Suizid / Freitod

Benutzer123649 

Planet-Liebe ist Startseite
Hier wird oftmals von Egoismus bezüglich des Selbstmordes gesprochen. Lasst mich mal ein einfaches Beispiel aufzeichnen: ihr werdet von eurem Lebenspartner für eine andere Frau verlassen und leidet an Liebeskummer. Wer von euch sitzt in dieser Situation zuhause und sagt sich: "Er ist nun glücklich, das hat er sich verdient."? Stattdessen verflucht ihr ihn, diese Frau und bemitleidet euch und eure Situation. Es tut mir so weh. Ich kann nicht mehr.
In Momenten überwältigender Gefühle denken nur die edelsten Menschen nicht an sich und ihr Leid.

Natürlich ist es Egoismus, Angehörige zurückzulassen. Und selbstverständlich ist der Freitod mit keiner anderen egoistischen Entscheidung (und davon treffen wir im Leben mehr, als uns bewusst ist) vergleichbar: aber in Momenten tiefster Depressionen an andere zu denken und nur aus dem Grund heraus weiterzuleben, weil sie leiden könnten, wo ich doch auch leide und daraus auch noch Kraft zu ziehen, um 100% abliefern zu können - dazu sind wenige Gehirne fähig.

Und von Leistung spreche ich bewusst, denn ich erlebte meine depressive Mutter, die tagelang auf der Couch lag, nur schrie, wenn sie mich überhaupt beachtete, mich in einem Fort beleidigte und nachts weinend an mein Bett kam, sie wolle sich vor einen Zug werfen, gegen einen Baum fahren, etc. - brauche ich als Tochter eine solche Mutter?

Natürlich denkt nun jeder sofort "Na klar, schließlich ist es die Mutter" - aber hier sage ich wieder: gewisse Dinge kann man nur dann verstehen, wenn man sie selbst erlebt/erfahren hat.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Und von Leistung spreche ich bewusst, denn ich erlebte meine depressive Mutter, die tagelang auf der Couch lag, nur schrie, wenn sie mich überhaupt beachtete, mich in einem Fort beleidigte und nachts weinend an mein Bett kam, sie wolle sich vor einen Zug werfen, gegen einen Baum fahren, etc. - brauche ich als Tochter eine solche Mutter?
Wie unterschiedlich sich diese Krankheit doch äußern kann.
Meine Oma litt locker 25 Jahre unter Depressionen, hat zig Therapien durchprobiert, ambulant und stationär... Wirklich geholfen hat nichts. Mit Medikamenten konnte man einen einigermaßen normalen Zustand herstellen. Wir Enkelkinder haben nie auch nur das kleinste bisschen bei ihr bemerkt.
Sie war immer fröhlich, gut gelaunt, hat für ihre Enkelkinder alles gegeben :smile:
Und doch war sie eben schwerst krank. Von Suizid hat sie ganz oft gesprochen, nur uns gegenüber eben nie, aber meine Mutter und mein Opa haben da später viel erzählt. Sie hat es so oft angekündigt und irgendwann dann mal durchgezogen. WArum genau an dem Tag... ich weiß es nicht. :ratlos:

Ihre Entscheidung war sicherlich egoistisch, aber ich würde ihr deswegen keine Vorwürfe machen. Ich glaub nciht, dass es ihr leicht gefallen ist und sie hat es sicher nicht aus einer Laune heraus getan. Dafür war ihr "Plan" viel zu gut und viel zu minutiös.
 

Benutzer108566 

Sehr bekannt hier
Bei allem Verständnis für alle möglichen Krankheitsbilder, die Suizidgedanken (und nicht nur -gedanken) mit sich bringen - ich finde es einfach nur dämlich Angehörige zurückzulassen, die dann vielleicht ihr Leben lang damit zu kämpfen haben.
Man beendet nicht nur sein eigenes Leben, man zerstört das vieler anderer gleich mit.

Aber ist es nicht ebenso "egoistisch" von einem Menschen zu erwarten ein ungeliebtes, unerträgliches Leben zu führen, nur für die "anderen"? Wessen "Egoismus" ist denn dann "besser"?
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Aber ist es nicht ebenso "egoistisch" von einem Menschen zu erwarten ein ungeliebtes, unerträgliches Leben zu führen, nur für die "anderen"? Wessen "Egoismus" ist denn dann "besser"?

Das ist tatsächlich eine fast philosophische Frage :zwinker:

Aber gibt es da nicht erstmal andere Möglichkeiten, als sich still und heimlich aus dem Leben zu stehlen?
 

Benutzer108566 

Sehr bekannt hier
Das ist tatsächlich eine fast philosophische Frage :zwinker:

Aber gibt es da nicht erstmal andere Möglichkeiten, als sich still und heimlich aus dem Leben zu stehlen?

Wenn der Mensch eine andere (bessere!) Möglichkeit sehen würde, würde er sich nicht das Leben nehmen. Davon bin ich überzeugt.

Und "still und heimlich stehlen" klingt so leichtfertig. Aber ich denke wenn jemand so nah am Abgrund steht, dann ist diese Entscheidung niemals leichtfertig und unüberlegt.
 

Benutzer49007  (34)

Sehr bekannt hier
Ich habe zwei ganz enge Freunde verloren durch Selbstmord. Bin also mit dem Thema sehr vertraut. Selber habe ich es in jüngeren Jahren mehr als einmal versucht. Heute sage ich zum Glück nur versucht und nicht geschafft!

Was Sterbehilfe angeht bin ich eigentlich schon eher dafür. Wenn jemand sterbens Krank ist und er/sie erlöst werden will, sollte man das ermöglichen. Da ist aber der Grat zwischen Mord und Sterbehilfe recht klein. Ich selbst möchte nicht entscheiden müssen, wer Sterbehilfe erhalten soll und wer nicht.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Aber gibt es da nicht erstmal andere Möglichkeiten, als sich still und heimlich aus dem Leben zu stehlen?

Diese Möglichkeiten gibt es oft - aber man muss sie erstmal sehen, wenn man in der Situation steckt, wenn Kopf und Gefühlswelt keinen Ausweg mehr sehen, einfach nicht mehr können und wollen. Ich finde es schwer bis unmöglich, es jemandem vorzuwerfen, wenn er das nicht mehr schafft. Jeder Selbstmord ist eine Tragödie, und ja, es ist eine egoistische Tat. Es ist aber in der Tat nicht weniger egoistisch als von jemandem zu verlangen, dass er NUR für andere weiterlebt, obwohl seine Welt nur noch aus Schmerz und Müssen besteht, er nicht mehr will und kann, keine Hoffnung mehr sieht. Sollte man alles tun, um einem Menschen in dieser Situation andere Auswege zu zeigen, ihm zu helfen? Ja. Erwarten, dass Mensch in dieser Extremsituation selbst diese Auswege findet, kann man allerdings nicht. Und manchmal hilft eben leider auch alle Hilfe nicht.

Es ist so verdammt leicht, jemanden der Selbstmord begeht als feige oder gar dämlich bezeichnen. Von aussen. Wenn man nicht fühlt, was derjenige fühlt, nicht das durchlebt, was derjenige durchlebt. Empfundene Auswegslosigkeit ist eine Frage der Perspektive.
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Ja Brainie, Du hast ja Recht - ich weiß.

Ich sehe halt aktuell nur dieses "Hinterbliebenenleid"...
 

Benutzer131617  (24)

Ist noch neu hier
Ich habe selber schon Erfahrungen damit. Manchmal sieht man einfach keinen anderen Ausweg. Man ist einfach so niedergeschlagen das man denkt, dass wäre jetzt das einzige was hilft. Aber ich bin mitlerweile froh, dass es bei mir nicht geklappt hat. Ich bin ein sehr lebenlustiger und froher Mensch geworden. Man sollte veruschen nach Vorne zuschauen und die Probleme versuchen zu lösen und wenn man das nicht alleine schafft, gibt es bestimmt jemaden der einem hilft.
 

Benutzer132919  (23)

Öfters im Forum
Ich habe ein paar Suizidversuche hinter mir. So ca. 5 Stück. Ich persönlich ritze mich aber nicht oder so... Ich verletze mich anders selbst. Ich bin schon eingewiesen worden weil ich mich erneut umbringen wollte. Da war ich ncoh 14. Meinen ersten Versuch hatte ich mit 4. Dort hab ich im Kindergarten Reiszwecken geschluckt und gehofft dran zu ersticken. Wenig später hab ich so viel Sand und Steine in mich hinein gestopft wobei ich erhoffte endlich zu sterben. (uvm...) Heute ''stabilisiert'' sich meine Lebenslage wieder etwas. Trotzdem träume ich jede Nacht von Suizid. Da ich aber einen Freund habe, will ich leben. Es ist das erste Mal das ich Leben will. Ich wollte immer tot sein, aber nun nicht mehr. Ich hoffe das hällt noch lange an.
 

Benutzer131160 

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Natürlich ist es Egoismus, Angehörige zurückzulassen.

Warum Egoismus? Man wird alleine geboren und man wird auch alleine sterben. Man wurde auch nicht gefragt ob man überhaupt leben möchte...plötzlich ist man da und muss mit sich selbst und seiner Umwelt fertig werden. Gegenüber wem ist man denn egoistisch wenn man nicht damit fertig wird? Man ist alleine, gefangen in seinem Kopf und in seinem Körper...da kann man noch soviele Freunde, Familie und Bekannte haben... Ich betrachte Selbstmord nicht als einen egoistischen Akt!
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Warum Egoismus? Man wird alleine geboren und man wird auch alleine sterben. Man wurde auch nicht gefragt ob man überhaupt leben möchte...plötzlich ist man da und muss mit sich selbst und seiner Umwelt fertig werden. Gegenüber wem ist man denn egoistisch wenn man nicht damit fertig wird? Man ist alleine, gefangen in seinem Kopf und in seinem Körper...da kann man noch soviele Freunde, Familie und Bekannte haben... Ich betrachte Selbstmord nicht als einen egoistischen Akt!

Nunja, der Mensch ist nunmal ein soziales Wesen- das lässt sich nicht wegdiskutieren.
In irgendeinem sozialen Gefüge steckt jeder, solange man nicht selbstversorgender Einsiedler auf einer Alm oder einsamen Insel ist.
 

Benutzer131160 

Benutzer gesperrt
Nunja, der Mensch ist nunmal ein soziales Wesen- das lässt sich nicht wegdiskutieren.
In irgendeinem sozialen Gefüge steckt jeder, solange man nicht selbstversorgender Einsiedler auf einer Alm oder einsamen Insel ist.

Weil der Mensch in einem sozialen Gefüge steckt (in das er gesteckt wurde, man wurde ja nich mal gefragt ob man das überhaupt möchte) ist es also egoistisch wenn man seinen Qualen ein Ende setzen möchte? Ich soll also nur weiterleben damit meine Familie/Freunde/Bekannte nachher nicht in Trauer verfallen? Wenn Freunde/Familie/Bekannte das erwarten, dann frage ich mich wer denn der wirkliche Egoist ist bei der ganzen Sache.[DOUBLEPOST=1371153392,1371153336][/DOUBLEPOST]
Nicht jeder stirbt alleine. Manche haben Freunde Familie und liebe Menschen denen man nicht egal ist und einen bis in den Tod begleiten

Dieses "alleine sein" muss man auf einer anderen Ebene betrachten. Ich kann 100 Freunde haben und trotzdem "alleine" sein.
 

Benutzer125735 

Meistens hier zu finden
Interessantes Thema, danke Harley.

Wir Menschen feiern die Geburt, warum nicht auch den Tod?

Wichtig nehmen Alle das Sterben: aber noch ist der Tod kein Fest. Noch erlernten die Menschen nicht, wie man die schönsten Feste weiht.

Nietzsche

Ich finde, man sollte wegkommen von der christlich angehauchten "verfluchung" des Todes, einem Schicksal, dem der Mensch nicht entrinnen kann, wohl eher ein Bestandteil vom Leben, als der Gegensatz dazu.

So sieht es auch beim freien Tode aus, nicht mehr als ein selbstbestimmtes Schicksal.
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
in das er gesteckt wurde, man wurde ja nich mal gefragt ob man das überhaupt möchte

Ach, mit diesem "Ich wurde nie gefragt ob ich leben will" kann ich nix anfangen...
Ohne soziales Gefüge wäre das Leben doch schon beendet, bevor man sprechen oder laufen lernt - streng genommen.
 

Benutzer123649 

Planet-Liebe ist Startseite
Deinen Quote meines Posts beantworte ich deshalb nicht, weil ich mich ausreichend zu dem Thema Selbstmord in meinem vorangegangenen Post geäußert habe und du darin lesen kannst, dass wir prinzipiell einer Meinung sind.

Weil der Mensch in einem sozialen Gefüge steckt (in das er gesteckt wurde, man wurde ja nich mal gefragt ob man das überhaupt möchte)

Der Mensch ist - wie einige Tiere auch - ein Herdentier. Ohne ein soziales Gefüge besteht - so behaupte ich - von vornherein keinerlei Chance, ein normales und glückliches Leben zu führen.
Diejenigen, die das nicht wünschen, haben die Möglichkeit, zurückgezogen zu leben. Aber ich könnte nicht behaupten, dass dieses Leben erstebenswert und ausfüllend ist. Denn mit niemandem Freud und Leid zu teilen, ist Einsamkeit. Das bedeutet umgekehrt aber auch nicht, dass man nie einsam ist, hat man Menschen um sich herum.

(Das wird allerdings ein bisschen zu sehr Off-Topic)
 

Benutzer131160 

Benutzer gesperrt
(Das wird allerdings ein bisschen zu sehr Off-Topic)

Stimmt. Deshalb werde ich auch nicht darauf eingehen.[DOUBLEPOST=1371153800,1371153767][/DOUBLEPOST]Sethi hat es eigentlich auf den Punkt gebracht... in anderen Kulturen wird der Tod gefeiert.
 
M

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Gast
Suizid ist für mich keine Lösung ! Ich liebe das leben und genieße es. Ich habe auch angst vor dem Tod und wünsche mir ein langes gutes leben.

Wieso liebe ich das leben?
-Ich mag gutes essen
-Ich mag es mit Freunden etwas zu unternehmen und mit denen Spaß zu haben und gemeinsam zu lachen.
-Ich mag Frauen und die Liebe
-Ich mag das Gefühl beim Sex
-Ich mag Geld
-Ich mag Filme und Musik. (ein cooler Kinoabend mit Freunden)
-Ich mag Party's und den Spaß den man dabei haben kann
-Ich mag Videospiele (zB meine Wii / Wii U)
-Ich mag den Sommer, den Herbst und den Winter
-Ich mag die Natur

Das sind die Gründe wieso ich nicht sterben möchte. Das Leben ist viel zu schön und ich lasse mir diese Freunde am leben
nicht nehmen ! Früher wurde ich recht stark gemobbt. Dennoch ließ ich mich nicht runterziehen. Heute führe ich ein gutes leben und die Leute die mich gemobbt hatten, führen nun ein Assi-Leben. Da sieht man das sich das Blatt gewendet hat :tongue:
 
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