Studi Gebühren Boykott

Benutzer472 

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Es gibt kaum noch ein westliches Industrieland, dass eine Hochschulbildung kostenlos zur Verfügung stellt und im Rest der Welt ist Bildung ein Luxusgut.
Der Weg der anderen Länder muss ja nicht der richtige sein: Deutschland hat nur einen einzige Rohstoff, den es an andere Länder verkaufen kann, und das sind unsere Entwicklungen. Wir haben als wirkliches Industrieland keine Zukunft. Bei der Produktion von Gütern können wir mit anderen Ländern nicht mithalten, wenn die das gleiche Produkt anbieten, weil Arbeitskraft bei uns zu teuer ist. Aber wir entwickeln ständig neue Dinge, die dann nur hier hergestellt werden können, und verkaufen diese oder zumindest die Ideen in andere Länder. Dieser Ideen-Export ist aber keine Sache, die nur einzelne Personen betreffen, sondern eine Sache des Staates. Deswegen ist auch der Staat für Bildung mitverantwortlich. - Das heißt nicht, dass es keine Studiengebühren geben darf, aber es darf nicht sein, dass Talente vom Studium abgehalten werden aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten. -> Es heißt meiner Meinung nach aber in jedem Fall, dass kostenlose Kindergartenplätze Vorrang vor einem kostenlosen Studium haben.
 

Benutzer63529 

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Dafür dass man als Akademiker später mehr verdient als nicht-studierte bezahlt man auch massig mehr Steuern. Insofern könnte man auch argumentieren, dass der Staat so oder so etwas davon zurückbekommt, was er in mich investiert.

Der Staat kann dich aber nicht zwingen später in Deutschland zu arbeiten und hier deine Steuern zu zahlen, abgesehen davon, dass du selbst hauptsächlich von dem Studium profitierst.

Die Studiengebühren decken ja auch keinesfalls die Kosten für ein Semester. Diese Gebühren sind lediglich eine Beteiligung des Studenten oder der Studentin an den Bildungskosten, mehr nicht. Wir leben nunmal nicht im Schlaraffenland wo das Geld vom Himmel regnet und alles für alle kostenlos und unbegrenzt zur Verfügung steht.

Der Weg der anderen Länder muss ja nicht der richtige sein: Deutschland hat nur einen einzige Rohstoff, den es an andere Länder verkaufen kann, und das sind unsere Entwicklungen. Wir haben als wirkliches Industrieland keine Zukunft. Bei der Produktion von Gütern können wir mit anderen Ländern nicht mithalten, wenn die das gleiche Produkt anbieten, weil Arbeitskraft bei uns zu teuer ist. Aber wir entwickeln ständig neue Dinge, die dann nur hier hergestellt werden können, und verkaufen diese oder zumindest die Ideen in andere Länder. Dieser Ideen-Export ist aber keine Sache, die nur einzelne Personen betreffen, sondern eine Sache des Staates. Deswegen ist auch der Staat für Bildung mitverantwortlich. - Das heißt nicht, dass es keine Studiengebühren geben darf, aber es darf nicht sein, dass Talente vom Studium abgehalten werden aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten. -> Es heißt meiner Meinung nach aber in jedem Fall, dass kostenlose Kindergartenplätze Vorrang vor einem kostenlosen Studium haben.

Der Staat ist für Bildung mitverantwortlich, aber nicht alleinverantwortlich. Aus diesem Grund soll sich der einzelne Bildungsempfänger auch zu einem kleinen Teil an den Kosten beteiligen.
 

Benutzer30349  (40)

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Ich find als Student Studiengebühren richtig, auch wenn sie mir selbst finanziell wehtun. Wie kann es angehen, das der Staat ausgerechnet die Höchstmögliche Bildung am meisten fördert, sogar für Kindergarten zahlt man Geld.

Und das Argument "Wir zahlen auch später mehr Steuern" ist hirnrissig. Man könnte doch auch genauso argumentieren "Wir verdienen später viel mehr, also können wir auch was dafür zahlen". Ich glaube relativ hohe Studiengebühren haben auch einen positiven Einfluss auf das Studium, man gibt sich einfach viel mehr Mühe um schnell fertig zu werden. Arme Leute kann man ja über Kredite/Darlehen/Stipendien finanzieren. Ich denke mal, andere Länder sollten nicht als das einzig wahre dargestellt werden, man sieht aber schon, das viele Länder mit Studiengebühren von weit über 500€ durchaus derzeit sehr gut fahren im Vergleich zu Deutschland.
 

Benutzer16852 

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Es wird immer alles als selbstverständlich vorrausgesetzt, dass Bildung kostenlos ist und jedem zusteht. Bildung ist ein privileg und kein kostenloses Allgemeingut, dass vom Himmel fällt.
Mit einem hast du recht, nämlich damit das Bildung Kosten verursacht.

Was ich einfach mal in den Raum stellen möchte, da der Austausch von ideologischen Positionen relativ uninteressant ist, ist das geltende Völker- und Bundesrecht in Form des "Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte". Dieser wurde von der Bundesrepublik 1966 ratifiziert und etwas später zum Bundesgesetz gemacht (Randnotiz: Bundesrecht bricht Landesrecht). Eben jener Pakt enthält den folgenden Artikel 13 (Hervorhebung von mir):

Artikel 13

(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf Bildung an. Sie stimmen überein, daß die Bildung auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und des Bewußtseins ihrer Würde gerichtet sein und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten stärken muß. Sie stimmen ferner überein, daß die Bildung es jedermann ermöglichen muß, eine nützliche Rolle in einer freien Gesellschaft zu spielen, daß sie Verständnis, Toleranz und Freundschaft unter allen Völkern und allen rassischen, ethnischen und religiösen Gruppen fördern sowie die Tätigkeit der Vereinten Nationen zur Erhaltung des Friedens unterstützen muß.

(2) Die Vertragsstaaten erkennen an, daß im Hinblick auf die volle Verwirklichung dieses Rechts

a) der Grundschulunterricht für jedermann Pflicht und allen unentgeltlich zugänglich sein muß;

b) die verschiedenen Formen des höheren Schulwesens einschließlich des höheren Fach- und Berufsschulwesens auf jede geeignete Weise, insbesondere durch allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit, allgemein verfügbar und jedermann zugänglich gemacht werden müssen;

c) der Hochschulunterricht auf jede geeignete Weise, insbesondere durch allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit, jedermann gleichermaßen entsprechend seinen Fähigkeiten zugänglich gemacht werden muß;

d) eine grundlegende Bildung für Personen, die eine Grundschule nicht besucht oder nicht beendet haben, so weit wie möglich zu fördern oder zu vertiefen ist;

e) die Entwicklung eines Schulsystems auf allen Stufen aktiv voranzutreiben, ein angemessenes Stipendiensystem einzurichten und die wirtschaftliche Lage der Lehrerschaft fortlaufend zu verbessern ist.

[...]

Natürlich kann man die Position einnehmen, das Bildung als privates Konsumgut zu betrachten sei. Finde ich durchaus denkbar und legitim. Lediglich verfügt scheinbar die absolute Minderheit die Konsequenz dann auch die Universitäten, soweit sie Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, vollständig von der Lehre zu entbinden und in reine Forschungsanstalten zu verwandeln. Und was ist an einer Gebühr eigentlich marktwirtschaftlich? Es ist allgemein bekannt, dass unterschiedliche Studiengänge auch unterschiedliche Kosten verursachen.

Falls sich jemand auf die von den diversen Ministerien herausgegebenen Zahlen der Ausgaben der Länder pro Studenten pro Jahr bezieht (in B-W sind das irgendwas zwischen 8000 und 9000 Euro), dann möchte ich darauf aufmerksam machen, dass dem offenkundig die Rechnung das "Landesausgabe / Studenten insgesamt = Kosten pro Studienplatz" zugrunde liegt. Wie unglaublich schwachsinnig das ist wird jedem klar, der von einer Uni mehr als nur die Mensa kennt. Die Kosten der universitären Forschung sollen wohl gleich auch noch auf die Studenten abgewälzt werden und das Land profitiert von den produzierten Werten?!
Die 1000 Euro im Jahr sind also mitnichten irgendwelche Almosen, sondern im Wesentlichen Ersatz für den staatlichen Rückzug aus Aufgaben die er (sprich eine Mehrheit der Bürger) sich selbst in Verfassung, Bundesgesetzen und ähnlichem auferlegt hat.

Antworten auf diverse spezielle Probleme (von denen ich nur die gravierensten in meinem Studiengang an meiner "Elite"-Uni angerissen habe) stehen sowieso aus, vermutlich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. So nicht...
 

Benutzer63529 

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Falls dieses Gesetz noch Rechtsgültigkeit besitzt wäre die Einführung von Studiengebühren in den Ländern ja illegal.

Abgesehen davon klingt es natürlich gut: Jeder Mensch sollte kostenlos jede Bildungseinrichtung besuchen dürfen. Der Haken liegt nur in der praktischen Umsetzung. Wenn etwas Geld kostet, es aber jeder kostenlos nutzen möchte, wer bezahlt es denn dann?

Es geht nicht, dass alle alles kostenlos in Anspruch nehmen können.
 
G

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Ich glaube relativ hohe Studiengebühren haben auch einen positiven Einfluss auf das Studium, man gibt sich einfach viel mehr Mühe um schnell fertig zu werden.

Das Argument kann man genauso gut als hirnrissig ansehen.
Die Leute, die auf BA/MA studieren, werden so oder auf Grund der Modul- und Prüfungsordnungen in den meisten Fällen in der Regelstudienzeit fertig.

Und nur, weil ich die Aussicht habe, später mehr zu verdienen, heißt das ja nicht, dass ich jetzt auch die Möglichkeit habe, 500,- € pro Semester mehr zu bezahlen.
Ich will ja nicht abstreiten, dass ein Studium teuer ist, ich hätte auch nichts dagegen die 500,- €/Semester nach meinem Studium nach und nach zu bezahlen, aber auf diese Weise kann ich mir den Master an meiner Wunschuni ohne teuren Kredit leider nicht mehr leisten und das finde ich einfach ungerecht....
 

Benutzer63529 

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Den Kredit brauchst du doch erst zurückzahlen, wenn du dann deinen Job hast, wo du auch entsprechend verdienst.

Findest du es denn umgekehrt gerechter, so wie es jetzt ist?

Du bist 22, in dem Alter haben manche Leute schon 6 Jahre Beiträge gezahlt und mit ihren Steuergeldern den Studenten ihre Bildung finanziert. Ich finde das auch nicht sonderlich gerecht.
 

Benutzer30349  (40)

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Das Argument kann man genauso gut als hirnrissig ansehen.
Die Leute, die auf BA/MA studieren, werden so oder auf Grund der Modul- und Prüfungsordnungen in den meisten Fällen in der Regelstudienzeit fertig.

Und nur, weil ich die Aussicht habe, später mehr zu verdienen, heißt das ja nicht, dass ich jetzt auch die Möglichkeit habe, 500,- € pro Semester mehr zu bezahlen.
Ich will ja nicht abstreiten, dass ein Studium teuer ist, ich hätte auch nichts dagegen die 500,- €/Semester nach meinem Studium nach und nach zu bezahlen, aber auf diese Weise kann ich mir den Master an meiner Wunschuni ohne teuren Kredit leider nicht mehr leisten und das finde ich einfach ungerecht....

Ich bin durchaus auch dafür, das man die Gebühren nach der Uni abdrücken muss. Soll sich halt jeder Aussuchen können.
 
G

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Den Kredit brauchst du doch erst zurückzahlen, wenn du dann deinen Job hast, wo du auch entsprechend verdienst.

Findest du es denn umgekehrt gerechter, so wie es jetzt ist?

Du bist 22, in dem Alter haben manche Leute schon 6 Jahre Beiträge gezahlt und mit ihren Steuergeldern den Studenten ihre Bildung finanziert. Ich finde das auch nicht sonderlich gerecht.

Ich finde es gerechter, wenn jeder danach von seinem Verdienst sein Studium abzahlt. Ich finde es eine enorme Belastung, für mein Studium einen Kredit aufnehmen zu müssen, den ich +Zinsen (!) danach zurückzahlen muss. Es ist halt schon ein Unterschied, wann man das Geld zahlt und was man dafür auf sich nehmen muss.

Das andere mein Studium durch ihre Steuern mitfinanzieren würde ich nicht unbedingt als ungerecht bezeichnen. Ich finanziere ja genauso anderen ihre Kranken- und Pflegeleistungen und ihre Rente mit....so läuft das ja allgemein in einem Sozialstaat.

Um das nochmal klarzustellen: Ich bin nicht grundsätzlich gegen Studiengebühren. Ich bin nur mit der Art und Weise wie diese erhoben werden und vor allem mit der Art und Weise, wie sie verwendet werden wollen unzufrieden. Ich seh's nicht ein, 500,- € Studiengebühren zu zahlen und das Geld dann im Sande versickern zu sehen.
Für mehr/bessere Lehrangebote gebe ich meine Kohle gerne her - aber so? Nö.
 

Benutzer63529 

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Ich finde es gerechter, wenn jeder danach von seinem Verdienst sein Studium abzahlt. Ich finde es eine enorme Belastung, für mein Studium einen Kredit aufnehmen zu müssen, den ich +Zinsen (!) danach zurückzahlen muss. Es ist halt schon ein Unterschied, wann man das Geld zahlt und was man dafür auf sich nehmen muss.

Ich dachte es soll spezielle Studentenkredite geben, zu günstigen Konditionen?

Das andere mein Studium durch ihre Steuern mitfinanzieren würde ich nicht unbedingt als ungerecht bezeichnen. Ich finanziere ja genauso anderen ihre Kranken- und Pflegeleistungen und ihre Rente mit....so läuft das ja allgemein in einem Sozialstaat.

Naja, wenn man erst Abi macht und dann noch ein paar Jahre studiert beteiligt man sich vorerst überhaupt garnicht am Sozialstaat, gegenteilig ist man sogar permanenter Leistungsempfänger. Ausserdem profitiert man selbst davon krankenversichert zu sein. Ein Arbeitnehmer hat aber nichts davon, wenn seine Steuergelder zu Finanzierung von Bildung für Dritte verwandt werden, hm?


Um das nochmal klarzustellen: Ich bin nicht grundsätzlich gegen Studiengebühren. Ich bin nur mit der Art und Weise wie diese erhoben werden und vor allem mit der Art und Weise, wie sie verwendet werden wollen unzufrieden. Ich seh's nicht ein, 500,- € Studiengebühren zu zahlen und das Geld dann im Sande versickern zu sehen.
Für mehr/bessere Lehrangebote gebe ich meine Kohle gerne her - aber so? Nö.

Wofür werden denn die Studiengebühren verwandt?
 
G

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So günstig finde ich die Darlehen nicht. Und ein tragfähiges Stipendiensystem für Benachteiligte gibt es auch nicht überall.


Dass man sich nicht am Sozialstaat beteiligt würde ich so auch nicht sagen. Die meisten Studenten die ich kenne, arbeiten. Und die zahlen auch (wenn auch einen geringeren) Beitrag in die Sozialkassen ein.


Lt. Asta werden 40 - 50 % der Gebühren dazu verwendet, selbige zu verwalten. Für den Rest gibt es an meiner Uni nichtmal einen Finanzplan. Sicher ist aber, dass davon keine zusätzlichen Dozenten oder Lehrangebote finanziert werden.
 
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Ein Arbeitnehmer hat aber nichts davon, wenn seine Steuergelder zu Finanzierung von Bildung für Dritte verwandt werden, hm?

Wenn Du dann mal eine schwere Krankheit bekommst und es keinen Arzt gibt, der diese behandeln könnte, wirst Du diesen Satz bestimmt nochmal überdenken :zwinker:
 

Benutzer63529 

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Wenn Du dann mal eine schwere Krankheit bekommst und es keinen Arzt gibt, der diese behandeln könnte, wirst Du diesen Satz bestimmt nochmal überdenken :zwinker:

Wieso sollte es keinen Arzt geben? Nur weil der "kleine Mann" dem angehenden Arzt seine Ausbildung nicht mehr finanziert? :grin:
 
S

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Wieso sollte es keinen Arzt geben? Nur weil der "kleine Mann" dem angehenden Arzt seine Ausbildung nicht mehr finanziert? :grin:

Mitfinanziert. Genauso, wie andere Arbeitnehmer Dein Kindergeld und Deine Krankenversicherung mitfinanzieren. Wenn bei Dir eine Krankheit diagnostiziert wird, die eine kostenintensive Heilung erfordert, dann wird für Dich auch viel mehr Geld ausgegeben, als Du oder Deine Eltern eingezahlt haben.

Das Prinzip eines Sozialstaates hast Du aber verstanden?
 

Benutzer63529 

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Mitfinanziert. Genauso, wie andere Arbeitnehmer Dein Kindergeld und Deine Krankenversicherung mitfinanzieren. Wenn bei Dir eine Krankheit diagnostiziert wird, die eine kostenintensive Heilung erfordert, dann wird für Dich auch viel mehr Geld ausgegeben, als Du oder Deine Eltern eingezahlt haben.

Das Prinzip eines Sozialstaates hast Du aber verstanden?

Was haben Studiengebühren mit dem Sozialstaat zu tun?

Die Krankenkasse ist eine Solidarversicherung. Alle zahlen ein und alle haben Anspruch.

Bei der Hochschulbildung zahlen alle, aber nur ein kleiner Teil hat Anspruch. Die Masse finanziert einer kleinen Elite die Bildung.
 
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Das ist bei vielen Kultureinrichtungen aber nicht anders....Theater, Oper, etc. pp.

Und von einer kleinen Minderheit würde ich bei Hochschulabgängern nicht sprechen, das sind durchschnittlich pro Jahrgang 19,5 %. [In den Ländern, mit denen Deutschland sich so gerne vergleicht und deren Bildungssystem hier zum Vorbild genommen werden soll fast doppelt so viel....]; lt. OECD-Bildungsbericht.
 

Benutzer61119 

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Ich seh's nicht ein, 500,- € Studiengebühren zu zahlen und das Geld dann im Sande versickern zu sehen.
Für mehr/bessere Lehrangebote gebe ich meine Kohle gerne her - aber so? Nö.

Ganz genau so seh ich das auch. Wie gesagt, wenn sich mit dem Geld wirklich was ändern würde und es nicht wieder etliche Ausnahmen geben würde, wäre es ja prinzipiell nicht so schlecht.

Im übrigen find ich studieren im Moment schon teuer genug... und von kostenloser Bildung kann da schon lange keine Rede mehr sein.
 
S

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Gast
Das ist bei vielen Kultureinrichtungen aber nicht anders....Theater, Oper, etc. pp.


So sieht's aus.


@candyfloss

Wenn Du eine Ausbildung machst, dann verursachst Du für Deinen Arbeitgeber auch erstmal mehr Kosten, als dass Du Gewinn bringst.

Warum sollten für einen Studenten andere 'Regeln' gelten? :ratlos:

Wir brauchen nunmal qualifizierte Fachkräfte, genauso wie wir Menschen brauchen, die in den anderen Sektoren arbeiten.

Und ich frage Dich: Wie soll jemand, der durch sein Studium schon eine 40 Stunden hat, noch das Geld aufbringen? Zusätzlich zu den Lebenshaltungskosten, die sowieso schon nicht zu verachten sind? Weißt Du, wie die Realität aussieht?
 
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Naja, wenn man erst Abi macht und dann noch ein paar Jahre studiert beteiligt man sich vorerst überhaupt garnicht am Sozialstaat, gegenteilig ist man sogar permanenter Leistungsempfänger.

Leute mit Hochschulabschluß leisten später relativ gesehen im Schnitt einen höheren Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt, tragen später relativ gesehen mehr zum Steueraufkommen und zu den Sozialabgaben bei.

Meinst du wirklich, daß dies alles die Jahre, in denen diese Leute angeblich "permanente Leistungsempfänger" waren, nicht schon mehr als ausreichend aufwiegt?

Ausserdem profitiert man selbst davon krankenversichert zu sein.

Sicher, genauso profitieren aber auch andere davon, daß ich mich bspw. krankenversichere. Durch meine Beiträge finanziere ich nämlich im Schnitt weniger meine Behandlungskosten sondern mehr die des einfachen Arbeiters mit, die im Schnitt - aufgrund der schwereren körperlichen Arbeit die er leistet - höher sind als meine.

Ein Arbeitnehmer hat aber nichts davon, wenn seine Steuergelder zu Finanzierung von Bildung für Dritte verwandt werden, hm?

Das stimmt so nicht. Wenn ein Arbeitnehmer durch seine Steuergelder die Hochschulausbildung Dritter mitfinanziert, dann hat er durchaus was davon, wenn auch eher mittelbar als direkt.

Dadurch, daß du durch deine Steuergelder die Hochschulausbildung anderer mitfinanzierst, sorgst du dafür, daß diese Leute später im Schnitt mehr Geld verdienen und mehr in die Steuer- und Sozialsysteme einzahlen können, als dies ohne deine finanzielle Mitunterstützung von deren Hochschulausbildung der Fall gewesen wäre.

Von diesem allgemeinen besseren "Vorankommen der Volkswirtschaft als Ganzes" und dem "Mehr an Staatseinnahmen" profitierst schlußendlich aber auch du, indem der Staat so nun in die Lage versetzt wird mehr für sein Volk auszugeben.

Deine Mitfinanzierung der Bildung Dritter ist also eine Investition in dein eigenes späteres Wohlergehen. Die zentrale Frage die sich jetzt natürlich stellt, ist folgende:

Zahlt sich diese Investition für dich auch aus, d.h. erwirtschaftest du dabei eine Rendite?

Diese Frage einigermaßen objektiv beantworten zu können, ist sehr schwierig. Auf jeden Fall bedarf bedarf es hier etwas mehr Überlegungen als eines wilden Durcheinanderwerfens von populistischen Phrasen. Ich halte mich in dem Punkt deshalb zurück.
 
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