Suizid / Freitod

Benutzer116878 

Sehr bekannt hier
Ich sehe Suizid nicht ausschließlich als etwas negatives.
Er kann eine Erlösung und der einzig erträgliche Ausweg für einen Menschen sein.
Gleichzeitig weiß ich, wie schrecklich es für die Hinterbliebenen ist, dieses Unverständnis, wieso derjenige gegangen ist und ob es nicht auch eine andere Lösung gegeben hätte. Dieser Schmerz ist unglaublich.

Trotzdem würde ich niemanden das Recht absprechen wollen, sein Leben dann beenden zu können, wann er es für richtig hält. Das ist weder feige noch egostischer, als von jemandem zu verlangen nur für Andere zu leben.

Nur finde ich es wichtig, dass der Tote den Hinterbliebenen und Anderen nicht mehr Leid als nötig zufügt, sprich sich nicht so umzubringen, dass er Andere gefährdet oder von Kindern, Eltern, o.ä. gefunden wird und diesen Bildern in den Kopf setzt, die sie nie wieder vergessen werden.

Ich bin selbst schon mit Suizid in Berührung gekommen, sowohl aus den Erzählungen mir nahe stehender Personen, als auch in meinem eigenen Bekanntenkreis.
Ich selbst würde nicht ausschließen, dass ich mein Leben irgendwann wegen Krankheit o.ä. vorzeitig beende, auch wenn mir mein Leben im Moment zu lieb ist und ich immer erst versuchen würde meine Probleme zu lösen, wie z.B. durch eine Therapie.

Sterbehilfe finde ich ein sehr schwieriges Thema. Während ich passive Sterbenshilfe nicht unbedingt ablehne, bin ich gegen aktive Sterbehilfe.
 

Benutzer93343 

Verbringt hier viel Zeit
Sterbehilfe (aktiv wie passiv) würde ich durchaus befürworten. Suizid als solches seh ich als ureigene Entscheidung an und ich denke, die sollte nicht von aussen fremdbestimmt werden. Alleinige Verantwortung fürs eigene Leben erstreckt sich für mich eben auf alle Aspekte inklusive dem eigenen Ableben. Mir ist allerdings auch klar, dass es durchaus Krankheiten gibt, die diese Verantwortung ausser Kraft setzen können, aber ich halte es für äusserst problematisch, jedem der Suizid in Erwägung zieht, grundsätzlich eine Krankheit unterstellen zu wollen.

Ich persönlich glaube nicht an die "Unzerstörbarkeit des Lebens", insofern kann ich durchaus nachvollziehen, dass es gewichtige Gründe geben kann, Suizid zu begehen. Moralisch mag es für Unbeteiligte verwerflich sein, aber ob das überhaupt für denjenigen noch eine Rolle spielt, lass ich mal so dahingestellt. Möglicherweise ist es auch nur ein simpler Aufwertungsmechanismus, um die eigene moralische Überlegenheit zu demonstrieren.

Problematischer seh ich es bei emotional Beteiligten, da es wohl fast unmöglich sein dürfte, völlig spurlos aus dem Leben zu treten. Da seh ich es als schwierig an, da es letztendlich in der Frage endet, welcher "Egoismus" höher zu gewichten ist. Sollte man für Verwandte, Freunde etc. weiterleben oder seine eigene Entscheidung durchsetzen? Ich würde zum zweiten tendieren, da ich den egoistischen Wunsch, dass man doch am Leben bleiben möge, paradoxerweise als zusätzlichen äusserlichen Druck interpretieren würde und somit die eigene Entscheidung zum Suizid bestärkt würde.
 

Benutzer118751 

Öfters im Forum
Ich finde Sterbehilfe, zum Entsetzen meines ehemaligen Religionslehrers, eine super Sache. Es gibt einfach einen Lebensstandard, ohne den ich nicht könnte. Eine mich stark einschränkende Lähmung, eine Behinderung, irreperable Schäden würden mir diesen Standard nehmen. Das schlimmste, was ich mir vorstellen kann wäre, physisch so beeinträchtigt zu sein, dass ich mich selbst nicht mehr davon erlösen kann. Sollte es also soweit kommen hoffe ich, dass auch bei mir jemand aktiv wird. :zwinker:

Gegen Selbstmord habe ich nichts. Aber ich finde, dass die Menschen zu wenig darüber nachdenken, bevor sie es tun. Man muss im Kopf behalten, wer einen findet. Wenn es das eigene Kind ist, kann das ruckzuck ein junges Leben auf so vielen Ebenen prägen.
So Sachen wie sich vor den Zug schmeissen gehen, finde ich, auch nicht. Man wird seine eigene Last dabei vielleicht los, jedoch wird dafür der Lokführer schwer zu tragen haben.

Mein Onkel hat Depressionen, mit denen er versuchte und versucht, die Beziehung zu meiner Tante aufrecht zu erhalten. Sie sind quasi sein Druckmittel. Er drohte ständig, sich umzubringen. Meine Tante verbot den Kindern, in den Keller zu gehen und ging selbst jeden Abend, direkt nachdem sie nach Hause gekommen war nach unten, und sah nach, ob er da hing.
Als sie sich dann von ihm trennte und ihre Tochter ihm sagte, sie wolle zu ihrer Mutter sagte er zu ihr, er setze sich jetzt in sein Auto und fahre sich tot. Dann fuhr er los. Sie war da ungefähr 12 und vollkommen allein Zuhause.
Sie ist jetzt abwechselnd bei beiden, aber freut sich nie auf ihn, weil er sie dann pausenlos um sich haben will und ihre keinen Besuch oder Ausgang erlaubt.

Ich wurde einmal von einem Jungen gestalkt. Das Wort schreibe ich nicht, weil es mir gefällt, sondern weil es wahr ist. Er wusste die Farbe meiner Unterwäsche und wann ich meine Tage bekomme. Dauernd so kleine Bemerkungen. Egal wo ich hinging, er war mein Schatten. Meine Eltern haben mich zu einer Psychologin geschickt, als ich soweit war, mein Zimmer auseinanderzunehmen, um vielleicht eine Kamera oder sonstwas zu finden, er war ein kleiner Techniknerd. Meinen Computer hatte er, wie dann rauskam, auch verwanzt, er konnte alles sehen, was ich daran tat.
Ich habe ihm gesagt, dass er sich fernhalten soll sonst würde ich Anzeige erstatten.
Er drohte mir, sich mit Ouzo und Schlaftabletten umzubringen. Ich habe seine Eltern angerufen und die haben das Zeug konfisziert. Er lebt und hat jetzt eine Freundin und daher kein Interesse mehr an mir.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer121975 

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Wer mich ein wenig kennenlernen durfte weiß wieso ich schon mal an diesem Punkt stand und auch das schon ein Plan ausgearbeitet hatte!
 

Benutzer131691  (36)

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Ich finde Sterbehilfe, zum Entsetzen meines ehemaligen Religionslehrers, eine super Sache. Es gibt einfach einen Lebensstandard, ohne den ich nicht könnte. Eine mich stark einschränkende Lähmung, eine Behinderung, irreperable Schäden würden mir diesen Standard nehmen.

Ich denke da ein bisschen anders.
Also Sterbehilfe ist für mich dann legitim, wenn der Mensch leidet und der Tod absehbar ist. Sprich wenn der Mensch unheilbar krank ist und dies schwere Folgen auf sein Befinden ausübt.
Bei Tieren lässt man sie einschläfern, dass sie nicht leiden, man erlöst sie, bei Menschen ist das Mord. Das finde ich falsch. Ich finde wir sollen unserer eigenen Art so human (...) gegenüber sein, und sie ... friedlich sterben lassen.
(Das Wort würdevoll verwende ich nicht, da ich der Meinung bin, der Tod ist nie Würdevoll)

Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass eine Behinderung ein Legitimer Grund ist. Alle Menschen die ich kennen gelernt hatte, die eine Behinderung hatten, durch zb einen schweren Unfall, waren teils froh, danach überhaupt zu leben.

Mein Mann hatte einen schweren Unfall. Diverse Splitterbrüche - bzw sein Knie war komplett matsch, dazu unzählige Blutungen, Nervenbeschädigung, teilweise Sehverlust und Lähmung.
Er sagt selber, obwohl er eingeschränkt ist wie nie (Anfangs musste ich ihn pflegen und nur durch viel Therapie und Gedult kam seine Bewegungsfähigkeit langsam zurück, OBWOHL die Ärzte uns sagten, wir sollten nicht zu viele Hoffnungen haben) er sieht es als einen Neuanfang. Er wurde ein zweites Mal geboren und ist froh, überhaupt noch zu leben.

Sicher jeder kann sich Vorstellen was ihm am liebsten wäre, wann ein Leben für den Menschen als lebenswert gilt, jedoch denke ich, wenn man in dieser Situation ist, denkt man eventuell anders darüber nach.

Zum Thema Selbstmord, dazu habe ich bereits alles gesagt :smile: Ich denke meine Meinung ist dazu bekannt.
 

Benutzer116878 

Sehr bekannt hier
Ich denke da ein bisschen anders.
Also Sterbehilfe ist für mich dann legitim, wenn der Mensch leidet und der Tod absehbar ist. Sprich wenn der Mensch unheilbar krank ist und dies schwere Folgen auf sein Befinden ausübt.
Bei Tieren lässt man sie einschläfern, dass sie nicht leiden, man erlöst sie, bei Menschen ist das Mord. Das finde ich falsch. Ich finde wir sollen unserer eigenen Art so human (...) gegenüber sein, und sie ... friedlich sterben lassen.
(Das Wort würdevoll verwende ich nicht, da ich der Meinung bin, der Tod ist nie Würdevoll)
Sorry, irgendwie versteh ich den Absatz nicht?
Das widerspricht sich doch, wenn du sagst, dass Sterbehilfe für dich i. O. ist, wenn der Mensch leidet, weil er unheilbar krank ist und du aber gleichzeitig sagst, dass es bei Menschen Mord ist und du das falsch findest? :ratlos: Oder versteh ich das gerade total falsch? :hmm:

(Das Wort würdevoll verwende ich nicht, da ich der Meinung bin, der Tod ist nie Würdevoll)
Warum kann etwas, das auf jedes Lebewesen zu kommt nicht würdevoll sein?
Das kommt doch ganz darauf an, wie jemand sterben will und es sich vorstellt.
Ein Tod kann würdevoll sein, wenn die Person vorher beschlossen hat, sie möchte allein sterben und das auch durchsetzt. Oder wenn jemand nicht den Qualen eines vielleicht langsamen Todes ausgesetzt sein möchte, weil er es als würdelos empfindet und sich deshalb auf schnelle, schmerzlose Weise umbringt. Vielleicht ist der Tod für dich nicht würdevoll (obwohl ich das irgendwie seltsam finde, denn wie gesagt, sterben musst auch du und ich kann gar nicht verstehen, was am Tod selbst würdelos sein soll), aber für Andere schon, besonders dann, wenn sie selbst wählen können oder z.B. im hohen Alter friedlich einzuschlafen.
 

Benutzer131691  (36)

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Bei Menschen wird es als Mord bezeichnet, also Sterbehilfe.
Ich wollte damit aufmerksam machen, dass es bei Tiere legitim ist sie zu erlösen, ihnen also durchaus etwas gutes zu tun, und das Menschen lieber eledig verrecken lässt, obwohl man auch die erlösen kann, aber da nennen man es Mord.

Entweder habe ich mich Falsch ausgedrückt, oder du mich falsch verstanden.

Würdevoll?
Der ganze Organismus bricht zusammen. Das nenne ich nicht würdevoll.
Der Tod gehört zum Leben, er ist eine Notwendigkeit, aber für mich in keiner Weise Würdevoll.

Wie auch? Wenn ein Alter Mensch einschläft? Sabbernd und wahrscheinlich in seine eigenen Exkremente? Weil sich die Muskeln entspannen?
Oder wenn jemand sich die Pulsadern aufschneidet, und das ganze Blut sich verteilt?
Wenn jemand gegen einen Baum fährt, und der Körper zerrissen wird?
Wenn jemand sich mit Tabletten umbringt, und in seiner eigene Kotze verreckt?

Bitte sage mir, wann kann ein Tod würdevoll sein?[DOUBLEPOST=1371635550,1371635210][/DOUBLEPOST]Der Tod ist wirklich eine Notwendigkeit, aber auch wenn ich sterbe, so wird dies nicht würdevoll sein. Mein Herz bleibt stehen, das Blut verklumpt sich, es gerinnt, ich verwese.
Das ist alles absolut natürlich, aber nicht würdevoll.
 

Benutzer116878 

Sehr bekannt hier
Bei Menschen wird es als Mord bezeichnet, also Sterbehilfe.
Ich wollte damit aufmerksam machen, dass es bei Tiere legitim ist sie zu erlösen, ihnen also durchaus etwas gutes zu tun, und das Menschen lieber eledig verrecken lässt, obwohl man auch die erlösen kann, aber da nennen man es Mord.

Entweder habe ich mich Falsch ausgedrückt, oder du mich falsch verstanden.
Ah, ja jetzt weiß ich, was du meinst. :jaa:

Würdevoll?
Der ganze Organismus bricht zusammen. Das nenne ich nicht würdevoll.
Der Tod gehört zum Leben, er ist eine Notwendigkeit, aber für mich in keiner Weise Würdevoll.

Nun, dass der Organismus zusammenbricht, ist nichts, was man verhindern könnte. Ich würde nicht so weit gehen, zu behaupten, dass das ein würdevoller Moment ist - aber auch nicht, dass er würdelos ist.
Wenn du auf dem Klo sitzt, ist das auch nicht unbedingt würdevoll - aber ist es würdelos? Nein, weil es notwendig ist.

Wie auch? Wenn ein Alter Mensch einschläft? Sabbernd und wahrscheinlich in seine eigenen Exkremente? Weil sich die Muskeln entspannen?
Oder wenn jemand sich die Pulsadern aufschneidet, und das ganze Blut sich verteilt?
Wenn jemand gegen einen Baum fährt, und der Körper zerrissen wird?
Wenn jemand sich mit Tabletten umbringt, und in seiner eigene Kotze verreckt?

Bitte sage mir, wann kann ein Tod würdevoll sein?
In erster Linie wenn der Mensch glücklich ist und keine Schmerzen hat.
Aber auch, wenn er sich seinen Tod so gestalten kann, wie er möchte. Oder bestimmen kann, wer ihn beim Sterben begleitet oder ihn findet.
Für mich ist wichtig, was der Mensch vor dem Sterben und im Moment des Todes fühlt und empfindet. Ob er das als für sich würdig ansieht. Was danach ist und wie Andere Menschen das sehen, finde ich nicht wichtig.
Wenn du es eklig findest, wenn ein Mensch im Schlaf zufrieden stirbt, aber dann sich nach dem Tod seine Blase noch entleert und deshalb den ganzen Tod des Menschen als nicht würdevoll ansiehst - nun, dann hast du wohl einfach ein ganzes anderes Empfinden davon als ich, was dabei wichtig ist, damit es ein würdevoller Tod ist.
 

Benutzer131691  (36)

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Glücklich beim Tod?

Vielleicht bedeutet mir das Leben einfach zu viel, aber ich kann mir dabei kein Glück vorstellen.[DOUBLEPOST=1371636398,1371636341][/DOUBLEPOST]Wie du sagtest, ich gehe auch aufs Klo scheißen, es ist absolut natürlich, aber für mich nun wirklich kein erhabener Moment.
 

Benutzer116878 

Sehr bekannt hier
Das ist es doch gerade - wenn du schläfst, weißt du (vermutlich) nicht, dass du stirbst.
Meine Großmutter war glücklich nach einem tollen Tag, setzte sich hin, sagte das und war tot. Ich wage zu behaupten, dass sie glücklich war.

Aber ist es unwürdig? Doch wohl nicht, oder?
 

Benutzer131691  (36)

Benutzer gesperrt
Das was mit ihrem Körper passiert - ja. Sorry, ich kann dem nichts abgewinnen.
Auch dem Tod nicht.

Allerdings, ist sie in einem Moment gestorben, wo sie ganz viel Glück gefühlt hat. Aber sie war sicherlich nicht glücklich gewesen zu sterben. Weil damit hat sie alles verloren was sie glücklich gemacht hat.

Meine Oma starb unter schmerzen in einem Krankenhaus, war für längere zeit an Maschinen angeschlossen. Ihre Verdauung funktionierte nicht mehr, ihre Leber versagte, Ihre Lungen füllten sich mich Wasser bis sie irgendwann erstickt ist.
Ist das Würdevoll?
 

Benutzer116878 

Sehr bekannt hier
Wer weiß, ob jemand überhaupt spürt, dass er gerade stirbt?
Und ich würde auch lieber glücklich, schmerzlos, friedlich sterben, als vielleucht 2 Jahre später mehrere Wochen lang Schmerzen zu haben und den Tod herbei zu sehnen.

Meine andere Großmutter ist auch unter schrecklichen Schmerzen, etc. gestorben. Nein, das war auch nicht würdevoll. Aber ich sagte ja auch gar nicht, dass jeder Tod würdevoll ist, sondern nur, dass nicht jeder Tod würdelos ist.
 

Benutzer131691  (36)

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So wie es viele Menschen gibt, die sich nicht vorstellen können das man im Leben glücklich sein kann, so kann ich mir nicht vorstellen, mir jemals den Tod zu wünschen.
 

Benutzer116878 

Sehr bekannt hier
Du sagtest doch weiter oben, dass du es durchaus gut findest, jemanden von seinem Leiden zu erlösen, wenn er unheilbar krank ist und fürchterliche Schmerzen hat.
Wenn es dir selbst so gehen würde, würdest du also nicht den Tod willkommen heißen, sondern dich weiter an das Leben klammern? Auch wenn du weißt, dass du in ein paar Tagen sowieso tot bist?
 

Benutzer131691  (36)

Benutzer gesperrt
Ja, würde ich. Weil ich sehr viel Hoffnung und Angst in mir verspüre.
Hoffnung, dass es ein Wunder geben würde und Angst, dass in diesen 24 Stunden vielleicht etwas passiert, etwas bedeutsames (zb mein Enkelkind wird geboren) und ich dies verpassen würde.
Oder ich noch einmal das Lächeln meines Mannes sehen könnte.
Noch einmal die Umarmung meines Sohnes.

Ja, ich hänge am Leben.
 

Benutzer116878 

Sehr bekannt hier
Also würde für dich Sterbehilfe niemals in Betracht kommen?
 

Benutzer131691  (36)

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Von meiner jetzigen Sicht her sage ich nein. Allerdings war ich nie in dieser Situation (logischerweise). Wenn ich vielleicht unter Schmerzen vor mich hinvegetiere, sieht es anders aus. Das kann ich so nicht beurteilen.
 
2 Woche(n) später

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Off-Topic:
Falls der Film hier schon erwähnt/verlinkt wurde, dann sorry, hab mich noch nicht durchs Thema gelesen.


Vermutlich noch bis morgen in der Mediathek zu sehen: "Der letzte schöne Tag". Sehr sehenswert.
Wie geht eine Familie mit dem Suizid der Mutter bzw. Ehefrau um?
http://mediathek.daserste.de/sendun...n/15411008_der-letzte-schoene-tag?buchstabe=F
Mehr zum Film:
http://www.tittelbach.tv/programm/fernsehfilm/artikel-1779.html
Rainer Tittelbach schrieb:
Alle 45 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben. Ein tabuisiertes Thema, auch im Fernsehfilm. „Der letzte schöne Tag“ erzählt davon, was der Selbstmord für die Hinterbliebenen bedeutet. Ein wahrhaftiger Film, der das Erzählte vom Ballast dramaturgischer Wendungen befreit, der davon lebt, dass er den erzählten Zeitrahmen klein hält und sehr genau hinschaut. Er findet eine emotionale Gemengelage vor aus Trauer, Selbstvorwürfen, Ohnmacht, Einsamkeit und Wut. Paradebeispiel für situativen Realismus & kreative Empathie seitens des Zuschauers. Perfektes Buch, überragende Schauspieler, sensible Regie
[DOUBLEPOST=1372801315,1372797193][/DOUBLEPOST]
Habt ihr schon persönliche Berührungen damit gemacht, egal ob aktiv oder passiv?
Zwei Jahre nach dem Abitur hat eine Freundin von mir, mit der ich als Kind sehr innig befreundet gewesen war, sich aufgrund von Depressionen mit Tabletten das Leben genommen. Man könnte auch sagen, sie ist an ihren Depressionen gestorben.
Es war nicht ihr erster Suizidversuch. Ich habe erst nach ihrem Tod überhaupt erfahren, dass sie depressiv war, das wurde (auch auf ihren Wunsch hin) von ihrer Familie vorher geheimgehalten. Einige Wochen vor ihrem Tod hatte ich sie noch zufällig getroffen, als ich joggte und sie mit ihrem Pflegepferd unterwegs war. Nichts deutete auf ihren Zustand hin. Sie war in psychiatrischer Behandlung, aber die Depressionen waren stärker.

Als meine Mutter von ihrem Suizid erfuhr und mir davon erzählte, brach sie fast zusammen, bei ihr kamen sofort Erinnerungen hoch an ihren ersten Freund - auch depressiv. Er hat sich nach der Trennung von ihr im Wald erhängt und wurde erst nach Wochen gefunden. Für meine Mutter auch Jahrzehnte später kein leichtes Thema, auch wenn sie weiß, dass sie nicht "schuldig" ist und dass die Trennung damals richtig war.

Das ist ein Grund, warum ich keinen Suizid begehen kann, solange meine Eltern noch leben. Ich könnte und wollte ihnen das nicht antun. Und meiner Schwester auch nicht.
Nicht, dass ich es vorhätte. Aber wer kann schon mit Sicherheit ausschließen, in eine körperliche oder seelische Situation zu geraten, die den Freitod als Weg sinnvoll erscheinen lässt? Ich kann es nicht, auch wenn ich ein eher kämpferischer Mensch bin und sehr gern lebe. Letztlich halte ich es für meine eigene Entscheidung und Verantwortung, mein Leben zu gestalten. Egal, wie lang es ist.

-----

Ich werde im Herbst einen Vorbereitungskurs als ehrenamtliche Sterbebegleiterin im Hospiz beginnen. Da werde ich mich auch mit den Themen Suizid und Sterbehilfe auseinandersetzen.

Generell kann ich das Buch "Interview mit dem Tod" von Jürgen Domian empfehlen.
 
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