Studieren oder arbeiten? - schwierige Entscheidung

Benutzer10610 

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Ich weiß ja nicht wie es um deine Finanzen steht, aber bei mir bedeutet ein Studium 20-24 Semesterwochenstunden Uni zusätzlich ca. 5-10h Nacharbeitung bzw. Aufgaben lösen. Damit ich mir etwas zu Essen kaufen und meine Wohnung bezahlen kann, noch 20h arbeiten.
Das ist ein Punkt, den ich so in der Art hier bisher eher vermisst habe.
Off-Topic:

Ich habe direkt nach dem Abi angefangen zu studieren. Ich bekomme kein Bafög, aber Unterhalt bei meinen Eltern und wohne noch zu Hause, das heißt ich habe bis auf für Kleidung und private Anschaffungen / Vergnügungen keine Ausgaben. Und ich habe nie regelmäßiges Einkommen durchs Arbeiten gehabt, das heißt ich bin immer mit der kleinen Summe, die ich hatte, zurecht gekommen.
(Inzwischen arbeite ich neben dem Studium, schiebe aber meinen gesamten Verdienst gleich auf das Sparkonto, um mich nicht daran zu gewöhnen, mehr ausgeben zu können. Ich weiß noch nicht sicher, ob ich nächstes Semester auch wieder arbeiten kann, und plötzlich 300 EUR weniger im Monat zur Verfügung zu haben wäre dann doch eine zu harte Umstellung :ratlos: )

Aber, lieber croy1, überleg Dir, wie es bei Dir ist. Wohnst Du noch zu Hause oder müsstest Du eine Wohnung finanzieren? Was für regelmäßige Ausgaben hast Du? Was ist bisher mit Deinem Einkommen passiert? Wie viel Geld im Monat brauchst Du bzw wie viel bist Du gwohnt? Wirst Du jetzt mit weniger zurechtkommen? Hast Du Rücklagen oder müssten Dich Deine Eltern unterstützen? Damit würdest Du dann nicht mehr "auf eigenen Beinen" stehen. Kannst Du Dir die Studiengebühren leisten? Zumindest einen "Semesterbeitrag" muss man immer zahlen. Und die Bücher fürs Studium sind auch nicht billig.

Eine Alternative wäre, das ganze erstmal mit Deinem Arbeitgeber abzusprechen. Von einer Fortbildung Deinerseits hätte er schließlich auch was. Es gibt viele Angebote, neben der Arbeit Abschlüsse zu machen, manchmal finanzieren die Arbeitgeber dies sogar noch mit. Und Mitschüler/Kommilitonen kann man da auch kennen lernen (zumindest in der Form, in der man 1 mal wöchentlich Unterricht hat und den Rest selbst erarbeitet).
Wenn Dein Arbeitgeber das nicht will, vielleicht hätte er Interesse, Dich als "Werksstudent" für 1 bis 2 Tage pro Woche weiter zu beschäftigen. Hat für ihn finanzielle Vorteile, Du kommst gleichzeitig nicht aus Deinem Job raus und hast einen Fuß in der Tür der Arbeitswelt. Und vor allem bekommst Du Geld. Und gleichzeitig kannst Du an den anderen Tagen Vorlesungen besuchen, Party machen und andere Studenten kennen lernen

:smile:
 

Benutzer77312 

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Ich stand vor 4 Jahren vor der gleichen Entscheidung wie du. Habe dann erst 2 Jahre gearbeitet und seither studiere ich berufsbegleitend BWL an der FH. Für mich war es die beste Entscheidung, weil ich so mit Job und Studium sehr viel Abwechslung habe und theoretisches Wissen sowie Praxiserfahrung kombinieren kann.

Neue Kontakte habe ich durchaus geschlossen an der FH und man unternimmt auch ab und zu etwas miteinander. Allerdings nicht sehr oft, da es eben auch immer schwierig ist Zeit dafür zu finden. Ich denke, wenn du Vollzeitstudent bist, liegt da mehr drin.

Da du ja jetzt schon bestimmte berufliche Ziele vor Augen hast, wäre ein Studium vielleicht tatsächlich das Richtige für dich. Du solltest dir aber wirklich sicher sein, dass du das willst und bereit bist einiges dafür zu investieren. Ansonsten schadet es in deinem Alter bestimmt auch nichts, wenn du erst noch ein paar Jahre arbeitest und allenfalls später zu studieren beginnst.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich denke, wenn du Vollzeitstudent bist, liegt da mehr drin.

Kommt halt drauf an, wie man studiert. Kalkuliert man fürs Grundstudium 8 Semester, macht - wie hier schon geschrieben wurde - von Donnerstag bis Sonntag Wochenende etc. dann kann man mit Sicherheit ein partyreiches Studium erleben.

Studiert man ernsthaft und diszipliniert, verringert sich das ganze enorm. Davon abgesehen sollte man nicht unterschätzen, dass geistige Arbeit einen auch kaputt macht, selbst wenn es nicht den kompletten Tag beansprucht.

Je nach Studiengang ist das anstrengend und viel Arbeit, wobei natürlich BWL irgendwo dazwischen liegt.

Letztendlich bin ich jedenfalls froh, wenn ich aus meinem Studium raus bin und endlich arbeiten kann - die ewige Lernerei, Bibliothek, Klausurenschreiberei etc. hängt mir ziemlich zum Hals raus!

Viele Grüße
 

Benutzer6400 

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Also, für mich stand es nach dem Abi außer Frage, dass ich studieren würde. Einfach aus dem Grund, dass ich schon seit langer Zeit wusste, dass ich studieren will.

Habe mich für BWL entschieden, wobei es Internationale BWL is ... Pflicht für Auslandssemester, 2 Fremdsprachen auf bestimmtes Niveau bringen etc.
Das 1. Semester war sehr hart, da die Umstellung groß is. Aber jetz bin ich im 4. und hab alle Fächer der Orientierungsphase planmäßig bis zum 3. Semester geschafft, liege super im Plan.
Ich arbeite nich nebenbei, aber durch die Praktikumspflicht, die es an der Uni gibt, hab ich meine letzten Ferien nur mit Praktikum verbracht. 6 Wochen durcharbeiten, nix mit ausschlafen oder so.

Aber wenn ich schon eine Ausbildung gemacht habe, dann würde ich eher versuchen, das Studium neben der Arbeit zu machen. V.a., wenn du an FH willst. Da geht das, soweit ich weiß, noch besser.

Off-Topic:
@Bowlen: 3 Klausuren in der Woche ... ich erhöhe :cool1: . Hab diese Woche 4, ab morgen jeden Tag eine ... v.a. auch noch 2 lernintensive :smile: Warum kommt die Klausurzeit eigentlich immer so schnell? :zwinker:
 

Benutzer53287 

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Ich würde an deiner Stelle glaube ich erst mal den Jahresvertrag annehmen, weil du dann noch etwas Arbeitserfahrung sammelst, was später noch wichtig sein könnte!
Denn wenn das mit dem Studium nicht klappt, aus welchen Gründen auch immer (es liegt dir nicht, es überfordert dich, du kriegst einfach den Abschluss nicht hin...auch wenn du schreibst, du hast keine Angst, den Abschluss nicht zu packen: Eine Garantie dafür gibts ja nicht.), dann musst du ja wieder in deinen alten Job zurück; und ohne Arbeitserfahrung und evtl. dann schon relativ alt, ist es schwierig, da wieder reinzukommen! Die Erfahrung hat zumindest ein Freund von mir gemacht, der mit Berufsausbildung und abgebrochenem Studium erst mal zwei Jahre arbeitslos war, weil überall "Berufserfahrung" gefordert wurde.
Und das Studium läuft dir ja nicht weg, oder? Wenn dir der Arbeitsalltag in dem Jahr wirklich immer mehr auf den Wecker geht und du feststellst, dass du das nicht den Rest deines Lebens machen willst, dann kannst du ja immer noch studieren.

Zum Studieren selbst: Mach dir klar, dass du finanziell wieder relativ abhängig sein wirst. Mit Studiengebühren ist es sowieso schwer, seinen Lebensunterhalt allein zu finanzieren, aber auch ohne fallen so viele Kosten an, die man mit einem Nebenjob nur schwer decken kann, wenn auch noch Zeit zum Lernen sein soll.
Ansonsten muss man an der Uni sehr selbstständig klarkommen, weil es ja keine Klassenverbände gibt (wie das an der FH ist weiß ich allerdings nicht), und jeder im Grunde "Einzelkämpfer" ist, der für sein Schicksal ganz alleine gerade steht. Ich persönlich habe allerdings in meinem Studium echt viele Leute kennen gelernt und kann mich über einen kleinen Freundeskreis und mangelnde Aktivitäten am WE nicht beschweren - viele davon sind aber Freunde, die man nie wiedersieht, wenn man keine Veranstaltung mehr zusammen hat.
 

Benutzer57207 

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So, ich melde mich dann auch mal wieder zu Wort. Danke für die zahlreichen Antworten.

Mh, wo fange ich an?

Also beim finanziellen sieht es so aus, dass ich mit meinem Azubi Gehalt locker auskomme. Es bleibt jeden Monat nen recht großer Betrag über. Allerdings ist das auch keine große Leistung, wenn man keine eigene Wohnung hat und dementsprechend auch nicht so viele Kosten. Ich verprasse mein Geld halt nur nich.

Das sich das als Student drastisch änder ist mir klar. Die FH ist in einer anderen Stadt ca. 20km entfernt. Das ist ja jetzt auch nicht so wild. Aber nebenbei arbeiten müsste ich aufjedenfall.

Parallel zu meinen Studien-Überlegungen schaue ich natürlich auch immer in die Stellenanzeigen von meinem Ausbildungsbetrieb. Da sieht es zur Zeit allerdings auch nicht so rosig aus. Überall liest man halt, dass ein Studium erforderlich ist. Das ist schon bisschen deprimierend ehrlich gesagt. Am liebsten wäre mir ein Job wo ich kreativ arbeiten kann. Wenn ich zb. dauerhaft in einer Buchhaltung arbeiten müsste, würde ich sicherlich unzufrieden werden mit der Zeit. Nur gerade nach der Ausbildung kann man eh keine Ansprüche stellen, man muss nehmen was man kriegt...

Außerdem denke ich auch, dass ich den Studiumentschluss entweder jetzt nach der Ausbildung fassen sollte oder garnicht. Wenn ich jetzt Vollzeit arbeiten würde, würde ich mir natürlich auch ne eigene Wohnung mieten. Und man gewöhnt sich halt schnell an díe Unabhängikeit. Dann ist so ein Studium natürlich ein noch krasserer Einschnitt als er jetzt wäre.

Naja und die Option ein berufsbegleitendes Studium zu machen stellt sich mir nicht. Ich will auch noch leben und mir nicht ein stressigen Job + ein anspruchsvolles Studium gleichzeitig aufhalsen. Dafür bin ich echt nicht der Typ.:engel:

In meinen Beiträgen davor hab ich ja geschrieben, dass ich mehr Action will. Die Aussage bezieht sich nicht nur auf mein Privatleben sondern auch auf den Job. Nach einer gewissen Zeit kotzt mich das Büro echt an. Man sitzt nur rum, hat keine Bewegung und sonst passiert auch nicht viel interessantes. Naja aber es gibt auch die guten Tage, wo es mir Spass macht. So ist es jetzt auch wieder nicht. Also komplett fehl am Platze fühle ich mich nicht.

Meine Hoffnung ist natürlich, dass ich durch ein Studium später einen interessanten Posten bekomme, wo man auch viel unterwegs ist und neue Dinge erlebt. Das sehe ich ja auch täglich bei meinen Kollegen, die teilweise echt interessante Jobs haben. Das da ein noch größerer Zeitaufwand von Nöten ist, ist mir klar. Aber wenn der Spaß-Faktor dabei ist fühlt sich die Zeit auch ganz anders an.

Lieber 12 Stunden einer interessanten Tätigkeit nachgehen, als 8 Stunden einer langweiligen :zwinker:

Wer noch was interessantes schreiben möchte kann dies gerne jetzt tun:zwinker:

Ciao!
 
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