Suizid / Freitod

Benutzer108566 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Ausnahmen wie eins meiner historischen Vorbilder (Rommel)

Rommel ein Vorbild? :what: Alter Falter....


Für mich ist es kein großer Unterschied, ob ein Mensch körperlich oder seelisch so schwer erkrankt ist, dass für ihn sein Leben nicht mehr lebenswert ist/erscheint. Dann hat er jedes Recht dieses eigene Leben zu beenden, egal wie ich das selbst bewerten würde.

Feige? Egoistisch? Es steht mir in keinsterweise zu das zu beurteilen, denn ich habe das Leben des anderen nicht geführt, bin keine Meilen in seinen Stiefeln gelaufen.

Meine Mutter ist schwer depressiv und äußert Todesgedanken. Ich weiß, dass nur sie für ihr Leben verantwortlich ist. Nur sie kann sich gesund machen oder aber entscheiden zu gehen. Natürlich wünsche ich mir nichts mehr, als dass sie gesund wird, aber ich werde mich bemühen, sollte sie sich für den Weg aus dem Leben entscheiden, ihr nichts vorzuwerfen, sondern ihren ureigenen Wunsch zu respektieren und ihr ihre Freiheit und ihre Selbstbestimmung zuzugestehen.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Mit Selbstmord habe ich im näheren Umfeld glücklicherweise bisher keinen Kontakt gehabt.

Mein Grossvater hat aber kürzlich Sterbehilfe in Anspruch genommen. Ich finde das eine sehr wichtige Möglichkeit für todkranke Menschen, sich unnötiges Leiden zu ersparen, wenn sie das denn so wollen. Es ist aber bisweilen sehr schwierig herauszufinden ob jemand das wirklich aus eigenem Willen will oder nicht, daher stehe ich der aktiven Sterbehilfe mit gemischten Gefühlen gegenüber. Die passive Sterbehilfe befürworte ich aber vollkommen.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Habe mehr Bezug dazu als mir lieb ist, weil meine Oma den Freitod gewählt hat. Da war ich 14.
Von der Krankheit "Depression" hatte ich vorher nie gehört. :geknickt:
Ich schwanke nach wie vor zwischen "Es war ihre Entscheidung, also sollten wir es akzeptieren" und "ich verstehe nicht, warum sie gehen wollte, obwohl wir doch alle da waren".
Nach wie vor sehr viele offene Fragen also, obwohl es schon so lange her ist.

Das Thema Sterbehilfe kann ich schwer beurteilen. Ich hoffe, dass ich niemals in die Situation komme, dass ein naher Angehöriger mich darum bittet. Ich finde es schwer, mich klar dafür auszusprechen. Andererseits ist es natürlich ein "guter" Weg für Schwerkranke...
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ja, einen Suizid gab es. Wobei die Todesursache nie geklärt werden konnte, aber es ist davon auszugehen, da die Person den Suizid bereits häufiger angekündigt hatte. Darüber hinaus gibt es noch einen Fall in der Familie, wo aber lediglich darüber nachgedacht wurde.

Beide Fälle passierten als ich mitten in der Pubertät war und meinem Empfinden nach, haben mich diese Erlebnisse nachhaltig geprägt, insofern, als dass mein Grundvertrauen ggü. Menschen verloren gegangen ist, und ich oft unter Verlustängsten leide. Aus dieser Sicht heraus kann ich Suizids nicht verstehen.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Ich finde es idR. Feige sich selbst zu töten.
Ausnahmen wie eins meiner historischen Vorbilder (Rommel)
beging gezwungener Maßen Selbstmord da man ihn ja eh zum Tode verurteilt hätte
(Stichwort Roland Freisler) und seine Familie in Haft gegangen wäre.

Off-Topic:
Also war Rommel in deinen Augen mutig, weil er den Freitod gewählt hat?
Er war doch im Grunde ein Musterbeispiel für Suizid aus Feigheit, eben weil er Angst vor der Hinrichtung hatte. Nachvollziehbar natürlich, aber trotzdem feige.
[DOUBLEPOST=1371148533,1371148428][/DOUBLEPOST]
Ich unterstütze aktive und passive Sterbehilfe. Jeder Mensch hat sein eigenes Leben und sollte das Recht haben es zu beenden, wenn er es will.
Das ist ja zu einfach, denn Sterbehilfe ist ja eben kein eigenmächtiges Beenden des Lebens, sondern ein Dritter beendet es. Und das macht es ja so schwierig bzw. das ist auch der Unterschied zum Suizid.
 

Benutzer124226 

Beiträge füllen Bücher
Off-Topic:
Also war Rommel in deinen Augen mutig, weil er den Freitod gewählt hat?
Er war doch im Grunde ein Musterbeispiel für Suizid aus Feigheit, eben weil er Angst vor der Hinrichtung hatte. Nachvollziehbar natürlich, aber trotzdem feige.
[DOUBLEPOST=1371148533,1371148428][/DOUBLEPOST]
Das ist ja zu einfach, denn Sterbehilfe ist ja eben kein eigenmächtiges Beenden des Lebens, sondern ein Dritter beendet es. Und das macht es ja so schwierig bzw. das ist auch der Unterschied zum Suizid.
Es muss nicht immer ein Dritter beenden. Es könnte auch vorher festgelegt werden.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Das ist ja zu einfach, denn Sterbehilfe ist ja eben kein eigenmächtiges Beenden des Lebens, sondern ein Dritter beendet es. Und das macht es ja so schwierig bzw. das ist auch der Unterschied zum Suizid.

Nicht immer.
Passive Sterbehilfe ist "Beihilfe" zum Selbstmord, d.h. man besorgt dem Kranken z.B. Schlafmittel. Der Kranke macht den letzten Schritt dann aber selbstständig, ohne Hilfe. Das ist hier in der Schweiz legal.
Aktive Sterbehilfe wäre alles, was Drittpersonen tun um eben "aktiv" beim Selbstmord zu helfen, wenn der Patient das eben nicht mehr kann. Das ist hier illegal.
 

Benutzer118675 

Meistens hier zu finden
Ich kann es grundsätzlich nachvollziehen und schließe das auch für mich nicht aus, dass es irgendwann mal dazu kommen sollte, wenn ich mich in einer sehr sehr schlimmen, scheinbar ausweglosen, für mich unerträglichen Lage befinde - ich glaube nicht, dass ich stark genug bin, um alles zu ertragen, was vielleicht noch kommen mag. Mir tut es aber auch immer extrem für die Angehörigen leid und ich schwanke da ein bisschen, was für mich dann mehr wiegt - die Verantwortung gegenüber dem Hinterbliebenen (vor allem kleine Kinder etwa) oder das "Recht" darauf. dazu kommt, dass man in bestimmten Phasen sicher gar nicht mehr rational zugänglich ist und nicht bewusst die anderen hinterlässt, so manch einer denkt ja, er wäre eher eine Last und es wäre besser, wenn er tot sei, davon abgesehen, dass ich es schwierig zu beurteilen finde, inwieweit man bei schweren psychischen Krankheiten etwa überhaupt noch in der Lage ist, an die anderen zu denken. Das ist ein sehr zweischneidiges Schwert.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Nicht immer.
Passive Sterbehilfe ist "Beihilfe" zum Selbstmord, d.h. man besorgt dem Kranken z.B. Schlafmittel. Der Kranke macht den letzten Schritt dann aber selbstständig, ohne Hilfe. Das ist hier in der Schweiz legal.
Also ich hab extra gegoogelt und Wiki sagt folgendes dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Passive_Sterbehilfe
Da finde ich jetzt erst mal nichts zum Thema Schlafmittel besorgen, sondern da wird passive Sterbehilfe eher so definiert, dass eben gewisse lebensverlängende Maßnahmen nicht ergriffen werden.

Was du erwähnst nennt sich Beihilfe zum Selbstmord glaube ich. Das ist hier in D auch straffrei, aber das definiere ich und wohl auch der GEsetzgeber nicht als Sterbehilfe.

Off-Topic:
Und jetzt Schluss mit der Juristerei :grin:
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Der Freitod war schon immer ein grosses Thema in meinem Leben und ich habe bereits 2 Versuche hinter mir (einer davon ist nur gescheitert, da ich in letzter Minute ins Krankenhaus gebracht wurde). Ich schliesse auch nicht aus, dass ich irgendwann mein Leben selbst beende - bzw ich halte dies sogar für recht wahrscheinlich. Für mich ist das ein Teil meines Selbstbestimmungsrechtes.

Natürlich ist dies eine egoistische Entscheidung, aber ich stelle mein Glück, Leid, etc erstmal vor das anderer Menschen.

Mit dem Suizid anderer habe ich ebenso Kontakt gehabt, eine gute Freundin und ein Verwandter haben sich das Leben genommen.

Das Thema Sterbehilfe halte ich für sehr wichtig, grade 2 Beispiele von Krebserkrankungen in meiner Familie haben mir gezeigt, wie würdelos man sterben kann. Meine Mutter hat sich immer gewünscht, dass man sie endlich gehen lässt. Und ich konnte es nachvollziehen.
 

Benutzer131160 

Benutzer gesperrt
Ich schliesse auch nicht aus, dass ich irgendwann mein Leben selbst beende - bzw ich halte dies sogar für recht wahrscheinlich. Für mich ist das ein Teil meines Selbstbestimmungsrechtes

Was müsste denn passieren damit du das tun würdest? Alter? Psychisch am Ende? Oder würdest du das nur tun, um auf dein "Selbstbestimmungsrecht" zu pochen?

Du hast bereits Selbstmordversuche hinter dir?

Das wundert mich etwas...hier gibst du dich ja immer (psychisch) sehr stabil und total selbstbewusst... Etwa alles nur Fassade?
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer109947 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich kenne (kannte) einige Leute aus meiner Heimat, die sich selbst die Lichter ausgeknippst haben. Das waren aber nur weitläufige Bekannte sodass ich die Hintergründe nicht kenne. Im näheren persönlichen Umfeld habe ich sowas zum Glück noch nicht erleben müssen und ich hoffe inständig, dass sich daran auch nichts ändert! :hmm:
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Also ich hab extra gegoogelt und Wiki sagt folgendes dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Passive_Sterbehilfe
Da finde ich jetzt erst mal nichts zum Thema Schlafmittel besorgen, sondern da wird passive Sterbehilfe eher so definiert, dass eben gewisse lebensverlängende Maßnahmen nicht ergriffen werden.

Was du erwähnst nennt sich Beihilfe zum Selbstmord glaube ich. Das ist hier in D auch straffrei, aber das definiere ich und wohl auch der GEsetzgeber nicht als Sterbehilfe.

Off-Topic:
Und jetzt Schluss mit der Juristerei :grin:

Ach stimmt, sorry. Habe ein Chaos angestellt mit passiver/indirekt aktiver und Beihilfe... aber so weit ich weiss gibt es alle 3 Möglichkeiten hier, für zu Hause eben auch EXIT, die dann Natriumpentobarbital bringen, entweder als Tabletten oder als Infusion, falls man nichts mehr essen kann.
 

Benutzer125529 

Verbringt hier viel Zeit
Jeder sollte das Recht haben über sein Leben und damit auch seinen Tod zu urteilen. Ich sehe es als völlig legitim an den Freitod zu wählen und wenn ein Mensch das tut, dann trauere ich auch nicht um ihn sondern freue mich für ihn, auch wenn das pervers klingt.
Euthanasie sollte grundsätzlich erlaubt sein, meiner Meinung nach. Da ist man in anderen EU-Ländern (bspw Niederlande) schon viel weiter. Selbstbestimmung sollte ganz ganz oben auf der Liste des Menschenrechts stehen.
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Was müsste denn passieren damit du das tun würdest? Alter? Psychisch am Ende? Oder würdest du das nur tun, um auf dein "Selbstbestimmungsrecht" zu pochen?
Du hast bereits Selbstmordversuche hinter dir?
Das wundert mich etwas...hier gibst du dich ja immer (psychisch) sehr stabil und total selbstbewusst... Etwa alles nur Fassade?

Menschen können sich verändern im Leben, oder? :grin: Der letzte Versuch ist jetzt 6 Jahre her. Und dass ich bipolar bin, das hab ich bereits mehrfach hier im Forum erwähnt, da steh ich auch dazu. Ändert nichts daran, dass ich zu 90% der Zeit ein sehr selbstsicherer und stabiler Mensch bin.

Was passieren müsste? Wenn ich an den Punkt komme, an dem ich mein Leben nur noch für andere führe um diese Menschen nicht zu verletzen, würde ich den Schritt gehen.
 

Benutzer131160 

Benutzer gesperrt
Menschen können sich verändern im Leben, oder? :grin: Der letzte Versuch ist jetzt 6 Jahre her. Und dass ich bipolar bin, das hab ich bereits mehrfach hier im Forum erwähnt, da steh ich auch dazu. Ändert nichts daran, dass ich zu 90% der Zeit ein sehr selbstsicherer und stabiler Mensch bin.

Dass du bipolar bist habe ich nicht mitbekommen, bin ja noch nicht so lange dabei.


Was passieren müsste? Wenn ich an den Punkt komme, an dem ich mein Leben nur noch für andere führe um diese Menschen nicht zu verletzen, würde ich den Schritt gehen.

Also das habe ich jetzt nicht verstanden...
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Der erste Mann meiner momentan besten Freundin hat sich vor ca. 10 Jahren auf dem eigenen Dachboden erhängt ohne dass es vorher irgendwelche Anzeichen oder bekannten Probleme gegeben hätte. Sie fand ihn und sie hat sehr lange gebraucht, bis sie einigermaßen drüber weg war.

Bei allem Verständnis für alle möglichen Krankheitsbilder, die Suizidgedanken (und nicht nur -gedanken) mit sich bringen - ich finde es einfach nur dämlich Angehörige zurückzulassen, die dann vielleicht ihr Leben lang damit zu kämpfen haben.
Man beendet nicht nur sein eigenes Leben, man zerstört das vieler anderer gleich mit.
 

Benutzer131160 

Benutzer gesperrt
Bei allem Verständnis für alle möglichen Krankheitsbilder, die Suizidgedanken (und nicht nur -gedanken) mit sich bringen - ich finde es einfach nur dämlich Angehörige zurückzulassen, die dann vielleicht ihr Leben lang damit zu kämpfen haben.
Man beendet nicht nur sein eigenes Leben, man zerstört das vieler anderer gleich mit.

Vielleicht sind es ja gerade die anderen die einen dazu treiben...
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Also das habe ich jetzt nicht verstanden...

Dann versuche ich das gern nochmal zu erklären. :smile:
Wenn ich merke, dass ich keinerlei Freude mehr am Leben empfinde, dass es nur negativ ist für mich und mein einziger Lebenszweck darin besteht, andere Menschen nicht durch meinen Tod zu verletzen, dann würde ich den Freitod wählen.
 
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