Stress, Libido und Erektion

Benutzer97362 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo liebe Community,
die Überschrift verrät ja bereits um was es geht, aber ich hole mal ein bisschen weiter aus.
Meine erste und letzte Beziehung hatte ich mit 18-21 Jahren (ab 2012). Damals war meine Libido normal für mein Alter, wir hatten täglich Sex, manchmal mehrmals. Zu dem Zeitpunkt ging es mir sehr gut, meine Depression machte sich nicht bemerkbar und Stress kannte ich kaum. Mit dem Studium änderte sich das dann, ich stresste mich wahnsinnig rein und lernte die ganze Zeit. Meine Ex und ich studierten zudem in unterschiedlichen Städten. Hinzu kam, dass meine Depression sich unter der ganzen Herausforderung wieder zeigte.
Zu der Zeit kriselte unsere Beziehung unter der Distanz und meinem zwanghaften Lernen. Erstmals kam es vor, dass ich eine Erektion nicht ganz halten konnte, oder erst gar nicht richtig steif wurde. Meine Ex machte mir das auch zum Vorwurf, dachte ich würde sie nicht mehr attraktiv genug finden (was absolut nicht stimmte). Ich machte mir schließlich auch Selbstvorwürfe, was dazu führte, dass ich mich beim Sex nicht mehr richtig gehen lassen konnte, weil ich mich darauf konzentrierte, die Erektion zu halten. Dass das nicht förderlich ist, ist ja klar.
Die Beziehung ging dann auseinander und danach hatte ich eine lange Zeit keine weitere mehr. ONS wollte ich nie, deshalb hatte ich seit der Trennung auch sechs Jahre lang keinen Sex. Meine Libido war auch stark heruntergefahren. Klar war ich öfter mal geil, aber das ging mit Selbstbefriedigung in Ordnung.
Im Frühjahr 2020 hab ich dann mein Studium abgeschlossen und seit September arbeite ich in meiner Wunschstelle, was mir auch viel Spaß macht. Nach der Arbeit lerne ich meist noch etwas dafür und dann versuche ich mich noch an meine Doktorarbeit zu setzen. Das heißt, dass neben Arbeit, Lernen und Doktorarbeit eigentlich nur noch Zeit für Kochen und Essen bleibt und ich dann schon schlafen muss. Hin und wieder auch mal Sport oder Freunde.
Seit Dezember bin ich wieder in einer Beziehung, welche auch sehr gut läuft. Sie ist extrem verständnisvoll und macht gerade auch eine sehr stressige Zeit durch. Obwohl meine Libido mit der Beziehung wieder gestiegen ist, ist dennoch meist sie, die mehr Lust hat. Der Sex ist auch sehr gut und sehr abwechslungsreich. Dennoch kann ich mich dem überhaupt nicht hingeben, mein Kopf arbeitet die ganze Zeit auf Hochtouren. Ich verliere extrem oft die Erektion oder schaffe es erst gar nicht, eine aufzubauen. Ich schaffe es auch nicht, einfach die Situation zu genießen. Druck macht sie mir keinen, ich habe mit ihr auch schon über das Thema geredet und sie zeigt ich da sehr verständnisvoll.
Ich glaube es liegt vor allem an dem großen Druck unter dem ich gerade stehe, mit der wenigen Freizeit, dem Stress der Arbeit und Promotion, der aktuell drückenden Corona-Lage, meiner Depression (die sich zwar nicht stark zeigt, aber dennoch latent mitschwingt) und insb. dem Druck den ich mir selbst mache. Wenn ich vor dem Sex zwei Tage nicht masturbiere, geht es in der Regel besser, aber fallenlassen kann ich mich dennoch nicht.
Das ganze Thema ist für mich sehr schamhaft besetzt. Gestern konnte ich mich einem Freund anvertrauen. Er hat mir zu Penisringen geraten, vielleicht ist das eine Option. Vielleicht reicht es auch zu warten, bis wieder weniger stressige Zeiten kommen, allerdings ist das aktuell nicht abzusehen. Und das tiefer liegende Problem bleibt ja. Ich habe mir auch überlegt, mal zum Sextherapeuten zu gehen.

Habt ihr noch Vorschläge oder Erfahrungen?
LG
 

Benutzer161012 

Öfters im Forum
Es kommen sicher noch ein paar gute Ratschläge mehr...
Meiner wäre: lass es zu und gesteh dir selbst zu, auch mal keine Lust auf Sex zu haben. Das ist nichts Schlimmes. Ebenso vielleicht einfach mal akzeptieren, dass Erektionen nicht das Ein und Alles bei Intimitäten sind. Die Fixierung darauf bewirkt zumeist das genaue Gegenteil. Mal "absichtslos" kuscheln, mal von vornherein und mit voller Absicht deinen Penis außen vor lassen - es gibt genügend Dinge, die Spaß machen ohne zu penetrieren. Wenn Beiden (und vor allem dir) klar ist, dass du nicht "performen" musst, gelingt dir möglicherweise ein weniger druckbehafteter Zugang zu eurem Sex.
 
2 Woche(n) später

Benutzer178450 

Sorgt für Gesprächsstoff
habe ganz ähnliche erfahrungen im näheren umfeld und für mich daraus gelernt: ein kollege hat wegen stress, burnout und depression fast 2 jahre nicht am leben teilnehmen können und ein freundin leidet seit beginn ihres studiums an angst- und panikattacken. bei beiden war ein "normales" leben kaum mehr möglich, sie haben sich immer weiter zurückgezogen, partner, familie und freundeskreis vernachlässigt. auch auf ihre sexualität hatte das natürlich grossen einfluss, von lustlosigkeit bis zur totalen impotenz mit anfang 30.

wenn man/frau sich dann einmal die grundsatzfrage stellt, was ist eigentlich wirklich wichtig im leben, werden zunächst mal die ganzen stressfaktoren wie arbeit, studium, job, geld usw. aufgezählt . manche schaffen es ja durchaus, mit alldem parallel klarzukommen, ander werden dadurch und damit krank. um das zu vermeiden oder wenn es bereits passiert ist, hilft eigentlich nur, sich den wirklichen werten im leben wie liebe, freundschaft, familie und gute freunde immer wieder bewusst zu werden und sich überwinden, die anderen stresstreiber dahinter zurückzustellen.

das ist im prinzip ein weg, der auch von psychotherapeuten so gegangen wird, die negativen faktoren zu identifizieren, bewerten, wie sind meine reaktionen darauf, infragestellen und alternativen finden.

drücke die daumen und viel glück!
 

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Benutzer181422 

Klickt sich gerne rein
Eigentlich beschreibst du es schon recht gut ohne jedoch wirklich auf den Punkt zu kommen.

Da klemmt was in deinem Kopf.

Du brauchst dafür keinen Sexual-Therapeuten. Aber ja, du solltest herausfinden, was bei dir klemmt. Ich hätte da ne Menge Ideen, aber du bist du und ich und meine Wegfindung bin ich.

Reine Vermutung: Mach dich mal auf die Suche nach deinem "inneren Kind"!
 

Benutzer181156 

Ist noch neu hier
Du brauchst keinen Therapeuten , sondern Sildenafil , die billigere Variante von Viagra, vom Urologen. eine kleine Dosis.12,5 mg oder 25 mg.
Wenn du merkst, das dein Schwanz wieder stehen kann, durchhalten kann, brauchst du keine Hilfe mehr einnehmen.
es stärkt dein Selbstvertrauen und es macht wieder Spaß, auch deine Beziehung ist dann ohne Belastung für Dich !!!!
 
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