Stress mit ehemaliger, befreundeter Kollegin

Benutzer152383 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo liebe Community!

Ich bin seit einiger Zeit stille (aber aufmerksame) Mitleserin.
Nur möchte ich mich an euch wenden in der Hoffnung, ein wenig Rat zu bekommen (sorry vorab fuer den langen Text).

Ich habe bzw. mache mir Stress wegen meiner (Ex-)Kollegin.

Aber zur Ausgangslage:
Ich leite mit meinem Mann ein kleines Unternehmen, wir sind ein Team von rund 40 Personen, die sich alle gut verstehen (klar gibt es manchmal Spannungen, aber die Stimmung ist im Grossen und Ganzen locker und wir sind um ein gutes Verhältnis sowie freundlichen Umgang zwischen allen bemueht). Mein Mann ist der Besitzer des Ladens, ich bin seit 2,5 Jahren angestellt.

Die Person, um die es geht, kam vor ca. 1,5 Jahren ins Team. Ich kannte sie vorher schon, wir haben uns nach und nach angefreundet. Wenn die Zeit es hergab haben wir auch ausserhalb der Arbeit mal was unternommen. Ich mochte (bzw. mag) sie gerne...

Ihr Freund war damals arbeitslos. Als er bei einem unserer Event mal spontan mit anpackte, ist er uns und seine Einstellung zu unserem Betrieb positiv aufgefallen, sodass mein Mann sich entschloss, ihm einen Job anzubieten, den er auch annahm. Er machte sich gut und nach einigen Monaten folge ein kleiner Aufstieg fuer ihn mit Gehaltserhöhung. Ausserdem gab es kleine 'Hilfen' hier und da seitens meines Manns, der sich gut mit ihm verstand.
Soweit, so gut.

Nach seinem Aufstieg hielt die Motivation des jungen Herrn noch ein paar Wochen, dann ging es stetig bergab. Er würde seine Aufgabe nicht kennen (obwohl wir oft Gespräche geführt haben) und sich nicht wertgeschätzt fühlen. Er kündigte fristlos.

Ihr fragt euch jetzt, was meine Kollegin damit zu tun hat?
Wie sich herausstellte, hat ihr Freund Schulden bei uns angesammelt. Dazu sei erklärt, dass es Team-Membern bestimmten Positionen erlaubt ist, bis zu einem bestimmten Betrag pro Tag von unserer Bar zu essen und zu trinken. Was darüber hinaus geht wird am Monatsende vom Gehalt abgezogen.
Der Hauptaufgabenbereich meiner Kollegin war das Personalmanagement, so auch die Auszahlung des Gehalts, das heisst sie war verantwortlich fuer die gerat beschriebene Verrechnung. Das lief ein paar Monate ohne Probleme, habe nachkontrolliert. Aber dann, anstatt jeden Monat die komplette monatliche Verköstigung ihres Freundes abzuziehen, hat sie es entweder nur teilweise, später dann garnicht mehr gemacht. Leider war ich auch so bescheuert, und habe da vertraut. Lief ja am Anfang, und ausserdem könne ich auf sie (als Freundin) ja auch bauen.

Ihr Freund hat versichert, dass er peu-à-peu alles abbezahlen werde. Gekommen ist wenig, wenn überhaupt, dann nur auf Anfrage.

Meine Kollegin kümmerten die ausbleibenden Rückzahlungen, obwohl es eigentlich ihre versäumte Aufgabe war, nicht weiter. Sie bat mich, sie von nun ab da raus zu halten, weil es ja ihr Freund sei und es sei irgendwie komisch, solch eine Angelegenheit zu handeln.

Eine Zeit später reichte auch meine Kollegin die Kündigung ein. Grund: sie könne und wolle nicht mehr mit meinem Mann zusammenarbeiten. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung der beiden, mein Mann hatte ihre Langzeitaufgaben nicht erfüllt gesehen und als er sie zur Rede stellte, log sie ihn an. Mein Gatte kann dann recht ungehalten werden und hat sie mit Worten ziemlich zusammengestaucht. Ich hätte es diplomatischer gewünscht, kann aber auch verstehen, dass man bei Lügen ausflippt - besonders, wenn sowas den Betrieb (und unsere Existenz) bedroht.

Als dann das Abschluss-Salary meiner Kollegin anstand, hatte mein Mann die Idee, die noch ausstehenden Schulden ihres Freundes von ihrem Gehalt abzuziehen. "Sonst sehen wir die Kohle nie mehr wieder". Fand ich einen krassen Schritt, daher versuchte ich nun verstärkt, besagten Ex-Kollegen zu erreichen um noch eine andere Lösung zu finden, aber vergeblich. Der Typ blockte nach und nach immer mehr ab. Mein Mann liess sich nicht beirren, sie hätte nicht verantwortungsvoll gehandelt und ausserdem handele es sich ja nicht um einem Wildfremden sondern um seinen Freund, dem sie damit "aus der Patsche" helfen würde.
Den Entschluss fand meine Kollegin natürlich weniger prickelnd, hat mich angerufen und mich angefaucht.
Ich sei dafür verantwortlich, weil ich nach einer Weile nicht mehr nachkontrolliert hätte.

Ihr letzter Arbeitstag war unterkühlt, ich war total gehemmt. Ich gab ihr ihr Arbeitszeugnis, sie verschwand, ich sah sie bis heute nicht mehr wieder. Sei kündigte die Freundschaft auf FaceBook zu mir und meinem Mann.

Bald wird sie im Nachbarort eine Stelle antreten (vermute ich), und da es das gleiche Gewerbe ist, wird man sich sicherlich oft sehen. Die Kollegen-Clique, in die sie da kommen wird, mischt ganz weit oben mit, wenn es um Gossip geht, und ich habe die Befürchtung, dass wir von der Ex-Kollegin vor den anderen durch den Dreck gezogen werden.

Nun mein Problem:
Ich fühle mich schlecht - das geht mir alles ziemlich nah. Ich habe nicht nur eine Kollegin, sondern auch eine 'Freundin' verloren. Ich weiss nicht, wie ich mich verhalten soll, wenn wir uns über den Weg laufen.
Ich fühle mich schuldig und wollte niemanden wütend machen. Auch möchte ich nicht, dass über uns schlecht geredet wird...

Hat jemand einen Tip? Wie geht ihr mit Auseinandersetzungen um?

Ich würde mich über ein paar Statements freuen...
 

Benutzer58449  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Als dann das Abschluss-Salary meiner Kollegin anstand, hatte mein Mann die Idee, die noch ausstehenden Schulden ihres Freundes von ihrem Gehalt abzuziehen.
Off-Topic:

Ähm...ist das überhaupt erlaubt? Die beiden sind nicht verheiratet, seine Schulden gehen sie also garnichts an.
 

Benutzer58449  (32)

Planet-Liebe ist Startseite


Verboten ist es hier nicht (leben im Ausland)...
Dennoch: Arschige Aktion als Arbeitgeber....:confused:

Ich wäre an ihrer Stelle auch sauer und würde mich ähnlich verhalten.
Lasst da erstmal Gras drüber wachsen und irgendwann kann man ja vielleicht das Gespräch suchen. Jetzt würde ich aber erstmal auf Abstand gehen.
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
wenn man selbständig ist, muss und sollte man privat und geschäft trennen können und entsprechend auch nur solche menschen einstellen, die dies ebenfalls praktizieren.
so wie ich es verstehe und aus der ferne beurteile, kann dein mann vielleicht nicht diplomatisch genug mit seinen mitarbeitern umgehen und dann entstehen schnell mal missverständnisse, die geld ... und manchmal eben auch freundschaften kosten.

man kann auch meiner ansicht nach nicht einer mitarbeiterin einfach so geld abziehen für ihren freund.

während meiner selbständigkeit habe ich stets versucht das private und das geschäftliche zu trennen.
manche menschen konnten das auch nach einer VORHERIGEN diskussion nicht wirklich nachvollziehen und so ist es dann besser sich nur für eines zu entscheiden. :zwinker:
 

Benutzer152383 

Sorgt für Gesprächsstoff
Dennoch: Arschige Aktion als Arbeitgeber....:confused:


Ich bin da auch absolut nicht glücklich drüber. Meinen Mann habe ich versucht ins Gewissen zu reden. Er meint dennoch, solch eine Aktion hätte nicht passieren dürfen, und das es ihre Aufgabe war, das zu überwachen, musste sie jetzt gerade stehen. :frown:

wenn man selbständig ist, muss und sollte man privat und geschäft trennen können und entsprechend auch nur solche menschen einstellen, die dies ebenfalls praktizieren.

Das ist wohl war. Aber auch irgendwie schwer, wenn man einem Kumpel aus der Arbeitslosigkeit helfen möchte...
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
Das ist wohl war. Aber auch irgendwie schwer, wenn man einem Kumpel aus der Arbeitslosigkeit helfen möchte...
ihr müsst VOR dem einstellen bereits eure bedenken äussern und klarstellen, das das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.
trotzdem kann und wird es immer mal wieder vorkommen, das andere erst hurra schreien und später dann beleidigt und unzufrieden sind mit der situation ... und einem letztlich den arsch zudrehen.
man selbst darf sich dann fragen, ob andere die arschlöcher sind oder man selbst ... und was man beim nächsten mal vielleicht besser/anders machen sollte. :zwinker:
 

Benutzer87146 

Meistens hier zu finden
Hi,
deine Angestellte hat ganz klar ihre Position missbraucht um ihrem Freund einen Vorteil zu verschaffen. Jeder andere Kollege muss ja sein essen am Ende des Monats bezahlen. Das ist Vetternwirtschaft und in Deutschland mindestens ein Abmahnungsgrund. Ich weiß nicht genau ob es nicht zur fristlosen Kündigung berechtigt.
Der Schlamassel in dem ihr nun steckt liegt daran, dass ihr nicht einfach die rechtlichen Rahmenbedingungen befolgt habt sondern euch versucht habt was eigenes zusammenzuschustern.
Ein klares Zeichen an die anderen Kollegen wäre gewesen "wer betrügt der fliegt". Also Exfreundin fristlos kündigen wegen Verletzung ihrer Pflichten und Geld vom Freund einklagen. Damit kann sich ein Anwalt beschäftigen und euch entlasten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer65590 

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Ohne hier in die Rechtsberatung gehen zu wollen: In Deutschland wäre der hier geschilderte Prozess arbeitsrechtlich anders zu behandeln gewesen. Es ist ja alles andere als einfach, einen Arbeitsnehmer - und dann noch fristlos! - zu entlassen; selbst bei subjektiv als sehr treulos empfundenen Verstößen ist zumeist zuerst die Abmahnung fällig. - Die Summe der Fehlhandlungen eurer Angestellten hätten m.E. auf jeden Fall die notwendigen Abmahnungen und dann die Kündigung rechtfertigt. Wer über einen längeren Zeitraum als Personalmanager bei der Abrechnung betrügt - und dann auch noch zugunsten des eigenen Lebenspartners - ist nach meinem Empfinden sogar reif für die fristlose Kündigung. Aber das wäre sicherlich vors Arbeitsgericht gegangen.

Was (in Deutschland) gar nicht geht - und das zurecht - ist, das Abschlussgehalt einer ordentlich Gekündigten um eine beliebige Summe zu reduzieren, um damit die Schulden eines anderen Ex-Mitarbeiters zu decken - egal ob die beiden in einer Beziehung sind und egal ob die Gekündigte etwas mit der Sache zu tun hatte - das wäre in Deutschland so rechtlich nicht zulässig. Nicht mal ansatzweise. Man hätte hier vel früher mit einer außerordentlichen Kündigung und mit einer Schadensersatzklage operieren müssen.

Personalmanagement in einem kleinen oder mittleren Unternehmen ist `ne schwierige Sache, denn man baut ja schnell persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern auf und versucht dann Dinge "einfach so" zu regeln, anstatt sich an die gestzlichen Werkzeuge zu halten. Kann klappen, geht aber in der Sekunde nach hinten los, da ein Mitarbeiter das so zum Ausdruck gebrachte Vertrauen missbraucht - und dann steht man plötzlich ohne Sanktionswerkzeuge da. Und macht es nur noch schlimmer, wenn man nun versucht, die Sanktionen ebenfalls informell und außerhalb der Rechtsnormen zu gestalten.

Mit anderen Worten, liebe TS: Dein Mann und du, ihr habt euch leider nicht so richtig professionell verhalten und damit leider euren beiden ehemaligen Angestellten Munition für Lästereien geliefert. Natürlich haben die beiden selbst übelste Vertrauensverstöße begangen und natürlich kann man sich niemals gegen üble Nachrede enttäuschter Ex-Angestellter so richtig wehren - aber hättet ihr die beiden rechtlich korrekt abgefertigt, stündet ihr beide deutlich besser dar und hättet zB auch in der Dokumentation der Arbeitsleistung eurer Ex-Angestellten die Möglichkeit gehabt, deren Fehlverhalten direkter anzuzeigen. So, wie es gelaufen ist, habt ihr beide euch ganz unnötig angreifbar gemacht. In Deutschland hätte man euch mit guter Aussicht vor den Arbeitsrichter bringen können.

Jetzt habt ihr hoffentlich was gelernt und müsst durch eventuelle Lästereien einfach durch. Tipp für die Zukunft: Gestaltet eure Personalmanagement professioneller und lasst euch mal von einem Arbeitsrechtler beraten. Das hilft echt! Ich spreche da aus Erfahrung...
 

Benutzer152383 

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke fuer eure hilfreichen Beiträge und die Mühe, die ihr euch gemacht habt.

Es stimmt, es ist nicht professionell gelaufen - sowohl der Versuch das alles 'so' zu regeln als auch Freundschaft und Beruf zu vermischen. Da habe ich auf jeden Fall eine grosse Lehre draus gezogen. Ich mache mir grosse Vorwürfe, dass ich nicht ALLES in dieser Richtung kontrolliert habe.

Eure Berichte haben mir Mut gemacht, nochmals mit meinem Mann das Thema aufzurollen. Dabei schwirrt mir die Lösung im Kopf herum, ihr das abgezogene Gehalt nachzuzahlen. Das würde aber wiederum bedeuten, dass wir das Geld von ihrem Freund einklagen werden, was natürlich erneuten Stress gibt. Aber somit waere sie wenigstens entlastet (und mein ungutes Gefühl sowieso). Vielleicht könnte ich sie kontaktieren und ihr das mitteilen.
Was meint ihr?
 

Benutzer87146 

Meistens hier zu finden
Hi,

meiner Meinung nach ist die Situation nun ordentlich verfahren. Ich würde an eurer Stelle nun nicht mehr weiter herumprobieren sondern einen Anwalt zu Rate ziehen. Der soll euch über die weiteren Schritte informieren.
Jetzt geht es darum Schaden von euch und von der Firma abzuwenden und da ist ein Anwalt für Arbeitsrecht der richtige Ansprechpartner.
 

Benutzer147681 

Ist noch neu hier
Da ihr beide ja immer mal wieder versucht habt, das Geld einzufordern, das deine "Kollegin" anfangs, mit voller Absicht, nicht einzog kann ich es schon verstehen das ihr dann das fehlende Geld anders beschafft habt. (auch wenn es nicht richtig" war) Einfacher wäre es anfangs gewesen gleich den Anwalt einzuschalten.

Versucht nochmals beide zu kontaktieren und ihnen auch sachlich klar zu machen das ihr den Anwalt sonst einschalten werdet....das Hilft vieleicht (den Prozesskosten sind keine schöne Sache). Wenn nicht -->Anwalt einschalten. Wobei ihr auch nicht grad mit weißer Weste dasteht, allerdings könnte der richtige Anwalt das wieder hinbiegen (das eingezogene Geld zurückzuzahlen finde ich eine gute Idee).

lg Desert-Heart
 

Benutzer152383 

Sorgt für Gesprächsstoff
Liebe Leute,

Ich danke euch sehr für euer Feedback.

Wir haben mittlerweile mit einem Anwalt gesprochen und er bestätigte mir mein Gefühl, dass es richtig ist, ihr das Gehalt zu zahlen. Des Weiteren könnten ihm wegen der ausstehenden Kohle nachgegangen werden, und auch ihr wegen Verletzung ihrer Pflichten...

Aber eigentlich haben ich diesen Thread nicht deswegen eröffnet. Ich wohne dort, wo (Arbeits-)Recht eine 'Auslegungssache' ist (Stichwort Korruption). Wer die besseren Kontakte hat oder den längeren Atem oder mehr Kohle, der gewinnt. Aber darum geht es gar nicht...

Mit anderen Worten, liebe TS: Dein Mann und du, ihr habt euch leider nicht so richtig professionell verhalten und damit leider euren beiden ehemaligen Angestellten Munition für Lästereien geliefert.

Ich möchte einfach keinen Streit mit meiner Freundin, und keinen Stress für ihren Freund - er hatte schon Auseinandersetzungen mit der Polizei sowie anderen juristischen und exekutiven Organen. Wir haben gehofft, diesen Schritt besonders wegen ihm abzuwenden. Die Vorgehensweise, ihr die Summe zu enthalten, war nicht richtig, das weiss ich - ich hätte nicht so entschieden.
Ich weiss aber ziemlich sicher, dass der Step, die Kohle einzuklagen etc. noch viel mehr Stress und Lästereien hervorrufen wird.
Ich fühle mich wie zwischen 2 Stühlen - meinem Mann/ Chef auf der einen und meiner Freundin/ Kollegin auf der anderen Seite...

Es raubt mir den Schlaf, und das nicht primär, weil wir in Verruf geraten könnten oder so...
Ich bin irgendwie gefangen in dem Ding und weiss nicht, wie ich mich zu allen Parteien verhalten soll. Meinem Mann habe ich meinen Standpunkt klar gemacht, die anderen beiden Beteiligten haben mich geblockt...
Vielleicht sollte ich, wie Pink Bunny Pink Bunny sagt, einfach "Gras darüber" wachsen lassen. Aber manchmal wächst Gras halt nicht überall...
 

Benutzer65590 

Beiträge füllen Bücher
Ich möchte einfach keinen Streit mit meiner Freundin, und keinen Stress für ihren Freund - er hatte schon Auseinandersetzungen mit der Polizei sowie anderen juristischen und exekutiven Organen. Wir haben gehofft, diesen Schritt besonders wegen ihm abzuwenden. Die Vorgehensweise, ihr die Summe zu enthalten, war nicht richtig, das weiss ich - ich hätte nicht so entschieden.
Ich weiss aber ziemlich sicher, dass der Step, die Kohle einzuklagen etc. noch viel mehr Stress und Lästereien hervorrufen wird.
Ich fühle mich wie zwischen 2 Stühlen - meinem Mann/ Chef auf der einen und meiner Freundin/ Kollegin auf der anderen Seite...

Es raubt mir den Schlaf, und das nicht primär, weil wir in Verruf geraten könnten oder so...
Ich bin irgendwie gefangen in dem Ding und weiss nicht, wie ich mich zu allen Parteien verhalten soll. Meinem Mann habe ich meinen Standpunkt klar gemacht, die anderen beiden Beteiligten haben mich geblockt...
Vielleicht sollte ich, wie Pink Bunny Pink Bunny sagt, einfach "Gras darüber" wachsen lassen. Aber manchmal wächst Gras halt nicht überall...

Manchmal kann man es nicht allen recht machen! Das gilt in der Familie, das gilt im Freundeskreis seit eh und jeh - und wenn man in unserem Alter ist, dann lernt man langsam, dass das auch im beruflichen Bereich so ist. Doppelt schlimm ist es, wenn man die oben genannten Bereiche vermischt - und dreimal schlimm, wenn man Selbstständiger ist und das Problem direkt den eigenen Betrieb berührt.

Mit anderen Worten: Es gibt einfach Leute, die machen einem Schwierigkeiten, und es gehört wohl zur ganz normalen Lebenserfahrung, dass man lernt, mit solchen Störenfrieden klarzukommen. Das ist zwar nicht immer angenehm, aber so gut wie immer nötig. Lieber ein Ende mit Schrecken etc.

In eurem Fall sind zwar die Methoden zu kritisieren - aber dass dein Mann sich generell von dieser Mitarbeiterin getrennt hat, war ja absolut richtig! Mal ehrlich, die Tussi hat euch de facto bestohlen und war offenbar ja auch ansonsten eher inkompetent. Gegen solche Personen muss sich ein selbstständiger Kleinunternehmer wehren, die bringen ihn nämlich sonst sehr schnell in Teufels Küche!

Du wirst, wenn du mit deinem Mann zusammen einen Betrieb leitest, wohl auch in Zukunft mal die ein oder andere unschöne Personalmaßnahme erleben. Aber immerhin habt ihr jetzt schon mal gelernt, dass man Freundschaft und Berufliches so weit wie möglich nicht vermischen sollte...

Generell und speziell im vorliegenden Fall musst du dir da dann wohl eine etwas härtere Haut antrainieren. Letztendlich ist diese ganze Sache zwar etwas blöd gelaufen - aber das initiale schuldhafte Fehlvervehalten liegt nicht bei deinem Mann oder dir, sondern bei dieser Mitarbeiterin und ihrem Macker. Allzuviel Mitleid ist also eigentlich nicht angebracht - wie gesagt, die haben euch bestohlen - und allzu gute Freunde scheinen das auch nicht zu sein.

Insofern würde ich mich an deiner Stelle nicht so lange mit dem Bedürfnis aufhalten, der anderen Seite deinen Standpunkt klarzumachen. Den will da ohnehin keiner hören. Wahrscheinlich haben es sich diese beiden bereits in ihrer Version der Geschichte bequem gemacht - Man wird da ja nicht richtig gefordert, und die Chefs kontrollieren nicht richtig, und dann ziehen sie einem das Gehalt ein, die Schweine! - und sind weithin die blühende Unschuld - da wirst du dann auch nichts sagen können, was diese Selbstwahrnehmung noch ändert. Denk du nur immer daran, wie es wirklich gelaufen ist und wer wen bestohlen hat.

Du musst dich unter`m Strich für nichts rechtfertigen. Sorgt einfach dafür, dass, wie der Anwalt es rät, dieses letzte Gehalt noch nachbezahlt wird - und dann gewöhne dir ab, die entsprechenden Personen als "Freundin" und "Freund" zu bezeichnen, das sind sie nämlich wohl nicht. Von einem erweiterten juristischen Nachspiel kannst du deinem Mann ja dringend abraten (das sehe ich übrigens ganz ähnlich; da wird auch finanziell für euch eher nichts zu holen sein, das sind ja vermutlich keine wohlhabenden Menschen) - da ist dann wirklich Zeit für Schlussstrich und Gras, und man ist um eine Erfahrung reicher...
 

Benutzer152383 

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke euch allen, dass ihr euch die Zeit genommen habt!
Es war wirklich mal gut, Feedback von Aussenstehenden zu bekommen...
 
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