickst du ein und gehst zurück, wird dich dieses Mädel immer wieder unter Druck setzen.
Bitte bleibe aber im Ton und Umgang sachlich, aber bestimmt.
 

Benutzer138447  (24)

Verbringt hier viel Zeit
Weiß ja nicht ob es Hilft da ich ja nicht weiß warum sie nicht mehr hier bleiben möchte mir hat es geholfen das mir ein Kumpel nach einem Missglückten suizid versuch gesagt hat "Es gibt Menschen ohne die kannst du nicht leben, und andere können nicht ohne dich leben"
Hier habe ich dann nochmal was gefunden was auch helfen könnte: Teil 1:
Hier geht es zu Teil 2:
 

Benutzer149862  (49)

Ist noch neu hier
Sprich zu einem Zeitpunkt mit ihr, an dem Du sicher sein kannst, dass sie nüchtern ist -ohne etwas unterstellen zu wollen, aber es ist Tatsache, dass viele Menschen suizidale Absichten äußern, wenn z.B. Alkohol im Spiel ist.
Frag, WIE GENAU sie es machen wird (würde). Wenn Du dann den Eindruck hast, sie meint es wirklich ernst, musst Du z.B. den Sozialpsychiatrischen Dienst einschalten.
Insgesamt schließe ich mich an: nicht als Bühne für eine Inszenierung herhalten...klar abgrenzen.
 

Benutzer149613  (27)

Benutzer gesperrt
Mir geht es eigentlich gar nicht so sehr darum, dass sie sich etwas antun könnte. Wenn sie sagt, sie macht es nicht, dann glaub ich ihr das schon. Und wenn sie es tun würde, dann weiß ich, dass es nicht meine Schuld wäre... auch wenn das nichts daran ändern würde, dass ich mir trotzdem Vorwürfe machen würde. Sie sagt ja auch, dass sie nicht vorhat es zu machen, aber nicht weiß, was die Alternative wäre, weil sie nichts Positives an ihrem Leben sieht.
Es ist einfach scheiße wenn man weiß, dass man einem Menschen theoretisch zumindest etwas Halt geben könnte, es aber nicht tut, weil man sein eigenes Ding machen will. Das war halt auch der Grund warum ich damals den Schlussstrich gezogen habe. Weil ich gemerkt habe, dass es nicht besser wird und ich selbst daran kaputt gehe und dann auch einfach mein eigenes Leben wollte und nicht 90% meiner Zeit damit verbringen wollte, mir Sorgen um meine Freundin zu machen. Das mögen viele egoistisch finden, aber ich habe eben auch noch irgendwo mein eigenes Leben.
Vielleicht ist es auch echt nicht wichtig, dass wir mal zusammen waren (es steht auch nicht zur Debatte, dass ich irgendwann zu ihr zurückkehre, wir sind wie gesagt schon ewig auseinander), sie ist eben einfach ein Mensch in meinem Leben, der mir nach wie vor etwas bedeutet. Ich kann nicht einfach aufhören, mich für sie verantwortlich zu fühlen.
Ich glaube, ich kann einfach gar nichts machen damit es ihr besser geht. Und wenn sie so tut als wäre nichts, ist das ja auch scheiße... außerdem merke ich das. Den Kontakt abbrechen will ich nicht, weil ich sie nicht im Stich lassen will. Sie kann ja nichts dafür, dass es ihr so schlecht geht. Aber ich kann es halt auch nicht ändern.
 
J

Benutzer

Gast
Es ist einfach scheiße wenn man weiß, dass man einem Menschen theoretisch zumindest etwas Halt geben könnte, es aber nicht tut, weil man sein eigenes Ding machen will. Das war halt auch der Grund warum ich damals den Schlussstrich gezogen habe. Weil ich gemerkt habe, dass es nicht besser wird und ich selbst daran kaputt gehe und dann auch einfach mein eigenes Leben wollte
Die Alternative lautet: Du spielst Mutter Teresa
 

Benutzer114394  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Ist normal. Mich wunderts, dass sie überhaupt darüber redet wenn sie suizidgefährdet ist.

Sorry, aber Menschen die das mehr oder weniger ankünden meinen das meistens nicht ernst. Wirklich Suizidgefährdete tun es einfach.

Sorry dass ich dir da widersprechen muss, aber sehr sehr seeehr oft werden Suizide angekündigt!!
Es ist wichtig, die Menschen, die solche Gedanken äussern, darauf anzusprechen und ernst zu nehmen.

Evslin Evslin
Ich finde es sehr schön von dir, dass du für sie da bist, allerdings darfst du dich nicht durch ihre Probleme kaputtmachen lassen.
Dir geht das Ganze verständlicherweise sehr nahe, da es sich ja um eine gute Freundin handelt, aber soweit, dass du dich am Schluss noch schuldig fühlen musst, wenn sie sich etwas antut, darf es keinesfalls gehen.
Kannst du nicht versuchen, ihr ein Gespräch bei einer Psychologin/Psychotherapeutin vorzuschlagen?
Du könntest sie ja evt auch zu einem ersten Gesprächstermin begleiten?
So hätte sie jemand Externes zum Reden und diese kann vermutlich auch besser abschätzen, wie hoch die Gefahr eines Suizides wirklich ist?
 

Benutzer149613  (27)

Benutzer gesperrt
Sie war schon in Therapie (stationär weil sie Tabletten geschluckt hat nachdem ich damals Schluss gemacht habe, und danach Gesprächstherapie) und nimmt auch Antidepressiva. Ihr ging es auch eine Zeit lang was besser, aber sie meint, ihr wird halt immer wieder klar, dass eigentlich alles keinen Sinn hat...
Ich hab ihr auch nahegelegt, sich zumindest einen Therapeuten zu suchen oder zur einer Beratunsgstelle zu gehen oder so, aber sie meint, die können ihr nicht helfen. Sie geht alle paar Wochen zu ihrer Psychiaterin wegen der Medikamente, aber der erzählt sie auch nur irgendeinen Scheiß und sagt dann, ihr ginge es gut. (Sie meinte, sie wäre eigentlich nur mir gegenüber wirklich ehrlich, weil sie sonst eh keiner verstehen würde. Das finde ich natürlich toll... weil es mir auch GAR NICHT das Gefühl gibt, da irgendwie verantwortlich zu sein.)
 
3 Woche(n) später

Benutzer107971 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo, wann immer Sie oder sonstjemand einen Suizid Gedanken ausspricht, möchte er definitiv gerettet werden. Das heißt man ruft einen Arzt. Der Arzt wird hinfahren und die Person beurteilen, sollte er im Eindruck haben, es besteht Gefahr für die Person, wird er sie mit richterlichem Beschluss in einer Klinik unterbringen. Bitte zögert da nicht. Natürlich ist eine Klinik kein Spaß für den depressiven, aber besser als die Ewigen Zwangsgedanken alle mal.
Was dich selbst angeht. Wenn du ihr den Platz nicht einräumen willst, kann ich das sehr gut verstehen. Dann solltest du bei der nächsten Suizid Androhung zu ihr fahren, von unterwegs den Arzt rufen und kurz vor seinem Eintreffen ihr mitteilen, dass du mit ihrer Krankheit nicht umgehen kannst, oder willst. Sei da ehrlich. Sag ihr, sie soll dich nicht mehr anrufen, übergib ihr Schicksal dem Arzt. Mehr kannst du nicht tun.

Ein bißchen egoistisch wirkt das. Aber es ist auch eine Form von Selbstschutz. Ich möchte in Zukunft meine Kraft auch nicht in einen depressiven Menschen investieren.

Ich habe selbst 12 Jahre mit einem Depressiven Mann verbracht. Ich habe ihn unendlich geliebt und obwohl es mühsam war, war er für mich jede Mühe wert.
Als er letzten Sommer aufstand und in den nahe gelegenen Wald ging, drohte er nicht.
Denn depressive die nicht gerettet werden wollen, die reden nicht von Suizid. Die begehen ihn.
[DOUBLEPOST=1421485259,1421485054][/DOUBLEPOST]Und. .. wenn sie sich das Leben nimmt. Dann ist das ihre Entscheidung. Wenn es ihr hier so schlecht geht und es ihr als der einzige Weg zur Erlösung von ihren seelischen Qualen scheint, dann wirst du es nicht ändern können. Sollte es mal passieren, dann trifft dich keine Schuld.
Aber nimm sie ernst, ruf ihr einen Arzt. Nicht schmerzt mehr als die Dinge, die wir nicht getan haben, weil wir gefürchtet haben, wir kkönnten was falsches tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
2 Woche(n) später

Benutzer149613  (27)

Benutzer gesperrt
Ich muss das Thema gerade aus aktuellem Anlass noch mal hervorholen.
Also wir hatten jetzt länger keinen Kontakt weil wir uns vor drei Wochen ca. am Telefon ziemlich heftig gestritten hatten und das ganze einfach so sehr eskaliert ist, dass ich einfach keinen Bock mehr hatte, überhaupt noch mit ihr zu reden. Sie war da auch irgendwann ausfallend geworden und hat dann einfach aufgelegt, und ich hatte irgendwie gehofft, es würde dabei bleiben. Sie hat sich dann irgendwann per WhatsApp bei mir entschuldigt und mich gebeten, sie anzurufen. Ich hab da aber nicht drauf reagiert.
Jetzt hat sie mich heute Abend angerufen und ich bin dann doch dran gegangen. Hab wieder mit ihr geredet, ihr wieder zugehört, und jetzt sind wir wieder an genau dem Punkt, wo ich nicht wieder hin zurück wollte. Ich habe mich damals getrennt weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, dass sich mein ganzes Leben nur noch um sie und ihre Probleme gedreht hat. Klar ist das jetzt nicht mehr so, wir reden ja auch nur alle paar Wochen mal miteinander. Aber sie ist für mich immer noch diese dunkle Präsenz, die immer irgendwo im Hintergrund ist und mich daran erinnert, dass ich ein egoistisches Arschloch bin, das den Schwanz einzieht wenn es mal ernst wird und sie damals einfach sitzengelassen hat.
Ich komme mir sowieso schon total scheiße vor wenn ich so über sie rede, weil das klingt als würde ich ihren kompletten Charakter einfach ignorieren und sie nur noch als irgendeine dunkle Entität sehen, die mir das Leben schwermacht.
Mir geht es jedes Mal wenn ihr miteinander geredet haben einfach total mies, aber ich kann nicht einfach aufhören, mich für sie verantwortlich zu fühlen. Auf die Gefahr hin dass das herzlos und grausam klingt: manchmal wünschte ich, sie würde etwas tun, würde mir einen Grund geben, jemanden zu verständigen. Damit sie endlich Hilfe bekommt.
Ich weiß auch gar nicht was ich ihr noch sagen soll. Dann erzählt sie mir irgendwelche Sachen, bei denen ich nicht weiß, was ich dazu sagen soll, weil ich das als Außenstehender nicht beurteilen kann. Vieles klingt für mich auch einfach so seltsam und verworren, dass ich mich frage ob das wirklich so ist oder ob ihre Wahrnehmung verzerrt ist. Aber das kann ich ja nicht sagen weil ich Angst habe, dass sie dann wieder austickt.
Ich will einfach endlich damit abschließen, will mit ihr abschließen. Aber ich habe so eine verdammte Angst davor, dass sie sich dann wegen mir wieder was antut. Ich kann und will einfach diese Verantwortung nicht mehr tragen.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Du musst Dich da konsequent abgrenzen. Ihr Leben ist ihres - und was sie damit macht ist ihre Entscheidung. Dein Leben ist Deines - und dass sie Dir nicht gut, das merkst Du selbst. Sie zieht Dich immer wieder mit in diesen Strudel. Du bist abhängig von ihr, aus Gewohnheit, weil Du Dich abhängig machst. Indem Du Dich verantwortlich fühlst. Indem Du Ihr Wohl vor Deines stellst.

Was kommt dabei raus? Du merkst, dass Du "machtlos" bist, das macht Dich aggressiv (nicht im Sinne von rauslassen sondern im Sinne der Gefühle, die sich da aufstauen). Ihr gegenüber, die sie Dir das antut. Dir selbst gegenüber weil Du merkst, dass Du dem Anspruch, den Du fälschlicherweise an Dich selbst stellst - sie vor schlimmerem bewahren,... - nicht gerecht werden kannst.

Du schaffst es nicht Dich abzunabeln, teils aus Gewohnheit, teils weil Du das Gefühl sie "im Stich zu lassen" nicht erträgst. Du denkst Du wärst ein Arschloch, wenn Du es tust. Das ist Bullshit. So wie's ist hilfst Du ihr nämlich auch nicht. Du bist nicht ihr Therapeut. Sie lebt sicher nicht nur für Dich weiter (was btw eh nicht praktikabel ist!!!).

Und wenn Du das so weitermachst ( "sprich Dich bei mir aus", "ich bin für dich da"...) und Dich nicht abgrenzt, schaffst Du damit - entgegen dem was Du eigentlich willst(!) - keinen Anreiz, dass sie sich wirklich Hilfe sucht und ihre Probleme angeht. Es klingt hart, fies, herzlos und gemein, aber manchmal muss Mensch wenn er Probleme hat, die nur er selbst mit professioneller Hilfe lösen kann (seien es Suchtprobleme oder psychische Probleme) erstmal ganz unten ankommen, um zu erkennen was zu tun ist. An dem Punkt, wo nicht mehr alle rennen, verzeihen, verhätscheln und Händchen halten. An dem klar wird, dass man etwas ändern muss.

Klar: wenn sie im Begriff ist sich wirklich etwas anzutun und man kriegt es mit, MUSS man eingreifen. Aber: Von dem "sie könnte, wenn..."-Gedanken darfst Du nicht ausgehen, das darf nicht Dein Leben bestimmen, Dich nicht kaputt machen. Und: Wenn sie sich wirklich mal was antun würde, ist sie dafür verantwortlich. Nicht Du, der sich von ihr getrennt hat, sein eigenes Leben lebt und zu recht auf sein eigenes Wohl achtet.

Ich weiß, jetzt schreit alles in Dir "Und dann bringt sie sich um und ICH bin dafür verantwortlich!". Wärst Du nicht. Es ist nur schlicht so: Mehr als ihr deutlich zu sagen, dass sie professionelle Hilfe braucht, kannst Du nicht. Sie beeinflusst Dein Leben noch viel zu sehr, als dass Du als "neutraler" Helfer, der sie in die richtige Richtung schubsen könnte, in Erscheinung treten kannst. Du schaffst es nicht, Dich ihr gegenüber wirklich abzugrenzen. So wie's ist, macht sie Dich kaputt. Diese Abhängigkeit von ihr, dieses nicht-loslassen-können und verantwortlich-fühlen, das ist wie eine Sucht. Und Du musst das Erkennen. Und den Entzug machen. Dein Wohl MUSS für Dich über Ihrem stehen. Alles andere ist höchst ungesund. Und hilft ihr - wie schon gesagt - auch nicht wirklich.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer106075 

Meistens hier zu finden
Ohje das klingt leider so wahnsinnig vertraut - ich schreibe dir nachher mal eine PN.
Und bis dahin kann man brainie brainie s Post nur achtzehn mal fett unterstreichen.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Und um nochmal zu ergänzen:

Wenn ich alle Deine Themen und Threads hier zusammennehme, ergibt sich für mich immer wieder und - so scheint es mir zumindest - immer deutlicher der Eindruck, dass Du Probleme mit Deinem Selbstwertgefühl hast. Du denkst Du müsstest es Deinem Freund recht machen in Sachen Sex, Du denkst Du würdest im Studium versagen oder "nicht genug darstellen und sein", Du denkst Du müsstest Deine Ex retten,... Du stellst überhöhte Erwartungen an Dich selbst, in der irrigen, vermutlich nicht ganz bewussten Annahme, nur wenn Du die erfüllst seist Du "genug" wert. Als Freund, als Sohn, als Mensch, ...

Und das erdrückt Dich. An diesen Ansprüchen kann man nur scheitern. Die sind der perfekte Weg in ungute Abhängigkeiten, Burnout und Depression. Und sie sind unnötig: Du bist was wert, genauso wie Du bist. Auch wenn Du Ansprüche mal nicht erfüllst, wenn Du nicht perfekt bist und Dich nicht für andere vergisst und aufopferst. Wenn Du mal auf Dich achtest, auf Dein Wohl, für Dich einstehst, zu Dir stehst und einfach nur Du selbst bist. Was - das nur im Rande - nicht egoistisch im negativen Sinn sondern schlicht ein gesundes Denken und Handeln wäre. Du solltest Dir selbst eben mindestens so viel wert sein, wie andere. Und Dein persönliches Wohl, Deinen Wert, weder unter den Teppich kehren, noch davon abhängig machen, dass Du Dich selbstlos bis zur Selbstaufgabe für andere aufopferst.

Das ist jetzt vielleicht ein bisserl provokativ und wie immer leicht gesagt und schwerer umgesetzt. Nimm's mir nicht böse - aber ich mach mir da einfach ein wenig Sorgen, wenn ich mir alle Deine Threads hier zusammen anschaue:

- Dieser Thread hier.

- Freund will richtigen Sex aber ich nicht
- Lernen, die eigene Sexualität zu akzeptieren
- Ich weiß nicht wie ich ihm sagen soll was ich will

- Aus mir ist nichts geworden
- Ich zweifle an Allem

- Ich kann nicht schlafen
- Wie kann ich zunehmen / Bin ich zu dünn
- Kreislaufprobleme
- Rote Punkte auf der Haut
- Kann man vergessen zu atmen

Bei mir schrillen da alle Alarmglocken, einfach aus eigenen Erfahrungen und Erfahrungen mit meinem Umfeld heraus. Du stehst psychisch ziemlich unter Stress, hast ordentlich mit Selbstzweifeln zu kämpfen und einige Deiner körperlichen Problemchen könnten durchaus damit zusammenhängen. Stress und psychische Probleme äußern sich ja auch durchaus mal körperlich. :hmm: Muss natürlich nicht so sein, es kann auch sein dass z.b. deine Schilddrüse für Schlaflosigkeit und "nicht-zunehmen-können" verantwortlich ist, oder die Probleme doch voneinander losgelöst auftreten - Aber die Kombination ist wie gesagt in meinen Augen recht auffällig.

Ich weiß, ich hab schon mal in die Kerbe gehauen und ich will jetzt auch nix überdramatiseren, den Teufel an die Wand malen oder dich in die große Krise reden. Und ich kann sicher auch falsch liegen. Aber tu mir bitte den Gefallen und denke mal drüber nach, statt den Gedanken gleich wegzuwischen und zu relativieren. Sieh das hier nicht als Diagnose, sondern als Warnschild. Sei ehrlich zu Dir. Ich sehe da eine große Baustelle in Deinem Denken und Fühlen, derer Du Dir bewusst sein und an der Du arbeiten solltest.

Und die körperlichen Geschichten solltest Du zumindest mal ärztlich abchecken lassen. Wenn da nix dabei rauskommt, würde ich es als recht wahrscheinlich ansehen, dass da zumindest teils Deine Psyche dahintersteckt. Du hast gerade auch schlicht verdammt viel um die Ohren :hmm: Und dann wären das echte Warnsignale Deines Körpers, dass es so nicht weitergehen kann.
 
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Benutzer109511  (28)

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Beiträge von brainie brainie kann ich nur unterstreichen, er hat schon alles gesagt.

Bitte pass auf dich auf. Du verlangst von dir selber übertrieben viel und das kann auf Dauer nicht funktionieren. Auch auf mich wirkt es so, als bewegst du dich schon auf einem schmalen Grad zwischen dem noch gesund sein und der Gefahr, in Depression oder Burnout zu rutschen.
brainie brainie hat es schon gesagt: so wie du bist, bist du was wert und du solltest dir auch selber was wert sein und auf dich achten! Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass man schneller als geahnt in so einen Zusammenbruch rutschen kann.

Was deine Ex angeht: Ich verstehe deine Angst, aber mach dir bewusst, dass du nicht für sie verantwortlich bist.
Es ist ihr Leben und so ist es auch ihre Entscheidung, wenn sie sterben möchte. Da hättest du keinerlei Schuld dran. Es geht ihr offenbar sehr schlecht und sie braucht Hilfe; du kannst ihr diese Hilfe aber nicht geben. Das könnte nur ein Fachmann.
Versuche, dich davon frei zu machen, dass du den Kontakt nicht abbrechen darfst, damit sie sich nichts antut. Dir tut das nicht gut und ihr ist auch nicht damit geholfen, wenn du dich kaputt machst für sie.

Wenn du magst, kannst du mir gerne auch eine PN zu dem Thema schicken, damit kenne ich mich leider auch ein wenig aus.
 
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