Sternenkinder

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
@cr4nberry: Würde es den Bruder meines Mannes geben, wäre er auch nicht da. Ein seltsames Gefühl. Aber es sollte so sein.
 

Benutzer35546 

Meistens hier zu finden
Du darfst hier alles aufschreiben!

Es ist sicher ganz schwer für dich und deine beste Freundin, jede muss da grad ihr Päckchen tragen! Deine Gefühle und Gedanken sind da ganz normal!

Durch einen ähnlichen Schicksalsschlag bei Freunden habe ich gelernt drüber zu sprechen, wir haben die Eltern auch immer wieder gefragt, wie es ihnen geht. Das ist schwer, weil man oft nicht weiß, was man sagen soll! Aber manchmal hilft auch, das dann einfach so zu sagen. Für dich auch, dass du gerne über Hanna sprechen möchtest, wie sie aussah, wie sie sich anfühlte und das sie eben genauso bezaubernd war.

Was sagen eure Eltern, können sie sich die Bilder anschauen?

Da ich solche kleinen Wesen nun auf Bildern auch schon gesehen habe, würde ich mir eure kleine Hanna auch ansehen, wenn du magst.

Meine Freundin bekam übrigens fast genau ein Jahr nach ihrem Sohn, dann eine Tochter. Gesund und munter!
 

Benutzer135569  (26)

Sorgt für Gesprächsstoff
Mir tut es auch unheimlich leid. Von mir auch alles erdenklich Gute.

Überhaupt das alles zu lesen macht mich traurig... :´(

Ich persönlich hätte eigentlich auch eine ältere Schwester... das heißt, falls es mich dann überhaupt geben würde...
 
K

Benutzer

Gast
Liebe Schnecke106 Schnecke106

es tut mir sehr leid zu hören, was dir passiert ist. :knuddel:
Ich weiß, dass es dafür noch zu früh ist, aber ich möchte dir trotzdem von meiner Bekannten erzählen, da du ja auch Gedanken in die Richtung hattest.
Ihre Tochter wurde im siebten Monat still geboren. Es hat sie und ihren Mann sehr getroffen. Noch kurz vorher hatte sie Ultraschallbilder gepostet und es war alles in Ordnung gewesen. Es gab keine Anzeichen, dass so etwas passieren könnte.
Sechs Monate nach der Geburt ihrer Tochter ist sie wieder schwanger geworden. Auch wenn es zunächst ein merkwürdiges Gefühl war, war das Kind nie ein wirklicher Ersatz. Wenn gefragt, hat sie immer gesagt: Das ist mein zweites Kind. Und jetzt ist sie Mutter von drei Kindern. Die anderen beiden Schwangerschaften verliefen problemlos und sie hat zwei gesunde Kinder zur Welt gebracht.
Ich finde es ganz wichtig, dass das erste Baby den Platz im Leben weiterhin behält, auch wenn es auf andere zunächst merkwürdig anmuten mag, wenn es "mitgezählt" wird. Aber es gab und gibt dieses Kind, es wurde und wird geliebt und es wurde und wird darum getrauert.

Ich wünsche dir und deinem Mann viel Kraft für die schwere Zeit und den Mut, nach vorne zu blicken. Auch wenn die Umstände schlimm sind, lese ich in deinen Posts auch etwas Schönes: Du und dein Mann seid ganz eng zusammen gerückt und ihr gebt euch Halt. Das ist ganz wichtig.

:knuddel:
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
Habe gestern durch Zufall einen Blogartikel von einem Vater gelesen, dessen Sohn nach 10 Tagen auf der Welt verstarb (keiner hat damit gerechnet, dass er die Geburt überhaupt überleben würde). Er schrieb: ""Ich will, dass du weißt, dass du nicht groß oder laut sein musstest, damit wir dich bemerkten. Du musstest nicht in einer Kanzel stehen oder ein Buch schreiben, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Du hast es einfach so geschafft.""
Und vielleicht ist dass noch ein schöner Gedanke: Während unsere Kinder groß werden und es uns irgendwann schwer fallen wird unser Kind nur um seiner selbst Willen zu lieben, da es uns angelogen hat, richtigen Mist gebaut hat oder einen Lebensweg betreten hat den wir nicht gutheißen können, so kannst du deine Tochter immer so lieben, wie man nur einen Säugling lieben kann: Ganz rein, ohne jeden Hintergedanken, eine absolute und völlig bedingungslose Hingabe an einen Menschen was wir so nie wieder empfinden können.
 

Benutzer85763 

Sehr bekannt hier
Ihr Lieben, vielen Dank für Eure Nachrichten mit so vielen tröstenden Botschaften darin. Ich bin ganz gerührt und es hilft mir sehr!

Ich habe inzwischen auch durchaus Momente, da denke ich einfach voller Liebe und Dankbarkeit an Hannah. Da bin ich einfach stolze Mutter. Die Wehmut ist natürlich immer ein wenig dabei, aber das ist in Ordnung. Wie gesagt, ich bin froh, dass ich so eine Schwangerschaft hatte, ich konnte sie rundrum genießen und war auch sehr gerne schwanger. Ich habe noch nie im Leben so in mir selbst geruht wie in der Schwangerschaft, ich habe gestrahlt und war einfach sehr zufrieden und dankbar. Manchmal denke ich, dass Hannah's Aufgabe auch einfach war mir und meinem Freund den Weg zu ebnen. Es gab ein paar Umstimmigkeiten zwischen ihm und seinen Eltern, die er im Laufe der Schwangerschaft und unserer Pläne in sein Elternhaus zu ziehen, dann endlich geklärt hat. Eine große Last fiel uns damit von unseren Schultern. Auch dass wir jetzt heiraten wäre sicher nicht so schnell passiert (nach 9 Jahren *hüstel*), wenn Hannah sich nicht auf die Reise zu uns gemacht hätte. Männer sind da ja manchmal etwas... ähm... langsamer :rolleyes:

Deine Worte sind sehr schön, LULU1234 LULU1234 . Da ist schon eine Menge Wahrheit drin, auch wenn Eltern ihre Kinder natürlich immer bedingungslos lieben. Ich habe mir auch schon gedacht, dass ihr zumindest in ihrem kurzen Leben nichts schlimmes wiederfahren konnte. Sie kannte nur den warmen Bauch und Mama's und Papa's Liebe und die Melodie ihrer Spieluhr. Sie wird nie Schmerz und Leid kennen. Wir haben uns auch in der Schwangerschaft oft vorgestellt, dass sie sich an die Hand ankuschelt, wenn Papa mal wieder die Hand auf meinem Bauch liegen hatte. Trotzdem ist natürlich so viel Liebe in mir vorhanden, die irgendwie ungelebt bleibt bzw. nur in Gedanken gelebt werden kann. Und ich hatte doch manchmal tatsächlich Sorge, dass ich vielleicht mein Kind nicht so lieben könnte, wie eine Mutter das tut. Der Gedanke war auf jeden Fall sehr unbegründet.

Der Umgang mit meiner schwangeren Freundin ist nicht ganz leicht, aber ich denke, ich kann das schaffen. Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht ausgeschlossen sein möchte, das wäre für mich ein bisschen als sei eine weitere Schwangerschaft "gestorben". Ich habe von Anfang an bei ihr mit gehibbelt und sie auch bei mir. Ich möchte auch nicht, dass jemand Angst hat mir von seiner Schwangerschaft zu berichten, genauso wenig wie ich möchte, dass ich Angst haben müsste zu oft vom Tod meiner Tochter zu erzählen. Man muss nur sehr auf sich achten und in sich rein hören und ehrlich sagen können, wenn man gerade eine Pause von dem Thema braucht. Das klingt irgendwie einfacher als es ist. Es sind auch gerade 3 von 6 meiner engsten Freundinnen schwanger, alle mehr oder weniger gleich weit. Das Thema ist allgegenwärtig. Aber die Babies sind für mich alle eigenständige Persönlichkeiten. Hannah und meine Schwangerschaft vergleiche ich komischerweise eher mit Fremden, vielleich weil da die Phantasie mehr Spielraum hat.

Das Thema Kinderwunsch & Schwangerschaft war halt die letzten Jahre (seit 2011 um genau zu sein) sehr präsent und wichtig in meinem Leben. Ich war lange stille Mitleserin im Schwangerschafts-Unterforum hier auf Planet-Liebe, früher wollte ich NIEMALS Kinder, aber als eine Freundin dann schwanger war und ich alles recht nah miterleben durfte, wuchs bei mir der Wunsch. Leider war mein Freund erst nicht so weit (die übliche Frage nach dem richtigen Zeitpunkt...), dann hat es eine gefühlte Ewigkeit gedauert bis es überhaupt geklappt hat. Irgendwie könnte ich das ganze Thema auch gar nicht aus meinem Leben verbannen, ich bin fasziniert von diesem Wunder und sauge sehr viele Informationen darüber in mich auf (klingt jetzt ein bisschen nach "besessen", hoffe ihr versteht das nicht falsch). Und so lese ich auch immer noch still mit im Bastelthread und verfolge auch Deine Geschichte weiter, @Toffi Fee Mir tut immer das Herz weh, wenn ich lese, wie sehr Du leidest und dass Du immer stark bist und Deine Schwiegerfamilie das nicht so recht bemerken möchte. Ich drücke Dir auf jeden Fall immer beide Daumen, damit Du auch ganz bald Dein Wunder im Arm halten darfst. Vielleicht können wir ja bald gemeinsam in den Kugelbauch-Thread ziehen, wer weiß...

Ich weiß, dass ein neues Baby nie Ersatz werden soll und auch nicht werden kann. Das Herz hat da noch ein anderes Gefühl, aber rational ist das natürlich nicht. Der Gedanke ist irgendwie wohl auch normal, jedenfalls was ich von anderen betroffenen Eltern so lese. Ich wünsche mir auch, dass die Außenwelt sie weiterhin wahrnehmen kann. Ich werde jedenfalls ihre Geschichte immer gerne erzählen, wenn mich mal jemand nach meinen Kindern fragt.

Ich hoffe wirklich, dass ich für das Thema "Folgeschwangerschaft" bald neuen Mut finde. Oder zumindest auf mein Bauchgefühl vertrauen kann und den richtigen Moment finde. Wie gesagt, ich werde viel von der Angst getrieben, dass es mit einer neuen Schwangerschaft auch wieder so lange dauern könnte (ein bisschen Torschlusspanik). Mit meinem Arzt habe ich sicher den besten Begleiter, den ich mir wünschen kann. Er wird da die nötige Ruhe und Zuversicht mitbringen und ich bin froh, dass ich jederzeit meine Ängste anbringen kann und sie nicht als banal abgetan werden. Vielleicht sollte ich ihm mal sagen, dass er das alles toll macht? Ärzte hören sicher auch gerne mal ein Lob :smile:

Heute hatte ich ein längeres Telefonat mit meinem Chef, ich hatte erst Angst, dass er es nicht versteht. Ich habe mich nun zumindest noch für nächste Woche krank gemeldet und ihm gesagt, dass ich diese Zeit noch brauche. Er war noch sehr betroffen von meiner Geschichte und sagte mir, dass ich mir die Zeit nehmen soll, die ich brauche, wenn ich wieder hier bin und es geht doch nicht oder nicht immer, soll ich ihm das sagen. Er würde schon auf mich aufpassen. Ich hatte irgendwie anderes erwartet, das Geschäft ist doch sehr schnell-lebig und in unserer Gesellschaft wird ja doch irgendwie erwartet, dass man schnell wieder funktioniert. Ihm sei aber klar, dass das einfach Zeit braucht und man aus so einem Schicksalsschlag sehr verändert hervorgeht und nicht mehr "die Alte" ist.

Was die Kollegen angeht, so denke ich, dass sie bereits Bescheid wissen. Jedenfalls hatte ich meiner Kollegin die Freigabe erteilt, falls jemand nach mir fragt. Ich habe niemandem gesagt, wie ich behandelt werden möchte, aber ich möchte ganz offen damit umgehen, wenn mich jemand fragt.

Der Tag ohne meinen Freund war bisher ganz OK. Ich war spazieren mit meiner Freundin um noch einmal über unser Gespräch mit der Hebamme zu sprechen. Und eben waren zwei Freundinnen hier, die eine hat mir etwas zu essen gebracht, weil das mit dem Appetit und genug Wasser trinken noch nicht so klappt. Ich durfte ihr auch das Bild von Hannah zeigen, das hat mich sehr gefreut. Und ich freue mich auch sehr, dass ihr Fotos sehen möchte. Leider ist mein Freund nicht so damit einverstanden Bilder ins Netz hochzuladen oder zu verschicken, ich fürchte, das muss ich akzeptieren. Aber zumindest kann ich mir vorstellen, wie ihr mein langes, schmales Mädchen bewundert (ganz der Papa vom Körper her, Gesicht von der Mama :herz:).

Danke für's Zuhören und Euch einen schönen Abend!
Schnecke
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
Habe gerade folgendes gelesen:
" The smallest coffins are the haeviest."
Musste an dich und deine Hannah denken. :knuddel:
 

Benutzer85763 

Sehr bekannt hier
Danke, liebe Lulu. Das kann ich leider bestätigen...

Ich habe im Moment wieder ein Tief. In ein paar Wochen heiraten wir und ich müsste eigentlich so viel tun, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen. Ich bin so lustlos und irgendwie so ziellos. Ich habe kein Kleid, ich habe noch keine Einladungen (nur direkte Familie, nicht sooo schlimm also), das Essen ist noch nicht entschieden und überhaupt. Aber ich sehe mich einfach nicht in der Lage all diese Entscheidungen zu treffen. Ich hoffe, dass ich diesen Tag überhaupt genießen kann - ich glaube schon, aber im Moment ist es nicht vorstellbar. Sollte an dem Tag doch unsere Kleine dabei sein. Gut, ist sie ja auch, in unseren Herzen.

Ich habe mich immer noch ziemlich verkrochen zuhause, letzte Woche habe ich mich immerhin mal mit Freundinnen getroffen. So viele liebe Menschen um mich rum und alle bieten Gespräche an und wollen mich ablenken, aber ich bin sehr erschrocken über mich selbst, dass ich das alles so emotionslos erzählen kann. Eigentlich wäre mir nach weinen und klagen, aber wenn jemand da ist, erzähle ich einfach nur recht sachlich. Aber immerhin erzähle ich, immer und immer wieder.

Ich lese nach wie vor viel über Sternenkinder, Zeitschriften scheinen mir nichtssagend und Bücher zu lang *seufz* Ich bin morgen wieder bei meinem FA, ich denke, ich werde ihm dann mal meine Gemütslage schildern, damit er das ein bisschen für mich im Blick hat. Er hatte ja darum gebeten, dass wir da aufpassen. Und ich weiß einfach nicht, ob das noch eine normale Trauer ist oder schon irgendwie in die falsche Richtung geht. Bei ihm bin ich ja auch eher sachlich und wirke locker, es fällt mir schwer, mich zu öffnen, auch wenn er gerade durchaus einer der wichtigsten Bezugsmenschen für mich ist (dass ein Frauenarzt das werden kann...)

Ich wünsche Euch einen schönen Abend.
Schnecke
 
G

Benutzer

Gast
Mach Dir keine Vorwürfe, dass Du so "emotionslos" von Deiner Tochter erzählst. Hier zumindest wirkst Du anders und man spürt die Trauer ganz deutlich zwischen den Zeilen. Wahrscheinlich trifft "betäubt" eher zu als "emotionslos".

:knuddel:
 

Benutzer65313 

Toto-Champ 2008 & 2017
Ich seh das genau wie Jinx. Zumindest hier spürt man nichts von Emotionslosigkeit.
Ich weiß, dass man das nicht unbedingt vergleichen kann, aber weißt du, so ähnlich erging es mir damals, als mein Opa gestorben ist. Ich habe damals nicht eine Träne geweint, innerlich war ich sooo traurig, aber ich glaube, äußerlich hat man das kaum gemerkt. Ich glaube, dass diese Schockzustände uns oftmals anders handeln lassen, als wir denken, wie wir es tun müssten.
Vielleicht wird es irgendwann aus dir herausbrechen, vielleicht auch nicht. Stress dich deshalb aber nicht. Du empfindest das, was du empfindest, und das ist völlig okay so :smile:

:knuddel:
 
2 Woche(n) später

Benutzer85763 

Sehr bekannt hier
Hallo!

Vielen Dank für Eure Worte. Es beruhigt mich sehr, dass ich bei Euch nicht emotionslos rüber komme. Ich konnte mich schon immer besser schriftlich irgendwie klarer ausdrücken als persönlich, war auch früher daher sehr fleißiger Tagebuch-Schreiber.

Es sind jetzt weitere 2 Wochen ins Land gegangen und ich denke, ich habe ein Stück weit gelernt mit meiner Trauer zu leben oder vielleicht auch akzeptiert, dass das jetzt einfach zu mir gehört.

Ich hatte meinem Frauenarzt von meinem seelischen Befinden erzählt, der mir dann auch sehr ans Herz gelegt hat mir psychologische Begleitung zu suchen. Er selbst könnte mir da nur helfend die Hand reichen, aber er hat natürlich nicht die richtige Ausbildung dafür. Ich könnte mich nichtsdestotrotz natürlich auch jederzeit an ihn wenden.

Ich habe auch gleich eine sehr nette Psychologin gefunden und war schon 2 Mal bei ihr, was mir schon sehr geholfen hat. Sie hat mir gesagt, dass es in Ordnung ist, dass ich mich zurück gezogen habe und auch, dass es in Ordnung ist, dass ich nach außen hin stark sein will, weil ich nunmal so bin oder es so gelernt habe. Sie hat den Eindruck, dass ich den Tod von Hannah ganz "gut" bewältige und schon sehr auf mich achte und meinem Bauchgefühl vertraue. Wir sind jetzt so verblieben, dass ich mich melde, wenn ich Redebedarf habe. Feste, wöchentliche Sitzungen fühlen sich für uns beide nicht so richtig an.

Letzte Woche habe ich die Leute in meinem Büro besucht, ich hatte mit meinem Chef gesprochen, dass es vielleicht ganz gut sei, einfach mal "Hallo" zu sagen, damit der erste Tag nicht gleich die erste Begegnung mit allen ist und gleichzeitig noch der erste Arbeitstag. Auf dem Weg dorthin war ich fast panisch und sehr aufgeregt, fast hätte ich mich wieder umgedreht. Im Büro haben mich dann aber alle sehr lieb und warm empfangen und die Anspannung ist dann auch gleich von mir abgefallen. Manche haben gefragt, was denn passiert sei und andere haben einfach nur gesagt "Schön, dass Du wieder da bist". Das war für mich auch absolut in Ordnung. Morgen fange ich jetzt (nach fast 6 Wochen) wieder an zu arbeiten, erstmal nur 2 Tage und dann gleich wieder Wochenende, um zu schauen, wie es mir so bekommt. Aber ich habe ein gutes Gefühl.

Mein Bauchgefühl sagt mir auch, dass ich jetzt langsam aufhören muss, in Foren über Sternenkinder zu lesen. Es hilft zwar (irgendwie), aber gleichzeitig macht es einem auch Angst, weil einfach viel zu viele Informationen ungefiltert auf einen reinprasseln und man so manchmal einfach sehr mutlos wird, was eine neue Schwangerschaft angeht, weil man einfach schonmal gehört hat, was genau alles passieren kann.

Die Hochzeitsvorbereitungen kommen auch langsam zum Laufen, diese Woche habe ich mein Kleid gekauft und hatte sogar einen schönen Tag. Jetzt fehlt noch Brautstrauß, Torte und Frisur. Es sind alle nicht so begeistert, dass ich so spät damit ankomme, aber nun ja, wir hatten halt andere Sorgen. Und ich will ja zum Glück nichts aufwendiges. Ich bin auch froh, dass wir die Hochzeit nicht abgesagt haben, sie ist jetzt einfach unser nächstes Ziel auf unserem gemeinsamen Weg.

Alles in allem kann ich wohl sagen, ich habe mich wieder etwas gefangen. Meinem Freund (fast Mann) geht es soweit auch gut, er denkt viel beim Autofahren an Hannah und auch zuhause sprechen wir viel über sie. Gerade gestalte ich ein Fotoalbum mit den wichtigsten Erinnerungen.

Ich bin auch sehr dankbar, dass ich so toll unterstützt werde und mich so viele Hände an diesem steinigen Weg lang führen: Meinem Fast-Mann, der jederzeit spürt, wenn es mir schlecht geht und jederzeit Trost spendet und mir durch den Verlust noch näher gekommen ist; meine Schwieger-Familie und meine Freunde, die mir unermüdlich zuhören, was ich zu erzählen habe und natürlich ihr, weil ihr immer zuhört und so viele hilfreiche und tröstende Worte habt. :herz:

Die Trauer überkommt mich natürlich immer noch, aber mittlerweile nicht mehr so plötzlich, sondern eher in den ruhigen Momenten. Und dann lebe ich sie auch, hinterher fühle ich mich meist besser. Es tut mir irgendwie gut, wenn ich traurige Lieder höre und dann ganz fest an meine Hannah denken kann (ganz traurig, aber auch irgendwie tröstlich: "Gerrit Hofsink - Still", falls jemand reinhören mag).

Ich weiß inzwischen, dass es wieder eine Zukunft für uns geben wird.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Nachmittag und - mal wieder - tausend Dank, dass ihr hier zuhört.

LG Schnecke
 
T

Benutzer

Gast
Liebe Schnecke,

schön, wieder von dir zu hören! Mir scheint, ihr beide seid auf einem guten Weg. Es ist gut, dass ihr so viel und so offen über eure Tochter und eure Trauer um sie sprechen könnt.
Ich finde es auch sehr schön, dass du dich jetzt wieder mehr auf eure Hochzeit und die Vorbereitungen einlassen kannst. Wann heiratet ihr eigentlich?

Ich denke weiter an dich und wünsche euch alles Gute! :knuddel:
 
1 Woche(n) später

Benutzer85763 

Sehr bekannt hier
@Toffi Fee Vielen Dank für Deine Worte. Wir heiraten am 6. Juni :love: Also schon ganz bald. Langsam bin ich auch etwas aufgeregt. Gestern haben wir die Ringe abgeholt, sie sind wunderschön, auch wenn ich mir Ringe in Gelbgold erst nicht vorstellen konnte. Es fühlt sich einfach richtig an, jetzt zu heiraten, wo wir doch gerade gemeinsam eine schwere Zeit bewältigen.

Die ersten 1,5 Wochen auf der Arbeit liegen jetzt hinter mir. Es klappt eigentlich ganz gut, ich fühle mich wohl und kann mich auch ein bisschen ablenken. Allerdings bin ich abends total erledigt, obwohl nicht mal viel zu tun ist. Ich bin nach wie vor sehr offen, wenn mich jemand fragt, es tut mir einfach gut über Hannah zu reden. Es ist glaube ich das erste Mal in meinem Leben, dass ich auf die Standard-Frage "Wie geht's?" nicht immer mit "gut" antworte, nur weil die Leute das vielleicht hören wollen. Das finde ich irgendwie gut, auch wenn das für mein Gegenüber nicht immer leicht ist.

Im Internet zu lesen habe ich stark reduziert, ganz aufhören kann ich immer noch nicht :geknickt:Gerade habe ich wieder so eine Phase, wo ich die ganze Zeit überlege, welche Untersuchungen ich machen lassen sollte, um bei der nächsten Schwangerschaft möglichst jedes Risiko auszumerzen. Bisher habe ich ja "nur" einen Termin für die Untersuchung der Gerinnung und der Schilddrüse (da war ich allerdings zuletzt im Februar, da war alles i.O.). Dann liest man noch von Humangenetik, irgendeine Untersuchung der natürlichen Killerzillen, etc.pp. und fragt sich, ob man das auch noch testen sollte... Aber eigentlich möchte ich eine Schwangerschaft nicht so "medizinisch" sehen. Wer weiß, vielleicht bin ich auch ganz entspannt, wenn es soweit ist...

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag :knuddel:
Schnecke
 

Benutzer117605 

Meistens hier zu finden
Ich finde toll wie du diese Phase deines Lebens bewältigst. Lass dich nicht unterkriegen :smile: du schaffst das und dass du auf dem besten Weg bist muss ich nicht erwähnen.
Ich finde es toll, dass ihr die Hochzeit in dieser Phase eures Lebens macht. Ihr beweist jetzt, was eine Ehe ausmacht und zwar zusammenhalten wenn es schwierig ist.
Wenn die Arbeit zu anstrengend ist hör auf, aber die Ablenkung ist auf eine Art und Weise bestimmt auch gut.
Ganz viel Kraft auch weiterhin, bleibe deinem Weg treu, denn deinen Worten nach zu urteilen ist er der richtige.
Hanna ist bestimmt stolz auf dich.
Fühl dich gedrückt :knuddel:
 
1 Monat(e) später

Benutzer75931  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Schnecke106 mir tut das auch total leid, was dir passiert ist. Ich hoffe, eure Hochzeit war so, wie ihr sie euch vorgestellt habt.
Ich selber hatte mit 16 eine Fehlgeburt ungefähr in der 10. Schwangerschaftswoche. Natürlich war die Kleine nicht geplant (offiziell weiß ich nicht, ob es ein Mädchen geworden wäre, aber irgendwie wusste ich es von Anfang an), aber ich habe mich trotzdem gefreut.
Vergessen habe ich es bis heute nicht (mit 29). Und ab und zu weine ich auch noch um sie.
Aber diese Schmerzen sind nicht zu vergleichen mit deinen oder denen meiner Freundin. Sie war mit ihrem 2. Kind schwanger. Ein paar Tage vor dem Geburtstermin ist sie ins Krankenhaus gefahren, weil sie die Kleine nicht mehr gespürt hat. Die Nabelschnur hatte sich um den Hals gewickelt. Sowas ist für mich unvorstellbar.
Im November bekommt sie ihr drittes Kind und ich freue mich so für dir beiden.

Ich wünsche dir noch alles, alles Gute und weiterhin viel Kraft euch beiden.
 

Benutzer85763 

Sehr bekannt hier
Dankeschön für Eure Nachrichten! Ihr seid wirklich alle so lieb :knuddel:

Unsere Hochzeit war ein schöner Tag. Wir wurden sogar vom Bürgermeister persönlich getraut (kleiner Personalengpass im Standesamt), das ist bestimmt ein gutes Zeichen. Er hat uns dann als Geschenk noch das Buch "Der kleine Prinz" überreicht, das fand ich sehr schön, denn ein Zitat aus diesem Buch steht auf Hannah's Geburtskarte aus dem Krankenhaus. In unserem Stammbuch war auch schon ihre Eintragung enthalten und es hat außen eine schöne Ranke aus Sternen drauf. Sie war also an diesem Tag auch bei uns, wir konnten sie immer spüren und ich glaube, es haben auch viele Leute an diesem Tag an sie gedacht. Mein Mann :herz: hat sie natürlich auch in der Rede bedacht.

Mir geht es ansonsten soweit ganz gut. Ich denke, wir haben unseren Weg gefunden mit der Trauer umzugehen, sie ist nun Teil unseres Lebens, aber sie frisst uns nicht mehr so auf wie am Anfang. Es gibt natürlich immer noch schwierige Tage, aber sie sind seltener. Wir gehen oft zum Friedhof und besuchen unsere Kleine. Wir sprechen auch sehr viel über sie. Ich habe viele Kolleginnen, mit denen mich ein loser Kontakt verbindet, also wir verstehen uns, aber das geht nie über die Arbeit hinaus. Einige von ihnen haben mich sehr lieb gefragt, wie es mir denn geht und was überhaupt passiert ist. Sie zeigen ehrliches Interesse und ich bin auch sehr offen im Umgang mit unserer Geschichte.

Ich treffe mich weiterhin regelmäßig mit meiner Hebamme, die Gespräche tun mir gut. Beim letzten Gespräch haben wir uns vorgestellt, dass Hannah im Himmel (oder wo auch immer sie gerade ist, jedenfalls an einem schönen Ort) bestimmt sehr gut Gummi-Twist mit anderen Kindern spielen kann, weil sie so lange Beine hat :love:. Das sind irgendwie einfach schöne Gedanken. Auch mein Frauenarzt ist weiterhin ein toller Ansprechpartner und meine Freunde hören auch immer und immer wieder zu und versuchen mich zu trösten, wenn gerade wieder so ein Moment ist, wo man alles unfair findet.

K Kuschelherz85 : Es tut mir leid, dass Du auch schon eine Fehlgeburt erleben musstest. Und dann warst Du auch noch so jung :cry: Ich hoffe, Du hattest damals auch liebe Menschen, die Dich aufgefangen haben. Und für Deine Freundin tut es mir auch sehr leid, so kurz vor dem ET, das muss sehr furchtbar sein. Man kann einfach nicht verstehen, warum so etwas mit den heutigen Möglichkeiten noch passiert. Aber irgendwie ist die Natur doch am längeren Hebel...

Fühlt Euch gedrückt
Schnecke
 
T

Benutzer

Gast
Hey Schnecke, jetzt bist du ja schon verheiratet! Das ist schön, ich gratuliere euch ganz herzlich und wünsche euch viel Glück für eure Ehe. Auf dass ihr bald eine glückliche kleine Familie werdet. :zwinker:

Die Vorstellung von eurer Hannah beim Gummi-Twist finde ich sehr süß. :love: Sie wird immer ein Teil von euch sein, und wie du siehst, lebt sie auch in den Gedanken so vieler Verwandte und Freunde von euch. Das ist sehr kostbar.

Liebe Grüße! :knuddel:
 
2 Jahr(e) später

Benutzer141323 

Benutzer gesperrt
27 Tage mit dir.

27 Tage, das sind eigtl nur knapp 4 Wochen. Davon muss man genau genommen 9 Tage abziehen, in denen ich gar nicht wusste, dass du es dir in mir gemütlich gemacht hast. Bleiben 16 Tage. 16 Tage von denen ich mich 7 Tage unglaublich gefreut habe, dass du unterwegs bist. Mein Gott, was habe ich gestrahlt. Ich hatte Hunger spät nachts, aber mir schien die Sonne aus dem Hintern. Mir war übel am Morgen, ich grinste in mich hinein. Tausend kleine Pickel auf der Stirn, nichts konnte mir etwas anhaben. In heimlichen Minuten, streichelte ich über meinen Bauch, wir waren nur für uns. Du und ich. Du in mir. In meinem Bauch, unter meiner Hand. Neues Leben. Zum ersten Mal in meinem Leben wusste ich, was es bedeutete wirklich glücklich zu sein. Nach 7 Tagen die erste Ultraschalluntersuchung mit schlechtem Ergebnis. Verwaschene Fruchthöhle. Nicht intakte Schwangerschaft. Wortfetzen, die ich bis heute eigtl nicht wirklich verstehe. Tränen. Stilles Schreien. Schmerzverzerrtes Gesicht, ich konnte kaum atmen vor Trauer. Tiefe Verzweiflung. Das einzige was mich weiteratmen lies, war die Hoffnung, dass doch noch alles gut wird. Vielleicht war alles ein Irrtum. Erstmal abwarten. Es folgten 9 Tage voller Auf und Ab. Gute Nachrichten lösten schlechte Nachrichten ab. Leider auch andersherum. Am Ende eine Diagnose, die ohne Handeln uns beide das Leben gekostet hätte. Eileiterschwangerschaft. Gehört und gelesen hatte ich darüber schon viel. 2 von 100. Das ist so selten, das passiert mir doch nicht. Und doch. Ich bin eine dieser 2 von 100. Notoperation. Ich rang voller Angst nach Luft und irgendwas fürchtete trotz allem um mein eigenes Leben. Nach dem Erwachen aus dem OP hat es 2-3 Tage gedauert bis ich begriff, dass ich nun wirklich wieder alleine in mir war. Dass es gar kein Sinn mehr macht, meinen Bauch zu streicheln. Auch heute, 12 Tage später, mache ich das noch ab und zu. Ich streichel rüber und denke an dich und merke dann, hey, wenn ich jetzt mit dir reden möchte, muss ich in den Himmel gucken. Ich gucke hinauf, frage ein stilles "Warum?", eine Träne kullert hinab, ich gucke zurück auf die Welt und denke an alles was vllt noch vor mir liegt. Alle Möglichkeiten, die ich noch habe. Ich gehe wie auf rutschigen Treppenstufen. Ich gehe einen schwierigen Weg, aber es geht bergauf. Ab und zu rutsche ich, falle eine Stufe hinab. Aber an einem anderen Tag gehe ich mutig Schritt für Schritt aus dem Tal der Tränen in eine unbeschwertere Welt. Eine Welt, die ich erleben will. Ich werde dich niemals vergessen. Du bist in meinem Herzen. Ich trage dich, mein Sternenkind, weiterhin in mir - wenn auch nur als Erinnerung.
 
4 Monat(e) später

Benutzer85763 

Sehr bekannt hier
Seit gestern dürfen wir unseren Johannes im Arm halten. Er ist 10 cm groß und 60 Gramm schwer. Nachdem alle Versuche der Geburtseinleitung nicht funktioniert hatten, sahen die Ärzte nur noch die Möglichkeit der Ausschabung. Wir waren unendlich traurig, denn das bedeutet, dass wir unser Baby nicht sehen und wie gewünscht verabschieden durften. Doch es kam anders: Während der OP stellte sich raus, dass unser Zwerg sich samt Teile in dem Eileiter eingenistet hatte (beim Übergang Eileiter zur Gebärmutterhöhle). Sie mussten einen großen Bauchschnitt machen und einen kleinen Teil der Gebärmutter und den Eileiter entfernen. Letztlich ist das auch der Grund für seinen Tod - er konnte dort einfach nicht genug Blut erhalten, um optimal versorgt zu sein.

Unser Baby konnte völlig heil aus dem Bauch geholt werden und wir konnten uns verabschieden. Es war ein Abschied wie wir ihn uns gewünscht haben.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren