Studi Gebühren Boykott

Benutzer29290 

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Und ich frage Dich: Wie soll jemand, der durch sein Studium schon eine 40 Stunden hat, noch das Geld aufbringen? Zusätzlich zu den Lebenshaltungskosten, die sowieso schon nicht zu verachten sind?
Und wieso geht das in anderen Ländern, nur in Deutschland nicht? Ich finde die deutschen Gebühren auch nicht gut, weil sie nicht direkt für die Unis eingesetzt werden, aber es ist doch irgendwie seltsam, dass sich die Studis in anderen Ländern mit viel höheren Gebühren nicht beschweren.
 
S

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Gast
Und wieso geht das in anderen Ländern, nur in Deutschland nicht? Ich finde die deutschen Gebühren auch nicht gut, weil sie nicht direkt für die Unis eingesetzt werden, aber es ist doch irgendwie seltsam, dass sich die Studis in anderen Ländern mit viel höheren Gebühren nicht beschweren.

Ich zitiere Deinen eigenen Beitrag:

In GB ist es leichter an Stipendien oder Studienkredite zu kommen als in Deutschland, so dass trotz der hohen Kosten fast alle studieren, die es wollen. Dass man nach dem Studium in GB Schulden hat, ist völlig normal. Allerdings sind auch die Jobchancen viel besser und man muss erst ab einem gewissen Mindesteinkommen den Kredit zurückzahlen, so dass einen die Gebühren letztlich nicht so hart treffen.

Dazu noch ein Link..

Sicher ist es möglich, die 500 Euro aufzubringen.

Mich ärgert es nur, wenn Personen wie candyfloss Studenten als Leistungsempfänger darstellt, die sich auf Staatskosten eine Ausbildung "finanzieren lassen", ohne eine Gegenleistung zu erbringen.

Aber sowas kann man wohl auch nur jemand behaupten, der sich noch nie Gedanken darüber machen musste, wie er finanziell über die Runden kommen soll.
 

Benutzer16852 

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Falls dieses Gesetz noch Rechtsgültigkeit besitzt wäre die Einführung von Studiengebühren in den Ländern ja illegal.
Das müssen die Gerichte entscheiden. Jedenfalls ist das unter anderem einer der Klagepunkte aufgrund derer Musterklagen geführt werden.

Abgesehen davon klingt es natürlich gut: Jeder Mensch sollte kostenlos jede Bildungseinrichtung besuchen dürfen. Der Haken liegt nur in der praktischen Umsetzung. Wenn etwas Geld kostet, es aber jeder kostenlos nutzen möchte, wer bezahlt es denn dann?
Wer bezahlt denn den Unterhalt von allgemeinbildenden Schulen, von Berufsschulen und wer subventioniert diverse Arten von Weiterbildung? Bund, Länder, Kommunen.

Es geht nicht, dass alle alles kostenlos in Anspruch nehmen können.
Das ist schlicht eine Frage der Prioritätensetzung.

Ein Arbeitnehmer hat aber nichts davon, wenn seine Steuergelder zu Finanzierung von Bildung für Dritte verwandt werden, hm?
An jedem fehlendem Ingenieur hängen direkt und indirekt z.B. mehrere Arbeitsplätze von nichtakademischen Personal.

Wofür werden denn die Studiengebühren verwandt?
Zu nicht geringem als Ersatz für diverse Geldquellen die vom Land gestrichen werden, nicht nur was Sachen Bezahlung von Stellen anbelangt, sondern auch Gebäudeunterhalt anbelangt, sowie für Ausfallfonds die gebildet werden (was m.E. ein klarer Verstoß gegen die Vorgaben des BVerfG von vor zwei Jahren ist, aber das steht auf nem anderen Blatt), was genau die Verwaltung für ihre Verwaltungstätigkeit behält ist nicht klar ausgewießen, genausowenig wie Mittel die das Rektorat zentral verteilt und die Fakultäten niemals zu Gesicht bekommen.
 

Benutzer29290 

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Ich zitiere Deinen eigenen Beitrag:
Dazu noch ein Link..
Sicher, wäre ich Britin könnte ich mir das Geld für mein Studium vom Staat leihen, aber das würde ja auch nichts daran ändern, dass ich nachher ordentlich Schulden hätte. Nur, dass ist hier eben so und es demonstriert keiner, weil er meint ein Recht auf freie Bildung zu haben. Es gibt ja auch in Deutschland die Möglichkeit Studienkredite aufzunehmen und wer wirklich nichts hat bekommt Bafög. Dass es schwer ist zu studieren und nebenher noch viel zu arbeiten weiss ich selber. Ich hatte früher in Deutschland vier studentische Hiwi Jobs gleichzeitig und war bis zu 70 Stunden pro Woche an der Uni, weil ich eben auch keine reichen Eltern habe.

Wenn Gebühren für eine angemessene Gegenleistung erhoben werden (wie es in Deutschland leider momentan nicht ist), finde ich sie aber völlig in Ordnung. Ich muss mich für meinen Doktor in Schottland auch verschulden und lebe an der Armutsgrenze, aber dafür bekomme ich später auch einen Abschluss von einer Uni, die in meinem Gebiet eine der führenden ist. Ich käme jetzt nicht auf die Idee mich zu beschweren wie unfair es ist, dass es hier hohe Gebühren gibt.
 

Benutzer20461 

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Nachdem ich ein Wochenende lang nicht on war, hab ich jetzt erst mal alles nachlesen dürfen.

Finde es schön, dass sich hier eine lebhafte Diskussion entwickelt hat.

Zu sagen, Studenten sind Leistungsempfänger, find ich total daneben. Nur mal für alle: Wer nicht zufällig Familienversichert ist, muss sich selbst um eine Krankenkasse kümmern! Auch wenn ein stark verminderter Beitrag fällig wir, zahlen tun wir!

Daneben beteiligen sich die Studenten ja schon an den Kosten zum Studium, wie eben durch Verwaltungskostenbeitrag, Studentenwerksbeitrag, kosten für Skripte, Kosten für Bücher,... Mal von den indirekten Kosten wie Lebensunterhalt, Computer, Internet,... ganz zu schweigen! Und daran wird sich ja definitiv nichts ändern!

Mit dem Argument, mann muss ja nicht studieren, man kann ja auch gleich arbeiten gehen und in die Sozialkassen einzahlen, liefert ihr übrigens das Beste Argument, fürs Abi auch Schulgeld zu verlangen!
 
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Gast
Das fällt mir jetzt erst auf:

Was haben Studiengebühren mit dem Sozialstaat zu tun?

Die Krankenkasse ist eine Solidarversicherung. Alle zahlen ein und alle haben Anspruch.

Bei der Hochschulbildung zahlen alle, aber nur ein kleiner Teil hat Anspruch. Die Masse finanziert einer kleinen Elite die Bildung.

Das ist doch nun wirklich Blödsinn! In Deutschland hat jeder die Möglichkeit zu studieren. Klar, man braucht dafür im Regelfall das Abitur, doch auch dieses kann jeder erwerben, der es möchte.
 

Benutzer30349  (40)

Benutzer gesperrt
Das fällt mir jetzt erst auf:



Das ist doch nun wirklich Blödsinn! In Deutschland hat jeder die Möglichkeit zu studieren. Klar, man braucht dafür im Regelfall das Abitur, doch auch dieses kann jeder erwerben, der es möchte.

Klar hat jeder die Möglichkeit zu studieren, aber jeder muss für die Unis mitbezahlen, ob er nun studieren will oder nicht, klingelts da?
Ich bin ganz klar für Studiengebühren, die aber nach dem Studium entrichtet werden, meinetwegen mit einer prozentualen Abgabe vom Einkommen oder ähnlichem(Keine Kredite, diese wären eine Benachteiligung der finanziell schwächeren). So kann keiner behaupten, das er einen Nachteil durch arme Eltern etc. hätte.
 
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Gast
Klar hat jeder die Möglichkeit zu studieren, aber jeder muss für die Unis mitbezahlen, ob er nun studieren will oder nicht, klingelts da?

Nochmal langsam, candyfloss hat wortwörtlich folgendes behauptet:

"Bei der Hochschulbildung zahlen alle, aber nur ein kleiner Teil hat Anspruch."​

Diese Aussage ist und bleibt kompletter Unsinn, egal wie jetzt meine persönliche Einstellung zu Studiengebühren ist.



Im Übrigen ist das Argument, daß es ungerecht sei, daß jeder für etwas mitbezahlen muß (in unserem Fall die Unis), ob er das nun in Anspruch nehmen möchte oder nicht, in meinen Augen vollkommen wertlos und von der Tapete bis zur Wand gedacht.

Es gibt nämlich so viele Sachen, für die jeder mitbezahlen muß, egal ob er die ihm damit theoretisch zustehende Leistung auch praktisch in Anspruch nehmen möchte oder nicht. Dazu ein paar Beispiele:

- Die Schulausbildung wird bis zum Realschulabschluß/Abitur durch die Steuergelder eines jeden finanziert, egal ob ich überhaupt Realschulabschluß/Abitur machen möchte, oder es vorziehe, bereits nach der zehnten Klasse meine schulische Laufbahn zu beenden.

Ist das auch ungerecht?​

- Jeder finanziert mit seinen Steuern das Kindergeld mit, egal ob er später mal selber Kinder hat, haben möchte, haben kann.

Ist das jetzt auch ungerecht?​

- In vielen Städten wird der ÖPNV zu einem beträchtlichen Teil durch die Steuergelder eines jeden mitfinanziert, egal ob ich die Leistungen des ÖPNV jetzt nutzen möchte oder lieber ausschließlich zu Fuß, zu Rad oder mit dem privaten PKW unterwegs bin.

Auch ungerecht?​

Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen.

Es ist nunmal das Solidarprinzip, das hier bei solchen vom Staat bereitgestellten Leistungen greift. Man bezahlt hier Leistungen für einen Menschen X, die man von Fall zu Fall selber gar nicht bräuchte. Umgekehrt bezahlt dann aber auch Mensch X gelegentlich einem Dinge, die man selber gern in Anspruch nimmt, die aber Mensch X gar nicht braucht.

Sinn dieses Umverteilungsprozeßes von Leistungen ist es letzlich, indiviuellen Bedürfnissen der Bürger Rechnung zu tragen und gleichzeitig dabei soziale Härten abzufedern, in meinen Augen, eine tolle Sache.

Was heißt das nun? Möchte ich, daß wir jetzt alle Scheuklappen anlegen und immer so weitermachen wie bisher? Nein, natürlich nicht, ich finde es nur nicht gut, wenn manche Sachverhalte übermäßig vereinfacht und einseitig dargestellt werden.

Ich bin ganz klar für Studiengebühren, die aber nach dem Studium entrichtet werden, meinetwegen mit einer prozentualen Abgabe vom Einkommen oder ähnlichem(Keine Kredite, diese wären eine Benachteiligung der finanziell schwächeren). So kann keiner behaupten, das er einen Nachteil durch arme Eltern etc. hätte.

Mit so einem System würde ich mich noch anfreunden können.
 

Benutzer20461 

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Mal noch Werbung machen:

26.01.07, Demo gegen Studigebühren

Hauptbahnhof Karlsruhe, 14:00 Uhr
 

Benutzer50561 

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Mal noch Werbung machen:

26.01.07, Demo gegen Studigebühren

Hauptbahnhof Karlsruhe, 14:00 Uhr
Na super, da hab ich grad ein Meeting mit meinem Arbeitgeber... :angryfire
Oder es wird diesmal etwas zügiger ablaufen ^^


Im Allgemeinem bin ich für die Studiengebühren. Allerdings kann ich keinesfalls einsehen, dass die Unileitungen die Idee alleine in Betracht ziehen, mit den Gebühren die Heizungskosten zu decken oder gar eine Tiefgarage auszubauen. Ich bezweifle allerdings, dass sobald meinerseits die "Leistung" erbracht ist, ich auch am ersten Tag des SoSem eine "Gegenleistung" in Empfang nehmen darf...

Wenn ein Staat für einige unüberwindbare finanzielle Hürden auf dem Wege zur Bildung aufstellt, dann soll er auch bitte schön die Sätze mit Gleichbehandlung und kostenloser Bildung für alle aus seinem Programm streichen...
 

Benutzer16852 

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Off-Topic:
@OneLoveGunman: Wenn du im die Uhrzeit schon wieder posten konntest, dann nehme ich an du hast den "inoffiziellen" Teil der Demo nicht mehr mitgemacht. :zwinker: - Insgesamt zuwenige Karlsruher, die Vorhut war offenkundig etwas orientierungslos.
 

Benutzer20461 

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@OneLoveGunman: Wenn du im die Uhrzeit schon wieder posten konntest, dann nehme ich an du hast den "inoffiziellen" Teil der Demo nicht mehr mitgemacht. :zwinker: - Insgesamt zuwenige Karlsruher, die Vorhut war offenkundig etwas orientierungslos.

Off-Topic:
Hast komplett recht, ich hab immerhin die Ausrede, dass ich einfach arbeiten musste.


Aber immerhin sieht der Boykott glaub gar nicht schlecht aus, zumindest an den Nicht-Uni-Hochschulen.
 

Benutzer19495 

Benutzer gesperrt
...übrigens empfehle ich allen, die Bafög bekommen EGAL wieviel, sich nochmal zu informieren, ob sie es wirklich zahlen müssen.
In NRW hat sich jetzt herausgestellt, dass man auch mit minimalem Bafög einen Erlass der Studienbeitragsrückzahlungen bekommt.
Ein Freund von mir bekommt im Monat 20€ Bafög, muss einiges an Bafög aufgrund einer falschen Berechnung jetzt schon zurückzahlen und hat von der NRW Bank jetzt die Zusage bekommen, dass auch er zu den Begünstigten gehört.
Eine andere Freundin von mir hat auch nur 7000€ Schulden beim Bafög-Amt und bekommt auch das Darlehen der NRW.Bank inklusive Erlass der Rückzahlung. Und sie wird am Ende 9 Semester studiert haben.

Also schön informieren....manchmal geschehen noch Wunder! :zwinker:
 

Benutzer57124 

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Tja, so tolle Regelungen wie in NRW gibt es leider nicht überall... :kopfschue
 

Benutzer50561 

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Aber immerhin sieht der Boykott glaub gar nicht schlecht aus, zumindest an den Nicht-Uni-Hochschulen.
Außer der PH und der Uni sind alle anderen Hochschulen in Karlsruhe bei ca. 100% der mindestens benötigten Teilnehmer. Bei Unistudenten sind es stolze 3 von 4500. Allerdings kann man sich an der Uni erst seit Kurzem rückmelden.

@StolzesHerz: wo informiert man sich da am besten? Bei der Hochschule oder beim Bafög-Amt?
 

Benutzer19495 

Benutzer gesperrt
Außer der PH und der Uni sind alle anderen Hochschulen in Karlsruhe bei ca. 100% der mindestens benötigten Teilnehmer. Bei Unistudenten sind es stolze 3 von 4500. Allerdings kann man sich an der Uni erst seit Kurzem rückmelden.

@StolzesHerz: wo informiert man sich da am besten? Bei der Hochschule oder beim Bafög-Amt?

Wenn du aus NRW kommst bei der NRW.Bank ansonsten natürlich an der Hochschule...die vom Bafög-Amt wird das nicht interessieren.
 

Benutzer69922 

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Eines verstehe ich nicht. Wenn man in Deutschland die beste Bildung möchte, dann muss man sich doch auch fragen, wer das dann bezahlen soll. Es wird immer alles als selbstverständlich vorrausgesetzt, dass Bildung kostenlos ist und jedem zusteht. Bildung ist ein privileg und kein kostenloses Allgemeingut, dass vom Himmel fällt.

Mir fällt das bei allen öffentlichen Diskussionen auf. Die Deutschen wollen alles haben, nur kosten darf es nichts. :ratlos:


Bildung sollte für jeden zugänglich sein und nicht nur für diejenigen die aus einer mehr oder weniger reichen Familie kommen. Bildung ist ein privileg aber nicht der reichen sondern derer die nicht an geistiger armut leiden, und bereit sind etwas zu lernen und auch dazu in der lage sind. und das sind auch oft kinder die aus arbeiter familien kommen wo manchmal eine flaute in der Geldbörse ist, :angryfire

Tja muss ich wohl doch dem staat mein lebenlang auf den taschen liegen mit hartz 4...............
Mach nur das was meine mutter macht, bin arm bleibe arm ohne aussichten auf einen guten beruf bin halt nur das kind einer verblödeten sonderschulabschluss Frau ohne berufsausbildung, tja warum bin ich nicht das kind einr beamten oder akademiker familie............grübel grübel grübel
 
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