"stiefvater"

Benutzer102060 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo leute,
ich fang dann einfach mal von ganz vorne an.
Mein leiblicher Vater hat mich damals bei der Geburt nicht als Sohn anerkannt da meine mutter und er sich getrennt haben.
(da wusste sie noch nichts,dass sie mit mir Schwanger war)
Er hat mich dann als Sohn verleugnet und erzählt,ich sei nicht sein Sohn. Ich habe ihn auch nie kennen gelernt und wollte es auch nicht, da er stark alkoholiker war und wie ein Penner lebte.
Er ist mitlerweile verstorben da seine Leber nicht mehr mitmachte, als ich das dann gehört habe war es für mich kein problem da ich diesen Menschen nicht kannte und ich auch keinen bezug zu ihm hatte.

Nun,also weiter.
Der damalige freund meiner mutter hat dann bei meiner geburt sich als vater eintragen lassen, da sie auch eine familie gründen wollten.Sie heirateten auch zu der der zeit im krankenhaus nach meiner geburt,
was eine tolle vorstellung ist.

Die jahre vergingen und als ich,glaube 6 war, ist er mit unserer nachbarin durchgebrannt.
Meine mutter,mit 5 Kindern war völlig am ende und musste es uns erklären da er von einem auf den anderen Tag nicht mehr da war.

Die Jahre vergingen weiter,ich hatte in der der Zeit nie eine "Vaterfigur" die mir wirklich gut getan hätte. Habe das auch wirklich vermisst.

Als ich dann 14 oder 15 war, haben wir wieder den Kontakt zu ihm gesucht,er "zog" dann zu uns von weit her aber es wurde nie ein wort über die damaligen geschehnissen gesprochen.
Okay,damals interessierte es mich nicht, da ich einfach glücklich war wieder einen "Vater" zu haben.
Nach 1 Jahr ist er dann wieder abgehauen,sagte er müsste nach Berlin für eine Woche, zum arbeiten.

Danach sahen wir ihn nie wieder,er meldete sich nicht,garnichts.
Und wieder hing es an meine Mutter uns Kindern es zu erklären, dass er wieder weggegangen ist.
Ich war ca 6 monate in Psychatrische behandlung da ich mich fast zu tode gehungert bzw verdurstet bin.
Ich habe mich habe mich in meinem Zimmer eingeschlossen und vegetierte vor mich hin.
Meinen Geschwistern ging es auch nicht viel besser,wobei sie es nicht so gezeigt haben wie sehr sie verletzt waren.

Nach und nach haben wir dann seine sachen entsorgt und wirklich zerschmetternde dinge erfahren.
Er wurde von der Polizei mittels einem Haftbefehl gesucht, er war bei uns auch nicht gemeldet, er sagte es zwar aber das war gelogen.
Haben dann den pc gehackt da er ziemlich gut mit passwörtern geschützt war.
Er hatte in dem ganzen Jahr was er bei uns war mit seiner Freundin/Frau kontakt gehabt,was übers freundschaftliche hinaus geht.

Wenn man jetzt überlegt,er wurde von der polizei gesucht,war bei uns nicht gemeldet und hatte währenddessen eine frau/freundin mit der er noch zusammen war kommen da schon einige gedanken hoch
Hat er uns nur benutzt um nicht von der polizei gefunden zu werden?
Diese frage stellte ich mir immer und immer wieder.
Selbst heute habe ich die ereignisse nicht verarbeiten können und leider seither auch noch sehr darunter.

Habe dann mein Mut zusammengefasst und ihn vor 2 wochen eine mail geschrieben,dass ich mich gerne mit ihm treffen möchte um damalige dinger zu besprechen.ich habe keine gewissheit was und ob er mir die warheit erzählen wird.

Er antwortete auch und schrieb,dass er auch selber mal mit dem gedanken gespielt habe sich bei uns zu melden, aber er hat es nie getan.

Ich sagte ihm,ich möchte mich noch im Dezember mit ihm Treffen um mit der vergangenheit abschließen zu können.
Er sagte,er würde viel arbeiten und muss sehen ob er dafür zeit hat.
Seitdem verging mehr als eine woche und langsam glaube ich,dass er garnicht versucht sich dafür zeit zu nehmen.
Ich meine,wenn ein vater schon mal drüber nachgedacht hat sich zu melden,es aber nicht tut und der eigene Sohn dann ein schritt auf ihn zugeht und aktiv nach einem treffen fragt,muss es doch wohl in seinem interesse sein es auch zu wollen oder?

Nungut,seitdem ich ihn auf ein treffen angesprochen habe geht es mir von tag zu tag schlechter,einfach diese ganzen erinnerungen von damals wie sehr er uns alle verletzt hat.

Ich weiß gerade nicht was ich tun soll,ob ich warten soll bis er sich wieder meldet,oder doch stark nachhaken um ein treffen zu bekommen oder ihm schreiben,dass er sich nicht mehr melden brauch,damit ich das was vorgefallen ist verdrängen/vergessen kann?

Ich leide sehr unter diese situation und weiß nicht,ob ich es auch wirklich schaffe ohne wie damals wieder komplett daran zu zerbrechen.

Vielen dank,dass ihr euch die zeit genommen habt diesen wirren text zu lesen.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Hallo VitreX,

das ist ganz schön starker Tobac, von dem du da erzählst... Es wäre vielleicht noch ganz nützlich zu wissen wie alt du bist, damit man deine Lage etwas besser einschätzen kann. Ich schätze du wohnst auch noch mit deiner Mutter zusammen. Weiterhin schätze ich, weiss es aber natürlich nicht genau, dass du der älteste deiner Geschwister bist. Kommt das soweit hin?
Interessant wäre auch, ob du zur Zeit therapeutische Begleitung hast...

Dein Text ist allerdings nicht so wirr, wie du dachtest...da hab ich hier schon gaaaaanz anderes gelesen :zwinker:

Also...fangen wir mal von vorne an. Deine Geschichte klingt ein wenig so, als hätte deine Mutter ein Händchen dafür sich genau den falschen Männern / Menschen anzuvertrauen. Ich will nicht behaupten, dass sie selbst Schuld daran hat, aber ein bißchen liegt es schon in ihrer Verantwortung...
Weiterhin lädst du dir sicherlich auch ein wenig die Verantwortung für den Rest der Familie auf. Das ist eine ganz natürliche Reaktion, wenn man das älteste Geschwisterchen ist, besonders, wenn man männlich ist. Ich habe zwar mienen Vater immer gehabt, aber auch ich kenne ein wenig diese Situation in anderem Zusammenhang.

Es ist einfach sehr sehr sehr schwer mit Familie bzw. Quasifamilie einfach so abzuschließen. Besonders wenn es diese einem nicht gerade einfach macht.
In deine Fall wäre es sehr wichtig, dass du dir gedanken machst, was du dir von diesem Gespräch erhoffst. Offensichtlich seid ihr einem feigen Lügner erlegen. Das heisst es kann alles erlogen sein, was er dir bei einem solche Gespräch sagt. Die wahrscheinlichkeit ist auch relativ gering, dass das Treffen überhaupt statt finden wird, zumal der Herr extrem feige zu sein scheint und es nicht wirklich damit hat die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen.

Egal was dabei heraus kommt. Wichtig ist doch, dass du dir Gedanken dazu machst, wie du am besten mit der Situation zurecht kommst. Was brauchst du dazu? Was erwartest du? Was gibt es für Lösungswege?
Das sind alles Dinge, die ich dir nicht vorgeben kann. Ein Therapeut könnte hier wertvolle Tips (anders als ein Dr. Psych) zum (über)leben geben. Das hat nichts mit deiner vorangegangenen Behandlung zu tun, sondern ist im Prinzip wie das Verhältnis Hausarzt - Physiotherapeut. Sowas wird im Allgemeinen auch ohne Probleme von der Krankenkasse übernommen!

Letztlich läuft es darauf hinaus sich Wege zu erarbeiten, wie man im Leben weiter verfahren will und wie es weiter geht und das natürlich ohne Menschen, die es nicht wert sind überhaupt mit ihnen zu reden...
 
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