Studentenwohnheim oder Wohnung

Benutzer76959  (30)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo zusammen,

ich nehme zum April nächsten Jahres ein Studium auf und muss mir (fast) zwangsläufig eine Unterkunft suchen. Aller Wahrscheinlichkeit nach beziehe ich BAföG, Kindergeld und noch Einkünfte aus einem kleinen Nebenjob (etwa 200€/monatlich). Nun schwanke ich stark, ob ich ein Zimmer in einem Studentenwohnheim mieten oder mir eine eigene 1-Zimmer-Wohnung nehmen soll. Eine WG schließe ich erstmal aus.

Nun raten mir viele Freunde, auf keinen Fall in ein Studentenwohnheim zu ziehen, weil ich ein Typ bin, der auch mal seine Ruhe haben und entspannen möchte. Meine Eltern hingegen meinen, ich solle das genaue Gegenteil tun, da ich dort in einer völlig neuen Stadt leichter Anschluss fände, wenn ich in einem Studentenwohnheim unterkomme.

Mir fehlt natürlich noch der reale Eindruck. Alle Wohnheime habe ich mir bisher nur auf Bildern angeschaut. Allerdings werde ich nächstes Wochenende einen Freund besuchen, der in "meiner" Unistadt studiert und die Wohnheime besichtigen.

Ich habe mal Pro- und Contra-Argumente aufgelistet. Über Ergänzungen würde ich mich freuen.

Eigene Wohnung

+ Eigene Küche/eigenes Bad
+ wahrscheinlich sehr viel ruhiger, entspanntere Lernatmosphäre
+ Mein Reich, meine Ordnung, ich muss mich nicht über versiffte Sanitäranlagen ärgern
+ Keine Bewerbungsfristen wie bei Wohnheimen

- Im Durchschnitt etwa 50 - 100 Euro teurer als gleichwertige Studentenwohnheime
- Weniger Kontakt zu Mitstudenten (Obwohl ich der Überzeugung bin, dass ich im Unialltag genug Kontakte knüpfe)


Studentenwohnheim

+ Im Schnitt etwas günstiger
+ Meist Internetanschluss und Waschküche im Keller
+ Viele Mitstudenten = Schneller/leichter Anschluss finden?

- Viele Partystudenten und wenig Ruhe? (Reine Vermutung)

Es ginge mir nichtmal darum, dass Studentenwohnheime oft sehr spartanisch ausgestattet sind. Wenn ich sicher gehen kann, dass es unter der Woche so etwas wie Nachtruhe gibt, könnte ich mir auch vorstellen, hier zu wohnen. Gemeinsame Küche/Sanitäranlage wäre nicht so tragisch.

Was meint ihr? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Wohnheim. Soo viel unkomplizierter falls du dir (- hoffentlich nicht, aber man weiß ja nie-) überlegst, doch zu wechseln.
Für alles andere gibt es Oropax oder ne klare Ansage an die Mitbewohner.
Weshalb schließt du die WG aus? Ich würde dir empfehlen, dich ein oder zwei Semester lang in nem Wohnheim einzuquartieren, während dieser Zeit nette Leute kennen zu lernen und mit denen dann eine WG zu gründen.
Freunde, die tatsächlich alleine wohn(t)en, bereuen das allesamt. Ich kenne nur eine Person, die wirklich glücklich damit ist. Gerade wenn du neu und alleine in der Stadt bist kann ich mir gut vorstellen, dass es schön ist, mit anderen Leuten zusammen zu wohnen. Unialltag - ja. Im Wohnheim dagegen lernst du völlig andere "Studiengangsmenschen" kennen, hast noch mal ein ganz anderes soziales Umfeld. Das mag dir jetzt noch nicht so extrem vorkommen und vielleicht ist das ja auch nur bei mir so, aber ich finds total angenehm, mindestens zwei feste, intensive "Bezugsfelder" zu haben: Uni und Zuhause. Ich denke, dass es da nicht nur mir so geht :smile:.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Warum kommt eine WG für Dich denn nicht in Frage?

In meinem Wohnheim in Berlin hatte ich keine WG, sondern wohnte in einem möblierten "Einzelapartment" (klingt nach Einzelhaft, oder?) mit eigener Mini-Küchenzeile und eigenem Minibad. Das eigentliche Zimmer war etwa 15 m² groß, davor war der Flur samt Küchenzeile und großem Einbauschrank. Möbel: Bett, Tisch, Stuhl, Wandregal. Es war noch genügend Platz für einen Sessel. Ach ja, der Südwest-Balkon ist nicht zu vergessen! Aus dem achten Stock ein weiter Blick über die Stadt...(Nur jedes zweite Apartment hatte einen Balkon, mein Nachbar tat mir immer leid. :zwinker:)

Off-Topic:
Nach dem Wohnheimjahr in Frankreich echter Luxus, da ich dort ein 8 m² großes Zimmer hatte mit einem Waschbecken, dort teilten sich die 35 Leute auf dem Flur drei Duschen und drei Toiletten. Kochgelegenheit gab es nur theoretisch, die Küche war ein gefliester Raum mit Waschbecken, auf einer Etage gabs immerhin zwei Camping-Herdplatten. Trotzdem eine Erfahrung, die ich nicht missen will.


Es gab im WH Gemeinschaftseinrichtungen: Eine Waschküche, einen Fitnessraum sowie ein Bistro bzw. Café, in dem Bewohner abends für andere kochten. Außerdem ehrenamtliche studentische Selbstverwaltung, die u.a. das Café betrieb. PC-Raum war in Planung.

Ich habe dort sehr gern gewohnt und im Übrigen meinen ersten langjährigen Freund dort kennengelernt, er wohnte einen Stock unter mir. Nach drei Semestern zog ich dann mit ihm zusammen.

In diesem recht großen Wohnheim konnte man problemlos komplett isoliert und ohne Kontakte leben, wenn man das wollte. Man konnte aber auch Anschluss finden, einmal ins Bistro gehen reichte eigentlich. Wir haben auch Partys und Grillabende veranstaltet, besonders für die Neuankömmlinge.
Das heißt aber nicht, dass hauptsächlich Partystudenten dort wohnten - ich konnte nicht erkennen, dass dort mehr oder weniger Partystudenten als anderswo lebten. Die Spezies ist auch in Wohngemeinschaften verbreitet. Und es soll auch Partystudenten mit eigener Wohnung geben... :zwinker:

Möglich, dass in Wohnheimen mit hohem Gaststudentenanteil aus dem Ausland die Partymacher stärker vertreten sind, bei uns war es eine sehr gute und normale Mischung.

Ich habe später auch in einer Wohnung mit meinem Freund und in einer Wohngemeinschaft gewohnt - alles hat seine Vor- und Nachteile. Für den Start war es im Wohnheim für mich genau richtig. Ich kannte die Stadt noch nicht gut und konnte so erstmal herausfinden, in welcher Ecke es sich denn gut leben lässt für bezahlbare Mieten. Und ein möbliertes Wohnheimzimmer zu räumen und in eine Wohnung oder WG zu ziehen ist relativ leicht ohne viel Renovierungsaufwand möglich.

Schau Dir an, wie Dir die gewünschte Unistadt gefällt und wie dort die Wohnheime sind. Es gibt verschiedene Modelle - echte WG-Wohnheime, in denen die Bewohner auch über die Kandidaten entscheiden und nicht nur die Verwaltung die Leute zuweist; Wohnheime, in denen sich die Zimmer aneinanderreihen und es eine gemeinsame Küchenzeile und ggf. gemeinsame Duschen gibt; Einzel- oder Doppelapartments...

Wenn es in den Wohnheimen, die Du Dir anschauen willst, ein Café oder Bistro gibt: hingehen und Leute anquatschen. Du kannst auch im Flur Leute ansprechen, ob sie Zeit haben und Du Dir kurz ein Zimmer anschauen kannst. Hab ich damals öfter erlebt, als ich dort wohnte, und wenn aufgeräumt war, hab ich das auch manchmal gemacht, ich konnte den Wunsch gut verstehen.
 
R

Benutzer

Gast
Ich habe 2 Jahre im Wohnheim gelebt, hatte ein eigenes Bad und eine eigene "Küche" (2 Herdplatten und Spüle, wenn man ne Mikrowelle hat, reicht es aber vollkommen) und ich hatte immer meine Ruhe, bei uns gab es kaum Parties, und wenn, dann im Aufenthaltsraum und nicht um Gang. :zwinker:

Für mich war es perfekt als Einstieg und ich würde es jederzeit wieder so machen. Wenn man Anschluss möchte, findet man ihn im Wohnheim sehr leicht (entweder bei den Veranstaltungen in den Aufenthaltsräumen oder einfach beim Treffen auf dem Gang - man weiß, dass jeder Student/in ist und hat daher keine "Hemmungen", jemanden anzusprechen). Wenn man seine Ruhe will, kann man ja einfach ins Zimmer gehen und die Türe schließen.

Außerdem sind Wohnungen fast immer deutlich teurer, da dürften 50 Euro nicht reichen. Und um eine Wohnung "bewerben" muss man sich in Universitätsstädten meist auch, da es, grade auch für 1-Zimmer-Wohnungen, immer mehrere Interessenten gibt.

Auch in Wohnheimen gibt es Hausordnungen (22h Nachtruhe) und Hausmeister - zur Not einfach mal bei den lauten Nachbarn klingeln und um Ruhe bitten.

Ich kenne in meiner Stadt ganze 6 Wohnheime und keines davon ist eine Partyhochburg. Das wird von den Hausmeistern oder dem Studentenwerk doch auch überwacht, die wollen ja auch nicht, dass in den Wohnheimen ständig Halligalli ist.
 

Benutzer76959  (30)

Verbringt hier viel Zeit
Also ich stelle mir das schwierig vor, mit völlig fremden Menschen direkt einen Haushalt zu teilen. Was ist, wenn ich nicht wohl fühle, weil ich z.B. viel ordentlicher als der Rest bin? Ich lehne WGs nicht völlig ab. Ich würde ohne zu zögern eine WG mit Freunden von mir aufmachen, weil ich weiß, worauf ich mich einlasse.

Und was den Kostenunterschied zwischen Wohnungen und Studentenwohnheimen anbetrifft: Mit 100 Euro mehr kommt man da schon ganz gut hin. Die billigsten (!) Appartements in den Wohnanlagen kosten knapp 220 Euro. Für 330 warm bekomme ich eine Wohnung, zumindest sagt das Immobilienscout.

Noch ein Problem: Ich könnte mich mit einem Studentenwohnheim durchaus anfreunden und es wäre eventuell sogar die beste Möglichkeit, mich schnell einzuleben. Leider ist das total blöd geregelt. Die Bewerbungsfrist läuft am 20. Februar aus, d. h. ich würde Ende Februar erfahren, ob ich eine Unterkunft habe. Wenn ich kein Glück beim Losverfahren habe, steh ich dann da und muss innerhalb weniger Wochen eine Wohnung finden.
 

Benutzer30735 

Sehr bekannt hier
Also ich stelle mir das schwierig vor, mit völlig fremden Menschen direkt einen Haushalt zu teilen. Was ist, wenn ich nicht wohl fühle, weil ich z.B. viel ordentlicher als der Rest bin? Ich lehne WGs nicht völlig ab. Ich würde ohne zu zögern eine WG mit Freunden von mir aufmachen, weil ich weiß, worauf ich mich einlasse.

Da wär ich mir nicht so sicher. Gibt schon Freundschaften die dann zerbrochen sind, nach der WG-Gründung. Gab vor kurzem auch einen Thread hier. Als ich vor 3 Jahren zu studieren begonnen habe, kannte ich viele die einfach mit jemand fremdes zusammengezogen sind, die haben sich super verstanden, wichtig ist halt dass jeder seinen Bereich hat und ein paar Regeln müssen einfach eingehalten werden.
Meine Freundin hingegen hatte wirklich ein einzelnes Zimmer mit 2 Betten drin mit einer "fremden", das hat gar nicht funktioniert, aber das würde für mich auch niemals in Frage kommen.

Ich kann dir ja sagen wie es bei mir war: WG wollte ich einfach nicht (wobei ich es dann vl. auch ganz cool gefunden hätte), Studentenwohnheim war schon zu spät für mich, hab erst so spät die Zusage bekommen. So habe ich ein Jahr in einem 16 m² möblierten Zimmer gewohnt inkl. Küchenzeile und Bad+WC. War ganz ok bis auf den Preis und die Vermieter :grin:
Das Jahr darauf wohnte ich dann ähnlich, auch so ein Zimmer inkl. allem und das war dann etwas größer. War zwar kein Studentenwohnheim, aber trotzdem wohnten eigentlich nur Studenten dort (war ja genau für die auch gedacht) und so konnte man sich immer in den Gemeinschaftsraum/Balkon setzen oder man konnte sich zurückziehen. War für mich ideal.

Das passt vielleicht auch am besten zu dir. Von einer Wohnung würde ich abraten, habe ich mir auch angeschaut, aber die wäre natürlich nicht komplett möbliert gewesen, und für 2 Jahre hätte ich keine Lust gehabt da so viel reinzukaufen. Wenn sie voll möbliert ist, ist es natürlich was anderes.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mein Favorit ist ja eigentlich eine WG - natürlich nur mit den passenden Leuten...
Da finde ich die Idee, erst mal im Wohnheim zu wohnen, bis man passende Leute für eine WG-Gründung gefunden hat, ziemlich gut.

Ob ein Wohnheim dauerhaft für mich in Frage käme, hängt von gewissen Bedingungen ab:
Ein Wohnheim, in dem man pro Etage mit 20 Zimmern eine kleine Küche und gemeinsame Toiletten und Duschen hat, käme für mich eher nicht in Frage, weil es da wohl unweigerlich Konflikte bei der Küchennutzung gäbe und ich auch mangelhafte hygienische Zustände befürchte.
Wenn sich dagegen 4-6 Zimmer jeweils ein Bad und eine Küche teilen (also wieder eher WG-ähnlich), fände ich ein Wohnheim nicht schlecht. Mit eigenem Bad und eigener Küche wäre es ideal.
Dazu müsste aber auch die Zimmergröße akzeptabel sein und, wenn das Zimmer möbliert ist, müssten die Möbel für mich akzeptabel sein. Unmöbliert wäre mir lieber. - Dann kann ich das Zimmer nach meinem Geschmack einrichten.
(In meiner Unistadt gibt es teilweise winzige Zimmer mit völlig inakzeptabler Einrichtung...)

Eine eigene Wohnung wäre für mich aber höchstwahrscheinlich der absolute Horror. Die Einsamkeit würde mich fertig machen.
Ich bin einfach kein besonders kontaktfreudiger Mensch und habe Probleme dabei, neue Leute kennenzulernen.
Deshalb bräuchte ich eine Umgebung, in der man leicht neue Leute kennenlernt (Wohnheim) und/oder mehr oder weniger erzwungenen Kontakt zu anderen Menschen hat (WG), um nicht völlig zu vereinsamen.

Aber ich war ja so blöd und habe den größten Fehler gemacht, den ich nur machen konnte: Ich wohne weiterhin bei meinen Eltern, 20km von meiner Unistadt entfernt und habe es nie geschafft, irgendwelche richtigen Sozialkontakte an der Uni, bzw. in der Unistad aufzubauen.
 

Benutzer13408 

Meistens hier zu finden
Ich persönlich war nie ein Freund von Wohnheimen / WG's. Aber einfach aus dem Grund heraus, dass ich meine Ruhe haben wollte. In meiner Kindheit haben wir mit Oma, Opa, Uroma, Eltern zusammengewohnt und ich fand es manchmal anstrengend, dass dauernd jemand um mich herum ist und man nie seine Ruhe hatte.

Als ich ausgezogen bin, hab ich mir eine 30m² Wohnung genommen und habe das sehr genossen. Es war toll und auch herausfordernd für sich alle zu sein und sein Leben plötzlich ganz selbst bestimmen zu können bzw. zu müssen. Und die Tatsache, dass man automatisch "allein" ist, wenn man sich niemanden einlädt, ist auch manchmal nicht einfach :smile:

Mittlerweile (nach 8 Jahren allein wohnen und 3 Umzügen) könnte ich mir schon vorstellen, mit einer Freundin zusammenzuwohnen. Allerdings würde ich dann gerne viel Platz und getrennte Bereiche wünschen.

Hör auf Dein Gefühl. Du kannst ja auch beides ausprobieren. Wenn Du Dir eine kleine Wohnung leisten kannst, ist das doch super. Leute einladen kann man sicher ja immer noch, wenn man Gesellschaft haben will....
 

Benutzer76959  (30)

Verbringt hier viel Zeit
Also mein Freund meinte, dass auch die Appartements in seinem Studentenwohnheim mit Küche und Bad ausgestattet sind. So ist mir das auch recht. Hauptsache keine Gemeinschaftsküchen und -bäder. Wie auch immer, ich habe mich jetzt dort beworben und bekomme schon Ende Dezember (!) bescheid, ob ich einen Platz ergattern konnte. Dann kann ich immer noch entscheiden. Im Endeffekt ist es wohl eine Bauchentscheidung, die sich im Notfall ja immer noch revidieren lässt.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Zum Thema WG: Ich bin nach einer Trennung aus der "Paarwohnung" in eine WG gezogen. Und ich habe mir bewusst keine WG mit Freunden gesucht, sondern habe nach einem WG-Zimmer in einer bestehenden WG gesucht. Die beiden Männer, mit denen ich zusammenzog, kannte ich vorher nicht - aber Grundsympathie war sofort da. Das Zimmer gefiel mir auch :zwinker:. Bei dem ersten Beschnuppern hatte einer der zwei möglichen zukünftigen Mitbewohner direkt gesagt, dass er dann kocht und wir ja zusammen essen können; ob ich was nicht esse, zum Beispiel Fleisch? Ah, okay, dann macht er gefüllte Paprika mit Reis.

Bei dem Essen haben wir uns unterhalten, was uns beim Zusammenleben wichtig ist - also beispielsweise wie finanzieller Kram geregelt wird; die Option auf gemeinsames Essen und sonstige Aktivitäten, aber eben keine Pflichtveranstaltung wie "Jeden Montag wird hier gemeinsam gekocht". Und: Falls das gemeinsame Wohnen nicht klappt und es Konflikte gibt, zieht der aus, der als Neuester dazugekommen ist. Wenns in einer Sache Ärger oder Unmut gibt, dann raus damit, also direkt ansprechen.

Klar war es trotzdem ein Wagnis, nach nur einem Abend weiß man ja nicht endgültig, wie ein Mensch nun wirklich ist. Die beiden Männer haben sich trotzdem schon am nächsten Tag für mich entschieden - und ich mich für sie, ich habe in der WG dann gut vier Jahre gewohnt und würde jederzeit wieder mit "Fremden" zusammenziehen, wenn Sympathie vorhanden ist und es gewisse Schnittmengen gibt.

Risiko beim Zusammenziehen mit guten Freunden: Dass (ggf. heimliche/unbewusste) Erwartungen an den Freund enttäuscht werden. Ich habe einige Freundschaften kriseln sehen, weil gemeinsames Wohnen und fast automatisch zugehörige Konflikte doch eine andere Nähe bedeuten als gelegentliche gemeinsame Unternehmungen.
 

Benutzer101689  (40)

Sorgt für Gesprächsstoff
Wahr ist, dass Du im Wohnheim schneller Anschluss findest. Das ist gerade zu Beginn eines Studiums unbezahlbar. Wenn Du neu irgendwo bist, wird Dir Anschluss definitiv wichtiger sein als Ruhe. Von einer eigenen Wohnung rate ich Dir daher eher ab, da dieser Schritt das "Abnabeln von Mama und Papa" schwieriger macht. Gerade wenn man in eine neue Stadt zieht ist man anfangs manchmal schrecklich alleine.

Außerdem: Je älter Du wirst, desto unwahrscheinlicher wird es, dass Du jemals in einer WG oder in einem Wohnheim leben wirst. Sowas macht man i.d.R. wenn man jung ist. Ich jedenfalls möchte keine WG missen.

Mein Tipp: Hör auf Deine Eltern. Solltest Du nach einem Jahr merken, dass es wirklich nichts ist, dann such Dir eine eigene Wohnung.
 

Benutzer53463 

Meistens hier zu finden
Habe bisher in zwei Wohnheimen in zwei Städeten gewohnt. Für mich kam eigentlich nur eigenes Bad und eigene Küche in Frage, da ich gewisse Wagnisse nicht eingehen wollte. Damit schränkt sich die Auswahl dann schon mal etwas ein.

Wohnheim 1 war dann im nachhinein ein ziemlicher Reinfall, da dort extrem viele Erasmusleute wohnten die wirklich nur zum feiern und nicht zum Studieren da waren. D.h. in Kombination mit der schlechten Bauweise hatte man dort fast ständig Lärm. Die Verwaltung war unfähig und der Hausmeister in Folge dessen machtlos.

In der neuen Stadt war es dann aber viel besser. Lärm hat man hier gar nicht. Ausstattung ist wieder mit Bad und Miniküche. Vorteilhaft ist auch, dass hauptsächlich Leute aus meinem Studiengang hier wohnen und man dadurch dann eben sehr nah an einigen Leuten aus dem Semester wohnt, ohne aber auf sein eigenes "Reich" verzichten zu müssen.

Denke deine Rechnung mit Wohnung ist 100€ teurer ist noch relativ falsch. Bei fast allen Wohnheimen ist Strom, Heizung, Wasser inklusive. In einer privaten Wohnung hast Strom extra und beim Rest können ziemliche Nachzahlungen anfallen. In vielen Wohnheimen gibt es zudem noch Internet inklusive oder zumindest zu sehr günstigen Tarifen. Das alles macht auch bestimmt nochmal 50€/Monat aus.
 

Benutzer97051 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich hab mein erstes Jahr bei der Uni in einem Studentenwohnheim gewohnt. Es war zuweilen ein eher verrücktes Jahr - das soll ja selbstverständlich wenn man mit 10 anderen Jungs wohnt - aber eins an das ich mich immer gut erinnern werde.

Ich rat dir mal, hör auf deine Eltern - du bist erst 20, du hast noch dein ganzes Leben um dir über deine Ruhe Sorgen zu machen und du triffst sicher mit Leuten, mit denen du lebenslange Freundschaften knüpfen wirst.

Es ginge jedenfalls um deine eigene Einstellung - du würdest nicht dazu gezwungen, jeden Abend in irgendeine Bar zu gehen oder dich mit deinen Mitbewohnern zu unterhalten wenn es dir nicht passt.

Nichtsdestotrotz...trag Handschuhe in der Küche :zwinker:
 

Benutzer101786 

Benutzer gesperrt
Würde dir auch von Wohnheim abraten - hat mir echt nicht gut gefallen da!
Wobei es natürlich auch unterschiede in Wohnheimen gibt!!! Es gibt wohnheime, da hast du ein eigenes Apartement mit Küche & Mini-Bad, in einigen WG-Wohnheimen teilen sich immer 3-4 Leute alles und dann gibts die Wohnheime, in denen so 10-15 Leute auf einem Flur wohnen und sich Küche und Toilette und Dusche teilen (da wohnte ich). Die Küche habe ich aufgrund des zustands ehrlich gesagt NIE benutzt - mir immer was beim Bäcker geholt, die Leute, die da noch wohnten, waren irgendwie nicht so mein Ding. Man bekommt im Wohnehim nicht unbedingt gleich tausend Leute, mit denen man suoer klarkommt vorgesetzt! aso & geduscht habe ich in Flipflops! Und der Nachteil am Wohnheim: Du kannst dir deine Mitbewohner nicht aussuchen (was ja in einer WG ginge)!

Und den Anschluss im Studium bekommt man auch so, wenn man zur Einführungswoche geht!
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Wohnheim! :herz:

Wenn man Ruhe braucht, dann kann man sich in sein Zimmer zurückziehen. Aber wenn man Gesellschaft braucht, ist immer jemand da. Da gibt es den Student, der zuvor eine Ausbildung zum Koch gemacht hat, das Mädel, dass gerne backt, den Schachspieler, den DVD- und Wii-Freak, ist ist jemand da für Kino & Kultur, für lange Diskussionen. Jemand zum flirten, jemand zum Sportmachen, jemand für ernsthafte Gespräche usw. Und ab und an gibt es tolle Barabende und super Parties.

An Küche, Wohnzimmer und Bad gewöhnt man sich schnell. Wir haben eine Reinigungskraft, die jeden Tag vorbeischaut. Es ist wie eine Klassenfahrt in einer Jugendherberge, bloß auf Dauer.
 
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