Stress in der Oberstufe

Benutzer158614  (23)

Ist noch neu hier
Hallo, ich bin neu hier und habe ein "Problem".
Ich bin im September von der Realschule (abgeschlossen) in die 11. Klasse eines Wirtschaftsgymnasiums gekommen mit dem Ziel nach drei Jahren Abitur zu machen.

Dass mich eine Umstellung erwarten würde, war mir durchaus bewusst jedoch habe ich das Gefühl an der Schule kaputt zu gehen. Das liegt gar nicht zwingend an der "Schwere" des Lernstoffs weil ich mit dem bis jetzt immer gut zurecht kam, sondern an der Menge. Es kommt mir alles zu viel vor.
Ich empfinde während der Schulzeit so einen Stress, dass ich Angst vor Klausurterminen, Lernen und Hausaufgaben habe. Dabei bin ich damals gern zur Schule gegangen und habe freiwillig viel gelernt, und ich bin auch heute noch daran interessiert Neues zu lernen.

Diese Angst mag vielleicht übertrieben klingen aber dadurch kam es auch schon vor dass ich Zuhause vor oder in der Schule geweint habe, weil es mir alles zu viel geworden ist und ich nicht mehr hingehen wollte. Ich bin keinesfalls zu blöd für das Gymnasium jedoch macht mich dieser Stress fertig. Und ich setze mir selbst vermutlich zu hohe Ansprüche. Ich werde den Schnitt meines Abschlusszeugnis auf der Real sowieso nicht erreichen aber bin mit schlechteren Noten nicht zufrieden. Dazu kommt dass die Lehrer uns immer wieder darauf hinweisen, dass sie ein gewisses Niveau erwarten, dies macht bei mir den Eindruck sie gehen davon aus wir würden es nicht schaffen und ich beziehe solche Anmerkungen immer direkt auf mich.
Ich habe bereits darüber nachgedacht die ganze Sache zu schmeißen und eine Ausbildung nach der 11. Klasse zu beginnen. Aber es kann doch nicht sein dass alle anderen in der Klasse das "gebacken" bekommen und ich nicht. Natürlich haben sich viele Verschlechtert aber mir scheint es als wenn niemand so gestresst ist wie ich.
Ich sitze teilweise Zuhause und weine vor Angst und Verzweiflung weil ich einfach nicht mehr kann. Und dabei ist das erst die 11. Klasse. Das muss aufhören aber ich weiß einfach nicht was ich tun soll.
 

Benutzer136760 

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Wie sehen denn die Alternativen aus? Hattest du fest vor, mit dem Abi zu studieren?

Ich habe einen ähnlichen Bildungsweg hinter mir und kann dir sagen, dass das schon eine Umstellung ist. Bei dir scheint das Problem aber auch psychischer Natur zu sein und da kann man wohl schwieriger dran arbeiten. Nur mehr zu tun wird da eher das Gegenteil bewirken.
Spontan würde ich sagen: lass es und fang eine Ausbildung an. Die psychische Gesundheit geht vor und da sollte man sich auch nicht mit anderen vergleichen.
 

Benutzer150539 

Sehr bekannt hier
Hast du einen Lernplan? Weisst du genau, was erwartet wird?
Gibt es bei euch einen Schulpsychologen oder Vertrauenslehrer? Du wirst nicht die Erste sein mit diesem Problem an dieser Schule. Gewisse Abstriche wirst du machen müssen, wenn der Stoff so viel mehr wurde als vorher. Doch dies ist kein Weltuntergang.
Was sagen deine Eltern zur Situation? Kann dir jemand helfen, Übersicht zu schaffen?
 

Benutzer18889 

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Ich fand die ersten Monate auf der FOS (da gibt's keine 11. Klasse, denn mit abgeschlossener Ausbildung geht's direkt in die 12.) damals auch ziemlich doof. Zwar fand ich es nicht strssig, aber meine Noten waren schlechter als erwartet. Das ging aber allen so und ist auch normal soweit.

Hast du mal mit einem Lehrer darüber geredet?

Und bist du sicher, dass der Wirtschaftszweig für dich richtig ist? Ich bin mit 16, also direkt nach der Realschule, in einen solchen gesteckt worden und habe nach einem Jahr mit enormen Fehlzeiten abgebrochen, weil ich BWL, Informatik und Rechnungswesen einfach nur schrecklich fand. Später auf einem anderen Zweig lagen mir die Inhalte viel besser.
 

Benutzer107106 

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Der Sprung von der 10. auf die 11. Klasse innerhalb des Gymnasiums war für mich damals auch schrecklich. Ich war eine gute Schülerin und hatte die 10. Klasse mit einem 2,0 Schnitt - auch in den Hauptfächern - abgeschlossen. Alle meine ersten Kalususren in D, Eng und M waren glatte Fünfen. Das war ein Schlag ins Gesicht und hat mich sehr runtergezogen.
Zum Ende des Halbjahrs hatte ich mich aber eingefunden und das zweite Halbjahr war wieder okay. Mit den richtigen LKs und den richtigen schriftlichen Fächern habe ich dann auch noch meine 1 vorm Komma im Abi geschafft.

Du bist also nicht die einzige in der Situation, wobei es für Realschüler noch schwerer sein wird. Mein Tipp: Beiße dich durch die 11. Klasse und gehe erst dann ab, solltest du mit dem Gedanken spielen. Die allermeisten fangen sich im Laufe des Jahres wieder! Spreche mit Klassenkameraden und Stufenleitern über dein Problem. Lerne mit Freunden und lasse unwichtige Fächer auch einfach mal liegen. Konzentriere dich auf die Fächer, die wichtig sind. Gemeinsames Lernen ist das A und O!
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was möchtest du denn nach der Schule machen? - Studieren?

Ich weiß nicht, in wiefern sich die Stoffmenge zwischen der Oberstufe am normalen Gymnasium und deinem Wirtschaftsgymnasium unterscheidet. Aber wenn das einigermaßen vergleichbar ist, würde ich dir definitiv nicht dazu raten, anschließend zu studieren.
Natürlich kenne ich auch nicht jeden Studiengang und es könnte natrürlich auch sein, dass es Studiengänge mit sehr geringer Stoffmenge gibt... aber bisher habe ich von fast allen Studenten gehört und auch selbst erfahren, dass der Schrit vom Gymnasium ins Studium ziemlich schwierig ist, weil im Studium nochmal deutlich mehr Stoff in deutlich weniger Zeit behandelt wird.
Wenn du nun also schon mit der Stoffmenge auf dem Gymnasium überfordert bist, wirst du im Studium mit an Sicherheit grenzdender Wahrscheinlichkeit überhaupt kein Land mehr sehen.

Und wenn schon ein Studium nichts für dich ist, musst du dich natürlich auch fragen, ob du dann überhaupt das Abi brauchst, oder ob es nicht besser ist, abzubrechen und gleich eine Ausbildung zu beginnen.

Off-Topic:
Der Sprung von der 10. auf die 11. Klasse innerhalb des Gymnasiums war für mich damals auch schrecklich. Ich war eine gute Schülerin und hatte die 10. Klasse mit einem 2,0 Schnitt - auch in den Hauptfächern - abgeschlossen. Alle meine ersten Kalususren in D, Eng und M waren glatte Fünfen. Das war ein Schlag ins Gesicht und hat mich sehr runtergezogen.
Zum Ende des Halbjahrs hatte ich mich aber eingefunden und das zweite Halbjahr war wieder okay. Mit den richtigen LKs und den richtigen schriftlichen Fächern habe ich dann auch noch meine 1 vorm Komma im Abi geschafft.
Das ist ja interessant.
Nachdem ich schon immer ein fauler Schüler war und trotzdem permanent einen Schnitt von 2,0 hatte, war ich in der Oberstufe noch stärker unterfordert, so dass ich trotz immer größerer Faulheit (in einigen Fächern habe ich nicht mal mehr die Hausaufgaben gemacht) einen Abischnitt von 1,7 geschafft habe. Obwohl es immer wieder hieß, das nächste Schuljar würde schwerer, wurde es für mich von Jahr zu Jahr noch einfacher.
Aber da gibt es bestimmt mal wieder gewaltige Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern (wobei es ja immer heißt, das Abi in BW sein besonders schwer).

Dafür war die Umstellung zum Studium dann richtig hart: Plötzlich wurde mir das Wissen nicht mehr in mundgerechten Häppchen auf dem Silbertablett serviert und vorgekaut, sondern in großen Brocken zum Fraß vorgeworfen. Das war gefühlt mindestens die Stoffmenge von 5 Schuljahren pro Semester.
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
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banane0815 banane0815 Fächer die mir lagen, waren auch (abgesehen von 11.1) nie ein Problem: Reli, SoWi, Geschichte, Kunst und Erdkunde hatte ich immer meine 14-15 Punkte. Aber die Fächer die mir nicht gut lagen, oder Dinge die man sich auch nicht durch einmal lesen merken kann, fielen mir schwerer: Physik und Bio z.b. Da haben mir aber Lerngruppen echt geholfen. Vor allem habe ich so das Lernen Lernen gelernt, wovon ich heute noch zehre. Für Fächer wie Deutsch und Englisch habe ich nur gemacht was nötig war. Allerdings wurden dort auch HA eingesammlet und benotet. (NRW)
 

Benutzer150539 

Sehr bekannt hier
dass der Schrit vom Gymnasium ins Studium ziemlich schwierig ist, weil im Studium nochmal deutlich mehr Stoff in deutlich weniger Zeit behandelt wird.
Das ist wohl die grösste Frage, die hier noch beantwortet werden muss.

Dafür war die Umstellung zum Studium dann richtig hart: Plötzlich wurde mir das Wissen nicht mehr in mundgerechten Häppchen auf dem Silbertablett serviert und vorgekaut, sondern in großen Brocken zum Fraß vorgeworfen. Das war gefühlt mindestens die Stoffmenge von 5 Schuljahren pro Semester.

Off-Topic:
Ohja, das kenn ich auch. 1. Semester Medizin: Boom! Hier, fresst den Anatomieatlas, das Chemie-Buch und die Physik-Sammlung.
2. Semester: BOOOOM! Fresst den Alberts, die Biochemie-Einfuhrung und den Histologie-Atlas. 3. & 4. Semester: BOOOOOOMM! Fresst 3 Anatomie-Atlanten, 2 Biochemie-Bücher, 2 Histologie-Atlanten, das Physiologie-Buch, Immunologie, Embryologie... Zusammen einige tausend Seiten Literatur, aber gelernt hast dabei noch nichts, wenn es gelesen hast.

In den ersten Monaten war ich völlig überfordert mit der Uni, weil vorher war alles geregelt. An der Uni musst du dir alles selber zusammensuchen, hast keine Regelungen mehr und kannst unendlich viel lernen. Die ersten Prüfungen hab ich in den Sand gesetzt, weil ich mir das "freie lernen" garnicht bekannt war.
Und das in einem Studium, das noch sehr sehr sehr geregelt ist!
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
banane0815 banane0815 Fächer die mir lagen, waren auch (abgesehen von 11.1) nie ein Problem: Reli, SoWi, Geschichte, Kunst und Erdkunde hatte ich immer meine 14-15 Punkte. Aber die Fächer die mir nicht gut lagen, oder Dinge die man sich auch nicht durch einmal lesen merken kann, fielen mir schwerer: Physik und Bio z.b. Da haben mir aber Lerngruppen echt geholfen. Vor allem habe ich so das Lernen Lernen gelernt, wovon ich heute noch zehre. Für Fächer wie Deutsch und Englisch habe ich nur gemacht was nötig war. Allerdings wurden dort auch HA eingesammlet und benotet. (NRW)
Wenn Hausaufgaben benotet wurden, habe ich sie natürlich auch gemacht.
Aber ich war schon immer eher im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich stark und habe z.B. in Mathe in der Oberstufe keine Hausaufgaben mehr gemacht. Wenn die Aufgaben im Unterricht abgefragt wurden, gab es sowieso nur zwei Möglichkeiten: Wenn nur das Ergebnis genannt werden musste, war die Aufgabe so einfach, dass ich sie innerhalb weniger Sekunden im Kopf lösen konnte (ich habe einfach kurz so getan, als würde ich im Heft blättern, um meine Aufschriebe zur Aufgabe zu finden) und wenn die Aufgabe etwas komplexer war, habe ich sie aus dem Stegreif an der Tafel vorgerechnet.
Das einzige Fach, das ich in der Oberstufe halbwegs interessant und durchaus anspruchsvoll fand, war Physik. Aber das hatte ich auch als Profilfach (so etwas ähnliches, wie ein LK).
 
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