Störende Narben und Medikamente - Was sagt ihr?

Benutzer150841  (24)

Ist noch neu hier
Hallo Community :smile:
Ich habe hier schon öfters reingelesen - meist nur zum Spaß - allerdings habe ich nun selbst ein kleines Problem wozu ich gerne andere Meinungen hören würde.
Früher, als ich noch recht viele Probleme hatte, habe ich mich 4 Jahre lang geritzt. Ich weiß, das wird jetzt viele zum Aufstöhnen bringen, da das schon zu fast sowas wie einer Modeerscheinung geworden ist, aber es ist nun einmal so. Ich habe es getan, bin da nicht stolz drauf und im Nachhinein wünschte ich wirklich, dass ich es gelassen hätte. Dazu kommt, dass ich schon eine Weile Anti-Depressiva und angstlösende Medikamente schlucke, die mir in meinem Alltag wirklich helfen und mich manchmal.. auch "vergessen lassen".. Klingt merkwürdig, sicher, aber mir ist in meinem Leben wirklich viel Scheiße passiert und ich konnte das nie wirklich durch eine Therapie oder ähnliches aufarbeiten, da ich darüber mit niemandem jemals sprechen will.
Jedenfalls bringt mich das zu meinem Problem: Mein (Ex-)Freund hat letzten Samstag nach 2 Monaten mit mir Schluss gemacht. Der Grund? 1. stören ihn meine Narben. Er wird angeblich nicht damit fertig sie nur zu sehen und sie zu berühren wäre wohl noch schlimmer für ihn, da er immer daran denken muss was mich dazu gebracht hat mir ins eigene Fleisch zu schneiden. Würde euch das an eurem Freund/eurer Freundin stören?
2. kommt er nicht damit klar, dass ich diese Medikamente nehme. Er muss wohl immer daran denken, dass ich eigentlich gar nicht der Mensch bin, der ich vorgebe zu sein; dass mich diese Medikamente verändern; dass er mit einer völlig anderen Person zusammen ist. Wie denkt ihr darüber?
Ich bin wegen der Trennung an sich wirklich nicht so betrübt, wie ich vielleicht sein sollte, der Grund mit dem er sich versucht vor mir zu rechtfertigen stößt mich viel mehr vor den Kopf.. Wie seht ihr diese ganze Sache? Muss ich mir Gedanken darüber machen, dass mir das auch noch in Zukunft passieren wird?

Ich freue mich wirklich auf eure Antworten.
Liebe Grüße Selli
 

Benutzer107106 

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Redakteur
Ich würde die Medikamentensache umdrehen: Sie helfen dir der zu sein, der du wirklich bist und bauen die Krankheit, die deine Persönlichkeit verändert ab.
Das mit den Narben ist natürlich ein Problem. Ich hatte zu Schulzeiten auch eine Freundin deren Arme, Bauch und Oberschenkel so aussahen, als sei sie in einen Fleischwolf gefallen. Feinsäuberlich mm für mm hat sie parallel verlaufende Narben auf dem ganzen Körper. Immer wenn ich sie angesehen habe musste ich daran denken, dass sie sich das selbst angetan hat(te). Das ist interessant, denn eine andere Freundin von mir hat ebenso auffällige Brandnarben. Das kann ich viel mehr annehmen und nehmen wie es ist. Da muss ich auch nicht ständig hinstarren. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich weiß, dass es ein schlimmer Unfall war, für den eben keiner was kann.
Ein bisschen zeigen diese Narben nun mal auch, dass du psychisch krank warst/bist. Wenn du dazu bis heute Medikamente nimmst, dann kann man das ja auch nicht auf die leichte Schulter nehemn und behaupten, dass da nur mal was war, denn es scheint ja immer noch in dir drin zu sein. Man kann das dann nicht einfach ausblenden und das würde mich als Partner auch sehr belasten. Verstehst du was ich meine? Ist etwas kompliziert ausgedrückt...
 

Benutzer150418 

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Ich würde sagen, du musst dir keine Gedanken machen um das, was dein Exfreund gesagt hat. Er lebt eben in einer ganz anderen Welt als du, versteht deine Krankheit nicht, kann sich nicht in dich rein fühlen. Anscheinend ist es ihm im Leben immer gut gegangen, schön für ihn. Aber so jemand passt dann eben nicht zu dir, wenn die nötige Empathie da als Basis für eine Beziehung völlig fehlt.

Die Narben würden mich natürlich nicht stören. Sie würden mich vielleicht traurig machen, aber ich wäre wenn ich sie berühre auch glücklich, weil der Mensch, der sie trägt diese Zeit überlebt hat und es besiegt hat, ich diesen Menschen trotzdem im Arm halten darf. Ich wäre stolz. Ich könnte sie ganz normal streicheln und berühren. Ich habe übrigens selbst Narben und mein Partner hat damit kein Problem. Ich war auch noch nie mit jemandem zusammen, der damit ein Problem hat. Mit Leuten, die beim Hinsehen "Ieh" und "Oh Gott" oder "Wie konntest du nur?" schreien, muss ich mich nicht abgeben.

Die Medikamente, naja, da bin ich zweigeteilter Meinung. Ich würde nicht mit jemandem zusammen sein wollen, der sehr, sehr lange und dauerhaft auf solche Medikamente angewiesen ist. (Aber das ist relativ. Das sag ich jetzt, weil ich keine Erfahrung damit habe, aber vielleicht wäre es mir auch egal.) Wenn ich mir jetzt vorstelle, mein Partner muss welche nehmen für lange Zeit, und ich kann dann sehen wie es ihm dadurch besser geht, dann wäre ich glücklich. Bei euch war sicher das Problem, dass er dich nicht ohne Medikamente gekannt hat. Er kapierts also nicht.
Wenn ich jetzt allerdings jemanden kennen lerne, der mir erzählt, er braucht hoch dosierte Medikamente gegen Schizophrenie... mh, damit hätte ich dann doch ein Problem. Aber bei dir ist das doch eigentlich vielleicht absehbar.
 

Benutzer127907  (35)

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Wenn ich einen Menschen liebe dann so wie er ist. Dabei ist es egal ob Medikamente genommen werden müssen (die nowendig sind damit es einem besser geht!) oder ob es Narben gibt. Ich selbst habe mich in eine Frau mit Narben im Gesicht verliebt und die sind mir scheißegal! Sie gehören zu ihr wie alles andere auch, das sehe ich überhaupt nicht. Sie wäre meine absolute Traumfrau (wenn sie nicht vergeben wäre :depri:). Und die Medikamente die du nimmst, also Antidepressiva und Angstlösende Medikamente verändern deine Persöhnlichkeit nicht. Sie hemmen nur überschießende Angstreatktionen und hellen die Stimmung auf. Du bist dadurch kein anderer Mensch.

Auf die Frage ob mich Narben ode Medikamente stören würden, gibt es als Antwort ein ganz klares NEIN

Liebe Grüsse
 

Benutzer72433 

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Ich bin wegen der Trennung an sich wirklich nicht so betrübt, wie ich vielleicht sein sollte, der Grund mit dem er sich versucht vor mir zu rechtfertigen stößt mich viel mehr vor den Kopf..
und das ist meiner meinung nach genau die richtige einstellung. ich will jetzt nicht sagen dass dein ex nen blödes arschloch ist (auch wenn die versuchung dazu durchaus vorhanden ist...), aber ihr passt definitiv nicht zusammen wenn er mit sowas nicht umgehen kann.

zu der medikamenteneinname kann ich nichts aus erfahrung sagen, aber wenn mein partner medikamente nehmen müsste damit es ihm besser geht würde ich definitiv voll dahinter stehen.
was das ritzen angeht: mein partner toleriert das einfach - und so finde ich es auch am besten. das thema ist einmal besprochen (er hat mich davon weg gebracht), durchgekaut und abgehakt - gehört genauso zu mir wie jede andere narbe auch. es gibt also durchaus männer, die damit problemlos umgehen können.
 

Benutzer127907  (35)

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es gibt also durchaus männer, die damit problemlos umgehen können.

Absolut richtig. Wie geagt ich habe mich selbst in eine Frau mit sichtbaren Narben im Gesicht verliebt und für mich ist sie die schönste überhaupt. Wenn man liebt dann sind solche unwichtigen oberflächlichen Dinge egal.

Und Antidepressiva wären mir auch völlg egal. Sie sind notwendig damit es dir gut geht.

Liebe Grüsse
 

Benutzer96776 

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Nein, du solltest dir keine Gedanken darüber machen, dass sich dies häuft.
Zudem erinnern die Narben ja an deine Vergangenheit und du zeigst Einsicht, ich denke alle machen mal Fehler und ja das lässt sich nun auch nicht mehr ändern.
Ich sag mal so: Entweder ein Mann akzeptiert und liebt dich so, wie du bist, oder eben er lässt es bleiben, dann war er aber sowieso nicht der Richtige und man sollte sich das dann auch nicht zu Herzen nehmen!
Das gilt nicht nur für deine Situation, sondern generell.

In deinem konkreten Fall kann ich nicht nachvollziehen, dass er zuerst eine Beziehung mit dir eingeht und er dann Dinge, die er ja von Anfang an wusste/ sah als nicht erträglich betrachtet und das erst nach 2 Monaten. Da hätte er doch von Anfang an ehrlich sein sollen und erst gar keine Bez. eingehen. Das wäre für mich ja noch einleuchtend, dass man damit einfach nicht klarkommt, aber so...
Ich weiß nicht... Schon etwas komisch... Hat er diese Gründe vl. auch nur vorgeschoben? Ich kenne ihn ja nicht, aber sei es wie's sei, jedenfalls darfst du nicht dir daran die Schuld geben.
 

Benutzer101504 

Benutzer gesperrt
Ich weiß nicht, was für Medikamente du nimmst. Ich habe schon miterlebt wir Antidepressiva Menschen sehr verändert haben, sowohl zum psitiven, wie auch sehr zum negativen. Einige waren echt teilnahmslos und wirkten in emotionalen Momenten, als würden sie neben sich stehen. Das ist etwas, damit käme ich auf dauer auch nicht klar. Wenn ich die Person aber do schon kennengelernt habe, finde ich es doch schon ziemlich dreist, die Mefikamente als Trennungsgrund vorzuschieben!
Letztendlich nimmst du die Medikamente, damit du dich besser fühlst. Wenn das der Fall ist, würde ich mich nicht wirklich daran stören, dass du sie nimmst, allerdings aber schon ein Auge darauf werfen wie du sie dosierst und ob sich daran was ändert, oder du sie grundsätzlich überdosierst. Habe es nämlich auch schon erlebt, dass diese Medikamente bei den geringsten Widrichkeiten im Leben mal eben so mehr genommen werden als sonst. Das wäre für mich nämlich nicht Ok, da man nicht alles mit Medikamenten lösen kann.

Was dir Narben betrifft weiß ich auch nicht wo sie sind, aber denke mal an den üblichen Stellen bei Borderlinern, so wie Arme, Beine oder vielleicht Bauch und Schultern.
Klar entstellen sie ein wenig den Körper, aber wenn keine neuen bewusst zugefügten Narben dazu kommen würden, würde es mich nicht stören. Ich finde Narben erzählen von der Vergangenheit eines Menschen, und das war nunmal ein Teil deiner Vergangenheit. Im gegenteil, als Partner würden diese Narben sogar mit Stolz auf dich erfüllen, dass du dich nicht mehr selbet verletzt.

Was deinen Ex betrifft, finde ich es aber schon verständlich, dass ihn die Narben weh tun. Jeder Mensch geht anders mit sowas um und viele verstehen das alles auch nicht. Wenn dich dann wirklich jemand liebt, der das nicht verstehen kann, tut es dieser Petson sehr weh, das zu sehen und zu fühlen.
Andererseits kann es genauso sein, dass ihn die Narben einfach nur stören und sogar abturnen. Was es letztendlich bei deinem Ex ist musst du selber rausfinden.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Auch wenn du so etwas vielleicht nicht unbedingt hören willst, bekommst du von mir trotzdem eine ehrliche Antwort:
Ich würde ganz sicher meine Finger von einer Frau lassen, die sich nicht nur geritzt hat, sondern die auch noch irgendwelche Symptome tief sitzender psychischer Probleme mit Psychopharmaka bekämpft, anstatt zu versuchen, die Ursachen dieser Symptome mit Hilfe einer Therapie in den Griff zu bekommen.

Ich musste mal tatenlos dabei zuschauen, wie ein guter Freund von mir dank seiner psychisch kranken Freundin zumindest am Rande einer Co-Abhängigkeit war - wenn nicht schon einen großen Schritt weiter.
Spätestens seit dieser Sache bin ich da sehr empfindlich, weil ich keine Lust habe, so etwas selbst jemals erleben zu müssen.
Und dazu könnte ich wohl auch einfach nicht das nötige Verständnis für irgendwelche psychische Probleme aufbringen, so dass eine Beziehung mit mir einer Frau mit psychischen Problemen wohl kaum gut tun würde.

Ach ja... mit irgendwelchen Narben habe ich prinzipiell überhaupt kein Problem.
Ich habe selbst eine ziemlich lange OP-Narbe, die mich überhaupt nicht stört.
 

Benutzer137085 

Verbringt hier viel Zeit
Ich glaube, was deinen Ex angeht, hast du einfach Pech gehabt. Sowohl mein Ex als auch mein aktueller Partner konnten meine Narben, die ebenfalls durch svv entstanden sind, als einen Teil von mir akzeptieren...
Dass er erst mit dir ohne Vorbehalte ( im Sinne von "Ich weiß nicht, ob ich damit zurechtkomme, aber ich möchte es versuchen.") eine Beziehung eingeht, und sich dann mit der gelieferten Begründung wieder trennt, finde ich allerdings wie andere hier auch unmöglich. Umso besser, dass es dir nicht so nahe geht!
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
So jemand käme für mich nicht als Partner in Frage. Mein Partner muss mich optisch ansprechen, derartige Narben finde ich mehr als unschön. Und da die Wirkungen/Folgen psychischer Grunderkrankungen für mich nicht gut kalkulierbar sind, wären die ebenfalls ein k.o.-Kriterium.

Ist aber letztlich wieder, wie sonst auch: Menschen müssen zueinander passen, gibt solche und solche. Wie ich oder andere das hier sehen hat daher keine Relevanz. Ja, die Zurückweisungen aus den genannten Gründen können auch in Zukunft auftreten, aber es gibt mindestens genau so viele, die sich nicht oder weniger dran stören. Von daher nicht entmutigen lassen und warten, bis der passende Partner kommt,
 

Benutzer150639  (32)

Klickt sich gerne rein
Es kann nicht jeder mit narben oä umgehen. Wenn ers nicht konnte war er einfach nicht der "richtige" partner für dich.

im punkt medikamente seh ich das wie schon geschrieben wurde: sie helfen dir, du selbst zu sein und bringen die krankheit zum verschwinden. Nicht andersrum. Glas halbvoll oder halbleer? :zwinker:

Bei den narben: ich habe sowohl selbst zugefügte als auch unfreiwillig bekommene narben. Einen babyzebrastreifen trag ich auch noch. Mein partner akzeptiert diese narben, klar ists vllt jetzt net unbedingt ein schönheitsideal, aber er liebt mich wie ich bin- mit meiner vergangenheit.

es gibt aber vieles, was man optisch nicht sehen kann, aber meiner Meinung nach in einer Beziehung "schlimmer" sein kann als narben. Um ein beispiel zu nennen: ich habe ein nerven problem, seit mein bester Freund bei einem unfall schwer verletzt und im krankenhaus verstorben ist (lange geschichte, ich bin immer noch der meinung ich hätts verhindern können und müssen und drum war ich auch jahrelang in therapie, stellenweise suizidgefährdet etc). Dieses problem äussert sich darin, das sobald ich stress habe, meine arme und beine zu zucken beginnen. Bei alltagsstress kann ichs unterdrücken. Aber zb allein schon beim sex ein orgasmus reicht und ich lieg dann da wie ein zuckender shrimp. Doof aber is so. Bislang fanden das meine partner alle total abartig und ich nahm antidepressiva und versuchte es zu kontrollieren. Mein aktueller partner akzeptiert es, er weiß wann er auf mich aufpassen muss stresstechnisch (zucken is ja nur der anfang, schlimmer wirds dann mit atemaussetzern bzw kann passieren das ich einfach mal zusammenbreche wenns zu viel is), beim sex findet ers sogar irgendwie niedlich.


Ende vom lied? Du bist innerlich und äusserlich wer du nunmal bist. Und wer dich liebt, der liebt dich wie du bist, mit allem was dich ausmacht. Wer das nicht kann hat dich nicht verdient
 

Benutzer109511  (28)

Planet-Liebe Berühmtheit
Du bist nun einmal, wie du bist, und wer das nicht akzeptieren kann, der passt ganz einfach nicht zu dir.

Die Narben sind eben ein Teil von dir, ein Überbleibsel aus deiner Vergangenheit, die nicht schön war. Und die Medikamente nimmst du, um dich besser zu fühlen. Das Argument, dass Antidepressiva die Persönlichkeit verändern, ist in meinen Augen Unsinn, da es schlicht nicht stimmt.

Wenn dein Partner mit deinen Problemen nicht leben kann, passt es schlicht nicht mit euch. Außerdem finde ich es schon hart, erst eine Beziehung mit dir einzugehen und dann wegen etwas Schluss zu machen, dass er vorher schon wusste.

Ich selber hätte definitiv weder mit Narben noch der Einnahme von Psychopharmaka grundsätzlich ein Problem. Ich muss selber gegen meine Depressionen Medikamente nehmen, von daher... und mein Freund kommt Gott sei dank damit gut klar und unterstützt mich.

Das einzige, was mich bei dir irritieren würde ist die Tatsache, dass du nur Medis schluckst, aber keine Therapie machen willst. Auf Dauer ist es nämlich sinnvoller, medikamentöse Behandlung mit einer Therapie zu kombinieren.
 

Benutzer136760 

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Off-Topic:
....Symptome tief sitzender psychischer Probleme mit Psychopharmaka bekämpft, anstatt zu versuchen, die Ursachen dieser Symptome mit Hilfe einer Therapie in den Griff zu bekommen.
Damit machst du es dir aber ziemlich leicht. Als ob das so einfach wäre, eine Therapie zu machen bzw. eine zu finden, die überhaupt anschlägt.
Ich finde es zwar auch nicht so toll, rein auf Medikamente angewiesen zu sein. Aber jemanden zu verurteilen, nur weil er nicht die Kraft hat, erneut negative Erlebnisse in der Vergangenheit zu durchleben, ist nicht fair.
 
D

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Die Narben stören mich nicht. Hatte auch bereits eine Freundin, die das gemacht hat und damit kam ich klar. Nicht klarkommen würde ich damit, dass du Antidepressiva nimmst UND gleichzeitig keine Therapie machst. Das erscheint mir irgendwie nicht zielführend und da ich einmal jetzt mit ansehen musste, was Depressionen und Ängste mit einem Menschen machen können, würde ich mich auf so etwas nicht mehr einlassen und besonders dann nicht, wenn nicht ursächlich daran gearbeitet wird. Wobei ich vermutlich jetzt immer sehr sehr vorsichtig wäre mit Menschen, die solche großen Probleme haben, da hab ich keine guten Erfahrungen mit gemacht.
 

Benutzer149825 

Öfter im Forum
Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen. Mach dir keine Gedanken wegen dem was dein es gesagt hat. Es ist traurig ja, aber leider gibt es Menschen die mit sowas nicht klar kommen.
ich habe auch eine Menge Narben die ich mir selbst zugefügt habe und auch nicht nur Verständnis dafür bekommen. Im Nachhinein denke ich auch oft ich hätte es lassen sollen, aber jetzt muss ich nun mal damit leben. Von meinem Freund erwarte ich allerdings ebenfalls dass er damit leben kann. Wobei das für meinen auch nie ein Problem war.
Nun was antidepressiva angehen, in der Regel verändern sie einen nicht in dem sinne dass man ein anderer Mensch wird, als man ist. In einigen Fällen geschieht das zwar durchaus, aber wenn du von dir sagst dass sie dir helfen ist das eher positiv zu sehen!
Es tut mir echt leid für dich dass dein Ex so überhaupt nicht damit klar kam, aber ich kann dir nur raten, versuch dem nicht zu viel Bedeutung beizumessen.
Ich würde dir allerdings ebenfalls raten eine Therapie zu beginnen. Es ist schwer über bestimmte Dinge zu reden dass weiß ich sehr gut, aber möchtest du dein Leben lang immer wieder an das geschehene denken und damit nie abschließen können? Einen Versuch ist es doch wenigstens wert oder hast du was zu verlieren?
 

Benutzer15049  (35)

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Auch wenn du so etwas vielleicht nicht unbedingt hören willst, bekommst du von mir trotzdem eine ehrliche Antwort:
Ich würde ganz sicher meine Finger von einer Frau lassen, die sich nicht nur geritzt hat, sondern die auch noch irgendwelche Symptome tief sitzender psychischer Probleme mit Psychopharmaka bekämpft, anstatt zu versuchen, die Ursachen dieser Symptome mit Hilfe einer Therapie in den Griff zu bekommen.

man muss immer beides machen, insofern gebe ich dir recht. also an der ursache arbeiten, symptome frühzeitig erkennen, notfallpläne haben und einhalten. ABER: es gibt viele dinge, die eben keine eigentliche ursache haben, sondern an einer stoffwechselstörung im gehirn liegen. da sind medikamente zuweilen lebenslang notwendig, um das nicht ausufern zu lassen.
im prinzip verändert sich dein wesen ja schon bei einer schilddrüsenüber- oder unterfunktion. da kenne ich jetzt niemanden, der nicht damit klarkäme, dass sein partner medikamente dagegen nimmt. dass es bei anderen psychischen krankheiten immer gleich so aufgebauscht wird, als kämen solche menschen nicht als partner in frage, finde ich immer durchaus bedenklich.
 

Benutzer123446 

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Nicht klarkommen würde ich damit, dass du Antidepressiva nimmst UND gleichzeitig keine Therapie machst.
Da muss ich @Dr.evil recht geben. Damit würde ich auch nicht klarkommen. Einerseits, weil ich derartige Tabuthemen nicht gut finde für die Kommunikation in einer Beziehung und andererseits, weil ich der festen Überzeugung bin, dass so eine rigide "Ich will mich damit nicht auseinandersetzen"-Haltung in die Katastrophe führen muss. Auf die eine oder andere Art.

Ich gehöre übrigens auch zu der (Ex-)SVV-Fraktion hier und halte es mittlerweile so, dass ich beim Kennenlernen den ganzen Kram auf den Tisch packe. Also, ich hab mich geritzt, ich hatte psychische Probleme die sich nicht so genau definieren ließen (u.a. Depression), bin noch immer essgestört und in Stressphasen drehe ich durch, wenn ich nicht vorher genug auf mich acht gebe.
Eine Dating-Bekanntschaft meinte mal bzgl. SVV - "Vergangenheit, okay, wenn du das nochmal machst bin ich weg".
Okay, damit war ICH dann weg. Ich bin nicht die Bittstellerin, die froh sein kann, wenn sich jemand meiner erbarmt, sondern ich kann selbst wählen. Der andere darf und soll auch selbst wählen, ob er damit klarkommt, sonst werden alle nicht glücklich.

Mein Verlobter hat übrigens keine Probleme mit meinen Narben und ermuntert mich auch in entsprechenden Zeiten, mich nicht davor zu scheuen, Psychopharmaka als Unterstützung einzunehmen. (Die, im Übrigen, "die Persönlichkeit" nicht verändern. Das klingt ja grauenvoll, als gäbe es irgendwelche geheimen Zombiepillen. Falsche Medis und Überdosierungen mal ausgenommen.)
An allem anderen arbeite ich. Und das finde ich für eine Beziehung auch notwendig.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Damit machst du es dir aber ziemlich leicht. Als ob das so einfach wäre, eine Therapie zu machen bzw. eine zu finden, die überhaupt anschlägt.
Ich finde es zwar auch nicht so toll, rein auf Medikamente angewiesen zu sein. Aber jemanden zu verurteilen, nur weil er nicht die Kraft hat, erneut negative Erlebnisse in der Vergangenheit zu durchleben, ist nicht fair.
Es geht mir nicht darum, irgendwelche Personen zu verurteilen, sondern darum, mich von Personen fernzuhalten, die mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit genau so wenig gut tun würden, wie ich ihnen gut tun würde.

Ich weiß einfach, dass ich für Leute mit psychischen Problemen nicht das nötige Verständnis aufbringen kann, weil das mit meiner extrem rationalen und logischen Denkweise einfach nicht kompatibel ist. - Von daher erspare ich nicht nur den Betroffenen, sondern auch mir einen intensiveren Kontakt.

Und auch wenn eine Therapie sicherlich kein leichter Weg ist, so dürfte es doch der einzige Weg sein langfristig mit seinen psychischen Problemen zurecht zu kommen, während die medikamentöse Symptombekämpfung einfach keine langfristig sinnvolle Lösung der Probleme ermöglicht.

man muss immer beides machen, insofern gebe ich dir recht. also an der ursache arbeiten, symptome frühzeitig erkennen, notfallpläne haben und einhalten. ABER: es gibt viele dinge, die eben keine eigentliche ursache haben, sondern an einer stoffwechselstörung im gehirn liegen. da sind medikamente zuweilen lebenslang notwendig, um das nicht ausufern zu lassen.
im prinzip verändert sich dein wesen ja schon bei einer schilddrüsenüber- oder unterfunktion. da kenne ich jetzt niemanden, der nicht damit klarkäme, dass sein partner medikamente dagegen nimmt. dass es bei anderen psychischen krankheiten immer gleich so aufgebauscht wird, als kämen solche menschen nicht als partner in frage, finde ich immer durchaus bedenklich.
Die TS schreibt eindeutig von in der Vergangenheit liegenden Ursachen ihrer psychischen Probleme, die sie nicht aufarbeiten möchte... von daher dürfte die Ursache wohl kaum in einer Stoffwechselerkrankung liegen.

Und weiterhin ist dieses Ritzen ja nichts, was man einfach so bei ein paar kleinen Problemchen macht, sondern eher ein Symptom schwerwiegender psychischer Probleme, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch auf das restliche Leben und die Beziehung einen erheblichen Einfluss haben.
Wenn ich dann vielleicht irgendwann merke, dass die Beziehung (aufgrund der psychischen Probleme, oder warum auch immer) nicht mehr funktioniert, müsste ich ja möglicherweise befürchten, dass sie sich im Falle einer Trennung massiv selbst verletzt, oder gar noch drastischer reagiert. - Und in einer solchen Situation möchte ich einfach niemals stecken.
 

Benutzer149825 

Öfter im Forum
Wenn ich dann vielleicht irgendwann merke, dass die Beziehung (aufgrund der psychischen Probleme, oder warum auch immer) nicht mehr funktioniert, müsste ich ja möglicherweise befürchten, dass sie sich im Falle einer Trennung massiv selbst verletzt, oder gar noch drastischer reagiert. - Und in einer solchen Situation möchte ich einfach niemals stecken.

Das kann ich zwar durchaus verstehen aber ich würde das nicht so verallgemeinern. Ich habe mich z.b. auch zwei jahre lang massiv selbst verletzt und war damals auch in der Situation dass ich dachte mein freund könnte mich verlassen und hätte damals wohl auch damit gedroht mich umzubringen. Dennoch bin ich heute stabil und würde sowas nie machen. Bei mir sind auch noch mehr als genug Narben vorhanden dennoch belastet meine problematische Vergangenheit meine heutige Beziehung nicht durch so etwas. Deshalb finde ich es seltsam jemanden der sich mal verletzt hat kategorisch auszuschließen
 
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